kutrolf,
kutterolf,
m. enghalsiges gefäsz. 11)
Es erscheint im 14.
bis 17.
jh. 1@aa)
als trinkgefäsz, weinflasche: ich will ainn kutrolf mit wein oben auf meinem haubt frn und schol dennoch die erden nit per
n. fastn. 581, 8,
so erbietet sich ein bauer in einem preistanze umb den han; so haisz ich der mair von Tauchen und kan wol ausz dem kutrolf slauchen und ausz der krausen auch wol saufen,
das mir die augen uberlaufen. 240, 14;
zu dem slauchen
vgl. bei Folz
von allem hausrat, fastn. 1216: drechter, engster, gutrolf, die man für den zu gehen (
jähen) drunk musz han.
im 17.
jh. scheint nach folgendem das enghalsige verschwunden: guttroff (
s. 2,
a),
trinkgefäsz, schalen, phiala, patera, poculum aureum vel argenteum vini vel aquae, ex quo bibere solent homines nobiles. Henisch 1794, 37. 1@bb)
doch auch als harnglas, zu ärztlichem gebrauche (
s.kotorf oder urinal
sp. 1899): subtil ich in ein kutrolf seich, der oben ist als ein preukuf (
braukufe) weit.
fastn. 275, 14,
d. h. wenn er nur u. s. w. (
was er doch nicht ist).
auch kutrolfglas,
mit derb witziger weiterführung des ärztlichen gebrauches: ich hilf ir (
der hausmeid) misten die kustel (
kuhstände). so werd wir dann als nahen zusammen nisten, das wir wol beide in éin kutrolfglas visten (
d. h.: f. könnten). 858, 30.
eigen kuttrolf,
guna, oder vintaus.
voc. 1482 r 6
b,
schröpfkopf (
s. Dief. 272
b). 1@cc)
zur aufbewahrung von flüssigkeiten überhaupt: kuttrolff,
fiola ... oder olfas oder wirauchsfas.
voc. 1482 r 6
b;
phyala, ein cuttrolf. Schröers
vocab. von 1420 28
a; du magst sy in glessern kutterolfen behalten.
küchenmeisterei d 1; dy salsse (
sauce) behalt in einem kutterolf, wol verschoben (
verstopft, gestöpselt).
das.; vermutlich machten hauptsächlich alchymisten, apotheker, ärzte gebrauch davon. 22)
Nebenformen, verwandtschaft. 2@aa)
auch kutterof, kutteruf
u. ä. (
und immer auch mit g-):
guttus .. oben eng, lauft langsam, kutteroff. Alberus dd 4
a, gutteroff,
vas arcti gutturis dd 4
b; gutterer, angster, gutteroff,
ein glas mit einem dicken bauch und engen hals, baucalium, bombylius. Henisch 1800; becorallens (
die eltern ihre kinder), bemuschelens wie die Jacobsbrüder, behenkens wie S.
Urban mit kutteruffen und die würzkrämer ihren kram mit nieszwurzsecklin.
Garg. 67
b (
Sch. 113),
wol wanderfläschchen; ir .. angsterdräher, kutterufstorken. 17
a (16),
als ausführung von ihr meine schlampampische gute schlucker,
mit bezug auf den storch in der fabel der aus dem engen glase trinkt; was underschids ist .. zwischen flaschen, angster und gutteruf? grosze, dann die erste sind eng geseckelmeulet am mundport, der kuterruff am weidengewundenen kranchshals. 100
a (176); da schwang man den gutruff, da trähet man den angster. 83
b (
Sch. 142 gutturf); darumb musz ihr disz weihwasser .. bekommen, wie eim dürstigen schnitter ain langhälsiger guterruf.
bienenk. 1588 122
a.
So schon im 15.
jh. bei Dief. 232
c für fiala
neben kuterolf, kudrolf
u. ä. auch koderoff, gutteruff, guttroff,
auch guttrof
artista 51
c (
vgl. artista kottrolf, kotirolf
mhd. wb. 1, 920
b);
daher dann das kotorf u. 1,
b, nrh. 15.
jh. goddorf
m. Mones
anz. 8, 407,
bei Alberus ghuddorf
bauculum (
s.pocal) dd 3
b,
noch im 18.
jh. gutturff (
auch guttert, gutter),
ampulla Aler 1001
a. 2@bb)
aber -olf
herscht vor, auch erweitert kutterholf,
geschwächt kudrelf Dief. 232
c;
es ist die aus ahd. zeit her beliebte endbildung wie in oucholf, krotolf Haupts
Neidh. 150, ammolf
wb. 1, 30
b, triegolf
betrüger, ginolf
gähner, schläfriger gesell, auch von dingen wie nd. kakolph
pranger Lisch
mekl. urk. 4
b, 436
b,
eig. aber von menschen in bedeutungsnamen, gekürzt aus -wolf (
s. mehr Grimm
gramm. 2, 331. 3, 706, Schm. 1
2, 67),
sodasz der kutrolf,
wie dort der pranger (
s.kak)
damit zu menschen gemacht sind, mit einem neckenden, scherzenden o. ä. klange. 2@cc)
einen mhd. anhalt bietet guttrel
plur. bei Wolfram
Wh. 326, 17, guttrel von glase (
var. aus dem 14.
jahrh. gutrolfe, kuterolfe
u. ä.),
in den bach zu bängen zum weinkühlen; das sieht rom., franz. aus, gab es ein frz. goutterel?
bei Rädlein 575
a unter kutter
ein franz gouteron.
vergl. das lat. guttus
unter 2,
a, enghalsiges gefäsz, z. b. ölgefäsz, von gutta
tropfe, weil der inhalt nur tropfend herauskommt (
mlat. auch guttulus Dief. 272
a)
und gutturnium
ähnlicher bed. (
vas guttarium, gieszvasz Dief. 272
b),
das sich vielmehr zu guttur
kehle stellt, vgl. '
vas arcti gutturis'
unter 2,
a und mlat. guttura, gieszfasz
voc. 1482 k 8
b.
eine reine erklärung unsres wortes gibt das alles doch noch nicht. Auch an heimischen anklängen fehlt es nicht, gutter
und kutter (
s. d.),
enghalsiges gefäsz, bair. guttern, gutteln
von dem klange der flüssigkeit die aus einem solchen flieszt; s. weiter kuttern, kütterig.