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Blut

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
25 in 21 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Blut n.

Bd. 1, Sp. 1039
Blut1 n.: 1. 'Blut des Menschen und des Tieres', Blut, selten Blutt, Blur, s. F. a. rot wie B. [allg.]; e Gesicht wie Milch un B., von frischen, roten Wangen [NW-Frankeck, allg.]. Er hat sieß B., wer vom Ungeziefer geplagt wird [allg.]. Ich bin so verschrocke, wann mich äns g'stoche hätt, härrich (hätte ich) kän Troppe B. gewwe [PS-Erfw]. Sie verschlaan (hauen) sich, daß's B. spritzt [KU-Diedk, allg.]. RA.: Ich verschlaa dich, daß die Hunn 's B. lecke [Don-Schowe, RO-Dielkch]. — Das B. stille, wie schd. [WD-Niedkch, allg.]. Starke Blutungen stillt man vielfach mit heißen Umschlägen; früher legte man Spinngewebe auf die Wunde [ZW-Battw Pirmas KU-Brück LA-Wollmh] oder ließ sich brauchen. Ein Brauchspruch aus KB-Kriegsf: Dreierlei Kreitche, häl mer mei Heitche, still mer mei Blut, wie 's der Herr Jesus tut. Vater, Sohn und heiliger Geist; man fährt dreimal gegen die Wunde und sagt den Spruch. Das Blut stillte man auch dadurch, daß man ein Beil oder eine Axt unter die Bettstatt legte, dies vor allem bei Gebärenden. Der Gebärenden wurde auch von einer alten Frau mit dem Beil über den bloßen Leib gestrichen unter Nennung der drei höchsten Namen und Hersagen des Spruches: Wüst Blut, geh fort, Herzgeblüt, an deinen Ort [Schandein Bav. IV/2, 346]. Andere Brauchsprüche s. bluten, Jesus, stillen, Wunde; Stillung von Nasenbluten s. Nase. — Mit Übertreibung: Blut schwitze, vor Angst, vor Anstrengung [KL-Reichb]; vgl. hierzu den VR bei Austerlitz. — Dem is 's Blut aaⁿgang, bei Blutsturz, auch von Blutungen bei Frühgeburten [KB-Kriegsf, verbr.]. Blut in der Bed. 'Menstruation' s. Geblüt. — Der Tbc-Kranke spauzt (spuckt) Blut [KL-Reichb, allg.]. Es geht B. vunem (von ihm), im Stuhlgang, beim Urinieren [LU-Opp, allg.]. — Häufig sind Wendungen mit bis ufs Blut 'bis zum äußersten': ene pärze (s. pferdsen) bis ufs B. [KU-Bedb], peiniche ... [LU-Oggh LA-Nd'hochstdt], schinne ... [Land], därre (dörren) ... [KU-Kaulb]. Wie uns die Kerl an Leib und Gut han ausgesuckelt bis ufs Blut [Münch Weltgesch. 55]. — Im Blut wird die Quelle des Lebens, aber auch verschiedener Krankheiten gesehen. Das Blut isch 's Lewe [PS-Erfw]. Er hot sich 's Blut vefror, bei Erkältung [PS-Geisbg]. Von einem Anfälligen heißt es: Er hot krankes Blut [BZ-Albw, verbr. (1925)], schlechtes B., bei Seitenstechen [LU-Fußgh]. 's geht ins B. (iwwer), bei einer Blutvergiftung [Land]. Er hot sich 's Blutt verkalt, auch: hot Schärf (Unreines) im B., bei Hexenschuß [WD-Niedkch]. Bei starkem Fieber ist das B. verbrennt oder verhitzt, vgl. Heeger Vhk. 6. Bei Ohnmachtsanfällen stockt oder stellt sich 's B. [ebd.]