striem,
strieme striemen,
f., m. , '
streifen',
besonders '(
blutunterlaufener)
streifen auf der haut'
; auch '
strahl'.
herkunft und form. 11) striem
ist in der neueren schriftsprache die einzige vertretung einer gruppe von wörtern, die, nur durch den stammvokal unterschieden und von weitgehend gleicher bedeutung ('
streifen, strahl'),
für das mhd. in den formen strâm (
ahd. in ableitungen vorhanden), strîme (
ahd. strîmo),
streim, strieme
und deren ableitungen bezeugt sind, wozu noch kurzvokalisches *strim-
tritt, das durch niederdeutsch-mundartliche entsprechungen vorausgesetzt wird und vielleicht auch ahd. anzusetzen ist (
s. u.).
die wörter gehören der mundart und umgangssprache an und sind im altdeutschen nur sporadisch, im frühnhd. häufiger belegt. die im ahd. und mhd. zum teil nicht bestimmbaren quantitäten von i
und a
sowie die verbreitung der einzelnen formen ergeben sich aus dem befund der dialektwörterbücher. 1@aa)
zu stram
vgl. sp. 818—822 (
die dort und unter stramel und stramelicht
gebuchten formen sind jedoch nur zum teil auf vorstufen mit altem -â-
oder dessen umlaut zurückzuführen; vgl. zum ansatz des vokalismus die folgenden abschnitte).
für das ahd. sind nur ableitungen belegt, s. stramel und stramelicht,
sp. 819—820;
zum ersteren ist nachzutragen: stramulun (
stellas videbis ... praecipites caelo labi, noctisque per umbram flammarum longos a tergo albescere)
tractus (
Vergil georg. 1, 367)
ahd. gl. 2, 701, 8
St.-S. (11.
jh., fränk.).
im mhd. haben die reimwörter auf strâm
neben länge (
jüng. Titurel 5681, 3
H.)
in ungenau reimenden denkmälern auch kürze (:mitesam Heinrich v.
d. Türlin
krône 309; :vernam Frauenlob
lieder 11, 2, 2
E.),
während die formen der heutigen mundarten länge voraussetzen. mundartlich verbreitet ist strām,
umgelautet strǟm (-e, -en,
abgeleitet -el)
im oberdeutschen (
wo es weitgehend mit gleichlautendem strām '
strom'
zusammengefallen ist)
und im westlichen mitteldeutschen und siebenbürgisch-sächsischen für '(
farb-)
streifen',
im rheinischen auch '
strich, linie',
sowie für '
streifen auf der haut' (
als züchtigungsspur u. ä.);
die bed. '
strahl'
ist in obd. dialektwbb. nur historisch bezeugt. adjektivische und verbale ableitungen zu strām (
wie auch zu den übrigen varianten)
bedeuten '
gestreift', '
mit streifen versehen'.
auf umlaut des stammvokals wird im folgenden besonders hingewiesen, wenn er nicht als ä-
oder e-
laut, sondern als ā (
zu mundartl. ō
aus ā)
erscheint: strām, strōm (-e
n),
m., mit mehreren ableitungen Staub-Tobler
schweiz. id. 11, 2242; strm, strm (
im fränk. grenzgebiet),
m., und ableitungen (
mit -ãõ-
im ostschwäb. diphthongierungsgebiet) Fischer
schwäb. 5, 1876; gestramt,
adj. part. Schmeller-Fr.
bayer. 2, 813; stramel,
n. Unger-Khull
steir. 582
a; stramlo (
von gestreiften haustieren)
ebda 583
b; strâmlat (
Heanzen-ma.)
d. dt. maa. 6, 345; trôm,
m., umgelautet trámə, trǽmə,
m., trámi, trǽmeΧ,
adj. Martin-Lienhart
elsäss. 2, 631
b; štrâm, štrâmə,
m., štrǽm (-ə, -ən),
m., und ableitungen Follmann
Lothr. 504
a.
auf -æ-
weisen wohl auch štréim,
m. (
an der luxemburg. grenze)
ebda 507
a und sdrimen,
vb., gesdrimt Christa
Trier 202
a. strohm '
strich, linie',
und, mit ausfall des -t- (
vgl. rìəmə
neben trìəmə Martin-Lienhart
elsäss. 2, 632
a) schrohm '
strich', schrohmholz '
lineal' Wegeler
Koblenz 83
u. 76; schróhm,
m., '
strich', schrömen (
mit analogischer färbung des umlauts) '
mit linien beziehen' Waldbrühl
rhingscher klaaf 206; strêmich, strômich Haltrich
siebenbürg.-sächs. volksspr. 34
b; schtrômich Kramer
Bistritzer dial. 128; štrômən,
m., dim. štrêmtchi Kisch
vgl. wb. 218
b; schtrāmel (
umgelautet) Liesenberg
Stieger ma. 207;
im hennebergischen, sämtlich umgelautet: strâmiger,
m., strâmig,
f. (
von haustieren)
d. dt. maa. 5, 450; strâme,
f. Spiess
Henneberg 245;
vogtländisch: streemel Müller-Fraureuth 2, 577
a; šdrēm (
im mittleren sächs. Vogtland), šdrm (
oberpfälzisch im sächs. Vogtland) Gerbet
Vogtland 75; 256 (
die vokale entsprechen der normalen vertretung von mhd. æ
vor nasal, vgl. Gerbet § 261 B 1 c
und 3 c,
s. 254
f.; die formen stammen also nicht aus mhd. strieme,
wie Gerbet
a. a. o. angibt).
