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striem

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

striem f., m.

Bd. 19, Sp. 1601
striem, strieme striemen, f., m. , 'streifen', besonders '(blutunterlaufener) streifen auf der haut'; auch 'strahl'. herkunft und form. 11) striem ist in der neueren schriftsprache die einzige vertretung einer gruppe von wörtern, die, nur durch den stammvokal unterschieden und von weitgehend gleicher bedeutung ('streifen, strahl'), für das mhd. in den formen strâm (ahd. in ableitungen vorhanden), strîme (ahd. strîmo), streim, strieme und deren ableitungen bezeugt sind, wozu noch kurzvokalisches *strim- tritt, das durch niederdeutsch-mundartliche entsprechungen vorausgesetzt wird und vielleicht auch ahd. anzusetzen ist (s. u.). die wörter gehören der mundart und umgangssprache an und sind im altdeutschen nur sporadisch, im frühnhd. häufiger belegt. die im ahd. und mhd. zum teil nicht bestimmbaren quantitäten von i und a sowie die verbreitung der einzelnen formen ergeben sich aus dem befund der dialektwörterbücher. 1@aa) zu stram vgl. sp. 818—822 (die dort und unter stramel und stramelicht gebuchten formen sind jedoch nur zum teil auf vorstufen mit altem -â- oder dessen umlaut zurückzuführen; vgl. zum ansatz des vokalismus die folgenden abschnitte). für das ahd. sind nur ableitungen belegt, s. stramel und stramelicht, sp. 819—820; zum ersteren ist nachzutragen: stramulun (stellas videbis ... praecipites caelo labi, noctisque per umbram flammarum longos a tergo albescere) tractus (Vergil georg. 1, 367) ahd. gl. 2, 701, 8 St.-S. (11. jh., fränk.). im mhd. haben die reimwörter auf strâm neben länge (jüng. Titurel 5681, 3 H.) in ungenau reimenden denkmälern auch kürze (:mitesam Heinrich v. d. Türlin krône 309; :vernam Frauenlob lieder 11, 2, 2 E.), während die formen der heutigen mundarten länge voraussetzen. mundartlich verbreitet ist strām, umgelautet strǟm (-e, -en, abgeleitet -el) im oberdeutschen (wo es weitgehend mit gleichlautendem strām 'strom' zusammengefallen ist) und im westlichen mitteldeutschen und siebenbürgisch-sächsischen für '(farb-) streifen', im rheinischen auch 'strich, linie', sowie für 'streifen auf der haut' (als züchtigungsspur u. ä.); die bed. 'strahl' ist in obd. dialektwbb. nur historisch bezeugt. adjektivische und verbale ableitungen zu strām (wie auch zu den übrigen varianten) bedeuten 'gestreift', 'mit streifen versehen'. auf umlaut des stammvokals wird im folgenden besonders hingewiesen, wenn er nicht als ä- oder e-laut, sondern als ā (zu mundartl. ō aus ā) erscheint: strām, strōm (-en), m., mit mehreren ableitungen Staub-Tobler schweiz. id. 11, 2242; strm, strm (im fränk. grenzgebiet), m., und ableitungen (mit -ãõ- im ostschwäb. diphthongierungsgebiet) Fischer schwäb. 5, 1876; gestramt, adj. part. Schmeller-Fr. bayer. 2, 813; stramel, n. Unger-Khull steir. 582a; stramlo (von gestreiften haustieren) ebda 583b; strâmlat (Heanzen-ma.) d. dt. maa. 6, 345; trôm, m., umgelautet trámə, trǽmə, m., trámi, trǽmeΧ, adj. Martin-Lienhart elsäss. 2, 631b; štrâm, štrâmə, m., štrǽm (-ə, -ən), m., und ableitungen Follmann Lothr. 504a. auf -æ- weisen wohl auch štréim, m. (an der luxemburg. grenze) ebda 507a und sdrimen, vb., gesdrimt Christa Trier 202a. strohm 'strich, linie', und, mit ausfall des -t- (vgl. rìəmə neben trìəmə Martin-Lienhart elsäss. 2, 632a) schrohm 'strich', schrohmholz 'lineal' Wegeler Koblenz 83 u. 76; schróhm, m., 'strich', schrömen (mit analogischer färbung des umlauts) 'mit linien beziehen' Waldbrühl rhingscher klaaf 206; strêmich, strômich Haltrich siebenbürg.-sächs. volksspr. 34b; schtrômich Kramer Bistritzer dial. 128; štrômən, m., dim. štrêmtchi Kisch vgl. wb. 218b; schtrāmel (umgelautet) Liesenberg Stieger ma. 207; im hennebergischen, sämtlich umgelautet: strâmiger, m., strâmig, f. (von haustieren) d. dt. maa. 5, 450; strâme, f. Spiess Henneberg 245; vogtländisch: streemel Müller-Fraureuth 2, 577a; šdrēm (im mittleren sächs. Vogtland), šdrm (oberpfälzisch im sächs. Vogtland) Gerbet Vogtland 75; 256 (die vokale entsprechen der normalen vertretung von mhd. æ vor nasal, vgl. Gerbet § 261 B 1 c und 3 c, s. 254f.; die formen stammen also nicht aus mhd. strieme, wie Gerbet a. a. o. angibt). da sich im md. monophthongiertes ei weitgehend an die vertretungen von æ bezw. â angenähert hat, ist eine sichere scheidung nicht überall möglich. zweideutig bleiben strâme, m., stramel, m., bei Vilmar Kurhessen 403 (wo ei sonst meist als ê oder ei erscheint, während aber bei Crecelius [s. u.] â aus mhd. ei); ferner die formen štrme, m., strämig, adj., neben šdrōme (plur.) Schön Saarbrücken 203a; 205a; stramig, stremig, adj., strāme, m., neben strôme, m. Autenrieth pfälz. id. 138, die aber wohl ans lothringische anzuschlieszen sind, wo sich, wie auch im elsäss., altes -æ- aus dem lautstand einzelner belegorte zuverlässig erweisen läszt. auch in sträme, f., 'linie', strämen 'linien ziehen', strämenholz 'lineal' Kehrein Nassau 395 wird bei der speziellen semantischen übereinstimmung mit stromholz, stromer 'lineal' (ebda; vgl. oben Wegeler und Waldbrühl) umlaut vorliegen. 