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Klingen

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Adelung
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35 in 22 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Klingen

Bd. 2, Sp. 1631
Klingen, verb. neutr. welches mit dem Hülfsworte haben verbunden wird, und in doppelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein irreguläres Zeitwort, Imperf. ich klang, (im gemeinen Leben ich klung,) Conjunct. ich klänge; Mittelw. geklungen; denjenigen tönenden, d. i. anhaltenden, gemeiniglich angenehmen Laut von sich geben, welchen dieses Zeitwort als eine Onomatopöie ausdruckt, und welcher durch die zitternde Bewegung entstehet, welchen harte elastische Körper, wenn sie geschlagen werden, der Luft mittheilen. 1) Eigentlich. Gespannte Saiten, Glocken, dünne Stücke gewisser Metalle klingen, wenn sie geschlagen werden. Und hieng viel goldene Schellen und Knäufe umher an ihn, daß es klünge, (klänge,) wenn er aus- und eingienge, Sir. 45, 11. Ein tönend Erz oder eine klingende Schelle, 1 Cor. 13, 1. Wie die Saiten auf dem Psalter durch einander klingen, Weish. 19, 17. Mit klingendem Spiele ausziehen, von Soldaten, wenn sie unter dem Schalle der Trommeln und unter dem Klange der Feld-Musik ausziehen. Das Geld klinget, wenn es in einer schwebenden Lage ist und man darauf schläget. Die Ohren klingen mir, das Klingen der Ohren, wenn man ein Klingen in denselben empfindet. In weiterer Bedeutung zuweilen auch von solchen Instrumenten, welche mit einem Schalle klingen. Die Trompete, die Posaune klinget. Wenn die Dromete klinget, Hiob 39, 25; wo man doch lieber das Wort schallen gebraucht, außer daß von der Beschaffenheit des schallenden Lautes auch das Hauptwort Klang üblich ist. Die Trompete hat einen guten, einen schlechten Klang. Aber von dem Schwerte, ich will das Schwert lassen klingen, Ezech. 21, 15, und von dem Köcher, wenn gleich der Köcher klinget, Hiob 39, 23, ist es eine harte Figur. 2) Figürlich. (a) Durch das Gehör empfunden werden, von Worten und Ausdrücken, doch nur in Ansehung der Art und Weise. Die Deutsche Sprache klingt vielen Ausländern rauh und fürchterlich. (b) Dem Inhalte nach, dem Verstande nach; in welcher Bedeutung auch lauten gebraucht wird. Was deine Schwester sagt, klingt anders, Gell. Euer Lob klingt nicht fein! Was sie sagen klingt in jeder Sprache schön, Gell. Alle meine Ermahnungen klingen ihm hofmeisterlich. Diese Frage klingt befremdend. 2. Als ein reguläres Zeitwort, einen Klang hervor bringen. Mit den Gläsern klingen. Heman waren Sänger, mit ehernen Cymbeln helle zu klingen, 1 Chron. 16, 19; in welchem Verstande es doch ungewöhnlich ist, indem von dem bloßen Rühren kleiner Glocken klingeln, von dem Hervorbringen harmonischer Töne aber spielen üblicher ist. Eben dieses gilt von der Stelle, Kap. 17, 42: mit Drometen und Cymbeln zu klingen und mit Saitenspielen Gottes. Anm. In dem alten Gedichte auf Carls Feldzug bey dem Schilter clingen, im Imperf. in dem Gedichte auf den heil. Anno clung, im Nieders. gleichfalls klingen, im Schwed. klinga, im Engl. to clink und clank, im Böhm. klinkati, im Lat. clangere, im Griech. κλαγγω, und ohne Gaumenlaut λιγγω. Kling, Klang sind Nachahmungen dieser Art des Lautes selbst, wo die Selbstlaute i und a den feinern oder tiefern Ton, der Nasenlaut ng aber das anhaltend Tönende ausdruckt.
3091 Zeichen · 53 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klingenstv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +11 Parallelbelege

    klingen stv. s. klimmen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    klingenN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    klingen , N. nhd. Klingen (N.), angenehmer Klang, Musik Hw.: vgl. mhd. klingen (3) E.: s. klingen (1) W.: s. nhd. Klinge…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klingen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Klingen , verb. neutr. welches mit dem Hülfsworte haben verbunden wird, und in doppelter Gestalt üblich ist. 1. Als ein …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klingen

