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waffe

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Waffe Die

Bd. 5, Sp. 532b
Die Waffe, Mz. — n. 1) Ein jedes Werkzeug, sowol sich damit zu vertheidigen, als auch damit feindlich anzugreifen, wo denn auch die Glieder und Theile, welche die Natur den Thieren zu diesem Gebrauche gegeben hat, Waffen genannt werden. So sind die Hörner die Waffen des Ochsen, die Hufe die Waffen des Pferdes. Besonders werden von den Jägern Waffen genannt, die Fänge der Raubvögel, die Klauen des Luchses, die Hauer des wilden Schweines, welche Hauer zusammengenommen auch das Gewäff, und das Gewehr heißen. »Wenn der Habicht dem Hasen einen Griff gegeben hat, so hält er ihn mit der rechten Waffe fest, mit der linken aber ergreift er die Erde.« Ad. So werden auch alle Dinge, deren sich die Menschen zur Vertheidigung und zum Angriff bedienen, Waffen genannt, wo denn auch ein bloßer Stock, eine Keule, eine Waffe sein kann. I engerer Bedeutung aber ist die Waffe ein jedes künstliches Werkzeug dieser Art, und eigentlich dazu bestimmt und eingerichtet, sich damit zu vertheidigen oder damit anzugreifen. Sich zur Reise mit Waffen versehen. Verbotene Waffen tragen, z. B. [] einen Dolch, einen Stockdegen  Besonders Werkzeuge dieser Art, deren man sich im Kriege bedient, wo denn Harnisch, Panzer, Helm, Schild, Bogen und Pfeile, Schleuder, Spieß, Lanze, Schwert, Hellebarde, Pike  zu den Waffen gehören, welche zusammengenommen auch die Rüstung heißen. Die Angriffswaffen der neuern und neuesten Zeit, besonders zum Schießen, nennt man Gewehre, Geschütz, in der Sprache der Dichter Geschosse (wo es aber von weiterem Umfange ist und auch Bogen, große Steinschleudern  begreift), und dazu gehören Flinten, Büchsen, Pistolen, Kanonen, Mörser  Diese letzten nennt man niemahls Waffen, ausgenommen in einigen Zusammensetzungen, z. B. Waffenplatz, wo man auch Gewehre und Geschütz darunter versteht, und man giebt diesen Namen in allgemeinen nur jenen ältern Werkzeugen dieser Art, man möge sich derselben im Kriege bedienen, oder bei andern Gelegenheiten, und gebraucht es vorzüglich in der edlern und höhern Schreibart, wo die nähere Bestimmung der Art Waffen nicht nöthig ist, oder wo andere bestimmtere Benennungen unedel oder zu alltäglich scheinen. Die Waffen der Alten und die der Wilden sind von den unsrigen verschieden. Waffen schmieden. Zu den Waffen greifen, die Waffen ergreifen, sich zu wehren oder damit anzugreifen, oder auch nur sich zu kriegerischer Vertheidigung, zu kriegerischem Angriff rüsten. Zu den Waffen! als kriegerischer Aufruf und Ausruf (ad arma). Waffen schreien, rufen, ehemahls für, zu den Waffen rufen. Oberlin. Sein Recht mit den Waffen suchen, der Entscheidung der Waffen überlassen. Die Waffen sollen entscheiden. Die feindlichen Waffen haben gesiegt. Die Waffen tragen, ein Krieger, Soldat sein. Unter den Waffen sein, mit Waffen versehen, und sowol zur Vertheidigung als zum Angriffe bereit sein. Der Stillstand der Waffen. Die Waffen ruhn, des Krieges Stimmen schweigen. Schiller. Unter den Waffen grau werden. Sein Leben unter den Waffen zubringen, beschließen, im Kriege. Die Waffen führen, gebrauchen, lernen. Sich in den Waffen üben. Er schlich umgürtet mit Waffen und Wehr So leise, so lose wie Nebel einher. Bürger, wo beides überhaupt nur Werkzeuge zur Vertheidigung und zum Angriff bezeichnet, ob man gleich sonst einen Unterschied machen und unter den Waffen Angriffswaffen, und unter Wehr Vertheidigungswaffen verstehen kann. Obgleich die Mehrzahl am gebräuchlichsten ist, so wird doch die Einzahl auch häufig genug gebraucht. »Das mag eine ganz gute Waffe zum Angriffe sein.« Wieland. Als man, trotz allem Flehn, ihr jede Waffe nahm. Alxinger. »Wie kömmt es denn, daß dieses (dieser) stroherne Schild nur an meinem Arme schlimmer als keins (keiner) ist, an seinem aber für eine gar hübsche taugliche Waffe passiren (gelten) muß.« Lessing. Uneigentlich auch von unkörperlichen Dingen, sofern sie als Mittel der Vertheidigung und zum Angriff dienen. Einem die Waffen wider sich in die Hände geben, die Mittel des Angriffs, Beschuldigungen, welche er uns machen kann, Gründe, deren er sich gegen uns bedienen kann  Sie hatte keine andere Waffen als Bitten und Thränen. So rechnet Anakreon auch die Schönheit zu den Waf. ffen, welche die Natur dem weiblichen Geschlechte gegeben hat. Wir fassen ein Gesetz begierig an, Das unsrer Leidenschaft zur Waffe dient. Göthe. 2) I weiterer Bedeutung nennen manche Handwerker ihre Werkzeuge, auch wenn sie zur Vertheidigung und zum Angriff ganz untauglich sind, Waffen. So müssen die Kammmacher, die Hutmacher  zur Verfertigung des Meisterstücks ihre eigenen Waffen haben. 3) * * Ehemahls gebrauchte man Waffen als einen Ausruf, sowol des Schmerzes und Wehklagens. »Man hort Waffen vnd owe da schreien und rufen.« Konr. v. Würzburg, Troj. Kr. Bl. 76. »Wafen vber des tuifels list.« Manessen Minnes. — als auch der Verwunderung und des Lobes. »si sprach vil[] dicke, waffen! wes haut diz tobende luit bedacht.« Konr. von Würzb. Troj. Kr. Bl. 54. »Waffen! wer mag er sin, der an froeiden sich an mir gelichen muige?« Manessen Minnes.
5035 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Waffe