1@bb) mit i als stammvokal erscheinen im ahd. seit dem 10./11. jh. in obd. und fränk. mundarten strimo, strimilo und strimilahti (vgl. streim, streimel u. streimelicht an alphabet. stelle). längebezeichnung haben strîmen (akk. plur.), strîmôn (dat. plur.) Notker 1, 403, 10. 13. 20 P. und strîmillun (akk. plur.) ahd. gl. 2, 687, 7 St.-S. (12. jh., alem.), während strimon (dat. plur.) Notker 1, 752, 14 P. auf kürze zu weisen scheint (Sehrt u. Starck setzen 2, 93, 2 gegen die hs. strîmôn). in den übrigen fällen ist die quantität unbestimmt: strimun (akk. pl.), strimolon, strimelon (nom. pl.) ahd. gl. 2, 701, 8; 707, 51; 700, 47 St.-S. (11. jh., fränk.); strimilon (nom. akk. pl.) 2, 673, 7. 51 (11. jh.); strimelon (n. pl.) 2, 697, 57 (12. jh.); strimulle (nom. sing.) 1, 454, 56 (11. jh., bair.); strimalathi 2, 17, 39 (10./11. jh.), 4, 159, 52; strimilah 2, 772, 37 (10./11. jh., fränk.); strimilehter 2, 29, 48. im mnd. begegnet strime, m., strimel, mit urspr. länge, neben streme, stremel aus kurzvokalischem *strim- (vgl. unten die nd. maa.) Schiller-Lübben 4, 437a; 430a. mhd. ist die länge nur in reimbelegen gesichert, z. b. Servatius 536 Haupt (schîme : strîme), vgl. Oswald v. Wolkenstein 63, 95 Schatz (streimen : reimen), während sonst z. t. kürze vorliegen kann. im frühnhd. findet sich auch konsonantendehnung zur bezeichnung der kürze des vokals: striga ein strymme Diefenbach ml.-hd.-böhm. wb. 260. mundartlich ist langvokalisches strîm- im schweiz., elsäss. und lothring. stark vertreten und begegnet auch im bair., in teilen des niederdeutschen sowie in Thüringen mit der bedeutung 'streifen' (farb- oder schmutzstreifen, wolkenstreifen o. ä.), 'schmales stück', 'streifenförmiges mal auf der haut', im schweiz. auch 'strahl': strīm (-en), m., mit zahlreichen ableitungen Staub-Tobler schweiz. id. 11, 2251; trím, trímə, m., trímik, adj. Martin-Lienhart elsäss. 2, 632a; štrîmə, m., štrímiΧ, adj. Follmann Lothr. 507a; streimel, n. Schmeller- Frommann bayer. 2, 814; striemen, m., striemig, adj. Elberf. ma. 158b; Leithäuser Barmen 153a; striemel Köppen Dortmund 57; schdrīmel, schdrīmelich (wohl hierher, wenn nicht aus kürze oder, weniger wahrscheinlich, zu -ie-) Heinzerling-Reuter Siegerl. wb. 248b; štreīme(n), m. Bauer-Collitz Waldeck 100a; štreimən Martin ma. v. Rhoden 272b; strimen, m. Frederking Hahlen 137a; striemen Flemes Kalenberg 367; strime, strîme, strîm Doornkaat-Koolman ostfries. spr. 3, 338b; strimel Möller Sylt 255a; strymel Richey id. Hamburg. (1755) 296; sdrīīM, m. plur., mit ableitungen Mensing schlesw.-holst. 4, 893; strimer (von haustieren) Mi Mecklenburg 88a; schtrîm, schtrîmich Fischer Samland 88; 115; strîme, f. Frischbier pr. wb. 2, 381b s. v. strîp; šdríme, f. Hertel Thür. 238; schtrîme, f., schtrîmel 'reihe, verschen' Liesenberg Stieger ma. 207. im niederdeutschen ist kurzes i (zusammengefallen mit ë und e) vorauszusetzen in striəmel, f. Woeste-N. westf. 258a; striämel, m. Frederking Hahlen 136b; strm, strm'l Danneil 214a; šrEml, m. Teuchert neumärk. wortsch. 222. ohne dehnung bezw. diphthongierung: strḙmmel Leithäuser Barmen 152b; sdrim, m. Mensing 4, 895a; dazu vielleicht auch (wenn nicht aus -î-) strimel Doornkaat Koolman ostfries. spr. 3, 334b; vgl.strëmmel, strimmel Jensen nordfries. 589. auch in den übrigen nd. di alektwbb. entspricht der stammvokal der normalen (durch isenkung und dehnung entstandenen) vertretung von altem (ë), die aber mit altem umlauts-æ (-e), zum teil auch mit ei und ie zusammengefallen ist. umlaut von langem (oder kurzem) a anzusetzen, besteht jedoch keine veranlassung, zumal unumgelautete formen, wie sie im md. und obd. auftreten, nicht zu belegen sind (stramən n., 'rheumatismus' Böger Schwalenberg 164a bleibt hier wegen der abweichenden bed. auszer betracht). da sich ferner ei und ie als vorstufen des stammvokals in der mehrzahl der fälle ausscheiden lassen, dürfte für das gesamte nd. von kurzem i (bezw. ë) auszugehen sein: stremel Krüger Emden 68a; stremel, strämel Doornkaat Koolman ostfries. 