schweifen,
verb. dem nhd. verb. schweifen,
das durchaus schwach flectiert, stehen im mhd. gegenüber sweifen,
starkes reduplicierendes verbum, schwingen, um etwas herumschwingen, sich in geschwungener linie fortbewegen und ähnl., swîfen
starkes verbum, schwingend bewegen und sweifen
schwaches verbum, schweifen, schwingen. mhd. wb. 2, 2, 785
a. 787
a. Lexer
mhd. handwb. 2, 1351. 1352. 1371.
vergl. für das althochd. Graff 6, 901.
alts. forsuep,
vertrieb Hel. 1108,
das wol auf ein reduplicierendes verbum suêpan,
verrere weist, vgl. ags. forswâpan
und gr. 1, 888.
fries. swepa
fegen, nur der inf. präs. ist belegt (Richthofen 1058
b).
ags. swâpan, sweóp,
part. swâpen
fegen, schwingend bewegen, etwas umschwingen und dadurch einhüllen, im schwunge bewegt werden und dahintreiben u. ä. altnord. sveipa, sveip, sveipinn,
daneben schwach sveipa, sveipaða
und sveipta;
die bedeutung entspricht im wesentlichen der von ags. swâpan;
dazu sópa, sópada
fegen (
vgl. zeitschr. f. d. alt. 5, 221).
ob das starke prät. sveip
zu einem verlorenen svípa
gehört, ist zweifelhaft, got. midjasweipains,
überschwemmung, weist zunächst auf ein schwaches verb. der 3.
classe, dieses aber nicht mit sicherheit auf ein starkes ablautendes verbum sweipan.
beachtenwert sind die vielen bildungen mit swip-
wie altn. swipa,
streichend bewegen, swipan,
schnelle bewegung, swipr,
in gleichem sinne, swipta,
schnell bewegen, schwingen, ags. swipian,
verb., swipu,
f., ahd. swipfen
u. a. (
hd. schweifen
im sinne von schwanken, taumeln, vgl. oben schweiben: traf den Frawenberger gleich oberhalb des gesichts, das er schwaifen warde.
d. städtechr. 5, 97, 15).
aus dem nd. gebiete sind zu vergleichen swêpen, swpen,
schwaches verbum, sich schwingend bewegen, hin und her schwingen, schwanken ten Doornkaat Koolman 3, 377
b; swêpe, swpe, swêp, swp,
f., peitsche, eigentlich das schwankende derselben; swêpen, swpen,
mit der peitsche oder einer schlanken gerte schlagen. ebenda; swöpe,
peitsche, swöpen,
mit der peitsche schlagen. brem. wb. 4, 1127. 1128; sweep,
peitsche Schütze 4, 233.
s. noch Dähnert 478
a. Woeste 266
a. Schambach 221
b. 217
b;
ags. swip, sweopu,
peitsche; ndl. zweep
und zweepen,
verb., vgl. swippe
mhd. wb. 2, 2, 787
b. Lexer
mhd. handwb. 2, 1380.
eigenthümlich ist swepen (
mit kurzem ĕ
der wurzelsilbe),
mit einer gewissen art besen die spreu von dem ausgedroschenen getreide abfegen und vor sich hinstäuben. brem. wb. 4, 1116; sweper,
der besen zur reinigung des getreides in der seheune (
hier wol mit langem ē). Dähnert 478
b;
hamb. swîpen,
fegen. brem. wb. 4, 1117. Schütze 4, 238
zeigt vielleicht einflusz des engl. sweep.
das verb. schweifen
der nhd. schriftsprache hat im verhältnisse zum mhd. gebrauche nur ein geringes bedeutungsgebiet, mundarten und technische sprache bewahren einige alterthümliche anwendungen. in Luthers
bibelübersetzung ist schweifen
nicht belegt. die starke flexion des verbums ist völlig untergegangen (
die neubildung er schwiff
wird bisweilen in komischer rede gebraucht),
umschriebenes perf. wird meist mit sein
gebildet: er ist durch wald und feld geschweift. 11)
sich umherschwingen, vagari: hin an den selben morgen swief ich beide krum und zwirg, unz ich vür ein hôh gebirg kam mit übermüden liden.
