lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

sitzen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
23 in 19 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
125
Verweise raus
84

Eintrag · Rheinisches Wb.

sitzen

Bd. 8, Sp. 169
sitzen das Wort ist allg. (doch steht Rhfrk mehr für die rein sinnl. Bed. hucken, das sonst in andern Geb. »lange, träge s.« bedeutet), u. zwar Rhfrk sitsə, Prät. selten sas, Part. gəsęss [Wend-Baumholder -sas]; Mosfrk zetsə(n), –ø-, Prät. z:s [Bitb, SPrüm -ū:-], Conj. -E:- [-ī:-], Part. gəzęs; Siegld sętsə, Prät. ss, Conj. -E-, –-, Part. gəsęss; Rip zetsə, Prät. z:s, Conj. -:- u. jünger auch -E:- [NLRip -ī:-], Part. jəsEsə [uSieg, LRip auch -ęzs-, –ęis-], n. der Benr.-L. zetə, Prät. Berg zt, –:-, –ō:-; Conj. --, –:-, –:-; SNfrk -·ə.- u. -ū·ə.-; Conj. -·ə.-, –ȳ·ə.-, Klevld --, –ā-, –a-; Conj. --, –E-; Part. Berg jəzEtən [Gummb -ęt-; Wermelsk -Es-; Sol auch -zātən]; SNfrk -Eə-, –ēə-; Klevld -Et-, -t- st.: 1. intrans. a. mit »haben« einen Platz einnehmen. α. mit lebendem Subj. — Absol.; he kom in de Kök (Küche) un mot (musste) s., sich setzen; sett noch wat; wellste net noch w. s.; gangk (dohin) s. häufig statt sett dech (setze dich)! Nfrk, Rip; die Dauer einer Tätigkeit wird ausgedrückt: s. te wachte (warten), — te kike (schauen); he satt in sine Sessel hen- en herteratse (rutschen) wobei an ein wirkliches Sitzen gedacht wird (leggen te wachten immer warten, wobei an ein wirliches Liegen nicht gedacht wird, nur zum Ausdruck, dass die Tätigkeit für den Handelnden oder einen andern lästig ist) Klevld, Kemp, Heinsb, Aach-Stdt; statt dessen auch he sett on kickt (wie ennen Ap en de posteleiere Kas [porzellanen Schrank]); setzches schleife in der Hocke Eisbahn schlagen Simm-Külz; setzches Altk-Herdrf; [] et Hohn (der Vugel) well s. brüten, — setz (op de Eier); et H. s. losse Rip, Nfrk; das Schwein setz wenn es nicht mehr aufsteht (eine Krankheit) Dür-Golzh. RA.: De setz wie e Krommpholz in schiefer Haltung Neuss-Zons. Deə ös te ful (träge), dat heə sett Kemp-Dülken. Te iərscht et Schwetten (Schwitzen), dann et S. Mettm. Jung Lädd (Leute) sprange (springen) ger, al L. s. g. Bitb-Mettend. Ech sett, sät de Kott (Katze), du sot se en (op) et Speck Geld, Mörs, — du satt se sech op ene Speckkok (-kuchen) Kemp. Wer wahl sett, mott nit rötschen Sol. Nu stonn ech on setz do! sagt der, der sich nicht mehr zu helfen weiss Grevbr-Aldenhv. Mer hät esu vell vam S. wie auch vam Stohn! sagt der, der vorher lange genug gestanden hatte u. sich nun setzt Sieg-ODollend. Schlecht gesessen os besser wie got gestangen (gestanden) Waldbr-Bladersb. Emmer gesesse on necks vergesse! ruft man dem Faulpelz in der Schule zu Dür-Merken. Lopende Beddeler on settende Kremmer verdenen et meste Geld Kemp-Breyell. En flegende Kroh (Krähe) fend lei on lo, en setzend Kr. kregt den Hennere blo Daun (s. weiter bei Krähe). Ene fliegenden Ärss (Arsch) kregt iet (etwas) on ene settende kr. niet Mörs-Xanten. — He bleff esu stif s. wie e Stöck Holz Rip, Allg., — en Klutsch (Glucke) op et Nes Heinsb S. bliwe