schwemmen,
verb. schwimmen machen, im wasser abspülen; causativ zu schwimmen,
vgl. das. und Wachter 1489. Weigand 2, 667. Kluge
5 342
a;
nur im hd. belegt, mhd. swemmen,
prät. swamte, swampte, swamde, swande; swemmete, swemte. Lexer
handwb. 2, 1358;
mnd. swemmen
nur im sinne von schwimmen,
s. Schiller-Lübben 4, 490
a;
im nhd. schwemmen,
auch schwämmen,
prät. regelm. schwemmte,
auch schwempte
geschrieben, auch mundartlich ohne lautliche abweichungen, schweiz. schwemme Hunziker 235;
die nnd. mundarten haben noch das mnd. starke verb. swemmen
schwimmen (swum-swummeneswommen),
s. Dähnert 478
a. Schambach 221
a;
daneben steht indessen in manchen gegenden ein schwaches swemmen,
das wol aus der schriftsprache entlehnt ist, so ostfries. '
schwemmen, flieszen, strömen, fluten',
s. ten Doornkaat Koolman 3, 377
a. Danneil 218
b und Mi 90
b geben beide bedeutungen ohne angabe über die flexion. 11)
ein lebendes wesen zum schwimmen veranlassen. 1@aa)
thiere ins wasser treiben, um sie dadurch zu reinigen (
vgl.schwemme 2,
a. b.): schwemmen, in der schwemme baden und schwencken,
faire nager les chevaux en l' abbreuvoir. Hulsius 293
a;
lavare in aquario. Schottel 1413; schwemmen,
guazzare, sguazzare, bagnare. ein pferd schwemmen, die schweine schwemmen. Kramer
dict. 2, 713
b; schwemmen, geschwemmet,
fluvio mersare. pferde schwemmen. Stieler 1980; schwemmen die pferd,
adaquare equos. Dentzler 2, 259
b; ich schwämme,
natare facio, in aquario lavo, merso. die schafe schwämmen,
oves mersare. Steinbach 2, 550; schwemmen,
facere ut natet, natatione lavare, mersare in aquario. Frisch 2, 247
c; schwemmen, die pferde ins wasser führen. Gottsched 140;
vgl. Eggers 2, 862. Zincken
öconom. lex.2 2679
f.; im winther sal sie den mastschweynen essen geben, und szo es zeith ist, dieselben in das wasser tryben und schwemmen. Michelsen
Mainzer hof s. 41; wan es nuhn so weit kommen, das es sich etwas bessert, und das rosz wider gehen kan, so sol man dasselb in das wasser treiben, und wol schwemmen. Zechendorfer
v. gebrechen der ross (
Eger 1571) 1, 26
a; dasz ich nimmermehr (wie ein geschwämt schwein in ihren vorigen morast zu thun pflegt) auff vorigen weg der greuel verfallen ... möge.
Simplic. schr. 4, 178, 12
Kurz; graf Walter rief am marstallsthor: 'knapp, schwemm' und kämm' mein rosz!' Bürger 85
a.
daher übertragen: ich hab', in flammen dampff und todt, dasz rosz, erhitzt von staub und koth, in meiner feinde blut geschwämmet! A. Gryphius 1, 620 (
Majuma).
im bilde (
obscön): sein folen in fremde lachen er schwemt.
fastn. sp. 144, 33. 1@bb)
auch sonst, thiere ins wasser treiben, damit sie hindurch schwimmen: da lieff das wasser so gechlingen zuo, dasz die hirten auff die bem muosten klimen vor wasser; man muost die ochsen herein schwemen.
d. städtechron. 25, 37, 11. —
so besonders das pferd ins wasser treiben, wenn man hinüber reiten will. hierbei wird indessen das object das rosz, pferd
in der regel ausgelassen, geradeso wie in den analogen verwendungen von sprengen, rennen,
mhd. erbeiʒen,
sodasz durch, über einen flusz schwemmen
gesagt wird in dem sinne: '
zu rosse, reitend hinübersetzen.'
diese gebrauchsweise ist in der ältern sprache (
mhd. und nhd. bis ins 17.
jh.)
