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verderben

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
29 in 15 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

verderben st.

Bd. 2, Sp. 1142
verderben st.: 1. trans. a. etwas v., wie schd., ve(r)deʳwe (-däʳwə, -dǟʳwə, s. F.) [allg.]; die Uhr v. (durch Überdrehen) [allg.]. Am Werg kammer net veel v., weil das Werg an sich schon minderwertig ist [KU-Schmittw/O]. Nix vedorwe!, Scherz des Keglers, wenn er kein Loch geworfen hat [Krieger 41]. Syn. s. ver- pfuschen. Du veʳdeʳbscht der die Auwe (durch Lesen bei schlechtem Licht) [Kus, allg.]; de Maache (Magen) v. [LU-Altr, allg.], vgl. vergeiern, verstauchen 2 a; 's Maul v. 'den Geschmack v.' [GH-Westh]; die Zähⁿ (durch Süßigkeiten) v. [KU-Diedk, allg.]; veʳdoʳwene Aache, e veʳdoʳweneʳ Maache, veʳdoʳwene Zähⁿ [NW-Hamb, allg.]; sich (auch: äim) de Appetit v. [KU-Schmittw/O, allg.]; de gure Name v. [KB-Kriegsf, verbr.]. Er will sich's net mit'm v. 'sich nicht seinen Unwillen zuziehen' [Kaislt, verbr.]. RA.: Du duscht 's Werrer v., wenn sich jemand zu warm anzieht [PS-Hintwdth, KU-Schmittw/O]. Bei dem is Leib un Seel veʳdoʳwe [LU-Opp]. SprW.: Veel Kech veʳdeʳwe die Sopp [KU-Kaulb], ... de Brei [PS-Gersb, verbr.]. Luschdich gelebt un selich g'storwe, is'm Deiwel die Rechnung veʳdoʳwe [LU-Opp, verbr.]; vgl. versalzen 2 a. Zu wennich un zuviel veʳdeʳbt jedes Spiel [KU-Diedk, verbr., auch Don Gal Buch]. a. 1485: were es auch sach, daß ein becker iemandt sein brott verdörbt, so soll er ime seinen schaden kehren [PfWeist. I 223 (NW-Dackh)]. a. 1614: zusehen müssen, daß mein Armütlein an Hausrat undt etlichem Viehe verbrannt, verloren undt verderbt worden [Groh Wörschw 120]. — b. einen v. (auch von Tieren), sich v.; de Gaul ('s Peerd) v., durch schlechte Behandlung [verbr.]; veʳdoʳwene Kinn (Kinder) [KU-Schmittw/O, verbr.]; e veʳdoʳweneʳ Kerl, e Veʳdoʳweneʳ [NW-Kallstdt, verbr.]; sich v. 'sich ein Unwohlsein, eine Krankheit (bes. Geschlechtskrankheit) zuziehen' [KU-Kaulb Kreimb PS-Erfw verbr. SOPf (Nachlaß Heeger)]. An dere do is nix mehʳ se v., von einem verdorbenen Mädchen [KL-Kindsb, verbr.]. SprW.: Ääⁿ grindich Schoof (Schaf) vedeʳbt die ganz Herd [KL-Enkb, verbr.]. — 2. intrans. a. von Dingen; vgl. vergammeln 1 b, vergrauzen, verkommen 2, vermorschen, verriechen 2, versauen 2, verzundern. 's Haai is (durch Nässe) veʳdoʳb [KL-Weilb, allg.]. Des Flääsch do kammer nit esse, 's isch veʳdoʳwe [BZ-Dierb]. Das es e vedaʳwenes Aai 'ein faules Ei' [KU-Kaulb, verbr.]. Er hot veʳdoʳwe Blut, von einem Blutkranken [LU-Böhl, verbr.]. SprW.: Unkraut verdirbt nit [Wilde 289]. BR.: Veʳdeʳbt meiⁿ Haai (durch viel Regen im Juli), gerät meiⁿ Hawwer (dessen Wachstum durch Juliregen gefördert wird) [HB-Alth, KU-Schmittw/O]. Wann's am Gehannsdag (24. Juni) reent, vedeʳwen die Niss [FR-Bockh, verbr. Gal]. — b. vom Menschen. Er is veʳdoʳb 'hat Bankerott gemacht' [KU-Albb (ältere Gener. 1930)]. Er is gestoʳb un veʳdoʳb [KU-Schmittw/O]. a. 1675: Durch währenden diesen Temporalbestand ist diese Wittib auch verdorben und gestorben [Eyselein 102]. SprW.: Hätte mer net die Kerwe, mißte mer im Dreck verderwe, vom Großreinemachen vor der Kirbe [Schandein Bav. IV/2, 384]. Besser schnell g'storwe wie langsam veʳdoʳwe [NW-Kallstdt, verbr.]. Weitere SprW. s. allein (I 165 Z. 17), Erbe1, Federvieh. o. D.: Wer es, das ein gottshaußman 'Klosterangehöriger' verdurbe inn bidderberkeit (wohl 'in aller Ehrbarkeit, d. h. ohne eigenes Verschulden'), den soll ein apt zu Limpurg zu ime nemen vnnd ime narung gebenn sein lebtagen [PfWeist. I 300 (NW-Dürkh)]. — F.: Zumeist fə-, fəʳdäʳwə, -däÄwə; mittl. VPf (vgl. Bertram § 70) und NWPf vielerorts -dǟʳwə. Part. Perf. fədǫʳb/-dǫʳwə bzw. -dʳb/-dʳwə, vgl. K. 1 (Linie gebroch/gebroche); mancherorts NWPf Don Schowe Gal Hohenb: -daʳb. Präs. Sing.: -deʳb, -deʳbsch(t), -deʳbt; Pl. -deʳwen/-deʳwə, vgl. brauchen, sitzen u. DSA K. 7a. — Südhess. II 462; Rhein. I 1324/25; Lothr. 139; Els. II 711; Bad. II 51.
3820 Zeichen · 136 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verdërbenstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    verdërben stm. sô ist beʒʒer mîn verderben Iw. 164. dô stuont sîn gir und al sîn sin niwan ûffes lîbs verderben Parz. 53…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verdêrben