da sich im md. monophthongiertes ei
weitgehend an die vertretungen von æ
bezw. â
angenähert hat, ist eine sichere scheidung nicht überall möglich. zweideutig bleiben strâme,
m., stramel,
m., bei Vilmar
Kurhessen 403 (
wo ei
sonst meist als ê
oder ei
erscheint, während aber bei Crecelius [
s. u.] â
aus mhd. ei);
ferner die formen štrme,
m., strämig,
adj., neben šdrōme (
plur.) Schön
Saarbrücken 203
a; 205
a; stramig, stremig,
adj., strāme,
m., neben strôme,
m. Autenrieth
pfälz. id. 138,
die aber wohl ans lothringische anzuschlieszen sind, wo sich, wie auch im elsäss., altes -æ-
aus dem lautstand einzelner belegorte zuverlässig erweisen läszt. auch in sträme,
f., '
linie', strämen '
linien ziehen', strämenholz '
lineal' Kehrein
Nassau 395
wird bei der speziellen semantischen übereinstimmung mit stromholz, stromer '
lineal' (
ebda; vgl. oben Wegeler
und Waldbrühl)
umlaut vorliegen. 1@bb)
mit i
als stammvokal erscheinen im ahd. seit dem 10./11.
jh. in obd. und fränk. mundarten strimo, strimilo
und strimilahti (
vgl. streim, streimel
u. streimelicht
an alphabet. stelle).
längebezeichnung haben strîmen (
akk. plur.), strîmôn (
dat. plur.) Notker 1, 403, 10. 13. 20
P. und strîmillun (
akk. plur.)
ahd. gl. 2, 687, 7
St.-S. (12.
jh., alem.),
während strimon (
dat. plur.) Notker 1, 752, 14
P. auf kürze zu weisen scheint (
Sehrt u. Starck setzen 2, 93, 2
gegen die hs. strîmôn).
in den übrigen fällen ist die quantität unbestimmt: strimun (
akk. pl.), strimolon, strimelon (
nom. pl.)
ahd. gl. 2, 701, 8; 707, 51; 700, 47
St.-S. (11.
jh., fränk.); strimilon (
nom. akk. pl.) 2, 673, 7. 51 (11.
jh.); strimelon (
n. pl.) 2, 697, 57 (12.
jh.); strimulle (
nom. sing.) 1, 454, 56 (11.
jh., bair.); strimalathi 2, 17, 39 (10./11.
jh.), 4, 159, 52; strimilah 2, 772, 37 (10./11.
jh., fränk.); strimilehter 2, 29, 48.
im mnd. begegnet strime,
m., strimel,
mit urspr. länge, neben streme, stremel
aus kurzvokalischem *strim- (
vgl. unten die nd. maa.) Schiller-Lübben 4, 437
a; 430
a.
mhd. ist die länge nur in reimbelegen gesichert, z. b. Servatius 536
Haupt (schîme : strîme),
vgl. Oswald v. Wolkenstein 63, 95
Schatz (
streimen : reimen),
während sonst z. t. kürze vorliegen kann. im frühnhd. findet sich auch konsonantendehnung zur bezeichnung der kürze des vokals: striga ein strymme Diefenbach
ml.-hd.-böhm. wb. 260.
mundartlich ist langvokalisches strîm- im schweiz., elsäss. und lothring. stark vertreten und begegnet auch im bair., in teilen des niederdeutschen sowie in Thüringen mit der bedeutung '
streifen' (
farb- oder schmutzstreifen, wolkenstreifen o. ä.), '
schmales stück', '
streifenförmiges mal auf der haut',
im schweiz. auch '
strahl': strīm (-en),
m., mit zahlreichen ableitungen Staub-Tobler
schweiz. id. 11, 2251; trím, trímə,
m., trímik,
adj. Martin-Lienhart
elsäss. 2, 632
a; štrîmə,
m., štrímiΧ,
adj. Follmann
Lothr. 507
a; streimel,
n. Schmeller- Frommann
bayer. 2, 814; striemen,
m., striemig,
adj. Elberf. ma. 158
b; Leithäuser
Barmen 153
a; striemel Köppen
Dortmund 57; schdrīm
el, schdrīm
elich (
wohl hierher, wenn nicht aus kürze oder, weniger wahrscheinlich, zu -ie-) Heinzerling-Reuter
Siegerl. wb. 248
b; štr
eīm
e(n),
m. Bauer-Collitz
Waldeck 100
a; štreimən Martin
ma. v. Rhoden 272
b; strimen,
m. Frederking
Hahlen 137
a; striemen Flemes
Kalenberg 367; strime, strîme, strîm Doornkaat-Koolman
ostfries. spr. 3, 338
b; strimel Möller
Sylt 255
a; strymel Richey
id. Hamburg. (1755) 296; sdrīīM,
m. plur., mit ableitungen Mensing
schlesw.-holst. 4, 893; strimer (
von haustieren) Mi
Mecklenburg 88
a; schtrîm, schtrîmich Fischer
Samland 88; 115; strîme,
f. Frischbier
pr. wb. 2, 381
b s. v. strîp; šdríme,
f. Hertel
Thür. 238; schtrîme,
f., schtrîmel '
reihe, verschen' Liesenberg
Stieger ma. 207.
