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schenkel

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schenkel m.

Bd. 14, Sp. 2544
schenkel, m. eine speciell deutsche bildung, im ahd. nicht bezeugt, mhd. schenkel neben schinkel mhd. wb. 2, 2, 148b. Lexer mhd. handwb. 2, 702, coxa, schenckel Dief. 154c, der schenckel, pes Maaler 349b, altnd. scinkel, crus Graff 6, 519, mnd. schinkel Schiller-Lübben 4, 98a, schinkel Schambach 184a, nld. schinkel, schenkel. schenkel erscheint als ableitung zu einem vorauszusetzenden scanco, dem das ags. sceanca, sceonca, crus entspricht (engl. shank). zu diesem ags. wort vergl. altfries. skunka, n. skank, schwed. sknk in gleichem sinne. 11) im eigentlichen sinne, der obere theil des beines am menschlichen leibe: der obere theil des fuszes, über dem knie an, pars pedis crassior supra genu. Frisch 2, 173b; das eusser theyl, oder dicke der schenckel, bisz auff die knie, femur; das inner theyl am schenckel bey der scham, femen Dasypodius; förderteil des schenkels, femur, hinderteil des schenkels, femen Stieler 1786; schade, dasz durch einen fehlerhaften abgusz die figur nach den hüften und schenkeln zu ein wenig krumm geworden. Schiller 3, 580; schenkel anderen theilen des beines gegenübergestellt: die schinkele ende die beene (des bildes, im Daniel) weren van yser. quelle bei Schiller - Lübben 4, 98a; also balde stunden seine schenckel und knöchel feste. ap.-gesch. 3, 7; vertreibt den weibern die geschwulst der schenckel und füsz. Tabernaemont. 8 D; geschwulst der schenckel und schinbein. 9 K; schenkel und füsze ein muster der edelsten schönheit. Schiller 3, 579. der untere theil des beines wird ebenfalls schenkel genannt und als unterschenkel vom oberen (oberschenkel) unterschieden. im gebrauche der älteren zeit häufig so, dasz das ganze bein mit umfaszt wird und in gleicher verwendung zum theil auch in neuerer sprache (die schenkel rühren, eilig gehen oder laufen). gantz schenckel, pes, pediculus Dasypodius; pes, pedis, schenckel Aventinus werke 1, 390, 6; schenkel, der ganze fusz Schmid 459; leicht von schenkeln, mobilis pedibus Stieler 1786; (Goliath) hatte ehern beinharnisch an seinen schenckeln. 1 Sam. 17, 6; entblösze den fus, entdecke den schenckel, wate durchs wasser. Jes. 47, 2; störrige augen hatte er (Thersites), eine todte farb, ein eingedruckte nasen, ein kurtzen hals mit einem hofer, ein glatzkopff, ein schmale brust, zohe ein bösen schenckel nach. E. Alberus fabeln 9 neudruck; der geschrenckten schenckel (unter den spielen). Fischart Garg. 165b; so dir zustünde ein krancker, der einen faulen schenckel hette. Paracelsus chir. schriften 113 B; dazu hinckte auf den einen schenkel. polit. stockf. 54; dirn bræche mangen swenkel brust houbet noch den schenkel. Parz. 212, 16; und gab im aber einen slac zem schenkel unde kêrte dan. G. v. Straszburg Tristan 403, 21; die (pilger) truogen an ir schenkelen lînhosen. 68, 2; mit den liehten schenkeln her Maurîn. Lanz. 3052; ich slâh im einen schenkel ab : ich aht sîn niht ein hâr. minnes. 3, 217a Hagen. besonders in feststehenden wendungen der epischen erzählung bei schilderung der tjost: diu ros sî nâmen mit den sporn: dô sach man schenkel fliegen. Erec 762 (s. die anm. zu dieser stelle); ûf und zetal begonde sich vil manic schenkel biegen. bî snellen orsen fliegen sach man ritterlîchiu bein. K. v. Würzburg turnen von Nantheiz 749; stet, ir galgenschwenkl, lat hie den rechten schenkel. fastn. sp. 428, 11; die bloderhosen um die bein sind weiter als um dlenden; die krumme schenkel sieht man nie, damit sie ihn nit schänden. d. knaben wunderhorn 1, 526 Boxberger; die stücker hingen nun von beyden schenkeln ab. A. Gryphius 1, 166; Panthoos' sohn, Euphorbos, der vor den genossen der jugend prangt' an lanz', an reisiger kunst und an hurtigen schenkeln. Voss Ilias 16, 808. sprichwörtlich (vom furchtsamen): er trawt seinn schenckeln mehr dann seinn henden. Franck 1, 51a; die schenckel empfindens wol so man auff stecken reit. 81a. schenkel am leibe der thiere: (ein thier) hât niht knieschîben; wellent irs gelouben, des ne mach iʒ niht gebôgen an den schenkelen sîn gebeine. Lamprecht Alexander 4368; (Achilles schlug) dem pferde an den schenkel, dem ritter durch daʒ bein. Herbort liet von Troye 9062; sîden