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niemand

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

niemand

Bd. 13, Sp. 824
niemand , pronominalsubstantiv, verneintes jemand. 11) im goth. wird das griech. οὐδείς und μηδείς ausedrückt durch decliniertes manna oder mannahun mit vorangestelter oder nachgesetzter negation ni: ni manna mag tvaim fraujam skalkinôn (οὐδεὶς δύναται δυσὶ κυρίοις δουλεύειν). Math. 6, 24; ei manna ni viti (μηδεὶς γιγνωσκέτω). 9, 30; ni nannahun auk ist (οὐδεὶς γάρ ἐστιν). Marc. 9, 39; ni vilda vitan mannan (οὐδένα ἤθελεν γνῶναι). 7, 24; ni mannanhun bi vig gôljaiþ (μηδένα κατὰ τὴν ὁδὸν ἀσπάσησθε). Luc. 10, 4. vergl. das latein. nemo aus ne hemo (homo). 22) die hoch- und niederdeutschen sprachen componieren ni mit ieman oder, was dasselbe ist, nie mit man (gramm. 3, 67): ahd. nêoman, nioman, niaman, nieman (flectiert niomannes, -manne, -mannen), mhd. nieman, wegen tonlosigleit des man verkürzt zu niemen (niemannes niemans niemens, niemanne, niemannen niemenen, im dativ und accusativ auch ohne flexion), alts. neoman, nioman, md. nîman, nêman, nîmin, mnd. nemen, altfries. verkürzt nammon, nemmen, nimmen, neifries. nimmen (Richthofen 942a). 33) die mhd. form nieman, niemen erhält sih noch bis ins 16. jahrh., aber flexionslos: die nieman kennen kunt. B. Zink 19, 15; dan nieman ist, dem nüts gebrist. S. Brant vorr. 38; das ers nieman sag. 51, 30; lasz dir nieman so lieb sein, das du dein seel von seinent wegen verlrst. Keisersberg pred. 114c; wenn .. schon nieman bei dir ist und dir nieman nüt thuot. has im pfeffer d 2a; es ist im nieman guot. nd. des munds 38d; der hat nieman angeflucht. 40a; als er nu nieman sicht. Wickram rollw. 79, 22 Kurz; das nieman kenn den faden. Murner narrenbeschw. 70, 58; es ist nieman so weis. Eulensp. 84; da fand er nieman. 8; der käsz stank so grusam, das in niemen essen mocht. Th. Platter 54 B.; mir (wir) fanden ein schiflin, aber niemen darby. F. Platter 199; durch abfall des auslautes verkürzt, schweiz. niema, nieme, niem Stalder 2, 237. Tobler 333a. Seiler 221a; westerwäld. neime, nöime Schmidt 124. 44) wie bei jemand ist schon früh ober- und mitteldeutsch ein epithetisches t oder d angetreten, mhd. niemant (dat. niemande oder flexionslos): die selben kieser suln auch niemande kein gelt besehen. polizeigesetzbuch bischofs Otto von Würzburg (vom j. 1342) artik. 53; er weicht niemant. Megenberg 119, 34; si schilt sich mit niemant. 226, 7; ndrhein. nêmant Karlmeinet 53, 43. 54, 16, aber auch schwäb. Baumann quellen 1, 292; mnd. nemant, nement, numment; altfries. nement, nimment. — verkürzte formen: niement städtechron. 4, 263, 4 (vom j. 1425), niemend weisth. 1, 53 (vom j. 1461, Zürich); durch ausfall des n entsteht niemat städtechron. 2, 337, 8. Baumann quellen 1, 199, niemet 1, 18. 32 u. o., niemt Otachers reimchron. cap. 124. Hayneccius H. Pfriem 273 neudruck, niemd Megenberg 135, 28. 300, 33. Wolkenstein 5, 5, 2. Rebhun Susanna 1, 2, niempt liedersaal nr. 138, 15. 176, 190. 183, 53, niembt J. Ost liedlein (Nürnberg 1544) nr. 9. bair.-östr. niemt, niemd, neamd, niemp, neamp (dat. niempe, nempe Hintner Deferegger dial. 178); mnd. nemet, nempt; holst. nümt (Schütze 3, 156). 55) als form der nhd. schriftsprache hat sich ungekürztes niemand festgesetzt: niemant, nullus, nemo, neuter. voc. 1482 x 5b; niemand oder kein mensch, nemo Dasyp. S 7c. Stieler 1235 ('niemann wird durch bestätigten gebrauch geschrieben niemand und das letzte n in d geändert und auch also ausgesprochen'). im nominativ z. b. noch wais niemant die rechten mär. fastn. sp. 697, 16; die niemant bekennen kan. städtechron. 