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klinge

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klinge f.

Bd. 11, Sp. 1171
klinge, f. lamina gladii, cultri, ahd. nicht belegt, mhd. klinge gegenüber dem hefte wb. 1, 844a. 603b, mnd. clinge Dief. 316b, nl. kling, n. klinge, schwed. klinga, böhm. klinka schwertklinge. letzteres nach einer nebenform klinke Agricola de re metall. bei Dief. 162a, clingke lamella voc. inc. teut. d 6a, mnd. clinke Dief. 109c, nl. klinke neben klinge bei Kil., also in allen hauptmundarten (s. klingen I, a); die form gilt z. b. noch in Thüringen, während man da die klinke klinge nennt. 11) der name musz aufgekommen sein von der schwertklinge, denn er ist gegeben von dem singenden klange des auf den helm geschlagenen schwertes (die güte einer klinge gibt sich in ihrem klingen kund): waʒ iteniuwer swerte ûf sîme helme erklanc! Nib. 1877, 2; ein herteʒ swert im ofte an sîner hant erklanc. 1913, 3; von knappen was umb in ein rinc, dâ bî von swerten klingâ klinc wie si nâch prîse rungen, der (deren) klingen alsus klungen! Parz. 69, 16; [] swert ûf helmen klungen. 814, 30; manc helm in in diu ôren klanc (im kampfe). 381, 20; man hôrte swert dâ klingen, man sach helme schrôten. livl. chron. 10656; man hôrte Joyôsen klingen und den guoten Durndarten durch die helme und durch die swarten. Stricker Karl 10000; mîn swert lieʒe ich klingen beidiu durch îser und durch vel. Parz. 747, 10, vergl. 122, 9 vom arme eines helden der was durch swertslege sô hel (klingend), und singen von den klingen: viel (der überwundnen feinde) hörten singn ihr eigen klingn, dasz ihn die köpfe bluten (für blut'ten). Soltau 2, 311: und im takt des tanzes singen lassen sie die säbelklingen. Lenau neuere ged. (1843) 20. 22) dann übertragen auf dolch, messer, hobel, sense, sichel (auch sensen, sicheln klingen, s. d.); vom messer schon mhd.: sô hân ich niht daʒ meʒʒer bî dem hefte, jâ snîdet mich diu klinge in die hant. MSH. 3, 198b, sprichw. gleich: meine stellung hier ist eine schiefe, verkehrte, ich kanns nicht aushalten; legt ûf die kling die vinger niht (bei tische). tischzucht bei Haupt 7, 176, vgl. 6, 491. kling oder lamel eins messers, lamella. voc. th. 1482 q 8a. ein messer ohne klinge, an welchem der stiel fehlt. Lichtenberg (1800) 5, 357. s. auch drahtklinge, futterklinge, schieszklinge, spaltklinge, streichklinge, ziehklinge im gewerbsleben: es ist kein kling die herter schirt, dann so ein betler ein herr .. würt. Frank spr. 1, 88a. 33) geredet wird besonders von der schwertklinge, säbelklinge, degenklinge, vgl. fuchtelklinge. 3@aa) im genauen sinne: das schwert ist drunter das mir dienen soll. an dreien goldnen lilien ists zu kennen, die auf der klinge eingeschlagen sind. Schiller 459b. eine neue klinge einziehen lassen. bei Stieler 982 zweischneidige, hohlgeschliffene klinge (hohlklinge, schilfklinge), rückenklinge, ballenklinge (mit einem ballen an der spitze, rappier, auch bei Frisch, Steinbach), wolfsklinge, stoszklinge, hiebklinge, stiletklinge; federklinge (s.kengel 3). 3@bb) oft wird aber die klinge statt des schwertes überhaupt genannt, begreiflich, weil sie daran die hauptsache ist: die wîl ich die klingen um mîne sîten trage. Neidhart s. 157 H., s. 346 Ben., myn swert dat hêt (heiszt) Klynghe. Mone schausp. d. m. 2, 39; des zoch (zum ritterschlag) der kaiser aus sein swert und sprach 'ir seits der eren wert'. er schluog seu mit der chling entwerchs (quer über). Wittenweiler ring 51d, 42; er sprach 'hie ist verborgen ein schwert vil wolgethan ... sunst ist kein kling auf erden die den trachen gwinnen (überwinden) kan'. hürn. Seifried str. 107; so hebt sich ain laufen mit der clingen. fastn. sp. 588, 29; der Lindenschmid der war ein freier reutersman, wie bald er zu der klingen sprang 'wir wöllen erst ritterlich fechten!'. Uhland volksl. 360; (der riese) Asperian, so zwei khlingen in ainer schaiden gefuert. M. Burglechner (Germ. 2, 435); sein hals under die klingen gäben, sein läben in gfar setzen. Maaler 245d; denn fast ward (in der fechtstunde) eben so sehr mit worten gestritten als mit der klinge gefochten. Göthe 24, 231; es ist hier wie in den alten zeiten, wo die klinge noch alles thät bedeuten. Schiller 322b; ein angebornes grauen vor jeder bloszen klinge schreckte ihn auch von dem gerechtesten kriege zurück. 907a, hier zugleich als vertreterin der waffen überhaupt als sinnbild des krieges, noch bestimmter in folg.: wann gott gewähren den wunsch mir wird, dasz nicht die klinge des kriegs mehr schwirrt. Gökingk 1, 244 (286); (ruhm) den eurer männer blutge klinge erfechten wird. Rückert 132; des feindes kling ist stumpf. 