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tuschen

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
27 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
66
Verweise raus
67

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

tuschen vb.

Bd. 22, Sp. 1925
tuschen, vb. , 'schlagen, stoszen'; mundartlich verbreitetes wort wohl onomatopoetischen ursprungs (vgl. auch Kluge-Götzes annahme eines lautmalenden mhd. tuz 'stosz' etym. wb. [151951] 830 s. v. verdutzt); entlehnung aus frz. toucher (s. Seiler d. entw. d. dt. kultur i. spiegel d. dt. lehnworts 3, 1 [1910] 179) oder poln. tuzowac 'schlagen, prügeln' (< tuz 'as', pl. tuzy 'schläge, hiebe', vor der diphthongierung aus dt. daus entlehnt, s. Brückner slown. et. jez. polsk. [1927] 585) ist wenig wahrscheinlich. — tuschen bleibt im wesentlichen auf obd. sprachgebiet beschränkt (vgl. aber die thür. iterativbildung tuscheln 'ausprügeln' Keller 46 u. obers. tusche 'prügel' Albrecht Leipzig 225 u. Klix Oberlaus. sprichw. 108, s. auch s. v. 2tusche), bezeugt v. bad. wb. 1, 616 f.; Fischer schwäb. 2, 514 (ebda auch tüschen); Schmeller bair. 1, 628; Knothe Nordböhmen 197; Loritza Wien 135; Schöpf tirol. 778; Unger-Khull steir. 185; Lexer kärnt. 79. daneben finden sich sinnverwandte bildungen wie d(ü)tschen, tütschen, d(ü)tzen (s. bad. wb. 1, 619 f.; Fischer schwäb. 519 u. 521; Stalder schweiz. 332 f.; Jutz d. alem. maa. [1931] 185; Enderlin ma. v. Kesswil 107; Meinherz ma. d. Bündner herrsch. 127, sowie teil 2, sp. 1773 u. ebda 1760 unten s. v. dusen), die wohl zum teil durch berührung mit form- und bedeutungsähnlichen wörtern wie das im obd. geläufige d(ä)tschen teil 2, sp. 825, das auch als tatschen ebda 11, 1, 2, sp. 160, titschen ebda sp. 270 (1) u. totschen ebda sp. 914 auftritt, entstanden sind, s. auch unter vertuschen teil 12, 1, 2, sp. 2016. 11) im eig. sinne; spätmhd. vereinzelt in der komposition ze(r)-tuschen: des wâren im zetuschet vreislîchen alliu siniu lit gesamtabent. 3, 67 v. d. Hagen; dann nur mundartlich nachweisbar, s. insbesondere bei Schmeller u. Fischer sowie im bad. wb., s. auch teil 12, 1, 2, sp. 2020 s. v. vertuschen (13). 22) auf die akustische wirkung des schlagens bezogen 'stoszartig dröhnen, knallen, krachen'; in verschiedener anwendung (s. auch die belege bei Schmeller sowie s. v. 3tuscher und tuschglocke): schlgen als woltens (d. bauern) dreschen; ... da zwen, da drei, si gaben ainander bleschen (schläge), das tuschet als das blei Heselloher (15. jh.) in: volksl. 2, 658 Uhland; das tuschen ich leicht hören khundt, als wan man stockh (baumstümpfe) thett schlagen (1720) volksschausp. i. Bayern u. Österr. 136 Hartmann-Abele; da hat der geist erschröcklich getuscht beschr. d. Marian. gnadenbildes auf Waldrast (1738) 164; î tanz und gib nöt nch bîs i die knoschpen (holzschuh) zu tuschen brâv (brauchbar) mach volksl. a. Bayern, Tirol u. Salzburg 1, 9 Hartmann-Abele; rinnent mir meine augen, wann i ausgeh' in wald, aft schiesz i all's zusammen, dasz alles tuscht und knallt volksschausp. a. Obersteiermark 231 Bünker; welche (hütbuben) bereits wochenlang an den abenden übungen im 'tuschn mit dr goiszl' (schnalzen mit der langen peitsche; vgl. patschen-tusch schnall mit der geisel Schmeller bair. 1, 628) anstellen Schramek d. Böhmerwaldbauer (1915) 153. insbesondere auch für das stoszartige dröhnen der schlaginstrumente, vgl. schlagen teil 9, sp. 410f. (V 9): iaz tuat ǎ truppen frisch gloria singǎ~, trummeln und pauken tuscht, bàld jecht's mehr still volksl. a. Bayern, Tirol u. Salzburg 1, 148 Hartmann-Abele; hieraus dann unter rückwirkung des postverbalen substantivs 1 tusch (s. dort): tuschen 'einen tusch spielen' Stauf v. d. March nordmähr. maa. 94.
3505 Zeichen · 127 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    tûschenstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    tûschen stn. sô wirt iu des tûskens buoʒ. sô ir gesehet vil gereite die unverborgen wârheite Mar. 176.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    tuschenAdv.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    tuschen , Adv. Vw.: s. twischen L.: Lü 420b (tuschen)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Túschen

