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strahl

nhd. bis spez. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

strahl m.

Bd. 19, Sp. 754
strahl, m. , telum, sagitta, pilum; fulmen; radius. AA. formales: das urspr. schw. fem. (ahd. as. strâla) steht als mhd. strâle für die bedeutungen 'telum' (C 1) und 'fulmen' (C 2) noch in beträchtlicher geltung (s. belege mhd. wb. 2, 2, 672; Lexer 2, 1222 u. unten). der einflusz des begrifflich entsprechenden und entlehnten mhd. pfîl, nhd. pfeil (th. 7 sp. 1655) verursacht geschlechtswandel (schw. m. strâle), dem der übergang in die st. decl. nachfolgt: mhd. strâl m.; so als nhd. sing. strahl, m. schriftsprachlich durchgesetzt, doch im plur. bleibt ebenso entschieden schw. decl. strahlen erhalten. vereinzelt erscheint vocalrundung in dem sing. strol bei Wickram, Forster u. a. auch im plur. strol (Gersdorf), dat. strolen (Nürnberg, städtechron. 2, 253); umgelautet ströl H. Sachs (vgl. auch sträl in der heil. leben, dazu Schmeller-Fr. 2, 812; Fischer schw. wb. 5, 1819 u. s. w.). BB. wortgeschichte: mit ausnahme des goth. belegbar: ahd. as. strâla (insbesondere auch ahd. donarstrâla Graff 6, 752); ags. strǣle, f., (neben strǣl, m.); freilich scheint schwed. strle aus mnd. strāle (vgl. holl. straal) entlehnt, doch höchst bemerkenswerth norw. dial. straal, n, 'kleiner fischschwarm, der von einem hauptzug sich abzweigt', auch straala 'sich in kleine schwärme ausbreiten' (dazu das mit secundärem j ausgestattete isl. strjalast 'sich ausbreiten'). auszerhalb des germ. kslav. strěla, f. 'pfeil', dazu strělją, strěliti 'pfeile schieszen' (s. auch unten strelitze 'der pfeilschütz'); als entlehnung noch aus der slav. gruppe lit. strěla-s, strěla m. f. 'pfeil'. als urspr. bedeutung erscheint 'pfeil', wobei die wortfindung möglichst weit nach osten zu schieben ist; das altgerman. wort, welches verdrängt wurde, war ein mit lat. arcus urverwandtes, erhalten im altn. ör, ags. earh, dazu goth. arhvazna); die begriffe blitzstr. und sonnenstr. als mythologische requisiten haben unter nordischem himmel keinen platz, sie sind ein geschenk der antike. für die etymologie unseres wortes bleibt schlieszlich zusammenhang mit mhd. (ahd.) strâm, strân 'streif, strich, strom' zu erwägen (zu der wurzel ster- 'streuen'); vgl. dazu unten strom, auch strieme über die zugehörigkeit von unten strähl zu unserm wort s. dort. CC. bedeutung. C@11) pilum, sagitta; über hier auftretendes femin. geschlecht s. auch die einl.: strale f.(?) tricuspis Diefenbach gloss. 595c; geschossen mit ainer stral qu. b. Schmeller-Fr. 2, 812; mit der straal erschossen Herold Forer Gesners thierbuch (1563) 2, 5; vielleicht noch von formaler wirkung auf strale, ein pfeil Gottsched sprachkunst (1748) 157. C@1@aa) eigentlich 'pilum' gemma (1508) 43a; ein stral sagitta Alberus (1540) ff 4b; vgl. ndd. vederen die an pijlen, stralen, bolten, vyeren synt tormido Diefenbach gloss. 588b; mndl. vyere of strail, dat yser van geschutte gaida Diefenbach gloss. 255b; Gherard van der Schueren theuton. da kamen bauern mit geladenen armsten und verschossen einen stral auf die unsern Schmeller Fr. 2, 812 (qu. z. j. 1399); sag mir, wer hat dich so hart mit disem stral verwundet? Steinhöwel Äsop 276 K. mhd. kennzeichnet die hier entstehende verwundung charakteristisch versnîden (s. Gudrun, 92, 3 und unten Titurel, auch verschneiden 4, th. 12, 1 sp. 1131); als unterschiedlich (gegenüber dem pfeil?) werden widerhaken hervorgehoben: wann ettliche pfyl seint eckecht, die anderen als die spyesyszen, etlich seint strol mit widerhocken Gersdorf wundarzney (1517) 37, 2b; so einer ... das