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waffe

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

waffe f.

Bd. 27, Sp. 251
waffe, f. telum. II. formen und verwandtschaft. I@11) waffe ist ein gemeingermanisches wort, ahd. wâfan, mhd. wâfen, n., asächs. wâpan, mnd. ndl. wapen, n., afries. wêpin, ags. wǽpn, n., engl. weapon, anord. vápn (mit der nebenform vákn), n., schwed. vapen, n. vaaben, n., got. wêpn, n. (nur im pl. wêpna belegt). auszerhalb des germanischen gehört wahrscheinlich (mit andrer ablautstufe und abweichendem suffix) gr. ὅπλον (meist im pl. ὅπλα) dazu, falls es für Ϝοπλον steht, gerät, werkzeug, waffen. die vergleichung wird namentlich durch die bedeutung empfohlen, da wir bei waffe auch auf eine grundbedeutung wie 'gerät' zurückzugehen haben. was den labial in ὅπλα und got. wêpna betrifft, so ist eine vereinigung möglich, wenn man annimmt, dasz das p des germ. wortes vereinfacht ist aus pp (vgl. auch die nebenform wâppen unter 2) und dies unter dem einflusz des n-suffixes aus B (nach Verners gesetz aus idg. p) entstanden ist. auf eine b-form im germ. (*wēBno-) führt vielleicht ags. wǽmn (mn aus bn?) neben wǽpn, ferner anord. (selten) vámn und das überlieferte wābnum im Hildebrandslied. die wurzel des wortes ist noch nicht ermittelt; zu skr. vap 'streuen, säen' dürfen gr. ὅπλα und waffe (etwa als 'wurfgeschosz') wegen ihrer allgemeinen grundbedeutung nicht gestellt werden. I@22) die form wâpen kommt als 'waffe' nicht nur im nd., sondern auch im älteren hd. vor; sie hat sich dann in der schriftsprache als wappen fortgesetzt, aber nur in einer abgeleiteten bedeutung des wortes. über das sprachgeschichtliche verhältnis von mhd. wâfen und wâpen sind die ansichten noch getheilt. meistens sieht man in wâpen eine entlehnung aus dem nd. oder ndl., die sich andren entlehnungen wie dorpære für dorfære, ors für ros in der ritterlichen sprache anreihen würde. für diese annahme spricht, dasz die p-form dem ahd. ganz fehlt, sie tritt erst um 1200 in der mhd. litteratur auf (vgl. den beleg aus dem Tundalus II, 2, b, γ). W. v. Eschenbach hat sie nach der handschriftlichen überlieferung seiner gedichte wol sicher gebraucht (obgleich in den reimen bei ihm nur wâfen steht) und fortan begegnet sie nicht nur in der ritterlichen dichtung, sondern auch in der prosaischen litteratur. trotz dieses späten auftretens könnte an hd. ursprung der form aus dem grunde gedacht werden, weil sie jetzt in hd. mundarten gefunden wird, und zwar nicht nur in der bedeutung 'wappen' (wo entlehnung aus der schriftsprache sehr nahe liegt), sondern auch in der von 'waffe, rüstung', so im hessischen Vilmar 433. Crecelius 893 und wol auch im mittelfränkischen (vgl. u. II, 2, a am ende); im pfälzischen weist wenigstens wopeschmid 'waffenschmied' Autenrieth 153 noch auf wapen hin. dasz die form wapen früher auch sonst in Mitteldeutschland volksthümlich war, wird dadurch wahrscheinlich, dasz sie sich hier vielfach in der allgemeinen bedeutung 'gerät, werkzeug, waffe', auch ohne jede beziehung auf das ritterthum, findet (vgl. die nachher gegebenen belege aus dem fränkischen, thüringischen, obersächsischen, schlesischen und preuszischen). wâpen aus wâppen (diese form ist bei Wolfram und sonst häufig überliefert) würde sich aus dem in den meisten md. mundarten geltenden gesetze erklären, dasz geminiertes pp im inlaut unverschoben bleibt, es entspräche also einem obd. *wâpfen; dagegen setzt wâfen vereinfachtes p voraus, das md. und obd. gleichmäszig zu f verschoben wird (wegen der doppelheit der formen vgl. mhd. scharpf — hessisch scharp — neben scharf). in Mitteldeutschland scheinen beide formen verbreitet gewesen zu sein (sie erscheinen z. b. im Athis beide im reim), später ist dann bis auf die angeführten reste (vgl. auch unten die belege aus dem 16. 17. jahrh.) wapen wieder verschwunden. dasz wapen auch in obd. sprache heimisch war, wie Kauffmann beitr. z. gesch. d. deutschen spr. 12, 526 annimmt, ist dagegen nicht wahrscheinlich; wenn auch eine lautliche erklärung für diese form als eine obd. möglich wäre (wapen, wappen müszte sich zu der vorauszusetzenden form wēBno- verhalten, wie knappe zu knabe), so spricht dagegen, dasz sich wapen als 'waffe' nirgends in obd. volkssprache findet (das a. a. o. angeführte schweiz. wāpe in dieser bedeutung existiert nicht), sowie die verwendung der form in der älteren litteratur, die sie doch als eine entlehnung der rittersprache erscheinen läszt. sie steht ungemein häufig für ritterliche rüstung und bewaffnung, aber überall wâfen daneben (in welchem umfang die dichter die form wâpen verwendet haben, ist schwer festzustellen, [] da es an reimen auf dies wort fast ganz fehlt); dagegen erhält sich bei der allgemeinen bedeutung (z. b. wâfen zucken über einen u. a. in rechtsquellen vorkommende wendungen) die ursprüngliche form. zu beachten ist auch, dasz bisweilen neben wâpen, als der rein litterarischen form, erläuternd wâfen steht: ob er aber wider heim gieng, und wappen oder waffen zuo trg und würd dar umb überwunden, der hat sines herren gnad verloren. stadtrecht von Arau 23, 2 Merz; und geschicht dann daz, daz ich stirb in dem streit, so beger ich nicht mer an dich, nur daz du mein pluttigi woppen und woffen pei dir stæt behaltest. gesta Romanorum 82 Keller. auch bei der abgeleiteten bedeutung 'wappen' wechseln anfangs die formen wâpen und wâfen; dasz später gerade bei diesem wort, wo von der ritterlichen rüstung auszugehen ist, sich die form wâpen festgesetzt hat, ist leicht verständlich. aber noch am ausgang des mhd. zeitraums beschränkt sich wapen nicht auf diese bedeutung, sondern erscheint auch oft als 'rüstung' (s. II, 2, a, α) oder 'ritterliche bewaffnung', namentlich in werken, wo sich ein zusammenhang mit der älteren mhd. litteratur zeigt, z. b. den prosaromanen des 15. jahrh., die auf ältere dichtungen zurückgehen; auch in der Ambraser handschrift ist das wort noch ganz gewöhnlich. daher bieten auch die glossarenicht nur die mitteldeutschennoch vielfach wapen: wappen, arma. voc. theut. (Nürnberg 1482) nn 1a (waffen nur als interj.); im voc. inc. teut. D 4b steht wapen (dies auch speciell als 'schild') neben waffen, ebenso im voc. pred. (Straszburg 1486) B 8a, im voc. opt. (Leipzig 1501) C 3b u. a. nur wapen. selbst Dasypodius 452a hat noch wapen auszziehen, exarmare (dagegen 451a wafen, gestamen, arma); Hulsius 273 verweist von wapen auf wafen. ebenso erscheint das p in ableitungen, die sich an wapen 'rüstung' anschlieszen, nämlich wapenen (noch nhd. wappnen neben waffnen) und wapener 'gerüsteter, geharnischter krieger', sowie in zusammensetzungen wie wapenrock. trotz dieser reste des mhd. gebrauchs scheidet man in der obd. litteratur im beginn der nhd. zeit im allgemeinen schon so wie jetzt zwischen waffen und wapen (s. II, 6) und in der allgemeinen bedeutung 'waffe' pflegt die letztere form nicht gebraucht zu werden. anders in Mitteldeutschland: wie bei älteren Ostmitteldeutschen kommt auch bei Luther in den originaldrucken wapen als waffe häufig vor (die Jenaer ausgabe läszt dafür waffen eintreten), zuweilen selbst in der bibel (2 chron. 23, 9. 1 Macc. 6, 6) und noch später bei Lindener: aber wann die pawren ain scharpffen spiesz, messer, beyhel, axt hetten, sagten sie: das ist ein sehr guot wappen, steck es in dem huoren-pfaffen! Katzipori 81 Lichtenstein. zuletzt findet sich wapen als 'rüstung' bei dem Hessen D. v. d. Werder. Stieler 2434 scheint allerdings noch wapen, arma zu kennen, doch scheidet er in seinen beispielen wapen und waffen in der jetzigen weise, ebenso Schottel und alle späteren wörterbücher. endlich ist noch die form wapfen zu erwähnen, die vereinzelt vorkommt. obgleich eine solche form an sich möglich wäre (pf aus pp nach â z. b. auch in krâpfe), scheint sie doch nur auf einer falschen verhochdeutschung von wapen zu beruhen, das als nd. empfunden wurde. im md. sachsenspiegel ist waphen geschrieben (ph sonst = pf), auch Diefenbach gl. 48c führt diese form an. Hulsius 273 hat wapfen neben wapen. sicher vom nd. wapen auszugehen ist bei Ringwald: on alle wapffen, spies und hack. christl. warnung (1590) K 7a; mordwapfen urkundenb. d. stadt Magdeburg 3, 702 Hertel. ebenso auch öfter in niederrheinischen quellen (für dialectisches wapen): axt beile und hëpen, wapfen oder wass sie (die baumfrevler) bey sich haben. urbare von S. Pantaleon in Köln 509, 3 (v. j. 1624) Hilliger; wehr und wapffen. volksbuch von den Heymonskindern (Köln 1604) 20 Pfaff; ihre schild und wapffen. Abr. a S. Clara reimb dich (Köln 1702) 277. Logau 2, 3, 42 hat wapfen aber = wappen, ebenso Spee gold. tugendb. 563. auffallend ist, dasz auch Steinbach wapfen kennt und zwar neben 'wappen' 2, 934, auch als 'waffe' (das geklapper der wapfen, strepitus armorum 1, 860); da aber der schlesische dialect, dem Steinbach die form entnommen haben könnte, gar kein inlaut. pf hat, wird sie auch hier nur falsch gebildet sein. I@33) auch der stammsilbenvocal unterliegt vielen schwankungen. im mhd. haben wâfen und wâpen eine länge; die öfters vorkommende schreibung wappen deutet nur die erhaltene geminata an, die kürze entwickelt sich hier erst später (s. das nähere unter wappen). ebensowenig darf aus der allgemein üblichen schreibung waffen auf eine kürze geschlossen werden. für das â treten mundartlich andere vocale ein: schwäbisch erscheint wauffen, die form [] woffen besonders niederalemannisch (in den Basler und Straszburger chroniken, bei Keisersberg) und md. (besonders in hessischen und thüringischen quellen, daneben wopen, woppen). noch bei Luther ist woffen häufig zu finden, in der Jenaer ausgabe steht es sehr oft (neben waffen) und im 8. bande sogar durchgängig. in der bibel steht meist waffen, doch auch woffen (1 Sam. 13, 2. 2 chron. 23, 10. 32, 5. Nehem. 4, 17. ps. 35, 2. Jud. 14, 2. Hesek. 26, 9. Joel 1, 8. Micha 5, 5. 1 Macc. 7, 44). in dem liede ein feste burg ist unser gott führt der reim auf woffen (: betroffen). später finden wir woffen noch bei Melissus psalmen 59 neudr. (: hoffen, an den übrigen stellen aber waffen), um 1600 in Fuchs mückenkrieg 1, 881 Genthe (: hoffen) und gelegentlich selbst im 17. jahrh. (querwoffen Zehner nomencl. 1622. 464). ob Luther das wort noch mit länge gesprochen hat, ist fraglich, denn die kürzung scheint md. sehr frühzeitig begonnen zu haben. Melissus, dessen weibliche reime quantitativ genau sind, reimt waffen, woffen auf kürze; auch Zesen im reimverzeichnis des deutschen Helicons (1641) L 5b läszt waffen auf kürze reimen. dagegen ist im obd. der vocal noch jetzt lang (schweiz. wāfe Winteler 58. Bühler 1, 204, schwäb. wfe, bair. wāffen Schmeller2 2, 862). für die ältere zeit wird öfter durch die schreibung waaffen die länge des vocals festgestellt, so bei Maaler 478d (darnach bei Junius 199a), im Amadis 404 Keller, bei Fischart dicht. 3, 344, 22 Kurz, Sebiz feldbau 569, Forer fischb. 186b und noch im 18. jahrh. in den österr. weisthümern 2, 45, 40. auch der Oberschlesier W. Scherffer hat in seinen gedichten (1652) 223 u. ö. waafen. durch den reim wird auch zuweilen die länge erwiesen, so im 17. jahrh. bei dem Elsässer Rompler v. Löwenhalt: allweil des höhsten hand den unglückhaften wafen ohn ablasz noch verhängt, das arme land zu strafen. reimgetichte 161, bei Scherffer (s. unten II, 3, a) und noch im 18. jahrh. bei dem in Basel lebenden Drollinger: er wacht, damit wir sicher schlafen; erhält sein volck durch witz und waffen. gedichte (1745) 20, wozu der herausgeber J. J. Spreng die bemerkung macht, dasz der reim einem Schlesier oder Sachsen wol anstöszig erscheinen werde, doch müsse jedem erlaubt sein nach seiner mundart zu reimen. die herrschende form ist waffen schon seit der mitte des 17. jahrh.: Schottel und Stieler, die ff nur nach kürze setzen, erweisen sie durch ihre schreibung, ebenso die späteren. I@44) das wort erscheint ursprünglich nur als n., der übergang zum fem. gehört erst der neueren zeit an. ganz vereinzelt erscheint das wort als m.: österr. weisth. 4, 296, 20 (s. den beleg u. waffenschliffstein, ebenda 1, 202, 7 steht der wappen in der bedeutung von harnisch); wo sie kein andern (aber 1580 ander) woffen hetten. Luther 8, 59a. das n. (das bei wappen überhaupt geblieben ist) findet sich jetzt noch in den meisten hd. mundarten, die das wort als sing. (meist nur in der bedeutung werkzeug) überhaupt kennen. Bühler 1, 204. Hunziker 284 (meist f). Schmeller2 2, 862 (fem. in Basel Seiler 318 und Colmar Henry 234). auch hessisch heiszt es das wopen Vilmar 433. Crecelius 893, oberfränk. waffm (archiv 20, 192) und auch im nd. ist wapen neutr. Woeste 315. auffallend ist, dasz waffen als neutraler sing. sehr frühzeitig aus den wörterbüchern verschwindet, das wort wird in den deutsch-lateinischen wörterbüchern dem lat. arma gleichgesetzt, also als plur. genommen, so ausdrücklich schon bei Maaler 478d die waaffen, armatura, arma. Stieler 2434 und Frisch 2, 414 bezeichnen waffen als ein plurale tantum. etwas anders wird in den deutsch-französischen und deutsch-italienischen wörterbüchern verfahren, da in diesen modernen sprachen der sing. arme vorlag. Hulsius 273 der waffen, arme gibt, mag das deutsche wort noch als n. empfunden haben, Krämer 1203 dagegen bezeichnet waffen, arme als f., setzt also einen mit dem plur. übereinstimmenden femininen sing. an, wieder andere begnügen sich mit dem plur., so Rädlein 1625 waffen, f., armes, armûre, harnois, so auch Ludwig 2363 waffen, arms, weapons, armour. ganz vereinzelt finden wir bei Rondeau waffen, arme, armure noch als n. sing., ein schuszfreyes waffen, corselet à l'epreuve. aus diesen angaben geht hervor, dasz ein sicheres gefühl für die form des sing. damals nicht mehr vorhanden war, weshalb von den meisten von dieser form ganz abgesehen wurde. trotzdem kommt das alte waffen als n. in der litteratur der zeit vor und in der dichtung ist diese form eigentlich nie völlig verschwunden: sie kommt bei den Schlesiern vor, im 18. jahrh. bei Bürger, und Uhland hat, allerdings wol hauptsächlich unter dem einflusz der altd. sprache, die form wieder aufgenommen: enthalte dich desz weins als eines giffts und fürnemmsten waffens des sathans. [] Albertinus Gusman v. Alfarche 228; kan mich kein waffen verletzen, dasz ich sterbe. Ayrer proc. 3, 1; und stetigs weine, wie dann solches gleichsam der weiber waffen ist. M. Zeiller episteln 2, 356; welches auch das beste schwert gewesen, so jemahln einiger ritter von der welt mag geführt haben ... und wurde kein waffen gefunden, welches vor demselben hette bestehen ... mögen. junker Harnisch 196; der stachel und waffen des todes, die sünde. Dannhawer catechismus-milch 5 (1671) 1033; gott und die warheit ist allein mein waffen. Höck blumenfeld 10, 5 neudr.; des tages trug sie stets, und nachts ihr volles waffen. D. v. d. Werder Ariost 18, 88, 5 (s. auch u. II, 2, a, α); gerechtigkeit sey euer schild, für dem kein feindlichs waffen gilt. Opitz 3, 109 (epist.); welch waffen hat mehr nutz, der degen oder schild? Logau 2, 101, 12; die mit glaubensschild sich hüten, kan kein waffen nicht betriegen. A. Gryphius (1698) 1, 511; dasz itzt ein fremder gott mein bestes waffen trägt. Hoffmannswaldau hochzeitged. 31; also sprach er und warf. Athene lenkte das waffen neben dem aug' in die nase. Bürger 224a (Ilias); Roland das schwerdt zur seite band, herrn Milons starkes waffen. Uhland ged.2 349; schaut an, was ich im walde fand! ein waffen stark und lange. 353; Galomir (den weg bezeichnend). nur da, und mir ein waffen! (er nimmt einem der knechte den kolben, ihn schwingend.) Grillparzer 6, 96 (weh dem, der lügt! IV); wozu auch ohne noth? er hat ein waffen, und jener andre steht, erwacht, ihm bei. 6, 108 (ebenda V); aller andern menschen waffen ist stahl und eisen, — aber euer waffen ist gebet und lobpreisen. Rückert werke 11, 561 (43. makame). der übergang zum fem. erfolgte, wie bei vielen andren wörtern, vom plur. aus; auszerdem mag das gleichbedeutende die wehr (mit dem waffe häufig verbunden ist) eingewirkt haben. ein sing. die waffen findet sich zunächst vereinzelt im bair.-österreichischen: wer ain sündl oder steckmesser verborgen ... trueg ..., dem soll das gericht dieselb waffen durch die faust schlagen lassen. österr. weisth. 8, 674, 45 (Grafenwerd 1433); wer ein weer oder waffen an die arbeit tregt, der ist dieselb verfallen. 8, 1114, 15 (Eisenstadt 1567); die ledigen knecht alhie sollen keine langen messer, pixen oder wehr im dorf noch zum wein tragen ..., wer das uberfehrt, ist von ieder waffen zu wandl 12 ₰. 8, 27, 34 (Bogen-Neusiedel, ende 16. jahrh.); die demuth ist die waffen wider des teufels list. gesangb. von 1660 bei Schmeller2 2, 862; so einer jemand mit einer tödtlichen waffen oder wehr überläufft. kayserl. kriegsrecht bei Böckler neue kriegs-schule 418 (nach der peinl. halsgerichtsordnung art. 140, wo es mit einem tödtlichen waffen oder weher heiszt); vgl. auch die waffen bei Krämer. auch das nd. hat einen solchen sing. schon frühzeitig: ein fem. wapene, wapen kommt schon um 1400 vor: ryther ... de tor wapen gheboren sint u. dgl. Schiller-Lübben 5, 596. Schottel gibt waffen, f., aber nur als plur. (= arma) an. die form die waffe ist den wörterbüchern bis auf Adelung unbekannt; auch dieser läszt den sing. nur für 'die höhere schreibart' zu. in der litteratur wird die form vor der mitte des 18. jahrh. kaum zu finden sein. Winckelmann, Lessing gebrauchen sie: Melpomene, die insgemein mit einer keule gebildet wird, den inhalt der tragödien aus der zeit der helden vorzustellen, deren gewöhnliche waffe eine keule war. Winckelmann 2, 499 (versuch einer allegorie, 1766 geschrieben); wie kömmt es denn, dasz dieses stroherne schild nur an meinem arme schlimmer als keines ist? an seinem aber für eine gar hübsche taugliche waffe passiren musz? Lessing 10, 170 (Anti-Gœze 1). IIII. bedeutung und gebrauch. II@11) wie bei gr. ὅπλα und lat. arma, so ist auch bei waffe von der bedeutung 'gerät' auszugehen. ein rest dieser bedeutung ist darin zu finden, dasz das wort noch jetzt das werkzeug des bauern oder handwerkers bezeichnen kann; an eine übertragene verwendung von waffe im gewöhnlichen sinn wird man bei diesen durchaus volksthümlichen ausdrücken schwerlich denken dürfen. die auffassung ist z. th. noch die collective, meist wird (vgl. die ähnliche entwicklung bei 'gerät') an das einzelne werkzeug gedacht. in Oberhessen kommt wapen in der allgemeinen bedeutung von handwerkzeug jetzt noch vor. Crecelius 893. diese bedeutung von waffe war in der handwerkersprache früher weiter verbreitet: waffen, die werkzeuge, damit die handwercksleute arbeiten. Rädlein 1024; hiernächst heissen unterschiedliche handwercke ihre werckzeuge waffen. Beier handw. lex. 463; [] in der weitesten bedeutung pflegen manche handwerker ihre werkzeuge überhaupt, auch wenn sie zur vertheidigung oder zum angriff völlig untauglich sind, waffen zu nennen. so müssen die kammmacher, die hutmacher u. s. f. zur verfertigung des meisterstückes ihre eigenen waffen haben. Adelung; waffen der bergleute, hierzu zählet man säbel, parthe und häckchen (häckel). C. F. Richter berg- und hüttenlex. 2, 604 (hier vielleicht mehr als abzeichen). ganz allgemein werkzeug (wobei an die meszinstrumente der aicher gedacht wird) ist es an folgender stelle: dieweil ... aber eim werckman onnutze ein gut waffen zu haben, das er nit brauchen kan, darumb wollen wir hiernach offenbaren, wie mann mit den gerechten und wolbereiten vysiruten ein ygklichs onbekant vasz vysiren, und seinen inhalt zuo erfaren lernen solle. Jac. Köbel vysirbuoch (Oppenheim 1515) D 2a. Waldis gebraucht es collectiv vom hirtengerät: der geisz er (Petrus) folget hinden nach: die stieg bald auff die berge hoch die scharffen felsen auff und nider ... das er ward offt schier gar entrüst und bald verlorn hett all sein waffen: so viel macht im die geisz zu schaffen. Esopus 4, 95, 249 Kurz. besonders findet sich waffe in der bedeutung scharfes instrument, eisernes werkzeug zum hauen, schneiden, stechen, also axt, beil, hammer, sense, schaufel u. s. w. so vielfach mundartlich: Schmeller2 2, 862. Bühler 1, 204 (auch sonst vielfach in der Schweiz). in Hessen wird axt und beil zusammen das wopen genannt. Vilmar 433. vgl. auch waffenschmied. auch in der älteren litteratur kommt diese bedeutung vor: alle die mit îsenînen wâfen arbeitent unde wirkent ... daz sint goldsmide, pfennincsmide und ander smide unde zimberliute oder îsenensmide unde swelher leie sie smiden künnen. Berthold v. Regensburg 1, 147, 8; Decyus und Valerianus, die vil manigen merterere zu himele santen, vil wol behouwen und geebenet mit allen den wâfenen, dâ mit sie sie immer gequelen konden. Leyser pred. 117, 18. s. auch den beleg aus Lindener (I, 2). von den werkzeugen der steinarbeiter: er gedâcht: wie sol ein waʒʒer sein immer gerinnen ûʒ einem stein, den nimmer dhein man mit dheinem wâfen niht kan gar zerbrechent sîn? Enikel weltchronik 8530 Strauch; alsô wil der heilant rein, daʒ ich die wend, die eckstein mit dheinem wâfen snîde ... under uns ist leider nieman, der dich des kunne bewîsen, daʒ du ân meisel und ân îsen die stein mügest ze samen füegen. 12109. vgl. auch steinwâfen Lexer 2, 1169. am häufigsten von den werkzeugen zum fällen und behauen des holzes, 'axt, beil': hietun sia thuo wirkianwâpnes eggion helidos mit iro handonhardes bômes kraftigna krûci. Heliand 5509; mac si sich doch mîner rede versinnen? nein si, niht, got enwelle ein wunder vil verre an ihr erzeigen. jâ möhte ich baʒ einen boum mit mîner bete sunder wâfen nider geneigen. H. v. Morungen minnes. frühling 127, 33; ze sînem werke er (Josef) dô greif, sîniu wâfen er dô sleif, wan er kunde snitzen. mit sô reinen witzen erwarp er sînen genist. K. v. Fussesbrunnen kindheit Jesu 2548 Kochendörffer; den tempel den dô stifte hie vor der künic Salamôn, der wart ân aller hamer dôn und ouch wâfen snit gemaht. Reinfrit v. Braunschweig 20863; siu leiten alle ir maht, wie siu die maget geslaht gewurfen von den (l. dem) sedel, der in der genâden tredel (l. wedel) âne wâfen wart verhouwen Martinun der frouwen und âne hant gemachet. Martina 147, 9; ein man, der einen garten hat, darinn ain fruchper schöner paum stat, kümpt einer und haut im darein mit seim waffen, so sol man in und (l. umb) das waffen straffen. fastnachtsp. 