nachsitzen in der Schule zur Strafe, nicht in die höhere Klasse versetzt werden, nicht geheiratet werden, von Mädchen Rip, Allg. RA.: Se bliəf met verscheə (verschiedenen) Fättsches (Fässchen) Ber s. konnte die Töchter nicht an den Mann bringen Heinsb. S.bleiwer, Kaulenschösser! rufen die Kinder denen nach, die in der Schule nachsitzen mussten Bernk-Wintrich, —, Eselschreiwer! Altk-Horhsn; I-Schreiwer, S.! Saarbg-Nittel; s. blive, Müs-cher (Mäuse) fange! Schleid-Hellenth. E S.blebche ein Klebpflaster, wer lange im Wirtshaus aushält Siegld. — Enen s. losse im Stiche lassen; bes. en Mädche s. l. trotz der Folgen des Verhältnisses mit ihm schnöde im Stich l. Rip, Allg. RA.: Wer sich juckt, dem ruft man zu: loss se (de Flüh, de Lüs) s.; ech bezahle, wat se fresse Rip; l. se weil noch s., moar (morgen) sein se decker! Bitb. — Räuheg (ruhig), stell, sech möd (müde) s. Rip, Allg. RA.: Stells. en necks verkope, dor kann de Schorrsten nich van roke Klevld. Wie hohch sett, kann ok diep falle Klev, — k. vill kike (schauen) Jül. De got sitz, rötsch nit lech (leicht) Köln-Stdt. Der et letz köt, setz kollig (quadlich, beschwerlich) Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Bergh, Dür, Eup. Der sett warm in guten Verhältnissen Sol, Berg, Rip. — Wie schon in manchen vorherigen Belegen ohne die sinnl. Bed. des Sitzens sich befinden: He setz as Scheffe (Schöffe); Bich s. Beichte hören Rip, Allg.; Lehns s. zur Miete wohnen Saarl, Merz, Hochw. — He setz, krig ze s.; he hät en half Johr ze s. krig, küt ze s.; moss s. (gohn), hät gesesse im Gefängnis; fos (fest) s. dass. Heinsb, SNfrk, Aach; unbeweglich s., sich nicht rühren können, in der Klemme s., nicht mehr vorankönnen Allg. RA.: De Puckel (Höcker) sett leəvenslänglich [] fas MGladb-Rheind. Wer en P. hät, der setz f. Sieg-Honnef. Der setz hinge un füre f. in der Klemme Köln, Allg. Do sett er met de gebocke Päre (Birnen) weiss sich keinen Rat Heinsb. — Bes. bei Ortsangaben fehlt oft die rein sinnl. Bed., u. die Wend. haben vielfach übertr. Bed.: Der setzt och schro (hässlich) do in einer misslichen Lage, z. B. wenn ihm die Frau gestorben ist Altk, Verbr. Do ha en Ule (Eule) gesetten! ja, das sollte dir wohl passen, aber es gibt nichts Gummb-Stdt. Mer mänt, do säss en al Frau wenn jmd. Brot im Kaffee weicht Daun-Boxbg. Heə setzt doə wie ene Kompemächer er wendet dem Licht den Rücken zu Aach, Eusk, Rheinb, Bo, SNfrk, — en dut Mus ratlos Bo-NHoltorf, — en gefrorene Spatz vor Kälte zitternd Saarl-Wadgassen, — en satt Hohn teilnahmslos MülhRh-Overath, — en hölzen Herrgöttchen dass. Sol-Leichl, — en Höppken Ealeind (Elend) verzagt Ruhr, — en Häufchen Unglöck Köln, Allg., — en dörgedreihte (-gedrehte) Mettwors Mörs-Veen, — en dörgedretene Ert (Erbse) Mörs, — allen (allein) hei wie en orme Sinder Prüm-Feuerschd, — do we om Präsentierteller alle können ihn sehen Rip, — wie e Aff, wo Strimp stoppt ratlos Meis, — en Aff, der Kardine biəlt Ottw, — ne Ap, de Bretzele friss Dür-Langerwehe, — en Katz, die en et Wasser getroəne (getreten) hat ärgerlich, müssig dreinsehend