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sied

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sied adj. adv.

Bd. 16, Sp. 858
sied, adj. adv. in dieser lautform vereinigen sich mehrere wörter bezw. bedeutungen, deren zusammenhang (bez. identität) sowol unter sich, wie auch mit seit und seite (s. diese, sp. 370 und 379) nicht genügend klar ist. sie sind durchweg dem hd. fremd, dagegen auszer im nd. auch im engl. und den nordischen sprachen, wenn auch nicht gleichmäszig, verbreitet. 11) niedrig, tief gelegen, seicht (vom wasser), so besonders nd.: mnd. sît, side; bassus nedder vel side. Schiller-Lübben 4, 217; sid, nidersächs. niedrig, humilis, inferior, demissus, depressus. Frisch 2, 273b; side bömekens virgulta. Chytraeus 466, s. ebenda; von der niedern gerichtsbarkeit: sidest infimus: mit aller nut und vrucht, mit aller orbede, mit dem richte hoghest unde sidest. quelle bei Scherz-Oberlin 1496, vgl.dat sideste recht die untere gerichtsbarkeit. Dähnert 423b. häufig in bezug auf den stand: de stad (macht eine sünde schwerer): de hoghe de sundiget mer an gelik den de side. mnd. katechismus in d. zschr. f. d. phil. 13, 26. so auch mnl. side. in heutigen nd. mundarten allgemein verbreitet, besonders in den verbindungen sied water, niedriges, seichtes wasser, wenn die flut abgelaufen ist, ebbe; dat water is sider wurden, ist gefallen; een siden stool; woor de tuun am siedsten is, daar stigt elkeen aver; side bene kurze beine, een sied-beenden osse. brem. wb. 4, 783 f.; en sietbeenigen ossen (als besonders fett), siet sitten Schütze 4, 102, s. ferner Dähnert 423b. Danneil 193a; sîd, comp. sîer, sup. sîeste, adv. sîe: en sîd ôrd, an sîen steden, sîe genaug kan men de beine (des stuhls) noch jümmer krîgen, de sîe brûne kâl, düse swîne sint noch sîer (kurzbeiniger), de snei werd sîe (wenn er allmählich wegschmilzt); sek sîd (tief) bücken, sprichwörtlich set dek en beten sîe, sau felst de nich sau hâch. Schambach 191a f.; sied in Duderstadt. Klein 2, 154; preusz. sîd, sît, sîdet land, water, öck huck sîd (sitze niedrig), de bôm hat sîte äst', das dach ist zu sîd. Frischbier 2, 340a; westf. entstellt zu sige (sigger-siggest): sprichw. bai sige stêt, fällt nitt hoge. Woeste 236b. zuweilen greift sîde in die benachbarten hd. mundarten hinüber, so hess. s. Vilmar 383 (an der Werra bis Eschwege aufwärts; sûde, sûdchen, sutjes langsam, das man auch in Hannover hört, hat natürlich nichts damit zu thun, vgl. holl. zoetjes), und nordthür. s. Kleemann 21a. auch Frisch (s. oben), Adelung (unter seit I: sieder stuhl, das wasser ist sieder geworden) und Campe verzeichnen es, aber nur als nd.auszerhalb des deutschen findet sich das wort mnl. (s. oben, nicht holl., wie es scheint), fries. (altfries. einmal side falla, nordfries. sid Richthofen 1012a) undn. schwed. als sid; hier ist wol entlehnung aus dem nd. nicht ausgeschlossen. 22) ein *sîd in der bedeutung 'wenig, gering' ist zu entnehmen aus dem altn. compar. síðr weniger, superl. sízt; nd. siden verringern Dähnert 423b. 33) damit hängt kaum zusammen ein wort für 'weit, ausgedehnt', so ags. síd Bosworth-Toller 870b; nur dieses begegnet auch ganz vereinzelt ahd.: laxe uuîto, sîto Graff 6, 158. auch sonst fast nur als adv. in formelhafter zusammenstellung mit weit: ags. síde and wíde, mnd. wyde unde side, wiet und(e) siet, wyden ind syden, wyde syde Schiller-Lübben 4, 217b, neund. [] wied un sied brem. wb. 4, 783, sît un wît Danneil 193a, sîd un wîd, wîd un sîd Schambach 191b als besonderes wort. andre idiotiken kennen nur diese verwendung (nicht 1): sid un wid weit und breit, danach auch gebildet sid un brid überallhin Mi 79a, wîd un sîd ten Doornkaat Koolman 3, 180a, van wîd un sîd Woeste 236a; so auch holl. wijd en zijd. 44) ags. síd bedeutet auch 'lang, herabhängend', von kleidern, haaren u. ähnl.; nur diesen sinn hat das altn. adj. síðr demissus Cleasby-Vigfusson 531b (dazu composita wie knésíðr bis zum knie reichend, Síðhttr, beiname Odins wegen seines tief ins gesicht gezogenen und dasselbe verhüllenden hutes, u. a.), ebenson. sid (weit herabhängend, von gewändern), neben der (entlehnten) bedeutung 1. diese verwendung liesze sich sowol mit 1 wie mit 3 vermitteln, weicht aber in ihrem verbreitungsgebiete von beiden ab. 55) vgl. auch siedend.
4222 Zeichen · 100 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sied

