lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schweif

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
12 in 12 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
8
Verweise raus
23

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schweif m.

Bd. 15, Sp. 2412
schweif, m. , mhd. sweif, m. mhd. wb. 2, 2, 785b. Lexer mhd. hdwb. 2, 1351; ahd. sueif Graff 6, 901; altn. sveipr, schwung, geschwungenes, geschlungenes, sveipa (s. schweifen), streichen, fegen, schwingen, dahintreiben, wickeln, falten, kräuseln, ags. swāpan (red.), mit wesentlich gleicher bedeutung (engl. to sweep und to swoop), mhd. sweifen, swief (s. unten schweifen); nach Heliand 1108 ist wol ein as. red. verbum swêpan, swêp anzusetzen (vgl. gr. 1, 888), altfr. swēpa Richthofen 1058b. zu vergleichen ist aus dem got. das nach midjasweipains, überschwemmung, sintflut anzusetzende schwache verbum der III. classe, ferner die zahlreichen bildungen mit swip- wie altnord. svipa, verb., svipr, m., svipta, verb., ags. swipian, verb., swipu, f., ahd. swipfen, bei denen sich überall als grundbedeutung der begriff schneller drehender, windender oder streichender bewegung erweist, auch nd. swēpe, peitsche, peitschenende gehört in diesen zusammenhang. vgl. über nord. sveipa noch zeitschr. f. d. alt. 5, 221. schweif flectiert stark: plur. schweiffe Steinbach 2, 539; schwacher plur. unter 2 aus Comenius, wenn nicht ein f. vorliegt; in der eigentlichen volkssprache ist das wort nur im oberdeutschen gebiete lebendig. in Luthers bibelübersetzung kommt es nicht vor. 11) in engem zusammenhange mit dem verbum schweifen, als bezeichnung eines geschehens; in dieser anwendung in älterer sprache (vgl. unten 6, a, unser umschweif); s. mhd. wb. und Lexer mhd. handwb. a. a. o.; von der schnellen bewegung eines zur tjost anstürmenden ritters: (der rennplatz ist so weit bemessen,) swenne ein ritter rehten sweif mit hurte durch den rinc begreif, daʒ wol sîn puneiʒ volkam. g. Gerhard 3441. schweif hat in diesem sinne technische bedeutung, bezeichnet eine bestimmte art des rennens, wie es scheint mit gekrümmter anlaufslinie: cum ex obliquo concursu pugnare volunt quod germanice der schwaiff dicitur. quelle bei Schmeller 2, 626; vgl. Frisch 2, 245b. in sich zurücklaufende bewegung: als urkunde was gegeben von uns an der plânêten sweif. pass. 654, 47 Köpke; in des selbin jâres sweif, dô der herbist sich angreif. N. v. Jeroschin chron. 24362; von rädern: si liefen iren krummen sweif. pass. 482, 77; in dem besonderen sinne des umfassens: ein gürtel ich in tragen sach, diu was ze breit noch ze smal, ein teil gesenket hin ze tal, da er mit dem dûmen an greif. die andern vinger hêten sweif umb ein starkeʒ mîsencar. Seifr. Helbling 1, 320. [] übergang in die gegenständliche bedeutung liegt nahe, z. b. in die von kreis: do ougente sich schône ein cirkel der wît umme gienc der sunnen crumme (in diesem kreise erblickt die seherin Maria mit dem kinde) ... si hieʒ den keiser schowen daʒ kint unde die iuncfrowen unde drumme des circhels sweif. pass. 22, 24 Hahn. vgl. schweifel. 22) gewundenes, geschlungenes, geflochtenes, gewickeltes: kauuâti fuaʒʒes suueif .. kaliziun, indumenta pedum, pedules et caligas Graff 6, 901 (benedictinerregel 55), vgl. umbisuueift, perizomata, femoralia 902, altn. sveipr, faltung, umwicklung, ags. swæpelse, amictus. besonders von dem besatz, der den rand eines kleidungsstückes umschlingt, dann überhaupt eines kleides; in späterer zeit entwickelt sich schärfer der begriff des geschleppten saumes, der schleppe unter deutlicher einwirkung der von schweif angenommenen bedeutung cauda: ir sult daʒ rehte wiʒʒen, daʒ der mantel sînen sweif vil eben umbe ir lîp begreif. Konr. v. Würzburg Part. 8723; unden umme her zu howene sweiffe (an den ärmeln). zeitschr. f. d. alterth. 