wild mit eim stral erlegen will, so understeht es durch alle garn aus zuo brechen M. Herr sittl. zuchtbücher 179b; mit den sterkern und groszen steinbölern und strAelen (treffen) Xylander Polybius (1574) 366; also gedacht er, wie er in (den hirsch) könd geschieszen mit einem stral bibl. ält. schriftw. d. Schweiz I 1, 4; der str., der uns entwaffnete, prallet jetzt auf dich zurück Weiszkern in samml. v. schauspielen (1764ff.) 1, 42; neben dem eigentlichen armbrustgeschosz, dem bolz (th. 2, sp. 234): es kam ein wildbret schieszen ins holtz Linkus trug den strol und auch den poltz, da trug im nach Leckus den rauhen kocher G. Forster liedl. 107 ndr. vor dem gebrauch bewahrt im köcher (th. 5 sp. 1559): den stahel sambt der winden und kocher mit strähel qu. bei Fischer schwäb. wb. 5, 1819; im was sîn edel kocherguoter strâle vol Nibel. 897, 2 L. ein wirksamer gebrauch durch spannung des (ältern) bogens, der (jüngern) armbrust ermöglicht: und zuckt darmit seynen handbogen und hat den grimmigklich aufzogen, ihn zu erschieszen mit eim stral H. Sachs 2, 117 K.; vgl. und zilt mit seim stral aufgezogen 18, 45 K-G.; 20, 469, zuletzt auch: ir angesicht brennet vor zorn, inn der ein hand het sie ein bogen, darauf zwen scharpfe ströl gezogen 3, 283 K.; entsprechend: mit sîner blœder kreftehet er ûfgezogen manic starke strâleschôʒ er ûʒ dem bogen Gudrun 92, 2; auch: er schôʒ in mit dem bogen, eine scharfe strâlehete er ingezogen Nibel. 879, 2 L.; vgl. dîn boge er ist ein glüender brant, und ingezogener strâle spart dîn tumpheit nicht Frauenlob 439, 5. mit adj. bestimmung: ein iben bogen mit einer seiden senewen, mit silberin stralen Jac. Grimm rechtsalterth.4 1, 136 (wildb. v. Dreieichen 1338); den tödtlichen strahel auf Antinoam abgeen (lassen) Schaidenreisser Odyssea (1537) 91a; vgl. noch: manchen scharpfen vergifften stral Hans Sachs 10, 423 K.; dafür auch ân geluppte strâl Hadamar v. Laber 45, dazu Th. 4, 1, 2 sp. 3110 und Schmeller-Fr. 2, 812 (Höfler 693a); Vulcanus, der donnerkeilschmid, hat sehr vil geschmitter stral J. Ayrer dramen 4, 2497 K,; (sie) schieszen mit langen strAelen unter sie (praetereuntibus sagittarum venabula infigunt) Heyden Plinius (1565) 98 (8, 8, 26); und schoss gar manchen scharpfen stral zu disem volke in dem thal H. Sachs 17, 233 K-G.; wo du den vogt getroffen mit deinem sichern stral, ... Uhland ged. 1, 312 krit. ausg.; neben pfeil (th. 7 sp. 1655): (er) liess einen groszen ochsen gieszen, den stackt man voller strAel und pfeil d. heyligen leben summerteil (1472, 15b; ob einer geschoszen wer mit einem pfeil oder stral, ... Braunschweig chirurgia (1539) 2a; Cupido, eyn kind Veneris schon, mit seinem bogen, pfeil und stralen Wickram w. 7, 35 (Ovias met. 847) B.; strol und pogen qu. bei Schmeller-Fr. 2, 812. strâle als helmzeichen Gottfried v. Straszburg Tristan 4944; 6598; vgl. auch mhd. wb. 2, 2, 672b; der stral als zeichen auf einem geschütz Lexer 2, 1223; 2 schermpüchsen auf karen (mitführen), zu ietlichem karn 20 pleikugeln, gezaichent mit 2 strolen städtechron. 2, 253 (Nürnberg c. 1450); zu friedlichem gebrauch noch: sy stecken auch die kuchen voller löcher mit einem eysin stral oder backgebelin S. Frank weltb. 