zaun,
m. ,
pl. zäune.
form: ahd., mhd. zûn,
as., afrs., ags., altn., mnd. tûn,
mnld. tuin,
m., nur altn. n.; mlat. tuninus, tunimus;
als i-stamm im plur. umgelautet; in gegenwirkung gegen die schwächung von m
zu n
tritt im obd. und md. weithin vermischung mit zaum (
s. d.)
auf: durch ain zaum zogen Hätzlerin
liederb. 151; Paracelsus
op. 2, 530
a Hus.; B. Faber
thes. 1166
a; Martin-L. 2, 904
b; vom zaum gebrochene ursach J. Prätorius
philos. 38; Melissus
Salinde 244; ein kräutlein, das an denen zäumen wächset Amaranthes
frauenz.-lex. 704,
bes. D. Stoppe
Parn. 24. 338;
s. Müller-Fr. 2, 693
b;
die entrundung im plur. veranlaszt zusammenfall mit zein
und zeine (
s. d.).
bedeutung: dem nur im got. (
dafür faþa)
nicht bezeugten worte kommt in allen dialekten die auf dem deutschen bereich allein entwickelte bedeutung des zaunes im heutigen sinne zu; darüber hinaus schreiten das nord. und ags. zu der bedeutung des durch einen z.
eingefriedigten raumes weiter, so dasz für altn. tûn,
n., nur diese (
eingehegter grasplatz vor dem hause, hofplatz, stadt)
noch belegt ist, während das ags. noch alle staffeln bewahrt: zaun, hof, garten, stadt; im nordnld. gilt seit dem anfang des 16.
jahrhs. die bedeutung garten neben der deutschen. auszerhalb des germ. entspricht gall. -dûnum
in städtenamen und air. dûn
burg, befestigte stadt. darüber hinaus ist eine anknüpfung unsicher; man denkt an griech. δύναμις kraft und an die unter zauen
behandelte wurzel germ. *tu,
die ziehen bedeutet. einen ähnlichen bedeutungswandel haben garten,
das früh auch den zaun meint (
altn. garðr
zaun, th. 4, 1, 1390),
und hag (
th. 4, 2, 138)
durchgemacht. synonym ist auch friede (
th. 4, 1, 187).
anlage und baustoff: aus kreisrunder form um gehöfte und siedlungen (
saepibus in gyrum ductis sic cingitur aula: grundrisz von st. Gallen 820)
zur freien linienführung, [] zunächst um ackerstücke, gelangend, bestand der z.
aus dauernder hecke (lebendiger z.)
oder totem holz (toter z.).
dessen einfachste gestalt war ein leichtes weidengeflecht (
circulos ... vimineos mönch v. St. Gallen 2, 1),
das durch eine, andernorts drei, oben umlaufende starke ruthen (etter:
superiorem vero virgam, quam etarcartea vocamus, quae sepis continet firmitatem lex Baj. 10, 17)
halt gewann und jährlicher ausbesserung bedurfte, so dasz früh festere anlagen mit dornen, brettern, stangen u. s. w. errichtet wurden. die fremde hofmauer wird nur in ahd. zeit und gewisz nur aushilfsweise mit steinzûn
und zûn
bezeichnet (
maceria steinzûn, stênzûn, zûn
gll. 1, 597
41;
maceriae steinzûn Notker
ps. 143, 14,
marceriae depulsae nidergeduohtemo zûne
ps. 61, 4).
vgl. hierzu M. Heyne
hausalt. 1, 99.
der zweck eines zaunes ist abgrenzung und schutz; so wird der wohnort gegen die feldmark durch einen z. (
im frk. und obd. gebiet früher nach den ettern,
den starken halteruthen des oberen randes, selbst etter
genannt, s. th. 3, 1180
u. bes. Fischer
schwäb. wb. 2, 888)
geschieden und schutzbedürftige theile der mark umfriedigt, vgl. eschz.
saatzaun (Graff 5, 678, Schmeller
2 1, 167); beuntz.
zaun um einen landwirtschaftlich genutzten, dem flurzwang entzogenen und im privateigenthum befindlichen raum (
th. 1, 1748
und bes. Schmeller
2 1, 395);
dieser auch friedz.
genannt (
th. 4, 1, 199
u. Schmeller
2 2, 1129); tratz.