3, 334b; strêmel Böning Oldenburg 109a; stremel brem.-nds. wb. 4 (1770) 1059; stremel Richey id. Hamburg. (1755) 296; sdrm, m., sdrm, sdrēm, m. Mensing schlesw.-holst. 4, 882; 883; stremel Schumann Lübeck 73; 74; straemel Fromme Hohenbostel 81 Alpers; strēmel Deiter Hastenbeck 148; streemel Flemes Kalenberg 366; stremen, strämel Mi Mecklenb. 87b; stremel Dähnert plattdt. wb. (1781) 467b; stremel, m. Nerger plattdt. 361a; stremel Trachsel berlinische wörter 55; Meyer d. richtige Berliner 39b; sträm, m. Frischbier pr. wb. 2, 377a; strämel, m. Hupel Lief- u. Esthl. (1795) 229. soweit im md. und obd. gebiet ehemals kurzvokalische formen vorhanden waren, werden sie mit undiphthongiertem strîm bzw. monophthongiertem striem unter vokaldehnung zusammengefallen sein. alte kürze haben sicherlich strîme, schdrîme, m. Crecelius oberhess. 817 s. v. streimen; vielleicht auch strieme, m., striemel, m. Vilmar Kurhessen 403; 404; šdriməl Hofmann niederhess. wb. 234a. 1@cc) streim- tritt seit der mitte des 14. jhs. vorwiegend in bairischen quellen auf (vgl. streim und ableitungen an alphabet. stelle): straimen (nom. pl.) Konrad v. Megenberg buch d. natur 97, 23; straimel (akk. pl.) ebda 436, 13 u. ö., daneben streimeln (n. pl.) ebda 454, 11; streymen (akk. pl.) mhd. minnereden 70 Thiele; straim (akk. pl.) städtechron. 10, 186, 11 (Nürnberg. hs. v. j. 1502); straym (akk. pl.) Joh. Hartlieb dialogus miraculorum 132, 16 Drescher. im schwäb. und bair.-österr., ferner im östl. rheinfränk. sowie im nordbair.-md. grenzgebiet und im ostmd. begegnen mundartliche entsprechungen von streim für '(farb-)streifen', 'schmales stück', 'züchtigungsspur (o. ä.)': štrm, śtrəm, m. Fischer schwäb. 5, 1854 s. v. streim; straəm, straəmə~, m., mit ableitungen Schmeller-Fr. bayer. 2, 813; ein gestraimter zeug Höfer Österr. 3, 197; straimen, m. Schöpf Tirol 720; strâm, m., streimile, n. (haustiername) Lexer Kärnten 244; streim, streimen, m., mit ableitungen Unger-Khull steir. 583b; straamə, m., straamic, adj. Lenz Handschuhsheim 69a s. v. strieme; strâme, m., schdrâmich, strAemicht, adj. Crecelius oberhess. 817 s. v. streimen; straαm, m., meist plur. straim Neubauer Egerländer ma. 27a; streim (strêm), m. Knothe Nordböhmen 521; šdrām, šdrām Gerbet Vogtland 258; štræml, štræm, m., štraemcht, adj. Göpfert Erzgebirge 37; 49. alten diphthong oder diphthongiertes î haben streimel Frischbier pr. wb. 2, 379b; schtreimel Fischer Samland 87b. 1@dd) striem scheint vorwiegend dem md. und schwäb. anzugehören; im schweiz. ist es neben strīm und strām verhältnismäszig schwach und jung bezeugt, und auch im bair. tritt es hinter streim zurück. im mhd. begegnet strieme seit dem 13. jh. in ostfränk. und md. quellen: strieme (nom. sing.) Wirnt v. Gravenberg Wigalois 3901 Kapteyn; striemen (nom. pl.) bruder Philipp Marienleben 8571 Rückert; vgl. blutstriemen passional 680, 27 Köpke. die verbreitung in den heutigen maa. erstreckt sich, mit den erwähnten einschränkungen, auf das obd. und ostmd. in der bed. 'streifen', bes. 'streifenförmiges mal auf der haut', schweiz. auch 'strahl': striemen, m. Staub-Tobler schweiz. id. 11, 2258; trìəmə , rìəmə (zum ausfall des t vgl.schrohm 'strich' Wegeler Koblenz 76; Waldbrühl rhingscher klaaf 206), monophthongiert trîmə, m., trìə— mik, trîmiΧ, adj. Martin-Lienhart elsäss. 2, 632a; striemen (-ə-, -īə-), m., striemel Fischer schwäb. 5, 1867; striem, striemen, m. Schmeller-Fr. bayer. 2, 814; striemen, m., striema, f. (kuhname) Schöpf Tirol 720; striemen, f., 'beim zugseil das stück, womit man zieht' Lexer Kärnten 244; striemel Höfer Österr. 3, 196 s. v. strömel; štriim, štriime, m., striemel, n., Müller-Fraureuth obersächs. 2, 577a; strieme, f., striemel Anton Oberlausitz 4, 14; strieme, f. Blumer mundartl. wörter 88b; strieme, f. Knothe Nordböhmen 521; dazu wohl (oder zu nd. strîm-) striemel, n. Bernd Posen 297; striemel Sallmann neue beitr. z. dt. ma. in Estl. 42. auch -ai- in straimel, m. Woeste-N. westf. 257b scheint altem -ie- zu entsprechen. 1@ee) ganz vereinzelt begegnen noch weitere, abweichende vokalqualitäten. wohl mhd. -ou- entsprechend straum, m., 'streifen', gestraumt 'gestreift': ein gelb gesdrómder hund (in Altenburg) Hertel Thür. 237. — ferner die formen strumm, f., 'strieme' (als mask. 'strom, strömung') luxemb. ma. 432a; streamich 'streifig, gestreift' Haltrich siebenb.