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Sied , im Niederdeutschen für niedrig, S. Adelung Seit .

  2. modern
    Dialekt
    Sied

    Rheinisches Wb.

    Sied = Soda s. Sude.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sied

176 Bildungen · 166 Erstglied · 2 Zweitglied · 8 Ableitungen

sied‑ als Erstglied (30 von 166)

Siedei

SHW

Sied-ei Band 5, Spalte 1025-1026

siedheiß

SHW

sied-heiß Band 5, Spalte 1025-1026

Siedhitze

SHW

Sied-hitze Band 5, Spalte 1025-1026

Siedkessel

SHW

Sied-kessel Band 5, Spalte 1027-1028

Siedwurst

SHW

Sied-wurst Band 5, Spalte 1027-1028

Siedepunkt

SHW

Siede-punkt Band 5, Spalte 1025-1026

Siederaum

SHW

Siede-raum Band 5, Spalte 1025-1026

siedebank

DWB

siede·bank

siedebank , f. bank, an der siede (3) geschnitten wird, häckselbank. Campe.

siedebottich

DWB

siede·bottich

siedebottich , m. , dasselbe wie siedefasz. Campe. ( im öconom. lex. 2 gesottbottich.)

Sīedefáß

Adelung

siede·fass

Das Sīedefáß , des -sses, plur. die -faesser, eben daselbst, dasjenige Faß, worin die Siede angemacht wird; der Siedebottich.

siedefasz

DWB

siedefasz , n. fasz, worin siede (1) angemacht wird. Adelung. öconom. lex. 2 2723. Jacobsson 4, 157 a .

siedefisch

DWB

siede·fisch

siedefisch , m. gesottener fisch Lexer handwb. 2, 912 : siedvisch, pachen visch, pratten visch. Germ. 9, 201. vgl. siedehering.

siedefleisch

DWB

siede·fleisch

siedefleisch , n. gesottenes fleisch, kochfleisch: es sy von brôdefleisch oder siedefleisch. qu. des 15. jh. bei Lexer handwb. 2, 912 ; auch…

Siedegeld

DRW

siede·geld

Siedegeld, n. Entlohnung für das Färben von Tuchen vgl. sieden (IV) sowa der roeder die doich darenboiven verwede, so sall der roeder sin si…

