kibbeln ,
altercari, rixari, deminutives keiben, keifen;
mit nebenformen kiebeln, kebeln, kebbeln,
aber auch kippeln, kiffeln, kiefeln,
formen die in ihrem werte zum theil schwer zu beurtheilen sind, solange zumal nicht mehr belege vorliegen. 11)
als mitteld. zunächst erweist sich 1@aa) kibbeln,
hessisch: nu höre umb die alde thören (
thörin), kan sie nicht ir kibbeln gelan?
Alsfelder passion, Haupt 3, 497.
es mag auch rheinisch sein, denn im Elsasz besteht noch kibble,
dazu gekibbels
n. gezänk Arnold
pfingstm. 73.
das läszt sich verstehn als ablautsform von dem starkf. keiben,
das eben auch westmitteld. und oberrh. erscheint. 1@bb)
nebenformen kiebeln
in widderkiebeln
impugnare Dief. 290
b aus einem wie es scheint rhein. voc. (
noch westerw. mrh. bekieweln
mit harten worten strafen Schmidt 78. Kehrein 220),
und kebeln:
rixari, cebeln als sich die hunde cefeln. Dief. 499
b (
das c
kann nur k
meinen, s. K 1,
und vgl. mhd. rêchcitz
unter kitz); widerkebeln
rebellisare 486
a;
auch in derselben Alsfelder passion (
noch wetter., hess. kebbeln): die alten wiber ich lerne kebeln, swatzen und waschen. Haupt 3, 492.
beide, kiebeln
und kebeln
lassen sich fassen als aus älterem kibelen
entstanden, vgl. nrh. im Teuthon. kyblen
objurgari, litigare. nd. entspricht kevelen
altercari, rixari Dief. 26
c. 499
b,
cavillare 108
b,
garrulare 258
a.
s. mehr unter kiefeln. 22)
es heiszt aber auch nd. kibbeln: hir zanket unde kibbelt sich man unde fruwe nicht. Neocorus
ditm. chr. 1, 123.
noch jetzt kibbeln,
zanken, hadern, belfern, zänkisch widersprechen, kibbler
naseweiser zänker, kibbelije
f., gekibbel
n. gezänk. Brem. wb. 2, 765
fg.; sick kibbeln
und kiwweln (
auch sich heimlich ärgern) Danneil 99
b.
und kebbeln:
altricari, snacken ader kebbeln.
hor. belg. 7, 34
a;
westf. käbbeln, sik käbbeln Woeste
volksüb. 100,
auch nrh. sich käbbeln Fromm. 5, 139, 19. kibbelen
ist auch nl. (
schon Kil.),
also wie im Elsasz kibble.
Kann diesz nd. nl. kibbelen
aus kivelen
geworden sein? wol so wenig wie kabbeln,
mit dem es gern verbunden wird, kibbeln un kabbeln
Brem. wb., sik kibbeln un kabbeln Voss
geldhapers 72.
beide gehn wol vielmehr auf eine andere bildung der wurzel zurück, die den ablaut i a u
haben mochte (
s. dazu kappen
sp. 198
und kammpeln
sp. 138);
ob nicht doch auch das md. kibbeln?
vgl. kippeln
zanken, besonders auch kafeln 3,
keifen. 33)
aber auch in rein oberd. bereich zeigt sich das wort, in östr. kebbeln Höfer 2, 122, kebln Castelli 182,
zanken, keifen, bes. von weibern, denen ein kebbelzahn
zugeschrieben wird (
s. kiefelzahn);
vgl. tirol. keppeln
schelten (
s.käppeln 1),
kärnt. keppeln
viel reden, plaudern (
vgl. mrh. verkappen, verkappeln
verplaudern).
da diesz e
nicht aus i,
sondern aus a
entstanden sein wird, mag auch das auf jenen vermuteten stamm zurückgehn. 44)
hohes alter wird den formen gesichert durch folg. nordische wörter, die dem kibbeln, kebbeln
oder kabbeln
entsprechen: schwed. käbbla
keifen (
vgl. dial. käbba
um kleinigkeiten zanken),
dän. kjävle,
norw. kjevje, kjave;
auch schott. kevel
und kavel
to scold, to wrangle, engl. cavil (
an lat. cavillari
angelehnt).
zu vergleichen auch die nord., engl. wörter unter kafeln 3.