145. [] 3@cc) aus dem zweikampfe mancherlei redensarten: die klinge (des gegners) ausnehmen, parieren, die klinge niederschlagen. Stieler; Florindo hätte den geistlichen vater gern auf die klinge fordern lassen. Chr. Weise erzn. 43, gewöhnlich vor die klinge, so Rädlein, Steinbach, Frisch, nach letzterem eine 'gemeine fechterformel'. als solche nennt er auch die sache vor der klinge (des gegners) ausmachen, und 'einem an der klinge bleiben, rem ense transigere secundum artem, disceptare cum aliquo debita cautione', dem gegner ehrenhaft und kunstgerecht stand halten. 3@dd) daher als redensart bei der klinge bleiben, bei der sache um die sichs handelt: endlich scheinet der herr hauptpastor Goeze, nach so langem ärgerlichen aufheben (drohen), welches nur bei der schlechtesten art von klopffechtern im gebrauch ist, zur klinge kommen und bei der klinge bleiben zu wollen. Lessing 10, 239; die prosaischen aufsätze sind lebhaft humoristisch, aber mäszig, nicht fratzenhaft, der klopffechter bleibt bei der klinge. Göthe 46, 276, fällt nicht aus dem tone; da ich mich ohne plan und entwurf blosz der einbildungskraft und einem innern trieb überliesz (bei der ausarbeitung des Götz), so war ich von vorn herein ziemlich bei der klinge geblieben. 26, 201; aber wo gerathen wir hin? bleiben wir bei der klinge. Knigge reise nach Braunschweig (1839) 155, wie ähnlich bei der stange bleiben. 3@ee) aus dem kriegsleben eine andre redensart, einen (eig. den kopf) über die klinge springen (hüpfen) lassen, hinrichten, bes. standrechtlich, eig. vom enthaupten, das darin mit fürchterlichem scherz und wahrheit zugleich scharf aufgefaszt ist (springen kann urspr. auch 'tanzen' meinen), ein rechtes stück vom kriegs- und siegshumor unsrer vorfahren: dein haupt muosz dir über ein swertsklingen hopfen. fastn. sp. 297, 21; die im .. den kopf hetten uber ein kalte klingen lassen hüpfen. Luther 3, 46b; dasz du (Luther) die irrenden menschen (aufständ. bauern) also schumpfierest und uber die kalten klingen (wie du henkerisch darvon redest) springen kanst loszen. Ickelsamer clag etl. brüder a 2a; do mit er alle die uber kalte klingen hupfen liesz, so im mit einigem wort wider weren. b 3a; der kopf wird ihm über die klinge springen müssen. Rädlein 546a; Kopfstain (Kufstein) thet er so schnell zwingen, ja muoszten über dclingen springen wol achtzehn. Hormayrs taschenb. für die vaterländische gesch. 1836 s. 8; in disem kefy (gefängnis) muostu singen, bis du wirst uber dklingen springen. Joh. der täufer, trag. K iij; man müszte die heupter und radleinführer über die klingen springen lassen. Schütz Preuszen (Eisl. 1599) 161; a. 1595 dar haben die Rastenburger einen ernst gebraucht an einem bösen buben, so seine eltern oftmals geschlagen hat, ihn über die klingen springen lassen. Henneberger landschaftstaf. 394; die ganze besatzung muszte über die klinge springen. auch er muszte durch die klinge laufen Stettler annal. helv. (Frisch 1, 523b), durch die klingen springen, cervices securi subjicere Schönsleder, klingen pl., wie spieszruten laufen? 3@ff) etwas mit der klinge theilen, urspr. gleichfalls scherzend: jeder sagt, er (der reif) wer ganz sein, bisz sie ihn mit klingen theileten. Garg. 197a (365 Sch.), mit dem schwerte über den besitz entschieden (also eben nicht theilten); wölt ihr von disem schatz mich dringen? ich wiln eh theilen mit der klingen (gewaltsam nehmen). H. Sachs 3, 151 Göz. 3@gg) er schlägt eine gute klinge, ist ein guter fechter, nordd. aber auch von starken essern. 44) übertragen auf ähnliche dinge. in Thüringen heiszt nach Adelung 4@aa) ein länglich ovales stück feld eine klinge, von der ähnlichkeit einer messerklinge 4@bb) 'der körper des brustbeins'. Nemnich wb. 305. 4@cc) der schriftgieszer nennt die aus blei gegossenen 'linien' auch klingen, sie sehen einer messerklinge ähnlich.
8480 Zeichen · 160 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klingeswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    klinge swf. 1. klinge eines schwertes oder messers. den guoten Nagelringen, die aller besten klingen Bit. 131. b. der (s…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    klingeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    klinge , F. nhd. „Klinge“ (F.), Schwertklinge, Messerklinge Vw.: s. swērt- Hw.: vgl. mhd. klinge (1) E.: s. klingen W.: …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Klinge

