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siede

mhd. bis sprichw. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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6 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

siede f.

Bd. 16, Sp. 859
siede, f. zustand des siedens, viehfutter. substantivbildung zu sieden in verschiedener bedeutung. besonders in mundarten verbreitet. 11) das sieden, zustand des siedens: es ist in der siede. Campe. so nd. söde, söe (neutr.?) aufwallen des siedenden wassers, ebullitio. vor dem sö(d)e vor dem sieden. daar moot man even de söe aver gaan, es musz nur eben aufkochen. übertragen enen in sinem söe seden laten, einen bei seiner weise lassen. brem. wb. 4, 730. 22) ort, anstalt zum sieden, nur in salzsiede, s. das., th. 8, 1722. 33) meistens bedeutet siede (dafür auch gesott, gesod, s. dieses 1, th. 4, 1, 4127, vgl. auch kleibngsot th. 5, 1085) mit siedendem wasser abgebrühtes viehfutter aus häcksel, getreideabfall, zerschnittenem stroh u. dergl., s. Adelung. öconom. lex.2 2723. Jacobsson 4, 157a. Weigand 2, 710: siede, f. das futter so an einigen orten in Sachsen und Thüringen dem rindvieh in den ställen gegeben wird, sonderlich was vom treschen kurzes abgeschlagenes strohwerk ist, von den bälglein worinnen die getraid-körner gesteckt, als kaff zusammen gekehrt ... ist, hernach mit heissen wasser eingebrühet wird. einige mengen auch anders futter darunter ... hexel oder süde, schrot, kaff, seihe oder treber, pabulum vaccarum e folliculis granorum in area trituratorum collectum et aqua bulliente madefactum. Frisch 2, 274c. auch der zum absieden bestimmte häckerling wird so genannt: siede (die) palea. siede schneiden, stramen in paleam conscindere. Steinbach 2, 590. in der litteratur selten belegt: ingleichen auf jede kuhe ein schock stroh, halb zur sieden und halb zur streu gegeben wærden. qu. vom j. 1652 s. zeitschr. f. d. phil. 20, 490; das äfterig und sied (neutr.?). Anspacher verordn. von 1706 bei Schm. 2, 340. sprichwörtlich: aus siede kann man keinen strick drehen (wortspielend mit seide?). er hat siede im kopf (wie sonst häckerling). Wander 4, 556. s. auch die nachstehenden zusammensetzungen. daneben stehen formen mit anderm vocal, wie söde (vgl. Drechsler W. Scherffer s. 243), (fränk.) süde, süd, sütt, s. Schm. 2, 340. das wort ist besonders in den östlichern mundarten verbreitet: bayreuthisch-fränk. sid, f. 'abfall beim werfen des getreides; trank für das vieh (aus heu, salz und gekochtem wasser)'. Baierns mundarten 2, 267, vgl. Schm. a. a. o.; thür. síde, séde, séden, sǿdaen. Hertel sprachsch. 228; erzgeb. sîd, f. 'abgebrühte oder zum abbrühen bestimmte spreu (auch klargeschnittnes stroh) als futter fürs vieh'. Göpfert 30; schles. siede und söde (1590 belegt), schon 1440: silique sey, s. Frommann 4, 185; in Posen siede Bernd 205, sîde schneiden im Netzedistrict Frischbier 2, 340a. 44) nd. söde, söe bezeichnet ferner ein gericht, portion, soviel auf einmal gekocht wird: een söe fiske; sowie in Osnabrück ene söe beer, zeche, s. brem. wb. 4, 730 f., wo zu letzterem auch halver söe wesen, leicht betrunken sein, gezogen wird, s. sieben II, 4, c, α, sp. 784. 55) siede ist die nd. form für seide (und seite), als solche auch pflanzenname, sied flachsseide Nemnich; sid, side, siden, sied, sie, sien, cuscuta epilinum und europaea. Pritzel-Jessen; side, sîe flachsseide, teufelszwirn, ein unkraut. Schambach 191b.
3208 Zeichen · 98 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    siedef.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    siede f. in salzsiede;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Siede

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Siede , plur. inusit. in der Landwirthschaft, besonders Obersachsens, dasjenige Futter des Viehes, welches mit heiße…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Siede

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Siede , soviel wie Häcksel.

  4. Sprichwörter
    Siede

    Wander (Sprichwörter)

    Siede 1. Aus Siede kann man keinen Strick drehen. Lat. : Ex incomprehensibili parvitate arenae funis effici non potest. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit siede

106 Bildungen · 104 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

siede‑ als Erstglied (30 von 104)

Siedepunkt

SHW

Siede-punkt Band 5, Spalte 1025-1026

Siederaum

SHW

Siede-raum Band 5, Spalte 1025-1026

siedebank

DWB

siede·bank

siedebank , f. bank, an der siede (3) geschnitten wird, häckselbank. Campe.

siedebottich

DWB

siede·bottich

siedebottich , m. , dasselbe wie siedefasz. Campe. ( im öconom. lex. 2 gesottbottich.)