4, 53, 18 (15. jahrh.); niemant urteil den andern um kain ding, das er tut. Tauler (1508) 107a; und hat niemand sein grab erfahren. 5 Mos. 34, 6; niemand kan zweien herrn dienen. Matth. 6, 24; der weg bist du zum vaterlandt, zu dem uns füren kan niemandt. H. Sachs 1, 330, 11; mein keiser und sonst niemandt (weder mein kaiser noch sonst jemand). Ayrer 681, 28; wer will solche warnung lesen? niemant, warlich niemant. Scheidt Grob. 5 neudruck; dasz sich niemand mehr darüber wundert. Weise erzn. 154 neudruck; niemand kömpt von hinnen, niemand her ohn dein geheisz. S. Dach 232 Öst.; wie's aber in der welt zugeht eigentlich niemand recht versteht, und auch bis auf den heutgen tag niemand gerne verstehen mag. Göthe 47, 247; niemand passieret hier durch, bis er den pasz mir gezeigt. Schiller 11, 97; genetiv niemandes, niemands (aus niemannes, niemans): so fürcht ich niemands drô. Wolkenstein 95, 4, 18; (der hoffärtige) will, man soll sein schonen und er niemands. Keisersberg siben haupts. aa 4b; (ihr sollt) fur niemands person euch schemen. 5 Mos. 1, 17; und stehet in niemands macht, wie er wandle. Jer. 10, 23; des menschen thun steht nicht in seiner gewalt und ist in niemandes macht, wie er seinen gang richte. Lehmann floril. (1630) 32; niemands trost und ruh, weiblein, stören ich und du! Voss ged. 5, 250; der dativ ist gewöhnlich unflectiert: da ... verbot inen Jhesus, das sie niemand sagen solten, was sie gesehen hatten. Marc. 9, 9; vergeltet niemand böses mit bösem. m. 12, 17; si teten niemand kain laid. Aventin. 5, 246, 14; so wil ichs niemand sagen dann iederman. Schade sat. 3, 217, 7; geh hin! thu es niemand sagen. H. Sachs 2, 5, 32; weil er ist schwach und niemand nütz. 4, 70, 17; der hasz, der niemand was zuwendet. Rollenhagen froschm. I. 2, 16, 192; niemand kund sie es klagen. Kehrein kirchenl. 1, 195, 28; er versaget niemandt icht. Frank chron. 24a; ein kaiser sei niemandt unterthan als gott und der gerechtigkeit. Zinkgref apophth. 1, 24; ich glaube niemand. Erberg 544a; das sag du niemand. Schiller 3, 157 (Fiesko 5, 16); um niemand gelegenheit zu einiger beschwerde zu geben. Göthe 16, 29; mit niemand streit ich. 2, 60; oder flectiert nach der nominalen declination niemande (aus niemanne), aber selten: dasz man niemande recht thun könne. eselkönig 313; soll ers niemande offenbaren. Schuppius 673; leipzigerisch ich bin bei niemande gewesen. Albrecht einleitung § 132, 9, oder nach der pronominalen niemandem und niemanden (eigentlich wol dativ plur. wie keinen, vergl. kein 6, d): also wird die ausführung eines solchen rathschlusses niemanden gefährlicher vertraut, als dem. Lohenstein Arm. 1, 42b; ein höflicher schertz .. wird von niemanden getadelt. Weise erzn. 174 neudruck; dasz ich niemanden sein recht gebeugt habe. 153; und sie (kinder) wollen von niemandem brot geschnitten haben, als von mir. Göthe 16, 27; diese last konnte niemanden (niemandem 20, 78 H.) beschwerlicher sein als dem vater. 24, 131; welche sprache niemanden (niemandem 20, 80 H.) von der familie fremd war. 134; als ich .. vorher niemanden (niemandem 22, 132 H.) davon erzählt hatte. 26, 227. — der accusativ unflectiert oder niemanden (aus niemannen): niemand loben. Keisersberg sünden d. munds 31c; wan ir (der kirche) lieb schleust nymant aus. Tauler (1508) 107a; du solt niemand rhümen umb seines groszen ansehens willen. Sir. 11, 2; wir thüren niemand tödten. Jos. 18, 31; si verschonten niemand. Aventin. 