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Schênkel

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
24 in 22 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schênkel

Bd. 3, Sp. 1415
Der Schênkel, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schenkelchen. 1. Im weitesten Verstande, wo es in verschiedenen einzelnen Fällen ein in die Länge ausgedehntes Ding bedeutet, dessen Länge die Breite und Dicke weit übertrifft. In dem Bergbaue werden an den Fahrten die langen senkrecht stehenden Hölzer, worin sich die Sprossen befinden, die Schenkel genannt; an andern Leitern heißen sie die Leiterbäume. Im Weinbaue ist der Schenkel das junge Holz, welches aus einem Sturze oder Knoten, d. i. einer abgeschnittenen Rebe, wieder nachwächset. Auch der Fuhrmannssitz an dem Göpel im Bergbaue führet gleichfalls den Nahmen des Schenkels, ob er gleich auch von andern der Schämel genannt wird. In der Schifffahrt ist der Schenkel ein Tau von mittlerer Länge, an dessen Ende eine Rolle hängt, worüber das Tauwerk gezogen wird, da man denn Brasseschenkel, Toppschenkel u. s. f. hat. Und so noch vielleicht in andern Fällen mehr, wo sich nicht füglich eine Figur der folgenden Bedeutung annehmen läßt. 2. In engerer Bedeutung, der Fuß, das Bein, der lange Theil eines thierischen Körpers, worauf derselbe ruhet, und vermittelst dessen er den Ort verändert. 1) Der ganze Fuß, in welchem Verstande man das Dickbein zuweilen den großen oder obern, und das Schienbein den kleinen oder untern Schenkel zu nennen pflegt. Den Widder sollt du zerlegen, und sein Eingeweide und Schenkel waschen, 2 Mos. 29, 17; seine Eingeweide und Füße, Michael. So auch 3 Mos. 8, 21. Indessen wird es in dieser Bedeutung nur noch in der höhern Schreibart von den Füßen der Menschen und größern Thiere gebraucht. Deinen zur Rückkehr erhabenen Schenkel, Raml. Figürlich werden in der Geometrie so wohl die Linien, welche durch ihre Neigung einen Winkel machen, als auch die auf der Grundlinie stehenden Seiten eines Triangels Schenkel, Crura, genannt. 2) Im engsten und gewöhnlichsten Verstande ist der Schenkel der obere dickere Theil des Fußes zwischen dem Knie und der Hüfte, so wohl an Menschen als Thieren, da es denn besonders der edlern Schreibart für die niedrigern Lende und Dickbein eigen ist. Bey den Pferden wird dieser Theil des Vorderfußes so wohl der Schenkel als der Vorarm genannt. Anm. Es ist dieses Wort kein Diminutivum, wie Frisch will, weil es sonst ungewissen Geschlechts seyn müßte; die Endung -el zeigt hier entweder ein Werkzeug, oder auch ein Subject an. Schenkel sagt also eigentlich eben das, was mit einem andern Endlaute oder auch ohne Endlaut Schinken und dessen Verwandte bedeuten. In der Monseeischen Glosse wird Schinchum durch Bases et tibiae erkläret. Im Angels. ist Scancu das Bein,[] der Fuß, das Schienbein, welche letztere Bedeutung auch das Italiänische in der Lombardey übliche Schinca und das Schwed. Skank hat. Im Ungarischen ist Czonc ein Knochen, Bein, und im Finnischen ohne Zischlaut Konti der Fuß. Siehet man das n als einen oft müßigen Begleiter der Gaumenlaute an, so gehören auch das Nieders. Schake, der Schenkel, das Bein, das Hebräische שוק und Chaldische שק, das Schienbein, hierher. Aus allem ergibt sich, daß der Begriff der Bewegung in diesem Worte der herrschende sey, so daß in der ersten allgemeinsten Bedeutung die Ausdehnung in die Länge zum Grunde lieget, daher auch im Schwed. Skakel die Deichsel heißt, wozu in der zweyten engern Bedeutung noch der Begriff des Gehens, und in der engsten des Dickbeines der Begriff der Ausdehnung in die Dicke kommt. S. Schake, Schacht, Schenken, Schicken, Schiene u. s. f. welche alle zu dieser Verwandtschaft gehören.
3536 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    SCHËNKEL

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +4 Parallelbelege

    SCHËNKEL s. SCHINKE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    schenkelM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    schenkel , M. nhd. Schenkel, oberer Teil des Beines, Achse am Wagen (M.), Formstein einer Mauer Hw.: s. schinkel; vgl. m…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schênkel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schênkel , des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. das Schenkelchen. 1. Im weitesten Verstande, wo es in verschiedenen …

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schenkel

    Goethe-Wörterbuch

    Schenkel auch -ckel 1 oberer u/od unterer Teil des (menschlichen) Beins; Pl auch (metonym) für das ganze Bein; häufig in…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schenkel

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schenkel , beim Menschen die Beine mit Ausnahme des eigentlichen Fußes. Unter- u. Ober-S. (Wade) sind mit einander durch…

  6. modern
    Dialekt
    Schënkel

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    Schënkel [ʿSakl fast allg.; ʿSækl Str. W. ] m. Schenkel: 1. Teil des Beines. Er is t h era b g e heit un d het d e r S…

  7. Sprichwörter
    Schenkel

    Wander (Sprichwörter)

    Schenkel 1. Die schenckel empfindens wol, so man auff stecken reit. – Franck, I, 81 a ; Eiselein, 578; Lehmann, II, 72, …

  8. Spezial
    Schenkel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schen|kel m. (-s,-) 1 ‹geom› linia (de n ciantun) f. 2 pert (-s) f. 3 brac m. 4 (von Zirkeln) iama (iames) f. 5 ‹anat› (…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schenkel

78 Bildungen · 64 Erstglied · 14 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schenkel 2 Komponenten

schen+kel

schenkel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schenkel‑ als Erstglied (30 von 64)

schenkelader

DWB

schenke·lader

schenkelader , f. ader am schenkel, in der schenkelgegend, besonders die grosze ader, welche über den schenkel läuft. Oken 4, 83 .

