klingen,
klang geklungen,
sonare, tinnire, ahd. chlingan,
mhd. klingen. II.
Formen und verwandtschaft. I@aa)
wie zu klang eine nebenform klank
bestand, zu klengen klenken,
so zu klingen
auch klinken, sicher so gut auch hd. wie klank;
nur zu erweisen ist sie ahd. mhd. noch nicht, denn in kinkilôn
in Keros glossen Hattemer 1, 159
a (
s. u. klingeln)
kann nk
für gewöhnliches ng
stehn, vgl. z. b. prinkandi
bringend 216
b das. und inthankhe
grata 216
a gleich mhd. endanke (
wb. 1, 354
b),
doch auch singu 159
a.
erst nhd. im 17. 18.
jh. taucht klinken
einzeln auf: ich klincke,
tinnio (klincker
m. tinniens) Steinbach 1, 880,
aber schwachf. (geklinckt),
wie freilich auch klingen,
s. auch sp. 1183. 1184, klinkern, klinkeler
für klingler, klink klank
für klingklang
sp. 1171,
ferner unter klingapfel, klinghart.
möglicherweise ist ein beleg für altfränk. klinkan
in franz. clincaille
metallnes hausgerät versteckt (
daraus quincaille
kurzwaaren, wie schon ahd. kingilôn
unter klingeln),
und in clinquant
rauschegold, obwol letzteres nach lothring. clinclant,
prov. clinclan
auf 'klingklang'
zurückgehen mag (Diez 2, 250). I@bb)
heimisch ist es aber auszer dem hd. gebiete I@b@aα)
am Niederrhein, noch jetzt z. b. in Aachen klenke
klingen, von gläsern, geld u. dgl., s. Müller
u. Weitz 111,
mit e
aus i
getrübt, im 15.
jh. clinken
tinnire Teuthon., in der Cölner gemma von 1507 'clinken
clingere' Diefenb. 127
b (klingen oder lauten, clingere
voc. th. 1482 q 8
a): die scharpe swerd sach man blinken ind (
hörte sie) over die borstweir (
brustwehr) clinken. Wierstraat
Neusz 2250; hoch klinket myn gemote.
der minne bergfried 133
b, Pfeiffers
altd. übungsbuch s. 165.
ebenso nl. klinken,
und zwar stark, klonk, geklonken,
mnl. clinken (
z. b. Elegast 858),
doch gibt Kil.
daneben klingen
an. I@b@bβ)
auch engl. clink,
doch schwachformig, in der bed. klirren, und klingen lassen (
wie hd. unter II, 2,
e);
altengl. clinke (
auch von glöckchen),
dazu clenche
klingen machen (
z. b. the harpe,
harfe spielen)
gleich hd. klenken;
diesz, wie engl. clank
geklirr, verbürgt auch ein starkes ags. clincan,
während engl. clang
geklirr auch die weichere form andeutet. I@b@gγ)
nd. wird zwar nur klingen
angegeben (Dähnert, Schamb.),
mnd. Rein. vos 1430;
aber auch da musz klinken
bestanden haben nach klank
klang sp. 945, klinkelêren
unter II, 2,
c und klink!
gleich kling!
so ergibt sich als ursprünglicher bestand allenthalben eine doppelform mit verschiedner auslautstufe, wie bei klimmen
sp. 1167
mitte. auch böhm. entlehnt klinkati
klingeln. I@b@dδ)
eigen stehts im nord.; altnorw. klingja
ist nur schwachformig und selten bezeugt (
mit einem glöckchen klingeln bei Fritzner),
noch isl. klíngia
tinnire, clangere bei Biörn;
altschwed. klinga
stark und klinga, klinka
schwach (Rydqvist 1, 183),
während das heutige schw. klinga,
dän. klinge
stark sind. Rydqvist
denkt an entlehnung von uns; aber obwol deutscher einflusz daran sichtbar ist, die verbreitung des starken worts in den schwed. und norw. mundarten bei Rietz, Aasen,
die schwache bildung selbst und eine bildung wie das dän. adj. klinger
helltönend (
vgl. klingern)
verbürgen alten selbstständigen bestand. I@cc)
merkw. altfries. klinna klingen mit subst. klin
glockenklang Richth. 874
b;
das ist aber der rest einer selbständigen form, die auch in ags. clynnan
clangere (
praet. clynede) Grein 1, 164
sich zeigt, bei uns vielleicht in klinseln,
s. d. und vgl. klönen.
es verhält sich zu klingen
wie klimmen
zu klimben
sp. 1167. I@dd)
auswärtige verwandtschaft bietet sich zu klingen
merkwürdig genau im keltischen: gael. gliong, gleang
klingen wie metall, klingeln u. ä., mit subst. gliong
und glang.
andere urverwandtschaft, die sich auch nicht abweisen läszt, zeigt vielmehr dieselbe lautstufe im anlaute: lat. clangere, clangor
und gr. κλάζω mit dem stamme klang
der in κλάγξω,
κέκλαγγα,
κλαγγή vorliegt (
eine nebenform hat doch auch γλάζω),
während es mit dem einfachern stamme klag
in ἔκλαγον ebenso zu unserm klagen
tritt, s. mehr 915. I@ee)
im älteren nhd. galt noch der pl. praet. klungen,
conj. klünge,
den noch Stieler 982
allein nennt (
vgl. noch Eichendorf
unter II, 6,
a und 7,
a): das die glocken in thürmen klüngen und die ziegel von techern sprüngen.
froschmeus. Aa 4
b.
davon ein falscher sing. pr. klung,
bei Stieler
neben klang,
noch mundartl. md. nd., auch in Klingers
theat. 2, 180,
bei Schiller (
in den ausg. geändert): und als der chor noch fortklung, stieg der sarg ...
braut von Messina (1803)
s. 81. I@ff)
ein merkwürdiges schwaches klingen, klingte, geklingt
s. sp. 1183
unten. auch die sonst neutrale bed. tritt in bestimmten wendungen als activ und transitiv auf, s. II, 2. I@gg)
das perf. wird eigner weise mit haben
gebildet, während doch erklingen, verklingen
das an sich besser geeignete sein
annehmen; z. b.: wie oft hat alles an mir gezittert und geklungen, wenn ... Göthe 10, 148 (
Stella 2,
vom nervenleben, s. II, 4,
b); würde .. es kindisch geklungen haben. Lessing 8, 17; mit meinem saitenspiele, das schön geklungen hat, komm ich durch länder viele zurück in diese stadt. Eichendorf
ged. 27.
doch wenn der begriff der richtung oder bewegung dazu tritt, kann auch sein
eintreten: das geläute hat
oder ist bis zu uns herüber geklungen (
wie hat
oder ist ausgeklungen). IIII.