überaus häufig, jetzt indesz vollständig aufgegeben und unverständlich geworden: durch ein wasser schwämmen oder reyten,
transmittere equis fluvium. Maaler 365
a; dar wolde de keiser swemmen [over en water] unde irdrank.
d. chron. 2, 233, 33; (
die Ungarn) worent alse gedurstig und alse snel, daz kein waszer so dief waz, sü rittent oder swemtent derdurch.
d. städtechron. 8, 63, 14; item die selben wuchen schwembt margraff Albrecht bei Höchsteten über die Tuonau und num gar vil vichs. 25, 332, 35; etzliche schwemmeten obir, das ir nicht vil ertrangk. Rothe
dür. chron. c. 722; er sasz uff einem guoten pferd, und schwembt uber disz wasser.
Fierabras G 5; Reinhart sasz auff eyn pferdt, er schwemmet uber die Sequana.
Aimon f 3; und Otgier setzt in die bach, und schwemmet uber. o 5
b; dergleichen teten si (
d. Ungarn) Schliersê und schwemten darnach über die Isar. Aventin
chron. 2, 258, 25; der ungerisch herzog swembt über. 289, 3; Chloelia .. beredt etliche andere jungfrauwen mit jr, das sie understünden sich selber zuoledigen, und namen der feind pferdt ... und schwemmeten bey nacht uber die Tyber, und kamen also am morgen gehn Rom eingeritten.
Liv. (
Straszb. 1562) 26
a (
ebenso Kirchhof
wendunm. 1,
nr. 16); dieweil jhr umb meinet willen ein solche gefahr bestanden habet, unnd zu mir herüber geschwämmet.
buch der liebe 23
c; und also schiedt der edele Florens mit einem freundtlichen kusz ab, und schwempte wider durch dz wasser Seyna. 24
a; nachdem aber ein uberläuffer solches verkundschaffte, schwemmte fürst Dorulach mit einem theile der reuterey, und einer anzahl hinten auff die pferde gesetzten fuszvolcks durch den flusz Auser. Lohenstein
Armin. 1, 861
a; er (
der könig Marke) viel selbe an den bach, hin über er geswande. Ulr. v. Türheim
Trist. 2808; er begunde nâch im in daʒ mer rîten ... unz an den satelbogen swamt der degen hêre.
Rabenschlacht 967, 3; durch daʒ waʒʒer kom er schier geswemmet unde gefloʒʒen. Heinr. v. Neustadt
Apollon. 8148; zu Vitzentz uber di Prente swemt er (schol man gelauben?). Suchenwirt 9, 197; pei Ölsnitz swemt er uber di muer. 13, 134; rass, wagen und all dise man er oberhalb der pruken zu ainander hiess ruken, und swampten über dy Tuna. Beheim
buch von den Wienern 142, 14; der von Lihtenstain und der Tass swampten uber dez wassers floss. 301, 24; erst setzt der küng ins wasser nein, schwembt über an das ander gstat. H. Sachs 1, 143
a; darmit nam jr gesprech ein end, schwemten ubers wasser behend. 5, 393
d.
wie vollkommen die sprache vergessen hat, dasz eig. das rosz
als object zu schwemmen
hinzuzudenken ist, zeigt sich darin, dasz man auch sagt mit
oder auf dem rosse schwemmen (
vgl. mhd. von dem rosse erbeiʒen): dann der keyser (
Friedrich I) mit hitz und schweisz beladen, schwemmet er in ein unbekant, zuckend, baldfliessend wasser mit seinem gaul. S. Franck
chron. (1531) 184
b; ûf sînem meidem er sâ swemmet über die Trâ. Ottokar
reimchron. 5668; dâ swemt der alt von Liuhtenburc ûf einem verdacten ravît über daʒ waʒʒer wît mit aller siner bereitschaft. 8941.
andrerseits kann im mhd. auch ein acc. des weges hinzutreten: do vertriuweten si ze handen, daʒ si den sê swanden.
