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brauchen

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
15 in 14 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

brauchen schw.

Bd. 1, Sp. 1167
brauchen schw.: 1.a. 'benutzen, verwenden', brauche, brouche, bruche, s. F. [allg.]; vgl. gebrauchen. Dene kammer iwweraal brauche, von einem Tüchtigen [PS-Saalstdt, allg.]. Der braucht sei Maul, wer unerschrocken seine Meinung sagt, sich mit Worten zu verteidigen weiß [KU-Kaulb, verbr.]. a. 1480: vnschedlich holtz ... ihn den eigen wäldchin zu hauen vnd ... zu brauchen [PfWeist. I 446 (KL-Erlb)]. 16. Jh.: und sollen sie und die von Heiligenstein den weidgangk bruchen, als von alter herkomen ist [PfWeist. I 97 (SP-Berghs)]. a. 1590: Item es soll auch ein Jeder, der Inn dieser Statt hanthiren will, kein maß, wag, Eln oder Gewicht breuchen, Es sei ihm zuvor ... mit der Statt zeichen gebrandt [ZweibrUrkb. 164]. — b. e Weibsmensch b. 'beschlafen' [verbr.]. — c. 'mit Sympathiemitteln (Zaubersprüchen, Einreibungen, Blasen, Bestreichen) heilen'. Die kann brauche [verbr. noch um 1900, heute selten]. Sie hot dem Kind drei Dag gebraucht, weil's angewachse war; jetzt esch's wirrer g'sund [BZ-Dernb]. Brauchspruch gegen Mumps: Ohreklamm, Ohreklamm, ich brauche der met de Feierzang [KU-Kaulb]. Warze kammer vertreiwe mit Brauche. Mer sagt drei Owed hen'dran: Neimuund, was ich aⁿguck, nemm zu, was ich streich, nemm ab [Fogel Beliefs Penns Nr. 1728]. Mit Karfreidagsaier kammer gut brauche [ebd. Nr. 862]. Weitere Beispiele des Brauchens s. bei Abnehmen 1, anwachsen 3, pispern 2a, Blut 1, Bräune, Fieber, Gelbsucht, Magenfieber, Milchfrost, Mumps, Rose, Schmerz, Schußblater, Warze, Wunde, Zahnweh. Vgl. Becker Vk. 134 ff. und Fogel Beliefs Penns. — 2. = verbrauchen. Mer hänn viel Geld verdient, hänn awwer aach viel werrer gebraucht [PfRSch. vom 29. 10. 1933 (FR-Hettleidh)]. SprW.: Hat mer viel, dann brauch mer viel; auch das Gegenteil dazu: Was mer net hat, brauch mer net [Kaislt, verbr.]. — 3. 'bedürfen, nötig haben'. a. positiv. Eß, was der schmackt un hall dich gut, dann brauchschde ke Dokter [ZW-Battw]. RA.: Die braicht (bräuchte) achtzehⁿ, von einer Liederlichen [LU-Opp]. Der kinnt (könnte) en Geldschisser brauche [BZ-Dernb]. Er braucht die ganz Stroß, von einem Betrunkenen [LU-Muttstdt]. Wann de wieder was brauchscht, ich bin alle Markdag do, als höfliche Ablehnung des Dankes [LU-Neuhf]. Hitz hot er, sacht er, hätt er; Kiehling (Kühlung) braicht er, mecht er, wett er (wollte er) [SP-Harths]. Wammer die Wichsberscht braucht, es se net do [KB-Bennhs]. Es brauch äns es anner [WD-Niedkch]. Geld esch Dreck, awwer mer braucht's [BZ-Dernb]. E gut Ding brauch(t) Weil [Gal]. Der kann alles brauche, was er gelernt hat, von einem Dummen [KU-Schmittw/O]. — b. negativ. Die bergab fahrende Lokomotive faucht mit Leichtigkeit: Ich brauch dich nit, ich brauch dich nit! [LU-Opp, verbr.]. Er is krank, brauch awwer net se leie [KU-Bedb, allg.]. RA.: Wann der schloft, braucht er nix se esse [Gal-Brig Obl]. SprW.: Wer sich wääß se schicke, der braucht sich net se bicke [GH-Nd'lustdt, Kaislt]. — F.: bruxə lothr. SWPf (südl. der Linie Hus, s. K. 1); brouxə verbr. SWPf wie Hous, s. K. 1; brāuxə KU-Ulm Friedhs HB-Jägbg verbr. Nordteil der südl. VPf (vgl. Heeger Südostpf. § 1 Anm. c und Bertram 84, § 134), bei der jüngeren Gener. 1968 vielfach schon kurzes -a-; bruxə HB-Walshs; übrige Teile der Pfalz allg. brauxə. Ind. Sing. 1. braux (brux, broux, brāux), 2. -xš(d), 3. -x(d); Pl. 1.-3. -xə NPf u. WPf westl. der Linie RO-Ebbg — RO-H'stätt — KU-Schmittw/O — RO-Gundw — KL-Kindsb — PS-Horb — PS-Fehrb — PS-Salzwg — PS-Hirschth (die genannten Orte einbegriffen), verbr. Ostteil der NPf, selten VPf; sonst -xən, vgl. sitzen u. K. 7a in DSA; in Gal-Obl braiχən; Sonderfall für Pl. 2. braiχd, braiχə, braiχən mancherorts Penns, Buffington Penns Var. 224 u. PSA 51. Konj. Prät. Sing. 1. u. 3. braiχd (zu brauxə), brišd (zu bruxə), bręiχd (zu brouxə), brāiχd (zu brāuxə); 2. -χš(d); Pl. -χdə u. -χdən. Part. Perf. gəbrauxd (gəbruxd, gəbrouxd, gəbrāuxd), seltener (und dann zumeist in konjunktivischer Verwendung) gəbraiχd (gəbrišd, gəbręiχd, gəbrāiχd). — Südhess. I 1078/79; Rhein. I 926 ff.; Saarbr. 35; Lothr. 67 bruchen; Els. II 179 bruchen; Bad. I 310.
4120 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Brauchen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Brauchen , verb. reg. welches in dreyfacher Gestalt üblich ist. I. Als ein Activum zu seinen Bedürfnissen anwenden, in d…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    brauchen