biutel und guldîn senkel sint swacher denn eins flôhes schenkel. renner 23100; da stund es (das pferd), wincket mit dem ohr, zuckt die schenckel, trat das fusspohr, bisz die zeene, wetzet den mund und lacht frölich ausz herzen grund. Rollenhagen froschm. Oo 7a. beim pferde spricht man von vorder- und hinterschenkeln, indem man vorder- und hinterbeine meint. der obere theil der hinterbeine führt auch die bezeichnung groszer schenkel. Nemnich; ober- und unterschenkel unterscheidet man auch an den beinen der vögel und insecten. Behlen lexicon der forst- u. jagdkunde 5, 469. schenkel am geschlachteten thier: eines rindes schenkel unverhowen. Grimm weisth. 1, 683; perna, ein schweinener schenckl, sew schenckel Dief. 428a; jr solts nicht roh essen, noch mit wasser gesotten, sondern am fewr gebraten, sein heubt, mit seinen schenckeln und eingeweide. 2 Mos. 12, 9; ein rindes schenkel næme ein hunt vür rôtes goldes tûsent pfunt. Vridank 138, 3; im opferdienst: das eingeweide aber und die schenckel sol man mit wasser waschen, und der priester sol das alles anzünden auff dem altar zum brandopffer. 3 Mos. 1, 9; oder hab' ich dir je von erlesenen farren und ziegen fette schenkel verbrannt, so gewähre mir dieses verlangen. Voss Ilias 1, 41. 22) übertragen auf schenkelähnliches: 2@aa) am weinstock ein etwas dickeres stück der reben, die man am stock stehen läszt. Frisch 2, 173b: aber schaw du alhier an diesem gewächs (dem weinstock) die schenckel, knürtzel, gäbelin, klammeren. anm. weiszheit lustg. 167. 2@bb) bezeichnung verschiedener bautheile und verzierungen. Jabobsson 3, 578a b. 2@cc) an der fahrt im bergwerk die verticalen bäume der stehenden leitern. Frisch 2, 173b. Jacobsson 3, 578a: wie ewere farten, zwen schenckel und sprossen haben. Mathesius Sar. 140a. 2@dd) schenkel, die theile an beiden seiten der kanzellen an einer orgelwindlade. Jacobsson 3, 578a. 2@ee) auf schiffen ein tau mit scheibenvorrichtung zum anholen. Bobrik naut. wb. 586a. 2@ff) schenkel, vielleicht nur entstellt aus schemel (s. dieses), der sitz für den treiber an einem pferdegöpel. Jacobsson 3, 577b. 2@gg) schenkel der reitstangen, die langen gebogenen hauptstangen an den seiten, woraus die reitstangen zusammengesetzt werden. Jacobsson 3, 578b. 2@hh) schenkel einer zange, die langen handhaben derselben. 2@ii) schenkel eines zirkels, die beiden theile, welche im kopf verbunden sind. Jacobsson 3, 575b. 2@kk) schenkel eines winkels, die beiden linien, welche den winkel einschlieszen; man spricht auch von den schenkeln eines dreieckes und meint damit die beiden von der spitze ausgehenden seiten; sind diese beiden seiten gleich, so heiszt das dreieck gleichschenklig. 2@ll) schenkel zur bezeichnung der speichen eines uhrrades. Jacobsson 7, 202a. 2@mm) in der anatomie als terminus technicus (lat. crus); so im kleingehirn der untere absteigende (crus cerebelli descendens), der obere aufsteigende (crus cerebelli adscendens), der brückenschenkel (crus cerebelli ad pontem) Meckel anatomie 3, 476. 477; im groszgehirn die groszen hirnschenkel (crura cerebri magna) 480; hintere und vordere schenkel des gewölbes (crura fornicis posteriora, anteriora) 507; schenkel des bauchringes (crura annuli abdominalis) 2, 442. 2@nn) nd. schinkel, der theil der achse des wagens, um den sich das rad dreht. Schambach 184a. 2@oo) oberd. von den beiden reihen, in welche das getreide zum dreschen aufgestreut wird. Schm. 2, 432. Seiler 250b. 2@pp) schenkel, die arme eines ankers. 2@qq) schenkel in der nusz: putamen .., die schal oder scheel umb den kern, oder schenckel. Alberus.
7841 Zeichen · 144 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËNKEL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SCHËNKEL s. SCHINKE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schenkelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schenkel , M. nhd. Schenkel, oberer Teil des Beines, Achse am Wagen (M.), Formstein einer Mauer Hw.: s. schinkel; vgl. m…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schênkel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schênkel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schenkelchen. 1. Im weitesten Verstande, wo es in verschiedenen …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schenkel

