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Blut

mhd. bis spez. · 21 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Herder
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Eintrag · Herder (Konv.-Lex., 1854–57)

Blut

Bd. 1, Sp. 573
Blut ist die unmittelbare Ernährungsflüssigkeit für die thierischen Organe; es besteht bei den meisten Thieren aus 2 verschiedenen Theilen, 1. aus einer formlosen, durchsichtigen u. meistens auch ungefärbten Flüssigkeit. u. 2. einer ungeheuren Masse organischer Zellen, B.körperchen, welche in derselben schwimmen. Das Verhältniß beider Bestandtheile und auch ihre Beschaffenheit ist bei den verschiedenen Klassen der Thiere verschieden. Die wirbellosen Thiere haben weniger B.körperchen. die B.flüssigkeit ist häufig gefärbt, roth, grün, gelblich, violett und der Farbstoff inhärirt der Flüssigkeit, während bei den Wirbelthieren (und den Ringwürmern) die Farbe den B.körperchen angehört; ihre B.körperchen sind kleiner, gewöhnlich 1/400 Pariser Linie, ihre Form ist meistens kugelig, bei den Wirbelthieren elliptisch, bei dem Menschen linsenförmig. Das menschliche B. hat 1,0527 bis 1,0570 spec. Gewicht, ist beim Weibe etwas leichter als beim Manne, die ganze Masse wird bei einem Erwachsenen auf 30 Pfd. angeschlagen; der Kubikmillimeter enthält 5055000 B.körperchen. Das Verhältniß derselben zur B.flüssigkeit, dem B.plasma, wird von C. Schmidt so angegeben, daß von 1000 Gewichtstheilen B. 601,168 aus B.körperchen und 398,832 aus B.plasma bestehen. Die B.körperchen sind nicht gleich groß und nicht gleich geformt; man unterscheidet zunächst zweierlei: gefärbte und ungefärbte. Die gefärbten, die Hauptmasse der B.zellen, sind scheibenförmig, in der Mitte etwas eingedrückt, mit 1/400 Pariser Linie mittleren Durchmesser, ihr Inhalt ist eine von B.roth (Hämatine) gefärbte Flüssigkeit. Die Natur dieser Flüssigkeit ist nicht vollständig aufgeklärt, sie scheint dem thier. Eiweiß ziemlich ähnlich, vielleicht nur von dem (noch nicht rein dargestellten) B.roth gefärbt, woran der Gehalt der B.zellen an Eisen Antheil haben mag. Von den farblosen B.körperchen unterscheidet man der Größe nach 2 Arten; sie stimmen mit den Formelementen der Lymphe überein und kommen wohl aus derselben in das B.; sie sind kugelförmig mit einem Kerne oder mehreren, theilweise kleiner als die rothen B.körperchen, etwa etc. 1/1000 Pariser Linie, theilweise gleich groß oder größer. Daß sie in die rothen B.körperchen übergehen, ist ausgemacht, das wie? aber unbekannt. Obige 601,168 B.körperchen bestehen aus 192.876 trockenem Rückstand und 408,292 Wasser. Ueber die Entstehung der B.körperchen ist so viel ermittelt, daß dieselben wie alle Gewebe aus den kernhaltigen Bildungszellen des Embryo hervorgehen und zwar aus dem soliden Centrum der ersten Gefäße. Nach dieser ersten Bildung vermehren sich dieselben innerhalb des Fötuslebens, 1. durch Theilung ,der bereits vorhandenen, 2. durch Neubildungen in der Leber des Fötus. Nach der Geburt entstehen sie wahrscheinlich ausschließlich aus dem Lymphkörperchen. — Die formlose ungefärbte Masse des B.plasma besteht aus zwei ganz verschiedenen Bestandtheilen: Faserstoff und Serum. Innerhalb der Adern sind sie gemischt, außerhalb trennen sie sich alsbald; ersterer gerinnt, nimmt die B.zellen in sein Gerinnsel und schlägt sich als B.kuchen nieder, während der größte Theil des Serums als durchsichtige, opalisirende Flüssigkeit denselben umspült. In obigen 398,832 Theilen B.plasma sind enthalten 1,254 Faserstoff, 33,570 trockener Rückstand, 364,008 Wasser. Die Hauptbestandtheile des B.wassers, Serums, sind Eiweiß, in Wasser u. Weingeist lösliche Extractivstoffe, die nur im Wasser löslichen B.salze in folgenden Verhältnissen: Von 1000 Theilen Serum sind 910,45 Wasser, 89,55 feste Bestandtheile u. zwar 74,13 Eiweiß, 5,96 in Wasser und Alkohol lösliche Extractivstoffe, 8,75 Salze. In den 89,55 Bestandtheilen sind außer dem alkohol. Extracte (Osmazon) und den Salzen noch geringe Fettmengen enthalten, ein nicht phosphorhaltiges, die Seroline, und ein phosphorhaltiges, die Cerebrine, Hirnfett; ferner ein Minimum Gallenfett, Cholesterine, und verseifter Fette. Sämmtliche Fette, insbesonders dem Eiweiß anhängend, betragen für 1000 Theile B. 1,6, etwas weniger als der Faserstoff, der = 2,2 ist. Das Eiweiß des B.serums ist chemisch die gleiche Substanz mit Hühnereiweiß, die Salze sind dem größten Theile nach Kochsalz. Die Beziehungen der beiden B.elemente, der B.körperchen u. B.flüssigkeit zu einander, und welchen Antheil jedes an dem Lebenszwecke des B.s als Ernährungsflüssigkeit der Organe habe, sind nur unvollständig erklärt. Jedenfalls kann nur die B.flüssigkeit allein in unmittelbare Berührung mit den Organen kommen; daß die B.körperchen, als lebendige Zellen gedacht, ihre Hauptbestimmung darin haben, die B.flüssigkeit immer im normalen Zustand zu erhalten, ist eine nicht unwahrscheinliche Annahme.
4666 Zeichen · 79 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    blutadj.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +4 Parallelbelege

    blut adj. bloss, nackt. eins alten strûʒes junge kint die wîl si blut und dennoch blint in dem neste lagen Reinfr. 165 b…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Blut