Bedeutung und gebrauch. II@11) klingen
gilt wie klang (
s. d. 1)
vorzugsweise von hellen, wollautenden, getragenen tönen, wie sie von gesang und musik, von metall, glas u. dgl. kommen; schon ahd. ist haupts. tinnire damit glossiert, bei Maaler 245
d klingen
häll tönen, tinnire, vgl. dens. unter a und das sprichwort das alte klappert, das neue klingt
sp. 973.
aber es gilt auch von tönen aller art (
s. 7)
und man möchte wissen wie es zu anfang war; wenn die kelt. verwandtschaft unter I,
d echt ist, reicht jenes sehr weit zurück. II@1@aa)
von musik und gesang (
vgl. auch klingeln 1): der knabe schlief ein am grünen gestade, da hört er ein klingen, wie flöten so süsz, wie stimmen der engel im paradies. Schiller 516
a; und wann sie sang, so klangs so süsz als säng ein heilger engel. Hölty 24.
aus der manigfaltigkeit des gebrauchs ist etwa folg. hervorzuheben: II@1@a@aα)
in seinem besondersten sinne gleich hell, hoch, rein, laut klingen (
vgl. unter 8,
b): ein klingende stimm,
d. i. ein höhe (
so)
und hälle klare stimm, vox tinnula. Fris. 1312
a. Maaler 245
d; meine stimme klingt heute nicht,
ist nicht rein, hat kein metall im ton; das lied das will (
dieszmal) nicht klingen.
Garg. 89
a (153
Sch.); meine zither will nicht klingen. Eichendorf 257. II@1@a@bβ)
ähnlich in der wendung 'dasz es klang': das lied, so gemacht ward in frist ... dem bruder sang ichs, das es clang. J. Lenz
Schwabenkrieg 120
b,
dasz es voll oder laut erklang,
erscholl, die wendung war sehr beliebt (
s. auch unter 7); und sampt dem David, das es klang, das te deum laudamus sang. Ringwald
tr. Eck. D 5
a; und meinem könig, das es klang, das frewdenreich placebo sang. H 4
a; ich will euch lernen singen, dasz (dasz's) gegen der burg tuot klingen. Uhland
volksl. 141; an dem reinsten frühlingsmorgen gieng die schäferin und sang, jung und schön und ohne sorgen, dasz es durch die felder klang. Göthe 1, 21. II@1@a@gγ)
auszerdem ist diesz blosze klingen,
ohne zusatz, nicht zu häufig, es tritt meist erklingen
dafür ein (
im perf. fast immer): wanns höflich wo gieng zu (
ehedem), so klang ein reuterslied, der grüne tannenbaum und dann der Lindeschmied. Logau 2, 1, 38 (Lessing 5, 284. Erk
liederhort 349); ich hör'te die siren der büsche, die wundersüsze nachtigal, wie sie mit klingendem gezische erfüllte wälder, berg' und thal. Brockes 1, 68 (1728); die flöte klang, die trommel scholl. Göthe 5, 214; bis zur gränze der natur, wo die letzte sphäre klingt. Bürger (1789) 1, 13; und die zither, hörbar kaum, fängt von selber an zu klingen. Heine
b. d. l. 289; das lied klang in den bäumen. Eichendorf 451,
diesz schon mehr zum folg. II@1@a@dδ)
wol aber mit zusätzen, die die art (
wie süsz klingen
vorhin)
oder die richtung, bewegung der klänge bezeichnen (
vergl. schon β a. e.): die element giengen durch einander wie die seiten auf dem psalter durch einander klingen und doch zusamen lauten.
weish. Sal. 19, 17; ein waldhorn klingt bei abendstunden von weitem durch die gärte schö
n. Günther 269; klingt es doch wie hörnerblasen über thal und wälder dröhnend. Göthe 4, 237; hört vergnügt die heldenweisen klingen weithin durch das thal. Lenau
neuere ged. (1843) 14; entbehren sollst du! sollst entbehren! das ist der ewige gesang der jedem an die ohren klingt. Göthe 12, 80; himmlisch in die hölle klangen ... deine lieder, Thracier. Schiller 11
a.
die töne wie bewuszte sänger gedacht: was sucht ihr mächtig und gelind, ihr himmelstöne, mich am staube? klingt dort umher wo weiche menschen sind. Göthe 12, 45. II@1@a@eε)
alle musikinstrumente klingen (
s. weiter 2),
auch die mit gröberem tone: wenn die dromete fast klinget (
laut erklingt) spricht es (
das ross) hui! und reucht den streit von ferne.
Hiob 39, 25.
daher zusammenfassend klingendes spiel. Steinbach 1, 881,
eine alte wendung die bes. im soldatischen gebrauch sich erhalten hat: nun kamen sie mit fliegenden fahnen und klingendem spiel
an. Schiller 1082
a; das ganze städtchen, ihr gnaden, kommt angezogen im sonntagsschmuck und mit klingendem spiel. 313
a (
auch dän. med klingende spil).
auch die trommel: die trumen hort man clingen in der eidgenoszen hut. Lenz
Schwabenkrieg 71
a;
aber im genauen sinne klingt
sie eben nicht. eine drommel von papiere wirbt viel volk, und klingt doch nicht. Günther 854. II@1@bb)
glocken, schellen, cymbeln klingen (wolklingende cymbeln
ps. 150, 5),
vergl. klingeln 2,
c. II@1@b@aα)
bloszes klingen (
s. a, γ): und hieng viel güldener schellen und kneufe umb her an in, das es klünge wenn er aus und eingienge.
Sirach 45, 11,
impers., wie es klingt wie schellen auf der strasze
u. dgl.; dasz an unterschiedenen orten in mühlen an denen einschüttekasten zwo schellen gehangen wären, welche, wann das eingeschüttete korn gar aus gebeutelt, klingend gemacht würden. Riemer
pol. maulaffe c. 100; zimbeln klangen, pauken schallten. Herder
Cid rom. 46; eine glocke klingt durchs morgenroth. Eichendorf 478; schon klingen morgenglocken. 379 vom münster trauerglocken klingen. 380. II@1@b@bβ)
mit bestimmung der art oder richtung: hell klingt von allen thürmen das geläut. Schiller 336
b; schön Ännelein klungen die glocken nach, schön Heinrich schrien die raben nach. Erk
volksl. 1.
samml. 6.
heft s. 65; die sterbeglocken klangen noch übern waldgrund hin. Eichendorf 442; aus allen dörfern, schluchten weit die abendglocken herüberklingen. 397. II@1@b@gγ)
selbst trans., dichterisch: was unten tief dem erdensohne das wechselnde verhängniss bringt, das schlägt an die metallne krone, die es erbaulich weiter klingt. Schiller 77
b, '
durch den klang weiter bringt',
vgl.tönt die glocke grabgesang 79
a und unter 2.
ähnlich ist klang klingen: bis du, wie zwei gleichgestimmter saiten silbertöne in einander gleiten, mit ihm vollen reinen einklang klingst. Kosegarten
poes. (1798) 2, 251. II@1@b@dδ)
auffällig ein schwaches praet. klingete bei H. Sachs: hieng vil güldener kneuf und schellen an in herumb, der stimm mit hellen klang klinget, gieng er aus und ein ins heiligthum, hört man in fein. 5, 161
d nach Sirach 45, 11,
er wagte es wol nur um das doppelte 'klang klang'
zu vermeiden und den malenden ablaut A I
zu gewinnen; vergl. übrigens sp. 1183
unten. II@1@b@eε)
von der schellenkappe folg. (
vgl. sp. 191
mitte): es musten jung und alt aus allen ständen dran (
an meine satire), und meine latte lief an andre schellen an, und, wenn sie ohngefehr mit hasz und eifer klungen, bei vielen noch ein lob von meinem dichten sungen. Günther 485; klingende narren. Klinger 6, 327. II@1@cc)
von schwert und waffen, von metallen überhaupt (
doch das blei klingt nicht Steinbach 1, 879).
vgl. klingeln 1,
d. II@1@c@aα)
besonders das schwert klingt,
s. schon u. 'klinge'
sp. 1171: swert die hort man chlingen, helm und ring (
panzerringe) zerspringen. Wittenweiler
ring 54
d, 45; ich wil das schwert lassen klingen, das die herzen verzagen.