5, 253, 19; gelt macht niemandt klug. Frank sprichw. nr. 235 Latend.; got betreugt niemandt. 391; du solt .. niemandt grüszen. Scheidt Grob. 1054; lasz niemand weder aus noch ein. Hayneccius H. Pfriem 534; das kirchengehn macht niemand arm. Kehrein kirchenl. 1, 5, 19; da kond ich niemand spüren. Spee trutzn. 9 B.; da man niemand fand. Wieland 11, 205; der Deutsche ... will niemand gemiszhandelt wissen. Göthe 26, 197; niemand liebst du .. und mich liebst du so heftig. 1, 365; niemand beraubts und macht doch reich. Schiller 11, 350; ich habe niemand, niemand, auf dieser groszen weiten erde niemand. 5, 1, 22 (don Carlos 1, 2); niemanden beleidigen. Steinbach 2, 20; ich habe dich gefunden und nun suche ich niemanden mehr. Lessing 2, 580; und setzt niemanden in erstaunen. Klinger 11, 46; liebenswürdig hatte sie noch niemanden gefunden. Göthe 17, 325; ich fand niemanden zu hause. 24, 80; man sah niemanden rennen, niemanden laufen. Gotthelf erz. 3, 199. 66) niemand mit folgendem genetiv pluralis: mhd. ich habe niemen mâge in Niblunge lant. Nib. 1025, 3; nhd. niemand der Helmstädter academieverwandten hatte denselben gesehen. Göthe 31, 232. besonders gerne steht aber in der alten sprache bei niemand (wie bei jemand) ein adjectivischer genetiv pluralis oder singularis (gramm. 4, 456. 739): ahd. nieman guotero. Notker ps. 80, 8; nieman anderro. 21, 12; mhd. nieman, niemen guoter. Walther 18, 33. Wigal. 180, 16; ander niemen. Nibel. 437, 6. 1084, 4; niemen anders. Iwein 3223. 6237, welche genetivische fügung noch nhd. erhalten ist in verbindungen wie niemand guter, niemand fremder, niemand fremdes, niemand anders u. s. w. (niemand schwacher Steinhöwel Es. 71a, niemand fremdes Schuppius 358, niemand anders J. v. Braunschweig 280), nur dasz man guter, fremder, fremdes, anders später als nominativ auffaszte und ihn, wenigstens in der umgangssprache, mit niemand in abhängigkeit des verbs setzte: niemand fremdem trauen, niemand bekanntem begegnen, niemand anderem es gönnen, niemand anderen sehen u. dgl. wie bei jemand 5. 77) analog dem jemands (42, 2303) erscheint seit dem 14. jh. nieman und niemant mit epithetischem s in scheinbar genetivischer form niemans, niemants, md. nîmans, nîmants, nîmandes (Weinh. mhd. gramm.2 § 493), die bis ins 18. jh. häufig gebraucht worden ist und sich noch in ober-, mittel- und niederdeutschen mundarten erhalten hat: mhd. es mag niemans dem tode entrinnen. Germania 3, 413, 11, md. nimannts Alsf. pass. 128 u. o., nimmandes 495. 1033, nhd. niemans als nominativ: niemans wil unrecht gethan haben. Keisersberg sünden d. munds 12c; niemans wil underworffen sein. 14c; es dorfft niemans nichtz geben. Pauli 38 Öst.; niemans was, der in kennen kund. S. Brant 108, 98; das dunkt mich sin ein wiser her, der sin sach weisz, sunst niemans mehr. 39, 14; den tod im niemandts wünschen sol. Gengenbach die zehn alter 741; das niemans weisz, wer nötig ist. Murner narrenbeschw. 56, 81; da in niemansz haben wil. Eulensp. 76; da was niemans, der. 77; gewöhnlich niemants (niemandts, niemanz), niemands: niemants, kein mann, kein weib, nemo Frisius 863b; niemands über all, nemo omnium Aler 1474a; das niemants wider euch thun sol. fastn. sp. 665, 7; darmit sei niemanz ungeschlacht. 390, 28; wann niemanz des menschen prechen kan erfarn. 697, 12; und ist auf unser seiten niemancz gefangen. städtechron. 10, 272, 13; das niemands weis, wo er blieben sei. Luther 4, 43a; ist im ... niemands angehangen. 47b; und war niemands, der ihn ernähren wollte. tischr. 