8, 319; die gebreme (die vorstösze) die borten, die fransen, die schweiffen, die faseln. Comenius sprachenth. übersetzt von Docemius (1657) 518; instita, das gebrehm, der schweiff oder beleg an einem kleid, was oben druff steht, auff den zeug genehet ist. Corvinus fons latinit. (1660) 636b; schweif, fimbria, instita, am kleide Schottel 1412; syrma der schweif oder schwantz an einem weibes kleid, die schleppe, die man hinten nach sich zeucht. Corvinus a. a. o. 687a; schweif, etiam est syrma, et peniculamentum Stieler 1963; ein langer schweif an kleidern, einem den schweif nachtragen. Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 707a; der schweiff am kleide, vestis fimbria, syrma Steinbach 2, 539; schweif, an einem langen kleid, die schleppe, syrma Frisch 2, 245a, ebenso bei Adelung und Campe: den schweyf der langen röck. apophth. 4, 227 (1683); (ein frauenoberkleid hat) einen kurtzen angesetzten geschobenen und in falten gelegten zuweilen auch gantz glatten leib, desto längern aber und weiten, schief und unten spitzig zu lauffenden schurtz oder schweif. A. Schultz alltagsleben 45; von einem solchen angehängten mantel ist der schweif heraufgenommen und unter den gürtel gesteckt. Winckelmann werke (1812) 5, 32; es rauschte durch's vorgemach der schweif eines seidenen gewandes. Musäus volksm. 4, 60 Hempel; als kleiner abbé hielt er den hut unterm arm, das brevier in der linken hand, mit der rechten trug er den schweif seines mantels. Göthe 3, 145. in der modernen sprache wird in gewöhnlicher rede schweif in diesem sinne nicht mehr gebraucht. vgl. schwanz 2, a sp. 2258. 33) schwanz eines thieres (ursprünglich vom sich ringelnden, geschwungenen schwanze); in dieser bedeutung im mhd. bezeugt; dem eigentlichen sinne des wortes entsprechend von der schlange: ûf die erde ein ôre er vil balde druckit, den sweif er danne smuckit in daʒ andir geswinde. Martina 46, 26; schweif eines rosses: ein bechswarzer strich an der stirnen ane vie drîer vinger breit unde gie ze tal über sînen grât unze dâ der sweif hât vollendet die geschaft. Flore 2754; eines schafes: ein wolf sicht man vil selten tragen eins schâfes sweif. Boner 54, 50. gegenüber schwanz tritt schweif in der späteren sprache zurück, in folge dessen nimmt es den character eines vornehmeren wortes an (vgl.pferdeschwanz und roszschweif); im obscönen sinne von schwanz ist es ganz ungebräuchlich (doch beachte man schweif als schimpfwort gegen mannspersonen bei Schöpf 656; im bair.-österr. scheint das wort überhaupt im sinne von schwanz in lebendigem gebrauche zu sein, s. unter 5). schweif, coda d'animale massime quando è lunga e crinuta Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 707a; hundsschweif, roszschweif ebenda; schweif, wegen des bewegens, cauda, als an den pferden. Frisch 2, 245a (daneben: schweif, weil der schwanz am ende eines thiers ist); Adelung bemerkt, der schwanz eines thieres, besonders wenn er lang und haarig ist, werde in 'der anständigern sprechart' ein schweif genannt; hier auch schweif eines pfaues (vgl. federschweif theil 3, sp. 1406). schweif eines pferdes (vgl. [] oben roszschweif theil 8, sp. 1274): von der Franzosen und Engelländer gebrauch, die den pferden mähne und schweiff stutzen. Hohberg adl. landleben 2, 136b; und das ist auch die warheit, wann man die stärcke des ruckens an einem pferde prüfen will, man nur oben unter den schweiff mit ein paar finger greiffe, läszt das pferd den schweiff leicht und ohne widerstand auffheben, so hat es ohnfehlbar einen schwachen rucken. ebenda; schweiff .. neben der mähn und schopff eines von dem vornehmsten schmuck und zierde der schönen pferde. 