-sächs. volksspr. 34b, die gemeinsam auf mhd. -uo-, aber auch auf andere dunkle vokale zurückgehen können. es scheinen in diesen fällen nicht selbständige bildungen, sondern vermischungen mit formen von strom vorzuliegen. striam, m. Schmidt-Petersen nordfries. spr. 129a bleibt wegen der mehrdeutigkeit des vokals unklar. auf mundartlicher rundung von ei (aus mhd. î, s. V. Moser frühnhd. grammatik 1, § 66, 3, vgl. 4) beruhen: liuor, uibex ... ein streum Er. Alberus dict. (1540) c 3a; streümen (pl.) V. Schumann nachtbüchl. 296 lit. ver.; mit einem streumenden stern H. Kornmann mons Veneris (1614) 34 (s. streimen, vb., a). zu strâm gehört gleichbed. nl. straam, f.; an strîm schlieszen sich, sämtlich gleichbed., mnl. strieme, m., strime, f., nnl. striem, f. (zum vokalismus s. woordenboek d. nederl. taal 15, 2053 unter straam), seltener diphthongiert strijm; ferner, aus dem mnd. entlehnt (vgl. Falk-Torp norw.-dän. etym. wb. 1181) n. strime Falk-Torp a. a. o., norw. strima, schwed. strimma, f. Torp nynorsk etym. ordb. 727a; mnl. streme, nnl. streem, m., ist als kurzvokalische bildung (vgl. woordenb. d. nederl. taal 15, 2156) zu *strim-, mnd. nnd. strem, stremel zu stellen. streim und striem haben keine auszerdeutschen entsprechungen. weiteres zu strîm und streim s. unter streim. — die schreibungen -i-, -ie- etc. können im frühnhd. monophthongiertes ie, undiphthongiertes î oder auch gedehntes i wiedergeben; besonders dürften formen mit -i-, -y- für undiphth. î häufig mit -ie-schreibung literarisch übernommen worden sein (vgl. z. b. streimharder sp. 1308) und dadurch die verbreitung von schriftsprachl. striem gefördert haben. formen mit -i-, -y- etc., deren etymol. lautwert unsicher ist, sind im bedeutungsteil unter striem angeführt. 22) die formen gehören, mit -m-suffix, zu verschiedenen erweiterungen der idg. wurzel *ster- 'ausbreiten', und zwar zu *strē- (strâm, vgl.strahl) und *strei- (strîm-, streim-, strim-, vgl.strähne); eine basis *streu- für strieme ist möglich, aber nicht erforderlich, vgl. Persson beitr. z. idg. wortforsch. 787; Walde-Pokorny 2, 637. mit Osthoff archiv f. religionsw. 11, 58 alle m-bildungen auf eine einzige langdiphthongische basis *strēi- zurückzuführen, ist zwar denkbar, aber wegen der anderen bildungen von verschiedenen erweiterungen der grundwurzel *ster- mit der bedeutung 'streifen' nicht zwingend. 33) striem wird vorwiegend im plural (striemen) gebraucht. das mhd. swm. strieme findet sich im nhd. als eindeutiges mask. bei Val. Weigel v. d. seligmachenden erkentnus gottes, in: A. Israel V. Weigels leben u. schr. (1888) 111 (s. u. 6 a); dict. nominum verborumque (1620) O 7b; Comenius janua (1638) J 3c; apokopiert stryem gemma gemm. (Straszb. 1508) x 2c (s. u. 6 a); striem theatrum diabol. (1569) 154a (s. u. 5); Duez dict. germ.-gall.-lat. (1664) 500b; Frisch nouv. dict. (1752) 2, 575a. dazu starker dat. sing. strieme Gellert s. schr. (1839) 10, 77 (s. u. 1); akk. plur. strieme Sonnenfels ges. schr. (1783) 3, 424. weiterhin ist -en als nominativendung angetreten, und das wort damit in die starke flexion überführt worden: striemen (vgl. auch gen. sing. striemens Calepinus XI ling. [1605] 428b) Hulsius dict. (1605) 1, 163b; Hoffmannswaldau bei Steinbach dt. wb. (1734) 2, 749; J. C. Röhling Deutschlands flora 2 (1826) 403. so auch gegenwärtig, z. b. Clara Viebig die vor d. toren (1949) 73. häufiger und besonders in jüngerer zeit vorherrschend ist das vom plural her gebildete fem. strieme Luther briefw. 10, 148 W. (s. u. 2 c); M. Dreszer sächs. chronicon (1596) 10 (s. u. 5); Stieler stammb. (1691) 1904; Herder 1, 134 S.; Adelung versuch e. wb. 4 (1780) 830; Grillparzer s. w. 11, 192 Sauer (s. u. 2 a); Bischoff wb. d. botanik (1839) 227; Rückert ges. poet. w. (1867) 10, 640. bedeutung und gebrauch. in älterer zeit teilt striem mit den übrigen varianten der vorliegenden gruppe die bedeutung 'streifen' (im weitesten sinne), 'strahl', wird aber zunehmend und im jüngeren nhd. weit überwiegend in der speziellen bedeutung 'auf der haut hervortretender blutunterlaufener streifen' (2 a) gebraucht. 