Schenkelanhang

Campe

schenkel·anhang

Der Schenkelanhang , — es, Mz. — anhänge , in der Naturbeschreibung, ein nach hinten gerichteter, länglicher spitziger Fortsatz der Wurzel d…

Schenkelband

PfWB

schenkel·band

Schenkel-band n. : 'Band zum Anbinden des Rebschenkels (s. Schenkel 2 a)', Schenkelband [ BZ-Pleisw/O'hf ]; vgl. Stock-, Stiefelband .

schenkelbein

DWB

schenkel·bein

schenkelbein , n. os pedis sive femoris supra genu. Frisch 2, 173 b . Oken 4, 27 : die kniebewegende muskeln sitzen tiefer im schenkelbein. …

Schenkelbeuge

Meyers

schenkel·beuge

Schenkelbeuge , die von der Hüfte nach den Geschlechtsteilen verlaufende Vertiefung, die den Unterleib gegen das Bein begrenzt.

schenkelblatt

DWB

schenkel·blatt

schenkelblatt , n. ein theil des pferdegeschirrs: παραμηρίδιον , femorale, tibiale, schenckelblat. Frischlin nomencl. cap. 123 . Frisch 2, 1…

Schenkelbërg

Idiotikon

Schenkelbërg Band 4, Spalte 1562 Schenkelbërg 4,1562

Schenkelchen

GWB

schen·kelchen

Schenkelchen Dimin liebkosend für das (nackte) weibliche Bein Glücklich wer einst dich genießt..dem du die Schenckelchen zart über den Körpe…

schenkeldeich

DWB

schenkel·deich

schenkeldeich , m. ein querdeich, verbindungsdeich zwischen zwei deichlinien. brem. wb. 1, 206. Adelung.

schenkelein

DWB

schenke·lein

schenkelein , n. crusculus, pediculus. Stieler 1787 ; im Elsasz schenkele zur bezeichnung kleiner, länglicher brödchen. Frommann 4, 474 .

Schenkeleisen

DRW

schenke·leisen

Schenkeleisen, n. eiserne Beinfessel vgl. Halseisen er ließ im ein schänckelyssen bringen, daz ließ er im an sin füeß leggen 1531 (Hs.) Haim…

schenkeleute

DWB

schenke·leute

schenkeleute , plur. schwäbisch, theilnehmer an der schenke ( s. schenke 2). Birlinger 2, 368 .

schenkelgeschwind

DWB

schenkel·geschwind

schenkelgeschwind , adj. als übersetzung des homerischen πόδας ὠκύς : da erhob sich und sprach der schenkelgeschwinde Pelide. Bürger 186 a .…

schenkel als Zweitglied (14 von 14)

Hähnchenschenkel

RDWB1

Hähnchenschenkel Pl. куриные ножки (не "куриные лапки")

barschenkel

DWB

barsch·enkel

barschenkel , nudo femore, barbeinig, barfusz. mhd. lautet die oben unter barfusz angezogne lehre: ein rîter sol niht vor vrouwen gên barsch…

diechschënkel

Lexer

diech·schenkel

diech-schënkel stm. oberschenkel. den blanken diechschenkel grôʒ der marcgrâve hin ab im swanc Wwh. 79,6. den diechschenkel her im abe slûch…

oberschenkel

DWB

obersch·enkel

oberschenkel , m. der obere schenkel, das dickbein Rädlein 682 a : verschraubet euch durch zuthuung eurer füsze und niederlassung der hinder…

rindesschenkel

KöblerMhd

rinde·s·schenkel

rindesschenkel , st. M. nhd. Rindsschenkel, Rinderschenkel, Rinderkeule Hw.: s. rinderschenkel Q.: Urk (13. Jh.) E.: s. rint, schenkel W.: n…

rotschenkel

DWB

rotschen·kel

rotschenkel , m. name zweier schnepfarten, scolopax calidris und totanus. Nemnich.

unterschenkel

DWB

unter·schenkel

unterschenkel , m. , gs. zum oberschenkel ( s. d. ). crus underschenckel Saurus-Melanchthon nomenclator (1591) B 5 b ; der u. vom knie bis a…

wadeschenkel

KöblerMhd

wade·schenkel

wadeschenkel , st. M. nhd. „Wadenschenkel“, Wade Hw.: vgl. mnd. wadenschinke Q.: LexerHW (15. Jh.) E.: s. wade, schenkel W.: nhd. DW- L.: Le…

wetterschenkel

DWB

wetter·schenkel

-schenkel , m. , ' ist an dem untersten stücke eines fensterflügels ein breiter überhängender oder vorragender rand, der den an die fenster …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „schenkel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schenkel/adelung
MLA
Cotta, Marcel. „schenkel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schenkel/adelung. Abgerufen 18. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schenkel". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schenkel/adelung.
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