155b; es bläht die brust und schwingt den schweif, kommt wiehernd hergesprungen. Uhland ged. (1864) 387. redensart: er zamt's pferd beim schwaf auf, packt alles verkehrt an Hügel 145b. als zier: roszschweif oder auch nur schweif am feldzeichen, am helm. schweif eines schafes: herz zittert wie ein lamplschweiff'l. Schmeller 2, 626; wilde thiere: schweif eines löwen. Campe; er schlägt sich in die lenden mit seinem schweife und reitzt sich immer zum kampfe an. Fr. Müller 1, 21; tiger: wie der den löwen erschaut, brüllt er laut, schlägt mit dem schweif einen furchtbaren reif. Schiller 11, 228. hund: er sprang mit regem schweif Salinden ängstlich zu. Uz 2, 215; dich (Bacchus) angethan mit goldenem horne, sah der höllenhund, lief friedsam mit regem schweif dich an. Ramler 2, 194 (1801). am teufel: das nordische phantom ist nun nicht mehr zu schauen; wo siehst du hörner, schweif und klauen? Göthe 12, 127. 44) in übertragener, bildlicher und freier anwendung; so spricht man vom schweife eines kometen ( Adelung): wie ein brennender kometenkern, der einen langen schweif nach sich zieht. Göthe 17, 229; noch führen woywoden — hospodars — reichpröpste — infulierte aebte und auch simple landsassen straszenbarden als gefolge ihrer macht um und neben sich und strecken diesen durchsichtigen schweif aus ihrem festen kometenkern aus. J. Paul biogr. belust. 1, 157. was nachfolgt, hinterherzieht: er geht; ihm folgt ein schweif wohlriechender pomade. Zachariä verw. 3, 27. ein höllengeist spricht zum andern: streif nur voran, ich bin dein schweif. Fr. Müller 2, 30. im sinne von gefolge angewendet kann das wort einen spöttischen oder verächtlichen zug annehmen: er muasz alleweil mit'n ganz'n schwaf ausgehn (in voller begleitung). Hügel 145b; sie hat e langen schwof hinter sich, viel gefolge Albrecht 210b; von einem gewissen mollah, der .. einen langen schweif von heuchlerischen taugenichtsen und bettlern nach sich schleppte. Wieland 8, 350 (Danischmend 42); männer vom gröszten rufe wurden herbeigezogen, sie brachten einen schweif von schülern mit sich. Göthe 45, 373; den philosophen des alten Roms, welche mit langem bart und dem mantel ihrer schule im schweif einer vornehmen dame durch die straszen zogen. Freytag handschr. 3, 194; einige gesellen, die meinen schweif bildeten. Keller werke 1, 142. im gegensatze zu kopf: drum fürchten wir mit grund, wenn wir den schweif von diesem haupt (das gefolge des getöteten Cloten) mehr furchtbar besorgen als das haupt. Shakespeare Cymbeline 4, 2. verächtlich in verbindungen wie schweif von redensarten, schweif von wortgepränge. Bürde bei Campe. 55) in einigen oberdeutschen redensarten wie sonst schwanz: den schweif einziehen, still, demüthig werden, nichts mehr zu sagen wissen Schöpf 656. Castelli 252. Hügel 145b; er hat si' was auf'n schwaf g'schlag'n, er hat geld dabei verdient Hügel a. a. o. (s.schwanz 2, c, β, ββ sp. 2261); geld hat einen glatten schweif, ist nicht festzuhalten (s. 2, c, ζ sp. 2262). Schm. 2, 626. 66) besonderes. 6@aa) verbal für das schweifen: künstler, wird's im innern steif, das ist nicht erfreulich; auch der vagen züge schweif ist uns ganz abscheulich. Göthe 3, 126. 