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Verderben

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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29 in 15 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Verderben v., ntr, trs

Bd. 5, Sp. 277b
Verderben, v. I) ntr. unregelm. mit sein, ich verderbe, du verdirbst, er verdirbt, wir verderben  geb. F. ich verderbe, du verderbest, er verderbe; unl. verg. Z. ich verdarb, geb. F. ich verdürbe; Mittelw. d. verg. Z. verdorben; Befehlw. verdirb! die zu seiner Bestimmung oder Absicht nöhige Eigenschaft, Beschaffenheit verlieren, untauglich werden; besonders wenn diese Veränderung sich aus Ursachen, die in den Dingen selbst liegen entwickelt, indem sie in Gährung übergehen  Das Obst, das Fleisch  ist verdorben, wenn es in Gährung, Fäulniß übergegangen ist. Das Bier verdirbt, wenn es schal und sauer wird. Die Waaren sind in der Nässe verdorben. Man muß nichts verderben lassen, sondern zur rechten Zeit und auf die rechte Art gebrauchen. Eine Sache, z. B. ein Geräth  ist verdorben, sagt man auch, wenn es in schlechten und unbrauchbaren Zustand gerathen ist, durch häufigen Gebrauch, oder durch allerlei Umstände und Zufälle, und wo diese Veränderung keiner bestimmten Person und als beabsichtiget zugeschrieben werden kann. Das Messer, das Schloß an der Thür, das Klavier  ist verdorben. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung, seine ursprüngliche Güte, Vollkommenheit verlieren. So heißt bei den ältern Gottesgelehrten, die menschliche Natur verdorben, sofern sie durch die Sünde ihre ürsprüngliche Vollkommenheit verloren hat. Von einem Kaufmanne, welcher in einen schlimmen Zustand in Ansehung seiner Geschäfte und seines Glaubens bei Andern gerathen ist, so daß er seine Zahlungen nicht mehr leisten kann, sagt man auch, er sei verdorben. »An dir ist ein Lobredner verdorben,« Lessing, d. h. du hättest ein guter Lobredner werden können, wenn du Ausbildung und Veranlassung dazu gehabt hättest. An ihm ist ein guter Soldat  verdorben, er hätte ein guter Soldat  werden können. »Ih bin zum Comödianten (Schauspieler) verdorben,« Lessing, d. h. ich tauge nicht dazu. Besonders wird es gebraucht für, zu Grunde gehen, umkommen. »Die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einöde, neulich verdorben und elend geworden.« Hiob 30, 3. »Du hast dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe.« Es. 38, 17. »Wer sich gern in Gefahr begiebt, der verdirbt darinnen.« Sir. 3, 27. »Es ist besser, ein Mensch sterbe für das ganze Volk, denn daß das ganze Volk verderbe.« Joh. 11. 50. Ehemahls gebrauchte man es auch für sterben schlechthin. II) trs. regelm. ob es gleich häufig genug noch unregelm. gebraucht wird, zu seiner Bestimmung und Absicht untauglich machen, in einen schlechten unbrauchbaren Zustand versetzen. Man soll eine Sache nützen aber nicht verderben. Etwas muthwillig verderben. »Ein Hümpler verdirbt (verderbt) ein Ding.« Sprichw. 26, 10. »Wenn jemand seinen Knecht in ein Auge schlägt und verderbt es.« 2 Mos. 21, 26. »Die wilden Thiere haben deinen Weinstock verderbt.« Ps. 80, 14. — welche die Flüsse mit Gift und Geifer verderbten. Voß. Seine Gesundheit durch Ausschweifungen verderben. Die schnelle Abwechselung von heiß und kalt verderbt die Zähne. Nun aber fasse dich! Mit Weinen Verderbst du dir dein artiges Gesicht. Kl. Schmidt. Einem das Spiel verderben, ihn hindern dasselbe zu gewinnen, und in weiterer Bedeutung, in der Erreichung seiner Absicht hindern. Böse Beispiele verderben gute Sitten. »Die Gegenarzenei, die diesem heillosen Ungeschmacke entgegenwirken soll, hat Alles noch mehr verderbt.« Herder. »Kein Ekel verderbt ihm die immer neuen Freuden, die (welche) die Schönheiten des Natur in endloser Mannichfaltigkeit ihm anbieten.« Geßner. Einem die Freude, den Spaß verderben. Dies verderbte mir den ganzen Abend. Es mit niemand verderben, mit jedem in gutem Vernehmen zu bleiben suchen, sich niemand zum Feinde machen  »Mit der Tugend werde ichs von freien Stücken niemahls verderben.« Gellert. Er verderbt keine Gesellschaft, er ist ein guter Gesellschafter, den man nicht ungern siehet. I weiterer und uneigentlicher Bedeutung, in einen sehr schlimmen Zustand versetzen, in hohem Grade unglücklich machen, zu Grunde richten. So sagte man ehemahls ein Mädchen verderben, es schwächen, schänden. Wer nicht verderbet wird durch Liebe, der verdirbet. Opiz. Sein Zorn drohte sie zu verderben. Unsel'ge Falschheit, Mutter alles Bösen, Du Jammerbringende, verderbst uns. Schiller. — viel trug ich des Wehs und verderbte das Haus mir. Voß. »Denn sie haben mir ohne Ursach gestellet ihre Netze zu verderben.« Ps. 34, 7. Zuweilen wird der Zustand, in welchen man jemand oder etwas durch Verderben setzt, noch besonders durch den vierten Fall mit dem Verhältnißworte in ausgedruckt. »Fürchtet euch vor dem, der Leib und Seele verderben mag in die Hölle.« Matth. 10, 28. (Verderben) — worein ich Rom verdarb (verderbt'). Kretschmar. (R.) I der Bibel und in der ältern Gottesgelehrtheit wird verderben häufig von dem Versetzen in das ewige Unglück, von der Verdammniß gebraucht. Eben so kömmt es in der Bibel häufig vor für, den völligen Untergang bewirken, tödten, als ein allgemeiner Ausdruck. »Die Sündflut soll alles Fleisch verderben« 1 Mos. 6, 17. »Ehe der Herr Sodoma und Gommorra verderbte.« 1 Mos. 13, 10. »Herr, Herr, verderbe dein Volk nicht.« 5 Mos. 9, 26. — I N. D. lautet es verdarfen und bedarfen — D. Verderben. S. d. D. — ung.
5237 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verdërbenstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +8 Parallelbelege