liedersaal 1, 375, 16;
die bedeutung kann eine neutrale sein, oder das irregehen bezeichnen, in verengter bedeutung: sich herumtreiben, durch das land streifen, in übler absicht herumstreichen: hin und wider schweiffen,
vagari, oberrare, et circumerrare, palare, palari Dasypodius; schweiffen, hin und wider faren,
vagari, circumvagari; das hin und här schweiffen, oder streyffen der kriegszleuten
[] auszert jrem läger,
vagationes militum Maaler 366
d; schweyffen,
vagari, oberrare; schweyffende,
errans 367
d; schweiffen,
longo circuitu ire, it. discurrere Schottel 1412; durchs land durchschweifen, hin und her-
sive um-
et herumschweifen, auf den raub umherschweifen. Stieler 1963; er schweifft in wäldern. Steinbach 2, 539,
vgl. Frisch 2, 245
b; ich fühle jetzt, dasz es der jungfrau nicht geziemt mit dir allein durch feld und wald zu schweifen. Arnim
schaub. 1, 203; dessen sonderliche lust war, in nebel und abenddämmerung herum zu schweifen. Bettina
briefe 2, 118; durch feld und wald zu schweifen, mein liedchen weg zu pfeifen, so gehts von ort zu ort. Göthe 1, 25; einsam schweif' ich im gefolg der nacht. Platen 3
a; denk' ich, so schärft des denkens pfeil die wunde, und schweif' ich müszig, klag' ich es den winden. 101
b; ich aber schweife sorgenschwer entlang den schönen strand des Ayr. Leuthold
ged.4 363; wem zur last geworden die welt, er schweife hier entlang die blühenden seegestade. 206.
das part. präs. in besonderer wendung: auf ihren weitschweifenden spaziergängen. Göthe 48, 137.
herumirren: um meinetwillen ist sie von der welt verflucht, schweift ohne freystätte. Klinger 2, 169; gaben wir ihm (
dem menschen) zum besitze nicht der erde götterschoosz, und auf seinem königsitze schweift er elend, heimatlos. Schiller 11, 293; dem elend zu, das jeden schweifenden, von seinem haus' vertrieb'nen überall mit kalter fremder schreckenshand erwartet. Göthe 9, 14; es ist so elend in der fremde schweifen, und sie werden mich doch ergreifen. 12, 244; wo mag sie schweifen, die verlassene. Platen 230
b.
landstreicherisch sich herum treiben, in übler absicht streifen: darumb beschlosz er zum ersten das schweifende volk an einen sondern ort, wie die bienen in iren stock oder fasz, da ein jedes seine arbeit thet. Waissel
chron. (1559) 12
b; auf den straszen schweift unsicheres volk. Freytag
ahnen 5, 123; ein schweifendes leben führen.
vom planeten Mercurius: Mercurius würd schweiffen, wie ein neapolitanisch pferd dantzt. Fischart
groszm. 7
neudruck, vgl. schweifig. 22)
in entsprechendem sinne von thieren: schweifende antilopenheerden; der wolf schweift durch die wälder;
freier von vögeln, wie kreisen: vieleicht wird er doctor Schmid auch noch zum cardinal machen, den die taube schweifft schon umb jn her. Luther 3, 514
b; zwischen den morgenstreifen hoch am himmel schweiften schon einzelne zu früh erwachte lerchen. Eichendorff (1864) 3, 18; und wandr' ich durch den laub'gen wald, wo fink' und amsel schweifen. Geibel 1, 27. 33)
auf unbelebtes bezogen; vom schiffe: darumb nannten die alten Cimbrer und Triballer das schiff ein schweiffend wetterhausz. Fischart
Garg. 212
b.