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Die Klinge , plur. die -n, ein Wort, welches so wohl den Begriff der Erhöhung, als auch den damit verwandten Begriff …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Klinge

    Goethe-Wörterbuch

    Klinge 1 flacher, scharf geschliffener Teil eines schneidenden Gerätes (Waffe, Messer uä), Schneide a konkret; auch als …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Klinge

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Klinge , der wirksame Teil eines Messers oder einer blanken Waffe. S. Fechtkunst und Fühlung .

  6. modern
    Dialekt
    Kling(e)

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Kling(e) [Kle Su. Dü. U.; Pl. –ə] 1. f. Klinge, Messerklinge. † 2. m. Stelle, wo das Wasser einen kleinen Fall hat: ‘da…

  7. Sprichwörter
    Klinge

    Wander (Sprichwörter)

    Klinge 1. Alte Klingen, gute Wunden. 2. Die Klinge verzehrt die Scheide. Sehr oft der Geist den Körper. 3. Eine gute Kli…

  8. Spezial
    Klinge

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Klin|ge f. (-,-n) (des Messers) andela (-les) f. , lama (lames) f. , lamëta (-tes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klinge

266 Bildungen · 169 Erstglied · 95 Zweitglied · 2 Ableitungen

klinge‑ als Erstglied (30 von 169)

klingeling

SHW

klinge-ling Band 3, Spalte 1421-1422

Klinge II

RhWB

Klinge II -iŋ, –i·ŋ., –e- [bei diesem Worte fehlen durchweg die Trübungen > a, ǫ, ę ; doch Westerw -ę-, –-, –ø- ; LRip -e-, –ø- ], Pl. -·ŋ.…

klingeisen

DWB

kling·eisen

klingeisen , in vocabb. des 15. jh., cymbalum, klingisen, klingenisen, nd. clingelyseren, kregelyseren Dief. 119 a , bei Melber c 8 a cimbal…

klingekunst

DWB

klinge·kunst

klingekunst , f. für musik im 17. jh. gebraucht. Wiedemann juni 5 . tohn- und klingekunst Butschky Patmos 774 .

Klingelborn

SHW

Klingel-born Band 3, Spalte 1421-1422

Klingelapfel

RhWB

klingel·apfel

Klingel-apfel -ab- Saarbr-Lauterb m.: längliche Apfelsorte, deren Kerne bei der Reife lose sind u. rappeln, Schlotterapfel.