im niederdeutschen ist kurzes i (
zusammengefallen mit ë
und e)
vorauszusetzen in striəmel,
f. Woeste-
N. westf. 258
a; striämel,
m. Frederking
Hahlen 136
b; strm, strm'l Danneil 214
a; šrEml,
m. Teuchert
neumärk. wortsch. 222.
ohne dehnung bezw. diphthongierung: strḙmmel Leithäuser
Barmen 152
b; sdrim,
m. Mensing 4, 895
a;
dazu vielleicht auch (
wenn nicht aus -î-) strimel Doornkaat Koolman
ostfries. spr. 3, 334
b;
vgl.strëmmel, strimmel Jensen
nordfries. 589.
auch in den übrigen nd. di alektwbb. entspricht der stammvokal der normalen (
durch isenkung und dehnung entstandenen)
vertretung von altem (ë),
die aber mit altem umlauts-æ (-e),
zum teil auch mit ei
und ie
zusammengefallen ist. umlaut von langem (
oder kurzem) a
anzusetzen, besteht jedoch keine veranlassung, zumal unumgelautete formen, wie sie im md. und obd. auftreten, nicht zu belegen sind (stramən
n., '
rheumatismus' Böger
Schwalenberg 164
a bleibt hier wegen der abweichenden bed. auszer betracht).
da sich ferner ei
und ie
als vorstufen des stammvokals in der mehrzahl der fälle ausscheiden lassen, dürfte für das gesamte nd. von kurzem i (
bezw. ë)
auszugehen sein: stremel Krüger
Emden 68
a; stremel, strämel Doornkaat Koolman
ostfries. 3, 334
b; strêmel Böning
Oldenburg 109
a; stremel
brem.-nds. wb. 4 (1770) 1059; stremel Richey
id. Hamburg. (1755) 296; sdrm,
m., sdrm, sdrēm,
m. Mensing
schlesw.-holst. 4, 882; 883; stremel Schumann
Lübeck 73; 74; straemel Fromme
Hohenbostel 81
Alpers; strēmel Deiter
Hastenbeck 148; streemel Flemes
Kalenberg 366; stremen, strämel Mi
Mecklenb. 87
b; stremel Dähnert
plattdt. wb. (1781) 467
b; stremel,
m. Nerger
plattdt. 361
a; stremel Trachsel
berlinische wörter 55; Meyer
d. richtige Berliner 39
b; sträm,
m. Frischbier
pr. wb. 2, 377
a; strämel,
m. Hupel
Lief- u. Esthl. (1795) 229.
soweit im md. und obd. gebiet ehemals kurzvokalische formen vorhanden waren, werden sie mit undiphthongiertem strîm
bzw. monophthongiertem striem
unter vokaldehnung zusammengefallen sein. alte kürze haben sicherlich strîme, schdrîme,
m. Crecelius
oberhess. 817
s. v. streimen;
vielleicht auch strieme,
m., striemel,
m. Vilmar
Kurhessen 403; 404; šdriməl Hofmann
niederhess. wb. 234
a. 1@cc)
streim- tritt seit der mitte des 14.
jhs. vorwiegend in bairischen quellen auf (
vgl. streim
und ableitungen an alphabet. stelle): straimen (
nom. pl.) Konrad v. Megenberg
buch d. natur 97, 23; straimel (
akk. pl.)
ebda 436, 13
u. ö., daneben streimeln (
n. pl.)
ebda 454, 11; streymen (
akk. pl.)
mhd. minnereden 70
Thiele; straim (
akk. pl.)
städtechron. 10, 186, 11 (
Nürnberg. hs. v. j. 1502); straym (
akk. pl.) Joh. Hartlieb
dialogus miraculorum 132, 16
Drescher. im schwäb. und bair.-österr., ferner im östl. rheinfränk. sowie im nordbair.-md. grenzgebiet und im ostmd. begegnen mundartliche entsprechungen von streim
für '(
farb-)
streifen', '
schmales stück', '
züchtigungsspur (
o. ä.)': štrm, śtrəm,
m. Fischer
schwäb. 5, 1854
s. v. streim; straəm, straəmə~,
m., mit ableitungen Schmeller-Fr.
