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nutzen

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

nutzen m.

Bd. 13, Sp. 1025
nutzen, nutz, m. utilitas. ahd. mhd. nuz (gen. nuzzes, nutzes, plur. mhd. nütze), md. noz; alts. not m., nota f., mnd. nut m., nutte, nut f., nd. nude, nutt m. (brem. wb. 3, 249); mnl. nnl. nut, ags. altn. nyt, altfries. nat. Im älteren nhd. nutz, nutzes, plur. nütze, nutz (voc. 1482 x 6a. Alberus KK 3a. Dasyp. L 1a f. Maaler 309b. Schm.2 1, 1776); Stieler, Erberg, Rädlein, Denzler setzen noch nutz an mit dem accusativ nutzen, Ludwig, Aler, Hederich und Frisch haben im nominativ nutz und nutzen. die form nutzen ist (wie galgen, garten u. s. w.) hervorgegangen aus einem schwachformigen nutze, dessen genetiv (dativ, accusativ) nutzen in den nominativ vordrang und einen neuen genetiv nutzens erzeugte: der nutze schon einmal in der krone Heinr. v. d. Türlein 19764: sî der nutze (var. nutz) gar erslagen; ferner in Dief. gloss. 463a (vom j. 1512) und in Cisners ausg. der Aventinschen chron. (1580) 120a, einmal bei Drollinger 31, und noch baslerisch Seiler 225b; davon der richtige genetiv des nutzen in Schards ausg. der Aventinschen chronik (1566) 221a. den nominativ nutzen (neben nutz) hat z. b. Kirchhof wendunm. 1, 17 (1, 9). Lehmann 558 f. u. a., den genetiv nutzens (neben nutzes) Sleidanus historien (1557) 37b. Amadis 3, 12 K. Cisner Avent. chron. 118a. 208b. Zinkgref apophth. 1, 27. Simpl. 1, 252, 29. Butschky Patm. 101 f., den dativ nutzen (neben nutze) ebenda 351, Zinkgref 1, 28. Fleming 248; den accusativ nutzen (neben nutz) Sleidanus histor. 47b. Amadis 7 K. Philander 1, 259. Logau 1, 9, 71. Lehmann 558 f. Schuppius 721. 728. Butschky Patm. 924; plur. [] die nutzen Schuppius 742. — die alte starke form nutz, nutzes ist nhd. noch erhalten in eigennutz und im dativ zu nutz, zu nutze (machen), s. 2, b, γ; auszerdem wird auch der nominativ und accusativ nutz vereinzelt noch gebraucht von Brockes, Haller, Lessing, Göthe, Voss (der auch den genetiv eigenes nuzes hat statt eigennuzes Arist. die frösche 361), Rückert u. a. auch in oberd. mundarten ist der nutz noch gebräuchlich, s. Lexer kärnt. wb. 200. Schöpf 477. Bedeutung und gebrauch. nutzen, nutz ist mit dem adj. nütze abgeleitet von nieszen (sp. 838), wie schutz von schieszen, und bedeutet etwas, das man nieszt, das man wovon zum genusz hat. 11) der einem zu gute kommende ertrag von etwas: mhd. ich gap im weiʒʒes unde wînes nuz. Milstäter genesis 52, 9; der nam (des lehens) ist grôʒ,der nuz ist aber in solher mâʒe, daʒ ich in niht begrîfen mac. Walther 27, 10; nhd. das weder dem keiser noch dem bobeste kein zins noch nutz möhte werden von Rome und von Italia. Königshofen 37, 1; und gap ime ouch sin selbes gesesse ... mit allen zehenden, nützen und zuogehörden. 632, 14; das er den tempel zu seinem jerlichen nutz brauchen wolt, wie ander heidenkirchen, und das priesterthum jerlich verleihen. 2 Macc. 11, 3; nuz der frucht. österr. weisth. 6, 52, 39 (16. jh.); wer ain neuen pflanzgarten auffengt und macht, der soll drei nucz (jahresertrag, s. jahrnutzen) und nit ferer frei sein. 1, 35, 45. 39, 23; so er zwen nuz ob der prachen genomben hat. 6, 81, 12 (vom jahre 1482); von früchten und nutzen auf dem feld. Carolina art. 167 überschrift; hastu viehe, so warte sein, und traget dirs nutz (jungvieh), so behalt sie. Sir. 7, 24; wer seines nachbarn irgehend vich einthut bei der nacht, sol keinen nutz davon nehmen (es nicht melken). landrecht von 1616 bei Schm.; wenn die kue verhext ist, so hat die hex den nutzen (die milch). Schm., aus dem bair. walde; zu hause machen sie hexensalbe und nehmen sie ihren nachbarn den nutzen (ertrag der kühe an milch und jungvieh). Birlinger volksth. 