Klingelbas

RhWB

klingel·bas

Klingel-bas -əlts- MGladb-Rheind m.: scherzh. der Dorfpolizist, der zur Bekanntmachung polizeilicher Verordnungen die Leute auf die Strasse …

klingelbatzen

DWB

klingel·batzen

klingelbatzen , m. : das müszte nicht rechtlich zugehen, wenn ein buch das gut geschrieben ist ... nicht so weit reichen sollte ( einen schr…

Klingelbeutel

Pfeifer_etym

klingel·beutel

klingeln Vb. ‘eine Klingel ertönen lassen, läuten, schellen’, ahd. klingilōn (11. Jh.), mhd. klingelen ‘einen Klang geben, rauschen, plätsch…

Klingelborn

PfWB

klingel·born

Klingel-born , Klingel-brunnen m. : FlN, Klingelboʳn [Kaislt KL-Dansbg KB-Harxh ], -brunne [ KL-Hoheck ]. In RO-Gehrw HB-Mittel- u. O'-bexb …

Klingelbǖdel

WWB

klingel·buedel

Klingel-bǖdel m. [verstr.] Klingelbeutel zum Einsammeln der Kollekte. Hai gait met em Klingelbuül üm ( Kr. Iserlohn Isl Kr. Iserlohn@Iserloh…

klinge als Zweitglied (30 von 95)

büchenklinge

DWB

buechen·klinge

büchenklinge , f. fauces angustae fagis obductae, buchenbewachsne felsenschlucht: hör, hör, wer also schreien thu in dieser wilden büchenkli…

bërc|klinge

MWB

bërc|klinge swF. ‘Bergschlucht’ dv vore in einen wustinwalt, / da were dv lange inne / in einer engen bercclingen Litan 1180 MWB 1 587,35; B…

Damaszenerklinge

Campe

damaszener·klinge

Die Damaszenerklinge , Mz. die — n, Türkische Degen und Säbelklingen von gewässertem Ansehen, die sehr hart sind, so daß sie eiserne Nägel d…

Doppelrückklinge

RhWB

Doppel-rückklinge Sol f.: Klinge ohne Schärfe, Phantasiestücke für Spanien u. Portugal.

drahtklinge

DWB

draht·klinge

drahtklinge , f. schieszklinge, wie drahteisen in gestalt einer klinge. franz. jauge, calibre.

Êssenklinge

Adelung

essen·klinge

Die Êssenklinge , plur. die -n, bey den Schmieden und andern Metallarbeitern, eine eiserne Ruthe, dem Feuer in der Esse Luft zu geben; die E…

flammklinge

DWB

flamm·klinge

flammklinge , f. siehe die unter flamberge aus Garg. 117 b angeführte stelle.

fuchtelklinge

DWB

fuchtel·klinge

fuchtelklinge , f. eine biegsame breite klinge ohne schneide, wie sie an den fuchteln sich befindet. bei den schwertfegern und in den gewehr…

futterklinge

DWB

futter·klinge

futterklinge , f. die an der futterbank oder futterlade unten in einem gewinde ( charnier ) sich bewegende, oben aber mit einem hölzernen gr…

geklinge

DWB

gek·linge

geklinge , n. anhaltendes klingen. Campe ( nl. geklink, gekling): näher und näher kam das gekling'. Voss das.; dazu doppelgekling ( s. d. ) …

Haueklinge

WWB

haue·klinge

Haue-klinge f. [verstr.] Klinge mit Griff zum Beschneiden des Hufes (Werkzeug des Hufschmieds).

hauklinge

DWB

hauk·linge

hauklinge , f. klinge eines haudegens. beim grobschmid heiszt auch so ein stück von einem alten säbel, womit die alten nägel und der abgenut…

hiebklinge

DWB

hieb·klinge

hiebklinge , f. lamina lata, larga. Stieler 982 , im gegensatz zur stoszklinge.

hirschklinge

DWB

hirsch·klinge

hirschklinge , f. name einer art messerklingen, die in Ruhla verfertigt werden. Jacobsson 6, 87 a ; wol nach dem darauf eingeschlagenen zeic…

hobelklinge

DWB

hobel·klinge

hobelklinge , f. das schneidende eisen am hobel: hobelklinge mêche Rondeau 312 .

Ableitungen von klinge (2 von 2)

erklinge

BMZ

erklinge stv. 1. erklinge. a. diu swert erklungen Parz. 739,22. daʒ lûte erklang ir gewant Nib. 435,4. man hôrte die rîgen vaste erklingen W…

geklinge

DWB

geklinge , n. anhaltendes klingen. Campe ( nl. geklink, gekling): näher und näher kam das gekling'. Voss das.; dazu doppelgekling ( s. d. ) …