. Vom Zittern heißt es: Er hot dick B.; Heilung geschieht durch Aderlassen [KU-O'staufb]. Die Gall isch bei'm ins B. iwwergange, bei Gelbsucht [LA-Gommh]. — Nach der Meinung des Volkes kann man das Blut verbessern: Rotweiⁿ macht B. [LU-Opp, verbr.]. Rotriewe esse macht rot B. [Fogel Beliefs Penns Nr. 1418]. — b.α. Blut der Tiere, bes. in verschiedenen Wendungen, die bei Schlachtungen gebraucht werden: Blut uffange (rihre), damit es nicht gerinnt. Zs. Sau-, Schweineblut. Das B. des Jagdtieres in der Jägerspr. allg. Schweiß, s. d. — β. Pferderasse in den Zs. Halb-, Vollblut. — 2. Blut und Seele. a. Blut und Gemütslage. Ruhich Blut! als Aufforderung [allg.]. Kalt Blut un warm aⁿgezoh! dass. [RO-O'mosch]. Kalt B. un warme Unnerhosse! dass. [Kus]. Das macht beeses B. 'verursacht Unfrieden' [BZ-Albw, allg.]. Das kann ich im Blut net leire 'ganz und gar nicht leiden', z. B. von üblen Gewohnheiten anderer Menschen [NW-Frankeck, verbr. (1930)]. — b. Blut und Charakter. Der zum Zorn neigende Mensch hat dinn (auch: hääß) B. in sich [verbr.]. Seiⁿ B. wallt gleich [KL-Kottw/Schwand]. Der hot dick B., von einem, der sich nicht aufregt [LU-Opp]. Der Griesgrämige hat sauer B. [LU-Oggh], hot die Gall im B. [ebd.]. Des leit dem im B., von einem, der immer wieder die alten Fehler oder Straftaten begeht [ZW-Battw, allg.]. Zs. Fisch-, Frosch-, Wanderblut. — 3.a. Blut und Verwandtschaft. RA.: Er is halt unser B., als Ausdruck des Stolzes, wenn ein Verwandter sich ausgezeichnet hat [NW-Freinsh]. Er is geje soiⁿ eije (gegen sein eigenes) Flääsch un B., von einem, der seine Kinder verstößt [LU-Opp]. SprW.: Verwandt Blut dut net gut 'Verwandtenehen taugen nichts' [KL-Reichb]. — b. Blut und Volksart, bes. in den Zs. Hessen-, Bauern-, Maurerblut. SprW.: Hessisch Blut is Buttermilch, bayrisch Blut werd net all [RO-Wintbn]. Bolisch Blut dut keem Deitsche gut, Warnung vor Ehen mit Fremdvölkischen [verbr. Don Gal Buch Rußl-Odessa]. Zweerlaai Blut dut uf eem Kisse net gut, dass. [Gal-Sap]. Blut is dicker wie Wasser [Fogel Prov. Penns Nr. 163]. Blut is kää Buttermilch [Pirmas]; vgl. Pfälzer 2. — 4. Blut und Mensch in der RA.: Des isch noch e jung Blut, von einer jungen Frau [LA-Gommh]. — 5. Blut überirdischer Wesen in den Zs. Teufels-, Engelsblut; Pflanzennamen in Jesu-, Johannis-, Muttergottesblut. — 6. Pflanzensaft in Rebenblut; vgl. auch bluten. — F.: blūd fast allg., blūr (!) 1930 in KU-Konk, blud WD-Niedkch. — Südhess. I 963 ff.; Rhein. I 806/ 07; Saarbr. 31; Lothr. 53; Els. II 172; Bad. I 272/73.
5200 Zeichen · 182 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    blutadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    blut adj. bloss, nackt. eins alten strûʒes junge kint die wîl si blut und dennoch blint in dem neste lagen Reinfr. 165 b…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blut