11) durch die farbe sich abhebender streifen auf der oberfläche (oder auch in der masse) eines gegenstandes. von der äderung in gesteinen: bî einer linden er dô sach ligen einen breiten stein ... striemen rôt unde gel giengen dar durch eteswâ Wirnt v. Gravenberg Wigalois 1481 Kapteyn; solch spieszglasz (antimonerz) ... sihet wie ein glantz, allein das es lenglete striemen hat J. Mathesius Sarepta (1571) 106b; marmor, welchem (!) Strabo und Plinius wegen seiner flecken und striemen sehr loben Opitz opera (1696) 1, 278; so auch vom muster marmorierten papiers: die wellen oder striemen zu geben ist das gemeinste mit einem kamm, aber hier (bei der herstellung von sog. türkischem papier) musz es mit einer stefften oder blaszbalg geschehen Marperger kaufmannmagazin (1708) 1293. von der maserung des holzes: pectines die aderen oder striemen im holtz Orsäus nom. method. (1623) 37. streifen in der zeichnung von tieren und pflanzen: ein bunten molch vnd einen kancker, der viel striemen hat vnd sternen Luther tischr. 4, 451 W.; die natürliche farbe der pferde ist grauwe, vom kopff an bisz vber den rücken mit einem schwartzen striemen Heyden Plinius (1565) 215; (das tier hatte) vber den rucken ein schwartzen striemen Fischart Garg. 228 ndr.; die bunte tulipan ist roht und hat weisse striemen Harsdörffer teutscher secretar. (1656) 2, 612; die striemichten (hunde hält man) vor gar gut, und sonderlich, wenn die striemen sehr ins dunkele fallen Heppe aufricht. lehrprinz (1751) 350; wie dieses (pferd) aussieht, wollen sie wissen? lichtbraun mit ... schwarzem strieme über das kreuz (1768) Gellert s. schr. 10 (1839) 77. als botanischer termin. techn.: strieme vitta, eine anders gefärbte breitere längslinie Illiger thier- u. pflanzenreich (1800) 94; meistens scheinen diese kanäle auf der oberfläche der frucht (von doldengewächsen) durch und stellen farbige streifen vor; sie heissen striemen nach Hayne, vittae Hoffmann Röhling flora (1823) 2, 18; die früchte ... sind schwarzbraun, aber die striemen sind rotbraun Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 27, 117. — streifen an der kleidung, im gewebe: unt die spæhen hosen, die der löchlin an im treit die sint mit siden wol durch nat, oben an uf dem rükke ein wæher strieme stat unechter Neidhart, minnesinger 3, 311b v. d. Hagen; der sammit war ringes umbher mit gülden striemen durchwircket Bünting Braunschweig. chron. (1584) 141a. in jüngerer zeit nur gelegentlich für 'farbstreifen': den maler kennt ihr leicht am langen haar zur bauerntracht, bespritzt mit bunten striemen Pichler marksteine (1874) 199; nackte felsenwände wechseln mit gelben erdfällen, die ihre striemen von dem joche herab bis an die strasse gezogen haben Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 357. vom wasserstreifen in ungenügend ausgebackenem brot (s. wasserstriem 2, teil 13, sp. 2521): schliffigt heiszt das brod, so nicht ausgebacken, sondern unter der rinde mit einer strieme schliff umgeben ist allg. haush.-lex. (1749) 3, 176a. 22) streifenförmiges mal in der körperhaut. 2@aa) 'vibex, blutunterlaufener streifen (sugillation)' oder 'verletzung', 'züchtigungsspur'. in dieser bed. seit dem 14. jh. zu belegen und vom 16. jh. an, besonders auch in der passionslyrik, sehr häufig: er wart mit geiseln und mit riemen geslagen, daz die bluotegen striemen allen sînen lîp beviengen bruder Philipp Marienleben 8571 Rückert; vgl. blutstriemen passional 680, 27 Köpke; denn gleich wie ein knecht, der offt gesteupt wird, nicht on striemen ist, also kan der auch nicht rein von sünden sein, der offt schweret, und gottes namen füret Sirach 23, 10; sach auf seim rueck die rotten strimen, geschlagen mit ruetten und rimen Hans Sachs 22, 340 lit. ver.; wenn sichs hie wolt für leuten ziemen, wolt ich dir zeigen meine striemen, die sie mir diese nacht geschlagen B. Waldis Esopus 1, 211 Kurz; der leib ist beulen voll, gelifert blut und eiter rinnt häufig von ihm weg, die wunden brechen weiter, die strimen laufen auf in ungezählter zahl. da ist kein plätzlein nicht, das habe nicht ein mal (1632) Fleming dt. ged. 1, 21 lit. ver.; es nimmet an schmach, hohn und spott, angst, wunden, strihmen, creutz und tod vnd spricht: ich wills gern leyden Paul Gerhardt in: ev. kirchenl. (1903) 3, 307 Fischer-Tümpel; gleich wie eine rute, damit der hencker die bösen buben ... auff ihre schultern pflegt zu schmeissen, grosse striemen und schmertzen machet Prätorius saturnalia (1663) 385; tragt im gedächtnis Christi striemen und legt dem hertzen stets die riemen der kreutzigung sein selbsten an Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 408; und woferne sie diesem unter die hände gerathen wären, so würde es ohne striemen nicht hergegangen seyn Lindenborn Diogenes (1742) 2, 25; seht, er hatte sich selbst unwürdige striemen gegeisselt J. H. Voss Odyssee 62 Bernays; hätt' ich für jede striem' an meinem leib nur eine kron', ich wär' ein