ein um theile der brache, welche für die dauer eines sommers mit flachs, rüben, kartoffeln bebaut werden, gezogener zaun (Schmeller
2 1, 395. 677; 2, 1129);
steht nur von Georgi bis Martini; vgl.: herbstzune und meizune Jac. Grimm
rechtsalt. 4 2, 79; brandz. (Schmeller
2 2, 1129)
zaun um eine durch brandrodung entstandene waldwiese; gemachz.
zaun um felder und weideplätze, der ohne geheisz der gemeinde errichtet und unterhalten wird (
th. 4, 1, 3149; Schmeller
2 1, 1560; 2, 1129; Unger-Kh. 280
a);
dieser wird nach zehnjährigem unangefochtenem bestand zum ehz.,
dessen errichtung und unterhaltung geboten ist (Schmeller
2 1, 5; 2, 1129),
ebenso wie die des bannzaunes,
der den gerichtsbann der gemeinde oder des hofes begrenzt (
th. 1, 1119; Schmeller
2 2, 1129; Fischer 1, 621),
der daher auch etter
oder dorfz. (
th. 2, 1286; Fischer 2, 276)
heiszt. das recht auf den zaun (
um hof und garten)
spricht sich in dem wort erbz.
aus, dem in sitte und recht eine besondere rolle zufällt (
th. 3, 744;
rechtsalt. 4 1, 613; 2, 79);
vgl. noch tirol. mietz. (Schmeller
2 1, 1693), wildz. (
th. 14, 2, 133)
und bizaun (Schmeller
2 1, 416; 2, 1130, Schöpf
tirol. 42).
nach der lage gibt es etter- (
th. 3, 1181), feld- (
th. 3, 1492), garten- (
th. 4, 1, 1416), hof- (
th. 4, 2, 1704), koppel-, pfad- (
rechtsalt. 4 1, 140), wallzäune
u. a. die lebendigen zäune werden gewöhnlich als rauhe
oder rauch- (Schmeller
2 2, 1129)
und wildzäune (
th. 14, 2, 133)
bezeichnet; meist aber als busch-, hecken-, stauden- (
sepimentum virgulteum Stieler 2349), dornzaun
u. s. w. die toten zäune sind nach dem baustoff und der bauart 1) holzzäune: balken-, bohlen- (
th. 2, 224), bretter-, flachten- (Schmeller
2 1, 785), hanichel- (
ebda 1114), kreuz- (Kramer
teutsch-it. 2, 1427
a), lander- (Schmeller
2 2, 1129), latten- (
th. 6, 281), licht- (
th. 6, 895, lichz.
sepes e sectilibus tabulis alias eine bleiche Stieler 2349;
gegensatz dunkel-), palisaden-, pfahl- (
th. 7, 1601), planken- (1893), reis-,
nd. rick- (
stangen-, th. 8, 909), ruten-, scheien- (
th. 8, 2418), scheiter- (Schmeller
2 2, 1129),
nd. slêten- (
zs. f. dtsche mdaa. 1910, 17), schwarten- (Martin-L. 2, 907
a), spriegel- (
th. 10, 2, 73;
brand. -ö-
zs. f. dtsche mdaa. 1910, 8), staketen- (
th. 10, 2, 414), stangenzäune (
ebda 820),
s. auch unten II, 2) drahtzäune (
aus der englischen landwirtschaft übernommen). II.
eine hölzerne umfriedigung eines grundstücks oder dorfes. I@11)
sachlich und geschichtlich: I@1@aa)
sepes Frisius 1201
b, Calepinus
XI ling. 1331
a, Hulsius-R. 426
a, Schottel 1447, Wiederhold 431
a, Reyher p 2 r
b, Stieler 2348, Kramer
teutsch-it. 2, 1427
a, Dentzler 360
a, Steinbach 2, 1074, Frisch 2, 465
c, Ludwig 2562, Adelung, Campe;
in der Schweiz durch hag
beeinträchtigt: Hunziker 313,
im holsteinischen und bis über Lübeck durch die hecken
oder knicks;
andernorts durch feldmauern: Just. Möser
s. w. 1, 299,
F. Nicolai
reise 1, 177;
die errichtung geschieht durch pflanzen: erzählte, wie er ... diesen z. gepflanzt habe Storm
w. 1, 104; ein z.