bayer. 2, 813; ein gestraimter zeug Höfer
Österr. 3, 197; straimen,
m. Schöpf
Tirol 720; strâm,
m., streimile,
n. (
haustiername) Lexer
Kärnten 244; streim, streimen,
m., mit ableitungen Unger-Khull
steir. 583
b; straamə,
m., straamic,
adj. Lenz
Handschuhsheim 69
a s. v. strieme; strâme,
m., schdrâmich, strAemicht,
adj. Crecelius
oberhess. 817
s. v. streimen; stra
αm,
m., meist plur. straim Neubauer
Egerländer ma. 27
a; streim (strêm),
m. Knothe
Nordböhmen 521; šdrām, šdrām Gerbet
Vogtland 258; štræml, štræm,
m., štraemcht,
adj. Göpfert
Erzgebirge 37; 49.
alten diphthong oder diphthongiertes î
haben streimel Frischbier
pr. wb. 2, 379
b; schtreimel Fischer
Samland 87
b. 1@dd)
striem scheint vorwiegend dem md. und schwäb. anzugehören; im schweiz. ist es neben strīm
und strām
verhältnismäszig schwach und jung bezeugt, und auch im bair. tritt es hinter streim
zurück. im mhd. begegnet strieme
seit dem 13.
jh. in ostfränk. und md. quellen: strieme (
nom. sing.) Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 3901
Kapteyn; striemen (
nom. pl.) bruder Philipp
Marienleben 8571
Rückert; vgl. blutstriemen
passional 680, 27
Köpke. die verbreitung in den heutigen maa. erstreckt sich, mit den erwähnten einschränkungen, auf das obd. und ostmd. in der bed. '
streifen',
bes. '
streifenförmiges mal auf der haut',
schweiz. auch '
strahl': strieme
n,
m. Staub-Tobler
schweiz. id. 11, 2258; trìəmə , rìəmə (
zum ausfall des t
vgl.schrohm '
strich' Wegeler
Koblenz 76; Waldbrühl
rhingscher klaaf 206),
monophthongiert trîmə,
m., trìə— mik, trîmiΧ,
adj. Martin-Lienhart
elsäss. 2, 632
a; strieme
n (-ə-, -īə-),
m., striemel Fischer
schwäb. 5, 1867; striem, striemen,
m. Schmeller-Fr.
bayer. 2, 814; striemen,
m., striema,
f. (
kuhname) Schöpf
Tirol 720; striemen,
f., '
beim zugseil das stück, womit man zieht' Lexer
Kärnten 244; striemel Höfer
Österr. 3, 196
s. v. strömel; štriim, štriime,
m., striemel,
n., Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 577
a; strieme,
f., striemel Anton
Oberlausitz 4, 14; strieme,
f. Blumer
mundartl. wörter 88
b; strieme,
f. Knothe
Nordböhmen 521;
dazu wohl (
oder zu nd. strîm-) striemel,
n. Bernd
Posen 297; striemel Sallmann
neue beitr. z. dt. ma. in Estl. 42.
auch -ai-
in straimel,
m. Woeste-
N. westf. 257
b scheint altem -ie-
zu entsprechen. 1@ee)
ganz vereinzelt begegnen noch weitere, abweichende vokalqualitäten. wohl mhd. -ou-
entsprechend straum,
m., '
streifen', gestraumt '
gestreift': ein gelb gesdrómder hund (
in Altenburg) Hertel
Thür. 237. —
ferner die formen strumm,
f., '
strieme' (
als mask. '
strom, strömung')
luxemb. ma. 432
a; streamich '
streifig, gestreift' Haltrich
siebenb.-sächs. volksspr. 34
b,
die gemeinsam auf mhd. -uo-,
aber auch auf andere dunkle vokale zurückgehen können. es scheinen in diesen fällen nicht selbständige bildungen, sondern vermischungen mit formen von strom
vorzuliegen. striam,
m. Schmidt-Petersen
nordfries. spr. 129
a bleibt wegen der mehrdeutigkeit des vokals unklar. auf mundartlicher rundung von ei (
aus mhd. î,
s. V. Moser
frühnhd. grammatik 1, § 66, 3,
vgl. 4)
beruhen: liuor, uibex ... ein streum Er. Alberus
dict. (1540) c 3
a; streümen (
pl.)
V. Schumann
nachtbüchl. 296
lit. ver.; mit einem streumenden stern H. Kornmann
mons Veneris (1614) 34 (
s. streimen,
vb., a).
