krachse,
krächse,
kraxe,
kräxe,
u. a., f., tragreff u. ä., ein merkwürdiges oberd. wort, schon mhd. östr. chrechse
in Enenkels
fürstenbuch (Schmeller 2, 379). 11)
die bedeutungen. 1@aa)
als hauptbed. gibt Schmeller
reff, tragreff, wie es z. b. wandernde krämer, handlanger beim bauen u. a. haben; so schon das mhd. chrechse.
dazu bair. buckelkrächsen, kopfkrächsen (
die zugleich über den kopf vorragt), albenkrächsen (
auf der alm gebraucht)
u. a., vergl. krächsenträger.
so bair., schwäbisch, auch kärnt. Lexer 165,
tirolisch Schöpf 342.
Belege: auf dem rücken trug er eine kraxe, die einen ungeheuren vogelbauer bildete. Spindler
der vogelhändler von Imst 1, 163; ein mann mit einer kraxi auf dem rücken. Auerbach
schatzk. des gev. 272; eine kraxi, wie die hausierer haben. 340; die neue Wiener holzklafter, so um fimf kraxen (
d. i. holzkraxen,
als masz) minder austragt. Zobels
tagebuch bei Schöpf
tirol. id. 342. 1@bb)
blosz entlehnt vom vorigen ist bair. krackse
als hosenträger, hosenkracksn,
wol weil er an gestalt dem reffe ähnlich erscheint und ähnlich auf dem rücken liegt; ebenso ofenkrackse,
abzugsrohr des rauchs in den schlot, wol von seinen knieen, s. mehr Schmeller 2, 380. 1@cc)
aber selbständig und wesentlich ist eine bed. korb: niederöstr. graxn
f., geflochtener rückenkorb Castelli 150,
bei Höfer
ebenso krâckse,
der es völlig mit krätze
rückenkorb gleichstellt (
er gibt es auch als hosenträger),
wie schon Heumanns
voc. austr. 'krechzen, krezen,
korb' (Tobler
app. sprachsch. 118
a,
vgl. xlvii).
ebenso in den sette comuni krackasa
f., dem. kreckesle
n., corbello, tragkorb Schmellers
cimbr. wb. 138
b.
und deutsch-ungr. kräksen
f. tragkorb Schröer
nachtr. 37
a. 1@dd)
an dieses wieder schlieszt sich an die bed. bütte, die Schröer
auch gibt, und schlesisch wagenschmerkrechse,
büchse Weinhold 47
a,
doch wol tragbar mit bändern, oder eig. geflochten? 1@ee)
oberpf. auch '
kleine person' Schm. 2, 380,
östr. an ldi graxn,
altes weib Castelli 150;
doch möchte das unter kracke
gehören und hier nur angelehnt sein. 22)
formen und verwandtschaft. 2@aa)
die echte form wird das mhd. krechse (
s. oben)
geben und das jetzt herschende -cks (-x)
erst aus -chs
entstanden sein, wie mhd. -hs,
z. b. in wahsen,
in den allermeisten mundarten nhd. zu ks (x)
vergröbert wurde. doch ist auch x (cks)
schon früh bezeugt: clitella, ein kräxen da man auf trait (
d. i. die bed. 1, a).
voc. von 1421
bei Diefenb.
nov. gl. 97
a,
wie bei Schönsleder g 3
c kräxen
clitellae, ferculum institorium, und das cimbr. krackasa
könnte vielleicht für echtes ck
sprechen; stehn doch auch in krach
und krack, krachen
und kracken
hd. ch
und ck
nebeneinander. das krechzen
unter 1,
c mit seinem z
ist vielleicht nur falsche auslegung der volksmäszigen aussprache (
vergl.krächzen und kräcksen). 2@bb)
auch das a
wird von Schmeller,
wie das ck,
durchaus nur als sache der aussprache behandelt, 'die krächsen (krácksn), das krächslein (krácksl)'
ist seine angabe, seine schriftlichen bair. belege aus dem 18. 17.
jh. haben ä,
nur vom j. 1820
bietet ein beleg aus München ofenkrachsen.
dennoch ist wol auch echtes a
denkbar. 2@cc)
verwandtschaft suchte Schmeller
bei ahd. chracco
haken (
s. unter krack
riegel)
nach der gestalt des reffes. aber dabei bliebe die bed. korb unerklärt, das grundwort müszte sowol für korb wie reff sich schicken. krächse
scheint wirklich mit krätze
korb zusammenhang zu haben, s. dort.