711, 29; eine mühl und die ich euch bauen wil, hilff gott! west ich wamite! het ich handgerethe und waffen scharff! bergreihen 12, 5 Meier; [] die banlúte ... hant das recht von des abbtes wegen, das si söllent varn an dem winnachte abende in die selben holtzer und söllent uff die wegene ston und söllent holtz howen, und was si do howent, do sol si niemant umb pfenden. entpfellet aber in das woffen, so söllent si es lossen ligen: häbent sie es uff, sú beschuldent einen frevel. weisth. 4, 241 (Elsasz 15. jahrh.); es soll auch kainem angesessnen, bestantsleuten, ingehäusen, auch vil weniger den hürten nit gestat werden, in bemelten pannhölzern mit fewr oder waffen, wie die sein mechten, nicht prennen oder schödigen, nicht vergebenlich niderhacken. österr. weisth. 5, 76, 20 (Tirol 16. jh.); vgl. auch (ascia) bipennis, zwerchaxt oder querwoffen. Zehner nomencl. (1622) 464. vom beil des metzgers: das ir keiner mortwafen in sinem huse furbasz mer haben oder an sinem libe tragen solle uszgenommen der waffen, damit ir iglicher sin fyhe slahten und berichten sol. codex diplom. Silesiacus 11, 180 (v. j. 1420). für die bedeutung 'sense' zeugt wenigstens der beleg aus Rückert, während an den beiden andren stellen vielleicht nur übertragener gebrauch des gewöhnlichen waffe vorliegt: auf, wackre dirnen, muntre brüder! nehmt eure waffen in die hand, und mäht die goldnen saaten nieder! Weisze kom. opern 3, 199; und wenn ich nur könnt waffe führ'n, als wie e fränkischer bauer. Rückert ges. ged. 3, 120 (1837); blond sind die ähren und sie sind reif ... schon hält der schnitter die waffe bereit. Grillparzer 1, 7. überhaupt von scharfen instrumenten z. b. denen des arztes: wi der arstit tut mitten wunden: is da dehein gelide sich under den gesunden unde geset er, daʒ eʒ niht mac genesin, so sal erʒ also gereit wesen, daʒ er (l. erʒ) mit sineme wafene ablose; eʒ machit anderiʒ allin den lib bose. Wernher v. Elmendorf 265; wär es auch, das dem pfärd ain waltenwachs überzwerchs entzway geschnitten wär mit ainem messer oder sunst durch ain anders schneident wauffen. Mynsinger von den falken 68 Haszler. II@22) abgesehen von diesen resten einer älteren gebrauchsweise geht waffe auf die ausrüstung des streitbaren mannes, zum zwecke des angriffs oder der vertheidigung, und zwar entweder in collectiver oder vereinzelnder auffassung. auf welche kampfwerkzeuge sich waffe angewendet findet, hängt von der bewaffnung, wie sie jeweils üblich war, ab; gelegentlich kann auch waffe von werkzeugen gebraucht werden, die nicht zur ausrüstung des kriegers gehören, aber doch im kampfe dienste leisten, wie einer keule, stange, einem stock u. dgl. im ahd. wird wâffen nach Graff 1, 785 glossiert, auszer durch 'arma', durch 'framea, romphea, telum', ferner durch 'gladius, mucro, machera, falx', sowie durch 'scutum'. in den ritterzeiten geht wâfen namentlich auch auf die panzerrüstung, die den körper des kämpfenden reiters einhüllt und den helm, sowie den schild, ferner auf die lanze und das schwert, sowie andere stosz- und hiebwaffen; dann auch die von den fusztruppen geführten spiesze und hellebarden, bogen und armbrüste und später die feuerrohre. im späteren mittelalter wird waffe durch wehr und gewehr, die aus der ursprünglich abstracten bedeutung auch die von 'waffe' entwickeln, immer mehr zurückgedrängt und in der landsknechtzeit ist wehr der gewöhnliche ausdruck, wenn von der bewaffnung des soldaten die rede ist. waffe erhält sich daneben als der allgemeinere ausdruck (während bei wehr bestimmter an die waffen des landsknechts, spiesz, schwert, feuerrohr, gedacht wird), deshalb findet es sich auch gern in übertragener bedeutung, ferner verbunden mit wehr (wehr und waffen, waffen und wehr) und besonders in festen verbindungen wie zu den waffen greifen. dergleichen wendungen, in denen waffen pluralisch steht, finden wir in der folgenden zeit reich ausgebildet, während der sing. so selten vorkommt, dasz er, wie oben bemerkt wurde, von den meisten wörterbüchern gar nicht erwähnt wird. Adelung kennt zwar waffe, aber (abgesehen von der waffe bei thieren) nur aus der höheren schreibart, die 'einem zwar an sich nicht unedlen, aber doch alltäglichen ausdrucke, dergleichen gewehr ist, dadurch ausweichen kann'. jetzt ist waffe auch der gewöhnlichen sprache wieder durchaus geläufig geworden. der grund liegt darin, dasz wehr als 'waffe' vom 17. jahrh. an wieder mehr zurückweicht und jetzt nur in der dichterischen sprache noch üblich ist und gewehr (abgesehen von verbindungen wie seitengewehr) auf die bedeutung 'feuerwaffe' beschränkt ist. wie völlig jetzt waffe in [] bezug auf die soldatische ausrüstung wieder eingebürgert ist, ergibt sich daraus, dasz es als 'waffengattung' gewisse heeresabtheilungen bezeichnet. ein unterschied gegen früher, der mit der veränderten bewaffnung zusammenhängt, besteht namentlich darin, dasz die bedeutung 'schutzwaffe' jetzt ganz in den hintergrund getreten ist. da waffe als sing. und plur. in ihrer entwicklung durchaus verschiedene wege eingeschlagen haben, empfiehlt es sich beide gesondert zu behandeln. II@2@aa) waffe als sing. II@2@a@aα) als die ursprünglichste verwendung darf die collective angesehen werden, obgleich sie aus den altgerm. sprachen nicht sicher nachzuweisen ist. dagegen ist sie im mhd. und auch im mnd. bei vollem leben, wenn auch in concurrenz mit der collectivbildung gewæfen (gewapen); von ihr ist auch begriff und wort 'wappen' ausgegangen. wâfen, wâpen bezeichnet die ritterliche rüstung, wobei allerdings besonders an das hauptstück der rüstung, den harnisch, gedacht wird, aber die übrigen stücke, helm, schild, die angriffswaffen, mit eingeschlossen sein können. deutlich erscheint der harnisch als ein theil des wâfens an folgender stelle: ob iuwer etelîchem daʒ kleit niht rehte stât, daʒ zuo dem wâpen gehœret, sô habet des mînen rât; eʒ hât mîn vrou Hilde vünf hundert brünne mit uns her gesendet; die geben wir der guoten ritter künne. Kudrun 1147. vgl. ferner: wan daʒ dervor ein ritter schein, bî rôtem wâpen unrekant. W. v. Eschenbach Parz. 398, 5; nû sach er gegen im rîten den selben rîter sâ zehant, der was dâ bî wol bekant: sîn wâfen daʒ was alleʒ rôt. W. v. Gravenberg Wigalois 80, 13, wo unter wâfen schild und lanze mitzuverstehen ist. mit ausdrücklichem einschlusz der angriffswaffen und des schildes: sie heten mit in brâcht aldar sîn ros und alle (alleʒ F) sin wâpen gar, schilt unde helm, swert unde sper. H. v. Freiberg Tristan 3218 Bechstein; ein rittir uf dem pferde saʒ nach groʒem werde, mit allem wopin wol gezcirt, in sulchir wis geformirt: einen helm he trug zcu vechtin, ein sper in sinir rechtin und was uf dem gevilde wol bewart mit schilde. schachbuch, zeitschr. f. d. alt. 17, 218, 9; er wâpent sich ritterlîch ... sîn wapen stuont im wol: wâpenrock, deck und zimier, helm, sper und elliu zier muost überdaht sîn mit einem guoten baldekîn. J. Enikel weltchronik 15932 Strauch. noch aus dem 16. jahrh. gehört vielleicht hierher: wir müszen drumb nit schlafen und andern luogen zuo; ein ieder rüst syn wafen, wann es von nöten thuo, dasz wir drinn können schlahen. Liliencron hist. volkslieder 4, 532, 16, und bei Luther: da rieff Abimelech eilend dem knaben, der sein waffen trug (vulg. armigerum suum, spätere ausg. seine waffen), und sprach zu im, zeuch dein schwert aus und tödte mich. richter 9, 54. deutlich bei Logau in collectivem sinn: wenn ein harnisch wäre gut für die zagheit, furcht und schrecken, wenn ein spiesz und eisern hut könten mut und hertz erwecken, ey was hätten die für zeit die ein solches waffen schlügen (schmiedeten)! 1, 13, 35. an folgender stelle scheint sogar wehr und waffen collectiv gebraucht zu sein: wann ein soldat sein wehr und waffen hinweg wirfft. schwedische kriegs-ordnung bei Böckler neue kriegs-schule 459. ein rest dieser zusammenfassenden verwendung hat sich in der (wol aus dem nd. stammenden) verbindung gerät und waffen bis auf die neueste zeit erhalten: verglichen sich mit dem könige, das sie möchten mit irem gerete und waffen frey sicher abziehen. Waissel chronik (1559) 212b; Stein war in jedem augenblick ganz und voll, was er war, er hatte in jedem augenblick sein geräth und waffen immer fertig, ganz und voll immer bei sich. Arndt wanderungen 64. sonst wird schon in der älteren sprache wâfen, wâpen überwiegend auf die panzerrüstung, den harnisch (zuweilen mit einschlusz des helms, so noch bei D. v. d. Werder) bezogen: [] sie hâten ir wâfen an. dar zuo helme und schilde. herzog Ernst B 2304; der het des wâpens abe getân, durch den luft, daʒ legt er anderweid nû an. Lohengrin 4698 Rückert; eine kappen wol gesniten die vuorte mîn herre her Tristan über allem sînem wâpen an. H. v. Freiberg Tristan 1940 Bechstein; daʒ harnasch man ir dar truoc ... diu frou gap im daʒ wâpen an. J. Enikel weltchronik 16017 Strauch; ir sült gên mir gewâpent sîn; sô wil ich durch die frouwen mîn blôʒ gegen iu rennen. mîn wâpen sol man erkennen: daʒ ist niht wan ein frouwen kleit, also bin ich zuo der tjost bereit. 28334; wilch wepener uf dy erden quam von den wunden pherden, der waʒ mit wapene so virladen, daʒ es ym hertlich quam zu schaden. Kirchberg chron. Mecklenb. 679, 19 Westphalen; wan du wilt zu dem strite gehin und tust an daʒ woppin din. Rothe ritterspiegel 3903 Bartsch; man saite, daz der bischof Engelbrecht von Colne dar hatte wol 1200 rittere unde 800 knappen mit wapine. sächs. weltchronik, sächs. fortsetzung 285, 29 Weiland; dat schepeken sluch mit em umme unde he vordrank in syme wapen. Lübeck. chronik 2, 514 bei Schiller-Lübben 5, 596. als 'harnisch' kommt das wort auch später noch vor und es ist beachtenswert, dasz bei dieser in der ritterlichen sphäre entwickelten bedeutung sich die form wapen (nach harnisch auch als m.) auch in Oberdeutschland lange erhalten hat: wir verpieten ... allen chnappen harnasch ze tragen, ân wem es der perchrichter sunder erlaubt; wer es aber daruber trait ..., der ist uns verfallen funf pfunt und des perchrichter ist der wappen. österr. weisth. 1, 202, 7 (Gastein 1342); darnach schick ich ... daz dann Görgen und Ulmann meinen czweyen sünen vorausz werden und gevallen sol aller mein harnasch und wopen. Ulm. Stromers testament, städtechr. 1, 206, 28 (v. j. 1406); des ersten gehOert dazuo, daz wir sient gewoppent zuo gantzem harnasch vom fuos uof untz an daz houpt mit solichen woppen oder harnasch, als unser ietweder gehaben mag. Basler chroniken 4, 156 (v. j. 1428); ich wil in ewrem wappen durch mein verhelen streitten. Füeterer Lanzelet 51 Peter; zerschnaid im die riemen von seinem wappen, so das helm und kürsit von im viel. 154; züch ab den Adam, leg an gots waapen ... nimm an dich den harnesch gotz. du gaast weerlosz, und soltest stryten, nimms schwärt in dhand, wie lang wilt beiten? Eckstein concilium 710 Scheible, was wie in der stelle aus den Basler chroniken auch plur. (s. 2, a, γ) sein könnte. übertragen von fester thierhaut: auch hat es eine art thierer, heissen dattu ... ist gewapnet allenthalben umb den leib her ... das wapen ist wie horn, schleusset auff einander mit gelencken wie harnisch. Hans Staden reisebeschreibung (1567) bei Vilmar 434. im 17. jahrh. gebraucht der Hesse D. v. d. Werder noch wapen, waffen als n. in der bedeutung 'panzerrüstung': dasz du mir sagtest zu, du woltst in diesem bach mir in gar kurzer zeit mein wapen werffen nach. Ariost I, 27, 4; den helm satzt er ihm auff, weil er die alte sitte auch hielt, dasz er allzeit in vollem wappen ritte. 59, 6; eins jeden wapen auch wol trefflich gut seyn must jn dem, dasz unverletzt blieb eines jeden brust. 62, 7; er sihet und erkentdesz kürasz schwere last, der da ihn wol ehe hatund er ihn wohl kont zieren ... er pflegte auch, wann esam meisten hatte prast und in der höchsten sachdiesz waffen stehts zu führen. erlös. Jerusalem 8, 49. er hat sich hierin an seine mundart angeschlossen, in der nach Vilmar 434 wapen, waffen in der bedeutung panzer, harnisch, noch am anfang des 19. jahrh. ganz gebräuchlich war: das nashorn hat eine dicke haut wie ein starkes waffen. schulmeisterbelehrung von 1808 ebenda. für diese bedeutung zeugt auch Rondeau, der das von ihm als n. sg. angesetzte waffen auch erklärt durch armure, corselet, cuirasse pour un piquier; ein schuszfreyes waffen, corselet à l'épreuve. jetzt ist die schon Adelung unbekannte bedeutung verschollen. vielleicht geht aber köln. wōp (mit offenem o) Hönig 170 wamms, rock, jacke darauf zurück (aus älterem mfr. wāpen). vgl. auch die collectivbildung hess. gewepel, menge von kleidungsstücken. Vilmar 449. [] II@2@a@bβ) abgesehen von der collectiven verwendung findet sich waffe, wenn es sich um den gattungsbegriff handelt, oder wenn es unbestimmt gelassen werden soll, an welche einzelart der waffen zu denken ist. II@2@a@b@11)) zi wâfane snellesô sint thie thegana alle. Otfrid 1, 1, 64; nû hâte dem risen geseit sîn sterke und sîn manheit, waʒ im wâfen töhte und wer im geschaden möhte: in dûhte er hete wâfens gnuoc an einer stange die er truoc. Hartm. v. Aue Iwein 5019; daʒ dî kundin strîtin sint kein den vîentlîchin hern und geûbit in wâpin wêrn: wan lutzil touc zu strîte ein man, der mit wâpene nicht enkan. Jeroschin 3077 Strehlke; herre got, du muozist in bescirmin vor wage unde for wafine, vor fiure, vor allen sinen fiandin. Wackernagel altd. predigten 78, 4; hastu so gar keine hoffnung mer ... in das waffen und zu dem streit? Murner Virgil m 3b bei Schmidt els. wb. 410; wo will ich speise finden, kleid und waffe? Göthe 4, 227 (Nausikaa); so steh' ich denn hier wehrlos gegen dich? die schöne bitte, den anmuth'gen zweig, in einer frauen hand gewaltiger als schwert und waffe, stöszest du zurück: was bleibt mir nun mein inn'res zu vertheid'gen? 9, 85 (Iphigenie 5, 3); die feder schlägt oft sichrer als die waffe. Grillparzer 7, 149 (bruderzwist 5). einen mit der waffe (nicht mit worten u. dgl.) bekämpfen u. dgl.: sô quement Români ouh ubar thaʒ,nement thaʒ lant allaʒ, joh ouh thes giflîʒent,iʒ îtalaʒ lâʒent; mit wâfanu unsih thwingent,oba sies biginnent; mit kreftigera hentiduent unsih elilenti. Otfrid 3, 25, 17; ob ir iemanne slaht mit dem wafene, so sult ir uch ouch hute, daz ir imanne slaht mit dem gemute. altd. predigten 1, 367, 31 Schönbach; unde sulden (die pfaffen) das crutze weder die Tartirn predigen unde den heiden wedir stehin mit dem gebethe unde mit dem woppen. Rothe düring. chronik 421 Liliencron; es taug nit alweg mit dem waffen, so bald mit bluotvergysz zuo straffen. J. v. Morszheim spiegel des regiments 704. mit der waffe dienen: were ok ihenich denstman, de unsem heren myd der wapene nicht en dende. Schiller-Lübben 5, 596. die neuere sprache hat mehrere hierher gehörige wendungen ausgebildet, so: einem mit der waffe genugthuung geben; von der waffe gebrauch machen; sich der waffe bedienen. auch: etwas als waffe gebrauchen: wie man die pflastersteine, die man in den juliustagen als waffe gebrauchte ... jetzt ruhig wieder einsetzt, damit keine äuszere spur der revolution übrig bleibe. Heine 5, 30 Elster. einschränkung des begriffs durch adjectiva: es sol ain yeglicher man (im zweikampf mit einem weibe) in ainer engen gruben stan, das er halber dar inne sey. scharffes wappen ist im nit frey. Gothaer hs. des Apollonius v. Tyrus bei Schröder Apollonius LXVII. jünger ist der begriff der blanken waffe, von schwert, spiesz, bajonett u. s. w. gesagt, während die feuerwaffe ausgeschlossen ist: wie die kanonenkugeln durch den zusammengekeilten menschenhaufen lange furchen zogen und dann die reiter mit der blanken waffe hineinschmetterten. Treitschke d. gesch.3 1, 552. II@2@a@b@22)) mîn houpt sî mir hiut stælîn, dehainer slaht wâfen snîde darîn. segen v. 24, fundgr. 1, 343; wan keiner slachte wâfen wirret mînem lîbe. Albr. v. Halberstadt 29, 12; jeder het ein baders-questen und ein scheflin, doch das eysen nur hültzin was, sunst het das gantze heer kein ander waffn noch weer. Hans Sachs 4, 201, 31 Keller; wann kein waffen auff gantzer erdt mag diesen trachen machen wundt, denn jenes schwert, thu ich dir kundt. 13, 358, 28 Keller-Götze; hat er ez getan mit spere oder mit armbrusten oder mit bogen oder mit mezzeren, oder mit swelhem waffen er ez getan hat: so ist ez daz selbe reht alse mit dem swerte. Schwabenspiegel cap. 277 Gengler; eyne wunde dy do gescheen [] ist mit eynem wofen. stadtrecht von Rudolstadt bei Michelsen rechtsdenkmäler aus Thüringen 210; das bey mercklichen peenen in denselben gesetzen begriffen nyemandtz eynich waffen oder were in die wirtshewser tragen solle. Nürnberger polizeiordnungen 53 Baader; der helm ist iu benennet niht, noch ander wâpen noch der schilt. W. v. Eschenbach Willehalm 161, 21; missehandelt ymand radmanne mit scheltworten adir kampf anbutet adir swert uff sie czuet adir andir wofen. Magdeburger fragen 1, 1, 19 Behrend; es soll iemants kain schwert oder ander waffen in frevel zugken. österr. weisth. 8, 430, 1 (Haselbach, ende 16. jahrh.); ab eyn man gewond worde und schrege daz mit geschreychte unde begriffe her den fredebrecher vor gerichte und begriffe om daz wapin in der hant, do mete her dy untad gethan hette. Glogauer rechtsbuch bei Wasserschleben sammlung deutscher rechtsquellen 1, 35; und stellet alles volck, einen jglichen mit seinem woffen in der hand, von dem rechten winckel des hauses bis zum lincken winckel. 2 chron. 23, 10. vgl. auch die I, 4 gegebenen belege. einschränkung des begriffs durch hinzugefügte adjectiva: auch solt du mercken, ob das mit einem scharpffen oder stumpffen waffen gehawen oder geschlagen sey. Braunschweig chirurgie (1497) 14b; so einer jemandt mit einem todtlichen waffen oder weher überlauffet, anficht oder schlecht. peinl. halsgerichtsordnung art. 140 Kohler-Scheel; ein jglicher habe ein mördlich woffen in seiner hand. Hesek. 9, 1. dafür auch die zusammensetzung mordwaffen: mit eynem messir adir myt eyme andirn mortwofen. Kulmisches recht 3, 13 (s. 55) Leman; hanthafftige tat ist ouch do, do man deme manne swert, messir ader ander mordwaffin in der hand begrifft. Glogauer rechtsbuch bei Wasserschleben sammlung deutscher rechtsquellen 1, 27. II@2@a@gγ) waffe kann auch für eine einzelart eintreten, wenn es durch den zusammenhang deutlich wird, was für eine waffe gemeint ist. in der altgermanischen epischen poesie werden nach einem bekannten stilgesetz begriffe wie schwert, speer, schild u. s. w. häufig durch das allgemeinere waffe variiert, das dem specielleren wort folgen oder vorausgehen kann: þæt ic on wáge geseahwlitig hangian eald sweord eácen(oftost wísode winigea leȧsum),þæt ic þý wǽpne gebræd. Beowulf 1664; nolde ic sweord beran, wǽpen tó wyrme. 2529; wód þá wíges heard, wǽpen up ahóf, bord tó gebeorge. Byrhtnoth 130; thuo gêng im ên thero fîondo tuo an nîð-hugi,druog negelid sper, hard an is handon,mit heru-thrummeon stak, liet wâpnes ordwundun snîðan. Heliand 5708. in der mhd. dichtung kommt diese wiederaufnahme oder vorwegnahme des einzelbegriffs durch den gattungsbegriff auch vor, am häufigsten bei swert: swanne der man vihtet, sîn wâffen ûf rihtet, sô chêret der manslech dem swerte daʒ ein ecke uber sîn selbes haupt. Diemer d. ged. 349, 1 (loblied auf den heil. geist); er hete ein swert, daʒ was guot, daʒ im den sin und den muot vil dicke tiurte sêre. sîn lop und ouch sîn êre, des half daʒ wâfen alle zît. Biterolf 119 Jänicke. doch auch sonst z. b. von einer streitaxt: des nam er unde lôste die twerchakes mit der hant. ab dem satel er si bant, dar an si was gestricket ... die wîle daʒ er ab entwap daʒ veige wâfen stähelîn, dô wart im ûf den rücke sîn von dem erwelten jungen der streiche vil geswungen. K. v. Würzburg Partonopier 5545 Bartsch. die neuere sprache hat sie, seitdem der sing. waffe wieder in allgemeinen gebrauch gekommen ist, häufig: Hedwig. was willst du mit der armbrust? lasz sie hier. Tell. mir fehlt der arm, wenn mir die waffe fehlt. Schiller 14, 340 (Tell 3, 1); doch wenn irgend ein Franzose ward ergriffen, zog der feldherr die pistolen aus dem halfter ... und, gespannt die waffe haltend, sprach er voll erbarmen dies. Platen 61 (verm. ged.); [] nun regt er sich, erwartet sein gebot! — er streckt die hand aus, breit und blutig roth, sie suchet seine flinte noch zu fassen; nicht will er von der alten waffe lassen, nicht in den tod. Chamisso ged.8 276; doch er (der alpenjäger) hebt' die waff' in händen, die vor ihm am boden ruht: sollst du heut nach haus dich wenden, ungeletzt von gemsenblut? plötzlich, weh! von pfeil und bogen wird er wieder fortgezogen. Rückert ges. ged. 3, 57 (1837); er trug einen mantel aus wolfsfell über ein mönchisch gewand, eine lederne tasche umgeschlagen, in der rechten einen speer. oftmals stiesz er die eherne spitze ins erdreich und stemmte sich am schaft, die waffe als bergstock nutzend. Scheffel Ekkehard 357; bot dem erstaunten sogleich eine hübsch aussehende armbrust dafür zum tausch an ... begierig griff der junge nach der waffe und spannte sie sogleich mit geschickter und kräftiger hand. G. Keller 5, 188; schnell risz sie ihm den spiesz aus der hand und wollte damit in dem wasser herumstechen ... als Dietegen sah, dasz sie die blankgeschliffene schöne waffe miszhandeln wollte. 5, 202; durch diese lücke sah ich einen knaben den arm schieben und auf den offizier ... eine terzerole abdrücken; die rostige waffe versagte. Vischer krit. gänge 4, 27. seltener sind fälle, in denen waffe ohne weiteres für einen einzelbegriff eintritt, da nach dem zusammenhang kein miszverständnis zu befürchten ist, so z. b. vom schilde (als holz bezeichnet): des paumes holz wirt sô hert wenn ez dürr wirt, daz die zweck, die dar auz werdent, etswenn durch ain wâpen dringent oder durch ain ander holz reht sam eisen. K. v. Megenberg 324, 16. namentlich in verbindung mit dem possessivpronomen: der ulan handhabte seine waffe (die lanze) mit gewandtheit; ihr (Venus) sohn legt neben sich sein fackel, pfeil und waffen (den bogen), schlieff unvorsichtiglich. Anonymus bei Opitz t. poemata (1624) 175. II@2@a@dδ) besonders häufig tritt in der alten sprache waffe für das schwert ein. das schwert galt als die hauptwaffe, da es am engsten mit dem helden verknüpft war, es begleitete ihn oft sein ganzes leben bei seinen kämpfen und wurde noch auf die nachkommen vererbt; die heldensage weisz viel von berühmten, mit namen bezeichneten schwertern zu erzählen. so variiert in der altgermanischen epik waffe den begriff 'schwert' am häufigsten und tritt auch auszerhalb der variation für 'schwert' ein: ist uns thaʒ girusti,brunia alafesti, joh ist uns helm ouh ubar thaʒjoh wâfan alawassaʒ. Otfrid 5, 1, 16 (nach Ephes. 6, 17 galeam salutis assumite et gladium spiritus); dîn selbun sêla durhkat wâffin (gladius). Notker ps. 104, 18; wie rehte hêrlîcheer ze herbergen reit! sîn gêr was vil michelstarc unde breit: im hie ein zier wâfennider ûf den sporn: von rôtem goldeder hêrre fuorte ein schœne horn. Nibel. 