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Das Blut , des -es, plur. car. der rothe flüssige Theil in den thierischen Körpern, der seinen Umlauf, so lange das Gesc…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Blut

    Goethe-Wörterbuch

    Blut gelegentl -uh-; etwa 500 Belege, überwiegend im dichterischen Werk A bei Mensch u (selten) Tier: lebensnotwendige, …

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Blut

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Blut ist die unmittelbare Ernährungsflüssigkeit für die thierischen Organe; es besteht bei den meisten Thieren aus 2 ver…

  5. modern
    Dialekt
    Blut

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    Blut Band 2, Spalte 2,1444–1449

  6. Sprichwörter
    Blut

    Wander (Sprichwörter)

    Blut 1. Angeboren Blut queint, wenn's gleich nur ein Tröpflein wäre. – Henisch, 437; Petri, II. D.h. Blutsfreunde treten…

  7. Spezial
    Blut

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Blut n. (-[e]s) 1 sanch m. 2 (Temperament) sanch m. , temperamënt (-nc) m. , carater (-s) m. ▬ Blut verlieren perde sanc…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit blut

1.034 Bildungen · 934 Erstglied · 93 Zweitglied · 7 Ableitungen

blut‑ als Erstglied (30 von 934)

Blut I

SHW

Blut I Band 1, Spalte 963-964

Blut II

SHW

Blut II Band 1, Spalte 965-966

Blutader

SHW

Blut-ader Band 1, Spalte 965-966

Blutapfel

SHW

Blut-apfel Band 1, Spalte 965-966

blutarm

SHW

blut-arm Band 1, Spalte 965-966

Blutarmut

SHW

Blut-armut Band 1, Spalte 965-966

Blutblase

SHW

Blut-blase Band 1, Spalte 965-966

Blutblater

SHW

Blut-blater Band 1, Spalte 965-966

Blutbuche

SHW

Blut-buche Band 1, Spalte 965-966

Blutegel

SHW

Blut-egel Band 1, Spalte 965-966

Bluteimer

SHW

Blut-eimer Band 1, Spalte 965-966

Blutfink

SHW

Blut-fink Band 1, Spalte 967-968

Blutfleck

SHW

Blut-fleck Band 1, Spalte 967-968

Blutfluß

SHW

Blut-fluß Band 1, Spalte 967-968

Blutgeld

SHW

Blut-geld Band 1, Spalte 967-968

blutgierig

SHW

blut-gierig Band 1, Spalte 967-968

Blutgift

SHW

Blut-gift Band 1, Spalte 967-968

Bluthund

SHW

Blut-hund Band 1, Spalte 967-968

blut als Zweitglied (30 von 93)

Aprilenblut'

Wander

april·en·blut

Aprilenblut' Aprilenblut' thut selten gut. – Simrock, 399. [Zusätze und Ergänzungen]

christenblut

DWB

christen·blut

christenblut , n. christenbluot tuon ich vergieszen. fastn. 1041 ; ir kriegsleut seit nur wol gemuot und helfen retten das christenbluot. ei…

drachenblut

DWB

drachen·blut

drachenblut , n. 1 1. die hochrothe farbe des drachenbluts wird in den alten gedichten hervorgehoben. in verwet scham, so er unzuht siht, fü…

Fischblut

Wander

fisch·blut

Fischblut Man muss nur mit Fischblut handeln. Mit kaltem Blute, ruhiger Ueberlegung.

fürstenblut

DWB

fuersten·blut

fürstenblut , n. 1 1) blut eines fürsten, überhaupt blut von fürsten: theurer stamm von alten helden, ... wann dein kühnes fürstenblutt für …

halbblut

DWB

halb·blut

halbblut , n. der abkömmling von eltern verschiedener race: halbblut von einem Europäer und einer Indianerin. auch vom pferde gesagt, das vo…

Ableitungen von blut (7 von 7)

bebluten

DWB

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

Entbluten

Campe

◬ Entbluten , v. trs. des Blutes berauben. — und verließ den entbluteten Leichnam. Voß. Das Entbluten. Die Entblutung.

erbluten

DWB

erbluten , exstillare, ausbluten, verbluten: beschneid dem pferd den huef, lasz erblueten. Seuter 397 ; wann ein vieh schmalweidig ist, so h…

geblut

DWB

geblut für geblutet, part. zu bluten, scheint im folgenden ungeblûtt enthalten: es schadt mir dennoch nichts ihr ungeblutter hieb. Wiedeman …

verbluten

DWB

verbluten , n. substantiver infinitiv zum vorigen, in übertragener bedeutung: wenn nach des tags verbluten weit und breit die finsternisz si…

verblutung

DWB

verblutung , f. verlust des blutes bis zur erschöpfung oder dem tode, profusio sanguinis et jactura Stieler 205 ; bildlich: da lag er in öde…

zerbluten

BWB

zerbluten Band 2, Spalte 2,1468