von rädern eines wagens (
kreisende bewegung): nehmt euch wohl in acht, dasz ihr meine rothen räderchen nicht schmutzig macht. ihr räderchen, schweift, ihr mäuschen, pfeift, als hinaus nach des herrn Korbes seinem haus. Grimm
märehen22 167 (
herr Korbes);
freie anwendung in gehobener sprache: o damals schnitt mir das abendroth ins herz und das schweifende gold, in das die wolken sich senkten. Bettina
tageb. 57; langsam schweifen die luftgebilde an dem flor, der den wanderer umhüllt. Freytag
handschr. 1, 5; in der loken loses schweifen waren junge rosen eingestreut. Schiller 1, 227 (
hier bezeichnet schweifen
das wallen des freigetragenen haares, altn. sveipr
das gekräuselte haar); wie durch todter wüsten schauernachtgeflüster, wo verlornes heulen schweift, thränenwellen der Kozytus schleift. 217; bis höher, immer höher die flamme leckt und schweift. Uhland
ged. (1864) 362; von blumen süsz durchwürzt und edlem kraut, schweift es (
das land) in breitgestreckten thälern hin. Grillparzer 5, 90; erfüllet das schweifende meer.
wunderh. 1, 430
Boxberger. 44)
übertragen auf das suchende auge, den suchenden blick: er liesz seine augen über die versammlung schweifen, seine
[] blicke schweiften unruhig umher
u. ähnl.; kein menschliches auge, es schweife und schwebe wo und über was es will, kann mehr reitze auf einmal umfassen. Thümmel
reise 7 (1800), 200; dasz sie mit ihrem schweifenden blicke auf keinem punct, auf keiner erinnerung weilen mochte. Tieck
ges. nov. 4, 289; hinüber zu dem feinde schweift der blick. Schiller
jungfrau von Orleans 4, 1.
dann in mannigfaltiger anwendung auf vorstellungen, phantasie, denken, willensäuszerungen u. s. w. bezogen, je nach dem zusammenhange in neutralem oder verschlimmertem sinne (
s. oben unter 1,
vgl. ausschweifen): hast du viel poetisches gefühl? begeistrung? feuer und phantasie? schweifende, glühende träume? Klinger
theater 2, 177 (1786); in meiner jugend war ich ein poet, hatte glühende, schweifende phantasie. 310; himmelan flog er in schweifenden wünschen, hoch wie die adler in wolkigter höh. Schiller 1, 107.
gewöhnlich tritt die verschlimmerte bedeutung, der gegensatz z. b. zum zielbewuszten streben oder der angemessenen beschränkung mehr oder minder deutlich hervor: gehen mit eitel schweiffenden und unnützen gedancken umb, ja mit eitel todten trewmen. Luther 6, 37
a; ihr verdacht schweift auf einer ganz andern (
und zwar falschen) fährte. Lessing 2, 125; dasz er aus dem formlosen schweifen sich zusammenziehen, und die bildungsgabe, die ihm angeboren war, mit kunstgemäszer fassung benutzen möchte. Göthe 26, 252; weil ein kranker körper und ein schweifender geist ihm die collective kraft entzogen. 60, 225; da schweifte mein besinnen hin und her wie ein weberschiffchen. Bettina
tageb. 135; ein weiser mann .., der alle die schweifenden kräfte in einen mittelpunkt sammelt. Tieck 8, 41; er zieht die schweifenden gedanken in angenehm verengte schranken. Haller
ged. 87 (1768); ewig aus der wahrheit schranken schweift des mannes wilde kraft. Schiller 11, 32; willst du immer weiter schweifen? sieh, das gute liegt so nah. Göthe 1, 74; associirt euch mit einem poeten. laszt den herrn in gedanken schweifen. 12, 90; vergebens dasz ihr ringsum wissenschaftlich schweift. 99; säume nicht dich zu erdreisten wenn die menge zaudernd schweift. 41, 5; seitdem du mir erschienen, entsagt' ich diesem schweifen nach allen himmelswinkeln, nach allen erdenecken. Platen 83
a; betrachte doch, auf welchem irrweg schweift unsinnig dein beginnen. Chamisso
Fortunat. 4
Koszmann; ach dasz allein der mensch zu irrem schweifen gebraucht des fuszes und des geistes flügel. Rückert 87; sein schweifender geist auf unheil sinnt.