6@bb) der studentenausdruck schwōf für ein tanzvergnügen niederer stände, kuhschwōf ländliches tanzvergnügen ist im mitteldeutschen gebiete zu hause, vgl. Albrecht 210b. Hertel thür. sprachsch. 226 (Erfurt). Kluge studentenspr. 125b. schwofbesen, tänzerin, schwofer, leidenschaftlicher tänzer; schwofen, tanzen. 6@cc) schweif einer peitsche, das letzte, gefaserte ende; vgl. nd. swēpe, swēpeken. [] 6@dd) an einer säule, rundlaufende verzierung (?): schweif an der seule, circuitus columnae Schottel 1412. schweif bezeichnet eine bogenartige verbindung (s. schwibbogen, schweifbogen und schweife 2), z. b. zwischen strebepfeiler und bau. oberschweif auf zwei säulen ruhendes verbindungsstück (Döbel jägerpr. 2, 124b), vgl. oberschweif theil 7, sp. 1101; vielleicht ins nd. eingedrungen mit festhaltung des hochd. auslautes: sweef, sweif, der bogen von steinen über einer feuerstätte ohne schornstein. Dähnert 477a. 6@ee) bei den böttchern das abgeschärfte ende einer daube, nach der schwanzähnlichen gestalt, aus gleichem grunde für eine verlängerung am mittleren boden eines blasebalges Jacobsson 7, 305b; bei den bergleuten: schweife der triebpfähle Veith bergwörterbuch 439. 6@ff) eine eisenstange mit handgriff, an die solche eisenstücke zur bearbeitung angeschweiszt werden, die zu grosz sind, als dasz sie der schmied mit der zange auf dem ambosz regieren könnte, z. b. arme eines schiffsankers Jacobsson 4, 96a; s. unten schweifstange. 6@gg) nach Hintner 227 in seiner mundart von jedem schweifähnlichen dinge, z. b. von der wurzel der rüben. 6@hh) jedes aufgewundene Lexer kärnt. wb. 228. 6@ii) das garn, das als zettel auf den webstuhl gespannt wird, damit der eintrag hinein gewoben werde. Schmeller 2, 626. Hintner 227; s. schweifen 5, e. 6@kk) ein blütenstand, der ährig oder rispig ist, wobei aber die blütenknäulchen an der spindel sitzen; ferner ein langes, dünnes, stielähnliches und dabei federartiges gebilde auf dem samen gewisser gewächse, z. b. auf dem der waldrebe Behlen lex. der forst- u. jagdkunde 5, 579. 6@ll) schweif, der hintere theil an den austern, der das fleisch umgibt, auch bart genannt. Adelung. 6@mm) schweif ist ein alter bergmannsausdruck, schon im 'märe vom feldbauer' v. 381 (Germ. 1, 351) belegt. es bezeichnet eigentlich das ausgehende eines ganges, dann bestimmte gesteinsarten, die solchen ausgängen eigenthümlich sind Veith bergwörterb. 439; schweif in den bergwerken, ein kennzeichen dasz erz in der erde, wo man zum exempel einige steine findet die eisenschüssig sind, so ist es als der schwanz anzusehen, von dem der leib nicht weit ist. Frisch 2, 245b. s. oben bleischweif theil 2, sp. 102. schöne bergarten oder schweiffe. Mathesius Sar. (1571) 29b; daher man offt auf fündigen gengen reiche sicherung am tage, und in der thamerde, oder des gangs schweiff machen (machet), und ertz auff ertz weiset. 62a; ob nun zwar die gänge nicht durch die dammerde setzen, jedoch haben etliche einen schweif in dieselbe von sich, dadurch sie sich verrathen, welcher schweif das ausgehende genannt wird. Rössler bergbauspiegel (1700) 10. vgl. noch Jacobsson 4, 96 und Adelung. 6@nn) eine art steigbügel, die an den sattelknopf gehängt werden (hänge-, schweifbiegel Jacobsson 4, 96a): wann ich aber des reitens ungewohnet, auch die zeit bräuchlichen, dasz die jungen in schweifen haben reiten müssen, habe ich es nicht vollenden mögen, sondern habe mich letztlichen zum herrn vatern auf den wagen setzen müssen. Schweinichen 19 Österley; edelknaben, so im schweif geritten (oder ist schweif hier gefolge?). merkb. 79 Wutke.
14006 Zeichen · 266 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schweif