1, 307, vgl. 323; so kan der kuh auch der nuzen nicht genommen werden. anzeiger des germ. mus. 28, 332 (18. jh.); wann man den ganzen nutzen (milchertrag) haben will, so musz man dennen kühen die augenbraune, dasz sind die haare oben augen, dan an dennen ohren an spitzen (abschneiden). 334. 22) überhaupt das einem (äuszerlich oder innerlich) zu gute kommende, der vortheil, gewinn, den man aus etwas zieht, den etwas gewährt; oft verbunden mit den synonymen geniesz, niesz, frommen, frucht, vortheil, gewinn oder mit dem gegensatze schaden: dasz allein der nutz und geniesz der h. rö. kirchen die einige ... richtschnur seie. Fischart bienenk. 50b; ohne eigen niesz und nutzen. Philander (1650) 1, 259; umb nutz und genieszes willen. Schuppius 405; nutz bringen oder frumen, prodesse voc. 1482 x 6a; umb ires nutzes und fromens willen. Wickram rollw. 155, 20 Kurz; zu nutz (zu nutzen) und frommen, s. theil 41, 245 f.; der gerechtigkeit frucht wird friede sein, und der gerechtigkeit nutz wird ewige stille und sicherheit sein. Jes. 32, 17; die (gelegenheit des orts) sonderlichen inn schlachten groszen vortheil und nutz bringet. Amadis 374 K.; wer nutz und vorteil will haben, der musz mit am nachteil tragen. Lehmann 558, 11; die freundschaft lobt der gmeine man, wo er des nutz und gwin thut han. Eyering 2, 102; betrüglicher nutz und gewinn. Butschky Patm. 351 (266). — darumb schuoffen si der stat weder nutz noch êr sunder nur groszen schaden. städtechron. 4, 38, 21 (15. jahrh.); warheiten sagen, dy nit vil nutz bringen sunder schaden. Pauli 17 Öst.; das allermeist die menschen einander schaden und nutz zuofgen mügen. Schwarzenberg Cicero de off. 41b; wer den nutzen hat, trägt billich auch den schaden. Lehmann 564, 99; wil ich euch von der erneuerung und regul desz wuchers sagen, nemlich mit was weisz derselben schäden aufs beste gemeidet und dessen nutzen behalten werden. Schuppius 721; weil keinen schaden ich durch deinen nutz gewann. Rückert Bostan 131, 8. sonst ist im einzelnen hervorzuheben: 2@aa) eigener nutz (vgl. eigennutz) im gegensatze zu gemeiner nutz: herren .., die sich der regierung .. zu irm aigen nutz geprauchen. B. Zink, städtechron. 5, 298, 16; suochest dein eigenen nutz darinnen. Keisersberg nd. d. munds 31b. 34a; ir aigner nutz kum an den tag. Aventin. 4, 9, 16; [] der eigen nutz vertribt al recht. S. Brant 10, 19; oft aigner nutz, fürwitz, langkweil machen den lauff über vil meil. Schwarzenberg 132, 2; (austreiben) den verfluchten eigenen nutz. H. Sachs 3, 304, 20; alles thun und alles tichten blosz auf eignen nutzen richten. Logau 1, 9, 71; eigener nutz, heimlicher neid, junger rath all stätt und land verstöret hat. Lehmann 562, 71; gemeiner nutz der stat. Meisterlin 33, 17; wider den gemainen nutz (handeln). B. Zink 298, 19; gemeiner nutz der stette und landes. Königshofen 321, 16; er hette sine fründe lieber denn den gemeinen nutz. 586, 2; in einem iglichen erzeigen sich die gaben des geists zum gemeinen nutz. 1 Cor. 12, 7; liesz im ainer nit ain heller entreiszen von gemaines nutz wegen. Aventin. 4, 11, 14; gemeines nutzes, frid und recht bistu vor got verpflichter knecht. Schwarzenberg 135a; die regierer des gemeinen nutz. Cicero de offic. 60a; sie wurden .. unter die regierer des gemeinen nutzes aufgenommen. buch d. liebe 311d; wer liebet den gemeinen nutz, der helt den adel vors lands schutz. Lehmann 136, 14; ein jeder soll sein leib und lebn dem gmeinen nutz zum besten geben. Ayrer 144, 12; leute, die dem gemeinen nutze mit unsterblichem lobe vorgegangen seind. Opitz poeterei 11 neudr.; wenn obrigkeit den gemeinen nutzen handhabet, so folgt der privat nutzen der unterthanen vor sich selbst. Lehmann 559, 17; sie künnen .. den gemeinen nutzen nicht befürdern. Schuppius 742. 2@bb) nutzen in andern redewendungen, oft mit einem näher bestimmenden adjectiv oder genetiv (vgl. auch bei 1 und 2). 