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suckel

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

suckel

Bd. 20, Sp. 907
suckel, sückel (auch suggel, süggel), m., f., n., zum vb. 1suckeln, sückeln, mundartlich (obd. und md.) weit verbreitet, literarisch nur sehr selten bezeugt; das wort entwickelt von der grundvorstellung des saugens (säugens) aus eine reihe verschiedener bedeutungen, aber ohne zusammenhang mit den genusschwankungen, die vielmehr meist local bedingt sind. 11) von tieren. 1@aa) von saugenden; 'milchschwein, jungschwein, ferkel', f. Fischer schwäb. 5, 1948; Schmeller-Fr. bayer. 2, 223; Frommanns dt. maa. 4, 313 (hennebergisch-fränkisch); n. Schmeller-Fr. a. a. o.; Campe 4, 745 (für Augsburg); in der kindersprache bes. auch das demin. üblich, suggeli Staub-Tobler 7, 520; suckellein Fischer schwäb. a. a. o.; suckala Sartorius Würzburg 121; suckele Frommanns dt. maa. a. a. o. (hennebergisch-fränkisch). — 'milchlamm, junglamm', f. (daneben das demin.) Fischer schwäb. a. a. o.stellenweise nimmt suckel, f., und suckellein, n., im schwäb. die specialbedeutung 'mutterloses ferkel oder junglamm, das mit der saugflasche aufgezogen wird' oder auch 'im hause aufgezogenes, zahmes jungschaf' an, s. Fischer a. a. o. 1@bb) von säugenden; 'mutterschwein, sau', f.: nim säwkaht von einer suckel oder weidsaw, so grosz als 1 henneney Gäbelkover artzneybuch (1595) 2, 58; das kätzlein munzt: miau! und krümmt ihren buckel wie eine borstige suckel Fr. W. Güll (1812/79) bei W. Hoffmann wb. 5, 554; vgl. ferner suckel sus scrofa Nemnich wb. d. naturgesch. 584; bes. im schwäb. verbreitet, s. Fischer a. a. o.; auch gelegentlich als n. belegt, vgl. Chr. Fr. Schrader vollst. dt. u. franz. wb. 2, 2 (1784), 1338c. 1@cc) allg., 'schwein', m. Staub-Tobler 7, 520 (suggel); f. (A. v. Klein) dt. provinzialwb. 2 (1792) 181 (für Ansbach und Nürnberg); Fischer schwäb. 5, 1948; n. Ruckert unterfränk. (suck'l und demin. suckala, suckerla); daneben örtlich in der Schweiz sugglen, f., '(dickes, fettes) schwein' Staub-Tobler a. a. o. — 'schaf', auch 'leithammel', m., stellenweise im schwäb., s. Fischer a. a. o. 22) von menschen. 2@aa) m., im Aargau scheltwort für knaben, die noch gern am saugzäpfchen (schnuller) oder am finger saugen, vgl. Staub-Tobler 7, 521; in Zürich mit ironischer erweiterung des sinnes für passionierte trinker, säufer, s. ebda.m. und f., aus der erstbedeutung 2 a übertragen, 'kind, das der mutter immer nachläuft', 'verwöhntes kind', 'muttersöhnchen' Fischer schwäb. 5, 1948 f. 2@bb) m., f., n., aus der bedeutung 'schwein' übertragen; 'unreinlicher, unordentlicher, unflätiger mensch', m. Staub-Tobler 7, 520 (suggel, süggel); 'person mit unsauberen manieren', n. Ruckert unterfränk. 179; im bes. 'schmutzige, unordentliche frauensperson', f. Staub-Tobler a. a. o. (sugglen); Fischer schwäb. 5, 1948; auch 'unreinliches kind', f., ebda. 33) von sachen. 3@aa) das, woran gesogen wird; demin. süggeli 'saugwarze' Stalder schweiz. 2, 418 f.; vgl. auch Staub-Tobler 7, 520; zukl, pl., 'frauenbrüste' Hentrich Eichsfeld 4. bes. 'saug-, lutschbeutel, schnuller', m. (suggel, süggel) und demin. (süggeli), Staub-Tobler a. a. o.; m. und f. Fischer schwäb. 5, 1949; 'lappen, mit brod, zucker usw. gefüllt, für kleine kinder', m. Keller thür. waldgeb. 43; allg. 'irgend ein gegenstand, an dem gesogen wird', z. b. eine zuckerstange, ein zuckerplätzchen, f. Follmann lothr. 511; wb. d. luxemb. ma. (1906) 433; oder lakritze(nsaft), m. Vilmar Kurhessen 407; in einigen Schweizer gegenden heiszt 'das zünglein oben am fasse, um wein heraus zu suggen', süggeli, n. Stalder 2, 418 f.; vgl. auch Staub-Tobler 7, 521. scherzhafte anwendungen: für 'zigarre', m. Staub-Tobler a. a. o.; 'tabakspfeife', f. Vilmar-Pfister Hessen, 2. erg.-h. 39; Crecelius Oberhessen 828; hierher wohl auch suchel, f., 'kurze pfeife' Frischbier preusz. 2, 387. 3@bb) im schwäb. auch für 'tintenklecks', f. Fischer 5, 1949, was sich zu 1suckeln 4 stellt (doch vgl. auch das synon. sau und das verwandte sauerei, ferkelei).
4027 Zeichen · 163 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    suckel

