streimel,
f., m. , l-
ableitung zu strîm
bzw. streim (
s. oben streim;
zur verbreitung in den heutigen maa. vgl. striem), '
streifen'.
die ahd. formen setzen ein sw. m. strimilo
voraus: nom. pl. stimolon
ahd. gl. 2, 707, 51
St.-S.; strimelon 700, 47 (11.
jh., fränk.); strimelon 2, 697, 57 (12.
jh., bair.);
nom. akk. pl. strimilon 2, 673, 51 (11.
jh., bair.); stimilin 673, 7 (12.
jh., abschrift des vorigen).
auf ein femin. *strīmiljōn- (
vgl. Wilmanns
dt. gr. 2
2, 266)
weisen strîmillun
ahd. gl. 2, 687, 7 (
akk. plur.; 12.
jh., alem.)
und strimulle
ahd. gl. 1, 454, 56 (
nom. sing.; 11.
jh., bair.).
mhd. begegnet ein akk. sing. fem. strîmel
Reinfrid v. Braunschweig 1514
lit. ver. (
der vers verlangt beschwerte hebung, also wohl mit länge; s. u.),
mnd. ein akk. sing. mask. strymeln (15.
jh.) Wackernagel
leseb. 2985, 36;
frühnhd. strymele
crispa Diefenbach
gl. 158
b; strimel, strymel
strima gl. 556
b;
nov. gl. 350
b (
u. ö., s. unten). —
diphthongisches straimel (
akk. plur.), straimeln (
dat. plur.)
erscheint um die mitte des 14.
jhs. bei Konrad v. Megenberg
buch d. natur 436, 13; 432, 23
neben streimeln (
nom. pl.) 454, 11.
frühnhd. straimel Diefenbach
gl. 255
c s. v. galaxia; ferner (
aus mhd. -ei-
oder -î-) streymel, streymeln Diefenbach
gl. 556
b s. v. strima; nov. gl. 88
b s. v. cicatrix. die ahd. glossierungen ergeben die bedeutung '
streifen'
bereits mit weitem anwendungsbereich. '
lichtstreifen', '
farbstreifen' (
s. 1
und 2),
ferner '
strich (
in der einteilung der sonnenuhr)':
linea strimulle
ahd. gl. 1, 454, 56
St.-S. (11.
jh., bair.)
zu reg. 4, 20, 9 '
vis ut ascendat umbra decem lineis, an ut revertatur totidem gradibus?' — '
zone',
von den fünf klimatischen zonen des himmels, denen die fünf erdgürtel entsprechen: zone strimelon
ahd. gl. 2, 700, 47 (11.
jh., fränk.)
zu Vergil georg. 1, 233 '
quinque tenent caelum zonae'. 11) '
lichtstreifen',
von sternschnuppen (
vgl. streim 1 b): strimilon (
stellas ... videbis praecipites caelo labi, noctisque per umbram flammarum longos a tergo albescere)
tractus (
Verg. georg. 1, 367; 11.
jh., bair.)
ahd. gl. 2, 673, 7. —
von der milchstrasze: dye wisz strymel in dem himmel (15.
jh., untere Maas), die weisz straimel an dem hymmel (1445,
obd.) Diefenbach
gl. 255
c s. v. galaxia. —
vgl. radius liechtstreymel (1432,
obd.) Frommann
die dt. maa. 4, 303
a. 22) '
farbstreifen'.
streifen oder flecken in der zeichnung einer schlange: strimolon (
anguis ... caeruleae cui terga)
notae (
maculosus et auro squamam incendebat fulgor Verg. Aen. 5, 87)
ahd. gl. 2, 707, 51 (11.
jh., fränk),
dazu: strimilon 673, 51 (11.
jh., bair.), strimelon 697, 57 (12.
jh.). —
eingelegter goldstreifen: sîn wâfenkleit, als ich ez las schein rôt von rubînen, und sach man verre schînen dar ûz ab des schiltes tach von golde ein strîmel, diu brach von obnen ab unz in den spiz
Reinfrid v. Braunschweig 1514
lit. ver. von farbigen streifen oder adern in edelsteinen: (
der stein achates) ist swarz; aber in die swerzen sint weizeu æderl gemischt. man spricht auch, daz der stain gar schœnes angeporns gemæls hab zwischen seinen straimeln und daz daz allez ainer varb sei Konrad v. Megenberg
buch d. natur 432, 23
Pf.; ain ander wân ist ... daz onichinus oder onix ain tail swarz sei und daz in der swerz weiz und rôt streimeln sein
ebda 454, 11. —
in der heutigen mundart als pflanzenname, '
faltenlilie',
nach der rötlichen äderung der blüten: Lloydia serotina Salisb. striemenlilie,
in den österr. Alpen streiml Perger
pflanzen 3 (1860) 26. 33)
streifenförmiges mal auf der körperhaut: iglichs hatte einen rôden strymeln umb den hals als ein syden faden
d. seele trost (15.
jh.)
in: Wackernagel
leseb. 2985, 36;
vibex est lesura qd. ein strymel Diefenbach
mlat.-hochdt.-böhm. wb. 283;
cicatrix ein masen
vel streymeln (1432,
obd.) Frommann
d. dt. maa. 4, 295
a. —
von unklarer bedeutung sind: strima (
soviel wie vibex? —
vgl. striemel) strimel, streymel (
anf. d. 15.
jhs.) Diefenbach
gl. 556
b, strymel (1466,
obd.)
nov. gl. 350
b;
crispa (
falte?) eyn strymele (15.
jh. md.)
gl. 158
b.