    Goethe-Wörterbuch

    brauchen statt PartPrät Ersatzinfinitiv in 52,11,21 ThS IV 2 abweichende Zusammenschreibung ‘bishergebraucht’ B20,64,14 …

  3. modern
    Dialekt
    brauchen

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    brauchen Band 3, Spalte 3,123–125

  4. Sprichwörter
    Brauchen

    Wander (Sprichwörter)

    Brauchen 1. Brauch' du mich immerhin, weil (da) ich ganz der deine bin. Wer sich einem andern ganz hingab, sagte bei den…

  5. Spezial
    brauchen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    brau|chen vb.tr. 1 (benötigen, nötig haben) adoré (-ra), avëi debojëgn 2 (müssen) messëi (mëss, messü), avëi bria 3 (erf…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit brauchen

17 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 5 Ableitungen

Ableitung von brauchen

brau + -chen

brauchen leitet sich vom Lemma brau ab mit Suffix -chen.

brauchen‑ als Erstglied (1 von 1)

brauchen II

RhWB

brauchen II = wirtschaften s. brochen;

brauchen als Zweitglied (11 von 11)

abbrauchen

DWB

abbrauchen , plene uti, verbrauchen, abnützen: ein abgebrauchter rock. uneigentlich: dein stolz ist abgebraucht. Opitz 2, 427 ; abgebrauchte…

aufbrauchen

DWB

auf·brauchen

aufbrauchen , usu consumere, verbrauchen: das papier ist schon halb aufgebraucht; alles was in den tag eingreifen soll, musz ein frisches an…

ausgebrauchen

DRW

aus·gebrauchen

ausgebrauchen (Zunftrechte) zu Ende genießen des [verstorbenen Meisters] huisfrau mag das erste jar usgebruichen 1552 NrhAnn. 25 (1873) 106

gebrauchen

DWB

geb·rauchen

gebrauchen , verstärktes brauchen ( s. d. ), ahd. kiprûhan u. ähnl. Graff 3, 280 , mhd. gebrûchen; alts. gibrûkan neben brûkan nicht bezeugt…

mißbrauchen

Pfeifer_etym

miss·brauchen

brauchen Vb. ‘nötig haben’, ahd. brūhhan, brūhhen ‘genießen, nutzen, ausüben’ (8. Jh.), mhd. brūchen, asächs. brūkan, mnl. brūken ‘brauchen,…

mißgebrauchen

DRW

mißgebrauchen, v. I zu unerlaubter Zeit beischlafen allen dy irrer wyber misse gbruchin zcu heilgen geczyten vnde wen ys vorbotin ist 15. Jh…

Rechtbrauchen

DRW

recht·brauchen

Rechtbrauchen, n. Einschlagen des Rechtsweges das inen gar unlidlich sin wurde, dz recht mit inen ze bruchen habend mh. sich entschlossen, s…

verbrauchen

DWB

verb·rauchen

verbrauchen , verb. consumere, ahd. farbrûhan ( nach einer glosse des 12. jahrh.: verbruchte, supererogaverit ) Graff 3, 281 ; mhd. aus früh…

Ableitungen von brauchen (5 von 5)

entbrauchen

DWB

entbrauchen , usu deterere, vgl. verbrauchen .

gebrauchen

DWB

gebrauchen , verstärktes brauchen ( s. d. ), ahd. kiprûhan u. ähnl. Graff 3, 280 , mhd. gebrûchen; alts. gibrûkan neben brûkan nicht bezeugt…

mißbrauchen

Pfeifer_etym

brauchen Vb. ‘nötig haben’, ahd. brūhhan, brūhhen ‘genießen, nutzen, ausüben’ (8. Jh.), mhd. brūchen, asächs. brūkan, mnl. brūken ‘brauchen,…

verbrauchen

DWB

verbrauchen , verb. consumere, ahd. farbrûhan ( nach einer glosse des 12. jahrh.: verbruchte, supererogaverit ) Graff 3, 281 ; mhd. aus früh…

zerbrauchen

DWB

zerbrauchen , verb. , verbrauchen, abnutzen: wie es ( jegliches wort ) in den ... dialectis geendert, zerbrauchet ... werde Schottel haubtsp…