Lanzelet 7520; doch muosten (
so d. hdschr.) sie des waʒʒers runst swemmen ûʒ dem grunde. Heinr. v.
d. Türlin
crone 27605.
so auch: jâ lebe ich sam ich swande den tiefen sê. Hartmann v. Aue 1.
büchlein 1762,
vgl. dazu zeitschr. für deutsches alterth. 3, 274. 1@cc) einen verbrecher schwemmen,
als strafe: schwemmen und auf den bengel setzen,
tigillo impositum in aquam mittere reum, non tamen mergendum. Scherz - Oberlin 1463 (
vergl.schupfen 2,
c, sp. 2008), '
zur strafe in einem korbe in das wasser tauchen'
mhd. wb. 2, 2, 794
b: wêre eʒ aber ein buobe, den sol man swemmen.
s. ebenda; selbst an dem dunkelblauen flusse, der die stadt bespülte, waren verschiedene stationen errichtet, wo die übelthäter ertränkt oder geschwemmt wurden. Keller 5, 181; do warst du gemeinlich die heerhuor genemmt. so hat man dich ouch zuo Straszburg gschwemmt.
Elszli Tragdenkn. 174 (Manuel
s. 264,
fastn. sp. 866).
nach Adelung schwemmte
man leute, die der hexerei verdächtig waren, d. h. '
man warf sie in das wasser, um zu sehen ob sie schwimmen oder untersinken würden.' (
miszverständnis?) —
sonst von menschen, bildlich: aber jhr solt dabey erfahrn, wie ich (
Venus) jhm will sein kriegshertz demmen, im weiten meer der lieb umb schwemmen. Ayrer 2053, 13
Keller. 1@dd)
diesen verwendungen schlieszt sich ein reflexives sich schwemmen,
schwimmen, baden, an; von thieren: dort niden in jenem grunde schwemmt sich ein hirschlein fein. Uhland
volksl.2 s. 59 (32, 2); und immer näher krächzet das galgenvolk (
die krähen) heran ... es badet sich und schwemmt. A. v. Droste - Hülshoff 1, 103.
vom menschen im eigentlichen sinne wol nur in derb komischer übertragung von 1,
a aus; sich schwemmen,
dafür auch: könnt' ich an dem teiche grünen, wo sie ihre glieder schwemmt! Hölty 207
Halm. in Leipzig ähnlich in intransitiver fügung (
ohne sich) schwemmen gehen,
sich baden Albrecht 210
a. —
sonst dichterisch in übertragenem gebrauche: es entgeht uns nicht, dasz ich lieber spreche — im reiszendsten strome mich schwemmend — als schreibe. J. Paul
flegelj. 4, 8; dennoch wollt' ich schon hinab, gleich einem weib', auf meinem thränenbache mich schwemmen an das grab? Göckingk 3, 211. 22)
einen gegenstand schwimmen machen. 2@aa) holz schwemmen,
flöszen: flötzen, schwemmen. Henisch 1158, 36; 'holz schwemmen,
wofür doch flöszen
üblicher ist.' Adelung. 2@bb)
analog der bedeutung 1,
b könnte man sich auch eine construction (das schiff) schwemmen,
zu schiffe fahren, übersetzen, denken; belegt ist indessen nur die transitive fügung leute mit schiffen schwemmen,
übersetzen: von mitten tag tzu fesper tzeit swemt man uber daʒ waʒʒer weit pey den schiffen, daʒ ist war, mer wen dreiʒʒik tawsent gar. Suchenwirt 4, 194. 33)
oft bedeutet schwemmen
nur '
etwas in wasser tauchen, darin waschen' (?): darauff magstu jhm (
dem rosz) auch sein fuotter geben, das schwemm aber zuvor ausz einem wasser, das ausz einem schöpffbronnen gezogen sey. Seuter
roszarzn. 25.
so als gewerblicher ausdruck: häute schwemmen,
ins wasser hängen: es sol auch hinfür kein fleischhacker einiche hawt schwemmen bey der puss von einer yeden geschwembten hawt ein halb pfund newer haller.
Nürnb. polizeiordn. 238
Baader. —
hierher auch geschwemmtes brot?,
so in der Leipziger bäckerordnung von 1513: aber von dem geschwembten prot sollen die becken, welcher damit strafwirdig bfunden, 20 D zu bus geben.
art. 2 (
vgl. indes schwämmen,
sp. 2199,
und unten 6,
a). —
auch sonst, etwas worin umwälzen: swemme den stainleichter in swebel und in harz.
