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schlupf

nhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlupf m.

Bd. 15, Sp. 839
schlupf, m. das schlüpfen, enger durchgang, versteck, schleife. nominalbildung zu schlüpfen (vgl. das.), besonders oberdeutsches wort, s. Adelung. aus mhd. slupf, das schlüpfen, schlupfwinkel, schlinge Lexer handwb. 2, 992, daneben slouf 986 und sluf 990. nhd. ist die form stets schlupf, plur. schlüpfe, daneben in neuerer zeit schlupfe. ebenso in schweiz. mundarten, s. Stalder 2, 333. Hunziker 225, vgl. Seiler 256b. auch schwach der schlupfen, winkel, ecke, s. Stalder a. a. o., aarg. dafür schloff, schluff, enger ort, schlupfwinkel, besonders dachwinkel Tobler 390b, bair. schlupff Schm. 2, 532, tirol. schlupf, schluff, schlupfwinkel, ort zum durchschlüpfen Schöpf 625, vgl. auch Klein 2, 124. nd. slupp, öffnung in einem gehege oder einer waldung Danneil 196a f., slop, slup Schambach 195b, ostfries. slôp, slop ten Doornkaat Koolman 3, 208b, ebenso holl. slop, schlupfwinkel, bodenloch, gäszchen. über md. nd. schlupp in andern bedeutungen s. 8, schlupfe und schluppe s. das. vgl. zum ganzen Weigand 2, 597. 11) handlung des schlüpfens, schnelle bewegung; der einzelne ruck oder griff: die handschuhe in einem schlupfe anziehen, einen schlupf in jemandes beutel thun. Adelung; mit einem schlupf war die hand wieder im muff. Campe; mhd. slûf in ähnlichem sinne: und der kerker tet sich ûf, darûʒ sô nam er ouch den slûf. Nic. v. Jeroschin 23069; der frevelîche slupff dem risen wer geweret, den er zuo seiner metzen tuot. Osw. v. Wolkenstein 16, 2, 9. freier, der zug beim spinnen: ain fraw die wol spinnen kan die spint in ainem schupff (l. schlupff?) ainn faden. sy nympt die spindel zwischen die hend und fert ains mals dort auszhin mit der spindel und spint ainn fadnn ich waisz wie lang herauszher. Keisersberg spinn. (1510) a 5a; ja für der schneider knopff, der spinnerin schlupff, der rimpffer martsch ... da, sag ich noch einmal, stund ein klein anhänglin und tractetlin. Garg. 33b. so auch beim trinken (? wenn nicht schlurf zu lesen ist): der ein ei auf einen schlupf heraus trinket. Mathesius Syr. 3, 38b. — bildlich, listige wendung, ausflucht: und gangs auff welche artt es wöll, so ists war grett, dann dieser gsell ist so erfahrn, listig, bsindt, so subtil, hurtig, und so gschwindt von sinnen, wercken, schlüpf, und rencken. Thurneisser erklär. der archidoxa 38a. 22) ort, wohin man schlüpft, schlupfwinkel, zufluchtsort, versteck: schlupff (der) heimliche wonung, latebra, latibulum Maaler 357a, schlupf, latibulum Schottel 1402, schlupf, m. la retraite, la caverne, latibulum neues dict. Genf (1695) s. 311; schlupf (der), plur. die schlupfe, afkrog, vraa, smuthul H. Müller deutsch-dän. wb. 3, 240b; latibulum .. schlupff Dief. gloss. 320b; alle schlüpff ersuechen, perscrutari voc. von 1618 bei Schm. 2, 532, schweiz. schloff, s. oben; vgl. auch unterschlupf; mitler weil war die magt user der ober kammer und verborgnen schlupf berüeft. Zimm. chr.2 4, 80, 31 Barack; wo nit vil leichtfertige hochsträfliche kupler .., liederliche hecken- und winklwirt weren, welche solchem iresgleichen gesindl zu volbringung irer puebenstuck anlasz und schlopf geben. österr. weisth. 