147b. vergleichsweise: da sahen die wechter oft einen feurinen man wie einen feurin stral und pfeil inn lüften von einem schlosz zum andern faren chron. Germ. (1538) 158b; von deiner euglein glitzen feurflammen rausher spritzen, recht wie die straln und schnelle pfeil Zinkgref auserl. ged. 6 ndr. C@1@bb) bildlicher gebrauch; vgl. dazu unter dem einflusz antiker anschauung (zugleich im übergang zu 2): (Phaeton) fart gantz irrig an der himelischen stroszen, Jupiter scheuszt ihn mit eynem strol vom wagen Wickram w. 7, 77 B.; haysst ain verwunte lieb, wenn die sele mit dem stral der liebe wirt von got verwundt Tauler sermones (1508) 52b; hierher vielmehr (zugleich aus dem gebrauch unter 2 genährt): deshalb so musz gott seine majestät retten und schützen vor der bösen welt mit solchen stralen und karthaunen des greulichen tods C. Huberini mancherlei form zu predigen (1557) 117a. (Diana,) deren zucht ihr köcher ist, und deren blick zu jeder frist als strahlen die götter versehren Weckherlin ged. 1, 204 F. sonst noch: du hast mir ... mit deinen worten ein eyskalten stral durch mein hertz gedrungen Wickram w. 2, 144 B.; der wollust falsche strahlen sind scharfe todesstraalen Abr. a s. Clara etwas für alle 2, 10; vgl. dazu die schnellen str. des tods Weckherlin 1, 357 F. C@22) im erweiterten gebrauch 'fulmen' (und im deutlichen ausgang vom vorigen und gewisz unter dem einflusz antiker vorstellung; vgl. auch unten d); die aus den wolken erfolgende elektrische entladung heute durch das simpl. eigentlich nur in der poetischen sprache bezeichnet, sonst durch die zusammensetzungen blitzstr. (th. 2 sp. 135), donnerstr. (th 2 sp. 1254); und schon als mhd. donerstrâle sich in der masse der belege vordrängend, vgl. mhd. wb. 2, 2, 672b) und unten wetterstrahl vgl. das hieraus entwickelte begriffliche zeugma in dem personennamen Friedrich Wetter, graf vom Strahl H. v. Kleist 2, 170 (Käthchen v. H.) Schm. vereinzelt auch gewitterstr. (th. 4, 1. 3 sp. 6427). auch in diesem bedeutungskreise oft als fem. (s. oben): strahl (fem.) fulmen Frisius (1556) 591b (vgl. auch 60b); nach Adelung im obd. gangbarer als im hochd.; vgl. auch Frisch 2, 343a. anderseits als eine entsprechung zu donnerwetter (th. 3 sp. 1256) auch die zs. strahlwetter; mit dem str. schieszen, blitzen, wetterleuchten fulminare Hulsius (1618) 2, 166a; der str. fällt augenblicklich nach dem blitze A. v. Haller Usong (1771) 331; sturmwolken, die ... bald über sie mit zerstöhrenden stralen losbrechen würden 61; der str. ist in einer nicht gar groszen entfernung hinter ihnen niedergefahren Lichtenberg verm. schr. 8. 162; aus der wolke ohne wahl zuckt der strahl! Schiller 11, 310 (glocke) G.; bei jedem strahle, der klirrte schmetternd durch donners groll Brentano schr. 2, 58. insbesondere vom str. gerührt oder getroffen werden esser toccato dal folgore, être frappé du foudre Rädlein (1711) 849; lorbeerstämme, die die strahlen des ungeheuersten ungewitters ... nicht zu treffen vermögen Heinse w. 3, 387 Sch. (Dentzler [1716] 2, 279a): vgl. noch: aber kayser Augustus trug für den donner ein gürtel von einer mörkalbshaut, auf dasz ihn als ein kayser nicht der str. erschlg wie den ersten könig Romulum Fischart Garg. 178 ndr.; ob dem berg aber bricht denselbigen (d. fels) ab eintweders ein langer groszer platzregen oder ein erdbidem oder ein str. Agricola-Bech bergwerkbuch (1621) 27; eine starke gesunde Fichte war durch den str. erschlagen und zerworfen G. Freytag verl. handschr. 1, 159; der rych untrüw man also bstadt, bisz ihn der strol von himmel schladt schweiz. schausp. d. 16. jahrh 2, 232 B.; das auch etwan thürm und glocken vom hagel oder stral verderbt werden Eberlin v. Günzburg schr. 2, 9 ndr.; ein strall ist vom himel kummen und hat den ganzen tempel anzündt Hedio chron. german. (1530) 180a; wiltu, dass ich mit hagelstein verderb deins nechsten acker fein? soll ein haus anzünden der stral? W. Spangenberg ausgew. dicht. 