    Goethe-Wörterbuch

    klingen Kleinschr des subst PartPräs B26,35,13 ; im Vers 3.PersPräs ‘klinget’ u unflektiertes attributives PartPräs 6,19…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klingen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Klingen , Pflanze, s. Nasturtium .

  6. modern
    Dialekt
    klingentrans.

    Mecklenburgisches Wb. · +4 Parallelbelege

    klingen Prät. klüng', ä. Spr. -u-, Part. klungen und klingt klingen, hell tönen: Johanni hebben sei (die verwunschenen G…

  7. Sprichwörter
    Klingen

    Wander (Sprichwörter)

    Klingen 1. Das eine klinget, das andere klatschet. – Herberger, I, 2, 273; Schottel, 1117 a . 2. Der hat, das klingt, de…

  8. Spezial
    Klingenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +3 Parallelbelege

    Klingen , n звучание , ср

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klingen

77 Bildungen · 49 Erstglied · 22 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von klingen 2 Komponenten

klin+gen

klingen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klingen‑ als Erstglied (30 von 49)

klingen I

SHW

klingen I Band 3, Spalte 1421-1422

klingen II

SHW

klingen II Band 3, Spalte 1423-1424

Klingen+bach

PfWB

klingen·bach

Klingen + -bach m. : ehem. FlN. a. 1563: Klingenbach [Zweibr I, 255 (IB-Nd'würzb)]. — Der erste Wortteil (wie auch in den folgenden Stichwör…

Klingenberg

Wander

klingen·berg

Klingenberg Zu Klingenberg am Main, zu Würzburg auf dem Stein, zu Sommerach auf dem Sand wachsen die besten Wein' im ganzen Land (auch: zu B…

Klingenborn

PfWB

klingen·born

Klingen-born m. : ehem. FlN. a. 1563: Klingenborn [Zweibr I, 255 (IB-Nd'würzb)]. —

klingenbächelîn

MWB

klingen·bächelîn

klingenbächelîn stN. ‘(rauschend) fließendes Gewässer, (Gebirgs-)Bach’ oder ‘Bach, der durch eine Talschlucht, ein Kerbtal fließt’ (Syntagma…

klingenbächelīn

KöblerMhd

klingen·bächelīn

klingenbächelīn , st. N. nhd. rauschend fließendes Gewässer, Bach, Gebirgsbach, durch eine Talschlucht fließender Bach Q.: Loheng (1283) E.:…

klingenfetzer

DWB

klingen·fetzer

klingenfetzer , m. rotwelsch, leiermann, nach 'klingenfetzerin, leierin ' weim. jahrb. 4, 98, das. 'klingen, leier '.

klingenfieber

DWB

klingen·fieber

klingenfieber , n. studentisch, furcht vor der klinge, dem duell; wie kanonenfieber, lampenfieber.

klingenförmig

GWB

klingen·foermig

klingenförmig von flacher, scharfgratiger, (leicht geschwungener,) sich verjüngender Gestalt; nur in morpholog Beschreibung verschiedener Kn…

Klingenfëtzerin

Idiotikon

Klingenfëtzerin Band 1, Spalte 1150 Klingenfëtzerin 1,1150 u.

klingenhieb

DWB

klingen·hieb

klingenhieb , m. 1 1) schwerthieb: herbei vor meinen klingenhieb! Bürger 54 a ; das träumt von klingenhieben, von schlacht nur und geschosz.…