Ezech. 21, 15.
man knüpfte dieses klingen
des schwertes im kampfe ausdrücklich an das musikalische klingen
an, wie folg. zeigt: ein andre stählein stangen (
die waffe der riesen) truog er (
der riese) in seiner hand ... die .. klang auch also helle als ein glock in thurnes tach.
hürn. Seifried str. 73.
es wird auch förmlich singen
genannt, s. schon unter klinge
sp. 1172
und klink klank
unter kling 2,
a und 4: da hört man, wie die helmen klungen, was die wehr (
schwerter) für ein liedlein sungen. Fuchs
mückenkrieg 3, 353
fg. auch sonst klingt
ein schwert, angestoszen u. ä.: da klang die laut' und hier ein degen. Günther; klingend steckt ers (
stöszt es heftig) in die scheide. Schönaich
Hermann (1751) 56. II@1@c@bβ)
auch harnisch, sporen u. ä. klingen: stet uf, herzliebster vatter mein! ich hör die harnisch (
der feinde) klingen. Uhlands
volksl. 359; ir harnisch was lauter und erklang, (
indem) si ritten durch manchen grünen wald. 349; hort man sin harnisch klingen (
auf dem ritte). Wolff
hist. volksl. 498; des velt ir (
der junker) vil ins tiufels dorn, swie vaste in klingen hie die sporn.
Renner 1752; es (
das schlachtross) .. erschrickt nicht .. wenn gleich wider es klingt der köcher und glenzet beide spies und lanzen.
Hiob 39, 23.
daher trefflich vom schwerterklang und kampfgetümmel bei Schiller 'es klingt eisern': und auch sein bub, der Ulerich, war gern wo's eisern klang. 12
a.
von den hieben auch 'dasz es klang' (
s. a, β): fürst Christian und Johann Hübner hieben sich auf die eisernen hüte und wämsger, dasz es klang. Stilling
jugend (1779) 67. II@1@c@gγ)
aber auch die sensen, sicheln klingen
im felde, und überhaupt gilt es manigfach von metall: lasz rauschen, sichele, rauschen und klingen wol durch das korn. Uhland
volksl. 78; sicheln klingen, mädchen singen unter sichelklang. Hölty 209; wann durch das feld die blanken sensen klingen. Wilh. Müller (1837) 1, 385; schallet nun das beil im tiefsten walde, klingt das eisen an dem schroffen felsen. Göthe 11, 260. dschlüszl hört me klinge, küechl werd me bringe. Schmeller 2, 362. flocken und quasten, mit klingenden metallstiften untermischt (
als behänge eines maulthiers). Göthe 21, 26.
ähnlich sogar von baumelnden eiszapfen: wenn gleich von eis ihm bart und locken klangen. Gökingk (1781) 2, 116. II@1@dd)
von geld, hauptsächlich silbergeld (
vergl.klang sp. 947). II@1@d@aα)
vom gelde oder geldbeutel selbst: die wîle seckel klingent, die vriunt dar gerne dringent. Freidank 96, 1; bald er sich in den sattel, in seinen sattel schwang, dasz im zweitausent guldin in seinem seckel klang. Uhland
volksl. 318; das sie lereten, wenn der pfenning in den kasten klünge, so füre die seele gen himel. Luther 5, 80
a. 6, 497
b,
ist den
richtig (
doch vgl. sp. 1103
mitte),
so meint es '
klingend in den kasten sprünge' (
bei Mathesius
Luther 10
b aber so bald der pf. im kasten klüng); du must fürher wol stechen, soll anwalt für dich sprechen; gesetze wird er bringen, (
je) nach dem die münzen klingen. Logau 2, 7, 36; dasz leichtlich sie (
junge werber) nieszen und leichtlich erringen was pfleget zu schönen, was pfleget zu klingen (
schönheit und geld). 3, 5, 10; krämer, dem beutel gebrichts am klingenden! Voss 1825 2, 88 (
riesenh. 9), das klingende
gleich baares geld, gewöhnlich klingende münze (
dän. klingende mynt): dort nimmt man kein papiergeld, nur klingende münze; der mensch besitzt noch manches womit er seinen freunden beistehen kann, das eben nicht klingende münze zu sein braucht. Göthe 19, 54. II@1@d@bβ)
daher in gekürztem ausdruck klingende gründe (
rationes tinnulae sp. 963,
nl. klinkende redenen)
u. ä., in klingender münze bestehend, mit beimischung von scherz oder bitterkeit: die klingende meinunge und kunst die besten. Frank
spr. 1, 12
a; klingende meinung ist die best. Lehman 1, 281; allein du kennst mich, dasz der klingende vortheil bei mir eben nicht der vornehmste ist. Lessing 12, 176 (
briefl.). II@1@d@gγ)
auch activ mit dem gelde klingen,
wie klimpern, klappern
und andere tonwörter zugleich neutral und activ sind (
vgl. e, β): nach dem er zelt, klinget mit den gülden. H. Sachs 3, 143
Göz; ich wollt, du müszt, zart jungfrau schön, desgleichen han ein alten man, der nur mit geld könt klingen. Hoffmann
gesellschaftslied. s. 86; in gades dênste konnen se (
die pfaffen) nicht wesen. den dach mit den gulden klingen, des avendes bidden se to singen und springen frouwen unde juncfrouwen.
Claws bûr 121 (können sie
gleich '
es ist ihre art').
daher im reimenden sprichworte geradezu für bezahlen: wer nicht kan klingen, der soll nicht lang dingen (
handeln, beim kaufe). Henisch 710, 26; wer mit will trinken, der musz mit
klinken. Schottel 1346, Stieler 983,
die alte nebenform (I,
a)
hier durch den reim erhalten, ebenso nl. die mee (
f. mede) wil drinken, moet mee klinken,
und schon lat. ecquid Dolabella tinniat
Cic. ad Att. 14, 21. II@1@ee)
von gläserklang. II@1@e@aα) die gläser klingen,
bes. angestoszen: da klangen die gläser.
Garg. 83
b (klungen 143
Sch.); sprachs, und es klangen die gläser mit hellem gekling an einander. Voss
Luise 1, 515; heiter klangen sogleich die gläser des wirthes und pfarrers. Göthe 40, 241; (
saite) die gleich klingendem glas unter dem finger tönt. Voss 3, 42; wol klingen die kannen, wol funkelt der wein. Uhland
ged. 257; noch klíngt vóll des ambrosischen weins heller krystall dir, braut, und o bräutigam, heil und gesundheit. Voss 3, 119,
in kühner wendung, klingt dir angestoszen zu, der wunsch des anstoszenden als object des klingens gesetzt. II@1@e@bβ)
auch der anstoszende klingt (
s. d, γ): mit gläsern klingen oder klinkern. Ludwig
teutsch-engl. wb. Lpz. 1716; eingeschenkt nach herzenswunsch! klingt, und schlürft den warmen punsch! Voss 4, 151
ff.; klingt! und flecke wein den drillich, unsre frau verzeiht ja willig. 5, 220.
dazu aber schwache form klingte, geklingt (
vgl. anklingen). sonst frohlockten und klingten auch wir. Voss 3, 120; eine versiegelte flasche mit rheinwein hatte der vater froh sich gespendet zum mahl und mit mütterchen auf die gesundheit ihres sohns Zacharias geklingt. 2, 270 (
siebz. geb. 31); und es klingt' Amalia mit in den glückwunsch.
