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streimel

mhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

streimel f., m.

Bd. 19, Sp. 1306
streimel, f., m. , l-ableitung zu strîm bzw. streim (s. oben streim; zur verbreitung in den heutigen maa. vgl. striem), 'streifen'. die ahd. formen setzen ein sw. m. strimilo voraus: nom. pl. stimolon ahd. gl. 2, 707, 51 St.-S.; strimelon 700, 47 (11. jh., fränk.); strimelon 2, 697, 57 (12. jh., bair.); nom. akk. pl. strimilon 2, 673, 51 (11. jh., bair.); stimilin 673, 7 (12. jh., abschrift des vorigen). auf ein femin. *strīmiljōn- (vgl. Wilmanns dt. gr. 22, 266) weisen strîmillun ahd. gl. 2, 687, 7 (akk. plur.; 12. jh., alem.) und strimulle ahd. gl. 1, 454, 56 (nom. sing.; 11. jh., bair.). mhd. begegnet ein akk. sing. fem. strîmel Reinfrid v. Braunschweig 1514 lit. ver. (der vers verlangt beschwerte hebung, also wohl mit länge; s. u.), mnd. ein akk. sing. mask. strymeln (15. jh.) Wackernagel leseb. 2985, 36; frühnhd. strymele crispa Diefenbach gl. 158b; strimel, strymel strima gl. 556b; nov. gl. 350b (u. ö., s. unten). — diphthongisches straimel (akk. plur.), straimeln (dat. plur.) erscheint um die mitte des 14. jhs. bei Konrad v. Megenberg buch d. natur 436, 13; 432, 23 neben streimeln (nom. pl.) 454, 11. frühnhd. straimel Diefenbach gl. 255c s. v. galaxia; ferner (aus mhd. -ei- oder -î-) streymel, streymeln Diefenbach gl. 556b s. v. strima; nov. gl. 88b s. v. cicatrix. die ahd. glossierungen ergeben die bedeutung 'streifen' bereits mit weitem anwendungsbereich. 'lichtstreifen', 'farbstreifen' (s. 1 und 2), ferner 'strich (in der einteilung der sonnenuhr)': linea strimulle ahd. gl. 1, 454, 56 St.-S. (11. jh., bair.) zu reg. 4, 20, 9 'vis ut ascendat umbra decem lineis, an ut revertatur totidem gradibus?' — 'zone', von den fünf klimatischen zonen des himmels, denen die fünf erdgürtel entsprechen: zone strimelon ahd. gl. 2, 700, 47 (11. jh., fränk.) zu Vergil georg. 1, 233 'quinque tenent caelum zonae'. 11) 'lichtstreifen', von sternschnuppen (vgl. streim 1 b): strimilon (stellas ... videbis praecipites caelo labi, noctisque per umbram flammarum longos a tergo albescere) tractus (Verg. georg. 1, 367; 11. jh., bair.) ahd. gl. 2, 673, 7. — von der milchstrasze: dye wisz strymel in dem himmel (15. jh., untere Maas), die weisz straimel an dem hymmel (1445, obd.) Diefenbach gl. 255c s. v. galaxia.vgl. radius liechtstreymel (1432, obd.) Frommann die dt. maa. 4, 303a. 22) 'farbstreifen'. streifen oder flecken in der zeichnung einer schlange: strimolon (anguis ... caeruleae cui terga) notae (maculosus et auro squamam incendebat fulgor Verg. Aen. 5, 87) ahd. gl. 2, 707, 51 (11. jh., fränk), dazu: strimilon 673, 51 (11. jh., bair.), strimelon 697, 57 (12. jh.). — eingelegter goldstreifen: sîn wâfenkleit, als ich ez las schein rôt von rubînen, und sach man verre schînen dar ûz ab des schiltes tach von golde ein strîmel, diu brach von obnen ab unz in den spiz Reinfrid v. Braunschweig 1514 lit. ver. von farbigen streifen oder adern in edelsteinen: (der stein achates) ist swarz; aber in die swerzen sint weizeu æderl gemischt. man spricht auch, daz der stain gar schœnes angeporns gemæls hab zwischen seinen straimeln und daz daz allez ainer varb sei Konrad v. Megenberg buch d. natur 432, 23 Pf.; ain ander wân ist ... daz onichinus oder onix ain tail swarz sei und daz in der swerz weiz und rôt streimeln sein ebda 454, 11. — in der heutigen mundart als pflanzenname, 'faltenlilie', nach der rötlichen äderung der blüten: Lloydia serotina Salisb. striemenlilie, in den österr. Alpen streiml Perger pflanzen 3 (1860) 26. 33) streifenförmiges mal auf der körperhaut: iglichs hatte einen rôden strymeln umb den hals als ein syden faden d. seele trost (15. jh.) in: Wackernagel leseb. 2985, 36; vibex est lesura qd. ein strymel Diefenbach mlat.-hochdt.-böhm. wb. 283; cicatrix ein masen vel streymeln (1432, obd.) Frommann d. dt. maa. 4, 295a. — von unklarer bedeutung sind: strima (soviel wie vibex?vgl. striemel) strimel, streymel (anf. d. 15. jhs.) Diefenbach gl. 556b, strymel (1466, obd.) nov. gl. 350b; crispa (falte?) eyn strymele (15. jh. md.) gl. 158b.
4115 Zeichen · 199 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    streimelstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    streimel stn. streifchen. Megb. 432, 36. 436,13. 454,11.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    streimelf., m.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    streimel , f., m. , l- ableitung zu strîm bzw. streim ( s. oben streim; zur verbreitung in den heutigen maa. vgl. striem…

  3. modern
    Dialekt
    Streimelm.f.

    Westfälisches Wb.

    Streimel m.f. [ Dor Sos MSauerl Arn Mes] 1. streifenförmiges Mal auf der Körperhaut; Striemen, auch von Schlägen. — 2. s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit streimel

5 Bildungen · 5 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

streimel‑ als Erstglied (5 von 5)

streimelaal

DWB

streimel·aal

streimelaal , m. , der in streimel geschnittene und dann geräucherte aal Frischbier pr. 2, 380 a ; vgl. streimellachs.

streimelicht

DWB

streime·licht

streimelicht , adj. , ' gestreift '; -ht- ableitung zu streimel ( s. d. ) bzw. ableitung auf -laht, -leht zu streim ( vgl. Wilmanns dt. gram…

streimelig

SHW

streimelig Band 5, Spalte 1529-1530

streimellachs

DWB

streimel·lachs

streimellachs , m. , ' aufgetruckneter und in länglichte stücke zerspaltener lachs ' Bock pr. wb. (1759) 67 ; streimel lachs eingesalzener l…