Klingenhüll

MeckWB

klingen·huell

Klingenhüll f. die dunkle Frauenmütze der Biestower Tracht mit perlenbesticktem Haarbeutel.

klingen II

RhWB

klingen II Rhfrk -iŋ-, –e-, Part. gəgluŋ, –o- ; sonst -e·ŋ.- u. vielfach -i- [ Bitb-Geichl -a- ; LRip auch -ø- ; Eup -i- u. -ę- ], Praet. -o…

Klingenklöpper

MeckWB

klingen·kloepper

Klingenklöpper -e- m. 'Klingenklopfer', Messerschmied Ro Ribn ; Gebäck aus minderwertigem Weizenmehl: Tau Grabow giwwt 't 'ne Ort von Stuten…

klingenkȫper

KöblerMnd

klingenkȫper , M. Vw.: s. klingenkȫpære*

klingenkȫpære

KöblerMnd

klingenkȫpære , M. nhd. Klingenhändler E.: s. klingen (1), kȫpære L.: MndHwb 2, 580 (klingenkȫper) Son.: langes ö, jünger

klingenmöhre

DWB

klingen·moehre

klingenmöhre , f. gleich klingelmöhre: siser, klingenmören vel gritzelmören. Faber thes. ( Dief. 538 c ).

Klingenmünster

Meyers

klingen·muenster

Klingenmünster , Dorf im bayr. Regbez. Pfalz, Bezirksamt Bergzabern, an der Linie Rohrbach-Steinweiler-K. der Pfälzischen Eisenbahn, hat ein…

klingenpfad

DWB

klingen·pfad

klingenpfad , m. fuszpfad der durch eine schlucht führt ( s. klinge sp. 1174), mhd. klingenphat Dietrichs erste ausf. 490.

klingenpfat

KöblerMhd

klingenpfat , st. M. nhd. „Klingenpfad“, Fußpfad durch eine Schlucht Q.: VirgSt (13./14. Jh.), VirgW E.: s. klinge (2), pfat W.: nhd. (ält.)…

klingenphat

Lexer

klingen·phat

klingen-phat stm. fusspfad der durch eine klingen, schlucht führt. si fuoren manic lîten und manic tiefen klingenpfat Da. 490.

klingenprobe

DWB

klingen·probe

klingenprobe , f. probierung der schwertklinge vor dem gebrauche Campe ( vgl. Krünitz 40, 582 ): ein maler der aus willkürlichen punkten gru…

klingen als Zweitglied (22 von 22)

vȫrklingen

KöblerMnd

*vȫrklingen , sw. V. nhd. die kleinen Glocken der Schule läuten Hw.: s. vȫrklingære E.: s. vȫr (4), klingen Son.: langes ö, örtlich beschrän…

bücklingen

MeckWBN

buck·lingen

Wossidia bücklingen einen Bückling machen: dorbi bücklingt he uck gor to väl S. Neum. Volksm. 288.

durchklingen

DWB

durch·klingen

durchklingen , personare. 1 1. untrennbar, mit klang durchdringen. ich hör singen im grünen hag ein wunnigliche nachtigal, ir stimb durchkli…

erklingen

DWB

erk·lingen

erklingen , n. sonitus: als er zum saal hereintritt, schreit er laut, die mauer bebt bei seiner stimm erklingen. Gries Bojardo 3, 1, 59 .

geklingen

KöblerMhd

gek·lingen

geklingen , st. V. nhd. „klingen“ Q.: HvNst (um 1300) (FB geklingen) E.: s. ge, klingen (1) W.: nhd. DW- L.: FB 117b (geklingen)

irklingen

KöblerMhd

irklingen , st. V. Vw.: s. erklingen

nachklingen

DWB

nach·klingen

nachklingen , verb. hintennach klingen, nachtönen. 1 1) eigentlich: das nachklingende pleonastische ( im metrum ). Göthe an Herder 1771 ( d.…

ohrenklingen

DWB

ohren·klingen

ohrenklingen , n. ( s. ohr I, 5): ohrenklingen und saussen. Colerus 3, 297 b ; das ohrklingen und ohrschallen, da es den patienten ist, als …

pfennincklingen

KöblerMhd

pfenninc·klingen

pfennincklingen , st. N. nhd. „Pfennigklingen“ Q.: Renner (1290-1300) E.: s. pfenninc W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 239 (phennincklingen)