Luise (1795) 3, 623.
ältere zeugnisse fehlen leider, es fragt sich um alter und ursprung dieses klingen, klingte;
wer es zuerst brauchte (
ob vor dem 18.
jh.?),
mag wol nichts als 'kling!
machen'
gemeint haben, der ältern zeit darf man auch dafür die starken formen zutrauen wie sie bei 2,
d da galten, doch s. auch dort Tobler,
sp. 1186 Scriver
und H. Sachsens klingete
sp. 1182.
auch hier klinken, wie vorhin: trinket, klinket, Wilhelm lebe
u. s. w. Kühn
preusz. soldatenlieder (1852) 51; gleichgenusz im trinken, freies spiel im klinken. Baggesen
ged. 1803 2, 140.
nl. schon im 16.
jh.: drinken en clinken
hor. belg. 11, 263. 257, sinct! clinkt! 36.
ebenso dänisch klinke (
schwach),
schwedisch klinga (
stark). II@1@ff)
auch von dem raume, in dem der klang ist, heiszt es er klingt,
häufiger erklingt, klingt wieder: dâ von der palas jâmers klanc.
Parz. 492, 18; der ort klinget durch und durch,
locus sonitu personat. Stieler 982; lauben klingen von gläsern, lauben rauschen von küssen. Hölty (1814) 125; sternhell glänzet die nacht, sie klingt von weichen gesängen. Göthe 1, 269; die klingende und glänzende natur. J. Paul
Titan 3, 21; in jenem jägerhause, das uns entgegenklinget mit geigen und gesängen. Lenau
neu. ged. (1843) 52.
es ist ähnlich wie blut flosz in den straszen
und strâʒen fluʒʒen von bluote Herbort 16224,
vgl. unter kleben
sp. 1044 (
c). II@1@gg)
es kann ein dativ der person hinzutreten, wie bei andern wörtern die eine erscheinung oder äuszere wahrnehmung ausdrücken, z. b. mir erscheint, mir schmeckt (
vgl. unter 8,
a): Mischka voll und langsam zieht (
geigt) ein uraltes schlachtenlied, das vor manchen hundert jahren klang versunknen heldenscharen. Lenau
neuere ged. (1843) 18; dir klingt der quell, es rauschen die blätter sturmbewegt. Platen.
häufiger mit näherer bezeichnung des klangs: kein seit mir nie so susz mocht klingen. Rosenblut
fastn. sp. 1143; er klappert den ganzen tag mit den harten thalern, das klingt ihm wie musik; die stelle (
in einem musikstück) klingt mir wie gestohlen; wie leichenfeier klang ihm der gattin krönungsfest. Schiller 400
a (
Wall. tod 5, 3). II@22)
Activ, transitiv, causativ, klang machen, '
klingen machen'. II@2@aa)
von musik früher sehr gebräuchlich: Heman, Assaph und Ethan waren senger mit ehernen cymbeln helle zu klingen.
1 chron. 16, 19; mit drometen und cymbaln zu klingen und mit seitenspielen. 17, 42; spielet dem herrn mit pauken und klinget im mit cimbeln.
Judith 16, 2; indem man über tisch ward klingen. Wickram
pilg. bl. 73; idoch erlangt er von ihn (
Arion von den seeräubern), zu klingen und auf der harf ein carmen zu singen. Mart. Agricola
mus. instrum. deudsch (
Witt. 1542) 30
b; auf dem seitenspil klingen.
Garg. 71
a (120
Sch.); bald wir (
schäfer) auf der pfeifen klingen und der herd zu tische singen. Harsdörfer
nymphe Noris Nürnb. 1650
s. 83; der dom hat den klingenden gottesdienst (
die kirchenmusik) gänzlich aufgehoben. Mattheson
vollk. capellmeister vorr. s. 28.
noch Klopstock
in der ode '
die beiden musen': der herold klang. sie flogen mit adlereil. die weite laufbahn stäubte wie wolken auf. 1, 102 (1771
s. 153). II@2@bb)
auszerdem erhielt es sich länger nur in der hübschen formel klingen und singen,
die ja dem noch jetzt geltenden sang und klang
entspricht, von musik und gesang (
vgl. auch klinger): da die engel den hirten ein gut fröliche bottschaft .. verkündigeten und in lüften klangen und sungen.
kriegsb. des frides 9; (
die Juden zum osterfest) haben psalmen gemacht, gesungen und geklungen. Luther 5, 211
b; hie singe und klinge, wer singen und klingen kan. 212
a; hie haben wir nu bergkleut, die sich schon vor der sündflut auf singen, klingen, bergkreihen, drummel und pfeifen beflissen. Mathesius
Sar. 8
b; man klingt und singt von mir in allen zechen, wann starker wein die leut erhitzet hat. Opitz
ps. s. 130,
vielleicht wie bei Spee
nachher. auch wird kirchlich glockenklang und gesang darunter verstanden, wie bei sang und klang
sp. 946 (
vgl. beklingen und besingen): umb geld mit klingen und mit singn fein erbarlich zu grabe bringn. Ringwald
tr. E. N 7
a.
übrigens ist der genaue sinn mit seiner unterscheidung jetzt verblichen, oder man braucht es alterthümlich: dann folget ein singendes klingendes chor possierlicher kleiner gestalten. Göthe 1, 196 (
hochzeitlied); trompeten und klingender singender schall. 1, 197; was klinget und singet die strasz herauf? ... es ziehet der bursch in die weite, sie geben ihm das geleite. Uhland 257.
selbst von bloszer musik, als kräftiger ausdruck: sie sah ihren mann an der spitze seiner schar daherkommen (
bei der parade), gemessenen schrittes, und alles klang und sang. Auerbach
volkskal. 1859
s. 22.
auch von gesang allein: singt, singt und klingt, ihr vögelein. Spee
trutzn. 340; juchhei! vögelein! klinge und singe! Arndt
ged. (1860) 279. II@2@cc)
aber auch klingen
allein von gesang. II@2@c@aα)
intrans.: die amsel begunde hin wider clingen mit lauter stim auf ausz ir kelen. Rosenblüt
in den fastnachtsp. 1125; o du kleine, leichtbewegliche, aufspringende, schwirrende, schmetternde, hellklingende lerche. Göthe 14, 91; mondstral schimmert darauf, nachtigall klinget darin. Arndt 268; er hat vom deutschen land (
Schenkendorf), er hat vom wälschen tand mächtig geklungen. 361.
vgl. nd. klinkelêren,
eig. ein geklinge machen, aber auch mit heller stimme singen (
br. wb. 2, 805),
wie schwz. klänken
sp. 1146
unten. II@2@c@bβ)
aber auch trans. (
vgl. 4,
b a. e.): mit namen er sie rühret, er nur 'Maria' klingt. Spee
trutzn. 72,
vergl.wasz ich heut neu erkling (
singe) 126, wolan will heut erklingen ein werklein deiner händ 127; rückt dichter in der heilgen runde, und klingt den letzten jubelklang. Arndt 295 (
bundeslied v. j. 1815); das dritte, deutscher männer weide, am hellsten solls geklungen sein. 294; so klingt den besten ... klingt Scharnhorsts namen. 297. II@2@dd) mit der glocke
u. ä. klingen: he .. begunde mit der klocken to klingen.