Aach-Warden, — be en Hond beim Dreck ratlos May-MüMaif, — wie en Aff (Katz) om Schleifstein krumm gebückt, ratlos, erschreckt Kobl, Allg., — en A. of em Vilezeped Ottw-Neunk, — en Ap op et Stöckske Rees, — e Krott (Katz) of er Hechel Rhfrk, — en Mösch (Spatz) op er Perdsköttel so vergnügt Gummb-Grunewald, — en Kluck op full Eier erfolglos Aach-Stdt, — e Vugel of em Reis verlassen, einsam Trier-Mehring, — en Euel (Nachtfalter) ön der Lücht so dumm Altk-Bachenbg NErb, — e Vouel om (im) Hanfsom so wohl versorgt Prüm, Allg., — so e Spatz em Gewwel Saarl-Wadgassen, — en Kappes em Fel so einsam Dür-Weisw, — e Hund in de Fleh in Gedanken verloren Simm, — en Lus tösche (zwischen) zwei Nägel beiderseitig bedroht Aach, Rip, — en Ester (Elster) t. en Koppel Kroəhnen Kemp-SPeter, — Ull (Eule) t. en Dropp Kräihen Ess, Rees; — wie wenn en Wasser en den Uhren hätt trübselig Trier, Allg., — wenn en em Herrgott et Fett berschott hätt WMosfrk, — wann e nen Dorn em Hingersch hätt unruhig Köln, Allg. Nu setts du do mem decke Kopp bist mit deinen Kenntnissen zu Ende Sol, Allg. Et es nöt iwerall en Ast, wo en Vouel setzt Sitzgelegenheit gibt es überall, Mittel zum Erfolg gibt es ü. Prüm. Wo setzt mer, wenn mer en de Schoul (Schule) gäht? Man sitzt nicht, man geht Bernk, Rhfrk. De setz emmer do heröm on drömp (träumt) Rip, Allg.; do moss mer emmer hendersetzen (achters.) damit die Arbeit vorangeht Rip, Allg. Den sett dor gut (wärm) bej er lebt in guten Verhältnissen, er ist wohlhabend Klevld, — fin derbenne Eup, — (got, wärm, deck) dren Rip, Nfrk, — dr, wie de Lus em Plack (Grind) Düss. De sett (fies, dep) bes öwer (an) de Hals (Ohren) [] dren in der Klemme Nfrk, Allg., — dren wie en Lus töschen zwei Näl Neuss-Dormag. Den Esel kommt herut en bej ow sett hej noch drin sagt der, der graue (greise) Haare hat Klevld, Nfrk, Rip. E sök (sucht) der Esel (et Perd) on setz drop er sieht das Rechte nicht ein Dür, Allg. He sett drop ist sehr zornig Kref-Bockum. He hät mech drop s. losse meine Erwartung, mein Gebot bei der Versteigerung werde er überbieten, hat mich getäuscht; er hat mich zu einer Arbeit, einer Leistung angespornt, hat aber sein Versprechen der Beihilfe nicht gehalten, er hat mich in meinem Warten enttäuscht Rip, Allg. Wei s. derför on mutten derdör bei klatschendem Regen gesagt Rees-Milling. Et hät noch se Levve kener ene Schelm henger (hinter) der Heck gesok (gesucht), of he hät self derhengergesesse Rip, SNfrk. He sett ärg dertösche (dazwischen) in der Klemme Nfrk, Rip. Hej sett met de Nös (Nase) öwerall fören an kümmert sich um alles Klev. Enēn-, (ineinander-) oiəverens. gekrümmt dasitzen SNfrk, Klevld. Sej soten open (aufeinander, so gedrängt) as die Häring in de Tonn Klev, Allg., — tesamme as de Blattlüs Ruhr. — Achter den Back (Trog) s. in guten Verhältnissen leben Mörs. A. de Bocks s. verfolgt werden Mörs. An der Botterkiərn s. das Butterfass drehen; am Desch, am Esse, Kaffedrenke s. Rip, Allg.; de hät an der Kirchendör (-türe) gesesse hat früher gebettelt Köln-Stdt. De setz am Desch wie en Sau am Trog so