2@b@aα) als subject: das ist auch ein stark reitzung zur liebe und ein groszer nutz, das wir durch dieselbige eine freidigkeit sollen haben am tage des gerichts. Luther 6, 52a; das ist der beste nutz, wenn einer ihme selbst nutz ist. Lehmann 560, 44; dadurch dem reich doppelter nutzen entstehen wird. Leibnitz 1, 187; nutz der gelehrsamkeit. schles. Helikon 1, 827; nutz des goldes, des bleies u. s. w. Brockes 9, 11. 17; kein nutz sei grosz genug, der Nüchtlands wohlfahrt mindert. Haller die verdorb. sitten 228; wie aus dem ersten zweck noch andre nutzen flieszen. über den ursprung des übels 3, 210; nutz geht vergnügung vor. Lessing 1, 174; so wird doch der nutzen, den ich dem menschlichen geschlecht dadurch verschaffe, sich über viele jahrhunderte erstrecken. Wieland 13, 187; moralischer nutzen. 1, 21; personificiert: der nutz sitzt auf dem thron, im kerker steckt das recht. Logau 3, 1, 1; der nutzen ist das grosze idol der zeit, dem alle kräfte frohnen und alle talente huldigen sollen. Schiller 10, 277. 2@b@bβ) als object. es heiszt nutzen (nutz) gewinnen, finden, haben (von), fühlen, sehen, merken, spüren, bringen, ziehen, stiften, schaffen, tragen, eintragen, befördern, verringern, schwächen u. s. w.: der pulschaft gewan ich kein nutz. fastn. sp. 119, 1; wenn ir solchs thut .. habt ir solchen trost und nutz davon, das ir in gott und gott in euch bleibet. Luther 6, 48b; man sihet und fühlet den nutz nicht. 3, 377a; wer reichthum liebt, wird keinen nutz davon haben. pred. 5, 9; was nur gelt und nutz trueg. Aventin. 4, 495, 1; ich suocht stets der stat nutz und eer. N. Manuel todtentanz 63; (er) thut seinem nechsten alles guts aus milter lieb, sucht keinen nutz. H. Sachs 1, 398, 27; im krieg bring ich (der zorn) treflichen nutz. 3, 143, 32; den nutz magst daraus rechen. 7, 243, 5; so wolt ich in wol schaffen nutz. Ayrer 315, 3; es wird mehr nutz (= nutzes) eintragen ein abt zu sein dann ein schlechter mönch. Fischart groszm. 63; welch waffen hat mehr nutz, der degen oder schild? Logau 2, 5, 12; bei dieser tummen zeit hat seinen besten nutz der bauern starrig grob, der krieger toller trutz. 1, 5, 38; was dann wird es nutzen tragen? 1, 8, 84; kann nicht durch müh und fleisz ein liebesdienst geschehn, daran wir manchen nutz und manche freude sehn? Weise zeitvertr. 2, 83; der unterthanen nutz befördern. Zinkgref apophth. 1, 27; wie man auch oft erfahren, dasz so ein kurtzweiliger rath mit [] einem worte mehr nutz geschafft als andere. Weise erzn. 174 neudruck; (der wein) dem magen nutz und wärme schafft. schles. Helikon 2, 145; da wir seinen (des grases) nutz betrachten. Brockes 7, 379; das verlangen des verfassers, nutzen zu stiften. 6, vorr. 3b; und spüret man erst den nutzen davon. Leibnitz 1, 245; dasz kein mensch einen nutzen aus unsern schriften erlangen könnte. Rabener (1755) 2, 103; ich habe den nutzen davon deutlich erkannt. 106; den nutzen davon haben .. ihre kinder zu genieszen. 158; den zufall bändige zum glück, ergetz am augentrug den blick; hast nutz und spasz von beiden. Göthe 3, 117; andere grosze nutzen, die eine solche reform nach sich ziehen würde, fallen in die augen. Kant 3, 315; wenn sie ihren nutzen dabei fänden. Schiller 4, 149; desto weniger konnte er des mannes entrathen, der .. seinen nutzen besorgte. 6, 110; Karl und Ludwig trugen den sieg davon, konnten aber keinen nutzen daraus ziehen. Schlosser weltgesch. 5, 427. 2@b@gγ) einige präpositionale fügungen. von nutzen sein, werden: die plaudereien der mönche können von nuzen für sie werden. Schiller 3, 544; eine nadel .. schwarz gerostet und von keinem nutze (: stutze). Rückert mak. (1864) 46; mit, ohne nutzen: die sy (dialektik) mit nutz mochten hOeren. Th. Platter 101 B.; wie ihr euch im studio eloquentiae ... hinfüro mit nutz üben könnet. Schuppius 4; zum fünften reisen auch die mit nutz, welche. pers. rosenth. 