    Adelung (1793–1801) · +7 Parallelbelege

    1. Túschen , verb. regul. act. mit Tusche zeichnen oder mahlen. Ein getuschtes Gemählde. Ingleichen in weiterer Bedeutun…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    tuschen

    Goethe-Wörterbuch

    tuschen [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Tuschen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Tuschen , ein karthwelischer Stamm, lebt am Süd- und Nordabhang des zentralen Kaukasus in schwer zugänglichen Schluchten…

  6. modern
    Dialekt
    tuschen

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    tusche n [tyə fast allg. ] tauschen. Rda. Ich möcht nit mit i h m t. nicht an seiner Stelle, in seiner Lage sein Obbron…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit tuschen

18 Bildungen · 5 Erstglied · 10 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von tuschen

tus + -chen

tuschen leitet sich vom Lemma tus ab mit Suffix -chen.

tuschen‑ als Erstglied (5 von 5)

tuschen I

SHW

tuschen I Band 1, Spalte 1911-1912

tuschen II

SHW

tuschen II Band 1, Spalte 1911-1912

tuschen II

RhWB

tuschen II -ū- = rauschen, sausen s. dauschen;

tuschen III

RhWB

tuschen III -u-, –y- = tuscheln (s. d.).

tuschen IV

RhWB

tuschen IV tuš- zu frz. toucher Eup-Stdt schw.: einen, etwas t., leise berühren, antippen.

tuschen als Zweitglied (10 von 10)

Ábtúschen

Adelung

Ábtúschen , verb. reg. act. 1. Mit Tusche nachbilden. Eine Zeichnung abtuschen. 2. † Wacker abprügeln, in der niedrigen Sprechart, von tusch…

aftûschen

MNWB

* aftûschen , -tü̑schen , swv. , betrügerisch abnehmen.

austuschen

DWB

aus·tuschen

austuschen , pingere atramento sinensi: radierte umrisse, sauber und kräftig ausgetuscht.

untertuschen

DWB

unter·tuschen

untertuschen , untrennbares v. ; zu tuschen, vertuschen ( s. diese ) ; nach 1 unter III A 1 b δ : lasset uns gute brüder seyn und einander u…

vertuschen

DWB

ver·tuschen

vertuschen , v. , zu tuschen, farbe auftragen: mit farben tuschen, abtuschen ò vertuschen Kramer 2, 1164 b ; Campe ; die farben sind ... ine…

vortuschen

DWB

vor·tuschen

vortuschen , verb. : einem eine landschaft vortuschen, farbig vormalen Campe.

zertuschen

Lexer

zer·tuschen

zer-tuschen swv. zerschlagen. des wâren im zetuschet vreislîchen alliu sîniu lit Ga. 3. 67, 893.

Ableitungen von tuschen (3 von 3)

Betuschen

Campe

Betuschen , v. trs. mit Tusche bestreichen. Das Betuschen. Die Betuschung.

vertuschen

DWB

vertuschen , v. , zu tuschen, farbe auftragen: mit farben tuschen, abtuschen ò vertuschen Kramer 2, 1164 b ; Campe ; die farben sind ... ine…

zertuschen

Lexer

zer-tuschen swv. zerschlagen. des wâren im zetuschet vreislîchen alliu sîniu lit Ga. 3. 67, 893.