892, 3; ouch fuort er Balmungen,ein ziere wâfen breit. 896, 1; dô truoc er ob der brünneein wâfen alsô breit, daʒ ze beiden eckenvil harte vreislîchen sneit. 1472, 3; der snelle degen küenevon dem tische spranc: er zôch ein scharpfeʒ wâfen:daʒ was michel unde lanc. dô sluoc er Blœdelîneeinen swinden swertes slac, daʒ im daʒ houbet schierevor den füeʒen lac. 1863, 4; er fuorte ein wâfen guot genuoc, Welsunc sô was daʒ genant ... eʒ was scharf und ouch vil breit. Biterolf 560 Jänicke; künec Gunther von dem Rîne,der degen wolgemuot, zôch von sîner sîtenein wâfen (ein swert D), daʒ was guot. rosengarten D1 12, 7 Holz; bie der vergAess seins zornes val und stiess durch parmung în sein veintlîch waffen, das er über uns gezogen hât mit scharffer sneid und grausselîchem spitze umb unser grôsse missetât. Oswald v. Wolkenstein 18, 8, 4 Weber. dies wafen kommt auch in der mhd. prosasprache vor; vereinzelt begegnet es (im anschlusz an die ältere bibelübersetzung) selbst bis ins 16. jahrh.: daz her Lamprecht mit dem plossen waffen (coltello) also übel ze muote über unser stiegen abe get. decameron 437, 18 Keller; sy hielten die amplen in den lincken henden, und in den gerechten dönten sye mit den hörnern, und schryen: das waffen des herrn und Gideonis. Koburgers bibel, richter 7, 20 (vulg. clamaveruntque: gladius domini et Gideonis. Luther: hie schwerdt des herrn und Gideon); die sünder haben auszgezogen das waffen, sie haben gespannen iren [] bogen. ps. 37, 14 (vulg. gladium evaginaverunt peccatores. Luther: die gottlosen ziehen das schwert aus); wann sy scherpfften ir zungen als ein waffen. ps. 64, 4 (vulg. quia exacuerunt quasi gladium linguam suam. Luther: welche ire zungen scherffen wie ein schwert); ain bott kam tzu Job und verkunt im, wie die Sabey im hetten genomen all sein ochszen und esel und die knecht erschlagen mit dem woffen (pueros percusserunt gladio. Hiob 1, 15). Keisersberg predigen teütsch (1510) 7c; stat nit hernach (m. 13) 'der gewalt trägt das waffen nit umb sunst?' da maint er das schwert des weltlichen gewalts. Schade satiren 2, 141, 12. II@2@bb) waffen als plur. II@2@b@aα) es weist im allgemeinen auf werkzeuge zur vertheidigung oder zum angriff, wie sie der krieger zu tragen pflegt, hin, so dasz es unbestimmt bleibt, an welche oder wie viele arten von waffen zu denken ist: sie quâðun thô that sie ni môstinmanno nigênum an thea hêlagon tîdte hand-banon werðan mid wâpnun an themu wîh-dage. Heliand 5202; er santa man managemit wâfanon garawe, joh dâtun se âna fehtamihila slahta. thiu kind gistuatun stechan. Otfrid 1, 20, 3; die wunden sluoc der Minnen hant. eʒ ist der wunde alsô gewant, si wellent daʒ si langer swer dan von swerte ode von sper: wan swer von wâfen wirt wunt, der wirdet schiere gesunt. Hartm. v. Aue Iwein 1551; dar mit (mit dem stahl) scherpft man wâpen und andreu dinch. K. v. Megenberg 479, 30; wer den andern blutrunstig macht ane wofen. stadtrecht von Rudolstadt bei Michelsen rechtsdenkm. aus Thüringen 210; ward kein schwert noch spies funden in des gantzen volcks hand ..., on Saul und sein son hatten woffen. 1 Sam. 13, 22; und Joiada der priester gab den obersten über hundert, spiesse und schilde, und wapen des königs Davids, die im hause gottes waren. 2 chron. 23, 9; da nun Judas zu sich genomen die schar ..., kompt er da hin, mit fackeln, lampen, und mit waffen. ev. Joh. 18, 3; das niemand wehren, waffen oder geschos über hand führen solte ausserhalb den rittermessigen leuten. Schütz Preuszen 97a; milde und freundligkeit, so mehr als die waffen thun. M. Zeiller episteln 2, 333; die führen heimlich spitzge eisen mit, die man geschwind kann an die stäbe stecken, denn niemand kommt mit waffen in die burg. Schiller 14, 334 (Tell 2, 2); an des Ätna flammenkesseln von der werkstatt qualm umrauscht, schmiedet er (Vulkan) das erz zu waffen, die er selber nicht gebraucht. Rückert werke 7, 285. II@2@b@bβ) der begriff kann im zusammenhang eine genauere bestimmung erfahren; er schwankt dann zwischen der allgemeinsten auffassung als 'verletzende gegenstände' und engerer begrenzung nach der jeweiligen bewaffnung: wirfet einer einen mit einem steine oder mit andren waffen. weisth. 4, 383 (Schweiz 14. jahrh.); swa ouch ein burger den andern an louffet in der stat mit gewaffender hant, ane schiter, ane steine und ane solche waffen. Züricher stadtbücher 1, 75 Zeller - Werdmüller; ez sol niemant, er sey armer oder reicher, bey der nacht chainerlay waffen nicht tragen, weder pantzier, hantschuoch noch hauben. Münchener stadtrecht 240 Auer; swert und stechmezzer und alle vorboten wer und harnasch und wapen, wi es alles genant ist, sol vorboten sein den armen und richen. Altprager stadtrecht 27 Röszler (statutarrecht § 37); so die waffen, als hagken, spiesz, armbrost, messer und ander wer, verpoten werden, sol die niemand tragen. österr. weisth. 8, 72, 40 (Pirawart 1512); die Pheacenser gehen nicht mit pfeilen, armbrosten, köchern und dergleichen waffen umb. Schaidenreiszer Odyssee (1570) 76b; armbrust, spiesz, messer und andere waffen seind erlaubt ..., auszgenohmen verbottene wehren, alsz wurfhacken, creüzhacken, auch die pleien kuglen. österr. weisth. 7, 865, 2 (Siefering 1665); es soll sich niemand unterfangen, gewöhr, pixen, stächl, wurfpeil und andre ohngezimende waaffen, dann auch keine silberne, mössingeneraufring zu tragen. 2, 45, 40 (Kufstein 18. jahrh.); da sahe man hunderterley wehr, schwert, dolchen, federspies und speer, handbogen, armbrust, landsknechtsdegen, fausthammer, welch die reuter pflegen zu führen, hellparten, scheffelein, und was sonst mehr für waffen seyn. Fuchs mückenkrieg 1, 970 Genthe. [] II@2@b@gγ) es kann auch zusammenfassend auf mehrere waffenstücke gehen, wie sie zur ausrüstung des kriegers gehören: si hant gude wapen unde gewant. Tundalus 73 Kraus; dô sprach aber Rüedegêr:'ê wir rûmen daʒ lant, wir müeʒen ê bereitenwâfen unt gewant, alsô daʒ wirs êrevor fürsten mügen han. ich wil füeren zuo dem Rînefünf hundert wætlîcher man.' Nibel. 1095, 2; an dem sibenden morgenvon Bechlâren reit der wirt mit sinen recken.wâfen unde kleit vuorten si den vollendurch der Beire lant. 1114, 2; er sprach: 'ich wil iuch wærlîch hêrlich ze ritter machen und ze aller slahte sachen wil ich iuch bereiten wol, als dann ein ritter haben sol, des wiʒʒent die wârheit, ros. harnasch, wâfen unde kleit.' Wigamur 1317; der wirt sprach: 'balde wâpen her! wâ nu schilt unde sper?' er wart vil schiere an geleit. H. v. Freiberg Tristan 6147 Bechstein; wo der lute arbeid ist groʒ und die woppin swer zu tragin ... do werdit von daʒ her gar cleine. Rothe ritterspiegel 3602 Bartsch; sô man zu velde liet oder vert mit den wâpenen. statuten des deutschen ordens 99, 3 Perlbach; da er (Ajax) begert im gewer und harnesch Achillis zegeben, nach dem Apollo der abgott zuo verstön gab, sölche waffen solten zuogehören dem der Achilli allerglychest were. Riederer spiegel der rhetoric 27b; sanct Paulus hatt Ephes. ult. vier gotlich wapen beschrieben, eyn schwerd, eyn helm, eyn pantzer, eyn schilt. Luther 7, 621, 10 Weim. ausg.; die weyl du unterschiedlich drey wapen nympst, das schwerd, den spiesz, den degen. 7, 641, 2; die waffen noch die menge des volcks versichern das hertz nicht, sondern eine gute sache. Böckler neue kriegs-schule 20; für allen dingen hielt er die waffen hoch, sein schatz dasz war ein schwehrt, spiesz', harnisch, büchsen und ein wolgeschmücktes pferd. Rist Parnasz 23. durch waffen in verbindung mit dem possessivpronomen wird die waffenrüstung des einzelnen bestimmt zusammengefaszt: her wâpen sî geviengen, swert, bogen ende spere. H. v. Veldeke Eneit 4682 Behaghel; do wart künig Adolf erschlagen, man enwüste wie, wand er dri in sine wafen hette gewefent. Closener, d. städtechr. 8, 61, 5; abir ob ein sterkir kuomet uber en und en ubirwindet, sô benimet er sîne wâpin allesament, in den her getrûwite. Matthias v. Beheim, Lucas 11, 22; der soldan ... irslug da tusent unde funfhundirt cristen ... unde nam da vir tusent mannen ir wopen unde vil arnbrste. sächsische weltchronik, thüringische fortsetzung 297, 37 Weiland; saczt seinen helm und ander sein wappen neben sich. Füeterer Lanzelet 284 Peter; ein soldat soll seine kleider und waffen so viel immer müglich sauber halten. Böckler neue kriegs-schule 26. wie bei dem sing. waffen, so kann auch hier der gedanke an das hauptstück der rüstung, den panzer, in den vordergrund treten (vgl. oben II, 2, a, α): sine ritterliche stritkleit, sine wapen ich meine, die lagen da gemeine und darzu sper und schilt. passional 160, 15 Köpke; obe den wapenen er truc einen mantel, als im gezam. 593, 72; wir wollen ouch, daz die brûdere haben wâpene nâch der gewonheit des landes, daz sint plâten adir panzir, aber swebische plâten sal niemant vuren. statuten des deutschen ordens 148, 8 Perlbach; won des kunges von Nubia wappen warend von einer hand wurmen hütten heissent mussusel, und mag kein stachel noch ysen noch kein geschmid dür sy komen nach keiner hand dinges den allein der adamast. volksbücher 160, 34 Bachmann-Singer (heil. Wilhelm); die Phenizier ... waren also gerüst: auff irn hauptern mitt griechischen helmen, sy haben leynen wappen (θωρηκας), prungi(?), geschitz, pfeyl und kain schilt. H. Boner Herodot (Augsburg 1535) 107b. entsprechend ohne waffen 'ohne bewaffnung, ohne rüstung': niemant begêt den strazroup wan ... an pfaffen, ob si pfefflichen varen an ir hare, daz si beschoren sint als pfaffen, und pfeflichiu kleider an füerent und ân gewæfen und âne waffen varent. Schwabenspiegel, landrecht 39, 2 Gengler; [] der marschalc ensal âne des meisteres urlop die brûdere gewâpent noch âne wâpen von deme here niht senden. statuten des deutschen ordens 114, 5 Perlbach; schilt und ors was im bereit. nû dunket mich diu gnendekeit lobelîch unde grôʒ, daʒ er âne wâfen blôʒ und sellelôs ze velde kam, wan daʒ er fünf knaben zuo im nam. der ieglich fuorte driu sper. Hartm. v. Aue Erec 2505; ich fräulein zart musz streifen, ohn' wehr und waffen schweifen. Uhland ged.2 247. die bedeutung 'rüstung' (auf die die wörterbücher hinweisen, wenn sie waffen pl. durch armatura, armure u. s. w. wiedergeben) tritt auch in in waffen, unter waffen und andren verbindungen hervor, s. unten 2, c. II@2@b@dδ) waffen wechselt häufig mit wehr oder wird damit verbunden. am häufigsten ist wehr und waffen: dem schulthessen geburen alle wher und wafen damit gefrevelt wirt in der stad. Michelsen rechtsdenkm. aus Thüringen 352; dasz er (der landsknecht) sein harnisch, wehr und waffen rüstig halte. Pape im theatrum diabolorum (1587) 2, 174b; hat Salem ... wohl bewehrt, bewaffnet und schön mundierte mannschaft gehabt, die man ... in dem closter beschriben, wehr und waffen beschawet, gemustert, getrüllet und abgericht. Bürster schwedischer krieg 7 v. Weech; da jeder sich auf eigne kosten ausrüsten muszte, so konnten die ärmeren, vollends die proletarier, jene wehr und waffen nicht haben, ohne welche sie ihren reicheren standesgenossen die spize nicht bieten konnten. Niebuhr m. gesch. 1, 527. auch gewehr und waffen: sölle auch keiner zu diesem geschenkten hantwerk angenommen werden, er sei dan mit seinem bürgerlichen gewehr und waffen nach notturft versehen. Krumbholtz gewerbe der stadt Münster 446 (v. j. 1607). seltener wird waffen vorausgestellt: dar zu fussvolks mer dann 1500 man, die auch wopen und wer heten. Stromers Nürnbergische chronik, städtechr. 1, 46, 1; mit yren wapen ind gewer dat raithuyss ... zo verwaren ind zo hoeden. acten z. gesch. d. stadt Köln 2, 417, 27 Stein (v. j. 1467); welcher reuter von einem andern pferd, sattel, waffen und gewehr entlehnet. Böckler neue kriegs-schule 466, mit eigenthümlicher beschränkung auf ein stück der bewaffnung (waffen vielleicht hier singularisch zu nehmen): er schlich umgürtet mit waffen und wehr so leise so lose, wie nebel, einher. Bürger 61a (des pfarrers tochter v. Taubenhain). II@2@b@eε) der begriff 'waffen' kann durch hinzutretende adjectiva oder in der zusammensetzung nach verschiedenen seiten hin eingeschränkt werden. an waffen in seiner weitesten bedeutung knüpft an tödliche waffen, schon in der älteren sprache: von verwürffung und angriffung thödlicher waffen. wo zwo personen .. mit thötlichen wehren einanderen angriffent. stadtrecht von Brugg 209, 31 Merz (1620); tötliche waffen, armes meurtrières. Rondeau. ähnliche begriffe: ire schwerter sind mordische woffen. 1 Mos. 49, 5; uont hạt ym schon berait rechtschaffen dOetlich geschos, sterbsame waffen. Melissus ps. 7, 14 (29 neudr.), in der prosa: unt beraitet ym dOetliche waffen; woferr dann ein solcher (wilderer) kein bürschbüchsen oder handrohr, sondern andere mörderische waffen, als wurfcreuz, beihel, würfkugeln u. dgl. mit auf die hölzer trage (in den wald nehme). würtemberg. ordnung von strafen der wilderer 1651 s. 13, art. 7; ain vogt oder ain statthalter mag ouch lassen pieten, ob es nott wurd, daz nieman, er sig frömbd oder haimsch, dhain armbrust, spies oder helbarten, weder schwert, messer noch sunst dhainerlay sorgklicher waffen zu dem ring des gerichtz trag. weisth. 2, 195 (Toggenburg 1469); schädliche waffen, perniciosa arma. Steinbach 2, 916. gefährliche waffen: wer es, das iemant ... bi nacht off der gassen one liecht und mit geverlichen waffen oder were betretten wurde. oberrhein. stadtrechte 1, 496 (Heidelberg 1466). verbotene waffen: das sich auch weder angesessen noch ledig gseln bei nechtlicher weil mit ungebürlichen wern noch sunsten verpotnen wafn und panzer ... auf der gassen ... nit betreten lasz. österr. weisth. 1, 5935 (17. jahrh.). jetzt versteht man unter verbotenen waffen solche, die im kriege unter civilisierten nationen nicht zugelassen sind. Krünitz 232, 334. nach dem gebrauche der waffen unterscheidet man zunächst vertheidigungs- und angriffswaffen, gewöhnlich als schirmwaffen (schon ahd. scirmwâfan) oder [] schutzwaffen (Krämer 1203) und trutzwaffen unterschieden. auf beide gruppen bezieht sich die scheidung in leichte waffen und schwere waffen (z. b. beim kürassier). die angriffswaffen erscheinen nach der art ihrer verwendung als scharfe waffen und stumpfe waffen (z. b. meist beim mittelalterlichen turnier); speciell vom schwert, dolch u. dgl. gilt schneidende waffen: die fuoszknecht söllent ... sein bewart mit harnasch und lang lantzen und schneident waffen haben. städtechr. 22, 293, 36 (1456). aus der scheide gezogen heiszen sie blosze waffen, auch gezogene waffen: hânt jene, die da mit gewesen sint (beim anfall), weder gestozen noch geslagen, noch ... jenen gehabet, der da wunt ist worden: so sint si der wunden unschuldic. hânt si aber bloziu waffen da gehabet, da mit hânt si gefrevelt. Schwabenspiegel landr. cap. 260 Gengler; die das land Assur verderben mit dem schwert, und das land Nimrod mit iren blossen woffen. Micha 5, 5; er ... entblösste dasselbe (schwert), und schwunge es als im kurtzweil herum. der kaiser ... untersagte ihm diese kurtzweil, mit vermelden, es wäre hie nit der ort, mit entblössten waffen zu spielen. J. Tob. Weller deutscher adler (1666) 300; ab eyn man deme andirn (wege-)loge tete mit geczogenen wofen. Magdeburger fragen 3, 5, 1 var. (im text: mit eyme geczogenen swerte); wer des nachts auf der gassen begriffen würd mit geladnen armbrosten oder mit gezognen waffen. österr. weisth. 7, 897, 26 (Oberdöbling 16. jahrh.). nach dem gebrauch unterscheidet man zunächst nahwaffen und fernwaffen, ferner wurfwaffen, stechwaffen (Krämer 1203), hiebwaffen, schlagwaffen, stoszwaffen. blanke waffen vgl. II, 2, a, β: von blanken waffen kommen im handel vor: degenklingen (rücken- und stichklingen), säbelklingen, hirschfängerklingen und dolche. Schedel waarenlex. 2, 643; man faszt unter dieser benennung (blanke waffen) die säbel- und degenklingen, bajonette, rapiere, dolche und lanzen zusammen. Karmarsch-Heeren3 10, 198; zwei schwadronen husaren fielen hierauf mit blanken waffen in einem verderblichen stosze auf die wehrlose menge. Gervinus gesch. des 19. jahrh. 4, 110. eine besondere gruppe bilden die feuerwaffen, bei denen man wieder die gezogenen waffen unterscheidet: vor den feldzügen von 1866 und 1870 war die theorie noch zu keinem abschlusz gelangt, welchen einflusz die gezogenen waffen auf die taktik ausüben werden. G. Köhler entwickelung des kriegswesens 3, 2, s. III. II@2@b@zζ) wie bei dem sing. waffe gezeigt worden ist (2, a, γ), kann das allgemeine wort im zusammenhang auch für einen einzelbegriff stehen, was auch beim plur. vorkommt, z. b. die reiter ergriffen die lanzen und lieszen die waffen in der sonne blinken. in der älteren sprache hat sich auf diesem wege die bedeutung 'schwert' eingestellt, die auch beim plur. vorkommt: heuwun harmlîccohwîtte scilti unti im iro lintûnluttilo wurtun giwigan miti wābnum. Hildebrandslied 68; dô sâʒen aber râwendie von Burgonden lant, diu wâfen mit den schildensi leiten von der hant. Nibel. 2016, 2; diu snîdunde wâfensi truogen an der hant. 2146, 3; bêdenthalben klungen den recken an den handen diu wâfen ûf den randen. Biterolf 3598 Jänicke; und si sprachen: herr, sich, hie zwei waffen. cod. Teplensis, Luc. 22, 38 (vulg.: ecce duo gladii hic. Koburgers bibel 1483: zwey schwert). II@2@b@hη) vereinzelt von belagerungswerkzeugen: er wird mit böcken deine mauren zustossen und deine thürne mit seinen woffen umbreissen. Hesek. 26, 9. ferner von den vertheidigungswerken einer festung (wofür sonst wehr steht, das sich mit waffen mischt): wenne die stette dozuomole kleyne worent und nüt werhaft mit graben, muren, turnen, woffen und gezüge, also sü nu sint. Closener, städtechr. 8, 375, 7. II@2@b@thθ) im weitesten sinn kann die waffen für alles stehen, was zur ausrüstung eines heeres für vertheidigungs- und angriffszwecke notwendig ist: wie man einen wohlgelegenen ort zu einer vestung erwöhlen, mit einer guten guarnison, genugsamen waffen, artilleria, munition und proviant versorgen und auszstaffiren solle. Böckler neue kriegs-schule 770. II@2@cc) an den plur. die waffen (häufig in verbindung mit wehr) schlieszen sich eine grosze zahl von festen verbindungen an. II@2@c@aα) die waffen als subject in verbindung mit einem verbum: die waffen leuchten, flammen, blitzen, blinken u. dgl.; da stand in weiter ebene vor uns der feind, und waffen blitzten, da wir rückwärts sahn. Schiller 13, 212 (jungfr. v. Orl. 1, 9); [] zwar waffen blinken überall, doch nur zur lust der potentaten: man hört der stücke donnerknall, doch nur aus frölichkeit im glück vergnügter staaten. Gottsched ged. (1736) 57; weil ... der thürmer ... warnende zeichen gab, wenn er waffen im felde blinken sah. Th. v. Bernhardi jugenderinnerungen 26. bildlich: der name: gewaffnete vorreden war zwar damals völlig abgekommen; aber, der sache nach, lieszen sie in den ihrigen die waffen recht gut blinken. Klopstock 12, 89 (gelehrtenrep.); wohl dir! wohl dir! schon bist du trunken, und gram und sorge all versunken; wir (fässer) schützen dich, hier packt dich nicht ihr freches, quälendes gezücht, wir stehen fasz an fasz zusammen, wir lassen unsre waffen flammen. Lenau ged. 1, 212 (1857). die waffen zerbrechen: ein posten ist vakant! — die wunden klaffen — der eine fällt, die andern rücken nach — doch fall' ich unbesiegt, und meine waffen sind nicht gebrochen — nur mein herze brach. Heine 1, 430 Elster. die waffen rosten, verrosten, gern bildlich: die wâpin uns virrostin, soʒ niemin lêt sich kostin. die rittir virterbin, die nicht in wâpin werbin. Athis F 1; damit meine waffen nicht verrosten möchten, schickte er mich ... gegen die Maurer ... zu felde. Felsenburg 1 (1731), 519. andere der sinnlichen anschauung schon mehr entrückte wendungen, wie die waffen sind glücklich, ruhen, dringen vor u. s. w. s. unter 3. II@2@c@bβ) die waffen als object von einem verbum abhängig. II@2@c@b@11)) waffen tragen ist 'bewaffnet sein' und in übertragenem sinne 'dem kriegerberuf leben': der kaiser ruft im land und heiszt uns waffen tragen. Rückert werke 6, 215. mhd. wâfen tragen wird von dem jungen manne gesagt, der kriegstüchtig geworden ist und sich dem ritterlichen berufe widmet: nû was er in der sterkedaʒ er wol wâfen truoc. Nibel. 27, 1; dô der sô kreftic wart erkant, daʒ er sît in manegen tagen von kreften wâfen mohte tragen, daʒ man in wol gewahsen sach, sînes vater tôt er rach. R. v. Ems Barlaam 263, 18. die feierliche aufnahme in den ritterstand wird als wâfen leiten, wâfen nemen (häufiger swert leiten, swert nemen) bezeichnet: sus wuohs der kindesche man, unz er sich selbe des versan, daʒ er wâfen mohte leiten. herzog Ernst B 113 Bartsch; wol sehs hundert degenenâmen bî im wâpen oder mêre. Kudrun 178, 4. waffen tragen vom kriegerischen beruf, dem soldatenleben: szo ist ym geistlichen recht szo streng vorpotten dem geistlichen stand gewere und wapen zu tragen, und vorgeusset doch niemant mehr christenblut denn der aller heiligist vatter, der bapst. Luther 7, 441, 9 Weim. ausg.; ein hochweiser und versuchter cavallier, der seine waffen nun so viel jahr in unterschiedener potentaten dienste rühmlich getragen hat. Schupp (1663) 362; er fragte sie, wie lange sie gedienet hätten. sie hatten fast alle zwanzig jahre die waffen getragen. Gellert 4, 266. sprichwörtlich: wer einmal waffen getragen hat, will gern wieder dienen. Wander 4, 1724. eine andere bedeutung hat waffen tragen als soldatenstrafe bei der infanterie, die früher üblich war; ein oder mehrere gewehre muszten auf jeder schulter verkehrt getragen werden. waffen führen 'bewaffnet sein': binnen geswornem vride sal man nicheine wâphen vuoren, denn zû des rîches dînste und zcû torneyen, sunder swert. alle die anders wâphen vuoren, uber die sal man richten. Sachsenspiegel 2, 71, 1 Hildebrand; wâphen mûz man ouch vuoren, swenne man deme gerûchte volget. 2, 71, 3; die freyheit waffen zufüren, wirt offtermahls verkehrt in ein wüten. Albertinus der kriegszleut weckuhr 1, 29a; Lionel. wirf sie von dir diese waffen! Johanna. ich bin unwürdig, sie zu führen! Schiller 13, 280 (jungfr. v. Orl. 3, 10); ans werk! man führt die waffen nicht vergebens. gefährlich ist's, ein mordgewehr zu tragen, und auf den schützen springt der pfeil zurück. 