3, 27; ohne sonderbaren nutzen. Leibnitz 1, 203; so könnte man sich .. dieser vermittelung mit nutzen bedienen. 480; ihre (der quitten) kerne .. kühlen, wie wir es mit nutzen fühlen, wenn ... Brockes 3, 168; wer mit .. nutzen lesen will. Wieland 19, 6; diese wichtige vermahnung war nicht ohne nutzen. Rabener 1, 116; ohne rache sterben und ohne nutz dem vaterland — freund, das heiszt pöbelhaft verderben. Lessing 1, 66; ihm war nun heer und hof .. ohne nutz. Rückert brahm. 2, 8; zu (zum) nutze (nutz, nutzen) sein, werden, kommen (theil 5, 1644), machen, bringen u. s. w.: mhd. dar umbe daʒ er stüende ze nutze werden liuten. Konrad Silvester 95; daʒ mir solde frumen und mir ze nutze möhte kumen. 2640; aber diu schalkhait kümt im klain ze nutz. Megenberg 215, 12; nhd. wir wollen ihn zu nutz bringen. fastn. sp. 101, 9; schweigt und vernembt mein wort! sie sind euch zu nutz gehort. 438, 22; wo sie ihm dient zu nutz. H. Sachs 1, 340, 22; aber das fett vom asz ... macht euch zu allerlei nutz, aber essen solt irs nicht. 3 Mos. 3, 24; alles was sie haben, soll einig und allein ihnen zu nutz kommen. Sandrub s. 98 neudr.; haben sich dessen die zuhörer zu nutz gemacht. Schuppius 530; von dem der gantzen christenheit zu nutz kommendem geschäft. 730; dasz ich ihn (kalender) mir und dir zu nutz geschrieben. Simplic. calend. 3; da ers (das eisen) aus so tiefem schacht ihm zum nutz hervorgebracht. Brockes 9, 22; uns zum nutzen und zu nutz 9, 52. 53 f.; der ähren göldnes meer .. ist dir zur mühe nur, dem prinz zum nutz. Haller 227 Hirzel; einem zu nutzen gereichen. Rabener 4, 184; er machte sich den beifall der zuschauer zu nutze. 250; Danae machte sich diese gelegenheit zu nutze. Wieland 1, 193, vgl. 2, 309. 320. 3, 21; ein umstand, wodurch wenigstens der vierte theil des ... bodens wieder gewonnen werden und den einwohnern zu nutzen gehen würde. 20, 257; mir zum nutz und dir zum preise. Lessing 1, 55; der wolf machte sich den umstand zu nutze. 1, 161; ich hätte mir wollen mein biszchen junges leben zu nutze machen. Göthe 14, 95; Melina hatte sich ihn (koffer) zu nutze gemacht. 19, 9; lasse man diese (mythologie und legenden) den poeten, die berufen sind, sie zu nutz und freude der welt zu behandeln. 22, 247; wenn wir uns dessen zu nutz und schutz [] unsrer clienten bedienen wollen. 25, 231; da ich mir alle mystische bücher zu nutze machte. Schiller 4, 239; etwas in seinen nutzen verwenden. Wieland 7, 91. 33) die benützung, der gebrauch, genusz: ahd. joh gab uns ouh zi nuzzîthesan selbon puzzi (brunnen). Otfrid 2, 14, 34; mhd. wer sein mæʒigen nutz hât (es mäszig gebraucht). Megenberg 396, 31; es samnet seinen mist an ain stat, da in die läut gesehen mügen und in nemen zuo irm nutz. 140, 31; si (die hirschen) werfent iriu hörner in den waʒʒern, dar umb, daʒ si den läuten iht ze nutz werden. 130, 20; der (papst Stephan) sate ûf, daʒ man gewîhtes gewant zuo tegelîchem nutze nüt brûchen sol. Closener 18, 2; nhd. daʒ holtz ward gefrt an der stat nutz. städtechron. 4, 69, 19 (15. jahrh.); alle land geschaffen sind zuo nutz .. desz menschen kind. Schwarzenberg 118d; in der alten rechtssprache, nutz und gewere, possessio fundi fructuaria Haltaus 1434. Schm.2 1, 1776 (vgl.nutzgewere): der zehen iar und ainen tag in nutz und gewer gesessen ist. weisth. 3, 730; nuz und gewer bekomen. 706; also ist das mit nutz und gewer bekommen von alter. österr. weisth. 1, 110, 19; was sie .. mit rechtlichem nutz und gewer .. innhieten. 284, 29.
15022 Zeichen · 400 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    nutzensw. V.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    nutzen , sw. V. Vw.: s. nützen (1)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nutzen