feuerwerkb. v. 1432
bei Lexer
handwb. 2, 1358. 44)
mit weiterer entfaltung des begriffs der bewegung, den schon die verwendungen 1,
b. 2,
a. b enthalten, sagt man häufig vom wasser (
meer, flusz)
selbst, es schwemmt (
treibt, spült)
etwas wohin: der flusz hat viele erde an das ufer geschwemmet, das wasser hat die erde aus dem wege geschwemmet. Adelung; wir segelten eine lange zeit auff dem wasser Niger, bisz er uns mit seinem strome in das atlantische meer geschwemmet. Opitz
Argenis 2, 305; sanfter brechen sich die wellen an des ufers felsenwand, und sie schwemmen ruhig spielend einen leichnam an den strand. Schiller 11, 346; noch liegt der kranke am verdecke, um seinen balken fest geklemmt, da kömmt die flut. und eine strecke wird er ins wüste meer geschwemmt. A. v. Droste-Hülshoff 1, 319.
s. auch anschwemmen (
th. 1, 452): diese unheimliche gegend ist nach länger anhaltenden stürmen gewöhnlich mit schiffstrümmern, strandgut, oft auch mit angeschwemmten leichen bedeckt. Willkomm
im wald u. am gestade (
Dessau 1854) 185. —
scherzhaft: und ich hab glaubt, der regen hat ihn in ein mäusloch geschwemmt, und die haben ihn drinnen behalten. Ludwig 2, 326. — weg, hinweg schwemmen: dann bald darauf schwemmte ihm der bergbach seine mühle weg. Pestalozzi
Lienh. und Gertr. 2, 53; ein felsblock fiel mir auf die brust, das tosende wasser schwemmte ihn weg. Vischer
auch einer 2, 83;
so auch vom menschen, als subject, etwas wegschwemmen,
mit wasser wegspülen: den koth von etwas schwemmen. Adelung;
hieran schlieszen sich übertragene gebrauchsweisen: bald schwemmt ein lärmendes allegro die leichte rührung hinweg. Schiller 2, 342;
etwas anders gewendet: ich besinne mich, mit welcher offenheit sie ihren vorgänger damals zu einer partie piquet beredeten, und bey ihm die halbe nacht mit freundschaftlichem Burgunder hinwegschwemmten. 3, 423 (
kabale und liebe 3, 1).
umgekehrt, etwas wohin schwemmen: denn dieser glaub vertilget Christus glauben, und schwemmet in alle welt eitel sünde und verderben. Luther 1, 386
a; das nenn' ich heiszes blut: kriegsheere, karawanen! es puls't einher in sand'gen bahnen und schwemmt zurücke ruhm und gold. Freiligrath
werke (1870) 2, 121.
man sagt auch schwemmen
allein ohne nähern zusatz vom wasser: sihe, so wird der herr uber sie komen lassen starcke und viel wasser des stromes ... das sie uber alle jre beche faren, und uber alle jre ufer gehen, und werden einreissen in Juda und schwemmen (
hebr. ף flieszen, überschwemmen), und uber her gehen, bis das sie an den hals reichen.
Jes. 8, 8; und mir ist, als steige die flut und bäume sich gegen die lucke, wahrlich, vetter, es schäumt und schwemmt. A. v. Droste-Hülshoff 1, 248.
eigenthümlich ist folgende wendung (
mit acc. der wirkung): der Achelous, welcher .. neben Oeniadä, sich in die see ergieszt, und durch die sümpfe, die er ringsherum vol schwemmet, die stadt für eine armee zur winterszeit unzugänglich macht. Heilmann
Thucyd. 308 (2, 102). 55)
mit umgekehrter beziehung auf wasser, einen strom schwemmen,
ausströmen, sich ergieszen lassen (
so selten): hierauff sprang er mit solcher ungestümmigkeit hinein, als ob ein walfisch in offenbahrer see einen wasserstrom uber die schiffenden schwemmete. Opitz
Argenis 2, 403.
ähnlich in bildlichem gebrauche: als ihn der muth verläszt, und das entsetzen kömmt, und einen kalten strom von schauder auf ihn schwemmt. Zachariä 93 (
renomm. 5, 214); und so rührt Fleischer ('
ein virtuos auf dem clavier') uns ... wenn er ein ganzes meer von tönen auf uns schwemmet. 264 (
schnupft. 4, 29).
so auch im bilde von einem redestrom, intransitiv gewendet: des mus man gewonen, wer im Mose lieset, das er ... zu weilen uber die mas reich ist, und daher schwemmet mit worten, widerumb auch zu weilen so kranck, das er kaumet tröpffelt. Luther 4, 53
a.
etwas anders, einen flusz schwemmen,
anschwellen: auch luff alles das seychwasser an den furt zu Vede, unnd schwemmet den flusz so blötzlich unnd gewaltig, dasz alle die daselbst ligenden geschwader der feind schrecklich ersoffen.