zu strâm
gehört gleichbed. nl. straam,
f.; an strîm
schlieszen sich, sämtlich gleichbed., mnl. strieme,
m., strime,
f., nnl. striem,
f. (
zum vokalismus s. woordenboek d. nederl. taal 15, 2053
unter straam),
seltener diphthongiert strijm;
ferner, aus dem mnd. entlehnt (
vgl. Falk-Torp
norw.-dän. etym. wb. 1181)
dän. strime Falk-Torp
a. a. o., norw. strima,
schwed. strimma,
f. Torp
nynorsk etym. ordb. 727
a;
mnl. streme,
nnl. streem,
m., ist als kurzvokalische bildung (
vgl. woordenb. d. nederl. taal 15, 2156)
zu *strim-,
mnd. nnd. strem, stremel
zu stellen. streim
und striem
haben keine auszerdeutschen entsprechungen. weiteres zu strîm
und streim
s. unter streim. —
die schreibungen -i-, -ie-
etc. können im frühnhd. monophthongiertes ie,
undiphthongiertes î
oder auch gedehntes i
wiedergeben; besonders dürften formen mit -i-, -y-
für undiphth. î
häufig mit -ie-
schreibung literarisch übernommen worden sein (
vgl. z. b. streimharder
sp. 1308)
und dadurch die verbreitung von schriftsprachl. striem
gefördert haben. formen mit -i-, -y-
etc., deren etymol. lautwert unsicher ist, sind im bedeutungsteil unter striem
angeführt. 22)
die formen gehören, mit -m-
suffix, zu verschiedenen erweiterungen der idg. wurzel *ster- '
ausbreiten',
und zwar zu *strē- (strâm,
vgl.strahl)
und *strei- (strîm-, streim-, strim-,
vgl.strähne);
eine basis *streu-
für strieme
ist möglich, aber nicht erforderlich, vgl. Persson
beitr. z. idg. wortforsch. 787; Walde-Pokorny 2, 637.
mit Osthoff
archiv f. religionsw. 11, 58
alle m-
bildungen auf eine einzige langdiphthongische basis *strēi-
zurückzuführen, ist zwar denkbar, aber wegen der anderen bildungen von verschiedenen erweiterungen der grundwurzel *ster-
mit der bedeutung '
streifen'
nicht zwingend. 33) striem
wird vorwiegend im plural (striemen)
gebraucht. das mhd. swm. strieme
findet sich im nhd. als eindeutiges mask. bei Val. Weigel
v. d. seligmachenden erkentnus gottes, in: A. Israel
V. Weigels leben u. schr. (1888) 111 (
s. u. 6 a);
dict. nominum verborumque (1620) O 7
b; Comenius
janua (1638) J 3
c;
apokopiert stryem
gemma gemm. (
Straszb. 1508) x 2
c (
s. u. 6 a); striem
theatrum diabol. (1569) 154
a (
s. u. 5); Duez
dict. germ.-gall.-lat. (1664) 500
b; Frisch
nouv. dict. (1752) 2, 575
a.
dazu starker dat. sing. strieme Gellert
s. schr. (1839) 10, 77 (
s. u. 1);
akk. plur. strieme Sonnenfels
ges. schr. (1783) 3, 424.
weiterhin ist -en
als nominativendung angetreten, und das wort damit in die starke flexion überführt worden: striemen (
vgl. auch gen. sing. striemens Calepinus
XI ling. [1605] 428
b) Hulsius
dict. (1605) 1, 163
b; Hoffmannswaldau
bei Steinbach
dt. wb. (1734) 2, 749; J. C. Röhling
Deutschlands flora 2 (1826) 403.
so auch gegenwärtig, z. b. Clara Viebig
die vor d. toren (1949) 73.
häufiger und besonders in jüngerer zeit vorherrschend ist das vom plural her gebildete fem. strieme Luther
briefw. 10, 148
W. (
s. u. 2 c);
M. Dreszer
sächs. chronicon (1596) 10 (
s. u. 5); Stieler
stammb. (1691) 1904; Herder 1, 134
S.; Adelung
versuch e. wb. 4 (1780) 830; Grillparzer
s. w. 11, 192
Sauer (
s. u. 2 a); Bischoff
wb. d. botanik (1839) 227; Rückert
ges. poet. w. (1867) 10, 640.
bedeutung und gebrauch. in älterer zeit teilt striem
mit den übrigen varianten der vorliegenden gruppe die bedeutung '
streifen' (
im weitesten sinne), '
strahl',
wird aber zunehmend und im jüngeren nhd. weit überwiegend in der speziellen bedeutung '
auf der haut hervortretender blutunterlaufener streifen' (2 a)
gebraucht. 11)
durch die farbe sich abhebender streifen auf der oberfläche (
oder auch in der masse)
eines gegenstandes. von der äderung in gesteinen: bî einer linden er dô sach ligen einen breiten stein ... striemen rôt unde gel giengen dar durch eteswâ Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 1481
Kapteyn; solch spieszglasz (
antimonerz) ... sihet wie ein glantz, allein das es lenglete striemen hat J. Mathesius
Sarepta (1571) 106
b; marmor, welchem (!) Strabo und Plinius wegen seiner flecken und striemen sehr loben Opitz
opera (1696) 1, 278;
so auch vom muster marmorierten papiers: die wellen oder striemen zu geben ist das gemeinste mit einem kamm, aber hier (
bei der herstellung von sog. türkischem papier) musz es mit einer stefften oder blaszbalg geschehen Marperger
kaufmannmagazin (1708) 1293.
von der maserung des holzes: pectines die aderen oder striemen im holtz Orsäus
nom. method. (1623) 37.
