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krolle

mhd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
8 in 8 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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13
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8

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

krolle f.

Bd. 11, Sp. 2352
krolle, f. 11) locke, hessisch (auch krulle) Vilmar 227, wetterauisch, westerwäldisch und weiter nach westen und nordwesten zu herschend: im selbigen jahr ging an, dasz herrn, ritter und knechte drugen kurze haar und krollen über die ohren abgeschnitten. Limb. chron. 73; nicht auf den goldnen crollen (wohnt die tugend), die um die achseln rollen und gleich wie netze ziehn. J. N. Götz (geb. aus Worms) ode bei der vermählung seiner ältesten schwester, in den oden Anakreons (1746) 102. die mundart kürzt aber in kroll, z. b. in Aachen Müller und Weitz 130, daher auch diesz in rheinländischem hochdeutsch: unus de toto peccaverat orbe comarum annulus ... es hätte eine krol ein grosze sünd begangen, weil sie dem kopf zum spott durft aus der ordnung hangen. Heinr. Lindenborn der die welt beleuchtende Diogenes, 1. jahrg., anderte auflag, Cöln 1742, s. 649. 22) das ganze lockenhaar: der Freye war ein vierschützig man, mit einer greisen kroll, ein breitlecht antlitz mit einer flachen nasen. Limburger chron. s. 45 (48). ebenso kröll und kroll m. 2, nrh. im Teuth. 60b crolle des mans, cirrus, caesaries (auch crulle 61b), und noch nl. krul f., daher z. b. zijn haar is uit de krol, die (künstlichen) locken sind ausgegangen; bei Kil. krol, krul, krolle, crispus capillus, cheveux crespus. 33) verbreitung, verwandtschaft. 3@aa) gegenwärtig beschränkt auf das westliche md., das mrh. und nrh. (doch auch nd., s. b), musz das wort nebst zubehör doch früher im md. gebiete weiter verbreitet gewesen sein, das zeigt das krul unter kroll 2, krullil n. löckchen Jeroschin 128d. und auch oberdeutsch hat es früher nicht ganz gefehlt, wie doch jetzt, s. mhd. krülle f., krüllen wb. 1, 589a, obwol die heimat der spärlichen zeugnisse genauer zu prüfen bleibt, alem. chrüllîsen voc. opt. 14, 7; aus nhd. zeit s. unter krollen 1, a. 3@bb) auszerdem nd. krulle locke Richey 141, brem. wb. 2, 886, bei Schamb. 114b demin. krülke, krulke hängelocke am pfeifenstiele, troddel an den epauletten, vgl. unter krollen 3; ostfries. krulle, kruller ringel, locke, krause, schnörkel, auch adj. krull kraus Stürenb. 125b, also am entwickeltsten doch an der nordwestlichen grenze, wie in dem anstoszenden nl., s. 2. 3@cc) auszer dem deutschen gebieten. krölle locke, auch falte, runzel, krölle kräuseln, zerknittern, schwed. dial. kruller pl. locken, krulla kräuseln Rietz 358a, norw. krull m. locke u. ä., krulla ringeln Aasen 240a, isl. krulla crispare, confundere, krull n. confusio Biörn 1, 479a. auch altenglisch crolle, crulle lockig (s. u.kroll adj.), jetzt mit umgesprungnem r curl locke u. ä., wie auch norw. kurle m., nordfries. kuuarlin zerknittern Johansen 44. 3@dd) als nächstverwandt erscheinen ostfriesisch krillen ringeln (s. krillen), schweiz. krallen sich kräuseln, zusammendrehen (sp. 1983) und zubehör, woraus deutlich ein altes starkes krillan mit ablautung spricht, s. mehr krällen II, b. die bedeutung des krümmens tritt auch noch deutlich auf in nordfries. krealen refl., sich krümmen und winden Johansen 44, selbst bei kroll in fläm. zich krul lachen gleich sich krom lachen Schuerm. 305a, wie unser sich scheckig lachen u. ä., der begriff locke ist nur ein zufällig gebliebenes eckchen des ganzen begriffsgebietes.
3279 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    krolleswf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    krolle swf. BMZ haarlocke Limb. chr. 73. krülle Msh. 2,390 b ;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    krollef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    krolle , f. 1 1) locke, hessisch ( auch krulle) Vilmar 227 , wetterauisch, westerwäldisch und weiter nach westen und nor…

  3. modern
    Dialekt
    Krolle

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Krolle s. PfWB Krulle ;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit krolle

17 Bildungen · 11 Erstglied · 6 Zweitglied · 0 Ableitungen

krolle‑ als Erstglied (11 von 11)

krolleisen

DWB

kroll·eisen

krolleisen , n. calamistrum, kruleysen Dief. 88 b aus zwei md., wol rhein. voc., vergl. alem. chrüllîsen unter krolle 3, a, noch nl. krulijz…

Krollêrbse

Adelung

kroll·erbse

Die Krollêrbse , plur. die -n, im gemeinen Leben, hart gekochte, und gewisser Maßen nur gebrühete Erbsen; von dem Nieders. kroien, krollen, …

krollerbsen

DWB

krollerbsen , pl. hart gekochte erbsen Adelung ; es ist nd., krüllarften, die im kochen aufgegangen und erweichet, aber nicht zerkocht sind …

Krollert

RhWB

kroll·ert

Krollert -o·l.ərt, Pl. -də(n) Bitb-Hütting , Daun-Mehren , Koch-Lutzerath , Kobl-Stdt m.: Mensch mit Lockenkopf.

Krolleskopf

RhWB

krolles·kopf

Krolles-kopf -kǫp Verbr. wie Krolles u. Neuw-Leutesd m.: 1. Lockenkopf. — 2. übertr. Mensch mit Lockenkopf.

krollessig

RhWB

kroll·essig

krollessig -əsiχ Goar-Halsenb , Koch-Mörsd , Aden-Quiddelb Adj.: lockig, vom Haar .

krolle als Zweitglied (6 von 6)

Blockrolle

Adelung

block·rolle

Die Blockrolle , plur. die -n, eine aus einem ganzen Blocke, d. i. dem Stamme eines Baumes, geschnittene Rolle, Lasten vermittelst derselben…

Duwackrolle

ElsWB

Duwackrolle f. ein rollenförmiges Gebäck von spanischem Brotteig, in welchen Zucker und geriebene Zitronenschale kommt Stöber Mäder 76.

Ponnikrolle

WWB

ponni·krolle

Ponni-krolle f. Haarsträhne, die ins Gesicht hängt (Frbg.) ( Kr. Unna u. die krfr. Stadt Hamm Unn Fh).

stockrolle

DWB

stock·rolle

stockrolle , f. , ( bei den drahtziehern ) eine senkrecht auf dem abführtische stehende rolle, um welche sich der draht windet Adelung ( Jac…

Tabakrolle

Campe

tabak·rolle

Die Tabakrolle , Mz. — n ; Vw. das — röllchen , eine Rolle Tabak, eine Rolle von Tabak. Ein Tabakröllchen rauchen (einen Cigarro ).