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Die Waffe , plur. die -n, 1. Ein jedes Werkzeug, sowohl zur Vertheidigung, als zum Angriffe, in welcher weitern Bedeutun…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Waffe

    Goethe-Wörterbuch

    Waffe [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Waffe

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Waffe , soviel wie Truppengattung, s. Waffen (am Schluß).

  4. modern
    Dialekt
    Waffef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Waffe f. : ' Gerät zum Angriff oder zur Verteidigung ', Waff (waf, wḁf) [mancherorts], häufiger im Pl. Waffe gebr. [verb…

  5. Spezial
    Waffe

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Waf|fe f. (-,-n) erma (ermes) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit waffe

430 Bildungen · 358 Erstglied · 72 Zweitglied · 0 Ableitungen

waffe‑ als Erstglied (30 von 358)

Waffelbube

SHW

Waffel-bube Band 6, Spalte 189-190

Waffelmaul

SHW

Waffel-maul Band 6, Spalte 189-190

Waffelohr

SHW

Waffel-ohr Band 6, Spalte 189-190

waffelart

DWB

waffel·art

waffelart , m. schwätzer. ein von Fischart gebildetes wort, mit romanischer endung ( vgl. franz. babillard schwätzer zu babiller) zu waffeln…

Waffelbecker

Campe

waffel·becker

Der Waffelbecker , — s, Mz . gl. einer, der vorzüglich oder ausschließlich Waffeln bäckt.

waffelbindung

DWB

waffel·bindung

waffelbindung , f. ein gewebe aus rechtwinklig sich schneidenden erhöhten rippen, zwischen denen vertiefte quadratische stellen erscheinen, …

waffeleisen

DWB

waffel·eisen

waffeleisen , n. 1 1) das aus zwei zusammenschlagenden blechen bestehende gerät, in dem die waffeln gebacken werden. Diefenbach gl. 255 b ga…

waffeler

DWB

waffe·ler

waffeler , m. einer, der die worte durcheinander wirft, schwätzer. in Nassau Schmidt 318 . Kehrein 436 . zu waffeln vgl. DWB waffel 4.

