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Schenkel

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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24 in 22 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Schenkel Der

Bd. 4, Sp. 109b
Der Schenkel, — s, Mz. gl; Vw. das — chen. 1) Ein in die Länge ausgedehntes Ding, dessen Länge die Breite und Dicke weit übertrifft. So heißt im Weinbaue das junge Holz, welches aus einem Sturze oder Knoten, d. h. aus einer beschnittenen Rebe wieder nachwächst, Schenkel. I der Schifffahrt ist der Schenkel ein einfaches Ende von einem Taue, welches irgendwo angeschlagen oder befestiget und an seinem andern Ende mit einem einfachen Blocke versehen ist, über dessen Scheibe ein Läufer geschoren wird, um mit desto größerer Kraft auf den Schenkel wirken zu können. Röding. I Bergbaue heißt der Sitz des Pferdetreibers am Göpel auch Schenkel, bei Andern Schämel. Eben daselbst werden auch diejenigen langen und stärkern Hölzer der Fahrten, in welche die Sprossen eingefügt sind, und die an andern Leitern die Leiterbäume heißen, Schenkel genannt. I der Baukunst sind Schenkel die neben einer Thür oder Fenstereinfassung hinaufgehenden Verzierungen, welche die Giebel und Kränze tragen, wo man es auch zur folgenden Bedeutung rechnen kann. Auch die gerade aufstehenden Ständer an den Fenstern oder Thüren nennt man Schenkel. Die Orgelbauer nennen Schenkel die Theile von beiden Seiten der Windgänge, welche Falze haben und in welche lange eichene Latten eingeschoben werden, damit sie wohl zugespundet werden und kein Wind heraus könne. Der Schenkel am Dreischlitz, in der Baukunst, ist der glatte Raum zwischen den Vertiefungen der Dreischlitze. An den Reitstangen sind die Schenkel die langen gebogenen Hauptstangen an den Seiten, woraus die Reitstangen zusammengesetzt werden. 2) I engerer Bedeutung, die langen Theile eines thierischen Körpers, auf welchen derselbe stehet und den Ort verändert. Es für die ganzen Glieder von der Hüfte bis zum Fuße zu gebrauchen, da man dann das Dickbein, den Theil von der Hüfte bis zum Knie (Femur), den großen oder obern, und den Theil vom Knie bis zum Fuße (Crus), den kleinen oder untern Schenkel nennt, ist ungewöhnlich und ungut, und es wird am richtigsten nur von dem dicken Theile von der Hüfte bis zum Knie, als das edlere Wort für Lende und Dickbein gebraucht. Deinen zur Rückkehr erhabenen (erhobenen) Schenkel. Ramler. Den obern Theil des Schenkels nennt man in der Zerglk. den Oberschenkel, den untern Theil Unterschenkel. Bei den Pferden nennt man eigentlichen Schenkel, großen Schenkel, auch Backe und Dickbein, in der Reitkunst aber Hanke oder Hansche diejenigen erhobenen fleischigen Theile, die den Zwischenraum unter den Hüften und unter der Rübe ausfüllen und die bis zu dem Orte gehen, wo die Kniescheibe über dem Gelenke am Ende des großen Schenkelknochens liegt. Der kleine Schenkel, die Lende oder Keule fängt vom Gelenke des eigentlichen oder großen Schenkels an und geht bis zum Knie oder Sprunggelenk. Unter hintern Schenkeln oder Hinterschenkeln versteht man in der Zerglk. den eigentlichen Schenkel, die Kniescheibe und die Keule; im gemeinen Leben aber die Hinterbeine vom eigentlichen Schenkel an bis zum und mit dem Hufe. Unter vordern Schenkeln oder Vorderschenkeln versteht man in der Zerglk. nur den Arm, Vorarm oder Kegel; im gemeinen Leben aber die Vorderbeine mit allen einzelnen Theilen, mit Einschluß der Schulter und des Querbeines. Der kleine Schenkel endlich ist mit der Schulter so vereiniget, daß beide nur einen Theil auszumachen scheinen. Nemnich. Bei den Vögeln wird das mehr oder weniger mit Fleisch bekleidete außer dem Körper die Wurzel bildende Glied bis zum ersten Gelenke, der Schenkel (Femur) genannt, welcher Theil genau genommen das Schienbein ist. Bei den Ziefern heißt dasjenige längere Glied, welches auf die Schenkelwurzel oder Hüfte folgt, der Schenkel (Femur). Iliger. Uneigentlich nennt man die beiden in Spitzen auslaufenden Theile eines Zirkels, auf welchen er beim Gebrauche gleichsam stehet, die Schenkel, und in der Größenlehre sind die Schenkel eines Winkels die beiden einen Winkel einschließenden geraden Linien, und die Schenkel eines Dreiecks, die beiden geraden Linien, die den der Grundlinie entgegengesetzten Winkel einschließen. S. Gleichschenkelig.
4083 Zeichen · 36 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËNKEL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SCHËNKEL s. SCHINKE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schenkelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schenkel , M. nhd. Schenkel, oberer Teil des Beines, Achse am Wagen (M.), Formstein einer Mauer Hw.: s. schinkel; vgl. m…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schênkel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schênkel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schenkelchen. 1. Im weitesten Verstande, wo es in verschiedenen …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schenkel

    Goethe-Wörterbuch

    Schenkel auch -ckel 1 oberer u/od unterer Teil des (menschlichen) Beins; Pl auch (metonym) für das ganze Bein; häufig in…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schenkel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schenkel , beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. Unter- u. Ober-S. (Wade) sind mit einander durch…

  6. modern
    Dialekt
    Schënkel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Schënkel [ʿSakl fast allg.; ʿSækl Str. W. ] m. Schenkel: 1. Teil des Beines. Er is t h era b g e heit un d het d e r S…

