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verschwendung

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

verschwendung f.

Bd. 25, Sp. 1211
verschwendung, f. , zu verschwenden gebildet (verschwindung im sinne von verschwendung s. unter verschwindung 2, vgl. auch verschwinden 12): prodigalitas, verswendung des zytlichen guts unnutzlichen. Diefenbach 462b; proluvium, eine solche verschwendung, da man alles gleichsam uff die gasse schüttet, da es alles säufft und treufft, da man sorge hat, man könne nicht gnug verthun. Corvinus fons lat. (1660) 377b; schwendung, et verschwendung, ... prodigitas, prodigentia, prodigalitas; verschwendung seiner kräfte, virium debilitatio. verstärkt: erzverschwendung Stieler 1983; das ist nur verschwendnng. Kramer deutsch-it. dict. (1702) 2, 714b; durch verschwändung gunst erhalten; die verschwändung an einem tadeln. Steinbach 2, 554; verschwendung, prodigalitas, dilapidatio. Frisch 2, 248a; der verschwendung ergeben sein; welche verschwendung! im plural, wenn es sich um einzelne fälle handelt: durch diese verschwendungen werden land und leute arm gemacht. Campe. oft in zusammensetzungen: geld-, pulver-, holz-, kraft-, zeitverschwendung. das wort bezeichnet bald den habitus, die neigung (er neigt zur verschwendung), bald die handlung (verschwendung des vermögens, das ist die reine verschwendung); der freie und übertragne gebrauch ist beschränkter als beim verbum. 11) unmäsziges oder ungewöhnliches verbrauchen, ausgeben, hingeben und die neigung dazu: dispendium, verschwentung. Aventinus werke 1, 399, 39; über das hielt ich auch inn mit den überflüssigen verschwendungen. Grimmelshausen Simpl. 1, 254, 21 Kurz; ob der geitz oder die verschwendung das gröste oder ärgste laster seye. 2, 127, 26; worzu ihn beydes, hoffart und verschwendung, anhetzte. 158, 15; ein gebet also wider die unkeuschheit, eins wider die verschwendung. Gellert (1775) 3, 156 (betschwester 1, 4); zweytens sagt auch Sveton nicht, dasz Caligula hierinn der verschwendung des weiblichen geschlechts nachgeahmt: denn er sagt weder, dasz das weibliche geschlecht sich einer solchen verschwendung in geschnittenen steinen schuldig gemacht, noch dasz es Caligula ihm darinn nachgethan. Lessing3 10, 276; vorwurf der verschwendung. 293; eine heilige sparsamkeit der worte giebt mehrentheils eine günstige vermuthung für eine baarschaft der gedanken und für einen verborgenen schatz des herzens ab; weil reichthum und verschwendung, tiefsinn und schwatzhaftigkeit schwerlich mit einander bestehen können. Hamann 4, 461 (1823); doch ein wenig geiz schadet dem weibe nichts, so übel sie die verschwendung kleidet. Göthe 18, 302 Weim. ausg. (die guten weiber); personificiert: in der bilder-kunst wird die verschwendung gebildet, als ein weib mit verbundenen augen, mit beyden händen ein umgestürtztes horn des überflusses haltend, aus welchem gold und silberne müntzen durch einander verstreuet werden. Jablonski allgem. lexicon (1721) 814a; sollt' es wohl mit ansehn, dasz verschwendung aus der weisen milde sonst nie leeren scheuern so lange borgt, und borgt, und borgt, bis auch die armen eingebornen mäuschen drinn verhungern? Lessing3 3, 70 (Nathan 2, 9). 22) in älterer sprache folgt verschwendung natürlich auch den jetzt veralteten bedeutungen des verbums; nach verschwenden 1: damit sy dem gemeinen popel zu eitler aufrur, verschwendung guter sitten und zu versterunge des ganzen christlichen glaubens zu verdamnis irer selen erwecken. Weim. archiv (1525); nit ôn leibs und gemüts kreften verschwentung. Aventinus werke 1, 109, 35: verschwendung des waldes, verwüstung des waldes durch raubnutzung (vgl. verschwenden 4 gegen ende): derenthalben besagte wälder und hölzer durch so starke verwiest- und verschwendungen, wie auch die wiltpän, zu merklichen abgang komen. tir. weisth. 1, 37, 44.
3702 Zeichen · 42 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    VerschwendungDie

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Die Verschwendung , Mz. — en . 1) Die Handlung, da man etwas verschwendet; ohne Mehrzahl. 2) Die Neigung zu verschwenden…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Verschwendung

    Goethe-Wörterbuch

    Verschwendung [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Verschwendung

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Verschwendung , s. Vormundschaft u. prodigus.

  4. modern
    Dialekt
    Verschwendung

    Rheinisches Wb.

    Ver-schwendung Sg. t. f.: nach dem Nhd.

  5. Sprichwörter
    Verschwendung

    Wander (Sprichwörter)

    Verschwendung 1. Verschwendung ist der Weg ins Armenhaus. Böhm. : Chudoba marnotratnosti nejbližšé dĕdička. ( Čelakovsky…

  6. Spezial
    Verschwendung

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ver|schwen|dung f. (-,-en) spaterlada (-des) f. , spaterlamënt (-nc) m.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verschwendung

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verschwendung 3 Analysen

ver- + schwenden + -ung

verschwendung leitet sich vom Lemma schwenden ab mit Präfix ver-, mit Suffix -ung, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Alternativen: ver-+schwendung verschwend+-ung

Zerlegung von verschwendung 2 Komponenten

versch+wendung

verschwendung setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verschwendung‑ als Erstglied (2 von 2)