14, 361 (Tel 3, 3); [] doch führ' ich waffen, und mich bekümmern die gefahren nicht (I am arm'd). Shakespeare Cäsar 1, 3; Rudolf. seit wann denn führen die bürger waffen? Grillparzer 7, 78 (bruderzwist 3); ich pflege keine dergleichen wehr und waffen zu führen. Wieland an Merck 2, 104. auch 'die waffen gebrauchen, handhaben', namentlich in verbindung mit einem adverb: warlich, wenig nutz schaffen die zarte, weiche, ungeübte und wollüstige leut im krieg: die waffen können sie nicht recht führen noch brauchen, die kälte, hitze, hunger und kummer können sie nicht ertragen. Albertinus der kriegszleut weckuhr 2, 17; sind solche (enge) ermel auch gut fechterisch und kriegsmännisch, dasz man die wehre und waffen desto hurtiger und geschwinder führen kan. J. Sommer ethographia mundi 1 E 8b; wann die stadt belägert, solle er alsobald befehlen, dasz man die kirchen öffne, damit die jenigen, so nicht können noch geschickt seyn die waffen zu führen, allezeit darinnen sich finden mögen. Gruber kriegspolitica (1699) 214. II@2@c@b@22)) die waffen nehmen, greifen, angreifen, ergreifen, schwingen u. dgl.: die waffen ergreiffen, prender, mover le armi. Krämer 1203; arma movere. Hederich 2566; die waffen nehmen, arma sumere. Steinbach 2, 916; dô der suntac dô quam, ie der man sîn wâpen nam. dâ mite trâten sie an den hagen. sie wurden risch dar abe geslagen. livländ. reimchronik 6202 Meyer; so bald der tag anbricht, so ... nemet ewer woffen, und fallet alle sampt hinaus mit einem hauffen. Judith 14, 2; macht sich Ptolemeus auf mit seinen knechten, und namen ire waffen, und fielen ein zu Simon ob dem mahl, und schlugen in ... tod. 1 Macc. 16, 16; deszwegen Galaor ... erwachet, geschwind seine waaffen nam. Amadis 367 Keller; drum muthig — Satan nimmt die waffen — auf gürte dich zu lauf und stand! Arndt ged. (1860) 368; geh weg von meinem fenster, geh weg von meiner thür! sonst greif ich meine waffen und schlage nach dir. Erk-Böhme liederhort 2, 484; wol helden: spart die worte. und greifft die waffen an.wir stehn auf diesem orte, auf dem man siegen musz. A. Gryphius (1698) 1, 65 (Leo); herr, haddere mit meinen haddern, streite wider meine bestreiter. ergreiffe den schild und woffen, und mache dich auff mir zu helffen. ps. 35, 2; nicht ruhig duldet es, dasz eure schwester des frechen diebes beute sey. — ergreift die waffen! rüstet schiffe aus! Schiller 14, 75 (braut v. Mess. 2, 6); jen' izt nahmen das mahl, die hauptumlokten Achaier, rasch in den zelten umher, und hülleten straks das geschmeid' um. auch die Troer dagegen in Ilios faszten die waffen. Voss Ilias 8, 55; die trommel ward gerührt tang tang, und jeder, der sie hörte, sprang empor und schwang die waffen. Rückert werke 6, 134; sämmtliche knittelträger ... stürzten schreiend und tobend und ihre waffen schwingend nach vorwärts. Immermann Münchh.2 3, 36; in jedem dorfe sollte der pfarrer den landsturm aufbieten, wer nur irgend die waffen schwingen konnte, muszte mit heran. Treitschke d. gesch.3 1, 388; die häupter aneinander drückend, stand einer glucke gleich die rotte der rebellen, und brütete, die waffen plusternd (ausbreitend), gott weisz, welch' eine unthat aus. H. v. Kleist 2, 489 (Hermannsschl. 5, 9). diese wendungen auch übertragen von der aufnahme des kampfes, dem beginn der feindseligkeiten: wer furchte wohl nicht Rom, nach wiederholten siegen? wer griff die waffen an, und durfte nicht erliegen? J. E. Schlegel 1, 378; dasz alle unsere unterthanen eine vollkommene freyheit zu dienen und sitzen im parlament haben sollen, ob sie schon die waffen genommen, feindseligkeiten würcklich verübet, oder nur einige beihülffe darzu geleistet haben. Bernh. Chr. Jäger europ. historicus (1701) 1, 375; dasz man die waffen zuerst in die hand nehme, zu einem angriff schreiten solle, das war über seine vorstellung. Ranke 3, 30; der könig .. nahm die waffen wieder auf hier in der entlegenen ostmark des reichs. Treitschke d. gesch.3 1, 254. die waffen schwingen vom kampfe selbst: [] und laszt (ihr götter) die freye faust nicht zu erhabnen dingen umsonst geschaffen seyn, und matte waffen schwingen. J. E. Schlegel 1, 355; sie selbst dachten schon an ihren rückzug über den Rhein. aber Maximilian Emmanuel schlug seine streitkräfte nicht so gering an; niemals hat er seine waffen kräftiger geschwungen ... zunächst ward general Styrum ... überrascht und geschlagen. Ranke 11, 150. II@2@c@b@33)) an die angeführten verbindungen können präpositionelle bestimmungen angeknüpft werden: wider, gegen, für jemand die waffen nehmen, tragen, führen, ergreifen u. s. w., auch bildlich vom kampf: ich siche vor uns in frge sin, ob uns gebürr fürzenemen die wffen und weere wider Alexandrum, oder ob sinen gebotten und gedingen syge nachzekomen. Wyle translat. 147, 34 (nr. 7) Keller; stürzt, oder unterstützt der Römer tyranney. ihr seht, hier ist kein rath, zur ruh sich zu bequemen: für, oder wider euch, müszt ihr die waffen nehmen. J. E. Schlegel 1, 339; ich leg' hieher zu deinen füssen nieder die waffen, so ich unbesonnen ausz frevel wider dich geführt. S. Dach 530 Österley; glaubt mir, ich führte nicht mit frohem herzen die waffen wider euch. Schiller 13, 258 (jungfr. v. Orl. 3, 3); ehe Sylla seine feindliche waffen wider die Athenienser geführet. Abr. a. S. Clara Judas 2 (1690), 29; pfui, über dich, empörer! die waffen tragen gegen deinen könig? Körner 3, 35 (Rosamunde 2, 2); Alfred, der seine erste waffen gegen die feinde seines vaterlandes trug. Haller Alfred 8; ein Deutscher, welcher ... in der feindlichen kriegsmacht dienste nimmt oder die waffen gegen das deutsche reich oder dessen bundesgenossen trägt. strafgesetzb. f. d. deutsche reich § 88; das mit den ungläubigen errichtete bündnisz wieder aufzuheben, und gegen dieselben die waffen zu ergreifen. v. Bünau reichs-historie 4, 16a; doch die unsterblichen sind zeugen, wie ungern' ich die waffen gegen meine geliebtesten ergriff. Schiller 6, 139 (Phönic.); die einzelnen reichsstände, falls sie nicht ihre waffen für den kaiser erhoben, konnten sich hiernach gar nicht im kriegsstande mit Frankreich betrachten. v. Sybel kl. hist. schriften 3, 475. die waffen tragen wird (nach lat. arma inferre) auch mit örtlichen bestimmungen verbunden: einst ein mächtiges volk, das seine gefürchteten waffen bis zum Ganges oft trug. Wieland 16, 123 (Cyrus 5, 13); er verliesz Engelland, und trug seine waffen in Neustrien, das er zu seinem eigenthum machte. Haller Alfred 20; Tuditanus ... trug, nachdem er anfänglich eine niederlage erlitten, schlieszlich die römischen waffen tief nach Dalmatien hinein. Mommsen m. gesch.7 2, 169; Marcus Minucius Rufus, der die waffen längs der Morawa trug und die Skordisker nachdrücklich schlug. 2, 171; in dem augenblick, dasz er seine waffen in das französische gebiet trug. Ranke 11, 55; schon im november war Alexander so gut wie entschlossen, seine waffen nach Deutschland zu tragen. Treitschke d. gesch.3 1, 400. auf, wider, gegen jemand die waffen richten, kehren, wenden, auch gern übertragen gebraucht: die waffen wider einen wenden, voltar le arme contro alcuno. Krämer 1203; tourner ses armes contre qu. Rondeau; er werd es (mein feind), wenn er will, und kehr auf mich die waffen, die ich ihm selber gab, mir schutz und ruh zu schaffen! J. E. Schlegel 1, 104; so weis ich schon, für wen ihr euren degen führt, und gegen wessen brust ihr diese waffen lenket. 1, 338; da er ... das gantze obertheil von Hispanien erobert, von dar er wieder gegen Gallien seine waffen gewendet. v. Bünau reichs-historie 4, 342a; durch welchen (frieden) Gustav ... die lang gewünschte freyheit erhielt, seine waffen gegen den kaiser zu kehren. Schiller 8, 148 (dreiszigjähr. krieg); warum Ludwig XIV. seine waffen nicht sofort gegen Holland gerichtet habe, mit dem er so manchen streit auszumachen hatte. Ranke 11, 28; erst der übertritt einer abtheilung von 3000 mann, die sofort die waffen gegen die früheren kameraden wandten, setzte dem kampf ein ziel. Mommsen m. gesch.7 2, 329. mit rein örtlichen bestimmungen: der jetzige so glückliche, unverhoffte succesz des kaysers in Ungarn, damit ihm gott gezeiget, wohin er seine waffen wenden sollte. Leibnitz deutsche schriften 1, 199 Guhrauer; nachdem er (der feind) sich [] der oberländischen reichszcraysen mehrerthailsz bemächtiget und seine waffen bisz an die schweyzerische frontiren desz Bodensees erstreckt. Bürster schwed. krieg 51 v. Weech. die waffen über einen zucken gehört der älteren sprache an: welher sine waffen über den andren zucket, clagt er es dem vogt, so ist er dem herren vervallen 3 ℔ ₰. weisth. 5, 191 (S. Gallen 15. jahrh.). übertragen: die Teutschen seien nie mit inheymischen kriegen under in selbs also zertrent gewesen, dasz sie nit einhellig waffen über ire frembde feind haben zuckt. S. Franck teutscher nat. chron. (1539) vorr. 4a. auf einen zücken: andere, welche die waffen auf ihn zu zükken nicht behertzt genug waren, gaben der zunge luft mit spitzigen spottreden auf ihn loszzustechen. Zesen Simson (1679) 243. II@2@c@b@44)) die waffen anhaben, anlegen, ablegen, ausziehen: er hête guote wâpen an. Athis E 157; fursten, frigen, dinstman scutten ir wappen an. Herb. v. Fritzlar troj. krieg 4202; Keie, als die aventiure seit, ouch sîne wâpen leite an sich und reit ûʒ gar ritterlich. H. v. Freiberg Tristan 2041 Bechstein; sîne brûdere er sich wâpen hieʒ, ir wâpen wurden ân geleit. livländ. reimchronik 6819 Meyer; aus der wolke steigt er nieder, legt des ritters waffen an. Uhland ged.2 279; dar umme wollen wir nu gotis rittere werden und wollen nicht unsere swert ûz zihen zu vechtene, sunder wir wollen unsere wâpen abe legen und wollen lûterlîchen sterben durch Kristi willen. Herm. v. Fritzlar, mystiker 1, 204, 30; da qwamen di gemeine wol mit funfhondert manne gewapent unde wolden dem nuwen rade gehulfen han ... grebe Johan der bericht si mit suszen worten unde sprach si darzu, daz si di wapen uszdaden, unde worden eintrechtig mit ime unde mit dem alden rade. Limburger chronik 58, 27 Wysz; wapen auszziehen, exarmare, dearmare. Dasypodius 452a; die waaffen oder den harnisch von im legen, sich entweeren, exarmare, arma deponere. Maaler 478d; die waffen niderlegen, lasciar armi, die waffen von sich werffen, buttar via l'armi. Güntzel 826; da ward frieden, und legten die Juden ire waffen von sich. 1 Macc. 11, 51; wie nun des Antigoni volck das gewehr und waffen abgeleget, in meynung der feind würde ingleichen thun. Gruber kriegspolitica 398; Milota. folgst du auch nicht mehr zum turnier? Zawisch. die waffen hab' ich schon von mir gelegt. Grillparzer 4, 50 (könig Ottokar 2); da sein heer solchs sahe, worffen sie die woffen von sich und flohen. 1 Macc. 7, 44; dasz die wenigen fliehenden die waffen wegwarfen, um nur zu entkommen. Klopstock 9, 251 (Hermann 5); wendet er (der feind) sich um zur flucht, und wehr und waffen von sich werfend entschaart das ganze heer sich im gefilde. Schiller 13, 213 (jungfr. v. Orl. 1, 9); weh mir! was sah ich! unsre völker werfen die waffen von sich, unsre fahnen sinken. 13, 333 (5, 12). die waffen von sich legen, niederlegen steht gern bildlich für 'den kampf aufgeben': diese Cains kinder und saam haben fortan die waaffen nimmer von sich geleget und alle zeit das friedvolck inn Abel figuriert .. verfolget. S. Franck kriegsbüchlin des frieds 105a; und hast du dem befehle deines gottes, der in das feld dich rief, genug gethan, so wirst du deine waffen von dir legen. Schiller 13, 267 (jungfr. v. Orl. 3, 4); man solle hertz, hend und füsz fallen lassen, die waffen auff die seiten legen, sich dem Türcken huldigen und unterwerffen. Albertinus der kriegszleut weckuhr 1, 84a; gebt mir das landt mit friden wider! so leg ich meine waffen nider. Hans Sachs 10, 176, 8 Keller; ein fürnehmer gelehrter mann disputirete einsmahls mit einem ungläubigen ..., als er aber an dem unverständigen wenig gewinnen konnte, legte er, also zu reden, in diesem streit wehr und waffen nieder, und schwieg ganz stille. Olearius pers. rosenthal 4, 4; unter der bedingung, ... die waffen, die er ergriffen, niederzulegen. H. v. Kleist 3, 58 (Kohlhaas); so oft er zum schwerte greift, verkündet er mit unumwundener bestimmtheit, was er von dem gegner fordert, und legt die [] waffen erst nieder am erreichten ziele. Treitschke d. gesch.3 1, 49. ähnliche wendungen: krieger, laszt die waffen fallen, weichlich athme nur gesang. Platen 79 (gas. 78); Rhampsinit. für heute, scheint es, ist dir wenig anzukommen: aber kommt der prinz nur an, so senkst du wohl die waffen! 198 (schatz d. Rhamps. 1); magstu (wollust) dich wohl, ohnmächt'ge feindin, wagen, der keuschheit fed' und kampf zu bitten an? lasz Ambren schätz' und güldne berg' antragen, schau'. ob dein reitz an ihr was fruchten kan ... drumb' steck itzt ein die waffen, die nur pfeile vom bleye sind, und wächs'ne donner keile. Lohenstein Ibrahim (1680) 48; zu Verona führten ... zwey vornehme geschlechte, die Montescher und Capelleten, beharliche todfeindschafft .. die waffen hatten sie zwar an den nagel gehengt, jedoch mit dem willen, solche bald wieder herab zu nehmen. Harsdörfer schauplatz jämmerl. mordgeschichte3 387. die waffen wegwerfen, bildlich für 'in schimpflicher weise den kampf aufgeben': so nun auch diejenigen, die im kampfe für das vaterland die waffen wegwarfen, unter fremden panieren lernen, dieselben gegen das vaterland tapfer zu führen. Fichte reden an die deutsche nation 31. in wendungen wie die waffen von sich legen kann die waffen auch auf den kriegerischen beruf, die kriegsbereitschaft u. a. bezogen werden: er wird den vater gern in den privatstand begleiten. ihr vernahmt es von ihm selbst, wie sehr er wünscht, die waffen wegzulegen. Schiller 12, 269 (Wallenst. tod 3, 2); Oesterreich konnte namentlich in seiner eigenthümlichen lage selbst im frieden die waffen nicht vollständig aus der hand legen; es war genöthigt, den eigenen unterthanen ... stets bis auf einen gewissen grad gerüstet, mit gezogenem schwerte gegenüberzustehen. Bernhardi verm. schriften 2, 205. die waffen vor einem niederlegen wird (wie lat. arma deponere) von besiegten gesagt, die nach römischem brauch die waffen dem sieger zu füszen legen: sie legten wehr und waffen vor dem sieger nieder. Niebuhr 2, 300. bildlich: als er ihn und seine gantze legion Römer vertilgte und Sabinus für ihm die waffen kleinmüthig niederlegte. Lohenstein Arminius 1, 20a; er biet' ihm frieden an! ich weisz, er legt mit lust die waffen ihm zu füssen. C. F. Weisze trauerspiele (1776) 1, 13. ähnlich die waffen strecken, eigentlich der länge nach auf den boden legen (Adelung hat dafür das gewehr strecken): La Hire mit soldaten kommt. bei seinem eintritt streckt das volk der königin die waffen. bühnenanweisung bei Schiller 13, 333 (jungfr. v. Orl. 5, 13). dann für 'sich ergeben', ohne dasz die sinnliche grundanschauung noch empfunden wird: auf Steinau's feldern streckt das schwedische heer die waffen, ohne schwertstreich überwunden. Schiller 12, 118 (Piccol. 2, 7); da sank dem tapfersten das herz und alles, verzweiflungsvoll, will schon die waffen strecken. 13, 212 (jungfr. v. Orl. 1, 9); in Portugal capitulirte Junot, bei Baylen streckte Dupont mit seinem corps die waffen. Treitschke d. gesch.3 1, 325. bildlich für 'den widerstand aufgeben, sich überwunden geben': nymphen, die sein köcher schreckte, seht ihr nicht, was Amor that? dasz er wehr und waffen streckte, dasz er sich in frieden naht? Bürger 2a; der andern tugend laur't nur auf gelegne zeit und streckt die waffen oft, eh' man sie noch bestritten. Wieland 17, 59 (Idris); der feigen waren mehr, denn der streitbaren, der dummen mehr, denn der klugen — mehrheit setzte durch. das thierreich streckte die waffen, und der mensch brandschatzte sein gebiet. Schiller 3, 59 (Fiesko 2, 8); haben wir erst des geistes wehr und waffen gestreckt, und der sprache heiligthum verloren. Jahn merke 182. II@2@c@b@55)) waffen schmieden, die waffen schärfen, wetzen, auch bildlich von vorbereitungen zum kampfe gegen jemand: Antyllus. herr vater, Caelius hat mit den meisten schiffen die flucht zu dem August, aus unserm port' ergriffen ... Antonius. elender zustand! wetzet nun auch verrätherey die waffen gegen mir? Lohenstein Cleopatra (1680) 52; Burgund (zur Sorel). man spricht, ihr habt euch eurer edeln steine beraubt, um waffen gegen mich daraus zu schmieden? wie? seid ihr so kriegerisch gesinnt? Schiller 13, 257 (jungfr. v. Orl. 3, 3). [] II@2@c@b@66)) einem waffen geben, verleihen. was mocht der künig nun thuon, do der in ye von dem willen (zu kämpfen) nit bringen mocht, dann das er im darzuo hülff, und wapen gäbe? Tristrant 13, 10 Pfaff; gefärlich ists, den unterthonen die waffen in die handt zugeben. Albertinus der kriegszleut weckuhr 2, 29a. bildlich von der bereitschaft zum kampf: was gab uns die waffen in die hand, was fesselte den sieg an unsere fahnen, als das andenken an unseren nationalruhm, das bewusztsein unserer früheren selbständigkeit. Lobeck bei Flathe deutsche reden 1, 58. einem die waffen nehmen u. dgl.: dann ob man schon etlichen muthwilligen und von naturen kriegszsinnigen unterthonen, zur zeit des fridens, die wöhr und waffen benimbt, so folgt doch nit, dasz mans insgemein allen und jeden solle auffheben. Albertinus der kriegszleut weckuhr 2, 31a; dem feind die waffen aus den händen winden, faire tomber les armes des mains de l'enemi. Rondeau. bildlich: dann das gewissen ihres bösen lebens peinigt sie immerdar, es schlegt inen das schwert und die waffen aus der handt. Albertinus der kriegszleut weckuhr 2, 19a. einem die waffen zeigen (nach lat. arma ostendere), bildlich: als Caius Julius ... ein bruck über Rhein macht, auch die Germanos zu bestreiten, aber er zeygt in die wafen, liesz sie es aber nit erfaren oder entpfinden. dann ... als er vernam, dasz die Schwaben sein warteten ..., flohe er eylends. S. Franck teutscher nat. chron. (1539) vorr. 6b. II@2@c@b@77)) gott segnet, heiligt, krönt die waffen: gott ... wolle ferner die christlichen waffen segnen und seine kirche mächtiglich schützen. Wustmann quellen zur gesch. Leipzigs 2, 230 (1686); ob nun zwar die fürsichtigen und tapffern bey ihren actionen gemeiniglich auch glückselig sind, so ist dennoch sothane glückseligkeit nicht allein menschlicher weiszheit und verstandt, sondern vielmehr gottes güte zuzuschreiben, weil aller sieg von herrn kömbt, und er allein der gerechten waffen segnet. Gruber kriegspolitica (1699) 25; wir Engeländer sind ein fromm geschlecht; sei du (gott) mit uns und segne unsre waffen! Chamisso ged.8 431. dann auch mit abstracten begriffen als subject: ich räche eines vaters blut'gen mord, die fromme sohnspflicht heiligt meine waffen. Schiller 13, 232 (jungfr. v. Orl. 2, 2); hat glück und gott biszher die waffen nicht gekrönet? Gryphius trauersp. (1663) 376; blieben die regenten keinen augenblick unschlüssig, einen krieg fortzuführen, bey welchem Schweden wenig eigenes zu verlieren, und wenn das glück seine waffen krönte, irgend eine deutsche provinz ... zu gewinnen hatte. Schiller 8, 306. II@2@c@gγ) präpositionelle wendungen. II@2@c@g@11)) mit waffen fechten, armis disceptare. Stieler 2435; darumb viel ehrlich gsind von reutern und landsknechten in eil versamlet war, mit gschütz und wafen z'fechten, zoch auf den Türken dar. Liliencron hist. volkslieder 4, 153, 3; zudem, soll nit gestatt werden, dasz die jenigen, welche von der jurisdiction und macht des magistrats können verglichen werden, mit waffen an einander kommen. Albertinus der kriegszleut weckuhr 2, 98a; und eben diejenigen, welche man desz morgens sahe munter, hurtig und geschwind mit den waffen handthiren und umbgehen, dieselbige werden desz abends verspott und auszgepfiffen. 2, 170b; da es so hitzig mit den waffen herging. Steinbach 2, 916; denkt ihr wohl gar mit den waffen noch durchzureiszen? Schiller 2, 106 (räuber 2, 3 schausp.). mit waffen ausrüsten: das menglich in aim zytt gerüst sy mit harnasch, waffen, schuchen und ander nottürftikait. weisth. 2, 202 (Toggenburg 1469); sechs hundert man gerüst mit iren waffen zum streit. richter 18, 11; sie rüsteten sich mit iren waffen. Judith 7, 5; Armenier und Numidier, welche theils mit ihren pferden gepantzert, und mit schweren waffen versehen waren, theils aber nackt und mit blossen bogen gerüstet, auf pferden ohne sattel und zaum sassen. Lohenstein Arminius 1, 37a; die junge mannschaft ward schleunigst aufgeboten, mit waffen aus den öffentlichen gebäuden ausgerüstet. Mommsen m. gesch.7 2, 207. etwas mit den waffen verteidigen, bekämpfen u. dgl., auch bildlich vom kampfe: und, herre, beschirme si alse iz dir behaget, mit dînen wâpenen. Herm. v. Fritzlar, mystiker 1, 141, 9; [] (kaiser) hast teutsch land unrüwig gemacht, wilt mit gewalt und wafen die tewren fürsten hochgeborn, Sachsen und Hessen strafen. Liliencron hist. volkslieder 4, 329, 3; einen mit den waffen überziehen, alicui arma inferre, einen mit seinen waffen decken, armis suis aliquem tegere, etwas mit den waffen versuchen, armis aliquid tentare. Steinbach 1, 916; die unruhen in England, welche mit den waffen bekämpft werden muszten. Schlosser weltgesch. 