218 (Saul 4, 2) M. vgl. auch noch: wie der dunner war deine stim, wie plitz deine blick anzuschauen, der stral kan nicht so tief durchhawen als deiner straichen schwerer grim Weckherlin ged. 1, 123 F. mehr richtungsweise: ich wett, die straal schluog in das husz schweiz. schausp. d. 16. jahrh. 3, 265 B. (Herold-Forer Gesners thierbuch 2, 28b); und hat wenig tag darvor die stral ouch in unser stat um vesperzit in den münsterturm geschlagen J. v. Watt 2, 339; darnach am 17. tag ougst schlug die stral in die statt zu S. und verbrandt statt und closter Äg. Tschudi chron. helvet. 1, 175 (daneben: do schlug der straal in die capell und schlug abt Peter ... zu todt 1, 187); zu Canischa hat die straal in den pulferthurm geschlagen Stumpf Schweizerchron. (1606) 31a; zu S. schlug der str. in den thurm U. bräker der arme mann im Tockenburg 2, 187; auch: der str. fiel auf unsere scheune Pfeffel pros. versuche 6, 44. C@2@aa) in seiner wiederholung strahl auf strahl: die blitze zischten strahl auf strahl Pfeffel poet. versuche 8, 196; doch jetzt enthüllen grause wetter, strahlen auf strahlen, das nahe schicksal! Klopstock oden 2, 156 M.-P. C@2@bb) mit adj. do chom ain grosz wetter und gar zornig und schlug ain fiurin stral in die mül städtechron. 4, 67 (Augsburg 1381); darzu fielen feurige stralen mit greuwlichem donnern vom himmel herab S. Münster cosmogr. 148; so niderschlecht der feurig stral mit groszem donner ab zu thal Scheit fröhlich heimfahrt C 1b; sieht durch das fenster, ha, die blutigen strahlen durch die schwarze nacht! Klinger w. 1, 71 (zwillinge 3, 2). so oft etwa ein zuckender str. aus der drohenden wolke zündend herabfuhr O. Peschel völkerkunde (1874) 141; seht ihr den neuen zeugen des nahen, den fliegenden strahl? höret ihr hoch in der wolke den donner des herren? Klopstock oden 1, 137 M.-P.; trift ein rascher stral mein haus, spann ich meine flügel aus C. A. Overbeck verm. ged. (1794) 13; man weisz ..., dasz der tötende str. zuletzt aus dieser wolke kommen musz O. Ludwig schr. 5, 203; das durch den himmlichen str. angesägte holz L. Laistner nebelsagen (1879) 56. C@2@cc) mit nebenordnung entsprechender begriffe: lasz straln und fewr über sie gehn, schlag sie tief ein zur erden Burkard Waldis ps. (1553) 252a; der herr wirdt schlagen unter mein feinde mit fewr und stralen M. Sachse bei Fischer-Tümpel kirchenlied 1, 15; vgl.er wird stralen über sie schütten, er wird sie mit fewr tief in die erden schlahen, das sie nimer nicht aufstehen ps. 140, 11. tautologisch: mit dem gewaltigen blitz und str. Zürcher bibl. (1531) weish. Sal. 19; aber in der luft herab schossen auf d. Faustum so viel str. und blitzen, dasz der keckest ... erschrecken und zittern müssen volksb. v. dr. Faust 51 Br.; in der ergänzung: von fewersnot, kriegsnot, donner, stral Ruof hebammenbuch (1580) 38 (Paracelsus op. [1616] 1, 41c Huser); vgl. was dienet doch dein strahl, was fallet doch dein dunder auf felsen oder bäum? Weckherlin ged. 1, 414 F. wie in einer steigerung: (er) hat ... vil donnerknel sein tag gehört, aber vor dem stral fürcht er sich S. Frank sprüchw. (1541) 1, 106; als das eigentlich wirksame auch in der verbindung: des donners strahl venusgärtlein 24 ndr. (Postel Wittekind 262); tödtlich plitz jetzt hagel und stral (auswerfen) S. Frank sprüchw. (1541) 1, 120b; segensspruch,) das wetter, donner, hagel, stralen zu vertreiben Widmann Fausts leben 35 K.; ein grausam ungewitter von donner, straal und hagel Stumpf Schweizerchron. (1606) 62a (Paracelsus op. [1616] 2, 17b H.); wind, wolken, donder und hitz, stroll, hagel, für und auch der plitz die tryben ihr natürlich wesen schweiz. schausp. d. 16. jahrh. 