    Goethe-Wörterbuch

    Schenkel auch -ckel 1 oberer u/od unterer Teil des (menschlichen) Beins; Pl auch (metonym) für das ganze Bein; häufig in…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schenkel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schenkel , beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. Unter- u. Ober-S. (Wade) sind mit einander durch…

  6. modern
    Dialekt
    Schënkel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Schënkel [ʿSakl fast allg.; ʿSækl Str. W. ] m. Schenkel: 1. Teil des Beines. Er is t h era b g e heit un d het d e r S…

  7. Sprichwörter
    Schenkel

    Wander (Sprichwörter)

    Schenkel 1. Die schenckel empfindens wol, so man auff stecken reit. – Franck, I, 81 a ; Eiselein, 578; Lehmann, II, 72, …

  8. Spezial
    Schenkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schen|kel m. (-s,-) 1 ‹geom› linia (de n ciantun) f. 2 pert (-s) f. 3 brac m. 4 (von Zirkeln) iama (iames) f. 5 ‹anat› (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schenkel

78 Bildungen · 64 Erstglied · 14 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schenkel 2 Komponenten

schen+kel

schenkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schenkel‑ als Erstglied (30 von 64)

schenkelader

DWB

schenke·lader

schenkelader , f. ader am schenkel, in der schenkelgegend, besonders die grosze ader, welche über den schenkel läuft. Oken 4, 83 .

Schenkelanhang

Campe

schenkel·anhang

Der Schenkelanhang , — es, Mz. — anhänge , in der Naturbeschreibung, ein nach hinten gerichteter, länglicher spitziger Fortsatz der Wurzel d…

Schenkelband

PfWB

schenkel·band

Schenkel-band n. : 'Band zum Anbinden des Rebschenkels (s. Schenkel 2 a)', Schenkelband [ BZ-Pleisw/O'hf ]; vgl. Stock-, Stiefelband .

schenkelbein

DWB

schenkel·bein

schenkelbein , n. os pedis sive femoris supra genu. Frisch 2, 173 b . Oken 4, 27 : die kniebewegende muskeln sitzen tiefer im schenkelbein. …