Rein. vos 1430; da kündet es der sacristan mit hellem glöcklein klingend
an. Schiller
gang nach dem eisenhammer, musenalm. 1798
s. 315.
ditm. klingen,
mit der kleinen glocke zur kirche läuten Richey 415.
und zwar starkformig: da kam der bawren ein grosze schar gelaufen mit einander dar, meinten man hett zur metten klungen.
Reinicke fuchs Frankf. 1583 58
b.
aber auch schwach: in St. Gallen wird auch bei feuersbrünsten klingget (
d. i. geklinket). Tobler 108
a,
ganz wie klengen (klenken) 2,
a, ob nur durch verwechselung? vgl. klingel glockenklöppel unter klingeln
a. e.; oder hätte es doch schon ein ahd. chlingian
gegeben wie altn. klingja? II@2@ee)
endlich selbst causativ, gleich klengen, klenken (
klingen machen),
mit acc.: stund fürn altar, fieng an zu singen und seine schellen auch zu klingen. Fischart
Eulensp. 90
b; sie schwebte vorüber, da klang sie den stahl. Herder
volksl. (1778) 2, 289.
schon mhd., in einer hs. der Nib. sagt Wärbel: wie klinge ich nû die dœne, sît ich verlorn hân die hant? 1901, 4
in B (
die andern klenke).
ebenso sînen dôn erklingen
Reinh. fuchs s. 362,
s. nhd. lob, schlüssel erklingen 3, 878;
es ist klar dasz da ein reines intr. aus sich selbst, mit umgehung der zu gebote stehenden trans. form, in ein trans. und selbst causativum übergetreten ist. eine verwechselung mit klengen
anzunehmen ist an sich nicht nötig, der übertritt kommt bei klangwörtern öfter vor, s. klingeln 3, erklingeln, erschallen 3, 954,
ähnlich lat. sonare, personare,
it. sonare,
engl. sound. II@33)
Dem gebrauch unter 1,
f ähnlich ist das klingen der ohren
oder klingen in den ohren. II@3@aa) das ohr klingt,
ist auf längere zeit voll von einem gehörten lauten oder wichtigen klange: das ein jeglicher der es hort, (
dem) werden klingen bede sein oren.
Nürnb. bibel von 1483 1
Sam. 3, 11,
bei Luther gellen;
doch Jerem. 19, 3
auch bei ihm ich wil ein solch unglück uber diese stet gehen lassen, das wer es hören wird, im die ohren klingen sollen; noch lange klangen mir die ohren von dem getöse; noch klingt in den gewohnten ohren ein jedes wort, ein jeder ton. Göthe 1, 67; noch immer klang ihr im innersten ohr sein schmeichelndes liebesgeflister. Kosegarten
poes. (1798) 2, 25.
das gehörte klingt an, vor, in die ohren: das ist der ewige gesang, der jedem an die ohren klingt. Göthe 12, 80; klangen zuletzt die herrlichen worte in des schauspielers individuellem .. sprachton mir vor die ohren. 46, 266,
d. i. kamen klingend. II@3@bb)
aber die ohren klingen
auch aus sich selbst (tintinant aures sonitu suopte
Catull 51, 11,
βομβοῦσιν αἱ ἀκοαί),
und darin sucht man eine vorbedeutung oder die wirkung des lebhaften andenkens eines andern an uns: nein! ich weisz, dein klingend ohr stellt dir oft mein leiden vor. Günther 304; das ohr klingt fort und für und läutet mir zu grabe. 701; mir klang eben das ohr von etwas, bei dem du, wenn es eintrifft, nicht lachen wirst. Klopstock 10, 275; nun klingt ihm itzt vielleicht sein rechtes ohr. Gökingk
lieder zweier lieb. 62; dem wolf klang es im linken ohr. das bedeutet eine hochzeitliche speise, sprach er. Wolf
d. hausmärchen 419;
vergl. klingeln 1,
e. aber auch ärztlich aufgefaszt: klingen der oren, von wind oder von feuchtigkeit (
d. i. rheuma, vgl. sp. 80). Herr
schachtafeln der gesundh. (1533) 128. II@3@cc)
dazu wieder ein schwaches praet. klingte: als einem unter Gottholds hausgenossen das ohr klingete, wie man redet, sprach derselbe: nun werd ich gewiss belogen, weil mir das linke ohr klinget. Scriver
andachten (1721) 257;
es ist wol eins mit dem klingen
sp. 1183
unten, '
kling! machen'. II@44)
Ebenso 'klingt'
eine weise, ein wort u. dgl. in der seele nach, es klingt im herzen
u. ä. (
vgl. bei Plato
ἐν ἐμοὶ αὕτη ἡ ἠχὴ τούτων τῶν λόγων βομβεῖ Crito am ende). II@4@aa) die in seiner seele laut fort und nachklingende stimme seiner mutter. J. Paul
Titan 1, 38; wenn ich die orgel spiele voll göttlicher gefühle, und die gemeinde singt, dasz mirs im herzen klingt. Schubart (1825) 3, 60.
stimmungen, empfindungen klingen
in der seele: was klingt mir so heiter durch busen und sinn? Eichendorf 333; nächtlich meer, nun ist dein schweigen so tief ungestört, dasz die seele wol ihr eigen träumen klingen hört. Lenau
neuere ged. 109 (91). II@4@bb)
und wie die ohren
unter 3,
so klingt die seele
selbst (
wie ein saitenspiel, man sehe unter klang 1,
c): ein volles herz gibt wenig klang, das leere klingt aus allen tönen. Bürger (1789) 1, 92 die welt war leer, mein herz klang nicht. Klingers
th. 4, 272; die vögel lustig schlagen, dasz dir dein herz erklingt. Eichendorf 32.
die saiten gleichsam sind die nerven: kanntest jeden zug in meinem wesen, spähtest wie die reinste nerve klingt. Göthe
an fr. v. Stein 1, 25; ihr anblick stimmt mein herz zu tönen der liebe und meine nerven klingen das lieblichste concert. Klingers
th. 2, 289,
trans. wie unter 2,
c, β. II@4@cc)
daher vom leben selbst und seinem inhalt, wie es durch die seele zieht: wenn du nun auch das einmal verlassen muszt! das land wo du so viel gefunden hast, alle glückseligkeit gefunden hast die ein sterblicher träumen darf, wo du zwischen behagen und misbehagen in ewig klingender existenz schwebst — Göthe
an fr. v. Stein 1, 48 (meine gedanken spielen mir schön concert 1, 217, und mitgeborne harmonien in ihr erklängen aus sich selbst
im Prometheus); in melodischer fortschreitung klangen die minuten im silbertone vorüber. J. Paul
Hesp. 3, 231. II@55)
Dem musikalischen klingen
entlehnt ist klingender reim,
der dem stumpfen
kurz abtönenden reime gegenüber gleichsam fortklingt wie ein verhallender ton, die bezeichnung wird eben vom singenden vortrag entnommen sein (
franz. rime féminine): klingende reimen sind, welche sich zweisilbig reimen. Wagenseil
von der meistersinger kunst 522; von schlieszung der reimen, klingenden und stumpfen syllaben. Opitz
psalmen vorr. s. 12,
in der poeterei aber spricht er blosz von weiblichen
und männlichen versen, reimen, endungen (termination)
s. 51. 53. 54,
nach franz. vers féminin, terminaison féminine,
wie Hanmann
in den anmerk. dazu und wie es dann herschend ward. die neuere wissenschaft erst bringt die heimischen und besseren kunstnamen langsam wieder zu ehren. H. Sachs
im schulzettel zu Nürnberg: item so aim klingen reim das N hinden abgebrochen würd das er von natur haben sol, versingt 1 silben.