Ricklingen

Wander

rick·lingen

Ricklingen Du bist noch nich vor Ricklingen vorower. – Schambach, I, 19; Lohrengel, I, 406. Ricklingen ist ein Pfarrdorf an der Leine im Für…

Schnëpfe(n)klingen

Idiotikon

Schnëpfe(n)klingen Band 3, Spalte 657 Schnëpfe(n)klingen 3,657

vorklingen

DWB

vor·klingen

vorklingen , verb. , vor- sive überklingen, superare cantu Stieler 982 ; ' unter mehreren klingenden dingen vor andern gehört werden ' Adelu…

Wiederklingen

Adelung

wieder·klingen

Wiederklingen , verb. regul. neutr. mit haben, (S. Adelung Klingen ,) einen Klang wieder zurück schicken, wie wiederschallen; doch nur selte…

Wohlklingen

Wander

wohl·klingen

Wohlklingen Es klingt nicht wohl auf der Harfe, wenn man Gott lästert. – Simrock, 4344.

Wolf(s)klingen

Idiotikon

Wolf(s)klingen Band 3, Spalte 657 Wolf(s)klingen 3,657

în klingen

MWB

în klingen stV. ‘etw. erklingen lassen’ nu Tristan der begunde / einen leich dô lâzen clingen în / von der vil stolzen vriundîn / Grâlandes …

überklingen

KöblerMhd

überklingen , st. V. nhd. „überklingen“, übertönen Q.: JTit (3. Viertel 13. Jh.) E.: s. über (1), klingen W.: nhd. (ält.) überklingen, sw. V…

īnklingen

KöblerMhd

īnklingen , st. V. nhd. „einklingen“, in die Saiten klingen, erklingen lassen Q.: Trist (um 1210) E.: s. īn, klingen (1) W.: nhd. (ält.) ein…

ūzklingen

KöblerMhd

ūzklingen , st. V. nhd. erklingen aus Q.: Seuse (1330-1360) (FB ūzklingen) E.: s. ūz, klingen (1) W.: s. nhd. ausklingen, V., ausklingen, DW…

Ableitungen von klingen (6 von 6)

beklingen

DWB

beklingen , campanae sono celebrare, beläuten: ( dein leib ) bleibt unbeleut und unbeklungen, ohn alle seelrecht unbesungen. Waldis 4, 46 ; …

entklingen

DWB

entklingen , resonare: und sie sasz und lehnte sich sanft auf eine harfe, der ein weinender laut entklang. Messias 15, 346 ; des herzens kla…

erklingen

DWB

erklingen , n. sonitus: als er zum saal hereintritt, schreit er laut, die mauer bebt bei seiner stimm erklingen. Gries Bojardo 3, 1, 59 .

geklingen

KöblerMhd

geklingen , st. V. nhd. „klingen“ Q.: HvNst (um 1300) (FB geklingen) E.: s. ge, klingen (1) W.: nhd. DW- L.: FB 117b (geklingen)

Mißklingen

Campe

Mißklingen , v. ntr . unregelm. ( s. Klingen ) mit haben , Mittelw. d. verg. Z. mißgeklungen , unrein, übel klingen, auf eine dem reinen ang…

verklingen

DWB

verklingen , verb. tönend verschwinden, unhörbar werden. zusammensetzung mit klingen ( th. 5, 1179), dessen bedeutung durch ver verneint wir…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „klingen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/klingen/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „klingen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/klingen/adelung. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „klingen". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/klingen/adelung.
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