Garg. 232
b. 66)
zuweilen steht schwemmen
in fällen, wo die gewöhnliche sprache zusammensetzungen vorzieht. 6@aa)
an die zuletzt aufgeführte stelle schlieszt sich mhd. teic swemmen
für aufschwemmen,
aufgehen machen: unde der brôtbecke, der swemet den teic mit hefel. Berthold v. Regensburg 1, 285, 13.
vielleicht ist indes diese bedeutung richtiger als ein besonderes wort schwämmen (
zu schwamm)
anzusetzen, s. sp. 2199. 6@bb)
wie man sagt ein gegenstand schwimmt
z. b. im blute,
er ist damit überströmt, sie schwamm in thränen
u. ähnl., so auch etwas mit thränen, blut schwemmen,
überströmen, für gewöhnliches überschwemmen: ich schwemme mein bette die gantze nacht, und netze mit meinen threnen mein lager.
ps. 6, 7; kommt es der seele Sijawusch' zu gut, dasz Turans feld du schwemmst mit blut? Rückert
Firdosi 3, 125. 6@cc)
eigenthümlich ist ausschwemmen (
theil 1, 966)
in folgender stelle: 1521 da ward der statgraben von dem Rottenthor bis gar zuo dem Luoginsland ausgeschwembt.
d. städtechron. 25, 133, 5. 77)
zuweilen nähert sich schwemmen
der bedeutung von schwimmen.
die veranlassung war wol, dasz in einigen mundarten (
besonders im nd., s. oben)
beide verben lautlich vermischt und zusammengeworfen werden; so scheint schwemmen
als technischer ausdruck für tauchen aus dem niederd. in die schriftsprache eingedrungen zu sein, s. schwemmung 2
und schwemmer 1,
c. auch die bedeutung 1,
b, deren eigentlicher ursprung ja früh vergessen war, mochte diesen gebrauch fördern. so geradezu mit pferd
als subject: schickt er (
papst Paul III.) .. seinen bruder Alexandrum Farnesium mit eym hör wider die Evangelischen inn Teutschland, sie daselbs (wie er selbs auszgab) also zu bekehren, dasz sein pferd in der Lutherischen blut schwämmen muoszt. Fischart
bienenkorb 132
a (
am rande schwimmen,
s. daselbst II, 2,
d, α).
in Leipzig schwemmen
für baden, s. 1,
d. —
ferner gehören hierher wol einige stellen bei Luther,
wo schwemmen
in übertragenem sinne steht, dem indessen offenbar die bedeutung '
schwimmen'
zu grunde liegt: o wie wurde unszer hertz schwemmen vor frauden. 14, 336, 38
Weim. ausg.; dann das ist dir selbst je nit verborgen, wie nu viel jahr lang aus Rom in alle welt nichts anders denn verderben des leibs, der seelen, der guter, und aller bösen stuck die allerschädlichsten exempel gleich geschwemmet und eingerissen haben.
briefe 1, 508.
letztere stelle liesze sich auch an die unter 4
zu ende angeführte bedeutung anknüpfen; vgl. auch unter 5. 88)
weitere besonderheiten. 8@aa) schwemmen,
backen (
eigentlich im fett schwimmen lassen, also zu 2?): schwemmen, [
term. di Sass.]
friggere nel grasso à fondo. äpfel
etc. schwemmen,
friggere mele etc. v. backen. geschwemmte äpfel,
mele fritte. Kramer
dict. 2, 713
b; äpfel schwemmen,
autem est frigere poma, inde geschwemmete äpfel,
poma fricta. Stieler 1980. 8@bb)
in der Schweiz schwemmen '
die bäume im frühjahr unten herum schälen, ehe man sie im winter fällt.' Stalder 2, 363: auch das 'schwämmen' (wegschälen der rinde), damit die bäume absterben und weide wachsen könne, hat merklich abgenommen.
jahrb. des Schweizer alpenclubs 28 (1892—3),
s. 91.