flegelhaft, unmanierlich Rip. Op dem (fule) Arsch s. faulenzen Rip. De (Geizhals) setz mem Hingersch om Kapital Köln. Blos mer op et Häuf (Haupt), om Hingersch muss ich s.! abschl. Antw. Köln-Stdt. Op den Bock (Kutschbock) s. die Leitung in irgendeiner Sache haben Gummb. Der hät om Fass gesesse hat O-Beine Waldbr-Morsb. Der Leichtgläubige glöff, ose Herregott süət op ene Prummebom on üət (ässe) Kiərsche SNfrk. Gohn op den Dume s., do üs noch keinen heronnergefallen! Ruhr. Wu en o (alte) Jomfer wonnt, da sitt der Düvel open Dak Eup. Er sitzt uf em Gaul (Perd) un siehr en (et) nit Rhfrk, Allg., — on sök (sucht) et Rip, Nfrk. Ich setz op de gruəsse Si (Seite) in der ersten Abteilung der Schule Aach, Allg.; ich hon of em Kopp (vorn am Tisch) gesess Rhfrk, Mosfrk. Op Kammere s. in einer Mietkaserne wohnen. Ich möt (möchte), du süəts op den Berg (Blocksberg) SNfrk, Allg. Der setzt (wie) of Deschtele on of Dore in einer peinlichen, unangenehmen Lage, in Bedrängnis Rhfrk, — (wie) op Nolde (Nadeln) Aach, Allg., — (wie) op hēsse Kolle Rip, Allg., — (wie) op Für Eup-Raeren. He sett op et Stöckske ist sehr gereizt Kemp, — ach (auch) gleich uf dem Esel Nahe. Op er Heck s. eine unsichere Lebensstellung haben Prüm, Schleid; op der Äisch (Asche) s. Leid tragen Schleid-Hellenth; om Emmer (Pott) s. hilflos sein; om Drüge s. nichts mehr haben Rip, Allg. Dem moss mer om Kiddel (op de Niere, om Hals, om Nacke) s. ihn antreiben Sieg, Rip. Wat es enne hilze Pott on e fleschige Deckel? Wennste om Abtrett setz Jül-Hasselsw. Gej mott niet ömmer bej Moders Muspott [] s.! auch einmal das Vaterhaus verlassen Klevld. Dat ös enne Sett-bej-et-Für (Sitz bei dem Feuer) ein verfrorener, träger Mensch Mörs-Alpen; der Sitebi'tfür Kalender Ess. He setz henger (hinter ) de Trallje, de isere Gardenge usf. im Gefängnis; h. em Bier (-glas) em Wirtshus s. Rip, Allg. De setz üvverall h. der Heck ihm ist nicht zu trauen Schleid-Dollend (s. weiter bei Hecke). He setz en de Böcher liest viele Bücher Rip, — em Kircherot, Stadtrot Rip, Allg. De sitz we en em Nutstall eingezwängt Köln-Stdt, — en er Mausfal Trier, — Botter en de Sonn Lennep-Ronsd. Beim Uskerre fingk (findet) et sich, wer en der Stuff gesessen hät Köln-Stdt. We möt der Fott (Gesäss) em Füər soət, wet (weiss), wie et deht MGladb-Rheind. Ech sett joə gene Buər en't Fenster! niemand im Wege, gesagt, wenn man aufgefordert wird, sich einen andern Platz zu suchen Kemp, Klevld. He (der Taugenichts) hät der Düvel em Tornister geseəte SNfrk. He sitt e gen Herberg (Wirtshaus) en an hönnes (in ihrem Hause) lit et Bruətmetz allein Eup. De setz fas em Saddel in gesicherter Stellung Rip, Allg. De sett sech em Leit (Licht) wie ne Klompenmäker Düss-Unterb, Nfrk. De setz (fies, schün, schwer, bes üvver de Uhre) em Dreck, en der Tint, em Dalles, em Drock, en der Klemm, en der Knip. en der Patsch, en der Pin, en der Questen, en der Angst, Sorg usf. (s. d. W.) in Verlegenheit Allg., — en der Drau im Drang der Arbeit Gummb, — en der Woll, em Vollen hat Überfluss, ist reich, — em Glöck Rip, Allg., — in et Fett es