streifen in der zeichnung von tieren und pflanzen: ein bunten molch vnd einen kancker, der viel striemen hat vnd sternen Luther
tischr. 4, 451
W.; die natürliche farbe der pferde ist grauwe, vom kopff an bisz vber den rücken mit einem schwartzen striemen Heyden
Plinius (1565) 215; (
das tier hatte) vber den rucken ein schwartzen striemen Fischart
Garg. 228
ndr.; die bunte tulipan ist roht und hat weisse striemen Harsdörffer
teutscher secretar. (1656) 2, 612; die striemichten (
hunde hält man) vor gar gut, und sonderlich, wenn die striemen sehr ins dunkele fallen Heppe
aufricht. lehrprinz (1751) 350; wie dieses (
pferd) aussieht, wollen sie wissen? lichtbraun mit ... schwarzem strieme über das kreuz (1768) Gellert
s. schr. 10 (1839) 77.
als botanischer termin. techn.: strieme
vitta, eine anders gefärbte breitere längslinie Illiger
thier- u. pflanzenreich (1800) 94; meistens scheinen diese kanäle auf der oberfläche der frucht (
von doldengewächsen) durch und stellen farbige streifen vor; sie heissen striemen nach Hayne, vittae Hoffmann Röhling
flora (1823) 2, 18; die früchte ... sind schwarzbraun, aber die striemen sind rotbraun Schlechtendal
flora v. Deutschl. (1880) 27, 117. —
streifen an der kleidung, im gewebe: unt die spæhen hosen, die der löchlin an im treit die sint mit siden wol durch nat, oben an uf dem rükke ein wæher strieme stat
unechter Neidhart,
minnesinger 3, 311
b v. d. Hagen; der sammit war ringes umbher mit gülden striemen durchwircket Bünting
Braunschweig. chron. (1584) 141
a.
in jüngerer zeit nur gelegentlich für '
farbstreifen': den maler kennt ihr leicht am langen haar zur bauerntracht, bespritzt mit bunten striemen Pichler
marksteine (1874) 199; nackte felsenwände wechseln mit gelben erdfällen, die ihre striemen von dem joche herab bis an die strasse gezogen haben Steub
drei sommer in Tirol (1895) 1, 357.
vom wasserstreifen in ungenügend ausgebackenem brot (
s. wasserstriem 2,
teil 13,
sp. 2521): schliffigt heiszt das brod, so nicht ausgebacken, sondern unter der rinde mit einer strieme schliff umgeben ist
allg. haush.-lex. (1749) 3, 176
a. 22)
streifenförmiges mal in der körperhaut. 2@aa) '
vibex, blutunterlaufener streifen (
sugillation)'
oder '
verletzung', '
züchtigungsspur'.
in dieser bed. seit dem 14.
jh. zu belegen und vom 16.
jh. an, besonders auch in der passionslyrik, sehr häufig: er wart mit geiseln und mit riemen geslagen, daz die bluotegen striemen allen sînen lîp beviengen bruder Philipp
Marienleben 8571
Rückert; vgl. blutstriemen
passional 680, 27
Köpke; denn gleich wie ein knecht, der offt gesteupt wird, nicht on striemen ist, also kan der auch nicht rein von sünden sein, der offt schweret, und gottes namen füret
Sirach 23, 10; sach auf seim rueck die rotten strimen, geschlagen mit ruetten und rimen Hans Sachs 22, 340
lit. ver.; wenn sichs hie wolt für leuten ziemen, wolt ich dir zeigen meine striemen, die sie mir diese nacht geschlagen B. Waldis
Esopus 1, 211
Kurz; der leib ist beulen voll, gelifert blut und eiter rinnt häufig von ihm weg, die wunden brechen weiter, die strimen laufen auf in ungezählter zahl. da ist kein plätzlein nicht, das habe nicht ein mal (1632) Fleming
dt. ged. 1, 21
lit. ver.; es nimmet an schmach, hohn und spott, angst, wunden, strihmen, creutz und tod vnd spricht: ich wills gern leyden Paul Gerhardt
in: ev. kirchenl. (1903) 3, 307
Fischer-Tümpel; gleich wie eine rute, damit der hencker die bösen buben ... auff ihre schultern pflegt zu schmeissen, grosse striemen und schmertzen machet Prätorius
saturnalia (1663) 385; tragt im gedächtnis Christi striemen und legt dem hertzen stets die riemen der kreutzigung sein selbsten an Abr. a
