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verbluten

nhd. bis spez. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verbluten verb.

Bd. 25, Sp. 147
verbluten, verb. amittere sanguinem, mhd. verbluoten; verstärkung des einfachen bluten durch die vorsilbe ver, starken blutverlust haben. 11) intransitiv, sinnlich, blutverlust haben: mhd. do det er (Christus) als ein cranker man, der von wunden swêre verblûtet grobelich wêre. pass. 76, 43 Hahn; nhd. mit denselben (fuhrleuten) eilete ich darvon, weil mein verbluter patient nunmehr wieder bei kräfften .. war. Simpl. 2, 290, 9 Kurz; er war verwundet, verblutet aber ohne gefahr. Tieck 16, 184; bildlich, part. praet.: o sie sah so müde und kränklich aus, so rothgeweint und verblutet und veraltet. J. Paul 10, 151; sein verblutet-kaltes innere .. hat ja das getöse der welt so nöthig. 4, 139. 22) ausbluten, unter, durch blutverlust sterben, mhd. exanimare virblutin (anf. d. 15. jahrh.) Dief. 214b, vgl. nd. vorblodet, exsanguis gloss. nov. 163a; nhd. verbluten, perire sanguine ex vena rupta sine intermissione effluente. Stieler 205; sie (Cassandra) sieht im geiste schon den geliebten bruder aus offenen todeswunden verbluten. H. Heine 3, 200; mein dunkles herze liebt dich, es liebt dich und es bricht, und bricht und zuckt und verblutet, aber du siehst es nicht. 15, 243; particip mit adjectiver verwendung: der zergehende körper sank süsz verblutend der geliebten nach. J. Paul 4, 46; jedoch warnet er sein gemal .. dasz sie sich etwas enthielte, weil sie nahe auff dem zil gienge, und aber diese kuttelwescherei kein kindbetterin henn, capaun oder verplutetes täublin war. Fischart Garg. (1590) 153; mein wohlbehagen verstattete mir zur zeit nicht, weder an meinen verbluteten bruder noch an meine weitläufigern verwandten .. zu denken. Thümmel 7, 363; bildlich, in verfall kommen: des kriegs und bawens hauptadern sind gelt, wo die verbluten, so fleigt kein fan mehr und krähet kein han mehr auf der zelt. Fischart Garg. (1590) 513; ein langer, verwüstender krieg zertritt den segen des offenen landes, sieger und besiegte verbluten. Schiller hist.-krit. ausg. 7, 12; ganze verblutete zeiten und völker stehen vor uns als blutzeugen des satzes, dasz ein fürst etwa eine wahrheit anderthalb seiten stark nicht gelesen hatte. J. Paul 33, 97; auf dem kopfkissen, als trüg es den längsten schlaf, ruhet dieses verblutete haupt sanfter als an der brust, die ihm seine thränen zankend nachzählt. 23, 81. 33) transitiv, in redewendungen wie das leben verbluten u. s. w.: verblute seel und geist, verkühle zorn und gallen. Lohenstein Agripp. 92, 582; voll schöner wunden will ich mein leben für sie auf deinen höhen verbluten, Golgatha! Klopstock Mess. 4, 952; wirst auf reiser und ruthen und in netze nicht fallen, nicht dein leben verbluten an raubgierigen krallen. Rückert 4, 83; sie verbluten jetzt ihren letzten tropfen blutes für den, der ihre vorherigen kaufte. Fichte 6, 151. 44) reflexiv, sich verbluten, blutverlust haben: er hatte von meinem schusz eine grosze beule an der stirn und ich hatte mich sehr verblutet. Simpl. 1, 412 Kurz; (es) hatte sich der reichste mann daselbsten schon dergestalt aus der nasen verblutet, dasz jedermann an seinem leben verzweiffelte. 2, 288; er hat sich sehr verblutet, plurimum sanguinis perdidit, profudit. Stieler 205; ich verblute mich, emisso sanguine languesco Steinbach (1725) 28; schafft eine bahre her, ich kann nicht gehn, verblutet hab ich mich, im heu vergraben. Chamisso (1836) 4, 127. 55) sich verbluten, durch blutverlust sterben: mein herz blutet, ach, dasz es sich in dieser meiner letzten umarmung verbluten möchte! Adelung versuch 4, 1385; er verblutet sich. Schiller hist.-krit. ausg. 14, 400 (Tell 4, 3); bildlich, seine kräfte aufreiben: die truppen verbluteten sich in einem ganz nutzlosen angriff. Häusser deutsche geschichte 4, 396. hieher ist auch das schriftdeutsch seltene aber dialektisch beliebte sich verbluten, sich der geldmittel entblöszen (bei Adelung versuch 4, 1385 aufgeführt) zu rechnen, so z. b. westerwäldisch Schmidt 289, niederösterr. Castelli 121.
3984 Zeichen · 79 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verbluten

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Verbluten , verb. regul. neutr. bis zur Erschöpfung alles oder doch des meisten Blutes bluten. Da er gar verblutet hatte…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verbluten

    Goethe-Wörterbuch

    verbluten [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    verbluten

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    verbluten Band 2, Spalte 2,1466f.

  4. Spezial
    verbluten

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    ver|blu|ten vb.intr. jí le sanch, sangoné fora, perde döt le sanch, morí por sangonada. ▬ der Verletzte ist am Unfallort…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verbluten

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Ableitung von verbluten

ver- + bluten

verbluten leitet sich vom Lemma bluten ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verbluten 2 Komponenten

verb+luten

verbluten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

Keine Komposita gefunden — verbluten kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verbluten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verbluten/dwb?formid=V00568
MLA
Cotta, Marcel. „verbluten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verbluten/dwb?formid=V00568. Abgerufen 11. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verbluten". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verbluten/dwb?formid=V00568.
BibTeX
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