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Verdêrben , verb. irreg. & regul. welches in der erstern Gestalt auf folgende Art abgewandelt wird: ich verderbe, du ver…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verderben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    verderben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Verderben

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Verderben Band 3, Spalte 3,1586

  5. Spezial
    verderben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    ver|der|ben (verdirbt, verdarb, verdorben) I vb.tr. 1 (unbrauchbar machen) roviné (-na), dezipé (-pa) 2 (ungenießbar mac…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verderben

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verderben

ver- + derben

verderben leitet sich vom Lemma derben ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verderben 2 Komponenten

verder+ben

verderben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verderben‑ als Erstglied (8 von 8)

Verderbengehülfe

Campe

verderben·gehuelfe

○ Der Verderbengehülfe , — n, Mz. — n , ein Gehülfe zum Verderben, Andere oder etwas zu verderben. — Warum gabst du Mir die Verderbengehülfe…

verderbenschwanger

DWB

verderben·schwanger

verderbenschwanger , s. theil 12, 218: holla Franz! siehe dich vor! dahinter stekt irgend ein verderben schwangeres ungeheuer! Schiller räub…

verderbensstrahl

DWB

verderben·s·strahl

verderbensstrahl , m. plötzliches verderben ( mit einem blitzstrahl verglichen ): auch mir kann der verderbensstrahl erscheinen, der feurig …

verderbenstifter

DWB

verderben·stifter

verderbenstifter , m. : der verderbenstifter Mars durchstrich gleich Akamas .. die schlachtreihn Ilions. Bürger 163 .

Verderben (Subst.)

Wander

verderben·subst

Verderben (Subst.) Verderben (Subst.). 1. Wer eilt zu seinem verderb, der borge gelt vnd kauff ein Erb. – Henisch, 456, 36; Petri, II, 698. …

verderbenträchtig

DWB

verderben·traechtig

verderbenträchtig , adj. verderben bergend, in sich schlieszend ( vgl. verderbenschwanger): holla, Franz! sieh dich vor! dahinter steckt irg…

Verderben (Verb.)

Wander

verderben·verb

Verderben (Verb.) Verderben (Verb.). 1. Besser (zehnmal) verdorben als einmal gestorben. – Henisch, 322, 5; Petri, III, 2; Blass, 7. Aus dem…