Waffelfresser

PfWB

waffel·fresser

Waffel-fresser Pl. : Neckname für die Bewohner von KU-Altkch und KL-Spesb, -fresseʳ [KU-Dunzw, Seebach Neckn. 27]; vgl. PfWB Waffel 4.

waffelfrisur

DWB

waffel·frisur

waffelfrisur , f. eine frisur, die so gelegt ist, dasz sie längliche vierecke bildet. Jacobsson 4, 571 ( wo waffenfrisur gedruckt ist ).

waffelhaus

DWB

waffel·haus

waffelhaus , n. waffelbude: waffelhaus, waffelkram, wafelhuis, wafelkraam. Kramer (1719) 257 .

waffelig

PfWB

waffelig Adj. : ' rautenförmig gemustert '. »Der Nordpfälzer Bauer spricht gelegentlich von einer waffeligen Tür eines Hauses oder eines Sch…

Waffel II

ElsWB

PfWB LothWB RhWB Waffel II f. dünner wabenähnlicher Kuchen, zwischen zwei Eisenblechen gebacken Ingersh. Dü. U. W. Klein vergleicht frz. gau…

Waffelkauken

MeckWB

waffel·kauken

Wossidia Waffelkauken m. wie Waffel: MeckWB Waffelkauken müßten 't MeckWB sin Reut. 5, 350.

waffe als Zweitglied (30 von 72)

ABWEHRWAFFE

DWB2

abwehr·waffe

DWB2 ABWEHRWAFFE f. DWB2 ( meist pl. ) DWB2 ⟨1921/2⟩ die vorladung in der hand der partei und die vormerkung in den akten, das sind für die …

Angriffswaffe

Campe

angriff·s·waffe

○ Die Angriffswaffe , Mz. die — n, Waffen, welche man beim Angreifen des Feindes gebraucht (Offensiv- Waffen); in Gegensatz der Schutz= oder…

biowaffe

DWB2

bio·waffe

biowaffe f .: 1989 Königsdorf 1989 (1990)23. 2003 nat. geographic Dtld. 11,41 b . Schulz

defensivwaffe

DWB2

defensiv·waffe

defensivwaffe f. : 1687 heutige staats-architectur 269. 1965 spiegel 9,40. DWB2 2 selten zuss. und zusb. zu defensiv 1 :

donnerwaffe

DWB2

donner·waffe

donnerwaffe f. : 1667 Hallmann Urania 83. v1733 Pietsch gebundne schr. ( 1740 ) 210. DWB2 3 mit donnerähnlichem geräusch verbundene bewegung…

fernwaffe

DWB2

fern·waffe

fernwaffe f. über große entfernung wirksame waffe; antonym DWB2 nahwaffe . oft im plur.: 1856 Rüstow krieg u. seine mittel 490. 1979 zeit 21…

feuerwaffe

DWB2

feuer·waffe

feuerwaffe f. (zu DWB2 5 ): 1613 Binhard thür. chr. 1,114. 1995 frankf. allg. ztg. 284, N5.

Flugwaffe

LDWB2

flug·waffe

Flug|waf|fe f. (-,-n) ‹mil› (Luftwaffe) aviaziun militara f.

gegenwaffe

DWB

gegen·waffe

gegenwaffe , f. waffe zur abwehr: wenn einer deines gleichen dich beleidigt, fährst du mit dem schwerte drein, wenn seine gegenwaffen reue u…

geisteswaffe

DWB

geiste·s·waffe

geisteswaffe , f. waffe im geisteskampfe: geisteswaffen, arma spiritualia Stieler 2435 .

giftwaffe

DWB

gift·waffe

giftwaffe , f. : dasz wir die giftwaffen jetzt nur noch unter den tropen ... finden Peschel völkerkunde 197 ; dasz die freszwerkzeuge der ..…

glaubenswaffe

DWB

glauben·s·waffe

glaubenswaffe , f. , zu glaube I A 1 c γ, im anschlusz an bibelstellen wie 2. Kor. 10, 4 , Eph. 6, 16 : dasz er ( gott ) dich hat erschaffen…

götterwaffe

DWB

goetter·waffe

-waffe Schwabe belust. (1741) 6, 445 ; Hölderlin s. w. 2, 505 Hell. b b) in einer auf die menschlich-irdische sphäre beschränkten anwendung,…

grabenwaffe

DWB

graben·waffe

-waffe amtl. kriegsdepeschen v. 26. 7. 1917. d δ) der bereich graben A 1 b scheint, abgesehen von dem vereinzeltstehenden grabohûfen bei Not…

grundwaffe

DWB

grund·waffe

-waffe : die grundwaffen, speer, keule, beil und bogen Ratzel völkerkde 2, 240 ;

Kriegswaffe

Campe

kriegs·waffe

Die Kriegswaffe , Mz. die — n , Waffen, deren man sich im Kriege bedient, gewöhnlich nur schlechthin Waffen. S. Campe Kriegswehr .

mordwaffe

DWB

mord·waffe

mordwaffe , f. waffe zum mord: einen mit mordwaffen angreifen.