1, 55; es kanns niemans bedenken. 2, 103 u. o.; fraget aber niemands nach im, dienet im niemands. Aventin. 5, 189, 4; niemants hat fur armuot sigel und brief. Schade sat. 3, 198, 31 (vom j. 1524); niemands dann ich selber. Aimon bog. X; so dir gar niemands weichen wolt. Scheidt Grob. 2631; beweg die niemands nach seim sinn. Murner Än. P 3a; niemants soll sich betrieben. Eulensp. 49; und ist niemants bei mir dann du alleinig. Wickram rollw. 79, 28 K.; in der kilchen dorfft niemantz schriben. Th. Platter 46 B.; hat sich seins lebens niemands daheim vertröst. Zimm. chron. 1, 201, 34; und wolte schier niemands mehr gehorsam sein. Wurstisen 125; dem soll niemands kein newes jahr wünschen. Fischart groszm. 121; es ist jo niemands umb und umb. Hayneccius H. Pfriem 656; darumb soll niemandts uber gott murren. buch d. liebe 300a; niemandts gieng mit ir. 309a; ich betracht, dasz niemands sonder freundt und feind .. lebet. Galmy 115; niemands war, der ihn glauben wolt. Kehrein kirchenl. 1, 107, 32; dran sich niemands gnug frewen mag. 416, 14; doch niemands hab vernommen. Spee trutzn. 9 B.; wolte niemandsz mehr in die metten. Bürster 109; dasz niemandsz mehr darin köndte wohnen. 220; mir niemands glauben gibt. Schuppius 745; man ist gutt freundt, so lang es nicht an dasz deine undt meine geht; kompts aber daran, will niemandts verliehren. Elis. Charl. (1877) 171. — als dativ, niemans: er thet niemans nit we. Pauli 37 Öst.; dann niemans ist zu truowen wol. S. Brant 33, 63; ein träger mensch ist niemans nutz. 97, 9; sag du niemans wer er ist, so seit dir niemans, wer du bist. Murner narrenbeschw. 68, 35; der kans von niemans sichrer hören. 68, 64; niemands: da darff man es niemants weren. Keisersberg sünden des munds 20d; es schadt aber niemants. 56a; und rucks niemants auf. Schade sat. 3, 199, 13 (vom jahre 1524); ich wil niemants glauben. 207, 8; niemants was er kundtbar. Aimon bog. F 4; der vertrawet niemandts. Frank sprichw. nr. 280 Latend.; mach dich niemandts zu gemein. Scheidt Grob. 1059; das brocket man niemands ein. Hayneccius H. Pfriem 778; niemants zuo unterweisung noch leer, auch gar niemandts zuo schmach. Wickram rollw. 3, 19 Kurz; dasz niemandts .. solches durch euch kundt gethan werde. Amadis 140 K.; gegen niemandts .. hasz brauchen. buch d. liebe 300b; das sy von niemantz kain hilf haben möchten. Baumann quellen 1, 385; der niemants folgen wolte. Bürster 250; rede niemands übel. Zinkgref apophth. 1, 88; die porten soll offen stehen niemands. Schuppius 752. — als accusativ, niemans: niemans betriegen. Keisersberg sünden des munds 22b; ein früntlicher nar, der niemans betrübet. Pauli 39 Öst.; wir aber wollen nimans durch ehliche kindergeburt zum leben fördern. Fischart ehzuchtb. 483; niemands: wir haben niemanz, der mit uns redt. fastn. sp. 769, 25; der da maint, ich künn doch gar niemants effen. 1012, 6; man schlaift in ausz und wolt in niemantz nachtragen lassen. städtechron. 10, 167, 8 (15. jh.); lasz dich niemants darab weisen. Keisersberg pred. 27c; meinet auch niemants damit zu bescheiszen. Keisersberg sünden des munds 56a; der do duot niemandts schonen. Gengenbach eidgnosz 207; so wissen wir in der stat niemants. Schade sat. 217, 17 (1524); si forchten gar niemands. Aventin. 5, 261, 12; gewisz trieget niemands, ungewisz aber betreuget wol alle welt. Agricola sprichw. nr. 82; lasz mir aber sunst niemantz drüber. Th. Platter 43 B.; niemants förchten. Maaler 306c; niemandts zuo schedigen. Wurstisen 190; er nennet niemants mit namen. Baumann quellen 1, 370; sich an niemants zuo ergeben. 