reicher mann Grillparzer s. w. 11, 192 Sauer; ich kann nicht versprechen, dasz meine haut die striemen deiner geiszel nicht zeigen soll, denn das hängt nicht von mir ab Hebbel w. 2, 56 Werner; kopfschmerzen, übelkeiten, wunde füsse und einige sehr rothe striemen waren die ausbeute des tages für den sohn des steuerinspektors Hagebucher gewesen W. Raabe Abu Telfan (1870) 1, 132; auf ihrer weichen wangen brannten fünf rote striemen, als hätten fünf kräftige finger ihren abdruck daraufgelassen Clara Viebig d. schlafende heer (1904) 1, 195; Placido aber, dessen feuchte haut sich (unter den schlägen) mit striemen bedeckt, gibt keinen laut von sich Werfel geschw. v. Neapel (1931) 163. 2@bb) seltener unspezifisch auf ähnliche erscheinungen angewendet: auf seiner (Pappenheims) stirne erblickte man zwey rothe striemen, schwertern ähnlich, womit die natur schon bey der geburt ihn gezeichnet hatte Schiller 8, 295 G.; um seine handgelenke trug er die blutigroten spuren und striemen der stricke und riemen, welche ihm die raubgesellen des general Pfuhl ... anlegten (1864) W. Raabe s. w. I 6, 209. — mehrfach für (geschwollene) streifen in der körperhaut als krankheitserscheinung; beul, geschwulsten, striem ist das griechisch ἧλυς, abscessus, vibex, tuber Henisch (1616) 354; molopes, vibices, enchymomata, sugillationes ... schnatten oder striemen von underloffenem blut wie streichmassen. sie brechen insonderheit in gifftigen fiebern ausz Blancard mediz. wb. (1710) 397: da sie aber den kranken ansahen, fuhren an dessen leibe abscheuliche striemen und schwielen auff, wie an denjenigen zu geschehen pflegt, welche hefftig gestrichen werden J. D. Ernst hist. bilderhausz (1691) 673; um den achten (tag der krankheit) fanden sich ... friesel, striemen ... ein allg. dt. bibl. 25/36 (1771) 578. — 'cicatrix, narbe': striem et strieme vibex, nota, cicatrix Stieler stammb. (1691) 2212; striemen von wunden cicatrice Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1014; die strieme einer zugeheilten wunde Ludwig teutsch-engl. (1716) 1900. ähnlich: sie (die Penrhyn-insulaner) sind nicht tatuirt, dagegen haben viele quer in die haut des leibes und der arme eingerissene furchen, striemen, die bei einem noch frisch und blutend schienen Chamisso w. (1836) 2, 279. 2@cc) in bildlichem gebrauch. von der vorstellung einer wunden stelle aus ins psychische gewendet: denn e. f. g. mit dem vorteilichen wenig geholffen, und doch dem gewissen eine strieme machen möchte Luther briefw. 10, 148 W.; (der künstler) kennt nichts, was ihn erschreckt, nicht striemen im gewissen Schwabe belust. (1741) 5, 47; man hat ihn orthodox gegeisselt, und die striemen schmerzen noch jetzt Sturz schr. (1779) 1, 75; zeitlebens bleiben dem gemüth von diesen busz- und seelenkämpfen, wo nicht verschraubungen, so doch gebrechlichkeiten, striemen und narben Herder 20, 17 S. anders: (auf dasz) ieder an sein ort und daheimen des vatterlands schläg, beuln und striemen heil macht, und zur gesundheit brecht Kirchhof wendunmuth 3, 403 lit. ver.; auch Hispanien, durch zaubermächte hingeschmettert, mit gelähmter rechte, jeden stolz entnervt, von hundert striemen wund, bat und schloss den stillen friedensbund Kretschmann s. w. (1784) 6, 237. religiös-sinnbildlich, auf die menschliche sündhaftigkeit oder auf das irdische leiden der Christen zielend: von der fussolen bis auffs heubt, ist nichts gesundes an jm (d. volk Israel), sondern wunden und strimen und eiterbeulen Jes. 1, 6; wir sind an bösen wunden kranck, voll eyter, striemen, koth und stanck Paul Gerhardt in: ev. kirchenlied 3, 397b Fischer-Tümpel; wer kein creutz hat, der hat keinen führer zum himmel. dann, wann du ... von dem leyden der striemen bist ausgenommen, so bist du auch von der zahl der kinder gottes ausgenommen Hohberg georg. cur. 3, 1 (1715) 124. 33) streifenförmiges stück eines materials, auch strähne: sîn helm der was rîche, vil harte höveschliche mit rôten keln bedecket; dar umbe was gestrecket ein strieme wîz härmîn Wirnt v. Gravenberg Wigalois 3901 Kapteyn; diese (turbane) werden von langen kamelotten striemen gemacht O. Dapper Africa (1671) 132b; bündlein oder auffsätzlein heissen die schmalen und doppelt eingeschlagenen striemen und streiffen, wodurch die hemden, ermel und manchetten in ihren falten zusammen gehalten und befestiget werden Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 273; die ganze jurte hing voll schmuck, ... schlangenförmig gewundenen striemen und andern schnurrpfeifereien Ritter erdkde (1822) 3, 124; in Fezzan finde man kameelfleisch in kleine striemen geschnitten auf allen bazaren ebda 13, 736; sie trugen ... elefantenfleisch, welches, in lange striemen geschnitten ... das ansehen von ... reisig angenommen hatte Brehm tierl. 