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bluten

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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15 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bluten

Bd. 2, Sp. 177
bluten , sanguinem mittere, ahd. pluotên. 11) sinnlich, du blutest ja; mein finger blutet; die nase blutet mir, ich blute aus der nase, aus dem munde; und in dem schluog er den herren in sein angesicht mit feusten, das im die zen bluoten. Keisersb. s. d. m. 61a; sist ein stich, er blutet nicht. Hebel 251; die wunde blutet immer fort; er blutete sich zu tode, blutete sich todt (auch abstract, die sache mag sich zu tode bluten); auf einmal riefs: der könig blutet. Schiller 244a; seht nur, wie seine finger bluten. 301b; schleppt sie zu dem todtenhügel, wo verbrecher büszend bluten. Göthe 3, 121; so kommen die, welche man schonen möchte, in den fall als sühnopfer eines solchen wahnsinns zu bluten. 24, 215. man sagt auch, bluten wie eine (geschlachtete) sau, stark bluten; wer meiner Greten was thut, den hau ich, das die sau blut. Garg. 87b. man sagt von der rebe, wenn sie thränt oder weint, dasz sie blute. s. blutthräne. 22) bluten heiszt auch blutig, roth sein, von blut triefen, sanguine madere: der blutende rubin trinkt ihrer lippen blut. Fleming 648; das richtbeil wird ... in der gurgel bluten. Günther 1021; auch thun bluten Daphnis ruten, dran man ihn hat aufgehenkt. Spee trutzn. 279 (273); da meine waffen bluteten. Klopstock 1, 72; mein gewand blutet, ist nasz von blut, blut lauft hindurch; die dielen des [] gemachs, wo der mord geschah, bluteten noch; der schuh blutete, es quoll blut heraus. 33) bluten von heftigem inneren schmerz, wobei gleichsam leibliche verletzung angenommen wird. schon mhd. daʒ im sîn herze bluoten mac. Karl 85a. nhd. meinst du denn, dasz mir mein herz nicht blutete? Klopstock 9, 21; aber die königin, längst zerrissen von innigem aufruhr, blutet an wunden des herzens und kocht in heimlicher flamme. Bürger 244a; und er hörts mit stummem harme, reiszt sich blutend los. Schiller 64b; mir blutet die seele, seh ich das eulengeschlecht, das zu dem lichte sich drängt. 93a; schon seh ich deine seele vom giftgen bisz des argwohns bluten. 245b; verzeiht, milords, es schneidet mir ins herz, wehmut ergreift mich und die seele blutet. 419b; doch wenn das mächtige, das uns regiert, ein groszes opfer heischt, wir bringens doch, mit blutendem gefühl, der noth zuletzt. Göthe 9, 281; ihm blutete die seele. J. Paul Hesp. 2, 41; einem oberförster blute das herz, wenn er nachts drauszen stehe. 2, 66; er stillte das bluten seines innern mit dem gedanken an die menschen. uns. loge 1, 110. 44) bluten, luere, dafür büszen: ich werde bluten müssen; man wird dich bluten lassen; graf Gotfried wurde gleich nach Lotharii tod los gelassen, nachdem er zuvor stark bluten und einige zu dem bisthum Verdun gehörige plätze abtreten müssen. Hahn 2, 141; uns auf unser versprechen nach hause ziehen, dabei aber tüchtig bluten lassen. Tieck 5, 29. auf ähnliche weise abzapfen und anzapfen oder aderlassen, vgl. auch blotzen müssen, zahlen müssen. 55) die rebe blutet, wenn nach dem beschneiden saft ausläuft; auch der wein, weinstock blutet schon. vgl. blut 10. 66) bergmännisch, das erz blutet, es zeigt sich rothes silbererz, rothgüldenerz; der stein blutet gelb oder braun, die farbe des blutsteins fällt ins gelbe, braune. 77) Klopstock setzt bluten gern transitiv mit dem acc.: bei dem, der geblutet, von der höhe des kreuzes herab, sein leben geblutet. Mess. 4, 1008; aber um unsertwillen sind jene wunden geöfnet, die er blutet. 4, 1099; die steigenden adern bluten todesangst. 5, 637 (1751: aus todesangst); wenn er für euere kinder und euch sein leben wird bluten. 8, 92; und des vater, der nun söhnopfer blutet. 9, 246; den am kreuz? zwar blutet er, aber er blutete gnade. 18, 284. auch Lessing 2, 105: bei dem blute, das ich gern für deinen vater geblutet. eigenthümlich bei Keisersb. s. d. m. 19b: welcher edelman ietz nicht kan bluoten und fleischen (blut und fleisch hauen), der kan nüt. vgl.ausbluten, dahinbluten, hinbluten, verbluten.
3944 Zeichen · 72 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bluten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bluten , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Blut fließen lassen, Blut fahren lassen. 1. Eigentlich. Die Wunde b…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bluten

    Goethe-Wörterbuch

    bluten auch subst, mehrf PartPräs (vereinzelt subst) a ‘jd blutet (aus einer Wunde)’, ‘etw (Wunde, Körperteil) blutet’ E…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bluten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bluten ( Tränen ) der Pflanzen , das Hervortreten von Saft aus Wundstellen, kommt dadurch zu stande, daß aus lebenden Ze…

  4. modern
    Dialekt
    bluten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    bluten Band 2, Spalte 2,1463f.