410; ich noch niemands sehe. Amadis 146 K.; also dasz er niemandts hett, der. Frey garteng. 63; dasz ich niemands mehr beschwer. Kehrein kirchenl. 1, 396, 56; sie können niemandts bescheiden. 614, 8; ich habe leider niemandts mehr von den meinigen übrig alsz euch. Elis. Charl. (1877) 169. schles. niemands Weinh. 65a. 88) niemands (niemans) wird ähnlich wie niemand (nieman) durch tonlosigkeit des man verkürzt zu: niemats, niematz, niemetz. Baumann quellen 1, 7. 11. 16. 45. 402. 409 u. o.; nematz, nemetz 55. 619. 620; niembts notizblatt, beilage zum archiv für kunde der österr. geschichtsquellen 8, 356 (vom j. 1528); niemts Hayneccius H. Pfriem 922; nürnb. nemmeds Schm.2 1, 1604; österr. neamst Tschischka 269; tirol. niemets, neameds, niembts Schöpf 468; siebenb. nemest, nömest Fromm. 4, 280. 408. 5, 36; schwäb. niemez Schmid 407; basl. niemz Seiler 221a; henneb. nimmst Reinwald 1, 109; plattd. nimz Frommann 3, 422, 20. — saterl. nemens (Richthofen 942a); alem. elsäsz. niemes, niems Hebel (1843) 1, 39. 112. 134. 149. 157 u. o. Stalder 2, 237. Seiler 221a. Weinh. al. gramm. § 410; westerw. nöimes, neimes Schmidt 124; hannöv. nemmes, brem. nums brem. wb. 3, 251; märk. nümmes Fromm. 4, 270. 5, 138; hamb. holst. nüms Richey 175. Schütze 3, 156; altmärk. niemsch (Danneil 147a), das aber gleich dem schles. niemensch (Weinhold 65a) aus ahd. niemennisco entstanden sein könnte. 99) die schwäb.-alem. formen niemer, nemer, nimert, nemert (Schmid 407. Stalder 2, 237. Tobler 333a. Seiler 221a) sind wol masculinbildungen zu dem als neutrum aufgefaszten niemes, niemez; dativ niemere Gotthelf erz. 1, 333, niemerem Stalder, niemertem Wander sprichw. 3, 1028. 1010) niemand nicht, s. nicht VI, 1 und fastn. sp. 535, 3. Lessing 1, 13; niemand nichts, s. nichts 9, a und Murner Eulensp. 10. Hayneccius H. Pfriem 535. 1111) der niemand, der niemands als masculines subst. gefaszt und personificiert (vgl. nimmer, nimmerlein): mhd. her Nieman minnesinger 2, 384a; ein gedicht von Niemand. Hagen ges. abent. nr. 62 mit dem schlusse: daʒ richet got: sô Nieman spricht; ich heisz Nieman, anders ich dir nit gesagen kan. meister Altschwert 78, 30; nhd. etliche (schweine) frasz der wolf, etlich wurden gestolen, etliche trug sonst der niemand weg. Kirchhof wendunm. 174b; und hats der niemands gethon. Zimm. chr. 3, 236, 13; all berg werden von herr Niemand umbgestoszen werden. Fischart groszm. 110; sein name aber seie Niemand. Philander (1650) 1, 261; und sein namen heist der Niemand. Wackernagel Fischart 194, vgl. 101; ich bin der Niemand. Colerus 1, 127; der teutsche Hans Niemand. Hazards lebensg. 11 (s. die stelle bei küchenkrieg th. 5, 2504); denn da zerbricht der Niemand alle krüg (keiner will sie zerbrochen haben). Schuppius 155; der Niemand thut mir in meiner haushaltung mehr schaden, als mancher soldat seinem bauren, bei dem er in quartier ligt. 337; der liebe Niemand allein kan es allen leuten recht machen. Felsenb. 1 vorr.; sprichw. der liebe Niemand ist an allem schuld. Simrock 407; Niemand ist mein name (Οὖτις ἔμοιγ' ὄνομα), denn Niemand nennen mich alle. Voss Od. (1781) 9, 366. 1212) niemand statt jemand (vergl. nie IV): es stecket mehr mannheit hinder euch, denn niemandt vermeinet. Amadis 203 Kurz; ich kan mich hütten, dasz ich niemand beleidige. pers. rosenth. 1, 7; weil er in dieser kunst mehr kenntnisse hatte als niemand anders zu unsern zeiten. Göthe 35, 387.
17676 Zeichen · 556 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Niemand