  7. Sprichwörter
    Schenkel

    Wander (Sprichwörter)

    Schenkel 1. Die schenckel empfindens wol, so man auff stecken reit. – Franck, I, 81 a ; Eiselein, 578; Lehmann, II, 72, …

  8. Spezial
    Schenkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schen|kel m. (-s,-) 1 ‹geom› linia (de n ciantun) f. 2 pert (-s) f. 3 brac m. 4 (von Zirkeln) iama (iames) f. 5 ‹anat› (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schenkel

78 Bildungen · 64 Erstglied · 14 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schenkel 2 Komponenten

schen+kel

schenkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schenkel‑ als Erstglied (30 von 64)

schenkelader

DWB

schenke·lader

schenkelader , f. ader am schenkel, in der schenkelgegend, besonders die grosze ader, welche über den schenkel läuft. Oken 4, 83 .

Schenkelanhang

Campe

schenkel·anhang

Der Schenkelanhang , — es, Mz. — anhänge , in der Naturbeschreibung, ein nach hinten gerichteter, länglicher spitziger Fortsatz der Wurzel d…

Schenkelband

PfWB

schenkel·band

Schenkel-band n. : 'Band zum Anbinden des Rebschenkels (s. Schenkel 2 a)', Schenkelband [ BZ-Pleisw/O'hf ]; vgl. Stock-, Stiefelband .

schenkelbein

DWB

schenkel·bein

schenkelbein , n. os pedis sive femoris supra genu. Frisch 2, 173 b . Oken 4, 27 : die kniebewegende muskeln sitzen tiefer im schenkelbein. …

Schenkelbeuge

Meyers

schenkel·beuge

Schenkelbeuge , die von der Hüfte nach den Geschlechtsteilen verlaufende Vertiefung, die den Unterleib gegen das Bein begrenzt.

schenkelblatt

DWB

schenkel·blatt

schenkelblatt , n. ein theil des pferdegeschirrs: παραμηρίδιον , femorale, tibiale, schenckelblat. Frischlin nomencl. cap. 123 . Frisch 2, 1…

Schenkelbërg

Idiotikon

Schenkelbërg Band 4, Spalte 1562 Schenkelbërg 4,1562

Schenkelchen

GWB

schen·kelchen

Schenkelchen Dimin liebkosend für das (nackte) weibliche Bein Glücklich wer einst dich genießt..dem du die Schenckelchen zart über den Körpe…

schenkeldeich

DWB

schenkel·deich

schenkeldeich , m. ein querdeich, verbindungsdeich zwischen zwei deichlinien. brem. wb. 1, 206. Adelung.

schenkelein

DWB

schenke·lein

schenkelein , n. crusculus, pediculus. Stieler 1787 ; im Elsasz schenkele zur bezeichnung kleiner, länglicher brödchen. Frommann 4, 474 .

Schenkeleisen

DRW

schenke·leisen

Schenkeleisen, n. eiserne Beinfessel vgl. Halseisen er ließ im ein schänckelyssen bringen, daz ließ er im an sin füeß leggen 1531 (Hs.) Haim…

schenkeleute

DWB

schenke·leute

schenkeleute , plur. schwäbisch, theilnehmer an der schenke ( s. schenke 2). Birlinger 2, 368 .

schenkelgeschwind

DWB

schenkel·geschwind

schenkelgeschwind , adj. als übersetzung des homerischen πόδας ὠκύς : da erhob sich und sprach der schenkelgeschwinde Pelide. Bürger 186 a .…

schenkel als Zweitglied (14 von 14)

Hähnchenschenkel

RDWB1

Hähnchenschenkel Pl. куриные ножки (не "куриные лапки")

barschenkel

DWB

barsch·enkel

barschenkel , nudo femore, barbeinig, barfusz. mhd. lautet die oben unter barfusz angezogne lehre: ein rîter sol niht vor vrouwen gên barsch…

diechschënkel

Lexer

diech·schenkel

diech-schënkel stm. oberschenkel. den blanken diechschenkel grôʒ der marcgrâve hin ab im swanc Wwh. 79,6. den diechschenkel her im abe slûch…

oberschenkel

DWB

obersch·enkel

oberschenkel , m. der obere schenkel, das dickbein Rädlein 682 a : verschraubet euch durch zuthuung eurer füsze und niederlassung der hinder…

rindesschenkel

KöblerMhd

rinde·s·schenkel

rindesschenkel , st. M. nhd. Rindsschenkel, Rinderschenkel, Rinderkeule Hw.: s. rinderschenkel Q.: Urk (13. Jh.) E.: s. rint, schenkel W.: n…

rotschenkel

DWB

rotschen·kel

rotschenkel , m. name zweier schnepfarten, scolopax calidris und totanus. Nemnich.

unterschenkel

DWB

unter·schenkel

unterschenkel , m. , gs. zum oberschenkel ( s. d. ). crus underschenckel Saurus-Melanchthon nomenclator (1591) B 5 b ; der u. vom knie bis a…

wadeschenkel

KöblerMhd

wade·schenkel

wadeschenkel , st. M. nhd. „Wadenschenkel“, Wade Hw.: vgl. mnd. wadenschinke Q.: LexerHW (15. Jh.) E.: s. wade, schenkel W.: nhd. DW- L.: Le…

wetterschenkel

DWB

wetter·schenkel

-schenkel , m. , ' ist an dem untersten stücke eines fensterflügels ein breiter überhängender oder vorragender rand, der den an die fenster …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schenkel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schenkel/campe
MLA
Cotta, Marcel. „schenkel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schenkel/campe. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schenkel". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schenkel/campe.
BibTeX
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