13, 117; Österreich ... erklärte sogleich seine absicht, seine rechte mit den waffen zu behaupten. gesch. d. 18. jahrh.3 1, 51; in Frankreich regte sich die meinung, dasz die grosze streitfrage ... mit den waffen ausgemacht werden müsse. Ranke 11, 23; die den Karthagern vertragsmäszig zustehenden rechte gegen Massinissa wenn nöthig mit den waffen zu vertheidigen. Mommsen m. gesch.7 2, 23. mit den waffen in der hand: er versprach, den durchzug kaiserlicher truppen ... mit den waffen in der hand zu verhindern. Ranke 11, 124; da sich die Achäer bereit zeigten ihre behauptungen mit den waffen in der hand wahr zu machen. Mommsen m. gesch.7 2, 43. auch als bestimmung bei einem nomen: aber der parlamentarische kampf, auf welchen sich Beseler rüstete, sollte in einen ernsteren kampf mit den waffen in der hand übergehen. K. Biedermann erinn. aus d. Paulskirche 323. sein recht durch die waffen verfolgen, se faire raison par les armes. Rondeau; was man durch waffen erobert, musz man mit gewalt handhaben. Lehmann 470, 29; es ist besser, auch viel sicherer und gewisser, den feind mit hunger zu überwinden, dan durch die waffen. Böckler neue kriegsschule 28; ob gleich Wido ... sich durch die waffen den weg auf diesen thron bahnen wollte. v. Bünau reichs-historie 4, 107a; dasz der fast schon beendigte arvernische krieg noch einmal aufloderte und es bei Vindalium ... zu einer zweiten entscheidung durch die waffen kam. Mommsen m. gesch.7 2, 163; die gute sache wird stark durch einen königssohn.er mache den span'schen thron durch seine waffen zittern. Schiller 5, 2, 330 (don Karlos 4, 3). II@2@c@g@22)) die junge mannschaft übt sich in waffen, arma juventus exercet. Maaler 482d; in waffen geübt seyn, exercitatum esse in armis. Stieler 2435; sich in waffen üben, to fence. Ludwig 2363; und sollen diejenigen, so im friede und ruhe leben wollen, in waffen geübte leute haben. Gruber kriegspolitica (1699) 3; so sind sie doch darbey so wol geübt in allen woffen, dasz man durch sie den sieg kann hoffen. Fuchs mückenkrieg 1, 881 Genthe; sich mit einem in den waffen schlagen, armis cum aliquo certare. Steinbach 2, 916. von einer sinnlicheren anschauung ist bei in den waffen sein, bleiben, gehen, stehen auszugehen, da hier in waffen zunächst die rüstung bezeichnet, die den krieger umhüllt, dann bildlich auf die kampfbereitschaft geht: in waffen seyn, in armis esse. Stieler 2434; tag und nacht in den waffen seyn, être jour et nuit sous les armes. Rondeau; in waffen bleiben, to be continue up in arms. Ludwig 2362; alles soll auf seyn — in waffen — alle gewehre geladen. Schiller 2, 175 (räuber 5, 1 schausp.); es geschah nichts um die seltsame stellung der Samniten zu regeln, die ... ihre landschaftliche unabhängigkeit als den eigentlichen zweck und preis des kampfes betrachteten und diese gegen all und jeden zu vertheidigen in waffen blieben. Mommsen m. gesch.7 2, 315; ihn (den gesandten) gewünschet einzuholen, sieht man in den waffen gehn alles, was hie umb und an büchs und degen tragen kan. S. Dach 884 Österley; die gantze nation der Batavier stund in waffen. Mascou gesch. d. Teutschen 122; jetzt in dieser nähe des königs von Schweden ... schien es ihm (Tilly) äusserst bedenklich, Kursachsen in waffen stehen zu lassen. Schiller 8, 134 (30jähr. krieg 2); die beste kraft der europäischen jugend ... stand in waffen. Treitschke d. gesch.3 1, 391. in waffen sein, stehen gegen jemand: dasz sie alle, welche vorher gegen sie in den waffen gewesen waren, ächten liesz. Schlosser weltgeschichte 13, 147; ein volk war in waffen gegen ein volk, nicht blos eine handvoll bevorrechteter misvergnügter. Gervinus gesch. d. 19. jahrh. 1, 18; ganz Europa stand noch einmal gegen ihn in waffen. 1, 132; oft hatte sein volk gegen Rom in waffen gestanden, fast ebenso oft für Rom gefochten. Freytag 17, 107 (bilder 1, 2); [] Rudolf (Prag überblickend). doch bist du müde deiner herrlichkeit und stehst in waffen gegen deinen freund? Grillparzer 7, 121 (bruderzwist 4). selten mit jemand: anno 1552, da Carolus der V. römische kayser mit dem könig in Franckreich in waffen stunde. Abr. a S. Clara reimb dich (Köln 1702) 202. das verhältnis von in waffen zu dem verbum kann auch ein freieres sein: der Albertus was zu felt und in wappen ein strenger fechter und manlich. Meisterlins Nürnberger chr., städtechr. 3, 115; weil wir beide, ich und Geron, nur in schlechten waffen zum turnier zu kommen und unerkannt zu bleiben willens sind. Wieland 18, 41 (Geron); ich denk', ihr wollt zu unsers königs heer, weil ihr in waffen reiset. — seht euch vor! die Engelländer stehen nah' gelagert. Schiller 13, 312 (jungfr. v. Orl. 5, 2); Peter. der grund, warum wir euch in waffen nahn — königin. ich weisz den grund ... Peter. ein ungeheurer frevel ist geschehn. Grillparzer 4, 256 (treuer diener 4); hat sich das ganze land in waffen erhoben, theils um die Drude ... zu retten, theils um den eignen grimm ... desto ungehinderter gegen einander austosen zu lassen. Fouqué zauberring2 1, 128; wer mehr als zwei mansen land sein eigen nannte, ward befehligt, beim ersten ruf in wehr und waffen sich zu stellen. Scheffel Ekkeh. 164; dann waren die straszen der stadt lange unsicher, ein totschlag folgte auf den andern, bis sich endlich der graf des königs entschlosz, seine pflicht zu thun und die bürger in waffen zusammenzurufen. Freytag 17, 276 (bilder 1, 5); die edeln drängt nicht gleiche noth mit uns, der strom, der in den niederungen wüthet, bis jetzt hat er die höhn noch nicht erreicht — doch ihre hülfe wird uns nicht entstehn, wenn sie das land in waffen erst erblicken. Schiller 14, 303 (Tell 1, 4) jedwedes haupt, das er in waffen erschauen wird, die sache Roms verfechtend. H. v. Kleist 2, 489 (Hermannsschl. 5, 9). in waffen kann auch als bestimmung zu einem nomen treten: der sich der untriu het vermeʒʒen, der het vor alsô geschaffen, daʒ wol hundert man in wâffen sich verborgen hâten in keler und in kemenâten. Ottokar österr. reimchr. 81049 Seemüller; eine welt in waffen, das volk in waffen, ersteres aus Shakespeare in die allgemeine sprache übergegangen: der Douglas und der heiszsporn mit einander, sie bieten einer welt in waffen trotz (are confident against the world in arms). Shakesp. Heinr. IV., 1. th. 5, 1; vor deinem (gottes) schwächsten hauch sinkt ein tyrann, von einer welt in waffen stolz umringt, so schnell, wie hügel staubs, dahin. Brawe (1768) 1, 102 (Brutus 5, 4); Maria. wird sich der könig Spaniens nicht waffnen? Mortimer. nicht eine welt in waffen fürchtet sie, so lang sie frieden hat mit ihrem volke. Schiller 12, 425 (M. Stuart 1, 6); nicht eine welt in waffen fürchten wir, wenn sie (Johanna) einher vor unsern schaaren zieht. 13, 220 (jungfr. v. Orl. 1, 10); jetzt genügten den ärmsten gebieten des reichs sieben jahre um den ansturm einer welt in waffen abzuschlagen. Treitschke d. gesch.3 1, 59; o, flieht nach Schottland, bis erst die edlen und das volk in waffen mit ihrer macht ein wenig sich versucht (the armed commons). Shakesp. Heinr. IV., 2. th. 2, 3; allen diesen reformen lag der gedanke zu grunde, dasz die armee fortan das volk in waffen sein solle, ein nationales heer, dem jeder wehrfähige angehöre. Treitschke d. gesch.3 1, 294. unter den waffen sein, bleiben, stehen im eigentlichen sinne, oder übertragen 'in kriegsbereitschaft': die union war nicht mehr, kein protestantischer fürst mehr unter den waffen. Schiller 8, 116 (dreiszigjähr. krieg); die Franzosen trauten ihrem eigenen siege nicht, ihre garde stand die ganze nacht hindurch unter den waffen. Treitschke d. gesch.3 1, 745; das heer, wie es im frieden unter den waffen steht, ist aber ... die schule für sein eigenes offiziercorps. Bernhardi verm. schriften 2, 397. das verhältnis von unter waffen, unter den waffen zu dem verbum ist ein freieres: [] was will die zarte jungfrau unter waffen? doch freilich! jezt ist eine schwere zeit, wo auch das weib sich in den panzer steckt! Schiller 13, 311 (jungfr. v. Orl. 5, 2); der kaiser und die Hohenstaufen stieszen bald darauf unter waffen zusammen. Freytag 17, 460 (bilder 1, 9); der verfasser ist ein gemeiner soldat, dem eben so viel heldenmuth als poetisches genie zu theil geworden. mehr aber unter den waffen, als in der schule erzogen, scheinet er sich eher eine eigene gattung von ode gemacht, als in dem geiste irgend einer schon bekannten gedichtet zu haben. Gleim preusz. kriegsl. 3, 8 (vorbericht) neudr.; binnen kurzem werden wir .. 500,000 mann wohl organisirter und gut geführter truppen unter den waffen haben. J. G. Droysen abhandl. z. neueren gesch. 30; auch die, welche die zahl der truppen am niedrigsten anschlagen, zählen doch 80,000 mann zu fusz auch in friedenszeiten unter den waffen. Ranke 11, 10. II@2@c@g@33)) in die waffen bringen, armare homines. Frisch 2, 414; dieser hatte .. durch seine krieges-losung, nehmlich das feuer, etliche mahl lermen gemacht, und sein krieges-heer in die waffen gebracht. Lohenstein Arminius 1, 599. bildlich 'zum kampf veranlassen': da er denn die sämmdichen bundesgenossen ... in die waffen brachte. Heilmann Thucydides 556. wider, gegen jemand: man suchte deswegen zuförderst die Bulgaren abwendig zu machen, und wider ihn in die waffen zu bringen. v. Bünau reichs-historie 4, 126a; alwo er mit etliche hundert mann einige örter einkriegte, und sich bemühte, alles in die waffen wider den könig zu bringen. Menantes liebes- u. helden-geschichte 475; der gedanke, sie würden uns überlegen seyn, hat sie gegen uns in die waffen gebracht. Heilmann Thucydides 359; auch an den fürsten von Siebenbürgen wurden vertraute personen abgeschickt diesen unversöhnlichen feind Oesterreichs gegen den kaiser in waffen zu bringen. Schiller 8, 152 (dreiszigjähr. krieg 2). in die waffen rufen: könig Ludwig ... in der hoffnung, auf diesem punkte vertheidiger des throns in die waffen zu rufen. Becker weltgesch. 14, 377. in waffen stellen: der visier entdeckte alles alsbald dem obersten verschnittenen Soliman Aga ... diese weckten ... die Ichoglans auff, und stellten sie in waffen. Lohenstein Ibrahim (1684) anmerk. Lb. refl. für 'sich bewaffnen': nachdem sie (ihre maj.) bey antrettung ihrer müheseligen regierung sich in die waffen gestellet, und volck werben müsse, haben sie ... das land mit musterplätzen .. beschweren müssen. Schupp 384; wie das wetter nicht gleich, oder doch zum wenigsten gar selten einschläget, wann nicht zuvorhero trübe wolcken und blitzen sich sehen, und der donner hören lassen, also stellet sich ein könig niemals in waffen, dasz er nicht zuvorhero erst die kriegs-materialien herbey geschaffet. Gruber kriegspolitica (1699) 162. ebenso in waffen setzen: um hernach mit gesamter macht das armenische reich anzufallen, wie dann auch zu dem ende gantz Mesopotamien in die waffen gesetzt wurde. Talander Arsinoe (1714) 16; um ihn für die mühe zu entschädigen, die es ihm verursacht, sich ihrentwegen so völlig in waffen zu setzen. Bode Tristr. Schandi 7, 133. in die waffen kommen, courir aux armes, se mettre en armes. Rondeau; Arminius, und die anderen teutschen herren ... bothen ihre leute auf, unter dem vorwande, sie Varo zu hülffe zu führen. auf die art kamen alle benachbarte völcker in die waffen, ohne dasz Quintilius Varus die rechte ursache merckete. Mascou gesch. d. Teutschen 78. in die waffen treten: als unter kaiser Heinrich IV. die mehrzahl der bischöfe und des hohen adels gegen die kaiserliche gewalt in waffen trat. Freytag 17, 422 (bilder 1, 8). unter die waffen bringen, rufen: dasz Napoleon durch seine falschen schritte England und Deutschland gegen sich unter die waffen bringen ... würde. v. Sybel kl. hist. schriften 3, 582; als ... Scipio Aemilianus ... es nicht bei der regierung hatte durchsetzen können, völlig neue truppen unter die waffen zu rufen. Mommsen m. gesch.7 2, 195; war denn die frage ... wichtig genug, um deshalb das ermüdete volk nochmals unter die waffen zu rufen? Treitschke d. gesch.3 1, 657. unter die waffen stellen, treten: wenn er bisher nichts gegen Sulla gethan hatte, als dasz einige mannschaft unter die waffen gestellt und eine anzahl schiffe im adriatischen meere versammelt worden war. Mommsen m. gesch.7 2, 317; manche, die kurz vorher durch grosze summen sich von der französischen konscription losgemacht, und stellvertreter gekauft hatten, eilten mit freuden, sich jetzt selbst unter die waffen zu stellen. Varnhagen denkwürdigk. 3, 269; laszt die leibwache [] unter die waffen treten und in der stille jenen pavillon umzingeln. Schiller dom Karlos (prosa) 5, 12. II@2@c@g@44)) auf sinnlicher anschauung beruht auch zu den waffen greifen, die abgelegten waffen ergreifen um zum kampf gerüstet zu sein, bildlich für 'den kampf aufnehmen'. die wendung ist seit der mhd. zeit üblich: zu den waffen greifen, ad arma descendere. Steinbach 2, 916; zun waffen greifen, to take up arms. Ludwig 2363; zum (d. i. hier zu den) waffen greiffen, arma capere, arma alicui inferre. Kirsch 2, 377; dô griffin sie zun wâfin Athîs unde Prophiljâs: und alliʒ daʒ zu Rôme was, daʒ ot zu wâfin tochte und sich bereitin mochte. Athis A 76. 79; in zorn fielen, zuo iren waffen griffen, ze hant der ein den andern tode schluge. decameron 111, 36 Keller (daneben 275, 28 zuo dem waffen griffen); mitler weil ware sehr grosse bewegung und tumult in der statt. denn meniglich zu den waffen griff. Amadis 372 Keller; wie thut ihr euch vorschlafen, ihr werden Teutschen gut, dasz ihr nit greift zun wafen und schöpft ein frischen mut! Liliencron hist. volkslieder 4, 392, 1; als ich zum waffen grif und Rom die spitze wiesz. Lohenstein Soph. 60, 71; mord! mord! herbei! greift zu den waffen alle! mit blut gerächet sei die blutge that! Schiller 14, 90 (braut v. Mess. 3, 4); Zawisch. wir aber wollen zu den waffen greifen. mit gut und blut für unsern groszen könig! Grillparzer 4, 76 (könig Ottokar 2). ähnliche wendungen: in haufen würde das volk zu waffen eilen: zu waffen auch die noch säumenden ruffen. Herder 3, 97 (krit. wälder 1) Suphan; die zahl derjenigen, welche sich freiwillig zu den waffen gestellt haben. Varnhagen denkwürdigk. 3, 393. zu den waffen rufen: so stöst mir, gott erbarms, das gröste (unglück) noch zu handen, das mich in harnisch jagt und zu den waffen rufft. Fleming 116; er (der sekt) erleuchtet das antlitz, welches, wie ein wachfeuer, das ganze kleine königreich, mensch genannt, zu den waffen ruft (gives warning to all the rest of this little kingdom, man, to arm), und dann stellen sich alle die insassen des leibes und die kleinen lebensgeister aus den provinzen ihrem hauptmann, dem herzen, welches, durch diesz gefolge grosz und aufgeschwellt, jegliche that des muthes verrichtet. Shakesp. Heinr. IV., 2. theil 4, 3; er flog unter den Cheruskern umher, und foderte sie zum waffen wider den Segestes, zum waffen wider den Cäsar auf. J. H. Schlegel bei J. E. Schlegel 1, 306. zu den waffen! als ausruf: zu den waffen! zu den waffen! in ordnung! man greift das lager an! Klinger 1, 295; mit süszer rede schmeichlerischem ton willst du sirene! deine opfer locken ... zu den waffen Dünois! mit streichen nicht mit worten lasz uns fechten. Schiller 13, 247 (jungfr. v. Orl. 2, 10); Quintilius, zu den waffen, sag' ich dir! H. v. Kleist 2, 485 (Hermannsschl. 5, 6); nicht länger! zu waffen! zu waffen! zum rettenden eisen geschwind! Arndt ged. (1860) 211. weniger üblich ist nach den waffen greifen, ad arma ire. Stieler 2434. II@33) übertragener gebrauch des wortes innerhalb der sphäre des kriegerischen lebens. die besprochenen verbindungen, die auf die waffenrüstung und waffenführung des kriegers gehen, können im bildlichen ausdruck auf kriegerische rüstung oder kriegerische unternehmungen bezogen werden. daraus hat sich ein übertragener gebrauch des wortes entwickelt, indem in gewissen wendungen waffen für 'kriegsthaten' steht; dann auch für die welche sie ausführen. dazu kommt (von andrer seite her entwickelt) waffen als 'kriegerischer beruf' und waffe als eine heeresabtheilung. II@3@aa) der übergang zur übertragenen verwendung zeigt sich dann, wenn den waffen im bildlichen ausdruck eine thätigkeit zugeschrieben wird, die eigentlich auf waffenthaten, kriegerische unternehmungen, meist zugleich auch auf die bewaffnete macht, das kriegsvolk zu beziehen ist: die waffen ruhen, stehen still, auch (nach lat. arma silent) schweigen, dringen vor, weichen zurück, sind glückreich, siegreich u. dgl.: die verhängnusz wolte nit, dasz der kaiser seine waffen ruhen liesse, gab demnach ihm ohn unterlasz zu schaffen. J. Tob. Weller deutscher adler (1666) 109; [] die waffen werden ruhn, es führt der sieg den frieden an der hand, dann kehrt die freude in jeden busen ein. Schiller 13, 268 (jungfr. v. Orl. 3, 4); die waffen ruhn, des krieges stürme schweigen, auf blut'ge schlachten folgt gesang und tanz. 13, 283 (4, 1); sonst zogen sie so oft ins feld, warum denn jetzt nicht mehr? die waffen meines vaters ruhen lange. Göthe 10, 17 (Elpenor 1, 4); die ankunft des consuls stellte die ordnung wieder her und während er in Corduba überwinterte, ruhten auf der ganzen halbinsel die waffen. Mommsen m. gesch.7 2, 7; nach den anstrengungen ... bedurfte die böhmische armee einiger erholung. während die waffen ruhten, arbeitete die diplomatie um so eifriger. Treitschke d. gesch.3 1, 487; es sollten nun die waafen bekleben am gesims und in den scheiden schlaafen. Scherffer geistl. u. weltl. ged. 647; sprichwörtlich: wenn die waffen schweigen, folgt der friedensreigen. Wander 4, 1724; sobald die waffen schwiegen, machte er sich auf 'zu des Rheins gestreckten hügeln'. Treitschke d. gesch.2 2, 37; Frankreich krieget mit uns durch seine waffen und sitten; seine waffen weichen noch oft germanischen fahnen, aber mit seinen sitten erobert es schneller und sichrer. Zachariä 2, 25 (tagesz.); je weiter die waffen der verbündeten westwärts drangen ..., um so gewisser muszte Ruszland seine polnischen ansprüche steigern. Treitschke d. gesch.3 1, 425; so war Napoleon einer wohlwollenden neutralität Ruszlands sicher, wenn seine waffen guten fortgang hatten. v. Sybel kl. hist. schriften 3, 570; weil der auszgang im kriege ungewisz, und die waffen veränderlich sind, so kan es offt geschehen, dasz ein general ... geschlagen, und sein kriegsheer gantz ruiniert wird. Gruber kriegspolitica (1699) 153; hoffend, wie dem ritter Montfaucon die waffen immer günstig gewesen waren, solle auch mir zufall und list fortdauernd günstig seyn. Fouqué zauberring2 1, 14; er muszte zu unterhandlungen seine zuflucht nehmen, obgleich er wohl wuszte, dasz am ende die waffen allein entscheiden könnten. Schlosser gesch. des 18. jahrh.3 1, 38; von Böhmens und Lothringens herzogen, so wie vom grafen von Flandern erzwangen seine waffen den verweigerten, hergebrachten gehorsam. Walhallas genossen geschildert durch könig Ludwig 51. verbindung mit adjectiven: feindliche waffen, offensive arms. Ludwig 2363; siegreiche waffen, victorious arms. ebenda; gerechte waffen, arma justa. Hederich 2565; es ist aber noch letzlichen eine gewisse manier die conquesten zu endigen, übrig, welche tausendmal viel heroischer ist, als die bereits angeführten seyn können: nemlich, wann ein frommer fürst bey seinen gerechten waffen gerechtigkeit und billichkeit für allen dingen heget. Gruber kriegspolitica (1699) 107; wann nun dieses auch verrichtet, soll er sich mit gantzer macht für einen feindlichen platz stellen, damit, wann solcher durch seine siegerische waffen erschrecket, er ihm die thore gleich öffnen lasse. 152. II@3@bb) daran schlieszen sich verbindungen, in denen waffen genetivisch von einem abstractum abhängig ist. II@3@b@aα) ruhe, stillstand, fortgang, ruhm der waffen: ach, dasz uns doch gott sagte zu des krieges schlusz, der waffen ruh und alles unglücks ende. P. Gerhardt 22, 34 Gödeke; ein stillstand der waffen, a cessation of hostilities. Ludwig 2363; stillstand der waffen machen, inducias armorum pangere. Steinbach 2, 670; weil er den mit den Normännern gemachten stillstand der waffen gebrochen und ihr lager zu überrumpeln gesuchet. v. Bünau reichs-historie 4, 73a; Klesel. wir haben dann, was ihr in eurer weisheit wünschenswerth erachtet: stillstand der waffen. Grillparzer 7, 58 (bruderzwist 2); Germanicus wuste, dasz der glückliche fortgang seiner waffen dem käiser nicht so angenehm wäre, als er wohl zum scheine vorgab. Mascou gesch. d. Teutschen 90; die plünderung der stadt gegen das gegebene ehrenwort war auch dem fortgang der römischen waffen nicht sonderlich günstig. Mommsen m. gesch.7 2, 33; damit sie in fortsetzung der gerechten waffen desto glücklichere successus von gott zu gewarten hätten. Philander 2, 708; damit er durch ihn (den propheten) den auszgang seiner waffen wissen möcht. Abr. a S. Clara Judas (1687) 1, 62; indesz gelang es diesmal noch den brand ... im [] keime zu ersticken; nicht durch die überlegenheit der römischen waffen, sondern durch den verrath eines Fregellaners. Mommsen m. gesch.7 2, 102; dem ruhme seiner waffen entspreche die gerechtigkeit, mit der er sein reich im innern verwalte. Ranke 11, 91; Mathias. ich bin beschimpft im angesicht der welt. die ehre unsrer waffen stell' ich her. Grillparzer 7, 54 (bruderzwist 2). II@3@b@bβ) gewalt, glück, recht der waffen: der gewalt der waffen musz alles weichen, all things yield to the force of arms. Ludwig 2363; weil es nicht allein genung ist zu wissen, wie man einem feind nur mit gewalt der waffen könne einigen schaden zufügen: sondern es viel rühmlicher ist, wann man ohne vieles blutvergiessen mit klugen und practicablen krieglisten solchen hintergehen, und ihm einen abbruch thun kan. Gruber kriegspolitica (1699) vorrede; er ... stifftete mit den gothischen nationen, theils durch tractaten, theils durch gewalt der waffen, ruhe. Mascou gesch. d. Teutschen 195; er kümmerte sich um das geschrei der deutschen reichsstände nicht, weil diese gar keine anstrengungen machten, ihre forderungen mit gewalt der waffen zu unterstützen. Schlosser gesch. d. 18. jahrh.3 1, 134; dasz man die grundsätze der legitimität aufrecht erhalten und durch die gewalt der waffen herstellen müsse. J. G. Droysen abhandl. z. neueren gesch. 23; durch deiner waffen glück, und meine treue hand zwangstu Albanien und der Iberer land. Lohenstein Cleopatra (1680) 13; und dieses böhm'sche land, um das wir fechten, das hat kein herz für seinen herrn, den ihm der waffen glück, nicht eigne wahl gegeben. Schiller 12, 221 (Wallenst. tod 1, 5); Achilles. zwar durch die macht der liebe bin ich dein, und ewig diese bande trag' ich fort; doch durch der waffen glück gehörst du mir. H. v. Kleist 1, 275 (Penthes. 16); das glück der waffen auffs neue zu versuchen. Gruber kriegspolitica (1699) 153; alles hing davon ab, welchen ausgang die französische unternehmung haben, wohin das glück der waffen sich neigen werde. Ranke 3, 17; nicht als ob es die absicht Ludwigs XIV. gewesen wäre, das glück der waffen noch einmal im ganzen und groszen herauszufordern: seine starke aufstellung sollte ihm nur den frieden verschaffen. 11, 56; das los der waffen wechselt hin und her; kein kluger streiter hält den feind gering. Göthe 9, 84 (Iphig. 5, 3); da dann eine stadt bey dergleichen begebenheiten in das allergrösseste verderben fället, als solche sich jemals einbilden können, weil alles nach dem blinden willen der waffen reguliret wird. Gruber kriegspolitica (1699) 230; dis allzumal gewann den feinden meine hand durch's recht der waffen ab. Lohenstein Cleopatra (1680) 21; da sey der himmel vor, den selber zu ermorden, der durch der waffen recht mein herr und könig worden. J. E. Schlegel 1, 51 (Orest 4, 3). II@3@b@gγ) werk der waffen u. ä.: so wirst du (Johanna) deine waffen von dir legen und wiederkehren zu dem sanfteren geschlecht, das du verläugnet hast, das nicht berufen ist zum blut'gen werk der waffen. Schiller 13, 269 (jungfr. v. Orl. 3, 4); wenn dann die vögte sehn der waffen ernst, glaubt mir, sie werden sich des streits begeben. 