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schweif , des -es, plur. die -e, Dimin. das Schweifchen, Oberd. Schweiflein, von dem Zeitworte schweifen, ein Ding, …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schweif

    Goethe-Wörterbuch

    Schweif etwa ein Drittel so häufig belegt wie ‘Schwanz’ 1 (schwingbar) Anhängendes a beweglicher Wirbelsäulenfortsatz am…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schweif

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schweif , s. Gewebe , S. 777.

  4. modern
    Dialekt
    Schweifm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schweif m. : 1. 'Schwanz, Schwanzquaste', Schwaaf [ Don-Ulmbach ], Schweif [ KU-Heinzhs BZ-Hermbghf ], Schweifel, Dim. […

  5. Sprichwörter
    Schweif

    Wander (Sprichwörter)

    Schweif 1. Dreyerley schweyf (anhang, schwäntz) haben die Cardinäl zu Rom: den schweyf der langen Röck, damit sie staub …

  6. Spezial
    Schweif

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schweif m. (-[e]s,-e) 1 (buschiger Schwanz) coda (codes) f. 2 (Schleppe) coda (codes) f. 3 ‹astr› coda (codes) f. ▬ mit …

Verweisungsnetz

31 Knoten, 25 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 4 Kompositum 19 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schweif

142 Bildungen · 83 Erstglied · 52 Zweitglied · 7 Ableitungen

Zerlegung von schweif 2 Komponenten

sch+weif

schweif setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schweif‑ als Erstglied (30 von 83)

Schweif(f)el

Idiotikon

Schweif(f)el Band 9, Spalte 1760 Schweif(f)el 9,1760

schweifabhub

DWB

schweif·abhub

schweifabhub , m. , scherzhaft für den schwanzstummel eines pferdes. J. Paul doppelheerschau 191 .

Schweifaffe

Meyers

schweif·affe

Schweifaffe ( Saki , Pithecia Desm .), Affengattung der Breitnasen ( Platyrrhini ), gedrungen gebaute Tiere mit langer, lockerer Behaarung, …

schweifartig

GWB

schweif·artig

schweifartig einem nachziehenden Lichtstreifen ähnlich; im Vergl mBez auf die Schar der einem Voranreitenden Folgenden Nun aber sahen wir..d…

Schweifât

Meyers

schwei·fat

Schweifât , Ort in der asiatisch-türk. Provinz Libanon, s. Schwêfât .

schweifbeschattet

DWB

schweif·beschattet

schweifbeschattet , part. : seinen schweifbeschatteten helm ( κόρυθος φάλον ἱπποδασείης ) durchbohrte des Griechen eherner speer. Stolberg 1…

schweifbogen

DWB

schweif·bogen

schweifbogen , m. im sinne von schwibbogen bei Kramer deutsch-ital. dict. 2, 707 a ; s. schwibbogen und schweif 6, d.