2, 306 B.; des höchsten stim gab uf erd lauten schal, hagel und straln mit feuerflamm erhal Schede ps. 60 ndr.; ungewöhnlich: die wolken, die ihr (Alpen) trinkt, sind schwer von reif und strahl A. v. Haller ged. 22. C@2@dd) in der strafenden hand der gottheit; so in deutlicher anlehnung an vorstellungen der antike: des höchsten Jovis donder und str. Philadelphus Regius von lutherischen wunderzeichen (1524) B 2a (Schaidenreiszer Odyssea [1537] 20b); als wann gott Jupiter unsteht herab vom himmel stral und feur vor zoren schicket ungeheur Spreng Ilias (1610) 27a (vgl. auch 57a); kont Pallas mit dem stral nicht mann und schiff zerspillen Ant. Ulr. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 898; der donnerer des kapitols nahm aus seiner hand den schnellen strahl und sendet ihn uns! Klopstock 9, 200 (Hermann u. d. fürsten); von Jupiters throne zuckt der allmächtige strahl. nährt und erschüttert die welt Göthe 1, 351 W. (vgl. auch 16, 4 W.); hernieder euren (der götter) rächerischen strahl, hernieder auf den scheitel der verräter! Grillparzer w. 4, 205 (Sappho 4, 8) S. als wesentliches der göttlichen erscheinung: da vormals Juppiter die Semelen geliebet, sol er in solchem plitz und hellen glantzesschein, in solchen stralen nicht zu ihr gekommen seyn S Dach 560 Ö. biblisch: las blitzen und zustrewe sie, scheus deine stralen und schrecke sie ps. 144, 6 (auch 2. Sam. 22, 15), dazu Hans Sachs 18, 84 K.-G. (auch 538). C@2@ee) der elektrische str. auch im dienst menschlicher wissenschaft, des physikalischen experiments u. s. w. (bildlich): in einer guten gesellschaft sitzt man ... auf einem boden, wo man leicht electrisirt werden kann: und wenn nur einer erst den strahl gefangen hat, so geht er von hand zu hand weiter Just. Möser w. 3, 46 (s. auch unter dem folgenden). C@2@ff) im vergleich: und schnell wie schlag auf strahl, umklammert er des andern (löwen) kehle Ramler fabellese 3, 172; ich stand da wie vom str. getroffen J. M. Miller Siegwart (1777) 1, 69; es durchzuckt mich, wie ein str. Müllner dram. w. 2, 39 (schuld 1, 9); mit weniger treffendem verb.: doch wie ein strahl es ihn durchfliegt, dasz schlaf den willen fast besiegt A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 39; vgl. (mein beistand,) ohn welchen ich gleich wie ein baum ohne saft, welchen der strahl entehret Weckherlin ged. 1, 249 F. C@2@gg) übertragen 'plötzlich treffendes miszgeschick, unheil' u. s. w.: (die nachricht,) dasz der feind unseres glückes durch einen strahl getroffen ward, der aus dem wasser in sein leben schlug G. Freytag verl. handschr. 3, 323; vor Strahlsundt dich (Wallenstein) der strahl gerührt; hett dich der schieffer uff die see gführt, der strahl het dich nit troffen Soltau volksl. 475 (j. 1628); vgl. Zinkgref-Weidner teutscher nation weisheit (1653) 3, 36. C@2@hh) bildlich: die traurige ehre, von dem strahle der heroischen beredsamkeit unsers Jupiters zerschmettert zu werden Liscow sat. u. ernsth. schr. (1739) 357; weil oft nur ein bloses wetterleuchten des witzes ist, was ein zerschmetternder str. des scharfsinnes seyn wollte Lessing 13, 127 M.; auf einmal fuhr ihm ein str. durch die seele wie ein blitz Jung-Stilling schr. 1, 258; aus den worten Gneisenaus ... blitzt der str. einer tief versteckten glut Meinecke Boyen 1, 292; o unverhoffter schmertz! o jammerreicher strahl, der durch des vaters hertz bis an die seele drang! A. Gryphius trauersp. 201 P.; Laurens schönheit, geist und witz ... waren einzig stral und blitz, die sein hertz entzündet haben Gottsched ged. (1751) 1, 266; der entzückung strahlen, die es auf mich herströmt, treffen, wie ist das? nicht ganz Klopstock oden 2, 31 M.