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Nutzen , oder

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Nutzen

    Goethe-Wörterbuch

    Nutzen selten (bes in frühen Briefen) auch -zz-, -z-; in weniger als 5% von knapp 600 Belegen in der älteren Form ‘Nutz’…

  4. modern
    Dialekt
    nutzen

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB nutze n [nùtsə allg. ] nützen. s nutzt nix Hlkr. Nutzt's nix, ze schod et ’s nix! sagt der Bauer, wenn …

  5. Sprichwörter
    Nutzen

    Wander (Sprichwörter)

    Nutzen 1. Aber Nutzen auch nicht, sagte der Bauer, als einer seine Stiefeln borgen wollte und versicherte, es werde kein…

  6. Spezial
    nutzen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    nut|zen → LDWB2 nützen.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nutzen

65 Bildungen · 13 Erstglied · 48 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von nutzen 2 Komponenten

nut+zen

nutzen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

nutzen‑ als Erstglied (13 von 13)

Nutzende

GWB

nutz·ende

Nutzende mask; in Pkt 2 umgelautet 1 wiss interessierter od tätiger Praktiker, praktisch orientierter Naturforscher; einmal typologisierend …

Nutzenfordernde

GWB

Nutzenfordernde iSv in einem wiss Gebiet, der Wiss praktischen Wert, Gewinn einfordernde Person GWB N6,301,27 PhysiolPfl [ Zit s v Nutzende …

Nutzen-Kosten-Analyse

LDWB2

Nut|zen-Kos|ten-Ana|ly|se f. (-,-n) ‹econ› analisa dl ütl y di cos ć f. , analisa dl profit y dles spëises f.