progr. des Zwickauer gymn. von 1854
s. 28,
man scheint also auch kürzend klingenreim
gesagt zu haben, vgl. das. s. 31
b schillerreim
für schillernder reim
und J. Grimms 'klingreim'.
im gereimten schulzettel: prich auch ab kaim klingenden wort (
reimwort) das N das es begehrt allein.
das. 31
b. II@66)
Ferner werden gewisse töne mit klingen
bezeichnet, die zwar nicht wie in den fällen bisher helle und reine, gleichsam musikalische sind, aber doch ihnen gleich aufgefaszt oder nahe gestellt werden, wie schon bei mehrerem unter 1,
c. II@6@aa)
flieszendes wasser klingt,
rauscht, plätschert u. dgl., diesz ist von jeher ein hauptbegriff des wortes, vergl. das zweite klinge
sp. 1174 (
hörte man nicht einst im rauschen des wassers eine götterstimme?): der brunne lûter unde kalt gienc rûschende unde klingende.
Engelh. 5345; sô danne nâmens einen swanc hin dâ der küele brunne klanc und loseten sînem klange.
Trist. 431, 4; dô klanc der kiusche brunne der noch dar inne klinget. Konrad
gold. schm. 1350; wir sulen ouch hœren klingen den wîn vom zapfen springen. Wolfram
Wh. 326, 23; swenn er (
der wein) mir klinget durch die keln. Haupts
zeitschr. 7, 409; mir wart ein kuiler brunnen kunt klingender usz des velses grunt. C. Öttinger
bei Laszberg
lied von Friz von Zolre s. 37; wie das meer von wegen der zusamenschlagung und stoszung der wellen alzeit schreiet, klingt, rauscht und kirret. Albertinus
der welt tummel- und schawplatz (
München 1612) 112; ich liesz den klingenden strahl des brunnens über die hand flieszen. Tieck
ges. nov. 1, 200; ein klingender gewitterregen. J. Paul
Tit. 4, 55; dein singen, dein klingen (
bach), war es also gemeint? Wilh. Müller 1, 11; vom ross ist er gesprungen, legt sich zum kühlen bach, die wellen lieblich klungen, das ganze herz zog nach. Eichendorf 439; es zogen zwei rüstge gesellen ... so jubelnd recht in die hellen klingenden singenden wellen des vollen frühlings hinaus. 69,
bildlich; nie hört ich einen quell so leise traurig klingend. Lenau
neuere ged. (1843) 104. II@6@bb)
volksmäszig es ist so kalt dasz es klingt: wann die kälte sehr thut klingen, musz ich (
bauer) meinen dreschel schwingen.
flieg. blatt um 1720.
zur erklärung s. sp. 74
unten und fuhrmannslerche,
das räderknirren 'klingt'
eben da, nicht zu nahe gehört, wie ein 'singen',
an den lerchengesang wirklich erinnernd. nordd. klingender frost,
dän. en klingende (klingrende) frost. II@6@cc)
töpfe u. dgl. prüft man, wie sie klingen,
ob sie einen reinen hellen ton geben: ein heller wagt einer nicht umb ein hafen, er schlägt vor dran wie er klinge. Fischart
ehz. 524
Sch.; niemand weisz ob der hafen rinnt (
einen risz hat) oder klingt, bisz man dran klopft. Lehman
floril. 1, 447. volle fässer klingen nicht, leere desto mehr. Simrock
sprichw. 2261 (je voller das fasz, je gelinder der klang 2262). II@6@dd)
von schüssen: da hört man die büchsen (
geschütze) klingen. Soltau 2, 7; die püchsen hört man singen, die kugel und ketten (
kettenkugeln) klingen. Körners
hist. volksl. 214,
nach der beliebten weise, das kampfgetöse, schwerterklingen (
s. unter klinge),
geschützknallen (
s. cantorei)
als gesang, musik darzustellen. II@77)
Aber auch von allerlei tönen, die nicht mehr musikalisch sind. II@7@aa)
bloszes klingen
so ist nicht eben häufig: schlug ein fenster aus. das klingen gefiel im so wol, das ers alle nach einander ausschlug. Pauli
sch. und ernst 76
b,
klirren; Amor sasz zu nechst betrübet ... sahe drauf zwei mündlein ringen, hörte süsze schmatzer klingen, da hub Amor an zu springen. Logau 3, 5, 60; hörst du Nantchens thüren klingen und erkennst du mich am schritt. Gökingk
lieder zweier lieb. (1777) 91; blickte nach dem kloster drüben, blickte stunden lang nach dem fenster seiner lieben, bis das fenster klang (
sich öffnend). Schiller 65
a; alle schlösser klangen, alle thüren schlugen (
von dem donnerschlage). 721
b; und durch thüren, öde bogen, zürnend, dasz die riegel klungen (
vom heftigen öffnen), bin ich heimlich ausgezogen. Eichendorf 295; die wetterfähnlein klangen so seltsam in dem sturm. 144; in jenem hain klang heute die axt zu deinem sarg. Falk; wie süsz der nachtwind nun die wiese streift und klingend jetzt den jungen hain durchläuft. Mörike
ged. 61.
man greift gewöhnlich zu einem der vielen schallwörter die die art des klingens genauer bezeichnen, klirren, knarren, knirren, dröhnen, rauschen
u. s. w., aber wirklich können sie alle unter klingen
als ihrem gesamtnamen zusammengefaszt werden, eher als unter schallen, tönen
u. a.; und doch ist in den beispielen meist noch ein metallisches oder selbst willkommenes '
klingen',
das an das musikalische streift, wie bei Nantchens thüre die dem liebenden 'klingt',
bei den küssen die dem verstimmten Amor 'klingen'. II@7@bb)
doch gibt es fälle, wo das ganz wegfällt, z. b.: schon klingt das tosen (
der schlacht) weit und breit. Göthe 41, 284,
freilich in des Mephistopheles munde. aber da mischt sich eine andre wendung des gebrauchs ein, die öfter auftritt, auch unter vorigen beispielen zu finden, klingen
als verstecktes passivum zu hören,
gleich gehört werden, sich hören lassen, hörbar sein (
vgl.an die ohren klingen 3,
a).
