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Bluten

nhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
15 in 15 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Bluten

Bd. 3, Sp. 89
Bluten (Tränen) der Pflanzen, das Hervortreten von Saft aus Wundstellen, kommt dadurch zu stande, daß aus lebenden Zellen durch innere Kräfte Wasser in die angrenzenden Leitungsbahnen hineingepreßt wird und aus diesen an der Wundfläche zum Vorschein kommt. In seinem ursächlichen Zusammenhang schließt sich das B. an die Tropfenausscheidung aus unverletzten Blättern (s. Absonderung 3) und an die Absonderung einer verdauenden Flüssigkeit aus den Drüsen der »insektenfressenden« Pflanzen (s. d.) nahe an, während die Saftabsonderung der typischen Nektarien in den Blüten und außerhalb derselben, bei der die osmotische Energie gewisser außerhalb der Zellen befindlicher Stoffe eine Rolle spielt, einen wesentlich andern Vorgang repräsentiert. Die Fähigkeit des Blutens findet sich fast ganz allgemein bei Holzpflanzen, auch bei vielen krautartigen Gewächsen. Bei der Rebe und Birke wird so reichlich Saft hervorgepreßt, daß sein Volumen und der dabei wirksame Blutungsdruck durch ein an die Wundstelle angeschlossenes Manometer gemessen werden kann. Der Blutungsdruck (bei einer Birke bis 1038 mm) zeigt bei der einzelnen Pflanze regelmäßige tägliche und jährliche Schwankungen, so daß man von einer jährlichen und täglichen Blutungsperiode sprechen kann. Die Menge des ausgeschiedenen Saftes ist bei den einzelnen Pflanzenarten und -Individuen sehr verschieden: eine Birke lieferte vom 21.–28. März 36 Lit., ein Weinstock 10–950 ccm am Tage, aus dem entgipfelten Blütenschaft einer Agave flossen täglich bis 7,5 L. Saft, und während der 4–5 Monate anhaltenden Blutung wurden 995 L. Saft ausgeschieden. Vgl. Wieler, Das B. (in Cohns »Beiträgen zur Biologie der Pflanzen«, Bd. 6, Bresl. 1892); Pfeffer, Pflanzenphysiologie, Bd. 1 (2. Aufl., Leipz. 1897).
1758 Zeichen · 24 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bluten

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bluten , verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Blut fließen lassen, Blut fahren lassen. 1. Eigentlich. Die Wunde b…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bluten

    Goethe-Wörterbuch

    bluten auch subst, mehrf PartPräs (vereinzelt subst) a ‘jd blutet (aus einer Wunde)’, ‘etw (Wunde, Körperteil) blutet’ E…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Bluten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Bluten ( Tränen ) der Pflanzen , das Hervortreten von Saft aus Wundstellen, kommt dadurch zu stande, daß aus lebenden Ze…

  4. modern
    Dialekt
    bluten

    Bayerisches Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    bluten Band 2, Spalte 2,1463f.

  5. Sprichwörter
    Bluten

    Wander (Sprichwörter)

    Bluten 1. Er blutet wie ein Schwein. ( Meiningen. ) 2. Er soll dem Bluten nicht entrinnen. – Henisch, 430. 3. Jemes blue…

  6. Spezial
    bluten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    blu|ten vb.intr. 1 (Blut verlieren) sangoné (-nëia), perde sanch 2 (von Bäumen) laghermé (-mëia).

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bluten

33 Bildungen · 6 Erstglied · 22 Zweitglied · 5 Ableitungen

bluten‑ als Erstglied (6 von 6)

Blutendes Brot

Meyers

Blutendes Brot ( Speisenblut ), eine seit den ältesten Zeiten vom Aberglauben stark ausgebeutete Erscheinung, die in dem Auftreten blutroter…

blutendig

DWB

blut·endig

blutendig , blutend, gebildet wie lebendig, blahendig, tobendig, siedendig: si lief so ilends hie darvon, das si den schleier do must lon, d…

blutentwurf

DWB

blut·entwurf

blutentwurf , m. molimen sanguinolentum: ihr hasz ist unversöhnlich gegen mich, und unerschöpflich ihre blutentwürfe. Schiller 420 a .

bluten als Zweitglied (22 von 22)

Abbluten

Campe

Abbluten , v. I) ntr. mit haben, ausbluten, zu Ende bluten. Ein geschlachtetes Thier muß man gehörig abbluten lassen. II) △ trs. dadurch, da…

ausbluten

DWB

aus·bluten

ausbluten , sanguinem effundere, emittere, verbluten: sein blut ausbluten lassen. 3 Mos. 1, 15 ; und lasse das ubrige blut ausbluten. 5, 9; …

bebluten

DWB

beb·luten

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

einbluten

DWB

ein·bluten

einbluten , sanguinem introrsum fundere: nun sprichstu, solt ich also schweigen und mein leiden und getreng niemands klagen, das mag ich nit…

nachbluten

DWB

nach·bluten

nachbluten , verb. hinterher bluten: die wunde blutet nach; auch mit persönlichem subj.: ( Hermann zu Horst, welcher ihm eine wunde verbinde…

nasenbluten

DWB

nasen·bluten

nasenbluten , n. eruptio sanguinis e naribus Stieler 204 : schnecken gestoszen und auf die stirn gelegt, sollen das nasenbluten auch stillen…

verbluten

DWB

verb·luten

verbluten , verb. amittere sanguinem, mhd. verbluoten; verstärkung des einfachen bluten durch die vorsilbe ver, starken blutverlust haben. 1…

zahnbluten

DWB

zahn·bluten

zahnbluten , n. , haemorrhagia a) ex dentium alveolis, b) gingivarum Nemnich lex. nosolog.

Ableitungen von bluten (5 von 5)

bebluten

DWB

bebluten , cruentare, nnl. bebloeden: den boden bebluten; gezänk und tod bringt Libitina auf die beblutete scene. Götz 2, 43 .

Entbluten

Campe

◬ Entbluten , v. trs. des Blutes berauben. — und verließ den entbluteten Leichnam. Voß. Das Entbluten. Die Entblutung.

erbluten

DWB

erbluten , exstillare, ausbluten, verbluten: beschneid dem pferd den huef, lasz erblueten. Seuter 397 ; wann ein vieh schmalweidig ist, so h…

verbluten

DWB

verbluten , verb. amittere sanguinem, mhd. verbluoten; verstärkung des einfachen bluten durch die vorsilbe ver, starken blutverlust haben. 1…

zerbluten

BWB

zerbluten Band 2, Spalte 2,1468