14, 335 (Tell 2, 2); ist demnach zu wissen ... dasz der tumult der waffen die stimme der gerechtigkeit keines weges unterdrücken sol. Gruber kriegspolitica (1699) 54; dann mögt ihr auch sonst wohl dem spiele der waffen (zweikampfe) zusehen. Klopstock 9, 316 (Hermann 8); fern ist der fremden zeugen rohe schaar, die zwischen uns sich kampfgerüstet stellte — der waffen klang erschreckt mein ohr nicht mehr. Schiller 14, 62 (braut v. Mess. 2, 5); wo nun den sinnig milden frieden der waffen rauschen unterbrochen hat. Platen 40 (verm. ged.). II@3@cc) auch in andren wendungen weist waffen bildlich auf kriegerische unternehmungen oder diejenigen, die sie ausführen, hin: wie sie (Maria) dann auchglori und ehr nach ihrem brauch(was will man mehr?) erthailt unsern waffen, sie kann den hochmueth strafen. Opel u. Cohn 30jähr. krieg 354, 3; geht! geht! seit ihr im lager seid, geht alles zurück, kein segen ist mehr in unsern waffen. Schiller 13, 231 (jungfr. v. Orl. 2, 2); [] Isabeau (einen dolch ziehend). sorget nicht! sie soll nicht leben, unsern fall zu sehn. Fastolf (zur Johanna). du weiszt was dich erwartet.jetzt erflehe glück für die waffen deines volks! 13, 327 (5, 10); wan wir der freien gewalt und dem befehle der Filister uns widersetzten und üm deinet willen uns ihre waffen über den hals zögen. Zesen Simson (1679) 237; ja ich sage, wer sich auff frembde hülffe und waffen alleine verlässet, sich und sein land in grosse gefahr setze. Gruber kriegspolitica (1699) 19; bald veränderte die zurückberufung des herzogs von Guise aus Italien das kriegsglück, und brachte die waffen der Franzosen wieder empor. Schiller 9, 5; der krieg hatte sich für uns jetzt gleich mit glück eröffnet, das seitdem der gefährte unserer waffen blieb. Varnhagen denkwürdigk. 3, 415; sobald Napoleon seinen ruhm in die waffen und Frankreichs glück in die herrschaft über Europa setzte. Gervinus gesch. des 19. jahrh. 1, 4. mit beziehung auf die gräuel des krieges: ach edler fürst wolgeborn, zum herrn des lands seid ir gekorn, leid grosze not von wafen. Liliencron hist. volksl. 1, 69, 15. bei, zwischen, unter den waffen 'im kriege': weil Mars noch immer zeucht vom leder, so achtet man nicht viel der feder. gesetze schweigen bei den waffen, die musen können auch nichts schaffen. Gerlach stammbuch (1647) 127 nach Wander 4, 1724; dasz nichts desto weniger in solchem unaussprächlichen gräuel, zwischen den scharpfen blut-triefenden wafen, noch immer frische studirende schöslein entsprossen und aufgewachsen. Rompler v. Löwenhalt reimgetichte s. 9 der vorrede; auch schreibe ich es mitten under den feinden, mitten under den feindseeligen waffen, mitten under dem getürmel und gemurmel der kriegsgurglen. Moscherosch ins. cura par. 12 neudr.; ach, wie haben wir die beste jahr unsers alters in diesem unglück, under den waffen, verfolgung und trangsalen, zugebracht und verschlossen! 134; es scheint alles im getümmel zu grunde zu gehen, als eine person ... herbei kommt und durch die nachricht, dasz der heerführer nicht weit sey, die ruhe wieder herstellt. hier wird der charakter des helden mit den schönsten zügen geschildert, mitten unter den waffen sicherheit versprochen, dem übermuth und der gewaltthätigkeit schranken gesetzt. Göthe 18, 272 (W. Meisters lehrj. 3, 6). II@3@dd) wieder in andern fällen steht die waffen deutlich für die heeresmacht, die truppen. schon die ältere sprache kennt bildliche verwendung von waffen für bewaffnete: sie werden lauffen wie die risen, und die mauren ersteigen wie die krieger ... keiner wird den andern irren, sondern ein jglicher wird in seiner ordnung daher faren, und werden durch die waffen brechen, und nicht verwund werden. Joel 1, 8; wie mag der könig so lang schlaffen, weil in umbgebn der feinde waffen, der umb uns liget rings herumb eine grosse unzelige sumb. Hans Sachs 13, 500, 9 Keller-Götze; die türckische waffen stumpff machen, rendere spuntate e inutili l'armi turchesche. Güntzel 826. im 17. jahrh. hat sich die waffen für heeresmacht schlechtweg festgesetzt, ein gebrauch, der in den oben a bis c besprochenen wendungen seine erklärung findet: die kayserliche waffen, reichs-waffen, le arme dell' imperadore, imperiali. Krämer 1203; indem nun die Türcken sahen, wie die christlichen waffen auff die wiedereroberung des verlassenen Peter - Waradeins ... ihr absehen gerichtet hatten. Bernh. Chr. Jäger europ. historicus (1701) 1, 103; dem unvermutheten feindlichen einbruch der französischen waffen und darbey verübten unchristlichen tyrannisiren, mit dero bey handen habenden ansehnlichen truppen zu steuern. 1, 359; zwey neue provintzen ..., die hernach lange zeit ein tummelplatz der römischen und teutschen waffen gewesen, bis sie endlich den letzteren zu theile worden. Mascou gesch. der Teutschen 62; die länder jenseit der Donau ... waren schon unter Augusto, von den römischen waffen, bezwungen. einl. z. d. geschichten des römisch - teutschen reichs3 (1763) 3; machte Frankreich sich anheischig, den schwedischen waffen durch bekriegung der Spanier eine diversion zu machen. Schiller 8, 359; es ist eine schmach, die wir Deutschen mit keinem der andern europäischen völker ... theilen, dasz wir, sobald nur fremde waffen unter uns geboten ... in schmähungen uns ergossen über unsre regierungen. Fichte reden an die [] deutsche nation 443; schreibt er (Ludwig I. von Baiern) ... an den leitenden minister: 'es giebt nur ein mittel, uns die achtung der nation wiederzugewinnen: sofort unsre waffen von der französischen streitmacht zu trennen.' Heigel bei Flathe deutsche reden 1, 126; im falle Dänemark gleich auf der stelle dem französischen bund entsagen und seine waffen mit denen der Russen und Preuszen vereinigen wollte. Varnhagen denkwürdigk. 3, 314; er brannte vor begier, den ruf der französischen waffen wiederherzustellen, und stürzte sich sofort auf die kaiserlichen. Ranke 11, 136; darnach sollte ... Philipp V. ... durch die vereinigten waffen der verbündeten und des königs von Frankreich selbst verjagt werden. 11, 191; dasz zu allen übeln das äuszerste, der einfall französischer waffen, sich geselle. Vischer krit. gänge 5, 178; und dieses siegesbild, das ich erschaffen (die Victoria), dein hoher bruder schwingts in mächtger hand; es fliegt einher vor Alexanders waffen, er hats auf ewig an sein heer gebannt. Schiller 15, 1, 10 (huldigung d. künste 173). in rein concreter auffassung als 'krieger' erscheint waffen bei S. Dach: halt, sind es waffen? ja, ich höre waffen kommen den weg her, welcher wird nach Solyma genommen. ersteigt ein feind die stadt? 242 Österley. wol nach dem nd., schon mnd. wird wapen so gebraucht: sloghen den Holsten af boven sostich wapen unde vinghen erer vele. Korner bei Schiller-Lübben 5, 597. II@3@ee) die waffen kann auch waffenhandwerk, kriegerischer beruf sein. diese bedeutung entwickelt sich in wendungen wie der waffen pflegen, wo an dauernde beschäftigung mit den waffen zu denken ist: alle die brûdere, die der wâpene pflegent. statuten des deutschen ordens 103, 16 Perlbach; der sich anders nicht begienc, schilt und sper gap im genuoc. ich nenn iu sînen besten phluoc: ze reht er phlac der wâfen. W. v. Eschenbach Willeh. 244, 23; er liebte treflich sehr die bücher und die waffen, den solche können ja den höchsten preisz verschaffen. Rist Parnasz 23; was hat Northumberland gesagt vom Richmond? er sey nicht auferzogen bey den waffen (trained up in arms). Shakespeare Rich. III. 5, 3; ich war damals schon ein kecker degen und der waffen kundig. Körner 3, 11 (Rosamunde 1, 2); nichts kannt' ich als der waffen wilde freuden, und als des waidwerks kriegerische lust. Schiller 14, 41 (braut v. Mess. 1, 7). deutlich ausgeprägt ist sie in wendungen wie die waffen erwählen, für die waffen bestimmt sein u. dgl.: der hochverdiente herr, der theilte seine stunden theils in die raths-geschäfft, theils in die waffen ein. Mühlpforth ged. 391; wahrlich aus mir hätte vieles werden können in der welt ... hoher ruhm war zu erwerben, wenn die waffen ich erkor; mich den kugeln preis zu geben, war ich aber nicht der thor. Chamisso ged.8 95; wann die von Tyro solchen lust gehabt hätten zu den waffen, als zu der kauffmannschafft. Schupp (1663) 92; der zugang des rechten wurde hierdurch einem jeden bürger erleichtert, und das hohe recht die gerechtigkeit auszuüben aus den händen der unwissenden und blosz den waffen ergebenen groszen entzogen. Haller Alfred 56; wir haben gesehen, wie ein junger, für die waffen bestimmter mensch in seinem siebenten jahre ... in den stand eines pagen trat. Ste.-Palaye ritterwesen des mittelalters, übers. v. Klüber (1788) 2, 230; Quintus Sertorius ... widmete sich anfangs der gerichtlichen beredsamkeit, ging aber ... zu den waffen über. Jul. v. Vosz gesch. eines österr. partheigängers (1810) 323; junge soldaten unter den befehlen altgedienter offiziere, deren lebensberuf die waffen sind. Bernhardi verm. schriften 2, 392; doch bürgt die ernste pflicht der waffen, dasz alte zucht nicht rosten mag. Geibel 4, 232 (heroldsrufe). II@3@ff) jung ist die waffe als waffengattung (nach franz. arme, das ebenso gebraucht wird). es fehlt noch bei Adelung und Campe; auch Eggers im kriegslexicon gebraucht es nicht. jetzt ist das wort eingebürgert; man unterscheidet hauptwaffen (infanterie, cavallerie, artillerie) und specialwaffen, z. b. genie, pioniere. militärencycl.2 10, 137: bei unserer armee befanden sich etwa 25,000 mann cavallerie, während der feind kaum 5000 mann von dieser [] waffe hatte. Gneisenau feldzug von 1813 23; eben so hielt es schwer, die nöthigen artilleristen zur bedienung der kanonen zusammenzubringen, da hier unmöglich, wie bei andern waffen, blosz neulinge eintreten durften. Varnhagen denkwürdigk. 3, 302; auch diesmal kam ihm zu statten, dasz die vertheidigung der Franzosen gerade derjenigen waffe (der reiterei), in welcher er überlegen war, ihre volle entwickelung gestattete. Ranke 11, 163; wie er die kühnste der waffen, die reiterei, wieder zu der stellung erhob, die ihr im groszen kriege gebührt. Treitschke d. gesch.3 1, 62; noch im hohen alter bildete er die neue waffe der leichten infanterie, die grünen füsiliere. 1, 74; Landolt ... wollte das von ihm gegründete corps der zürcherischen scharfschützen mustern ... anwesende offiziere der in Frankreich und den Niederlanden stehenden Schweizerregimenter besprachen die wichtige zukunft der neuen waffe. G. Keller 6, 146. scharfe waffe, die träger der blanken waffe: noch waren ihre schweren, langsam feuernden rohre nicht geeignet, auf dem schlachtfelde den sieg zu gewinnen. der letzte erfolg hing noch von dem massenhaften ansturm der scharfen waffe und dem einbrechen ihrer gewalthaufen in den feind ab; noch kämpften die behenden schützen unter dem schirm der spieszträger. Freytag 20, 22 (bilder 3, 1); die mannschaften der scharfen waffe waren in der groszen mehrzahl pikeniere, seltener hellebardiere, zuweilen noch 'schlachtschwerter' als hüter der fahne, und rondaschiere mit kurzspiesz und schild. 20, 23. stehende waffe: felddollmetscher gehören zur wegweiserschaar, die auch im frieden als stehende waffe ganz vorzüglich zu üben ist. Jahn merke 181. gemischte, verbundene waffen: hier (bei der taktik) kommt angriff und vertheidigung, die verwendung der verbundenen waffen und der reserve, sowie das terrain zur sprache. G. Köhler entwickelung des kriegswesens 3, 2, 229. II@44) in freierer verwendung bezeichnet waffe überhaupt ein mittel, dessen man sich zu schutz oder trutz bedient. II@4@aa) der anschlusz an waffe im eigentlichen sinn ist noch ein engerer, wenn das wort auf etwas scharfes, verletzendes geht: so heisst nu S. Paulus die sünd des tods spies oder woffen, als solt er sagen, wenn die sünd das nicht were, so müsst der tod sein würgen wol lassen. Luther 6, 270b; seht hier die nägelein, so zierlich rund beschaffen, der zarten jungfrawschafft holdselig wehr und waffen. Zincgref bei Opitz t. poemata (1624) 217; doch sagen wir: dasz gifft, stahl, feuer, stein, den hund zu fäll'n zu plumpe waffen seyn. Lohenstein Ibrahim (1680) 85; erzähle mir, wie ists nun um dein herz beschaffen, empfindest du darinn des schmerzens starke waffen, der in dem tiefsten mark, mit hacken ausgespitzt, dir an dem leben nagt, und unbeweglich sitzt? Haller ged. (1753) 196. waffen der thiere, pflanzen s. unten 5. übertragen von der zunge, die ja auch als ein schwert bezeichnet wird: die zunge des menschen ... ist ein woffen zu liegen und zu triegen. A. v. Eyb eheb. 27, 8 Herrmann; dar umb solt du sî strâfen, sô daʒ der zungen wâfen dîn lop doch iht verhouwe. Reinfrit v. Braunschweig 11668; dein gifftig zung, dein gschwetz so scharff, mich nimmermehr verletzen darff, dein stechendt brennend waffen lähr mich munter und wachtsam all stund machen in allem unglück schwer. Höck blumenfeld 4, 41 neudr. II@4@bb) sonst gehört die freie verwendung von waffe zunächst der bibelsprache an, aus der sie sich schon in mhd. zeit in der geistlichen litteratur weiter verbreitet hat: es traff aber dazumal auch die gerechten des todes anfechtung, und geschach in der wüsten ein risz unter der menge, aber der zorn weret nicht lange. denn eilend kam der unstreffliche man, der für sie streit, und füret die waffen seines ampts, nemlich das gebot und versünung mit dem rauchwerg, und widerstund dem zorn, und schaffet dem jamer ein ende. weish. Salom. 18, 21; du bist troffen und ergriffen, denn du hast den herrn getrotzt. der herr hat seinen schatz auffgethan, und die woffen seines zorns erfur gebracht. Jer. 50, 25; in allen dingen lasset uns beweisen, als die diener gottes ... in dem wort der warheit, in der krafft gottes, durch waffen der gerechtigkeit, zur rechten und zur lincken. 2 Cor. 6, 7; denn ob wir wol im fleisch wandeln, so streiten wir doch nicht fleischlicher weise. denn die waffen unser ritterschafft sind nicht [] fleischlich, sondern mechtig fur gott, zu verstören die befestungen, da mit wir verstören die anschlege, und alle höhe, die sich erhebet wider das erkentnis gottes. 10, 4; auch begebet nicht der sünden ewre glieder zu waffen der ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbs gotte, als die da aus den todten lebendig sind, und ewre glieder gotte zu waffen der gerechtigkeit. m. 6, 13; die nacht ist vergangen, der tag aber her bey komen. so lasset uns ablegen die werck der finsternis, und anlegen die waffen des liechtes. lasset uns ehrbarlich wandeln, als am tage, nicht in fressen und sauffen. 13, 12; want nicht alleine mit lîblîchin, sunder ouch mit den geistlîchin wâpenen wirt ubirwundin der vîent in manchin stundin, alsô daʒ gebete ist. N. v. Jeroschin 2180 Strehlke; darumme saltû zu allin zîten kein des tûvils anstrîten gereit sîn unde muginde mit wâpenen der tuginde. 3235; nemet an uch den schilt des geloubn ... dar zu setzet uf uowere houbt den helm der selicheit. und nemet daz swert des geistes ... daz sin die wapene da mit wir uns deme tuovele suln wern. Leyser deutsche predigten d. 13. u. 14. jahrh. 92, 1; diz sint di vinde den du solt wider sten mit den wafenen des gotes wortes, mit dem schilde des rechten gelouben, mit dem swerte des heiligen geistes. altd. predigten 1, 8, 26 Schönbach; werfen wir von uns die werk der vinsternisse und cleiden an uns die wafen des lichtes. 1, 87, 34; das wir wider in (den teufel) gerüstet seien mit geistlichen woffen Ephes. 6 ... den man weder kennet noch sihet und mit leiblichen waffen nicht treffen, viel weniger vertreiben kan. Luther 5, 338a. II@4@cc) im nhd. ist dieser gebrauch von waffe sehr erweitert worden. das wort steht in vielen fällen, wo der gedanke eines kampfes vorschwebt, in beziehung auf wortstreit, die zurückweisung eines gegners, das verfolgen des eigenen vortheils gegenüber andren u. dgl. es erscheint zunächst in denselben oder ähnlichen wendungen, wie sie sich für kriegerische verhältnisse ausgebildet haben; mit waffe verbindet sich der genetiv eines substantivs oder ein adjectiv: yetz merckest du, mit was waffen die sophisten fächten wider gottes wort, und wie ain ströin argument der franciscaner gefürt hat wider das fewrig evangelium. Eberlin 2, 19 neudr.; nur der jenig ist ein wöhrhaffter, löblicher und starcker hofman, der sein fleisch zämet mit den waffen der continentz, und der seinen feind schlägt mit dem schwerd der discretion und bescheidenheit. Albertinus der welt thurnierplatz 129; also pfleget ein gelehrter, aber untugentsamer und ungewissenhaffter jurist, mit den waffen seiner gelehrtheit und ansehens, sich selbst und vil andere leuth zuverderben. 179; sie griffen mich mit den waffen nachfolgender ein- und gegenwürffe an. Butschky hd. kanzelley 656; ich fiel ihn mit den waffen des eigennutzes und der liebe an, und hielt meinen sieg für gewisz. Rabener sat. 3, 142; sehen sie da junge leute, mit den mienen der weiszheit und allen waffen der leichtfertigkeit versehen, in allen künsten der galanterie unterrichtet, auf die schwachen augenblicke ihrer geliebten und ihrer töchter jagd machen. Lenz verteidigung des herrn Wieland 23 neudr.; setzte er sich in positur, um seinen gegner ... dann mit den waffen des vorwurfs anzufallen. Göthe 20, 7 (W. Meisters lehrj. 7); ein verständnisz mit denen zu knüpfen, an die man nicht ohne schrecken denket, von denen man nicht spricht, ohne vorher sich mit den waffen des gebets zu schützen. F. Müller Fausts leben 1, 82, 3 neudr.; als hier ein allgemein geachteter charakter mit allen waffen eines kräftigen, offenen hasses angegriffen war. Vischer krit. gänge 1, 123; bekämpf' ihn, wenn du willst, mit waffen des betrugs, da wo er mit betrug dich angreift. H. v. Kleist 2, 414 (Hermannsschl. 2, 8); das unheimliche des furchtbaren princips empfanden nicht nur die protestanten, welche ihn (den jesuitenorden) ohne aufhören mit ihren papiernen waffen, den flugschriften, zu bändigen suchten. Freytag 20, 7 (bilder 3, einl.); Deutschland aber darf act davon nehmen, mit wie elenden waffen hier seine gerechten ansprüche (auf Elsasz-Lothringen) bekämpft werden. v. Sybel kl. hist. schriften 3, 458; die wenigsten menschen, in den wenigsten kämpfen, zeigen die absicht oder auch verstehen es nur, gröszer zu sein als ihre feinde oder den [] kampf in einem gröszeren sinne, mit groszartigern, edleren waffen zu führen, als jene thun. Prutz kl. schriften 2, 60; ich lache ob den hochgelahrten affen, die sich aufblähn zu stolzen geistesrichtern; ich lache ob den feigen bösewichtern, die mich bedrohn mit giftgetränkten waffen. Heine 1, 59 Elster; mit verrosteten waffen streiten. Wander 4, 1725; er ... gab jahre lang den kalender für den preuszischen volksverein heraus, worin er freiheit, parlamentarismus, aufklärung und fortschritt mit seinen stumpfen waffen bekämpfte. Fr. Kirchner die deutsche nationallitteratur 397; und sieh, auch unser volk, aus schutt und nacht erhob es sich, mit blanker waffe kämpfend. Ed. Paulus ges. dicht. 74. einen mit seinen eigenen waffen erlegen, to beat one at his own play, to kill him with his own sword. Ludwig 2363; der gleissend teuffel ... greiffet die christenheit an ... mit irem eigen harnisch und waffen, das ist mit der schrifft, damit sie sich aller leiblichen anfechtung wider in erwehret, dieselbige kan er so .. meisterlich ... drehen, das er einen bald irre macht. Luther 6 (1578), 479a; ich habe nicht nötig gefunden, sie (eine theorie) anders als mit ihren eigenen waffen anzugreifen. Schiller 1, 89; an der grenze selber wird der feind empfangen, und durch eine schlacht ... zurückgeworfen. das geheimnis der revolutionären kriegskunst ist entlarvt, ihr vollender wird mit seinen eigenen waffen geschlagen. Dahlmann bei Flathe deutsche reden 1, 63; er (Stein) wollte an die stelle der verlebten alten geburtsstände die rechtsgleichheit der modernen bürgerlichen gesellschaft setzen ... er dachte die revolution mit ihren eigenen waffen zu bekämpfen. Treitschke d. gesch.3 1, 273; merken sie denn nicht, wo ich hinaus will? sie sollen ihren nebenbuhler mit eben den waffen schlagen, auf die er trotzig thut. Gotter 3, 252. mit gleichen waffen kämpfen: mit hönen, mit paszquillen ist die sach nit auszgetragen ... sind sie kühn, so kommen sie zum kampff, mit gleichen waffen, da wird man sehen, wer gewinnen oder verlieren werde. M. Hoe triumphus Calvinisticus (1615) 3; erst wollen wir den standort erwägen, auf dem jeder von uns hält; damit wir um so redlicher licht und wetter theilen können. denn nicht genug, dasz wir alle mit gleichen waffen fechten. ein sonnenstrahl, der des einen auge mehr trift, als des andern; ein strenger luftzug, dem dieser mehr ausgesetzt ist, als jener: sind vortheile, deren sich kein ehrlicher fechter wissendlich bedienet. Lessing 10, 47 (eine duplik); in den nächsten kriegen der zukunft müssen wir uns auf vielfache und hartnäckige reitergefechte gefaszt machen. denn ohne zweifel werden unsere gegner uns mit gleichen waffen zu begegnen suchen. Bernhardi verm. schriften 2, 484. eine waffe schmieden, schleifen, schärfen: schau, wie die brüste sich vom schnellen athem schwellen, die liebe schärft hier selbst die waffen süsser pein. Lohenstein Cleopatra (1680) 98; zu Scharnhorst aber gesellte sich eine schaar jüngerer talente ..., die das heer als eine schule des volks ... betrachteten. ihr stilles wirken hat ... die waffen geschliffen für den kampf der befreiung. Treitschke d. gesch.3 1, 289. eine waffe ergreifen, handhaben, führen u. dgl.: schwert und bibel taugen nicht zusammen ... ich lege die geistliche waffe zur seite, um getrost die weltliche zu ergreifen. C. F. Meyer Jürg Jenatsch 74; die unsichere frauenhand berühre niemals in den leidenschaften des bürgerkriegs die zweischneidige waffe persönlicher rache. 147; wenn er (Marius) nur die inneren eigenschaften eines volkshauptes besasz, so konnte er dessen, was zum volksführer ihm abging, allerdings entrathen. eine furchtbare waffe hielt er in der hand in der neu organisirten armee. Mommsen m. gesch.7 2, 192; ihr kleines verwünschtes gesicht ist der letzte grund aller dieser kriege wider mich ... ich habe dieser jungen aufwieglerin versprochen, wenn sie die waffen ihres kleinen schelmischen angesichts nicht ruhen liesze wider mich, so würd' ich ihr einen possen zu spielen wissen. H. v. Kleist 2, 157 (Käth. v. Heilbr. 