    verdërben stm. sô ist beʒʒer mîn verderben Iw. 164. dô stuont sîn gir und al sîn sin niwan ûffes lîbs verderben Parz. 53…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verdêrben

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    Verdêrben , verb. irreg. & regul. welches in der erstern Gestalt auf folgende Art abgewandelt wird: ich verderbe, du ver…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verderben

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    verderben [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    Verderben

    Bayerisches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    Verderben Band 3, Spalte 3,1586

  5. Spezial
    verderben

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    ver|der|ben (verdirbt, verdarb, verdorben) I vb.tr. 1 (unbrauchbar machen) roviné (-na), dezipé (-pa) 2 (ungenießbar mac…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verderben

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verderben

ver- + derben

verderben leitet sich vom Lemma derben ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verderben 2 Komponenten

verder+ben

verderben setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verderben‑ als Erstglied (8 von 8)

Verderbengehülfe

Campe

verderben·gehuelfe

○ Der Verderbengehülfe , — n, Mz. — n , ein Gehülfe zum Verderben, Andere oder etwas zu verderben. — Warum gabst du Mir die Verderbengehülfe…

verderbenschwanger

DWB

verderben·schwanger

verderbenschwanger , s. theil 12, 218: holla Franz! siehe dich vor! dahinter stekt irgend ein verderben schwangeres ungeheuer! Schiller räub…

verderbensstrahl

DWB

verderben·s·strahl

verderbensstrahl , m. plötzliches verderben ( mit einem blitzstrahl verglichen ): auch mir kann der verderbensstrahl erscheinen, der feurig …

verderbenstifter

DWB

verderben·stifter

verderbenstifter , m. : der verderbenstifter Mars durchstrich gleich Akamas .. die schlachtreihn Ilions. Bürger 163 .

Verderben (Subst.)

Wander

verderben·subst

Verderben (Subst.) Verderben (Subst.). 1. Wer eilt zu seinem verderb, der borge gelt vnd kauff ein Erb. – Henisch, 456, 36; Petri, II, 698. …

verderbenträchtig

DWB

verderben·traechtig

verderbenträchtig , adj. verderben bergend, in sich schlieszend ( vgl. verderbenschwanger): holla, Franz! sieh dich vor! dahinter steckt irg…

Verderben (Verb.)

Wander

verderben·verb

Verderben (Verb.) Verderben (Verb.). 1. Besser (zehnmal) verdorben als einmal gestorben. – Henisch, 322, 5; Petri, III, 2; Blass, 7. Aus dem…