3, 36 P.-L.; das abgeronnene wachs hing in starren striemen und knoten an den leuchtern Rosegger schr. (1895) I 15, 217; er ... hatte den entblöszten scheitel mit striemen seines schwarzen haars mehr sorgfältig als ausreichend zugekämmt Kürnberger nov. (1861) 1, 162. 44) durch erhöhung oder vertiefung sich abhebender streifen. 4@aa) faser, riefe, rippe: stamina ... die striemen am holtz Faber thes. (1587) 793b; striae in herbis protuberantes sunt partes die erhabnen striemen an den kreutern ebda 805a; inwendig ist die frucht (machamona) in rippen oder striemen abgetheilet, wie die melonen auswendig: diese striemen sind durch fäden von einander abgesondert, welche bis an das hertz der frucht reichen Noel Chomel öcon.-phys. lex. (1750) 6, 353. 4@bb) eingegrabene spur, furche: erde sie steht so fest! ... furchen und striemen ziehn ihr auf den rücken hin knechte mit schweissbemühn Göthe I 50, 306 W.; in der nähe sieht ... man, dasz sie (die pferde aus der Markuskirche) ganz vergoldet waren und sieht sie über und über mit striemen bedeckt, da die barbaren das gold nicht abfeilen, sondern abhauen wollen (1786) ders., III 1, 274; über die felder, über das eis folgten sie müde den striemen der schlitten B. v. Münchhausen d. standarte (1916) 8. kannelüre: cannellate, strie delle colonne lange striemen an einer seulen Hulsius dict. (1605) 1, 52a. 4@cc) wellenstreifen im wasser: als wenn man ain stain jns wasser würfft: der macht bulgen und kreysz oder strymen umbsich Luther 10, 3, 140 W. 55) lichtstreifen, von himmelserscheinungen. trabes ignitae, trabes ardentes brennende stralen oder striemen Zehner nomencl. (1645) 135; striemen der sonn, wan sie wasser ziehet virgae, columnellae (von der sog. regengalle) Aler dict. (1727) 2, 1854b: ist der himmel gegen mittage gar fewrig zusehen gewesen, vnnd ist ein fewriger striem von Freyberg herüber auff die Bobritzsch zugezogen theatr. diabol. (1569) 154a; Iringus entsatzte sich mit dem schwerdt, und kam davon, davon die weisse strieme am himmel den namen haben sol (die milchstrasze) Dreszer sächs. chronicon (1596) 10; so bald er (Mercurius) angriffen wirdt, von stund an so gibt es ein auffstossen vnnd ein fewrinen striemen von der massa mit gewalt, durch alle gewülcke hindurch Paracelsus opera (1616) 2, 90C; bisz man ... eines grossen klumpen fewrs (am himmel) ansichtig geworden ... vnd hat grosse fewrstralen vnd striemen in die höhe von sich geworfen Micraelius altes Pommerland (1639) 5, 368; Link: hast du die drei stern gesehen an des schwerts spitze und seite? Metzler: und der breite wolkenfärbige streif, mit tausend und tausend striemen wie spiesz, und dazwischen wie kleine schwerter Göthe I 8, 142 W. 66) strahl: diradio est ad radiorum figuram compono in striemens weisz ordnen Calepinus XI ling. (1605) 428b. 6@aa) lichtstrahl. radius etiam est splendor solis aut stellarum ein schyn oder stryem gemma gemm. (Straszb. 1508) x 2c; striemen der sonnen radii solis Aler dict. (1727) 2, 1854b: wenn die sonne mit jhren heissen striemen in die wunden stechen kan Würtz wundartzney (1624) 547; leucht her mit striem vnd stralen, leucht her zum holen grab Spee trutznachtigall 55 ndr. bildlich: darumb die göter mit verlangen, als spiegelmacher gar voll glantz, kommen euch (den frauen) zu ehren gegangen sich zu spieglen in ihrem dantz weil die striemen ewerer augen ihren spiegeln für spiegel taugen Weckherlin ged. 1, 7 lit. ver. religiös-symbolisch: aus der unwandelbaren gottheit gehen die striemen. der erste strieme ist der vater V. Weigel in: A. Israel V. Weigels leben u. schr. (1888) 111. 6@bb) auch 'strahl einer flüssigkeit', 'rinnsal' (vgl. wasserstriem 1, teil 13, sp. 2521): striem eines fliessenden wassers oder anderer fliessigen dingen radius fluentis vel effluentis et exundantis aquae Duez dict. germ.-gall.-lat. (1664) 500b; unter der schiefer geschupp' entflosz der eisernen felswand röthlich, in blutigen striemen, die ringsvorquellende bergfluth Baggesen poet. w. (1836) 1, 135.
31604 Zeichen · 863 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    striemf., m.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    striem , strieme, striemen , f., m. , ' streifen ', besonders '( blutunterlaufener ) streifen auf der haut ' ; auch ' st…