s. Clara
etwas f. alle (1699) 1, 408; und woferne sie diesem unter die hände gerathen wären, so würde es ohne striemen nicht hergegangen seyn Lindenborn
Diogenes (1742) 2, 25; seht, er hatte sich selbst unwürdige striemen gegeisselt J. H. Voss
Odyssee 62
Bernays; hätt' ich für jede striem' an meinem leib nur eine kron', ich wär' ein reicher mann Grillparzer
s. w. 11, 192
Sauer; ich kann nicht versprechen, dasz meine haut die striemen deiner geiszel nicht zeigen soll, denn das hängt nicht von mir ab Hebbel
w. 2, 56
Werner; kopfschmerzen, übelkeiten, wunde füsse und einige sehr rothe striemen waren die ausbeute des tages für den sohn des steuerinspektors Hagebucher gewesen W. Raabe
Abu Telfan (1870) 1, 132; auf ihrer weichen wangen brannten fünf rote striemen, als hätten fünf kräftige finger ihren abdruck daraufgelassen Clara Viebig
d. schlafende heer (1904) 1, 195; Placido aber, dessen feuchte haut sich (
unter den schlägen) mit striemen bedeckt, gibt keinen laut von sich Werfel
geschw. v. Neapel (1931) 163. 2@bb)
seltener unspezifisch auf ähnliche erscheinungen angewendet: auf seiner (
Pappenheims) stirne erblickte man zwey rothe striemen, schwertern ähnlich, womit die natur schon bey der geburt ihn gezeichnet hatte Schiller 8, 295
G.; um seine handgelenke trug er die blutigroten spuren und striemen der stricke und riemen, welche ihm die raubgesellen des general Pfuhl ... anlegten (1864) W. Raabe
s. w. I 6, 209. —
mehrfach für (
geschwollene)
streifen in der körperhaut als krankheitserscheinung; beul, geschwulsten, striem
ist das griechisch ἧλυς,
abscessus, vibex, tuber Henisch (1616) 354;
molopes, vibices, enchymomata, sugillationes ... schnatten oder striemen von underloffenem blut wie streichmassen. sie brechen insonderheit in gifftigen fiebern ausz
Blancard mediz. wb. (1710) 397: da sie aber den kranken ansahen, fuhren an dessen leibe abscheuliche striemen und schwielen auff, wie an denjenigen zu geschehen pflegt, welche hefftig gestrichen werden J. D. Ernst
hist. bilderhausz (1691) 673; um den achten (
tag der krankheit) fanden sich ... friesel, striemen ... ein
allg. dt. bibl. 25/36 (1771) 578. — '
cicatrix, narbe': striem
et strieme
vibex, nota, cicatrix Stieler
stammb. (1691) 2212; striemen von wunden
cicatrice Kramer
teutsch-ital. 2 (1702) 1014; die strieme einer zugeheilten wunde Ludwig
teutsch-engl. (1716) 1900.
ähnlich: sie (
die Penrhyn-insulaner) sind nicht tatuirt, dagegen haben viele quer in die haut des leibes und der arme eingerissene furchen, striemen, die bei einem noch frisch und blutend schienen Chamisso
w. (1836) 2, 279. 2@cc)
in bildlichem gebrauch. von der vorstellung einer wunden stelle aus ins psychische gewendet: denn e.
f. g. mit dem vorteilichen wenig geholffen, und doch dem gewissen eine strieme machen möchte Luther
briefw. 10, 148
W.; (
der künstler) kennt nichts, was ihn erschreckt, nicht striemen im gewissen Schwabe
belust. (1741) 5, 47; man hat ihn orthodox gegeisselt, und die striemen schmerzen noch jetzt Sturz
schr. (1779) 1, 75; zeitlebens bleiben dem gemüth von diesen busz- und seelenkämpfen, wo nicht verschraubungen, so doch gebrechlichkeiten, striemen und narben Herder 20, 17
S. anders: (
auf dasz) ieder an sein ort und daheimen des vatterlands schläg, beuln und striemen heil macht, und zur gesundheit brecht Kirchhof
wendunmuth 3, 403
lit. ver.; auch Hispanien, durch zaubermächte hingeschmettert, mit gelähmter rechte, jeden stolz entnervt, von hundert striemen wund, bat und schloss den stillen friedensbund Kretschmann
s. w. (1784) 6, 237.
