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schober

mhd. bis Dial. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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19 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schober m.

Bd. 15, Sp. 1426
schober, m. 11) aufgeschichteter haufen, besonders von heu, stroh, korn, wol eine ableitung zu schieben, wie auch schaub, also das zusammengeschobene bezeichnend Grimm gramm. 2, 19. Kluge5 334b. Weigand 2, 627, vgl. auch Wachter 1455. ahd. scobar in glossen: de minore vero (mita, granario) quod scopar appellant; scoberes avenae; scober, huffe, acervus Graff 6, 411; mhd. schober Lexer handwb. 2, 765: acervus .. schober Dief. gl. 9a; pyramis .. eyn schober hew 437a; ein hauffen oder schober, pro acervo meritorum. quelle bei Schm. 2, 361; nhd. schober meta Clajus d. gramm. 37, 17 neudruck; schober, schöber, m. (da schieben) bica, bicca, mucchio, monte, catasta; ein schober heu, heu-schober, ein schober garben, ein schober korn, holtz - schober Kramer dict. 2, 636a; bärne, die, acervi messis, quod aliàs schober et korn-hauffen appellant Stieler 134; schober, der, strues. ein schober heu, sive heuschober, quod etiam dicunt heuschochen, et bierling, meta foeni. holzschober, strues lignorum. 1781; schober (der) cumulus, acervus. ein schober späne, strues segmentorum; ein schober heu, foeni meta Steinbach 2, 484. Frisch 2, 218a. mundartlich in den östlichen, besonders bair.-österr. dialekten, s. Schm. 2, 361 f. Birlinger 401a. Höfer 3, 110. Hügel 143b. Schöpf 642; schôbar Castelli 249 (übereinandergelegtes stroh oder heu). Zingerle 50a. cimbr. wb. 228b, schouber Lexer 224. ferner Weinhold 87b. Hertel sprachschatz 220 (von getreide). Hupel 211. der plur. heiszt schöber und schober, ersteres besonders bairisch, schöber und schüber Schm. 2, 361. Lexer 224; in der heutigen schriftsprache durchweg schober, s. die belege. zur bedeutung vgl. noch öcon. lex.2 1, 1167 (heu-schober) Krünitz 147, 597. im einzelnen 1@aa) von (unausgedroschenem) getreide, ein haufen garben, besonders eine grosze aufhäufung von korn oder heu, die rings um eine lange, starke, in die erde getriebene stange angelegt und mit einer schicht stroh oder einem dache bedeckt wird, um auf dem felde stehen zu bleiben, wenn man nicht scheuern genug hat, um das korn oder heu zu bergen, vgl. die beschreibung bei Colerus hausb. 1, 162. in einer kärntnischen quelle vom jahre 1577 in feld- und zahlschober unterschieden: wann ein baumann einen acker abzuschneiden anfähet, solle er den trayd in grosse feldschüber von der sichel her schlagen ... an welchen orten aber die feldschöber zu machen nicht gebräuchlich, sondern das getrayd in zahlschöber gelegt und geschöbert wird, sollen als oft in ein zahlschober sechzig garben geschöbert werden (vgl. 2), s. Schmeller 2, 361; man mache mit den garben fein grosze schöber. Colerus hausb. 1, 162a; dann der gantze hauff oder schober desz getreydigs musz unten breit seyn, und darnach immer enger und enger werden, bisz er oben spitzig zugemacht wird, wie man sonsten auch heuschöber pfleget zu machen. ebenda; [] hochgehäuft zum dache, liegt das korn im fache: und ein schober steht vor der scheun' erhöht. Voss 4, 146, kühl blies der wind, es war october; leer waren die felder, voll die schober. Immermann 13, 88 Hempel. 1@bb) von stroh: im stroe fallt ir zwischen die schober. fastn. sp. 386, 13; er brennet, wie ein schober stroh, dem glühnden pfluge nach. Hölty 188 Halm. auch von mist: und wo von mist ein schober, setz' ich die bürde ab. Grillparzer4 2, 26. 