Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
klingen
1.1 allg.
1.2 von fließenden Flüssigkeiten, ‘rauschen, plätschern’
1.3 von Menschen, ‘sich laut äußern, singen, sich hören lassen’
1.4 von Ohren, ‘klingen, sausen’
1.5 von Schwertern u.ä. spez. durch/ûf etw. ~ ‘durch/ auf etw. geräuschvoll schlagen’
2 tr. ‘etw. zum Klingen bringen, erklingen lassen’ (vgl. klengen swV.)
1 intr. ‘einen Klang von sich geben, klingen, (er)tönen, (er)schallen’ 1.1 allg.: daz gevilde nâch dem helde klanc: / sîne schellen gâbn gedœne Parz 39,20. 381,20; do diu siben horn chlungen, / da mit wart Jericho gewunnen SiebenZ 37; da stuben schefe vnde klungen swert Herb 13161 (vgl. 1.5); wen er si [ wurfel ] let klingen Jüngl 383; [das Harfenspiel] lûte [...] / hin nider in diu herzen clanc Tr 8121; durch den iemerlichen sanc, / der in vz dem mvnde clanc Herb 10692; Rol 5856 u.ö.; dîn gruoz [...], / der von des engels munde clanc KvWLd 1,38; der kleinen hunde bellen [ hôrte man ] / [...] vaste klingen Wig 240; wan hœrt aber klingen / [...] / süezzez vogelsingen SM:Ro 4: 1,1; KvWTroj 10029; SM:Had 20: 4,5. 36: 1,6; BdN 476,9; JvFrst 5802; subst.: JvFrst 8929. – im verstärkten Imp. klingâ klinc (vgl. -â Suffix), subst. lautmalend ein klirrendes Geräusch beschreibend: ieslîcher von dem anderen sluoc / dâ mangen stêlînen rinc. / nu slahâ slach! nu clingâ clinc! HvFreibTr 1806; dâr wart mit swerden klengâ klenc [Hs. clenck o klenck ] Crane 3387; daz her man gar sich regen sach: / si wolden an den zîten / gein Jôflanze rîten. / von frouwen zoumen [Zaumzeug] klingâ klinc Parz 681,29. 69,14; Frauenturnier 259; vgl.: dô wart alrêrst klingâ kling [Hss. cling cling (AB), cling alling (M); clinge vnd cling (Cf)] / von den swerten und zertrennet manic ring Loheng 5144 1.2 von fließenden Flüssigkeiten, ‘rauschen, plätschern’ ein brunne da mitten enspranc, / beide clar vnd kalt. / vber allen den walt / sine adern klungen Herb 2189; ein wazzer over die steine clanc Crane 3756; ein lûter brunne kalt, / der schône ûz eime velse klanc [hervorplätscherte] KvWTroj 18841; KvWLd 7,22; Tr 17158; swenne er [der Wein] mir chlinget durch die cheln / so minnechlichen in den lip StrKD 60,110; Wh 326,23. 176,14; vgl. bildl.: alsô wirt betoubt / des trinkers houbt, swenne im das trinken / in dem hirne beginnet klinken Renner 10126. – subst.: voir mer sach ich sitczen dort / an eines flosses clingen / ein wip MinneR 481 7 1.3 von Menschen, ‘sich laut äußern, singen, sich hören lassen’ hie stet bisscof Adelber / [...] vnd ist sin ger / daz ich ime helfe messe singen / bereit ist er ze chlingen Albert 521; mit gebede die luͦte chlungen / hin ze gote ebd. 956 1.4 von Ohren, ‘klingen, sausen’ oren clingen etwenne uon eime grozen blademe SalArz 39,41; div oren klungen TürlArabel *R 200,28 1.5 von Schwertern u.ä. spez. durch/ûf etw. ~ ‘durch/ auf etw. geräuschvoll schlagen’ man horte Jojosen [Karls Schwert] chlingen / unt den guͦten Durndarten [Rolands Schwert] / durch die helm unt durch di swarten / vil vaste zallen stunden StrKarl (S) 9852; mîn swert lieze ich klingen / beidiu durch îser unt durch vel Parz 747,10. 814,30; vil schilde der ganzen / wurden dâ zervüeret, / manec helm alsô gerüeret / daz diu swert derdurh klungen Wh 383,9; sîner stangen swanc, / der ûf helme und ûf schilde klanc ebd. 416,30; subst.: dâ [...] swert ûf helme klingens phlegen KgTirol 30,6 2 tr. ‘etw. zum Klingen bringen, erklingen lassen’ (vgl. klengen swV.): harfin unde sêtin klingen / lêrte Kurnevâl daz kint Eilh (L) 132; wie klenke [Hs. B chlinge ] ich nu die dœne, sît ich verlorn hân die hant? NibB 1964,4. – syntakt. unklar; subst. hierher? (vgl. Anm.z.St. und Lexer 1,1626): tûsent harphen klingen [l. klingens (?)] klanc / wêren nicht so sûze, / sô des vogelînes grûze Felix 238
MWB 3,1 355,42; Bearbeiter: Hansen