geht ihm gut Dinsl, — in en schlech Fell ist nicht gesund Mörs, — em Kaste (Loch) im Gefängnis, — em Düstere Rip, Allg. Kinder müsse nit met al Lück (Leuten) en ener Reih s. Köln-Stdt. De setz em klene Fiebel, grusse F., klene (decke) Lesboch von den vier Hauptklassen der Volksschule MülhRh. Der sitt in den Äppeln (udgl.) (hat viel Obst) wie der Lorenz in den Eiern (Zeit der Eier) Wippf-Bechen. Övver Hert (Herz) s. gekrümmt da s. Eup. En Sett-för-et-Füər faules Weib, das nicht vom Ofen wegkommt Geilk-Brachelen. De setzt zweschen Dir on Angel in Bedrängnis Ottw, — zwei Stöhl Köln, Allg. He sett huahch te (zu ) Perd ist stolz Elbf, Allg. Wennt es te Hüs on te Hunder (Hühnern) sett ein eigenes Heim habt Klev. — β. mit sachl. Subj. αα. he hät gein sittende Fott (Gesäss) kein Sitzfleisch, ist unruhig Selfk, — g. settende Kont Rees. — Do sett der Knodd (Knoten) ein Hindernis Sol. Der Nal (Nagel) setz fas ist fest, unbewegl. eingeschlagen; dat Schaff s. esu f. wie en N. em Brett; de Weng (Winde, Blähungen) s. f. Rip, Allg. Do süht me, wo (et) Geld setz; et G. setz em (arg) los er gibt es leicht aus Rip, Allg., — los as dem Ossen (Ochs) de Melke scherzh. er gibt es nicht gern her Gummb-Wiehl. A.: De hot doch ach (auch) Geld! B.: Jo, do setzt et un hot Hitcher (Hüte) uf! wie ein Pilz, es verschimmelt, es bleibt wegen Geizes zu lange liegen Rhfrk. Der Deg (et Brut) es s. gebliewen nicht aufgegangen Mosfrk; wenn der Deg (et Br.) en Zeitlang gesess hat (in der Backmulde), [] get et ömgesetzt (geknetet) Kobl-Moselweiss. Die Uhrwatsch (Ohrfeige) hät gesesse! richtig getroffen; die Häu (Hiebe) han g.; die setz; der Schoss hät richtig em Blatt gesesse Rip, Allg. Den nöhmp alles, on wenn Blut dran sett Mörs-Neuk. In de Jung, dor sett Lewen drin; in de Kerl s. Muck dr. Mörs. Allg. De hät de Mull ock op de rechtege Platz s., de Kopp op de r. Fleck s. Klev, Allg. Dat Leid (de Sorg) u. dat (für sich) bliff enne nit in de Kleier (Kleider) s., marr wäll in de Knök (Knochen) Mörs, Allg.; die Ermahnung, die Erinnerung an Widriges sall üm noch lang im Koppe s. Ruhr, Allg. Der Gang setzt ist an einer Stelle zu Bruch gegangen; der Schoss es s. gebliwwen die Sprengladung ist nicht zur Explosion gekommen, in der Bergmspr. Siegld, Altk. — De Rock (u. a. Kleidungsstücke) sett (öm) got (net got, schleit), wie agegosse, geleck, e Pöppke passt MGladb, Allg.; der Hout (Hut) setzt (em) wie e Fengerhout of er Kollrab Birkf-Idar. — ββ. unpersönl. He well dat (die Beleidigung, Verleumdung, Missachtung) net op sek s. loten wie nhd. Elbf, Allg.; wat ech ens gelese han, dat setz (behalte ich) Rip, Allg. — Wo sett et dann; sett et diep? fragt man den, der über schlechte Gesundheit klagt Gummb, Allg. Su het et geseten! bei einer schlagenden Antwort, bei einer Ohrfeige Ruhr, Allg.; soa het et g., seit et ault Wif, as de Koffepott kaput gegangen woar NBerg. Deə hat et am (an et) S. er lebt in günstigen Vermögensverhältnissen Dür-Langerwehe, Aach, Geilk. Et sett net dran sagt der Kaufmann, wenn man etwas vom Preise abziehen will MGladb, Erk. He hät