Schweifbrêt

Adelung

schweif·bret

Das Schweifbrêt , des -es, plur. die -er, bey den Bortenwirkern, ein Querholz, woran sich die Spulen befinden, wenn die Seitenkette an dem S…

schweifbrett

DWB

schweif·brett

schweifbrett , n. bei den bortenwirkern ein ' querholz, woran sich die spulen befinden, wenn die seitenkette an dem schweifrahmen ( s. diese…

schweifbügel

DWB

schweif·buegel

schweifbügel , m. steigbügel, die nicht zu beiden seiten des sattels befestigt sind, sondern an den sattelknopf gehängt werden, auch hängebü…

schweifbund

DWB

schweif·bund

schweifbund , m. lederne, oft reich verzierte hülse, die man um den schweif des rosses legte, um ihn von exkrementen rein zu halten. Böheim …

schweifeisen

DWB

schwei·feisen

schweifeisen , n. stemmeisen der stuhlmacher zum herstellen ausgeschweifter stellen. Jacobsson 4, 96 b .

schweifel

DWB

schwei·fel

schweifel , m. zaunring, aus einem schwanken tannenast geflochten Stalder 2, 361 . s. schweif 1 und schweifeln 2.

schweifeln

DWB

schweif·eln

schweifeln , verb. in mundartlichem gebrauche. 1 1) mit dem schwanz wedeln ( von hunden ), dann: sich zuthulich machen, schmeicheln. Schm. 2…

schweifen

DWB

sch·weifen

schweifen , verb. dem nhd. verb. schweifen, das durchaus schwach flectiert, stehen im mhd. gegenüber sweifen, starkes reduplicierendes verbu…

schweifer

DWB

schwei·fer

schweifer , m. : umbschweyffer, erro Dasypodius ; excursor, emissarius, it. vagabundus, circulator, circitor, qui etiam dicuntur landschweif…

schweif als Zweitglied (30 von 52)

abschweif

DWB

abschweif , m. aberratio: etwas ohne abschweif sagen; einen abschweif machen, wie abschub, abstecher, devagari. abschweif machen, aberrare a…

anschweif

DWB

anschweif , m. den webern, kette, aufzug des gewebes.

ausschweif

DWB

aus·schweif

ausschweif , m. evagatio, digressio, ambages: einen ausschweif gewinnen, nehmen: er hat im aber ein ausschweif gnomen. H. Sachs III. 1, 195 …

bleischweif

DWB

blei·schweif

bleischweif , m. plumbago, molybdaena, wasserblei: das aber kein fündiger gang one schwebel oder bleischweif ist, gibet die erfarung. Mathes…

Bleyschweif

Adelung

bley·schweif

Der Bleyschweif , des -es, plur. inus. ein Bleyerz, welches dem Bleyglanze gleicht, nur daß es klarkörnig und ohne alle Figur ist, sich auch…

dunstschweif

DWB

dunst·schweif

dunstschweif , m. wie dunstkegel. man behandelte mich nicht blosz als den dunstschweif jener beiden groszen wandelsterne Göthe 26, 285 .

eisenschweif

DWB

eisen·schweif

eisenschweif , m. was eisenglimmer. ebenso bleischweif. mhd. grüener sweif. feldbauer 39. 381. eisenschweifig. Frisch 1, 223 b .

entenschweif

DWB

enten·schweif

entenschweif , m. cauda anatis. Entunsweif n. pr. in Schreibers Freiburger urk. 2, 151 .

federschweif

DWB

feder·schweif

federschweif , m. diese ( farbig beaugten fasanenschweife ) brachte man mir schockweise ins schif, legte sie mit den köpfen nach innen, so z…

fuchsschweif

DWB

fuchs·schweif

fuchsschweif , m. 1 1) der schwanz des fuchses. 2 2) eine perücke, die hinten unter der bandschleife einige reihen locken über einander hat,…

geschweif

DWB

geschweif , adj. nachgiebig, zahm gemacht Schmid schwäb. wb. 487 , vgl. ags. svefjan, sopire, sedare.

giftschweif

DWB

gift·schweif

giftschweif , m. : denn die schreckliche miszgeburt ... umhüllete denselbigen ( gottlosen menschen ) ... mit dem gifftschweiff Ernst das ...…

kleiderschweif

DWB

kleider·schweif

kleiderschweif , m. wie kleiderschwanz: bei der crönung ihm den kleiderschweif nachtragen. Pasquini staatsphantasien (1697) 374.