ähnlich aus dem 16.
jh.: er (
gott) hört uns ehe unser wort klingen. Frank
parad. 1558 269
b.
auch erklingen
steht besonders gern so. II@7@cc)
aber mit zugesetzter bezeichnung des klanges ist klingen
wirklich von allen tönen ohne ausnahme brauchbar. ein geborstener topf 'klingt'
nicht mehr, aber er klingt (wie) zerbrochen, geborsten;
eine ausgesungene stimme klingt
nicht mehr, sie klingt
eben ausgesungen; die saite klingt unrein, dieses clavier klingt wie ein alter klapperkasten. es klinget nicht wol
dissonat Stieler 982, es klingt übel, klang widrig und hart Steinbach 1, 879,
während die wbb. des 15. 16.
jh. da nur von übel lauten, tönen, hellen
reden. also klingen
im gegensatz zur strengeren bed. (
wie ja z. b. auch die sonne 'trübe scheinen'
kann),
sodasz die sache da zwar auszer dem kreise des strengeren klingens
steht, aber die auffassung noch nicht. II@7@dd)
doch wirklich auch ohne solchen gegensatz: es klang (mir) wie ein schusz,
und so fort ohne beschränkung, es klang (mir) als ob die leiter umfiele, das reden klang wie gezänk, das klingt wie hülferufen, das rufen klingt ängstlich, seine stimme klingt noch krankhaft;
namentlich mit adv.: sie (
die schatzgräberin) schweigt und gräbt getrost. ha, ha, nun klingt es hohl, nun wird der rechte fleck bald kommen. Gellert (1784) 1, 214; die fässer klingen leer,
wie leere; es klingt eisern 1,
c, β.
und doch hat auch hier klingen
sein eignes für sich; man versuche nur schallen
oder tönen
dafür zu sagen, um es zu fühlen. schallen, tönen
bezeichnen den klang selbst, sein körperliches gleichsam, aber klingen
dient für die auffassung die das ohr dem klange gibt, für den inhalt den er uns bringt, was durch das gern zugesetzte mir
angedeutet wird, und das streift an die bed. unter b. II@7@ee)
eine ältere kraftwendung 'dasz es klingt' (
so heftig): (
gott wird) ihn von dem stuel herunter stürzn und zu der hellen, das es klingt, abstoszen. Ringwald
laut. warh. 149 (133); ihr zu ehren ein liedlein singt (
ein freier bei der jungfrau) und rückt den decken (
degen?) das es klingt. 77,
in der ausg. 1621
s. 68 den jecken das er klingt;
es ist wie jetzt dasz es kracht, knallt, pufft
u. a., die wendung könnte aber vom klingen
der schwerthiebe oder des freudigen gesangs entlehnt sein, s. sp. 1182 (
β); es kömmt der junker morgenwind, ein bausebackig rothes kind, und bläst dasz alles klingt und klirrt. Wilh. Müller (1837) 1, 230. II@88)
Aufs innerliche übergehend, von tönen in bezug auf die wirkung und den gehalt die sie für gemüt und geist haben, hauptsächlich von wort und rede, vgl. klang 2;
auch hier ist schallen
gar nicht, tönen, lauten
nur sehr beschränkt möglich (
vgl. 7,
d). II@8@aa)
der inhalt des klingens
durch zusätze bezeichnet, oft mit dativ der person, s. 7,
d und 1
a. e.: kein seit mir nie so susz mocht klingen als wan man ewer (
der geliebten) zu gut gedenkt (
erwähnt). Rosenblut
fastn. sp. 1143; hat mich doch die selige frau als braut mehrmals du geheiszen, und es klang mir immer schön! Gellert 2, 36; der weltverbeszrer prahlerische sprache klang ihrem ohr so ungewohnt? Schiller 307
b.
auch das kann vom musikalischen klingen
ausgegangen sein, angenehme worte, eine frohe botschaft 'klingen uns wie musik'
in den ohren und im gemüte, z. b. in Arndts
liede von der Leipziger schlacht (wo kommst du her in dem rothen kleid),
da ein bote die nachricht bringt: nimm gottes lohn, habe dank, gesell! das war ein klang der das herz erfreut! das klang wie himmlische cymbeln hell
ged. 1860
s. 276 (
s. ps. 150, 5
unter 1, b); hoch klingt das lied vom braven mann, wie orgelton und glockenklang. Bürger.
Der gebrauch greift aber aus ins unbeschränkte, und von allerlei tönen, z. b.: da klang (
mir) so ahnungsvoll des glockentones fülle. Göthe 12, 45; das lied klingt wehmütig, trotzig
u. dgl., ihre stimme klingt gutmütig, herzgewinnend, einschmeichelnd,
oder stolz, rauh, gebieterisch, abstoszend
u. s. w.; jede mundart klingt schön von frauen gesprochen; die nachricht
oder das klingt nicht gut; dér husten klingt bedenklich. II@8@bb)
aber auch hier klingen
allein, mit einem besondern nachdruck gesprochen, gleich schön, voll, recht, kräftig, schmeichelhaft, wirksam u. ä. klingen (
s. 1,
a, α): 'dann wir alle, die von einem brot essen, werden zu einem leib'. fürwar das klingt nit, es klingt weniger dann ein Bingenheimer heller in eim ablaszkasten. Fischart
bien. (1588) 89
a; herr magister! gelt das klingt ... Günther 852,
auf hrn. F .. magisterpromotion; der vornehmste banquier (das wort klingt). Möser
phant. 1, 35 (36); er .. schreiet dasz mein ungenannter die apostel als betrüger und bösewichter lästere. das klingt! das thut wirkung! Lessing 10, 196;
B. ich bin könig und will als könig handlen.
Z. ich bin der Mauren prinz (
d. i. fürst) und will als Maurenprinz handlen und zieh dir hiemit den purpur aus. klingts? Klingers
th. 4, 267.
auch das wird aber unmittelbar vom klingen
des gesanges ausgehen (
was bei klingen und klappen
sp. 962
fg. vollends klar wird),
von da zunächst auf poesie angewandt: 'ei' sprech ich, 'ei das klingt!' (
zu einem der ihm ein gedicht von sich vorlist). Günther 389.
daher klingend
gleich wolklingend: kampfspiele des wizes (
in der Pariser gesellschaft), wo man sich .. flache, klingende, honigsüsze dinge sagt. H. P. Sturz 1, 105; auf dem Gickelhahn, dem höchsten berg des reviers, den man in einer klingendern sprache alektrüogallonax nennen könnte. Göthe
an fr. v. Stein 1, 332.