1, 125, 27; Gläsler. wo sinn see dänn o gstande d' beeswichter? im ä schlupf? lizentiat. si sinn bym e bekannde gewisz verstekelt gsin. Arnold pfingstmontag 137; so wird das stille volk der Musen auch ausziehn, wär' ihnen nur ein schlupf wie zwergen auch verliehn! Rückert (1882) 8, 103. schweizerisch auch von einem kleinen unansehnlichen häuschen Stalder 2, 333. 33) ähnlich ein loch, wo man hindurchschlüpft, schlupfloch, enger oder heimlicher gang, pass: ein schlupf, ein enger pasz, ein winckel durchzuschlupfen oder sich zu verschleifen, fauces, via angusta Frisch 2, 202c; so namentlich in der ältern sprache häufig: manch verwickelte gäng und schlüpff. Münster cosmogr. 1452; so er dann zu disch gieng .. so kam dann sein hausfraw durch ain sondere fallen und verborgne thür hinder dem disch herfür .. so man ufhub, gieng sie durch iezgehörten schlupf wider darvon in ir gemach. Zimm. chron.2 1, 290, 17; die (magd) het uss der stuben ein heimlichen schlupf hinuf in die cammer. 4, 79, 17; sie funden, dasz an allen orten die schlüpfe verhawen waren. Rihel Livius 196; (Thomyris) stellet sich auch, als wolt sie fliehen in das rauw und unwegsam gebirg, darinn sie zuovor all weg und schlüpff mit volck bestellet hette. Kirchhof wendunm. 1, 13 Österley (1, 5); es hat aber die sünde .. den schlupff oder eingang ins paradisz, sehr wol und fleiszig verwart. Thurneisser magna alchym. (1583) vorr. s. 2; (strasze) durch dicke wildtnusz, enge schlüpffe unnd thäle, oder uber hohe berge. Kirchhof mil. disc. 201; da ein so harmloses geschöpf, wie ich, sich schmeicheln darf, unangefochten zu bleiben, und der schlupfe und nebenwege ja überall so viele sind. L. Wieland bei Zolling H. v. Kleist in d. Schweiz 155; kurtzumb, jr sönd mir zeigen an, wo jr die schlüpff jnn tempel hand. Kolrosz Daniel D 4; gon Rom habt jr ein weiten weg, darneben sorgsam schlüpff und steg. Wickram irr. reit. bilger 82a; so tirol. schlupf ort zum durchschlüpfen Schöpf 625, nd. slop loch, öffnung, durchgang in einer hecke oder im zaune oder wall, wo ein mensch hindurchschlüpfen oder ein wagen auf den acker fahren kann Schambach 195b. ten Doornkaat Koolman 3, 208a. bildlich: das kloster ist im ewiglich zuo eng und ein kercker, das ist die sach, umm deren willen also not ist alle schlüpff zuo vermachen, allenthalben huot haben. Keisersberg seelenpar. 51c. — hierher gehört auch die zusammensetzung durchschlupf, z. b. bildlich: die von hrn. v. Gasser aufgestellte (bairische) ministerliste wird daher auch von den beiden parteien, zwischen welchen sie einen durchschlupf sucht, auf das lebhafteste angefeindet. Frankfurter journal 6. sept. 1872 hauptblatt 1a. 44) insbesondere von den lägern, höhlen oder gängen wild lebender thiere: schlupff oder lang gegraben loch, cuniculus Maaler 357a; schlüpff, da die thier sich enthaltend und ruowend, cubilia ferarum, cavus, et cavum, cuniculus, latibulum, latebrae ferarum. ein ort vol