Firdosi 1, 316; woher nur nimmt die seele, die doch wohl geordnet ist und nicht im irren schweift, zum reinen widerspruch den stoff im schlaf. Hebbel 1, 166 (1891).
in objectivem sinne: wurde man aber der häuptsachen einig, so wollten wir in diesen schweifenden sachen weichen, leiden, thun, was wir sollen und sie wollen. Luther
briefe 4, 95; in der kirchenlehre soll man alle verdunckelte und schweiffende rede vermeiden. Melanchthon
corpus doctr. christ. (1560) 277; alle schweifende begriffe in richtige und genaue verwandeln. Lessing 4, 152; er allein (
der mensch) darf den guten lohnen, den bösen strafen, heilen und retten, alles irrende, schweifende nützlich verbinden. Göthe 2, 88. geschweifte träume,
wie sonst schweifende träume
bei Paracelsus
oben theil 4, 1, 2,
sp. 3986. 55)
in transitiver anwendung, besonders das part. perf. ist so gebräuchlich. 5@aa)
mit einem schweif
versehen: schöngeschweifte pferde,
pferde mit schönen schwänzen; langgeschweifter komet, buntgeschweifter pfau
u. ähnl. 5@bb)
mit einer schweifartigen verzierung versehen: einen helm schweifen,
ihn mit einem roszhaarbusche schmücken Campe;
pferdeschmuck: ihre rosz waren mit gelben federn und groszen federbüschen geschweift, dasz man die jungen von vornen zu nicht wol sehen konnt. Schweinichen
denkw. 27
Österley; die rosz mit weiszen kranichfedern geschweift.
merkb. 111
Wutke. [] 5@cc)
von geschwungener linienführung: schöngeschweifte augenbrauen; phantastisch geschweifte linien
u. ähnl.; der kaplan hatte viele beete nicht zu langvierecken abgestampft, sondern sie zu lateinischen buchstaben in doppelfraktur, als anfangbuchstaben seiner familie, geschweift und umgebogen. J. Paul
Hesp. 1, 49; schweifen heist bey den tischern die zieraten ausschneiden. Frisch 2, 245
b;
man bedient sich zu solcher arbeit der schweifsäge
oder des schweifeisens; eine geschweifte kommode;
in entsprechender anwendung auf die thätigkeit des schnitzers, bildhauers (
vgl. Jacobsson 4, 96
b),
architecten: eine cisterne, und in den hinein geschweiften ecken derselben waren vier brunnen, oder öffnungen. Winckelmann 2, 42. schweifen,
das erweitern einer blechgefäszmündung durch hämmern Karmarsch-Heeren
technol. wb.3 8, 110,
ausfeilen von schlüssellöchern (3, 394)
u. ähnl. 5@dd)
entsprechend der anwendung von schweif
im sinne von saum, gezierter saum (
s. schweif 2): schweifen,
lemniscos, lacinias, et fimbrias assuere Stieler 1963. 5@ee)
im mhd. ist die bedeutung von schwingend werfen, breiten, um etwas schwingen und dadurch einhüllen, ferner etwas woran befestigen reichlich bezeugt, sie geht im nhd. verloren; vgl. mhd. wb. und Lexer
mhd. handwb. a. a. o.: der Ingratus umbswaift sich mit dem sayl.
gesta Roman. 151
Keller; ein niwewaschen hemde sîn swester Gotelint dô swief über daʒ bette dâ er slief.
Helmbrecht 1045; er schweift sein mantel in das gras, er bat sie dasz sie zuo im sasz. Uhland
volksl.2 182 (
nr. 101).
anbinden: so sprechen wir dir hie zu recht, das man dich mutter nacket schlecht, eim pferd an seinen schwantz thut schweifen und dich an die richtstatt auszschweiffen. H. Sachs 2 (1560), 3, 19
c.
im sinne von winden: die darme auszer schwâf'n,
die därme herauswinden Lexer
kärnt. wb. 228. 5@ff)
die wendung über das ziel schweifen
bezeichnet in der folgenden stelle eine betrügerische manipulation beim weben: ich schbayffet offt uber das zil: zwen oder drey gen zw vil, dy schnayd ich dan herab und legt das zw meiner hab.
