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Schweifen

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Schweifen

Bd. 3, Sp. 1730
Schweifen, verb. reg. welches als ein Intensivum von Schweben angesehen werden kann, und in einer doppelten Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte seyn, wo es eigentlich bedeutet, sich in einem weiten Raume hin und her bewegen, so wie schwanken, und besonders mit dem Nebenbegriffe der ungewissen Richtung gebraucht wird. Im Lande umher schweifen. Aus den Schranken schweifen. Der Verdacht der Gräfinn schweift auf einer ganz andern Fährte, Less. Die phantasirenden Sinnen Schweiften in goldnen Träumen umher, Zachar. S. Ausschweifen. II. Als ein Activum. 1. Mit einem Schweife versehen; wo es unmittelbar von Schweif abstammet, aber nur in dem Mittelworte geschweift üblich ist. Ein schön geschweiftes Pferd, welches einen schönen Schweif hat. 2. Schweifen machen, in einem weiten Raume bewegen. 1) Eigentlich, wo es doch nur in einigen Fällen üblich ist. (a) Einen flüssigen Körper hin und her bewegen, wie schwänken, in welcher Bedeutung es für spülen in den Zusammensetzungen abschweifen und ausschweifen am üblichsten ist, S. dieselben. Bey dem Notker ist uberschweifig überschwänklich. (b) Fegen, besonders in der Landwirthschaft, wo das ausgedroschene Getreide geschweift wird, wenn man die Spreu mit einem Besen von Binsen und mit weiten Zügen davon abfeget. Im Angelsächs. ist sweopan, im Englischen to sweep, im Schwedischen sopa, gleichfalls fegen oder kehren. (c) Die Bortenwirker schweifen die Kette, wenn sie selbige an den Schweifrahmen spannen. 2) Figürlich, bogenförmig ausschneiden, besonders in dem zusammen gesetzten ausschweifen,[] S. dasselbe. Bey den Tischlern werden die Rehfüße zu den Tischen mit der Schweifsäge geschweift. So auch das Schweifen, und im Activo zuweilen die Schweifung, besonders in der Bedeutung einer bogenförmigen Rundung. Anm. Im Engl. to sweep, im Schwed. im Neutro sväfva, Isländ. vofa. Es ist mit schweben verwandt, deutet aber durch den Diphth. ei eine Bewegung in einen weitern Raum an, als jenes. Im Niedersächsischen hat man davon das Intensivum sweppen, hin und her schwanken, S. Schwabbeln. Eben daselbst ist Swepe eine lange Peitsche, (Engl. Whip, Angelsächs. Hweop,) swöpen peitschen, und Swopp der Wipfel. Im Schwed. ist svepa einwickeln, im Isländ. swipa schnell bewegen, und bey den alten Oberdeutschen Schriftstellern biswifen umarmen. Siehe Schweben, Weben, Weifen, Wipfel, Wippe u. s. f. welche alle verwandt sind. Mit einem andern Endlaute ist suuihon, bey dem Kero, umher schweifen.
2485 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schweifen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Schweifen , verb. reg. welches als ein Intensivum von schweben angesehen werden kann, und in einer doppelten Gestalt übl…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schweifen

    Goethe-Wörterbuch

    schweifen in Zusammenschr ‘hin- und herschweifen’ B38,179,25 , ‘auf- und abschweifend’ 15 2 ,164 ; -ff- B2,174,15 1 sich…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schweifen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schweifen , Gewebe in Wasser spülen; Kette scheren (s. Weben ); die Mündung metallner Hohlkörper, z. B. Kupferschalen, d…

  4. modern
    Dialekt
    schweifen

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    schweifen schw.: 1. -āf- wie nhd., auch eromschw. u. weitschwafig Trier-Stdt . — 2. -ęif- einen gebogenen Balken mit Sch…

  5. Spezial
    schweifen

    Russ.-Dt. Übers. (de-ru)

    schweifen den Blick schweifen lassen fest. - обвести взглядом (комнату, присутствующих, помещение) устойч.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schweifen

10 Bildungen · 0 Erstglied · 6 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schweifen 2 Komponenten

sch+weifen

schweifen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schweifen als Zweitglied (6 von 6)

abschweifen

DWB

abschweifen , aberrare, mhd. abe swîfen, ἀφαμαρτάνειν : vom weg abschweifen, vom pfade der tugend, vom glauben, von der wahrheit; von der re…

anschweifen

DWB

anschweifen , attexere, assuere limbos. aber auch in andern bedeutungen des schweifens.

ausschweifen

DWB

aus·schweifen

ausschweifen , evagari, ausbiegen, dispalari. 1 1) von flusz und gewässer, sinuari: alle ströme haben vor alters ( vor bildung der flutbette…

beschweifen

DWB

beschweifen , cauda instruere: so zieht die last der bomben durch die luft, mit feuer beschweift. Kleist 1, 134 ; als sie der wallenden mond…

umschweifen

DWB

umschweifen , vb. 1 1) trennbar. 1@a a) umher-, herumschweifen, -streichen, sich herumtreiben. 1@a@a α) vagari umbschweiffen Diefenbach 605 …

Ableitungen von schweifen (4 von 4)

beschweifen

DWB

beschweifen , cauda instruere: so zieht die last der bomben durch die luft, mit feuer beschweift. Kleist 1, 134 ; als sie der wallenden mond…

entschweifen

DWB

entschweifen , evagari, effugere: dem, der rosen prangen hiesz und den most der traube reifet, dasz durch ihn der kümmernis die bedrängte se…

verschweifen

DWB

verschweifen , verb. , bei Campe und Adelung nicht verzeichnet; ein zu schweif gebildetes verschweifen wird indessen besonders in technische…

Zerschweifen

Campe

Zerschweifen , v. intrs . mit sein , aus einander schweifen, schweifend gehen und sich zerstreuen, verlieren. Oberlin. D. Zerschweifen .