hülinen (höhlen) und schlüpffen, locus latebrosus. ebenda (oder gehören die letzten stellen zum fem. schlüpfe?), vgl. Frisch 2, 202c; dann disen brauch halt das weiblin (des königleins, kaninchens) allzeit, das so oft sie jre jungen .. geworffen hat, so stopfft sie allwegen das loch oder den schlupff zu. Sebiz feldbau 537; solches ist die ursach, warumm sie .. nichts anders thun, dann streichen und lauffen, so offt sie ausz jren schlupffen auszkommen. ebenda; die maulwerff grabend jre löcher oder schlüpff vil tieffer under die erden dann die wilden väldmeüsz. Geszner thierbuch (1583) 107a. 55) schlinge, schleife, strick. zu dieser bedeutung vergl. das verwandte schlaufe, schläufe (sp. 513) und das daraus entstellte schleife (sp. 587 f.); mhd. slopf: er sprach 'ich gæbe noch einen slopf, dâmit man iuch hieng' an iuwern kopf. ges. abent. 3, 233, 1388; an dem ermel sollen zwen schlupf sein, uff yeder seyten einer, die schlag in die zwen yszen hocken an der schruben. darzuo sollen zwey kettlin sein, yedes mit eim häcklin an der schruben, die leg in die schlüpff. Gersdorf feldbuch d. wundarznei 52a f.; wadurch der böse feind sie mit solchen wolgefälligen und anmühtigen sachen in die stricke führet, dasz sie es selbst schier weder fühlen noch greiffen, bisz sie in dem schlupff gefangen ligen. Moscherosch christl. verm. 323; so mit mancherley farben von nesteln, bändeln, zweifelstricken, schlüpffen, und anderm so sie favores nennen, sind sie (die verliebten) an haut und haaren ... behencket, beschlencket, beknöffet, und beladen. Philander 1, 23; so ... die haar mitten auff dem haupt in einen schlupff zusammen gewunden ... hatten. 2, 63; aber ein mägdlein, ... zog sich hierauf ein langes haar aus dem kopfe, stach mit einer der feinsten nadeln ein loch dadurch, nahm das eine ende des haares, bog es um, und zog es durch die öffnung zu einer artigen schleife oder, wie man's sonst nennt, schlupf oder letsch. Hebel 2, 81. in der schriftsprache jetzt nicht mehr üblich. vgl. 8, a. 66) schweiz. für muff Stalder 2, 333. Hunziker 225. vergl. schliefer (3, sp. 687) und schlupfer. 77) besonderheiten: 7@aa) in folgender stelle scheint schlupf eine persönliche bedeutung zu haben (schleicher?): heimliche schlüpf und faule knecht, eebrecher, und buler geschlecht. Wickgram kunst zu trinken (1537) 2, x 3a. 7@bb) unklar ist folgende redensart: ich hon allweg gehört, wer mit schalckszlüten beladen ist, der sol den schlupff abschneiden, und sie lassen gon. Eulensp. 45 (s. 72 neudruck). 88) md. und nd. schlupp wird in folgenden bedeutungen angeführt, die zum theil kaum hierher gehören: 8@aa) rhein. schlupp, schlopp, knoten mit herabhängenden enden, schleifen Kehrein 1, 354, zu 5, pfälzisch bandschleife nach Klein 2, 124. 8@bb) preusz. dünenschonung Frischbier 2, 291b. 8@cc) ebenda neben schlipp, schlippe, loser baum im rickzaun 287a. 548a. 8@dd) in Lippe abgetragener schuh, pantoffel Frommann 6, 479. 8@ee) westfäl. slupp, plur. slüppe, haken am hamen des pferdes Woeste 242b.
9147 Zeichen · 211 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlupf

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Schlupf , des -es, plur. die Schlüpfe, ein im Hochdeutschen fremdes und nur im Oberdeutschen übliches Wort. 1) Ein e…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlupf

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schlupf ( Schlüpfung ), s. Elektromotoren

  3. modern
    Dialekt
    Schlupf

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Schlupf [ʿSlùpf fast allg.; ʿSlùp Lützelstn. ; ʿSlyp ( Bed. 1) u. ʿSlùp ( Bed. 3) Wh. ; Pl. ʿSlìpf u. ʿSlepf; Demin. ʿSl…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlupf

77 Bildungen · 64 Erstglied · 10 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schlupf 2 Komponenten

sch+lupf

schlupf setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlupf‑ als Erstglied (30 von 64)

Schlupfweg

SHW

Schlupf-weg Band 5, Spalte 479-480

Schlupfbändel

PfWB

schlupf·baendel

Schlupf-bändel m. : 'Hutband mit Schleife', in dem VR.: Hans, Hans, Hans, Hans, / ei du meiⁿ liewer Hans-Hans! / Hot e schääⁿ Hietel (Hütche…

Schlupfbrett

PfWB

schlupf·brett

Schlupf-brett n. : 'Brett zum Befördern von Weinfässern', Schluppbrett [ LA-Mörzh ], -brettel [ LA-Wollmh ].

schlupfbude

DWB

schlupf·bude

schlupfbude , f. bordell, als übersetzung von lat. fornix: schlupfbud' und schmoriges wirtshaus, merk' ich, füllen dein herz für die stadt m…

Schlupfchens

PfWB

Schlupfchens n. : ein Kinderspiel; Schluppchers spiele [ Schandein Sprachsch. 61].

schlupfecke

DWB

schlupf·ecke

schlupfecke , f. , vgl. schlupfwinkel: bisz das der schlepsack komm herwider von jr hurweisz ausz den schlupffecken. H. Sachs 2, 4, 24 b ( d…

schlupfeln

PfWB

schlupf·eln

schlupfeln , schlüpfeln schw. : ' Wild in Schlingen fangen, wildern ', schlupple (šlublə) [ SP-Heiligst ], schlupfle (šlubflə) [ GH-Büchbg ]…

schlupfen

DWB

sch·lupfen

schlupfen , schlüpfen , verb. durch eine öffnung gleiten, sich leise und geschmeidig fortbewegen. intensiv zu schliefen in gleichem sinne, v…

schlupfer

DWB

schlup·fer

schlupfer , schlüpfer , m. , vgl. schliefer ( sp. 686 f. ), besonders in oberdeutschen mundarten. 1 1) einer der schlüpft Campe : schlupfer,…

schlupferei

DWB

schlupfe·rei

schlupferei , f. : schlupferey, schlupfung, die, et das schlupfen, occultatio, latitatio Stieler 1810 .

schlupf als Zweitglied (10 von 10)

Chatze(n)schlupf

Idiotikon

Chatze(n)schlupf Band 9, Spalte 635 Chatze(n)schlupf 9,635

Fëderschlupf

Idiotikon

Fëderschlupf Band 9, Spalte 635 Fëderschlupf 9,635

Nëbe(n)schlupf

Idiotikon

Nëbe(n)schlupf Band 9, Spalte 635 Nëbe(n)schlupf 9,635

Ofe(n)schlupf

Idiotikon

Ofe(n)schlupf Band 9, Spalte 634 Ofe(n)schlupf 9,634

Sīte(n)schlupf

Idiotikon

Sīte(n)schlupf Band 9, Spalte 635 Sīte(n)schlupf 9,635

Underschlupf

ElsWB

under·schlupf

Underschlupf m. Obdach, Unterkunft Dü. Str. s is t halt doch eps wërt, wë nn m e r e eijene n U. het Dü. In der ält. Spr. ‘vnterschlAeiff vn…

Ī(n)schlupf

Idiotikon

Ī(n)schlupf Band 9, Spalte 634 Ī(n)schlupf 9,634

Ūsschlupf

Idiotikon

Ūsschlupf Band 9, Spalte 635 Ūsschlupf 9,635

Ableitungen von schlupf (3 von 3)

schlupfe

DWB

schlupfe , schlüpfe , f. , nebenform zu schlupf, vergl. daselbst. 1 1) schlupfwinkel, versteck: schlupfe, die, latibulum, alias schlupfloch,…

Verschlupf

Idiotikon

Verschlupf Band 9, Spalte 635 Verschlupf 9,635

verschlupfen

DWB

verschlupfen , verschlüpfen , verb. sich schlüpfend verbergen: id quod simplex, tegere ac velare se, vel abstrudere Stieler 1810 ; ( die sch…