1@cc) von heu (vgl. die glossen, s. oben); die kleineren haufen, worin das heu zum trocknen zusammengeharkt wird, heiszen brechschober oder windhaufen, während schober meist die gröszeren haufen bezeichnet, in denen man das fertige heu drauszen stehen läszt, vgl. a: und recht sein hēw über ein hauffen oder schober. quelle bei Birlinger 401a; 'aber wer macht sich denn hier noch mit heu zu schaffen?' fuhr er in seinen gedanken fort, als er den schober bemerkte. Keller 6, 373; ferten, wo man das hey auf vieng und do wyr auf dem schober lagen. fastn. sp. 994, 13; dasz kein bawr kein hewstadel hat, sonder zu feldt es ligen lat, rechen das hew zusammen doch auff schöber, auff zwo klaffter hoch und lest es auff dem felde drausz. H. Sachs 4, 3, 117d; dort die schober des heus, dort mähende! Voss 1, 22 (Luise 1, 133); schau unsrer mägdlein schwarm, die mit entblösztem arm des trocknen heues wellen gehäuft in schober stellen. 2, 305; die mägdlein, dalderaldei! sie häufen schober von heu! 4, 111; eher als dein herz entzündet sich ein schober nasses heu! Platen 284b. so auch: wil dann der man tragen ain chranz, so wil si haben ainen schober ganz von pluemen und von grüenem gras. Vintler pluemen der tugent 9451. 1@dd) in weiterer übertragung auch von andern dingen, von federn: diese (vögel) brachte man mir schockweise in's schiff, legte sie mit den köpfen nach innen, so zierlich gehäuft, dasz die langen bunten federschweife, nach auszen hängend, im sonnenglanz den herrlichsten schober bildeten, den man sich denken kann. Göthe 27, 171. vom haar, büschel, schopf: er (Absalon) trug auf seinem haubte ain groszen schober har. quelle vom j. 1562 bei Schm. 2, 362. 1@ee) sogar von menschenhaufen: wo ganze schober leut beysammen stehen. quelle bei Schm. 2, 361. 22) gern verbindet sich mit schober ein zahlbegriff, sodasz es einen haufen von bestimmter grösze und zahl der garben oder bündel bezeichnet; vgl. die ganz analoge bedeutungsentwicklung von schochen, schock. wie dieses enthält es meist 60 garben: Pict. hat schober, auch von garben, 4. mandel das ist 60, sonst ein schock. Frisch 2, 218a; man mag nach dem malter wohl gröszere masz und namen machen, als: ein schober macht 4. malter, vier schober eine last, 4. last machen ein mudt. ebenda; 60 büschel stro, man heiszt es allhie schober. quelle vom jahre 1595 bei Birlinger 401a; so in Schwaben und Baiern 60 bündel oder büschel, auch ohne dasz diese in einem haufen zusammenliegen, ein schober buechenwellen 60 reisigbündel, dagegen enthält ein schöberlein in Nürnberg den 6. theil davon, also 10 büschel Schm. 2, 362. in Österreich ebenso vom ausgedroschenen stroh, dagegen bei getreide eine unbestimmte zahl, etwa 12—20 garben, die auf einem pfahl mit seitensprossen aufgehäuft und getrocknet werden Höfer 3, 110, im ungrischen berglande 27 garben roggen Schröer 204a. — in Kärnten als bloszes zahlwort, eine anzahl von vier: ã schouber nussn, zweschpn Lexer 224. 33) pfanne; wol ein vom vorigen ganz verschiedenes wort von eingeschränkter verwendung. in salzwerken heiszen fegeschober (s. daselbst theil 3, 1415) kleine pfannen, die vor dem körnen des salzes in die gröszeren gesetzt werden, um den schlamm aufzunehmen Adelung. Jacobsson 1, 688b. Krünitz 147, 597. 44) schuppen, hundehütte (?): in den gehöften taub' und huhn auf ihrer stange ächzend ducken, der hund in seinem schober heult und fühlt den wurm im hirne zucken. A. v. Droste - Hülshoff 2, 10.
6823 Zeichen · 120 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    schoberstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    schober stm. schober, haufen. ahd. scopar, scobar Graff 6,411. Schmeller 3,313. cumulus fœni voc. vrat. piramis ein kege…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schober