et neit diep s. hat nicht viel los, ist oberflächlich Kref. Et sett mej (min) so quälek es ist mir übel Geld, Klev; et net got s. habbe Kemp, Geld. De hät et fusdeck henger (achter) de Uhre s. ist ein Schalk, ein Hinterlistiger Rip, Allg. — Der het et (jet) s. ist vermögend May; do setz wat dehenger Duisb; do sett och noch jet henger Geilk-Süggerath. — Marr alles blau s. loəte still ruhen lassen Geld-Leutherheide. Do mosste (alles) herutholle, wat mar dren sett gehörig ausnutzen MGladb, Allg. — Dor sett necks drin keine Tüchtigkeit; wor necks dr. sett, kömmp ock n. herut Tüchtigkeit macht sich bemerkbar Klevld, Allg. — Gleich has de ain s.! eine Ohrfeige Kobl, Allg. Der hät (er) ene (Klenen) s. ist leicht bezecht, — ene goden (decken, gehüregen) s. ist tüchtig bezecht Rip, Allg., — enen in de Kron s. Ruhr, Verbr., — öm s. Heinsb, Kemp, Klevld, — se s. Jül, Aach, MGladb; den hat an en Eng (Ende) engen s. Malm-Amel, — äne s. wie e Berg Ottw-Landsw. Ich han äne zwerg s. eine Blähung Kobl-Bendrf, Allg. — γγ. mit Vertauschung des sachl. mit persönl. Subj.; de Pohl (Pfuhl) setz voll Krade (Kröten), der Kopp setz em v. Lüs; et Temmer setz ganz v. Lögg (Leute) usf. Rip, Allg. He sett so voll Komplementen as en Kohstall vull Köttels Dinsl, — wie ene Esel voll Fürz Rip. V. Lüs s. viele Läuse haben, drückende Schulden h. Rip, Allg. Me mott niet te gau (schnell) met et Metz (Messer) in't Ferke s. nicht zu hastig sein Geld. — b. mit »sein«; wo sit ühr gesesse? in welcher [] Gegend seid ihr ansässig Rip, Allg.; schleət g. schl. geisse in schlechter, nicht passender Nachbarschaft g., schlecht gegessen Aach-Stdt; wann mer alt es sessen, w. mer och dann noch essen das genügt schon Waldbr-Bladersb. Seid gesete! nehmt Platz Eup, Aach; sein se gesess! Simm-Schlierschd. Wieren al reich, w. al gleich; w. al un (an) em Dösch geseassen, we brächt en dat Eassen! Trier-Schleidw. — Gesesse sin ansässig, sesshaft, wohlhabend sein; gesesse Lück (Leute) ansässige, wohlhabende Leute; ene g. Mann Sol, Rip, Eup; gout g. wohlhabend Eup. RA.: He es en gesetenen Börger, he kann sech en Hippe (Ziege) haulen (halten) scherzh. Wortsp. zwischen »sesshaft« u. »im Gefängnis sitzen« Sol, NBerg. De küt en e gesesse Stöhlche (Stuhl) in gute Verhältnisse Köln-Stdt. — 2. trans. mit »haben«, in Wend., wie en Loch en de Botz (Hose) s.; sech den Arsch wond s.; der hät noch komm (kaum) ene Stohl warm gesesse er ist nur sehr kurze Zeit geblieben (u. ä.) Rip, Allg. — Abl.: die Sitzerei, dat Gesitz.
17767 Zeichen · 390 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sitzenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    sitzen stn. ir sitzen dûht in gar ze lanc Parz. 641,13. fragm. 24. b. waʒ wolde si mîns sitzens hie frauend. 343,31. daʒ…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sitzen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Sitzen , verb. regul. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert; Imperf. ich saß, Conj. säße; Mittelw. gesessen; Impe…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    sitzen