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Das Blut , des -es, plur. car. der rothe flüssige Theil in den thierischen Körpern, der seinen Umlauf, so lange das Gesc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Blut

    Goethe-Wörterbuch

    Blut gelegentl -uh-; etwa 500 Belege, überwiegend im dichterischen Werk A bei Mensch u (selten) Tier: lebensnotwendige, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blut

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Blut ist die unmittelbare Ernährungsflüssigkeit für die thierischen Organe; es besteht bei den meisten Thieren aus 2 ver…

  5. modern
    Dialekt
    Blut

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Blut Band 2, Spalte 2,1444–1449

  6. Sprichwörter
    Blut

    Wander (Sprichwörter)

    Blut 1. Angeboren Blut queint, wenn's gleich nur ein Tröpflein wäre. – Henisch, 437; Petri, II. D.h. Blutsfreunde treten…

  7. Spezial
    Blut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Blut n. (-[e]s) 1 sanch m. 2 (Temperament) sanch m. , temperamënt (-nc) m. , carater (-s) m. ▬ Blut verlieren perde sanc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blut

1.034 Bildungen · 934 Erstglied · 93 Zweitglied · 7 Ableitungen

blut‑ als Erstglied (30 von 934)

Blut I

SHW

Blut I Band 1, Spalte 963-964

Blut II

SHW

Blut II Band 1, Spalte 965-966

Blutader

SHW

Blut-ader Band 1, Spalte 965-966

Blutapfel

SHW

Blut-apfel Band 1, Spalte 965-966

blutarm

SHW

blut-arm Band 1, Spalte 965-966

Blutarmut

SHW

Blut-armut Band 1, Spalte 965-966

Blutblase

SHW

Blut-blase Band 1, Spalte 965-966

Blutblater

SHW

Blut-blater Band 1, Spalte 965-966

Blutbuche

SHW

Blut-buche Band 1, Spalte 965-966

Blutegel

SHW

Blut-egel Band 1, Spalte 965-966

Bluteimer

SHW

Blut-eimer Band 1, Spalte 965-966

Blutfink

SHW

Blut-fink Band 1, Spalte 967-968

Blutfleck

SHW

Blut-fleck Band 1, Spalte 967-968

Blutfluß

SHW

Blut-fluß Band 1, Spalte 967-968

Blutgeld

SHW

Blut-geld Band 1, Spalte 967-968

blutgierig

SHW

blut-gierig Band 1, Spalte 967-968

Blutgift

SHW

Blut-gift Band 1, Spalte 967-968

Bluthund

SHW

Blut-hund Band 1, Spalte 967-968

blut als Zweitglied (30 von 93)

Aprilenblut'

Wander

april·en·blut

Aprilenblut' Aprilenblut' thut selten gut. – Simrock, 399. [Zusätze und Ergänzungen]

christenblut

DWB

christen·blut

christenblut , n. christenbluot tuon ich vergieszen. fastn. 1041 ; ir kriegsleut seit nur wol gemuot und helfen retten das christenbluot. ei…

drachenblut

DWB

drachen·blut

drachenblut , n. 1 1. die hochrothe farbe des drachenbluts wird in den alten gedichten hervorgehoben. in verwet scham, so er unzuht siht, fü…

Fischblut

Wander

fisch·blut

Fischblut Man muss nur mit Fischblut handeln. Mit kaltem Blute, ruhiger Ueberlegung.

fürstenblut

DWB

fuersten·blut

fürstenblut , n. 1 1) blut eines fürsten, überhaupt blut von fürsten: theurer stamm von alten helden, ... wann dein kühnes fürstenblutt für …

halbblut

DWB

halb·blut

halbblut , n. der abkömmling von eltern verschiedener race: halbblut von einem Europäer und einer Indianerin. auch vom pferde gesagt, das vo…

Ableitungen von blut (7 von 7)

bebluten

DWB

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

Entbluten

Campe

◬ Entbluten , v. trs. des Blutes berauben. — und verließ den entbluteten Leichnam. Voß. Das Entbluten. Die Entblutung.

erbluten

DWB

erbluten , exstillare, ausbluten, verbluten: beschneid dem pferd den huef, lasz erblueten. Seuter 397 ; wann ein vieh schmalweidig ist, so h…

geblut

DWB

geblut für geblutet, part. zu bluten, scheint im folgenden ungeblûtt enthalten: es schadt mir dennoch nichts ihr ungeblutter hieb. Wiedeman …

verbluten

DWB

verbluten , n. substantiver infinitiv zum vorigen, in übertragener bedeutung: wenn nach des tags verbluten weit und breit die finsternisz si…

verblutung

DWB

verblutung , f. verlust des blutes bis zur erschöpfung oder dem tode, profusio sanguinis et jactura Stieler 205 ; bildlich: da lag er in öde…

zerbluten

BWB

zerbluten Band 2, Spalte 2,1468