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    suckel s. sockel.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    SuckelDas

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Das Suckel , — s, Mz . gl. in Augsburg, ein zahmes Schwein, wahrscheinlich, ein junges; von suckeln, saugen. I Fränkis…

  3. modern
    Dialekt
    Suckelf.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Suckel [zùkəl D. Si. ] f. irgend ein Gegenstand, an dem gesogen wird, z. B. eine Zuckerstange. s. das folgende. — lux. 4…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit suckel

23 Bildungen · 23 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von suckel 2 Komponenten

suc+kel

suckel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

suckel‑ als Erstglied (23 von 23)

Suckelblume

PfWB

suckel·blume

Suckel-blume , Zuckel- f. : = Taubnessel , Suggelblumm [SPf ( Wilde 243)], Zuggel- [Neustdt u. Umg. ( Wilde 242)], Suckelsblum [ LA-Nußd ]; …

Suckeldole

PfWB

suckel·dole

Suckel-dole f. : 'mit Steinen ausgefüllter Wassergraben', Suckeldol [ KU-Obw/T ]; Syn. s. Dol 1 b

suckelen

ElsWB

suck·elen

suck e le n [syklə Lobs. Lützelstn. Lohr Büst Wh. ; sýklə Betschd. ; sùklə Wörth Ndrröd. Dehli. ] langsam saugen. Der suck e lt schon e halw…

suckeler

DWB

sucke·ler

suckeler , m. , ' zauderer ' brem.-ndsächs. wb. 4 (1770) 1090, vgl. mnl. suckeler chanceleur, titubator Plantijn thes. theut. ling. (1573) E…

Suckelguts

PfWB

suckel·guts

Suckel-guts , Zuckel- n. : 'Süßigkeiten zum Lutschen für Kinder', nur Dim: Suckelguts'che [ KU-Wolfst ], -gutsel [ GH-Leimh ], Zuckel- [ ZW-…

suckelig

DWB

suckelig , adj. , ' unreinlich ', zu 1 suckeln 4 Fischer schwäb. 5, 1949 . — vgl. ferner suckler, sückler, m., sp. 912. zusammensetzungen, e…

suckelkind

DWB

suckel·kind

-kind , n. , ' säugling ' Stalder schweiz. 2, 418 ; Fr. Hofmann ndhess. 236 ; Hertel Thür. 240 ; Hentrich Eichsfeld 43 ; Liesenberg Stiege 2…

Suckelläppchen

PfWB

suckel·laeppchen

Suckel-läppchen n. : 'Saugläppchen für kleine Kinder', Suckelläppche [ KU-Patb ]; vgl. Lumpensuckel ; Syn. s. Schnuller 1.

suckeln I

RhWB

suckeln I schw.: 1. -uk- triefen; he wor soa nat, dat he suckelte Elbf . — 2. -yk-, –ȳək-, et sückelt es regnet andauernd Gummb-Kotthsn Mari…

Suckelstange

PfWB

suckel·stange

Suckel-stange f. : 'Zuckerstange zum Lutschen für Kinder', Suckelstang [ KU-Kaulb KL-Fockbg/Limb Gimsb ]; Syn. s. Guts 1. —

Suckelstumpen

PfWB

suckel·stumpen

Suckel-stumpen m. : 'Zuckerstange, Bonbon', -stumbe [KU-Bedb Dennw/Frohnb Etschbg Nd'staufb KL-Fockbg/ Limb], Zuckel- [ KU-Mühlb ]; Syn. s. …

suckeltee

DWB

suckel·tee

-tee , m. , ' flores Lamii albi ' Arends volkstüml. namen d. arzneimittel 11 258. —

Suckelzeug

PfWB

suckel·zeug

Suckel-zeug n. : 'Süßigkeiten, Bonbons', -zeig [ KU-Wolfst ]; Syn. s. Guts 1.

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APA
Cotta, M. (2026). „suckel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/suckel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „suckel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/suckel/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „suckel". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/suckel/dwb.
BibTeX
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