Kuhschweif

Wander

kuh·schweif

Kuhschweif Dös iss a Kuahschwoaf. ( Schwaben. ) Ein Tanz, bei dem es nicht nobel zugeht.

Lichtschweif

GWB

licht·schweif

Lichtschweif im bildhaften Zshg auf einen Kometenschweif anspielend Er [ Euphorion ] wirft sich in die Lüfte, die Gewande tragen ihn einen A…

Löwenschweif

GWB

loewen·schweif

Löwenschweif Schwanz des Löwen; hier vom heraldischen Fabeltier des Gegenkaisers in ‘Faust II’ Nun merke wie der leidige Greif, | Zerzerrt, …

oberschweif

DWB

obersch·weif

oberschweif , m. die oberste latte der lade an einem webstuhle. Jacobsson 3, 154 b .

pfauenschweif

DWB

pfauen·schweif

pfauenschweif , m. 1 1) was pfauenschwanz 1: edelhofes pfauenschweife lassen sie ( die buben ) nicht unberupfet. Rückert 4, 313 . 2 2) was p…

pferdeschweif

DWB

pferd·e·schweif

pferdeschweif , m. , vergl. DWB pferdeschwanz . 1 1) cauda equina: oder er musz fort, am pferdeschweif gebunden, verblinden, verhungern in d…

rappenschweif

DWB

rappen·schweif

rappenschweif , m. schweif eines rappen: doch vor mir ( dem im eilwagen sitzenden ), staubumwölkt, auf fliegenmord bedacht, wehn lang und di…

rattenschweif

DWB

ratten·schweif

rattenschweif , m. wie rattenschwanz, im eigentlichen sinne, sowie als bezeichnung eines dünnen pferdeschwanzes und der krankheit an den hin…

redumschweif

DWB

red·umschweif

redumschweif , m. umschweif im reden: auf der bühne lieb ich droben keine redumschweife. Göthe 3, 148 .

rossschweif

DWB

ross·schweif

rossschweif , m. 1 1) der schwanz, die schwanzhaare eines rosses: halb Wien bekam ich ( der reitende feldprediger ) dadurch wie einen bartst…

Roßschweif

Herder

roß·schweif

Roßschweif , bei den Türken Feldzeichen statt der Fahne, an einer Stange befestigt, von einem Halbmonde herabhangend; vor dem Sultan werden …

satyrschweif

DWB

satyr·schweif

satyrschweif , m. der schwanz eines satyrs; scherzhaft als abzeichen des satirikers: noch schwing' ich meinen satyr-schweif ungebunden und l…

Ableitungen von schweif (7 von 7)

beschweifen

DWB

beschweifen , cauda instruere: so zieht die last der bomben durch die luft, mit feuer beschweift. Kleist 1, 134 ; als sie der wallenden mond…

entschweifen

DWB

entschweifen , evagari, effugere: dem, der rosen prangen hiesz und den most der traube reifet, dasz durch ihn der kümmernis die bedrängte se…

geschweif

DWB

geschweif , adj. nachgiebig, zahm gemacht Schmid schwäb. wb. 487 , vgl. ags. svefjan, sopire, sedare.

geschweife

DWB

geschweife , n. das schweifen, schweiferei.

schweife

DWB

schweife , f. 1 1) das abspülen, ausspülen der wäsche und der ort, wo dies geschieht, besonders das trittbrett im wasser, von dem aus gespül…

verschweifen

DWB

verschweifen , verb. , bei Campe und Adelung nicht verzeichnet; ein zu schweif gebildetes verschweifen wird indessen besonders in technische…

Zerschweifen

Campe

Zerschweifen , v. intrs . mit sein , aus einander schweifen, schweifend gehen und sich zerstreuen, verlieren. Oberlin. D. Zerschweifen .