tirol. passionssp. s. 519
Wackernell. der sinn der stelle kann nur sein: ich nahm für den webstuhl weit mehr garn, als nötig war, und eignete mir das überschieszende zu; schweifen
bezeichnet das aufziehen des garns zum weben, das aufspannen, anzetteln Schmeller 2, 625. Lexer
kärnt. wb. 228: ja ich will ir auch ain solchen loden, ain solchs garn schwaifen, das si auch nimmermêr auszweben sol. Aventinus
b. chron. 2, 54, 33;
ordior orsum schwaiffen, anlegen, anfahen.
werke 1, 428, 26; die ketten schweifen,
bei den bortenwirkern, wenn die anschweifkette geschoren und gehörig ausgespannt wird Jacobsson 4, 96
b; schweifen,
die regelmäszige aufwicklung der zu einer zeugkette nötigen anzahl von fäden in der erforderlichen und gleichen länge auf den scher- oder schweifrahmen Karmarsch-Heeren
techn. wb.3 10, 458;
vgl. schweif 6,
i, anschweif
und anschweifen
oben theil 1,
sp. 452
und unten schweifrahmen. 5@gg)
fegen, kehren (
vgl. oben zu anfange): eine stube schweifen,
sie auskehren Stalder 2, 361; wann sie morgens die stube fegt oder schweiffet, spritzet sie die gar nit, davon sich dann ein groszer staub erhub. Wickram
rollwagenb. 161, 19
Kurz. 5@hh)
spülen, im wasser oder mit wasser reinigen: teller, geschirre schweifen Weinhold 89
a,
vgl. Bernd 282; die wäsche schweifen (
vgl. oben schweife 1); etwas abschweifen, ein glas ausschweifen
u. ähnl.; das auswaschen der zeuge bei und nach der bleiche oder dem bäuchen Karmarsch-Heeren
techn. wb.3 8, 110;
vergl. die gleiche bedeutungsentwicklung bei schwenken (
s. dieses); schweiffete die natur seine schmertzen mehrentheils hinweg, als ob man in einem flusse desz vergessens alles gedächtnusz der widerwertigkeit abwüsche. Opitz
Arg. 2, 134;
vgl. abschweifen
theil 1,
sp. 112; wenn man ihn (
den mund) offte täuffet und dessen innerstes mit wasser spült und schweiffet. Scherffer
mons. Klotz (1708) 7. 5@ii)
das part. geschweift
begegnet in älterer sprache häufig im sinne von niedergeschlagen (
etwa nach g, mit schlägen gestrichen, gefegt, vgl. theil 4, 1, 2,
sp. 3987,
oder wie schweiferlich
aufzufassen, s. dieses): mit geswaiftem muot.
quelle bei Lexer
mhd. handwörterb. 2, 1352,
andere belege bei Schmeller 2, 625; darum ist er ganz geschwaift, mit groszem kommer haimgangen.
[] Zimm. chron.2 1, 451, 1. g'schweif,
nachgiebig, zahm gemacht Schmid 487. 5@kk) g'schweift voll,
bis zum rande, gestrichen voll Schöpf 656. 66)
herabhängen und auf der erde schleppen (
vgl. schweif 2): der kappen zipfel sweifet lang nider zu der erd.
quelle bei Schm. 2, 625. 77) schwofen
bezeichnet in der studentensprache das tanzen (
vergl. oben schweif 6,
b) Kluge
studentenspr. 125
b;
es ist im mitteldeutschen gebiete zu hause, vergl. Albrecht 210
b. Hertel
thür. sprachschatz 226;
tanzen, aber nicht von allen tanzarten Kehrein
nachtr. 50; schwōfen,
schwimeln, sich vergnüglich umhertreiben, tanzen Pfister 273;
sich zum vergnügen umhertreiben, bummeln, auf liebschaften ausgehen Spiesz 232.
vgl.schwänzen
sp. 2267.