    Goethe-Wörterbuch

    sitzen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    sitzen

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB sitze n [sìtsə, setsə O. U. W.; Part. ksasə fast allg., ksæsə Str. ] 1. sitzen. Rda. Do sitzt e r, wie …

  5. Sprichwörter
    Sitzen

    Wander (Sprichwörter)

    Sitzen 1. Besser sitzen bei einem der leugt, als bei einem der schweigt. – Petri, II, 39. 2. Besser sitzen bleiben, als …

  6. Spezial
    sitzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    sit|zen (saß, gesessen) vb.intr. 1 (sich in sitzender Stellung befinden) ester senté 2 (sitzen bleiben) sté senté 3 (sei…

Verweisungsnetz

168 Knoten, 179 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 13 Hub 2 Wurzel 3 Kompositum 142 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sitzen

143 Bildungen · 13 Erstglied · 124 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von sitzen 2 Komponenten

sit+zen

sitzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sitzen‑ als Erstglied (13 von 13)

sitzende

Lexer

sitz·ende

sitzende part. adj. sitzend. diu sitzende stat, podex Weltchr. 164 b , vgl. sitzestat. sitzene suln sie urteil finden Ssp. 3. 69,2. der sitz…

Sitzenglindens

PfWB

Sitzen-glindens n. : = PfWB Sitzchens , Sitzeglinnes [ LA-Gommh ]; zum Grundw. s. PfWB glinden .

sitzenlassen

PfWB

sitzen·lassen

sitzen-lassen st. : ' einen Partner (bes. Geliebte, Braut, Ehegatten) verlassen ', sitzelosse [verbr.], -lolle [ KU-Bedb ]; vgl. PfWB hocken…

Sitzenloch

PfWB

sitzen·loch

Sitzen-loch n. : ' Gefängnis ', Sitzeloch [ PS-Schönau ]; Syn. s. PfWB Kittchen 1.

sitzenthum

DWB

sitzen·thum

sitzenthum , n. rangordnung bei der sitzung: item darnach machten sie nicht vil guts im concilium, dan dasz sie sich selben under einander s…

Sitzentum

DRW

sitzen·tum

Sitzentum, n. Vorsitz bdv.: Sitz (I) sie ... zwitrechten sich [im concilium] umb das sitzentumb 1436/37 NürnbChr. I 397 Faksimile

sitzentuom

Lexer

sitzen·tuom

sitzen-tuom stn. si zwitrechten sich umb das sitzentumb, um den vorsitz Chr. 1,395,15 ( var. sitzen).

sitzen als Zweitglied (30 von 124)

Übersitzen

Campe

Übersitzen , v. ntr . unregelm. ( s Sitzen ), mit haben. D. Übersitzen. 1. \Uumlacute;bersitzen, ich sitze über, übergesessen, überzusitzen …

Úntersitzen

Campe

Úntersitzen , v. ntr . unregelm. ( s. Sitzen ), mit haben, ich sitze unter, untergesessen, unterzusitzen , unter etwas sitzen, seinen Sitz h…

abe sitzen

MWB

abe sitzen stV. ‘(vom Pferd) absteigen, (vom Schiff) an Land gehen’ nu sî wir rehte geflozzen ze Suders gên der habe. / ich wil dir widerrât…

abesitzen

KöblerMhd

abe·sitzen

abesitzen , st. V. nhd. absitzen, absteigen, an Land gehen Hw.: vgl. mnl. afsitten, mnd. afsitten Q.: Lanc, OrtnAW (nach 1230-1250) E.: s. a…

absitzen

DWB

absit·zen

absitzen , descendere, absteigen, niedersteigen, nnl. afzitten. von dem wagen absitzen; von dem pferde absitzen ( vgl. abstehen): die reiter…

Achselsitzen

Wander

achsel·sitzen

Achselsitzen Wen Achselsitzen frey erlaubt, dem sitzt man letztlich gar auffs Haupt. – Eisenhart, I, 492.

ane sitzen

MWB

ane sitzen stV. 1 ‘ansässig, anwesend sein’ 2 ‘sich zu jmdm. setzen’ 3 ‘anfangen’ 4 Bergbau: ‘Grubenarbeit beginnen, betreiben’    1 ‘ansäss…

ansitzen

DWB

ans·itzen

ansitzen , habitare, possidere, nnl. aanzitten, angesessen sein, festsitzen, vgl. DWB ansitz , ansetz, DWB ansiedel . auch von sachen, der s…

aufsitzen

DWB

auf·sitzen

aufsitzen , insidere, nnl. opzitten. 1 1) aufrecht sitzen, im bett wachend: schien hell in meine kammer die sonne früh herauf, sasz ich in a…

aussitzen

DWB

aus·sitzen

aussitzen , in doppeltem sinne, 1 1) dem raum nach, in foro sedere: die krämer sitzen mit ihren waaren aus. sedendo distendere: die rasenban…