Siedegerechtigkeit

DRW

siede·gerechtigkeit

Siedegerechtigkeit, f. Berechtigung, Privileg in einer Saline (eine best. Menge) Salz zu sieden bdv.: Pfanne (II), Sieden (I), Siedensgerech…

siedehaus

DWB

siede·haus

siedehaus , n. : das ergiebigste salzwerk war das zu Reichenhall, an dem jeder einen antheil zu erwerben trachtete, das recht, vom salzbrunn…

siedehering

DWB

siede·hering

siedehering , m. arenga da cocer' alessa Kramer dict. 2, 807 a , halec maceratum Stieler 815 ; nd. seed-hering, ausgewässerter hering, der g…

siedehitze

DWB

siede·hitze

siedehitze , f. hitze, bei der eine flüssigkeit, besonders wasser, siedet. Campe, auch siedhitze Weigand 2, 710 ( vgl. siedheisz).

siedehütte

DWB

siede·huette

siedehütte , f. ' derjenige theil einer alaun- oder salpeterhütte, wo die lauge in bleiernen kesseln eingesotten wird; zum unterschiede von …

siedekasten

DWB

siede·kasten

siedekasten , m. in einigen gegenden die futterbank, worin siede (3) geschnitten wird. Adelung. Jacobsson 4, 157 b , vgl. siedebank; nach Ca…

sied(e)kessel

DWB

siede·kessel

sied(e)kessel , m. caldaia da cocer' alesso Kramer dict. 2, 807 a ; gewöhnlich allgemein kessel um etwas zu sieden Campe, siedtkessel in Bin…

siedekorb

DWB

siede·korb

siedekorb , m. : sied-korb, corbis in oeconomia rusticorum maxima, quae hoc pabulo levi impleta domum fertur et praeparatur, der gröste korb…

siedekunst

DWB

siede·kunst

siedekunst , f. die kunst, durch sieden oder abdämpfen gewisse salze, wie küchensalz, alaun, salpeter, vitriol, aus den laugen herauszubring…

siedel

DWB

sie·del

siedel , m. f. sitz, stuhl, bank, wohnung. die bildung dieses nur im deutschen ( hd.-nd. ) verbreiteten wortes ist sehr dunkel, so deutlich …

Siedel1

PfWB

 Siedel 1 Gen.? : ein Sitzmöbel. a. 1575: Item 1 Siedel Item 1 alt bankh [WerschwSchR]. a. 1580: Vor dieser Cammer. Ein mehelkasten; Ein Si…

Siedel2

PfWB

Siedel 2 in PfWB Einsiedel

sied als Zweitglied (2 von 2)

Gesied

PfWB

Ge-sied s. PfWB Gesüd ;

Ableitungen von sied (8 von 8)

entsieden

DWB

entsieden , fervendo erumpere: dunstendes schwefelgesumpf, das geborstenem boden entsiedet. Voss.

ersieden

DWB

ersieden , ahd. arsiodan, ags. âseoðan. 1 1) excoquere, ahd. arsotan gold, obrizum, arsiudit in cheʒila, coquit in cacabo; nhd. desgleichen …

Gesied

PfWB

Ge-sied s. PfWB Gesüd ;

Gesiede

Campe

Gesiede , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

gesieden

DWB

gesieden , verstärktes sieden ( s. d. ), mhd. gesieden: der nam in seinem alter ain junge, gaile grefin, aber das ochsen- und kalbflaisch mo…

siede

DWB

siede , f. zustand des siedens, viehfutter. substantivbildung zu sieden in verschiedener bedeutung. besonders in mundarten verbreitet. 1 1) …

versieden

DWB

versieden , verb. , ahd. firsiudan, discoquere. Graff ahd. sprachschatz 6, 165 ; mhd. versieden mhd. wb. 2, 2, 361 b . Lexer mhd. handwb. 3,…

zersieden

DWB

zersieden , verb. , durch sieden zum zerfall bringen: die henn ist fein zersotten Fischart Garg. 383 ndr. ; den ( antimon ) zerseud in ein m…