Nutzenkuh

RhWB

nutzen·kuh

Nutzen-kuh (s. S.) Simm , Goar , Zell , Bernk , Wittl , Bitb , Prüm f.: eine K., die viel u. gute Milch gibt; en gut (de beste) N.

nutzen,nützen

GWB

nutzen·nuetzen

nutzen,nützen in Pkt 1 selten -ü-, in Pkt 2 sowohl -u- als auch -ü-; in frühen Briefen öfter ‘nuzzen’, auch ‘nüzzen’; selten ‘nuzen’ u ‘nüze…

Nutzenrecht

DRW

nutzen·recht

Nutzenrecht, n. Verwertungsrecht? ist erkent worden, es solle daß pfenden und verheißen gleiche recht haben und soll allzeit dasjenig vorzog…

nutzenstifter

DWB

nutzen·stifter

nutzenstifter , m. der nutzen stiftet: der gute, welcher mich mit vergnügen labt, ist nutzenstifter. Klopstock 2, 26 .

nutzenstifterei

DWB

nutzenstifterei , f. das nutzenstiften, die sucht dazu: wässrichte geschwätze, die ihm ( Miller in seinen romanen ) die leidige nutzenstifte…

Nutzensuchende

GWB

nutzen·suchende

Nutzensuchende iSv in einem wiss Gebiet, der Wiss praktischen Wert, Gewinn anstrebende Person GWB N6,301,27 PhysiolPfl [ Zit s v Nutzende (m…

nutze,nütze

GWB

nutzen·uetze

nutze,nütze seltener ‘nütz’, selten ‘nutz(e)’ u (bes in frühen Briefen) ‘nuz(ze)’; selten Großschr a nützlich, (zweck)dienlich, brauchbar, a…

nutzen als Zweitglied (30 von 48)

abe nutzen

MWB

abe nutzen swV. ‘nießbrauchen, den Ertrag nutzen’ swanne daz vorgenante closter abgenutzet die vorgeschriebenen fünfzig phunt heller 2DWB 1:…

abnutzen

DWB

abnutzen , gleicher bedeutung, aber zurückgehend auf ein ahd. nuzôn, mhd. nutzen, und im praet. nunmehr schwer zu unterscheiden von nützen, …

afgnutzen

MeckWB

Wossidia afgnutzen durchhauen, verprügeln: dat steudsch (widerspenstige) Tier gnutzte hei orrig af Pa; ebenso: denn' willn wi mal afgnutzen …

afnutzen

MeckWB

Wossidia afnutzen nach dem Hochd. intrans. abnutzen: dat Ledder nutzt dull af.

afsnutzen

MeckWB

Wossidia afsnutzen abschnauzen, derbe abweisen Mi Nachl.

ALLGEMEINNUTZEN

DWB2

allgemein·nutzen

DWB2 ALLGEMEINNUTZEN n. DWB2 neben geläufigem gemeinnutz: DWB2 1858 der allgemeinnutzen dieser universal-mühlen ztg. in: Wurm wb. 1,191 b . …

ALPNUTZEN

DWB2

alp·nutzen

DWB2 ALPNUTZEN , älter auch alpnutz, alpennutzen m. DWB2 zu alp . f. ertrag einer alp: DWB2 1462 das ain ieder albenpürg die albnnutz, als k…

an schnutzen

ElsWB

an schnutze n barsch anfahren. Er het mi ch ang e schnutzt, wie wënn ich si n Bedienter wär Bisch. ‘âschnütze mit harten Worten anfahren ’ S…