[] von hagedornen Zesen
helik. ros. 63; zäune von dornstauden S. Geszner
schr. 1, 28; (
die weiszbuche ist) zu lebendigen zäunen und hecken nützlich Döbel
jägerpract. 3, 8; grüner z.
polit. maulaffe 28
a;
flechten: den zûn vlehten
minnes. 3, 267
v. d. Hag.; (
ein) z., geflochten eng H. Sachs 1, 384
K.; einen zûn macht er vil guot
Reinhart fuchs 37
R.; beides noch gebräuchlich, seltener schon die mhd. wendung einen zûn ziunen (
vgl. Helmbrecht 322);
s.zäunen 1
b; macht blancken zu dem z. Opitz
teutsche poem. 296
ndr.; ein brett des z-s O. Ludwig
ges. schr. 2, 314; (
zäune) von unbehauenen fichtenstämmchen C. Viebig
schlaf. heer 1, 3;
lebensdauer, sprichwörtlich: ain z. wert drey jar Hätzlerin
liederb. LXIX; Eyering
prov. 2, 103;
öft.; höhe und dicke ist in alten rechtssatzungen genau geregelt, s. Jac. Grimm
rechtsalt. 4 1, 130. 140; 2, 79; thor
und heck
dienen für den durchgang, eine stiegel (
nd. -e-)
zum übersteigen: Hoops
reallex. 4, 583
b;
nachbarrecht: was (
von obst) über den z. fällt, ist des nachbars Binder 219;
das recht über plaggen und heide und erbland auszerhalb des zauns ist geregelt: Jac. Grimm
rechtsalt. 4 1, 80; 2, 79; I@1@bb)
die rolle des zauns im leben des volkes ist an einzelzeugnissen, redensarten und sprichwörtern kenntlich: violen ... in gärten neben den zeunen gefunden werden Ryff
confectb. 67
a; nesseln ... hinder den zeunen Bock
kreutterb. 1; wolfsmilch ... hinder den zäunen Wirsung
artzneyb. reg.; hahnbutten an unserm z.
ollapatrida 180
Wien. ndr.; nos iacuimus ut mendici unter den zeunen Luther 27, 202
W.; bettler am z. Zachariä
poet. schr. 4, 55; etwan unter eim zaun musz sterben H. Sachs 12, 448
K.; und hat nun funden einen dreck hinderm zun Murner
schelm. 20
ndr.; unsereins ist doch auch nicht hinter dem z-e hervorgewachsen H. Beck
rettung 45;
häufig: hinter dem z-e aufgelesen
für niedrige, uneheliche herkunft; ir solt die kutten an ain z. hencken J. Nas
antipap. 1, 134
b,
d. h. das mönchsleben fahren lassen; kutten und kappen ... Fischart
bienenk. A 4
a;
vgl.: es mus einer die seele an z. hengen, der da jetzund einen handel anfahen sol Mathesius
Syr. 2, 4
a; so dasz sie ... das junge volck und kinder ... hin und wider an die zeune gespiesset
M. C. Schütz
hist. rer. Pruss. 1 D II
a; es ist gut, seine pferde an frembde zäune binden Kirchhof
mil. discipl. 5; ... an der feinde z. Mathesius
Syr. 89
b; an des verheerers zaun nunmehr den schild zu hencken Besser
schr. 1, 49
König; er sticht durch den z., thut nichts offentlich, gehet keinem frey unter augen Luther
tischred. (1568) 293
a; wer heimlich durch den zaun thut stechen, mit list sich an sein feind zu rechen B. Waldis
Es. 1, 356
Kurz; genuinum infigo ich lester heimlich, stech durch den z. Alberus 21
b. 95
a; Bas. Faber 905
b;
als beweis der verachtung: ich sech dich durch ein zaun nit an H. Sachs 17, 171
G.; 5, 217
K.; denselben (
Lazarus) hett der reiche man nicht durch ein zaun gesehen an B. Waldis
Es. 1, 207
Kurz; sonst sege men eine olde persone (
als braut) mit dem luchteren oge dorch einen dubbelden thuen nicht an; dar ys den dat geldt de brudt gewesen
N. Gryse
wedew.-speg. K 5;
sehr häufig; ein häszliches weib ist ein guter z. um den garten Binder 209; halten sie die ehliche trew wie der hundt die fasten, schreiten uber desz nachbarn z. und beflecken ihr ehebett D. Schaller
theol. heroldt 95; seinem z-e nachgehen
seine unterhaltung nach eigenem ermessen suchen Unger-Kh. 644
a; den z. des gartens wegen grüszen
der mutter schmeicheln, um die tochter zu bekommen Klein