religiös-sinnbildlich, auf die menschliche sündhaftigkeit oder auf das irdische leiden der Christen zielend: von der fussolen bis auffs heubt, ist nichts gesundes an jm (
d. volk Israel), sondern wunden und strimen und eiterbeulen
Jes. 1, 6; wir sind an bösen wunden kranck, voll eyter, striemen, koth und stanck Paul Gerhardt
in: ev. kirchenlied 3, 397
b Fischer-Tümpel; wer kein creutz hat, der hat keinen führer zum himmel. dann, wann du ... von dem leyden der striemen bist ausgenommen, so bist du auch von der zahl der kinder gottes ausgenommen Hohberg
georg. cur. 3, 1 (1715) 124. 33)
streifenförmiges stück eines materials, auch strähne: sîn helm der was rîche, vil harte höveschliche mit rôten keln bedecket; dar umbe was gestrecket ein strieme wîz härmîn Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 3901
Kapteyn; diese (
turbane) werden von langen kamelotten striemen gemacht
O. Dapper Africa (1671) 132
b; bündlein oder auffsätzlein heissen die schmalen und doppelt eingeschlagenen striemen und streiffen, wodurch die hemden, ermel und manchetten in ihren falten zusammen gehalten und befestiget werden Amaranthes
frauenz.-lex. (1715) 273; die ganze jurte hing voll schmuck, ... schlangenförmig gewundenen striemen und andern schnurrpfeifereien Ritter
erdkde (1822) 3, 124; in Fezzan finde man kameelfleisch in kleine striemen geschnitten auf allen bazaren
ebda 13, 736; sie trugen ... elefantenfleisch, welches, in lange striemen geschnitten ... das ansehen von ... reisig angenommen hatte Brehm
tierl. 3, 36
P.-L.; das abgeronnene wachs hing in starren striemen und knoten an den leuchtern Rosegger
schr. (1895) I 15, 217; er ... hatte den entblöszten scheitel mit striemen seines schwarzen haars mehr sorgfältig als ausreichend zugekämmt Kürnberger
nov. (1861) 1, 162. 44)
durch erhöhung oder vertiefung sich abhebender streifen. 4@aa)
faser, riefe, rippe: stamina ... die striemen am holtz Faber
thes. (1587) 793
b;
striae in herbis protuberantes sunt partes die erhabnen striemen an den kreutern
ebda 805
a; inwendig ist die frucht (
machamona) in rippen oder striemen abgetheilet, wie die melonen auswendig: diese striemen sind durch fäden von einander abgesondert, welche bis an das hertz der frucht reichen
Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 6, 353. 4@bb)
eingegrabene spur, furche: erde sie steht so fest! ... furchen und striemen ziehn ihr auf den rücken hin knechte mit schweissbemühn Göthe I 50, 306
W.; in der nähe sieht ... man, dasz sie (
die pferde aus der Markuskirche) ganz vergoldet waren und sieht sie über und über mit striemen bedeckt, da die barbaren das gold nicht abfeilen, sondern abhauen wollen (1786)
ders., III 1, 274; über die felder, über das eis folgten sie müde den striemen der schlitten B. v. Münchhausen
d. standarte (1916) 8.
kannelüre: cannellate, strie delle colonne lange striemen an einer seulen Hulsius
dict. (1605) 1, 52
a. 4@cc)
wellenstreifen im wasser: als wenn man ain stain jns wasser würfft: der macht bulgen und kreysz oder strymen umbsich Luther 10, 3, 140
W. 55)
lichtstreifen, von himmelserscheinungen. trabes ignitae, trabes ardentes brennende stralen oder striemen Zehner
nomencl. (1645) 135; striemen der sonn, wan sie wasser ziehet
virgae, columnellae (
von der sog. regengalle) Aler
dict. (1727) 2, 1854
b: ist der himmel gegen mittage gar fewrig zusehen gewesen, vnnd ist ein fewriger striem von Freyberg herüber auff die Bobritzsch zugezogen
theatr. diabol. (1569) 154
a; Iringus entsatzte sich mit dem schwerdt, und kam davon, davon die weisse strieme am himmel den namen haben sol (
die milchstrasze) Dreszer
sächs. chronicon (1596) 10; so bald er (
Mercurius) angriffen wirdt, von stund an so gibt es ein auffstossen vnnd ein fewrinen striemen von der massa mit gewalt, durch alle gewülcke hindurch Paracelsus
opera (1616) 2, 90
C; bisz man ... eines grossen klumpen fewrs (
am himmel) ansichtig geworden ... vnd hat grosse fewrstralen vnd striemen in die höhe von sich geworfen Micraelius
altes Pommerland (1639) 5, 368; Link: hast du die drei stern gesehen an des schwerts spitze und seite? Metzler: und der breite wolkenfärbige streif, mit tausend und tausend striemen wie spiesz, und dazwischen wie kleine schwerter Göthe I 8, 142
W. 66)
strahl: diradio est ad radiorum figuram compono in striemens weisz ordnen Calepinus
XI ling. (1605) 428
b. 6@aa)
lichtstrahl. radius etiam est splendor solis aut stellarum ein schyn oder stryem
gemma gemm. (
Straszb. 1508) x 2
c; striemen der sonnen
radii solis Aler
dict. (1727) 2, 1854
b: wenn die sonne mit jhren heissen striemen in die wunden stechen kan Würtz
wundartzney (1624) 547; leucht her mit striem vnd stralen, leucht her zum holen grab Spee
trutznachtigall 55
ndr. bildlich: darumb die göter mit verlangen, als spiegelmacher gar voll glantz, kommen euch (
den frauen) zu ehren gegangen sich zu spieglen in ihrem dantz weil die striemen ewerer augen ihren spiegeln für spiegel taugen Weckherlin
ged. 1, 7
lit. ver. religiös-symbolisch: aus der unwandelbaren gottheit gehen die striemen. der erste strieme ist der vater
V. Weigel
in: A. Israel
V. Weigels leben u. schr. (1888) 111. 6@bb)
auch '
strahl einer flüssigkeit', '
rinnsal' (
vgl. wasserstriem 1,
teil 13,
sp. 2521): striem eines fliessenden wassers oder anderer fliessigen dingen
radius fluentis vel effluentis et exundantis aquae Duez
dict. germ.-gall.-lat. (1664) 500
b; unter der schiefer geschupp' entflosz der eisernen felswand röthlich, in blutigen striemen, die ringsvorquellende bergfluth Baggesen
poet. w. (1836) 1, 135.