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Der Schober , des -s, plur. ut nom. sing. ein Wort, in welchem der Begriff der Vertiefung, des hohlen Raumes, der her…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schober

    Goethe-Wörterbuch

    Schober aufgeschichteter Haufen [ Traum von der Fasaneninsel; Bewohner bringen kostbare Vögel an Bord ] man..legte sie..…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schober

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Schober (altdeutsch scobar , verwandt mit »schieben«), Gebäude zum Aufbewahren von Heu etc., auch soviel wie Feimen (s. …

  5. modern
    Dialekt
    Schober

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Schober Band 8, Spalte 82 Schober 8,82

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schober

30 Bildungen · 11 Erstglied · 18 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von schober

schob + -er

schober leitet sich vom Lemma schob ab mit Suffix -er.

Zerlegung von schober 2 Komponenten

scho+ber

schober setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schober‑ als Erstglied (11 von 11)

Schoberbartel

DRW

schober·bartel

Schoberbartel, m. rotw. Brecheisen ein brech-eisen: ein schoberbarthel 1687 Hempel,SpitzbubSpr. 4

schoberbinderin

DWB

schober·binderin

schoberbinderin , f. : auch war es ihm bereits gelungen, den deutsch-ungarischen schober-binderinnen kroatische entgegenzusetzen. didaskalia…

schoberen

Lexer

schob·eren

schoberen , schuberen swv. ib. zu einem schober zusammenbringen, aufhäufen. daʒ höuwe schoberen Reinh. 328,1013. schuberen Wolk. Ot. 25 a . …

schobereⁿ

Idiotikon

schobereⁿ Band 8, Spalte 82 schobereⁿ 8,82

Schoberfaß

PfWB

schober·fass

Schober-faß n. : = Wetzsteinbehälter, Schoweʳfaß [ Krieger 46]; Syn. s. PfWB Schlotterfaß ; s. K. 333.

schoberfleck

DWB

schober·fleck

schoberfleck , m. runder platz auf einer wiese im umfange von 5—8 klaftern, der etwa eine elle hoch mit heu bestreut wird, worauf nachher di…

schobergrün

DWB

schober·gruen

schobergrün , n. Schweinfurter grün, der bekannte grüne färbstoff Karmarsch-Heeren 3 7, 779.

schoberung

DWB

schober·ung

schoberung , f. , aufschoberung, abbicamento, ammucchiamento etc. Kramer dict. 2, 636 b .

schoberweise

DRW

schober·weise

schoberweise, adv. in (Form von) Schobern das trait bei einem ieden aigen oder flecken es sei mangl-, schober-oder heuflweiß gefechsnet 1573…

schober als Zweitglied (18 von 18)

futterschober

DWB

futter·schober

futterschober , m. ein aufgeschichteter haufe dürres viehfutters, besonders wenn er, gewöhnlich zum schutze mit stroh bedeckt, im freien ble…

getreideschober

DWB

getreide·schober

getreideschober , m. , vgl. DWB schober th. 9, 1426. die zusammensetzung steht weit hinter den zahlreichen losen verbindungen zurück. vgl.: …

haarschober

DWB

haar·schober

haarschober , m. , dickes haar, das wie ein schober auf dem kopfe aufgeschichtet ist: des dein harschober ungefär gar köstlich zu arswischen…

Heu(w)schober

Idiotikon

Heu(w)schober Band 8, Spalte 82 Heu(w)schober 8,82 o.

heuschober

DWB

heu·schober

heuschober , m. aufgeschichteter haufe heus auf der wiese, heufeime: clibanus, cumulus feni heuschober Dief. 127 b ; mit einem anblick wolte…

Holzschober

Campe

holz·schober

Der Holzschober , des — s , d. Mz . w. d. Ez. ein Schober, d. h. großer Haufen Holz.

höuschober

KöblerMhd

höuschober , st. M. nhd. Heuschober Hw.: s. höuschoche E.: s. höuwe, schober W.: nhd. Heuschober, M., Heuschober, DW 10, 1291 L.: Lexer 93c …

salatschober

DWB

salat·schober

salatschober , m. den man benutzt beim anmachen und mengen des salates: wie Liane ... mit den langen hölzernen heugabeln im kleinen den sala…

steckschober

DWB

steck·schober

steckschober , m. , getreideschober, der aus zwanzig auf dem schoberstecken hängenden garben besteht Unger-Khull 571 b ; der schober besteht…

strohschober

DWB

stroh·schober

-schober , m. , strohmiete, strohdieme: da sie ihren geliebten in einem strohschober verstecket fand Ayrenhoff w. (1814) 5, 306 ; da ward mi…

viuwerschober

BMZ

viuwer·schober

viuwerschober stm. brennender schober. die bechwelligen bache und fiwerschober krache tod. gehüg. 900.

wagenschober

DWB

wagen·schober

wagenschober , m. , dasselbe wie wagenschuppen. vgl. DWB schober 4, theil 9, 1427 (schober bezeichnet zunächst den getreidehaufen, dann den …

weizenschober

DWB

weizen·schober

weizenschober , m. , gröszerer haufen von weizengarben: ( eine hand ) die den weizenschober deckt, die den roggenschober häuft Freiligrath g…

zahlschober

DWB

zahl·schober

zahlschober , m. , in Steiermark früher eine masse von 60 garben in schoberform: 110 zahlschober korn gibt 46 Frohnleitner viertl quelle bei…

Ableitungen von schober (1 von 1)

schobere

BMZ

schobere , schubere swv. bringe zu einem schober zusammen, häufe auf. Schmeller 3,314. Oberl. 1444. der gebûre het ein gabeln in der hant un…