Schenkelbeuge

Meyers

schenkel·beuge

Schenkelbeuge , die von der Hüfte nach den Geschlechtsteilen verlaufende Vertiefung, die den Unterleib gegen das Bein begrenzt.

schenkelblatt

DWB

schenkel·blatt

schenkelblatt , n. ein theil des pferdegeschirrs: παραμηρίδιον , femorale, tibiale, schenckelblat. Frischlin nomencl. cap. 123 . Frisch 2, 1…

Schenkelbërg

Idiotikon

Schenkelbërg Band 4, Spalte 1562 Schenkelbërg 4,1562

Schenkelchen

GWB

schen·kelchen

Schenkelchen Dimin liebkosend für das (nackte) weibliche Bein Glücklich wer einst dich genießt..dem du die Schenckelchen zart über den Körpe…

schenkeldeich

DWB

schenkel·deich

schenkeldeich , m. ein querdeich, verbindungsdeich zwischen zwei deichlinien. brem. wb. 1, 206. Adelung.

schenkelein

DWB

schenke·lein

schenkelein , n. crusculus, pediculus. Stieler 1787 ; im Elsasz schenkele zur bezeichnung kleiner, länglicher brödchen. Frommann 4, 474 .

Schenkeleisen

DRW

schenke·leisen

Schenkeleisen, n. eiserne Beinfessel vgl. Halseisen er ließ im ein schänckelyssen bringen, daz ließ er im an sin füeß leggen 1531 (Hs.) Haim…

schenkeleute

DWB

schenke·leute

schenkeleute , plur. schwäbisch, theilnehmer an der schenke ( s. schenke 2). Birlinger 2, 368 .

schenkelgeschwind

DWB

schenkel·geschwind

schenkelgeschwind , adj. als übersetzung des homerischen πόδας ὠκύς : da erhob sich und sprach der schenkelgeschwinde Pelide. Bürger 186 a .…

schenkel als Zweitglied (14 von 14)

Hähnchenschenkel

RDWB1

Hähnchenschenkel Pl. куриные ножки (не "куриные лапки")

barschenkel

DWB

barsch·enkel

barschenkel , nudo femore, barbeinig, barfusz. mhd. lautet die oben unter barfusz angezogne lehre: ein rîter sol niht vor vrouwen gên barsch…

diechschënkel

Lexer

diech·schenkel

diech-schënkel stm. oberschenkel. den blanken diechschenkel grôʒ der marcgrâve hin ab im swanc Wwh. 79,6. den diechschenkel her im abe slûch…

oberschenkel

DWB

obersch·enkel

oberschenkel , m. der obere schenkel, das dickbein Rädlein 682 a : verschraubet euch durch zuthuung eurer füsze und niederlassung der hinder…

rindesschenkel

KöblerMhd

rinde·s·schenkel

rindesschenkel , st. M. nhd. Rindsschenkel, Rinderschenkel, Rinderkeule Hw.: s. rinderschenkel Q.: Urk (13. Jh.) E.: s. rint, schenkel W.: n…

rotschenkel

DWB

rotschen·kel

rotschenkel , m. name zweier schnepfarten, scolopax calidris und totanus. Nemnich.

unterschenkel

DWB

unter·schenkel

unterschenkel , m. , gs. zum oberschenkel ( s. d. ). crus underschenckel Saurus-Melanchthon nomenclator (1591) B 5 b ; der u. vom knie bis a…

wadeschenkel

KöblerMhd

wade·schenkel

wadeschenkel , st. M. nhd. „Wadenschenkel“, Wade Hw.: vgl. mnd. wadenschinke Q.: LexerHW (15. Jh.) E.: s. wade, schenkel W.: nhd. DW- L.: Le…

wetterschenkel

DWB

wetter·schenkel

-schenkel , m. , ' ist an dem untersten stücke eines fensterflügels ein breiter überhängender oder vorragender rand, der den an die fenster …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schenkel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schenkel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „schenkel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schenkel/dwb. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schenkel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schenkel/dwb.
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