prov. 2, 242; wa der z. am nidersten ist, da will yederman über Tappius
adag. 220
b;
allgemein; vgl.: es weyss der Sathan, ... wo wir am schwächsten seind, ... und weyss wol, wo der z. am nidrigsten ist, da springet er hinüber
theatr. diab. 40
b; eine wittwe ist ein niedriger z., worüber alles springt Kirchhofer
schweiz. sprw. 203; nachbar[n] ubern z.,
[] nachbar wider herüber Friedrich Wilhelm
sprw.-reg. bb 2
a; guck übern z., nachbar guck wieder herüber Lehmann
flor. pol. (1662) 1, 230; nach gemainem sprichwort: ein gefatterschaft über den zon, die andern herwider Steinhöwel
Äsop 335
Öst.; Murner
uszleg. H 2
b; H. Sachs 12, 39
K.; korn umb saltz, würst umb würst (
vgl. die rda.: wurst wider wurst), gfatter uber den z., gfatter wider herüber S. Franck
sprw. (1541) 2, 44
b;
subinvitare über einen z. laden Corvinus 987; mit dem nachbaurn hebt man den z. auff Bas. Faber
thes. 937
a; eine henne hat das recht über neun zäune Pistorius
thes. paroem. 405;
eine kinderlose frau soll der ehemann über neun erbzäune tragen und dort seine nachbarn anrufen, dasz sie ihm der leibesnoth seines weibes wehren helfen Grimm
rechtsalt. 4 1, 613; aine (
nonne) bringt es woll durch den neünden z. zu wegen, das sy an ain ... ampt kompt Keisersberg
hasz Cc 1
c; schrei nicht ju, seist dan uber den z. Fischart
trostb. 43
Hauffen; he wilde idt godt klagen, dat he nicht also mit oone aver den tuin springen schulde (
so ohne umstände verfahren) E. Beninga
chron. v. Ostfriesl. 526
Hark.; dann also musz je einer dem andern uber den z. helffen Paracelsus
op. 1, 623
c Hu.; bey zeit auff die zeun, so trücknen die windeln S. Franck
sprw. (1545) 1, 74
b; Göthe 28, 201
W.; wenn er was nettes weisz, so hat die arme seele keine ruhe, bis er es auf den ersten besten z. gehängt hat A. v. Droste-H.
an Schücking 150; wann die sonn uffgeht, so helf got dem reiff am z. S. Franck
sprw. (1541) 2, 152
a; gieng doch also ein kleines nach dem z. und ryss darauss ein starcken knittel
V. Schumann
nachtb. 232
B.; ursach ab aim z. reiszen
Zimm. chron. 2, 498; Kirchhof
wend. 1, 239
Öst.; brach im ain krieg ab ainem z.
chron. dtsch. städte 5, 216; Luther 7, 674
W.; brach offt ein hader von eim zaun H. Sachs 17, 370
G.; causam invenire eine ursach vom z. brechen Bas. Faber 150
b; man musz gelegenheit von einem zaune brechen Ch. Fr. Henrici
ernst-scherzh. ged. 1, 323; sie künnen wol vom z-e etwas brechen oder in der luft ergreifen, damit sie sich schön machen und ihrer bettelei ein ferblein anstreichen Pape
bettel- und garteteufel u 3
b; man bricht nit kunst von eim z.
sprw. w. klugreden 96
d; bräch ich mir nicht gar manche lust vom zaun Göthe 5, 60
W.; brach ... ästhetische discourse vom z. Eichendorf
s. w. 2, 540; mit allerlei vom z. gebrochener philosophie Bettine
Cl. Brentanos frühl. 270; I@1@cc)
stabreimend: z. und zimmer; tunede unde timmer Jac. Grimm
rechtsalt. 4 1, 10; I@22)
besonderes: I@2@aa)
bildlich und übertragen: über den z. der schrift (
der bibel) ... springen
allg. dtsche bibl. 1, 2, 94; ein blizzender z. von schwerten Lenz
ged. 25
W.; sie (
die kirche) ist ... der z., der die heerde der gläubigen schüzt v. Haller
rest. 4, 53; das der leib Christi definitive, das ist onbegrifflich und on z. sie im sacrament Öcolampadius
Luthers buch schent nicht 173
b; ohne gesetze, ohne zäune ... herumwandeln Hippel
lebenst. 3, 2, 184; zerbrechen den z. aller zucht und erbarkeyt Eberlin v. Günzburg
s. schr. 3, 209
ndr.; (
der) von seufzern zerrissene z. der gegenwart Cl. Brentano
ges. schr. 5, 11; z. des gesetzes W. H. Riehl
arbeit 63;
die zähne werden als beinen z.