beieinandersitzen

DWB2

beieinander·sitzen

beieinandersitzen : ⟨1250/60⟩ an minninc- lîcher schouwe / ein ritter ind ein vrouwe / sat ummer bî ein ander dâr Berthold v. Holle Crane 22…

beisammensitzen

DWB2

beisammen·sitzen

beisammensitzen : ⟨1563⟩ die tyrannen beysam-sassen, / frölich on sorg truncken und assen Sachs 20,389 LV. 2009 der rostkranz der schrauben,…

beisitzen

DWB

beis·itzen

beisitzen , assidere: der adler, als er dis anbringen seiner underthanen mit den beisitzenden räten angehört. Kirchhof wendunm. 63 ; mit frö…

besitzen

DWB

besit·zen

besitzen , possidere, besasz, besessen; goth. bisitan ( nicht bisitjan, wie auch sitan, neben bisatjan und satjan), ahd. pisizan ( d. i. pis…

Beysitzen

Adelung

bey·sitzen

Beysitzen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Sitzen ,) mit dem Hülfsworte seyn, so aber wenig mehr gebräuchlich ist, bey oder neben etwas sit…

bî sitzen

MWB

bî sitzen stV. 1 ‘bei jmdm./ etw. sitzen, sich zu jmdm. setzen’ 2 ‘beisitzen (bei Gericht)’ 3 ‘in der Nähe, in der Nachbarschaft (von jmdm.,…

bīgesitzen

KöblerMhd

bīgesitzen , st. V. nhd. beisitzen? Q.: Trist (um 1210) E.: s. bī, ge, sitzen (1) W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 82 (bî gesitzen)

bīsitzen

KöblerMhd

bīsitzen , st. V. nhd. beisitzen, beisitzen bei Gericht, sitzen bei, leben bei Hw.: vgl. mnl. bisitten, mnd. bīsetten, bīsitten Q.: RAlex (F…

daraufsitzen

RhWB

darauf·sitzen

dar-auf-sitzen : α. eigentl. — β. übertr. Er hät net Wort gehale; nu setzen ech dr. bin in Verlegenheit; enen dr.setze losse wie nhd. Enem d…

darinsitzen

RhWB

darin·sitzen

dar-in-sitzen : RA.: He sitt drinnen as de Mus in't Mehldüppen NBerg, Ruhr. En spetze Nas, en spetz Kenn, do sett der Döwel dr. Rip, Nfrk. —…

darsitzen

DWB

dar·sitzen

darsitzen , und sasz an des stat dar und spilet Keisersb. Sünden des munds 20 a .

dasitzen

DWB

das·itzen

dasitzen , an einem ort sitzen, er wird dasitzen und weinen. dasz er wie ein narr dagesessen, ohne das geringste mögliche niederschreiben J.…

Ableitungen von sitzen (6 von 6)

besitzen

DWB

besitzen , possidere, besasz, besessen; goth. bisitan ( nicht bisitjan, wie auch sitan, neben bisatjan und satjan), ahd. pisizan ( d. i. pis…

entsitzen

DWB

entsitzen , mhd. entsitzen, nnl. ontzitten. 1 1) im eigentlichen sinn absitzen, namentlich vom pferde, absteigen, niederfallen: daʒ vur dem …

ersitzen

DWB

ersitzen , goth. ussitan, seltsam aber weder ahd. arsizan noch mhd. ersitzen, auch kein ags. âsittan. 1 1) goth. ussitan, residere, aufrecht…

gesitzen

DWB

gesitzen , verb. , verstärktes sitzen ( s. d. ), goth. gasitan, ahd. gasizzan, kisizzen, mhd. gesitzen. 1 1) sitzen: mhd. er ( Joseph ) gesa…

versitzen

DWB

versitzen , verb. , ahd. furisizzan Graff ahd. sprachschatz 6, 290 . mhd. versitzen mhd. wb. 2, 2, 336. Lexer mhd. handwb. 3, 230 . vgl. Sch…

zersitzen

DWB

zersitzen , verb. , durch vieles sitzen abnutzen: Stieler 2037 ; polster, die ... zerlegen und zersessen waren Gutzkow ritter v. geiste 3, 1…