2, 3); ich sah die keusche liebe, die keine waffen führt als zärtlich-holde triebe. König gedichte (1745) 263; wer im angesichte der öffentlichkeit solche gebrandtmarkte waffen zu führen die schamlosigkeit hat, mit dem hat weder die literatur, noch die gesellschaft irgend ein weiteres wort zu reden. Vischer krit. gänge 1, 4; dasz er zur erreichung [] seines zieles mit gleichem eifer neben einander revolutionäre und diplomatische waffen zu führen gedachte. v. Sybel kl. hist. schriften 3, 569; so bald man redt der welt in schilt, von stund an sy darwider bilt, und brucht darwider alle waaffen, will sich umbs bösz nit lassen straffen. tragoedia Joannis (Bern 1549) K 4b; gegen einen solchen mann sollte es nicht hinwiederum erlaubt seyn, sich aller arten von waffen zu bedienen? welche waffen können meuchelmörderischer seyn, als sein verfahren ist? Lessing 10, 177 (Anti-Goeze 2); selbst die linke, obgleich sie gegen Gagerns moralische diktatur gern hinter ihren einzigen schild, die geschäftsordnung, sich versteckte, wagte doch oft nicht einmal von dieser waffe gebrauch zu machen. K. Biedermann erinn. aus d. Paulskirche 280; seitdem wandte er die scharfen waffen seiner beredtsamkeit auch in freiheitlichen fragen gegen seine bisherigen parteigenossen. 313. die waffen niederlegen, strecken s. oben 2, c, β, 4)). waffe als subject: um das erste wort, als wort, d. i. als merkzeichen der vernunft auch aus dem munde gottes empfangen zu können, war vernunft nöthig ... alsdann fechten alle waffen meines gegners gegen ihn selbst. Herder 5, 41 (urspr. d. sprache) Suphan; Vogt wuszte wohl, dasz es für politische parteien und parteiführer nichts gefährlicheres giebt, als — das lächerliche. wie oft hatte er diese waffe gegen seine widersacher geschwungen! und jetzt wollte die nemesis, dasz dieselbe waffe sich gegen ihn und seine partei kehre. K. Biedermann erinn. aus d. Paulskirche 400. II@4@dd) es kann auch von etwas gesagt werden, dasz es eine waffe ist, zur waffe wird, zur waffe dient u. dgl. der gedanke des kampfes kann in weiteren zusätzen ausgeführt werden; vielfach tritt er aber mehr in den hintergrund, so dasz die ursprüngliche bedeutung von waffe zu 'mittel sich zu schützen, jemand zu überwinden, etwas zu erreichen' u. dgl. abgeblaszt erscheint: wan du wilt zu deme strite gehin und tust an daʒ wappin din, so soltu daʒ ouch vorstehin und daʒ di wile merke, daʒ god din hœstis woppen ist, der dir gebit des libis sterke und dich behutit zu allir frist. Rothe ritterspiegel 3906 Bartsch; ein feste burg ist unser gott, ein gute wehr und waffen. Luther 8, 364b; fressen, sauffen, vill schlafen, faülentzen und müszig gahn seyn wapen der unkeüscheyt, da mit die keuscheyt behend ubirwunden wirt. von d. guten werken 100 neudr.; darumb lasset uns beten und kempffen, denn das wort desz glaubens und das gebet desz gerechten sind die gewaltigsten wappen. tischr. 149b; ins bapsts buch fanden sie (die schwärmer) auch ein spruch Sanct Augustini, der war ir sterckste wehr und waffen. Mathesius historie d. Luthers 117, 17 Lösche; hergegen solten die busz und das gebett sein unsere fürnembste waffen. Albertinus der kriegszleut weckuhr 1, 13a; weiberträhnen seind waffen, die alles entwaffnen. Zesen Simson (1679) 77; der ganze lauf und kampf gehet durch geduld, die geduld .. ist eines unserer vornehmsten wehr und waffen. v. Bogatzky evang. übung des wahren christenthums (1750) 481; die waffen, die ich gegen ihn gebrauchte, und denen könige so leicht zu unterliegen pflegen, waren argwohn, misztrauen gegen alle, die sich ihm nahten. Klinger 2, 8 (der günstling 1, 3); lügen sind nur die waffen der hölle — die braucht Fiesko nicht mehr seine Julia zu fällen. Schiller 3, 125 (Fiesko 4, 12); seine frömmigkeit, durch die man ihn zu verderben drohte, ward früher und später sein schild und seine waffe. Göthe 24, 223 (a. m. leben 1, 4); die freie forschung war die waffe, mit der Luther einst gesiegt hat. W. Menzel kritik des modernen zeitbewusztseins 1, 106; diese tapferen Germanen .. schätzten den kriegerischen ruhm niedriger als irgend ein anderes volk; sie lebten des glaubens, Deutschlands schärfste waffen seien seine gedanken. Treitschke d. gesch.2 2, 6; die stille macht seiner (des bürgerstandes) interessen bildete eine gefährliche passive waffe, deren wirksamkeit nichts gegen den sieg der unwidersprechlichen macht der soldatenerhebung, aber alles nach ihm vermochte. Gervinus gesch. d. 19. jahrh. 1, 121; das heisz ich rechte fehde, wenn jeder übt die kraft, zur waffe wird die feder, zur waffe wissenschaft. Schenkendorf 14; was aber hat die heidnische kunst logica mit der gottesgelahrtheit zu schaffen? frug frau Hadwig. die wird in [] rechten händen zur waffe, die kirche gottes zu schützen, sprach der abt. Scheffel Ekkeh. 54; die öffentliche meinung, wichtig in den händen der sogenannten popularpartei, ward zur unwiderstehlichen waffe in der hand des künftigen königs von Rom. Mommsen m. gesch.7 2, 157; so weit treibst du die list und die erlaubten lügen, die man zu waffen braucht, die feinde zu besiegen? J. E. Schlegel 1, 340; wir fassen ein gesetz begierig an, das unsrer leidenschaft zur waffe dient. Göthe 9, 83 (Iphig. 5, 3). einem waffen geben, leihen, nehmen, sinnlicher in die hände legen, entwinden u. dgl.: ey, was wundre tugendt-krafft hat der edle reben-safft. will ich gern sicher schlaffen, schafft er mir die beste waffen: für flöh-toben mich nicht erschreck', wan ein fläschlein hab zur deck. aus einem jesuitendrama Düsseldorf 1724 im 6. beiheft zum centralblatt f. bibliothekswesen s. 317; doch dein glück dir selbst zu schaffen, tochter, steht in deiner hand: die natur gab dir die waffen, gab dir sanftmuth und verstand. Gotter 1, 86; auf unserer warte zu seyn, und auf uns acht zu geben, weil der teuffel immer herum gehet, und uns zu verschlingen suchet, unter andern mit solchem achtgeben auf uns, wo wir unvorsichtiglich ihm, so zu reden, die waffen selbst in die hand geben, mit denen er uns schaden kan. Spener drey christl. predigten von versuchungen (1712) 53; welch eine thorheit, seinen feinden so muthwilliger weise die waffen in die hände zu geben, womit sie uns aufreiben! Wieland ausgew. briefe 3, 75 (v. j. 1771); sie müssen sich, mein herr gegner, daher schon gefallen lassen, dasz ich ihnen eine bessere waffe gegen mich in die hand lege, als diejenige, die sie führen: sie würden mich empfindlicher treffen, wenn sie benützten, was ich selbst eben in jenem reiseberichte .. gesagt habe. Vischer krit. gänge 5, 163; zur waffe gab natur mir den erfindenden verstand, und scharfsinn, meine freiheit zu beschützen. Schiller 43, 384 (Turandot 2, 4); wann euer süsses zünglein spricht, schafft sie, dasz feindes wüten bricht, sie kan die helden niderschmeissen; sie kan dem schwarzen zornesgrim und allem groben ungestüm die waffen ausz den händen reiszen. J. A. Bucholtz teutscher Herkules (1676) 1, 109. waffen in etwas (gleichsam in einem zeughause) finden, aus etwas suchen, holen u. dgl.: er floh die welt, weil er in dem ganzen bereich seines liebenden gemüths keine waffe fand, sich ihr zu widersetzen. Grillparzer 8, 120 (erinn. an Beethoven); man wollte aus den classischen studien nur die ganze alte wollust des heidenthums einsaugen, waffen darin suchen gegen das christenthum. W. Menzel kritik des modernen zeitbewusztseins 9; noch suchte er (Bentham) rathend und schreibend .. für die Franzosen zu wirken .., als er ihre menschen- und bürgerrechte schon für einen codex der anarchie ansah und mit merkwürdigem scharfsinn darin die keime des kommunismus voraus erkannte, der ihm (obwohl er sich später waffen aus seinen schriften holte) ein lächerlicher greuel war. Gervinus gesch. des 19. jahrh. 4, 23; er glaubte dadurch (durch anerkennung der verfassung) gegen die reaction eine starke waffe ... zu gewinnen. K. Biedermann erinn. aus d. Paulskirche 409. II@4@ee) endlich erscheint waffe in verbindung mit einem genetiv oder einem adjectiv auch in freieren wendungen als mittel etwas zu erreichen, einem übel zu begegnen u. s. w., wobei der ausdruck sich von der vorstellung des kampfes völlig losmachen kann: indem die waffen ihrer höfligkeit den ausschlag gegeben. Harsdörfer schauplatz jämmerl. mordgeschichte 316; was ... der überwinder des plutonischen höllenreiches, Orpheus, durch die waffen der music gethan. J. Kuhnau music. quack-salber 50, 13 neudr.; du sollst mich mit allen waffen widerlegen, die du in deiner gewalt hast. Schiller 2, 182 (räuber 5, 1); diese männer, die alle waffen der geometrie in ihrer macht hatten, waren allein vermögend eine meinung empor zu halten, die .. Kant 8, 16; einige leute ... fielen dem seiltänzer sogleich in die arme, entwaffneten ihn, und drohten ihm mit vielen schimpfreden. dieser, der sich jetzt nur auf die waffen seines mundes [] reducirt sah, fing gräszlich zu drohen und zu fluchen an. Göthe 18, 161 (W. Meisters lehrj. 2, 4); zu was haben mir die waffen der prahlenden vernunft geholfen? — da liegen sie als unnütze werkzeuge ihres stolzes. v. Thümmel reise 1, 177 (1791); ihre kunst bestand daher in sanften bitten ..., schmeichelnden liebkosungen, und in den gefährlichen waffen der thränen. A. G. Meiszner 9, 8 (erzähl. 3); es übrigt noch, euch des klosters bücherei zu zeigen, die arzneikammer lernbegieriger seelen, das zeughaus für die waffen des wissens. Scheffel Ekkeh. 48; mit den also bereiteten waffen, dem proletariat und dem kaufmannsstand, ging Gracchus an sein hauptwerk, an den sturz der regierenden aristokratie. Mommsen m. gesch.7 2, 112; gegen den miszbrauch der amtsgewalt sichert das parlament sich selber durch die schneidige waffe der wahlprüfungen. Treitschke deutsche kämpfe n. f. 185; ein geist vom herrn bringt ihm (Langen) des glaubens waffen. Pyra u. Lange 143 (29, 566) neudr.; lauf, was du laufen kannst, zum pater, erzähl' ihm diesen zauberstreich, und bitt' ihn dringend, dasz er gleich mit allen seinen heil'gen waffen sich her bemüh', um frieden uns zu schaffen. Langbein 1, 309. II@55) hervorzuheben sind noch einige übertragene verwendungsweisen von waffe, bei denen sich das wort auch zum appellativ hat entwickeln können. II@5@aa) waffen bei den pflanzen: damit die natur den nutz, welchen die menschen möchten ausz disen früchten (kastanien) haben, desto besser versehe, hat sie dise früchte mit sonderem starcken harnisch und wafen wider die scharffen zän der wilden thier und spitzigen schnabel der vögel umbgehüllet. Sebiz feldbau (1580) 362; waffen, harte stechende theile, womit bei manchen pflanzen die äuszern organe besetzt sind, wie der dorn, die granne, der stachel. Bischoff handbuch der bot. terminologie 140. II@5@bb) waffen bei den thieren. II@5@b@aα) allgemein: aber den thyeren hat got geben ir sundere waffen als hörner, claen, lang zene, federn und deszgleichen, damit sie sich mügen weren, beschützen und entpfliehen. A. v. Eyb ehez. 46, 23 Herrmann; die thier werden weder vom gesetz, noch von der ordnung, noch vom verstandt regiert: es ist ihnen gnug, dasz sie leben, und sich mit ihren natürlichen waffen vor aller gefahr verthetigen. Albertinus der kriegszleut weckuhr 1, 63a; dar nâch gênt si (die hirsche) zuo den paumen und reibent diu hörner dar an und versuochent si. sô si dann starch sint, sô gênt si sicherleich, wan si habent wâpen, dâ mit si sich wernt. K. v. Megenberg 130, 16; der stör beherschet und besiget im (dem hausen) an, dann er schneydt in auf und verletzt im sein bauch mit seinen scharpffen waaffen. Forer fischb. 186b; weil ir, plutmauser, allenthalben an inen praucht so sehr die wafen, das ir sie nicht recht lasen schlafen. Fischart flöh. 3605 Hauffen; zu feld noch flieget (ihr bienen) heut, auff, auff, mit wehr und waffen, euch schickt zur blumen-beut. Spee trutznacht. 127; da doch iedweder wurm, die schwache schnecke, sich, die sich nur, dasz sie nicht verfaulen soll, beweget, die waffen bey gefahr mit ihrer schaale reget, und auf den, der sie neck't, versuchet rach und stich. Lohenstein Agrippina (1685) 87. freier: daz tier (bomachus) hât die art, wenn man ez jagt, sô wirft er seinen waichen mist auz dem leib nâch im ain joch ackers lenge, und wen des mistes smack berüert, den prennt er. mit dem wâpen verjagt er sein veind von im. K. v. Megenberg 124, 1. II@5@b@bβ) darnach wird waffen als appellativ gebraucht, um die zum angriff dienenden organe einiger wilden thiere zu bezeichnen. so vor allem die fangzähne des wilden schweins: waffen eines wilden schweins, le difese del cinghiale. Krämer 1203; die waffen eines hauenden schweins, les défenses d'un sanglier. Rondeau; schweinswaffen, aprinorum dentium falculae. Stieler 2435; das schwein hat starcke waaffen und gewerff. Sebiz feldbau (1580) 569; wenn sie (die ferkel) gebohren werden, bringen sie alle ihre zähne mit auf die welt, die vier werden eigendlich ihre waffen genennet, davon sie mit den untersten zum schärffesten verletzen können. Becher jägercabinet 55; gewehr, gewärff, haderer, waffen, wehrzähne, nennet man die vier grösten zähne der wilden hauenden schweine. Stahl forst-, fisch- u. jagd-lex. 1 (1772), 1040 Nemnich 4, 1405. andere beschränken [] den ausdruck auf die beiden unteren zähne: wehrzahn oder haderer sind die vier ausstehenden zähne des wilden schweines, mit denen beiden oberen kan es nicht verletzen, sondern schärfet damit die unteren, welche hauzähne und waffen genennet werden, mit denen es tödlich um sich hauet. Schottel 403. das ursprünglich weidmännische wort ist in die allgemeine sprache übergegangen: ich wolt mich üben fast und ser ... durch kifen, nagen, beiszen, grein und hauen umb sich wie ein schwein, wiewol ich nit solch wafen hab eim eber gleich ... Schade satiren 1, 133, 26; allein, wann auf dem Harz, nun lang genug gequält, ein aufgebrachtes schwein zuletzt den tod erwählt, die dicken borsten sträubt, die starken waffen wetzet, und wütend übern schwarm entbauchter hunde setzet ... Haller ged. (1757) 85; an dem rothen morast, wo sich der regen gesammelt, wälzt sich schnaubend die bache mit ihren jungen; der keiler wetzet indes am splitternden stamm die grimmigen waffen. Zachariä 2, 35 (tagesz.); seh ich hier die wilden käuler, durch verworrne hecken, dringen ... kann man sich auch ohn gefahr zu den wilden hauern wagen, die hier (auf dem bilde) recht lebendig scheinen, und so scharfe waffen tragen? Brockes 6, 226; schaut, wie stroblich seine borsten, wie so lang die waffen seyn. 6, 227. ferner heiszen so die klauen des luchses und der wildkatze: waffen ann thieren, ungues, ungulae. Schönsleder prompt. Kk 2d; der lux hat klauen wie wafen: geht auff seinen wafen, nicht klauen, wann er fahen will. Sebiz feldbau 569; waffen nennt man die klauen des luchses. Weber ökon. lex. 628; in der weidmannssprache heiszen die augen der wildkatze seher ..., die krallen waffen. Brehm thierl.2 1, 451. endlich die krallen oder griffe der raubvögel: etliche beysser fassen das federspiel (das einen vogel gefaszt hat) bey beyden füssen, und tretten dem gefangenen vogel auff den kopff und ziehen ir federspiel also ab dem vogel. man bricht ihm aber durch solchs ziehen gar leichtlich seine waffen. jag und weydwerckbuch (1582) 2, 40a; alsdann fänget der falcke an auf den reyger mit seinen starcken waffen einen hefftigen anfall zu thun, gibt ihm einen griff. Becher jägercabinet 88; wenn der habicht dem haasen einen griff gegeben hat, so hält er ihn mit der rechten waffe fest, mit der linken aber ergreifet er die erde. Adelung; ich muszte dich in die sonne und in die luft hervorreiszen, sonst wirst du ein weiches ding, wie dein vater ... du bist wohl stärker geworden, als er, du stöszest mit deinen waffen wie ein junger habicht zu. Stifter studien (1850) 5, 188 (hagestolz). darnach auch in der heraldik z. b. für die fänge des adlers. Müller-Mothes 972. Bernd wappenwissenschaft 2, 206. II@5@cc) vereinzelt kommt (wie auch bei lat. arma, ags. wǽpn) waffen für die geschlechtswerkzeuge vor: darby ward ir torhait gemerket, daz sie mainet, daz die menschen, umb daz sie vernünftig sind, groszere soltent waffen haben, wann die unvernünftigen tier. Steinhöwel Äsop 342 Österley. II@5@dd) in der studentischen sprache kommt waffe für trinkglas vor. Kluge studentenspr. 134. es bezieht sich das auf ausrufe wie: zu den waffen! ergreift die waffen! beim wettstreit im trinken, dem sog. bierskandal. vgl. auch waffenstillstand. II@66) mhd. wâfen geht auch auf das ritterliche wappen. über die entwicklung dieser bedeutung wird unter wappen gehandelt. sie ist aus dem zusammenfassenden wâfen und zwar hauptsächlich aus dem collectiven sing. geflossen und hat sich schon frühzeitig von der grundbedeutung losgelöst, obgleich in wendungen wie wâfen tragen, wâfen vüeren vielfach noch eine doppelte auffassung möglich ist: der (schild) was swarz alsam ein kol: dâ was enmitten ûffe wol ein rat von rôtem golde erhaben. daʒ wolder zeinem wâfen haben, dâ man in bî erkande. W. v. Gravenberg Wigalois 51, 6; sîn helm aber was gezieret mit einem swanen härmîn, snabel und füeʒe guldîn: ditz selbe wâfen fuort er. 62, 28; der eine fuorte ze wâfen, den dâ vehtens bevilte, in einem rôten schilte semlîner wecke drî; da erkande man in bî. Ottokar österr. reimchr. 15964 Seemüller; [] vierhundert ritter unverzeit die ... fuorten alle ein wâfen gar ûf schilten und ûf wâpenkleit: guldîn boijen, sô man seit. Pleier Garel 10819 Walz. auch als landeswappen, stadtwappen: der künec von Ormanîe,der was vrô genuoc, dô er und ouch die sînesînes landes wâfen truoc vür den sal künic Hetelen.obene durch die zinne lieʒ man den vanen weiben.des trûrte diu vil hêre küniginne. Kudrun 792, 2; Berner waffen ist als snell mit drin gevarwten strichen, der ein ist rot, der mittel gel, darin stat unverblichen ein ber gar swarz gemolet wol, rot sind im die clawen ... Liliencron hist. volksl. 1, 88, 1. wer jemand unterthan ist, der trägt sein wâfen; darnach heiszt es: von dem ich hœre daʒ beste sagen, des wâfen woltich gerne tragen. Freidank 74, 18. übertragen bedeutet dies wâfen tragen das zeichen jemandes an sich tragen, die art jemandes haben: daʒ diser heiliger man dem künege von himelrîche liep ist besunderlîche, wand er daʒ selbe wâfen treit (die wundenmale), dâmit er al die kristenheit an dem kriuze erlôste. Lamprecht v. Regensburg S. Francisken leben 4256; diu frouwe was entslâfen. si truoc der minne wâfen, einen munt durchliuhtic rôt und gerndes ritters herzen nôt. W. v. Eschenbach Parz. 130, 4; owê dir. Tôt! du bist ein hagel ... ein rîter hie dîn wâfen treit (Wigalois der für tot gehalten wird), der eʒ ie vil gerne gap. W. v. Gravenberg Wigalois 200, 13; swer sîne sêle wil erneren und sich ir (der sünden) aller wil erweren ... der sol der werlte widersagen und sol ir wâfen niht mê tragen. Docen miscell. 2, 221. im 15. und 16. jahrh. kommt wafen als 'wappen' auch in obd. quellen noch vor, doch wird überwiegend die form wapen gebraucht, die sich besonders für die ritterliche rüstung und die ritterlichen abzeichen festgesetzt hatte. vielfach wird schon in der jetzigen weise zwischen wafen und wapen geschieden (z. b. bei Brant, Murner, Hans Sachs und in vielen andren quellen); wie aber letzteres auch noch für 'rüstung, waffe' vorkommt, so bieten einige quellen auch wafen 'wappen': danne der selbe römsch konig Sigmont dem selben marggrofen von Brandenburg die Brandenburger marg geben hette mit woffen und aller herlicheit und zugehörung. Windecke denkwürdigkeiten 105 Altmann; do maht der bischof ein nüwe ingesigel von den wofen des bistmes und einen bischofstab derdurch. Closener, d. städtechr. 8, 139, 11; (papst Clemens VI.) was der erste, der sinen schilt und woffen det machen an das blygin ingesigel an den römeschen bullen. Königshofen, ebenda 9, 586, 5; den (Juden) schluog der bapst zuo ritter und schanckt im vil guotter klaider, guldin und seidin, und gab im auch sein aigne waffen. Rem Augsburger chronik, ebenda 25, 38, 13; und waren viel in der herberg zum hirsch, die machten ihre waffen ... da kamen die Böheimischen herren ... auch dahin, und waren also ungefehr heraus gangen, uf den marckt zu spazieren, und als sie über sich gesehen, hetten sie der waffen, die man angeschlagen hett, wahrgenommen. Götz v. Berlichingen 37 neudr.; dann wye derselbig theure helt in Frankreich thet eyn czuc yns felt, hast du eyn commendation, nachmals dyss wahfen krigt zu lohn, nemlych eynen zuetheylten schylt, der czwene gleyche theyle hylt, der underste ganz wol vormyscht schon hymmelblau von farben yst .. lass myr das eyn schon wahfen seyn! preuszische geschichtsschreiber 4, 2, 360b (Elbing um 1571); Achilles, so er gieng in schlacht hett er auff desz himmels lauff acht, derhalb er auch sein waffen ziert mit himmels gstirn, die er da führt. Fronsperger kriegsb. 1, 235b (1573). als 'stempel': sullen die tunnen durch einen faszbender oder koitschroder ... mit einem unser stat iseren und waffen auch darzu gerichtet, gebrant, alsdan vort zugespundet ... werden. Krumbholtz die gewerbe der stadt Münster 484 (um 1550). vereinzelt noch im 17. jahrh.: [] sein (des Mars) waffen zwar das taug, weils billich ihm gebührt, dasz einen greiff und wolff er in dem schilde führt. Logau 1, 101, 18; drum fahr ich weiter fort zu bilden einen mann, der Reinkens hintertheil im waffen führen kan. 3, 215 (beschreibung der fuchsschwäntzerey). waffen neben wappen: auf groszem geld sieht man der fürsten bildnussen, was aber kleine oder geringe münz ist, auf solchen sihet man ihre waffen oder wappen. predigten von 1678 bei Schmeller2 2, 862. in den jetzigen obd. mundarten ist zwar wappen eingebürgert, doch kommt daneben in gleicher bedeutung auch noch wafen vor, z. b. in Schwaben und in der Schweiz. hierher gehört auch der ausdruck: die waffen des leidens Christi oder schlechtweg die waffen Christi, der alle in der passion vorkommenden marterinstrumente zusammenfaszt, d. h. beil, speer, nägel, die dornenkrone u. s. w., wie sie an Christusbildern am wege aufgehängt zu werden pflegen. die waffen (wofür auch wappen gesagt wird) ist hier so viel wie 'embleme': (Christus) zuo gerichte sitzet mit sinen woffen ... crütze, krone, nagele. ged. vom jüngsten gericht bei Schmidt els. wb. 410; gerber zunfft hat die 12 engel mitt den waffen Christi. Freiburger passionsspiele 200 Martin; wer unsers herrn waffen alltag ansicht. Schmeller2 2, 862 aus einer handschr.; die von Norenberg ... sie hant nu das werdigeste heligdum, das dar usz Beheimer lant ist komen (die reichskleinodien), von godes wafen und anders mere. Liliencron hist. volksl. 1, 320, 59. nebenbei mag man allerdings an 'waffen' gedacht haben, woraus es zu erklären ist, dasz sich hier die form mit f länger hielt. noch Schönsleder, der sonst wappen, insignia, angibt, verzeichnet: die waffen des leydens Christi, Christi incruciamentorum insignia. prompt. i 5a.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Waffe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Waffe , plur. die -n, 1. Ein jedes Werkzeug, sowohl zur Vertheidigung, als zum Angriffe, in welcher weitern Bedeutun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Waffe