  5. Sprichwörter
    Bluten

    Wander (Sprichwörter)

    Bluten 1. Er blutet wie ein Schwein. ( Meiningen. ) 2. Er soll dem Bluten nicht entrinnen. – Henisch, 430. 3. Jemes blue…

  6. Spezial
    bluten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    blu|ten vb.intr. 1 (Blut verlieren) sangoné (-nëia), perde sanch 2 (von Bäumen) laghermé (-mëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bluten

51 Bildungen · 6 Erstglied · 40 Zweitglied · 5 Ableitungen

bluten‑ als Erstglied (6 von 6)

Blutendes Brot

Meyers

Blutendes Brot ( Speisenblut ), eine seit den ältesten Zeiten vom Aberglauben stark ausgebeutete Erscheinung, die in dem Auftreten blutroter…

blutendig

DWB

blut·endig

blutendig , blutend, gebildet wie lebendig, blahendig, tobendig, siedendig: si lief so ilends hie darvon, das si den schleier do must lon, d…

blutentwurf

DWB

blut·entwurf

blutentwurf , m. molimen sanguinolentum: ihr hasz ist unversöhnlich gegen mich, und unerschöpflich ihre blutentwürfe. Schiller 420 a .

bluten als Zweitglied (30 von 40)

Abbluten

Campe

Abbluten , v. I) ntr. mit haben, ausbluten, zu Ende bluten. Ein geschlachtetes Thier muß man gehörig abbluten lassen. II) △ trs. dadurch, da…

Aufbluten

Campe

auf·bluten

Х Aufbluten , v. ntr. mit sein und haben, auf etwas bluten, als Blut auf etwas fallen. Es hat hier aufgeblutet. Das Aufbluten.

ausbluten

DWB

aus·bluten

ausbluten , sanguinem effundere, emittere, verbluten: sein blut ausbluten lassen. 3 Mos. 1, 15 ; und lasse das ubrige blut ausbluten. 5, 9; …

bebluten

DWB

beb·luten

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

durchbluten

DWB

durch·bluten

durchbluten , hindurch bluten. die wunde blutete durch das blut drang aus der wunde durch den verband, uneigentlich, Viktor dessen herz bei …

einbluten

DWB

ein·bluten

einbluten , sanguinem introrsum fundere: nun sprichstu, solt ich also schweigen und mein leiden und getreng niemands klagen, das mag ich nit…

Entbluten

Campe

ent·bluten

◬ Entbluten , v. trs. des Blutes berauben. — und verließ den entbluteten Leichnam. Voß. Das Entbluten. Die Entblutung.

erbluten

DWB

erb·luten

erbluten , exstillare, ausbluten, verbluten: beschneid dem pferd den huef, lasz erblueten. Seuter 397 ; wann ein vieh schmalweidig ist, so h…

fortbluten

DWB

fort·bluten

fortbluten , continuo cruore stillare: die wunde blutet fort, blutet nach; sein herz blutete fort, liesz nicht nach zu bluten

hinbluten

DWB

hin·bluten

hinbluten , verb. blut ausströmen lassen: hier risz er freudig alle seine wunden auf und liesz sie frei hinbluten in thränen. J. Paul Hesp. …

Lungenbluten

PfWB

lungen·bluten

Lungen-bluten n. : wie schd., Lungeblude, -blure [mancherorts], -blule [ KU-Bedb ]. SHW Südhess. IV 443 . —

Mitbluten

Campe

mit·bluten

Mitbluten , v. ntr . mit haben , zugleich mit Andern bluten, und uneigentlich, sterben. Sein unschuldiges Weib mußte mitbluten. D. Mitbluten…

nachbluten

DWB

nach·bluten

nachbluten , verb. hinterher bluten: die wunde blutet nach; auch mit persönlichem subj.: ( Hermann zu Horst, welcher ihm eine wunde verbinde…

nasenbluten

DWB

nasen·bluten

nasenbluten , n. eruptio sanguinis e naribus Stieler 204 : schnecken gestoszen und auf die stirn gelegt, sollen das nasenbluten auch stillen…

niederbluten

DWB

nieder·bluten

niederbluten , verb. , intransitiv, als blut niederflieszen; blut niederrinnen lassen: die aufgedeckte wunde blutete ungefühlt nieder. J. Pa…

totbluten

PfWB

tot·bluten

tot-bluten schw. : sich t. 'verbluten', sich dotblude [ LU-Opp Limbghf ], -blule [ KU-Bedb ]. SHW Südhess. I 1601 . —

verbluten

DWB

verb·luten

verbluten , verb. amittere sanguinem, mhd. verbluoten; verstärkung des einfachen bluten durch die vorsilbe ver, starken blutverlust haben. 1…

vollbluten

DWB

voll·bluten

vollbluten , der bäume: das vollbluten ( gegensatz: ringbluten), welches leicht die ganze rinde überfluthet Ratzeburg waldverderbnis 2, 112 …

Ableitungen von bluten (5 von 5)

bebluten

DWB

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

Entbluten

Campe

◬ Entbluten , v. trs. des Blutes berauben. — und verließ den entbluteten Leichnam. Voß. Das Entbluten. Die Entblutung.

erbluten

DWB

erbluten , exstillare, ausbluten, verbluten: beschneid dem pferd den huef, lasz erblueten. Seuter 397 ; wann ein vieh schmalweidig ist, so h…

verbluten

DWB

verbluten , verb. amittere sanguinem, mhd. verbluoten; verstärkung des einfachen bluten durch die vorsilbe ver, starken blutverlust haben. 1…

zerbluten

BWB

zerbluten Band 2, Spalte 2,1468