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bluten

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
32
Verweise raus
31

Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bluten

bluten

Blut n. lebenserhaltende, rote Körperflüssigkeit. Ein alter ie. r/n-Stamm zur Bezeichnung des Blutes, erhalten z. B. in griech. éar (ἔαρ) ‘Blut’, wird in einzelnen ie. Sprachen, wohl aus Tabugründen, durch neue, etymologisch oft kaum deutbare Wörter ersetzt, vgl. griech. há͞ima (αἷμα) (vgl. Hämoglobin und s. Hämorrhoiden), lat. sanguis (s. sanguinisch). Zu solchen Ersatzwörtern gehört auch der gemeingerm. Ausdruck für ‘Blut’ ahd. (8. Jh.), mhd. bluot, asächs. aengl. blōd, engl. blood, mnd. blōt, mnl. bloet, nl. bloed, afries. blōd, anord. blōð, schwed. blod und mit grammatischem Wechsel got. blōþ. Diese Formen setzen germ. *blōþa- (mit Betonung auf der zweiten Silbe in allen Sprachen mit Ausnahme des Got.) voraus. Dieses läßt sich deuten als Bildung zu der in blühen, Blume, Blüte (s. d.) vorliegenden Wurzelerweiterung ie. *bhlē-, *bhlō- mit dem (auch für Verbaladjektive verwendeten) Suffix ie. -to-, germ. -þa-. Hervorquellendes Blut würde danach metaphorisch als ‘etw. üppig Gesprossenes’ vorgestellt. Oder ist in germ. *blōþa- ein vorie. Substratwort zu sehen? – Blutbank f. ‘zentrale Aufbewahrungs- und Abgabestelle für Blutkonserven’ (20. Jh.). Blutbuche f. Buche mit rötlichen Blättern (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet bluten Vb. ‘Blut verlieren’, ahd. (8. Jh.), mhd. bluoten, mnd. blȫden, blōden, mnl. nl. bloeden, afries. blēda, aengl. blēdan, anord. blœða. Bluter m. ‘an der Bluterkrankheit Leidender’ (18. Jh.). Bluthund m. ‘Schweißhund’ (2. Hälfte 15. Jh.). blutig Adj. ‘voll Blut’, ahd. bluotag (8./9. Jh.), mhd. bluotec. blutjung Adj. ‘sehr jung’ (17. Jh.), Analogiebildung zu älteren Adjektivkomposita wie blutarm ‘arm bis aufs Blut’ (d. i. bis aufs Leben), ‘sehr arm’ (15. Jh.), wobei das erste Kompositionsglied intensivierenden Sinn hat und auf das Vorbild mhd. bluotrōt ‘blutrot’, d. h. ‘rot wie Blut’ als verstärkender Vergleich, zurückzuführen ist; vgl. auch ahd. bluotrōtī ‘Purpurröte’ (Hs. 12. Jh.). Dagegen (ab 19. Jh.) blutarm ‘arm an Blut, blaß, schwächlich, anämisch’. Blutrache f. ‘Tötung als Vergeltung für einen getöteten Sippenangehörigen’ (17. Jh.). Blutschande f. ‘Inzest’ (1. Hälfte 16. Jh.). Blutschuld f. ‘aus Mord erwachsene Schuld’ (16. Jh.). blutsverwandt Adj. ‘durch gleiche Abstammung verwandt’ (1. Hälfte 16. Jh.), davon abgeleitet Blutsverwandtschaft f. (1. Hälfte 16. Jh.).
2332 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bluten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bluten , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Blut fließen lassen, Blut fahren lassen. 1. Eigentlich. Die Wunde b…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bluten

    Goethe-Wörterbuch

    bluten auch subst, mehrf PartPräs (vereinzelt subst) a ‘jd blutet (aus einer Wunde)’, ‘etw (Wunde, Körperteil) blutet’ E…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bluten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bluten ( Tränen ) der Pflanzen , das Hervortreten von Saft aus Wundstellen, kommt dadurch zu stande, daß aus lebenden Ze…

  4. modern
    Dialekt
    bluten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    bluten Band 2, Spalte 2,1463f.

  5. Sprichwörter
    Bluten

    Wander (Sprichwörter)

    Bluten 1. Er blutet wie ein Schwein. ( Meiningen. ) 2. Er soll dem Bluten nicht entrinnen. – Henisch, 430. 3. Jemes blue…

  6. Spezial
    bluten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    blu|ten vb.intr. 1 (Blut verlieren) sangoné (-nëia), perde sanch 2 (von Bäumen) laghermé (-mëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bluten

33 Bildungen · 6 Erstglied · 22 Zweitglied · 5 Ableitungen

bluten‑ als Erstglied (6 von 6)

Blutendes Brot

Meyers

Blutendes Brot ( Speisenblut ), eine seit den ältesten Zeiten vom Aberglauben stark ausgebeutete Erscheinung, die in dem Auftreten blutroter…

blutendig

DWB

blut·endig

blutendig , blutend, gebildet wie lebendig, blahendig, tobendig, siedendig: si lief so ilends hie darvon, das si den schleier do must lon, d…

blutentwurf

DWB

blut·entwurf

blutentwurf , m. molimen sanguinolentum: ihr hasz ist unversöhnlich gegen mich, und unerschöpflich ihre blutentwürfe. Schiller 420 a .

bluten als Zweitglied (22 von 22)

Abbluten

Campe

Abbluten , v. I) ntr. mit haben, ausbluten, zu Ende bluten. Ein geschlachtetes Thier muß man gehörig abbluten lassen. II) △ trs. dadurch, da…

ausbluten

DWB

aus·bluten

ausbluten , sanguinem effundere, emittere, verbluten: sein blut ausbluten lassen. 3 Mos. 1, 15 ; und lasse das ubrige blut ausbluten. 5, 9; …

bebluten

DWB

beb·luten

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

einbluten

DWB

ein·bluten

einbluten , sanguinem introrsum fundere: nun sprichstu, solt ich also schweigen und mein leiden und getreng niemands klagen, das mag ich nit…

nachbluten

DWB

nach·bluten

nachbluten , verb. hinterher bluten: die wunde blutet nach; auch mit persönlichem subj.: ( Hermann zu Horst, welcher ihm eine wunde verbinde…

nasenbluten

DWB

nasen·bluten

nasenbluten , n. eruptio sanguinis e naribus Stieler 204 : schnecken gestoszen und auf die stirn gelegt, sollen das nasenbluten auch stillen…

verbluten

DWB

verb·luten

verbluten , n. substantiver infinitiv zum vorigen, in übertragener bedeutung: wenn nach des tags verbluten weit und breit die finsternisz si…

zahnbluten

DWB

zahn·bluten

zahnbluten , n. , haemorrhagia a) ex dentium alveolis, b) gingivarum Nemnich lex. nosolog.

Ableitungen von bluten (5 von 5)

bebluten

DWB

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

Entbluten

Campe

◬ Entbluten , v. trs. des Blutes berauben. — und verließ den entbluteten Leichnam. Voß. Das Entbluten. Die Entblutung.

erbluten

DWB

erbluten , exstillare, ausbluten, verbluten: beschneid dem pferd den huef, lasz erblueten. Seuter 397 ; wann ein vieh schmalweidig ist, so h…

verbluten

DWB

verbluten , n. substantiver infinitiv zum vorigen, in übertragener bedeutung: wenn nach des tags verbluten weit und breit die finsternisz si…

zerbluten

BWB

zerbluten Band 2, Spalte 2,1468