Aufnutzen

DRW

auf·nutzen

Aufnutzen Nutzung lúten und gůten, uffnúczen, gulten, stúren 1388 SchwäbWB. I 403 Faksimile aufnutzen in Nutzung haben ein gute so H.H. uffn…

ausnutzen

DWB

aus·nutzen

ausnutzen , usu plane consumere, stärker als abnutzen: ein erdrich ausnutzen, ausmärglen, ersaugen. Maaler 44 b ; neue ersparungen des klein…

benutzen

DWB

ben·utzen

benutzen , in rem suam convertere: er versteht sein glück zu benutzen; du benutzest die gelegenheit nicht; eine casse haben, capitale machen…

dure schnutzen

ElsWB

dure·schnutzen

dure schnutze n 1. flüchtig durchsuchen. s het scho n eine r d Himbeere n dureg e schnuzt g e ha bt Osenb. 2. eilig vorbeilaufen. Er is t në…

Eigennutzen

RhWB

eigen·nutzen

Eigen-nutzen RhWBN -o- Schleid-Reifferschd m.: in der RA.: E. deht de Ben useren (auseinander) es kam früher häufig vor, dass zwei eine Parz…

Fortnutzen

Campe

fort·nutzen

Fortnutzen , v. ntr . mit haben. Fortnützen , v. trs . Fortopfern , v. intrs . Fortorgeln , v. intrs . Fortpachten , v. intrs . u. trs . for…

Gemeinnutzen

Campe

gemein·nutzen

○ Der Gemeinnutzen , des — s , o. Mz . der allgemeine Nutzen, der Nutzen für das Allgemeine, das Gemeinbeste, das Gemeinwohl .

genutzen

KöblerMhd

gen·utzen

genutzen , sw. V. nhd. „nützen“, brauchen, genießen Hw.: s. genützen E.: ahd. ginuzzen* 2, sw. V. (1a), nützen, benützen, zählen; s. gi, nuz…

grenznutzen

DWB

grenz·nutzen

grenznutzen , m. , grundbegriff der modernen wertlehre; bezeichnet den nutzen, ' den der letzte zur verfügung stehende teil des vorrates an …

grundnutzen

DWB

grund·nutzen

-nutzen : ich habe davon nebst dem gr. auch diesen vortheil erhalten J. D. Geyer müsz. reisestd. (1735) 10, 11 ;

jahrnutzen

DWB

jahr·nutzen

jahrnutzen , m. jährlicher ertrag oder gewinn: eʒ sol auch ieclich burger verlosungen sein wisemat, eʒ lige verre oder nahen, ie daʒ tagewer…

mißnutzen

DRW

mißnutzen, v. wie mißbrauchen (II) 11./12. Jh. AhdGl. I 576, 6 Faksimile 12. Jh. AhdGl. I 305, 45 Faksimile 14. Jh. AhdGl. IV 263, 37 Faksim…

pfnutzen

DWB

pfnutzen , s. DWB pfnuchzen .

pinutzen

RhWB

pin·utzen

pinutzen pinutsə  vereinzelt Aach-Merkst schw.: 1. heulen, vom Hunde. — 2. schmalhansen; he könnt noch an't p. — Abl.: die Pinutzerei, da…

Postnutzen

DRW

post·nutzen

Postnutzen, m. Gewinn aus dem Postbetrieb vgl. Nutz (I) daß hingegen denen hh. grafen von P. auß B. ... der ansehentliche postnutzen allein …

Privatnutzen

DRW

privat·nutzen

Privatnutzen, m. vereinzelt auch -nutz privater Vorteil die kirchenhöfe soll niemand zu seinem privatnutz einziehen, sunder dieselbige nießu…

Ableitungen von nutzen (4 von 4)

benutzen

DWB

benutzen , in rem suam convertere: er versteht sein glück zu benutzen; du benutzest die gelegenheit nicht; eine casse haben, capitale machen…

genutzen

KöblerMhd

genutzen , sw. V. nhd. „nützen“, brauchen, genießen Hw.: s. genützen E.: ahd. ginuzzen* 2, sw. V. (1a), nützen, benützen, zählen; s. gi, nuz…

Unnutzen

Campe

† Unnutzen , v. ntr. imp. nicht nutzen; im Osnabrückschen, schlecht sein. Es unnutzet , es ist schlecht Wetter.

vernutzen

KöblerMhd

vernutzen , sw. V. Vw.: s. vernützen