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32 Bildungen · 28 Erstglied · 0 Zweitglied · 4 Ableitungen

striem‑ als Erstglied (28 von 28)

Striemapfel

SHW

Striem-apfel Band 5, Spalte 1547-1548

striemapfel

DWB

striemapfel , m. , zu striem 1, malum striatum, streifling, eine nach der gestreiften färbung benannte apfelsorte ( vgl. streimling): striem…

striemblau

DWB

striemblau , adj. , zu striem 2 a, ' lividus ', ' von der farbe blau unterlaufener striemen ': Jesus hat fünff strimblawe wunden, darein sol…

striemchen

DWB

striemchen , n. , dim. zu striem, ' streifchen ': schneidet striemgen vom teig Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 604 ; ( der platz ) worauf ic…

strieme

FWB

1. ›sich durch Farbe, stoffliche Substanz oder andere unterscheidende Eigenschaften von seiner Umgebung abhebender Streifen‹; extensional be…

striemel

DWB

stri·emel

striemel , dim. zu striem, ' wundmal ', ' streifen ': pirck vibex vel lesura striemel striga vel strima idem bedala ( vermischt aus fibex ' …

Striᵉmelken

WWB

striemel·ken

Striᵉmelken n. 1. kleiner Streifen ( Dor Wl ). — 2. Fetzen, jedes wertlose Stückchen ( Stf Ar).

striemellachs

DWB

striemel·lachs

striemellachs , m. , in streifen (striemel) geschnittener geräucherter lachs ( vgl. streimellachs): die lachse von mittlerer grösze werden .…

striemen

DWB

stri·emen

striemen , vb. , denom. zu striem ( s. d. ), ' mit streifen, striemen versehen ', vgl. etwa gleichbed. streimen und nl. striemen woordenb. d…

striemen

FWB

1. s. strieme 4.; 2. ›Wellen werfen, strömen‹ (von dem se); hier als Ütr. anschließbar: ›den Lauf der Welt als einen Strom erzählen‹ (?).

striemenbock

DWB

striemen·bock

striemenbock , m. , eine bockkäferart: cerambyx liciatus Krünitz öcon. encycl. 176 (1841) 1 . —

striemenerz

DWB

strieme·nerz

striemenerz , n. , ' ein gestreifeltes erz, welches streifen in seiner mitte hat ' ebda; vgl. Mathesius Sarepta (1571) 106 b unter striem 1.…

striemenhelmschnecke

DWB

striemenhelmschnecke , f. , buccinum vibex L. Krünitz öcon. encycl. 176 (1841) 1 . —

striemenlos

DWB

striemen·los

striemenlos , striemlos, adj., ' frei von striemen ', botan. terminus, zu striem 1: evittatus striemenlos, der gegensatz von vittatus Bischo…

striemensame

DWB

striemen·same

striemensame , m. , name eines doldengewächses ( vgl. striem 1): molopospermum Röhling Deutschl. flora 2 (1826) 403 ; Schlechtendal flora v.…

striemenschild

DWB

striemen·schild

striemenschild , m. , name einer schildkäferart: cassida vibex Krünitz öcon. encycl. 176 (1841) 1 . —

striemenschwirl

DWB

striemenschwirl , m. , name eines sibirischen singvogels: locustella lanceolata Brehm tierl. 3 4, 128 P.-L. —

striemenweise

DWB

striemen·weise

striemenweise , adj. , ' in striemen '. striemweis Schottel haubtspr. (1663) 459 : und gab ihr ... einen so derben schilling, dasz das keusc…

Striemeⁿ

Idiotikon

Striemeⁿ Band 11, Spalte 2258 Striemeⁿ 11,2258

striemharder

DWB

striemharder , m. , fischname, s. streimharder .

striemich

LothWB

stri·e·mich

striemich [štrímiχ Bo. u. s.] adj. gestreift: sin Rock esch str. — els. 2, 632 strimig. s. a. strämich.

striemicht

DWB

striemicht , striemig , adj. , ' streifig, gestreift ', ' mit striemen bedeckt ' ; neben gleichbed. gestriemt ( s. ob. striemen, vb. ) mehr …

Striemig

Adelung

stri·emig

Striemig , -er, -ste, adj. & adv. Striemen habend. Der Rücken ist striemig. Wasserstriemiges Brot.

striemlein

DWB

striemlein , n. , dim. zu striem, ' streifchen ' ; zu striem 1: dicuntur quoque taeniae die weissen strich oder striemlein an etlichen stein…

striemling

DWB

striemling , m. , malum striatum, streifling, eine apfelsorte ( vgl. streimling): mala maculosa strimlinge Mylius nomencl. ( Görlitz o. j. )…

striemmase

DWB

striemmase , f. , tautolog. kompositum aus striem 2 und mase, f., teil 6, sp. 1698 ( vgl. streichmase): meine striem-masen blut-rissig, aitt…

Ableitungen von striem (4 von 4)

bestriemen

DWB

bestriemen , vibicibus, virgis distinguere, bestreifen: seine arme waren bestriemt, mit striemen unterlaufen. Stieler 2212 .

entstriemen

DWB

entstriemen , mederi verberibus et vulneribus. Stieler 2212 .

Strieme

Pfeifer_etym

Strieme f. Striemen m. ‘auf der Haut sichtbarer blutunterlaufener Streifen’. Mhd. strieme m., nhd. Striemen m. (mit -n aus den obliquen Kasu…

verstriemen

DWB

verstriemen , verb. , denominativbildung zum subst. striemen. part. prät. verstriemt ' mit striemen bedeckt, gestreift ' Martin-Lienhart els…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „striem". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/striem/dwb?formid=S52304
MLA
Cotta, Marcel. „striem". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/striem/dwb?formid=S52304. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „striem". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/striem/dwb?formid=S52304.
BibTeX
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