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Niemand , Genit. niemands, Dat. und Accus. niemand und niemanden, ein persönliches Fürwort, welches nur im Singular übli…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    niemand

    Goethe-Wörterbuch

    niemand auch Großschr; Dat u Akk meist unflektiert, daneben öfter ‘niemanden’ für beide Kasus, Dat gelegentl ‘niemandem’…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Niemand

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Niemand , der heilige (»Legende vom heiligen N.«, Historia Neminis , Lied von »John Nobody« etc.), eine seit dem 12. Jah…

  4. modern
    Dialekt
    niemand

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    niemand Indefinitpron.: wie schd., nimmand, seltener niemand [verbr., auch Auslandspfälzer, Christmann Kaulb 27 Mang 137…

  5. Sprichwörter
    Niemand

    Wander (Sprichwörter)

    Niemand 1. Der Meister Niemand kommt überall ins Spiel. – Parömiakon, 1166. 2. Der niemand hat alles gethan. – Gruter, I…

  6. Spezial
    niemand

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    nie|mand pron. indef. degügn. ▬ niemand em etw. gönnen ne ti consintí nia a degügn ; niemand en etw. angehen ne ti injí …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit niemand

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von niemand 2 Komponenten

nie+mand

niemand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

niemand‑ als Erstglied (4 von 4)

niemandnütze

DWB

niemand·nuetze

niemandnütze , adj. wie keinnütze: ob er gleich käm int schergenstuben zun andern niemandt-nützen buben, H. Sachs 14, 121, 34 ; die pfaffen …

Niemandsfründ

Idiotikon

Niemandsfründ Band 1, Spalte 1304 Niemandsfründ 1,1304

Niemandsgesell

Wander

niemands·gesell

Niemandsgesell Der niemandsgsel komm auch nit vber dein gschwel. – Franck, II, 179 b ; Gruter, III, 18; Lehmann, II, 81, 110.