Sīedefáß

Adelung

siede·fass

Das Sīedefáß , des -sses, plur. die -faesser, eben daselbst, dasjenige Faß, worin die Siede angemacht wird; der Siedebottich.

siedefasz

DWB

siedefasz , n. fasz, worin siede (1) angemacht wird. Adelung. öconom. lex. 2 2723. Jacobsson 4, 157 a .

siedefisch

DWB

siede·fisch

siedefisch , m. gesottener fisch Lexer handwb. 2, 912 : siedvisch, pachen visch, pratten visch. Germ. 9, 201. vgl. siedehering.

siedefleisch

DWB

siede·fleisch

siedefleisch , n. gesottenes fleisch, kochfleisch: es sy von brôdefleisch oder siedefleisch. qu. des 15. jh. bei Lexer handwb. 2, 912 ; auch…

Siedegeld

DRW

siede·geld

Siedegeld, n. Entlohnung für das Färben von Tuchen vgl. sieden (IV) sowa der roeder die doich darenboiven verwede, so sall der roeder sin si…

Siedegerechtigkeit

DRW

siede·gerechtigkeit

Siedegerechtigkeit, f. Berechtigung, Privileg in einer Saline (eine best. Menge) Salz zu sieden bdv.: Pfanne (II), Sieden (I), Siedensgerech…

siedehaus

DWB

siede·haus

siedehaus , n. : das ergiebigste salzwerk war das zu Reichenhall, an dem jeder einen antheil zu erwerben trachtete, das recht, vom salzbrunn…

siedehering

DWB

siede·hering

siedehering , m. arenga da cocer' alessa Kramer dict. 2, 807 a , halec maceratum Stieler 815 ; nd. seed-hering, ausgewässerter hering, der g…

siedehitze

DWB

siede·hitze

siedehitze , f. hitze, bei der eine flüssigkeit, besonders wasser, siedet. Campe, auch siedhitze Weigand 2, 710 ( vgl. siedheisz).

siedehütte

DWB

siede·huette

siedehütte , f. ' derjenige theil einer alaun- oder salpeterhütte, wo die lauge in bleiernen kesseln eingesotten wird; zum unterschiede von …

siedekasten

DWB

siede·kasten

siedekasten , m. in einigen gegenden die futterbank, worin siede (3) geschnitten wird. Adelung. Jacobsson 4, 157 b , vgl. siedebank; nach Ca…

sied(e)kessel

DWB

siede·kessel

sied(e)kessel , m. caldaia da cocer' alesso Kramer dict. 2, 807 a ; gewöhnlich allgemein kessel um etwas zu sieden Campe, siedtkessel in Bin…

siedekorb

DWB

siede·korb

siedekorb , m. : sied-korb, corbis in oeconomia rusticorum maxima, quae hoc pabulo levi impleta domum fertur et praeparatur, der gröste korb…

siedekunst

DWB

siede·kunst

siedekunst , f. die kunst, durch sieden oder abdämpfen gewisse salze, wie küchensalz, alaun, salpeter, vitriol, aus den laugen herauszubring…

Siedel1

PfWB

 Siedel 1 Gen.? : ein Sitzmöbel. a. 1575: Item 1 Siedel Item 1 alt bankh [WerschwSchR]. a. 1580: Vor dieser Cammer. Ein mehelkasten; Ein Si…

Siedel2

PfWB

Siedel 2 in Einsiedel

siedelbank

DWB

siedel·bank

siedelbank , f. , vgl. siedel 1, l: siedelbanck, idem ( wie siedel) Kramer dict. 2, 806 a ; siedel, .. aliâs, siedelbank, scamnum rusticum. …

siedelbau

DWB

siedel·bau

siedelbau , f. , siedelbuiwe, sedelbau, constructio, sartae tectae servatio sedis s. curtis. Scherz - Oberlin 1498 : ouch hat die burg zu Ge…

siedeldeich

DWB

siedel·deich

siedeldeich , m. , nd. siddeldyk, ' oft nur so viel, als wetternwall; oft aber auch so viel, als ein kleiner damm, der den zuflusz des wasse…

siedelei

DWB

siede·lei

siedelei , f. villa Stieler 2038 , niederlassung, wohnung eines siedlers. Campe, vgl. siedlung: der patriarch versprach mir eine siedeley au…

Siedelgericht

DRW

siedel·gericht

Siedelgericht, n. Bez. für das zentrale Untergericht der Herrschaft Salem Sachhinweis: K.M. Brun, The abbot and his peasants (Berkeley 2008)…

siede als Zweitglied (1 von 1)

salzsiede

DWB

salz·siede

salzsiede , f. salzsiederei: salina .. saltzsyde Dief. gl. 508 b .

Ableitungen von siede (1 von 1)

Gesiede

Campe

Gesiede , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).