ähnlich nennt Herder
die epischen sog. epitheta ornantia
deutsch die malenden klingenden beiwörter.
fragm. (1767) 1, 165.
vgl. klingender reim
unter 5. II@8@cc)
gleichen ursprungs ist klingen
von prosaischer rede: wenn wir nu uns solchs (
s. Johannis gebot der liebe) lieszen zu herzen gehen .... aber es ist der leidige teufel, das wirs imer hören klingen und predigen und doch nicht wollen .. achten. Luther 6, 51
b,
darf man das genau nehmen, so ist da klingen
trans. gebraucht (2,
e); ich machte mich ... dahin, liesz eure schönen worte und eure noch schöneren zechinen klingen. Schiller 163
b.
auch vom '
wortlaut'
einer äuszerung: wens aber so klinget (
das selbsturtheil beim jüngsten gericht) 'ich hab mich des evangelii gerhümet und dem nehesten kein gut gethan' .. da wird dir denn so angst und bange werden
u. s. w. Luther 6, 53
a; die geistliche unsichtbare gnadengüter u.
s. w. wies im catechismus klingt. Göthe
und Werther s. 109, wie es heiszt
oder lautet
sagen wir jetzt. von einem liede
wird zuerst so gesagt worden sein, es klingt
so und so (
vgl. redensarten wie das alte lied, die alte leier
und sp. 948),
eig. von wort und weise zugleich, dann auch blosz von den worten, die man z. b. daraus citiert: und wie das lied klinget 'es fält dir wol unter dem nabel'. Fischart
Garg. 76
b (130).
auch klingen von .., klingen wider ..
entstanden wol so: die solche sprüche (
aus der bibel) namen, die da klingen von leiden. Luther 2, 362
a (1555), 'reden'
sagen wir da jetzt; wider dise geidnarren klingen die sprichwörter: er reckt den schwanz uber das nest aus
u. s. w. Frank
spr. 1, 122
b; 'er hat vil zu regiern in ander leut heuser'. das klingt wider die hansen in allen gassen. 2, 49
b,
ein rügelied im 13. 12.
jh. 'klang'
ursprünglich wider
einen bösen herren u. ä. ebendaher das klingen
eines namens durch die lande: so lang nach teutschem heldenblut die nachwelt schöpfen wird den mut, wird auch dein name klingen.
M. Abele
gerichtshändel (1684) 1, 580,
zugleich im stärksten sinne, '
hell erklingen',
rühmend genannt werden, eigentlich aber gesungen werden: din lop beginnet 'helle' vür alle ritter (
allen voraus) clingen. Konrad
troj. kr. 6722;
vgl.klang für ruf, ruhm sp. 948
unten. II@8@dd)
jetzt gilt diesz klingen
nur noch mit zusätzen zur beschreibung des klanges; in den beispielen ist zu bemerken, wie sich der begriff von klingen
immer mehr zurückzieht vom klange auf den inhalt: ich weisz nicht, es klingt im deutschen alles so hölzern, man kann in dieser wendischen sprache gar keinen charmanten gedanken anbringen. Gellert (1784) 3, 280; indessen klingts doch fein, trotz der natur sich stets gelassen sein. 1, 178; liebe frau muhme, sie haben zweierlei sprachen, und ich weisz nicht auf welche man sich verlassen soll. eine klingt geistlich und die andere ziemlich weltlich. 3, 210; so klingt der frau muhme ihre theologie nicht. alles, was sie hat, ist ein höherer segen. 3, 157;
Lelio. und das ist dein ernst, schlingel?
Maskarill. 'schlingel'? das klingt ja nicht ein biszchen erkenntlich. Lessing 1, 484; wie? weil es ganz natürlich, ganz alltäglich klänge (
erschiene), wenn dich ein eigentlicher tempelherr gerettet hätte: sollt es darum weniger ein wunder sein? 2, 200; ein tempelherr sprach kurz vorher mit ihm, und was ich hörte, das klang darnach. 2, 335; 'ich dürf ihn jeden augenblick erwarten', das klingt, nicht wahr?, als ob er noch so bald (
ganz schnell) erscheinen werde. 2, 260; es würde ein wenig ekel klingen, wenn ich diese apostrophe weiter treiben wollte. 4, 9; wie gesagt, dieses klingt so billig, dasz man sich fast schämen sollte eine erinnerung dagegen zu machen. 10, 191,
gleich '
ist dem anschein nach so billig'; ich kenn es wol, so klingt das ganze buch. Göthe 12, 130,
so ist der inhalt des ganzen buches; von kindern spricht man so, von mir klingts lächerlich (
nimmt sichs lächerlich aus). 7, 17; du sollst nicht ehebrechen, fuhr Mittler fort, wie grob, wie unanständig! klänge es nicht ganz anders wenn es hiesze: du sollst ehrfurcht haben vor der ehelichen verbindung? 17, 402; lassen sie mich meine 'klaglieder' hierüber nicht anstimmen, sie würden heftiger klingen als die ihrigen. 20, 26,
da klingt einmal die urspr. bed. des ausdrucks nach; die redensarten dethronisieren, aus der schanze verjagen und dergleichen klingen zu feindlich oder zu niedrig. 33, 12; seh ich die knaben vor uns, bei denen klingt es ganz anders. 21, 50,
nimmt sich ganz anders aus; Wallenstein. und sein sold musz dem soldaten werden, darnach heiszt er!
Quest. das klingt ganz anders als der fürst von Friedland vor acht, neun jahren sich vernehmen liesz. Schiller 343
a; eine frage die spät genug kommt, um seltsam zu klingen. 164
a; das klingt männlich! 576
b. II@8@ee)
dasz dabei an irgendein wirkliches klingen
oft auch nicht mehr gedacht ist, verrät sich zuweilen, z. b.: es klingt lächerlich genug, wenn man einen Milton oder Klopstock mit dem namen eines neuern Homer beehrt sieht (
nicht 'hört'). Schiller 1198
a,
da und in manchen vorigen fällen könnte für klingt
eben so gut sieht aus
eintreten, sodasz sich da ausdrücke aus den gebieten zweier sinne begegnen in gleicher abschwächung und verinnerlichung als blasse bilder für '
dem innern sinne erscheinen'. Schiller
wird übrigens mit seinem sieht
ein lesen jener äuszerung im sinne gehabt haben, und auch von still gelesenem '
sagt'
man, auch schriftlich: die nachricht klingt unglaublich; die angabe klingt glaubwürdig (sieht glaubwürdig aus); das urtheil klingt ganz unparteiisch, aber es klingt (
erscheint) nur so, es ists nicht.
die stellen aus dem 16.
jh. unter c werden nicht hierher gehören, da man damals wol meist noch auch für sich laut las und auch der schriftsteller einen spruch sich laut gelesen dachte, nicht still gelesen wie jetzt. II@8@ff)
auch vom inhalt selbst gilt klingen,
wie von der äuszerung: gelehrt, fein, schlau war man genug. aber weisheit, zucht, begeisterung ... wo waren, wo klangen sie aus denen, welche die sprecher und seher Europas sein sollten? Arndt
geist der zeit (1806) 36.
selbst ein gedanke
kann (
ausgesprochen) genial klingen
u. ä., ja unausgesprochen, wie im folgenden, freilich mit dichterischer rückkehr zum alten vollen klingen: in den leichten blumenranken lauschen liebende gedanken, die in leisen tönen klingen und dir fromme wünsche bringen. Göthe 47, 138, '
mit einem .. blumenkranze'. II@8@gg)
endlich, gleichfalls zum sinnlichen zurückkehrend, eine vermischung oder vertauschung verschiedner sinne. wie die maler den farben töne
beilegen, lassen die dichter die farben klingen (ein erklingend farbenspiel Göthe 5, 188),
ähnlich wie bunt
beides enthält, auch grell, schreiend, hell
u. a.: Tieck lässet nicht nur die farben klingen ... sondern auch die töne glänzen. J. Paul
ästh. § 82 (1813
s. 652); dem zweiten sangen und logen ... verlockend sirenen und zogen ihn in der buhlenden wogen farbig klingenden schlund. Eichendorf 70. Lenau
läszt den blumenduft, als bild von worten, klingen: ich sauge dein wort, den klingenden duft der süszen rose.
neuere ged. (1843) 128.