der zunge bezeichnet bei Eyering
prov. 1, 101; zahn ... der zungen z. und zaum Harsdörfer
tricht. 3, 496; Logau
sinnged. 157
Eit.; Marperger
küchendict. 1340
a;
nach Vossens gehege der zähne (
homerisch ἕρκος ὀδόντων)
bildet Göthe: die kühnen worte durch den z. der zähne (
durchlassen) IV 28, 190
W.; augenbrau ist der augen schutzwehr und z. Treuer
Däd. 1, 139; I@2@bb)
einzelnes: I@2@b@aα)
für saum: der (
rock) muoss sin wiss, schwarz, grüen und brun und unden drum ein gäler zun
N. Manuel
papst 40
Bächtold; I@2@b@bβ)
septum lucidum der helle z. ist die durchsichtige, dünne wand, so die hölen (
ventriculos) des hirns von einander scheidet Blancard
med. wb. 502; I@2@b@gγ)
pferch, nachtbucht, hürde: drey oder vier zeune (
werden) gezeunet ...,
[] die gleich als ställe und behältnis den schweinen über nacht seyn
viehbüchlein (1667) 70; die hürden
d. i. die beweglichen hecken oder geflochtene zäune, womit man die schafe umgiebt, wenn sie die nacht über auf einer stelle bleiben sollen Gottsched
beob. 132;
auch hier eignet dem worte z.
nicht der begriff des eingezäunten raumes, ebenso nicht in folgenden fällen; vliust er (
der hirt) ... kain rint, daz er oder sine knehte verwarlosent, daz si ez in die zne niht wider antwurtent gesundez
Augsburg. stadtb. 35;
s. Fischer
wb. 6, 1063
und Schiller-Lübb. 4, 630
b; I@2@b@dδ)
ein wasserzaun, um eine fahrtrinne zu erzielen (
s.zäunen 1
b β): des gleichen hatt einer ein verborgne rynne oder z. in dem wasser ... und wirt dir verbothen, gepürt dir dyse klage
clag antwurt (
Augsb. 1497) 29
b; I@2@b@eε)
mit lehm bekleidete stakenwand, alte, im ländlichen lehmfachwerk noch heute fortlebende bauweise: hinter der pitschke (
der feuerwand, ist) der z., gleich einem bleichwercke, von holtze gestacket und dichte mit vermengten leime und strohe geklebet Hondorf
saltzwerk zu Halle 72;
ebenso mnld.: hutkens ... van tune geleemt myt cleye Verwijs-Verdam 8, 788;
vgl.zäunen 2
a β und zäunsel; I@2@b@zζ)
in erinnerung an die kreisrunde form des alten ruthenzauns auch das geflecht um eine flasche: tûn Schambach 236
b. IIII.
grenz- und schutzwerk um feste plätze und städte; anfänglich gewisz aus leichtem zaunwerk bestehend, später mit schanzpfählen und palisaden verstärkt: Ulm ist allain mit einem statgraben und z. ... umbzeunt gewesen S. Franck
chron. Germ. (1538) 314
a; eyn grot korffhus van erde unde thune wart geslagen vor sunte Iligen dor
chron. dtsch. städte 16, 373; so was es hinumb verzeunt mit den zeunen vor den gerten 2, 273; Schiller-Lübb. 4, 630
a; er liess auch ausswendig (
am schlosz) sein zeun und were zurichten
Aymon i 2
a; darauff (
auf dem wall) werd ein liecht z. gesteckt A. Dürer
underr. D 2
a; Ranke
dtsche gesch. 2, 153; dann das was der Römer brauch, wo sie das winterläger hin schluogen, do machten sie ... wOerliche zeün S. Münster
cosm. 700; mit disem povel er do trat gegen den zaun in dy vurstat
M. Beheim
Wiener 174
Karajan; vgl. Schmeller
2 2, 1129,
dort auch schreck-
und tüllzäune
dielen-, bretterzäune (
s. th. 2, 1099)
genannt; palisade ... ein z. von schanzpfählen Kinderling
rein. 141. IIIIII.
diminutiv: 1) zäunlein
sepicula Steinbach 2, 1074; (
der garten war) mit schönen zeunlin underfangen Wickram 4, 249
lit. ver.; Sebiz
feldbau 639; zäunlein von wachholderstauden Aitinger
jagd- u. weidb. 263; 2)
geiszblatt, = zaunkirsche 2: Corvinus 618 (
eig. 648); Rädlein 1084
a.