    Goethe-Wörterbuch

    Waffe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Waffe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Waffe , soviel wie Truppengattung, s. Meyers Waffen (am Schluß).

  4. modern
    Dialekt
    Waffef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Waffe f. : ' Gerät zum Angriff oder zur Verteidigung ', Waff (waf, wḁf) [mancherorts], häufiger im Pl. Waffe gebr. [verb…

  5. Spezial
    Waffe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Waf|fe f. (-,-n) erma (ermes) f.

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waffe‑ als Erstglied (30 von 358)

Waffelbube

SHW

Waffel-bube Band/Spalte unbekannt

Waffelmaul

SHW

Waffel-maul Band/Spalte unbekannt

Waffelohr

SHW

Waffel-ohr Band/Spalte unbekannt

waffelart

DWB

waffel·art

waffelart , m. schwätzer. ein von Fischart gebildetes wort, mit romanischer endung ( vgl. franz. babillard schwätzer zu babiller) zu waffeln…

Waffelbecker

Campe

waffel·becker

Der Waffelbecker , — s, Mz . gl. einer, der vorzüglich oder ausschließlich Waffeln bäckt.

waffelbindung

DWB

waffel·bindung

waffelbindung , f. ein gewebe aus rechtwinklig sich schneidenden erhöhten rippen, zwischen denen vertiefte quadratische stellen erscheinen, …

waffeleisen

DWB

waffel·eisen

waffeleisen , n. 1 1) das aus zwei zusammenschlagenden blechen bestehende gerät, in dem die waffeln gebacken werden. Diefenbach gl. 255 b ga…

waffeler

DWB

waffe·ler

waffeler , m. einer, der die worte durcheinander wirft, schwätzer. in Nassau Schmidt 318 . Kehrein 436 . zu waffeln vgl. DWB waffel 4.

Waffelfresser

PfWB

waffel·fresser

Waffel-fresser Pl. : Neckname für die Bewohner von KU-Altkch und KL-Spesb, -fresseʳ [KU-Dunzw, Seebach Neckn. 27]; vgl. PfWB Waffel 4.

waffelfrisur

DWB

waffel·frisur

waffelfrisur , f. eine frisur, die so gelegt ist, dasz sie längliche vierecke bildet. Jacobsson 4, 571 ( wo waffenfrisur gedruckt ist ).

waffelhaus

DWB

waffel·haus

waffelhaus , n. waffelbude: waffelhaus, waffelkram, wafelhuis, wafelkraam. Kramer (1719) 257 .

waffelig

PfWB

waffelig Adj. : ' rautenförmig gemustert '. »Der Nordpfälzer Bauer spricht gelegentlich von einer waffeligen Tür eines Hauses oder eines Sch…

Waffel II

ElsWB

PfWB LothWB RhWB Waffel II f. dünner wabenähnlicher Kuchen, zwischen zwei Eisenblechen gebacken Ingersh. Dü. U. W. Klein vergleicht frz. gau…

Waffelkauken

MeckWB

waffel·kauken

Wossidia Waffelkauken m. wie Waffel: MeckWB Waffelkauken müßten 't MeckWB sin Reut. 5, 350.

waffe als Zweitglied (30 von 72)

ABWEHRWAFFE

DWB2

abwehr·waffe

DWB2 ABWEHRWAFFE f. DWB2 ( meist pl. ) DWB2 ⟨1921/2⟩ die vorladung in der hand der partei und die vormerkung in den akten, das sind für die …

Angriffswaffe

Campe

angriff·s·waffe

○ Die Angriffswaffe , Mz. die — n, Waffen, welche man beim Angreifen des Feindes gebraucht (Offensiv- Waffen); in Gegensatz der Schutz= oder…

biowaffe

DWB2

bio·waffe

biowaffe f .: 1989 Königsdorf 1989 (1990)23. 2003 nat. geographic Dtld. 11,41 b . Schulz

defensivwaffe

DWB2

defensiv·waffe

defensivwaffe f. : 1687 heutige staats-architectur 269. 1965 spiegel 9,40. DWB2 2 selten zuss. und zusb. zu defensiv 1 :

donnerwaffe

DWB2

donner·waffe

donnerwaffe f. : 1667 Hallmann Urania 83. v1733 Pietsch gebundne schr. ( 1740 ) 210. DWB2 3 mit donnerähnlichem geräusch verbundene bewegung…

fernwaffe

DWB2

fern·waffe

fernwaffe f. über große entfernung wirksame waffe; antonym DWB2 nahwaffe . oft im plur.: 1856 Rüstow krieg u. seine mittel 490. 1979 zeit 21…

feuerwaffe

DWB2

feuer·waffe

feuerwaffe f. (zu DWB2 5 ): 1613 Binhard thür. chr. 1,114. 1995 frankf. allg. ztg. 284, N5.

Flugwaffe

LDWB2

flug·waffe

Flug|waf|fe f. (-,-n) ‹mil› (Luftwaffe) aviaziun militara f.

gegenwaffe

DWB

gegen·waffe

gegenwaffe , f. waffe zur abwehr: wenn einer deines gleichen dich beleidigt, fährst du mit dem schwerte drein, wenn seine gegenwaffen reue u…

geisteswaffe

DWB

geiste·s·waffe

geisteswaffe , f. waffe im geisteskampfe: geisteswaffen, arma spiritualia Stieler 2435 .

giftwaffe

DWB

gift·waffe

giftwaffe , f. : dasz wir die giftwaffen jetzt nur noch unter den tropen ... finden Peschel völkerkunde 197 ; dasz die freszwerkzeuge der ..…

glaubenswaffe

DWB

glauben·s·waffe

glaubenswaffe , f. , zu glaube I A 1 c γ, im anschlusz an bibelstellen wie 2. Kor. 10, 4 , Eph. 6, 16 : dasz er ( gott ) dich hat erschaffen…

götterwaffe

DWB

goetter·waffe

-waffe Schwabe belust. (1741) 6, 445 ; Hölderlin s. w. 2, 505 Hell. b b) in einer auf die menschlich-irdische sphäre beschränkten anwendung,…

grabenwaffe

DWB

graben·waffe

-waffe amtl. kriegsdepeschen v. 26. 7. 1917. d δ) der bereich graben A 1 b scheint, abgesehen von dem vereinzeltstehenden grabohûfen bei Not…

grundwaffe

DWB

grund·waffe

-waffe : die grundwaffen, speer, keule, beil und bogen Ratzel völkerkde 2, 240 ;

Kriegswaffe

Campe

kriegs·waffe

Die Kriegswaffe , Mz. die — n , Waffen, deren man sich im Kriege bedient, gewöhnlich nur schlechthin Waffen. S. Campe Kriegswehr .

mordwaffe

DWB

mord·waffe

mordwaffe , f. waffe zum mord: einen mit mordwaffen angreifen.