-P.; und so als sinnbild der vernichtung auch mit dem str. seines gerichts einen treffen vgl. Ranke w. 2, 284 und rachestrahl (th. 8 sp. 28), dazu Lohenstein Ibrahim sult. (1680) 97; H. v. Kleist w. 3, 206 Schm.; aus westen, norden, süd und ost treibt uns der rache strahl Körner 1, 125 H.; in barocker formung: (Türken und Franzosen, die) vor donner, stral und blitz des deutschen adlers zittern Gottsched ged. (1751) 1, 379; dein name, königin, unter dieser schrift entscheidet alles, tödtet, ist ein strahl des donners, der geflügelt trifft Schiller 12, 542 (Maria St. 4, 11) G. insbesondere auch der bannstrahl (th. 1 sp. 1118): helft zu verfolgung, tyrannei schärf dem papst sein keraunisch stral, sein fluchen, bannen allszumal Fischart jesuiterhütlein 1065 Hauffen; königreiche werden sie denen, die sich beugen, schenken, und dann wohl des bannes strahl selbst auf ihre sklaven lenken Schönaich Heinrich der vogler (1757) 51; (Novalis schr. 1, 244 M.); doch leider! gott dem herrn, dem vater papst zum hohn, wenn dieser es erfährt, schnell wird er sträflich richten mit heilgem strahl dein reich, das sündge, zu vernichten Göthe 15, 287 (Faust 10 986) W.; mit des bannes st. treffen vgl. Zachariä poet. schr. (1763) 1, 7 (Herwegh ged. eines lebendigen [1841] 117); den str. des bannes brechen vgl. Rückert w. (1867) 1, 38. C@33) feuerstrahl (th. 3 sp. 1605) in nächster anlehnung an das vorige (vgl. das makrokosmische bild: die dicken wolken gossen wasser, die wolken donnerten und die stralen furen daher ps. 77, 18) und so unter den farben zur schilderung göttlicher majestät: sein stuel war eitel fewrflammen, und derselbigen reder branten wie fewr und von demselbigen gieng aus ein langer fewriger stral Dan. 7, 10; dasz hagel, schaur und feures stral di frucht nit machen bitter Uhland volkslieder 813; der str. von feuer J. F. Stahl gewehrgerechter jäger (1762) 130; darnach kame ein ungeheuerlicher schusz mit einem strale, der traff ewern bruder herzog Aymont (1535) m 5b; wär der thier eins mit der büchsen stral scheuszt Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 17; gleich wie zu sommerszeit der donner mit dem keile hier einen hohen baum. dort einen felsen bricht, ... mit eben solcher sterk und eben solcher eyle kommt aus dem hohlen ertz ein schwerer straal geflogen Freinsheim bei Schottel haubtsprache (1663) 63; so steigt ein starker strahl aus einem feurwerk auf und theilt sich, wenn er sinkt, in tausend lichte stern Chr. Warneke poet. versuch (1704) 87 (Gottsched neuestes a. d. anmuth. gelehrsamkeit [1751f.] 1, 876); auch von der fressenden flamme einer feuersbrunst: die treppe war noch unberührt vom strahl; rauch ist das einzge übel, das sie findet H. v. Kleist 2, 264 (Käthchen v. H. 3, 13) Schm. bildlich Ramler einl. i. d. schön. wissenschaften (1758) 2, 172. C@3@aa) milder der lichtstral 'lucis radius' (th. 6 sp. 892), von dem leuchtende kraft ausgeht; physikalisch genauer 'ein sich in gerader linie unglaublich schnell fortbewegender lichttheil' Adelung (Hoyer-Kreuter 1, 739); str.-en von sich werfen radios emittere Stieler; grillenvertreiber 5; auch einfaches strahlen werfen Frisch 2, 343a ( Adelung); str.-en von sich geben Hulsius (1618) 2, 321b; daneben von sich schieszen lassen radios edere; radiare Frisch a. a. o. von den stralen verblendet werden esser abbagliato, hallucinato da raggi Kramer dict. 2 (1702), 995c; denn wenn ein str. eines brennenden lichts ihn anrühre, so würd er in eine taube verwandelt kinder- u. hausmärchen (1812 ff) 2, 10 (Ramler einl. i. d. schönen wissensch. [1758] 1, 55; S. Brunner erz. 1, 167); (man sieht) des nachtes heller sein des feuers lichte strahlen als bei der sonnen schein Opitz poem. 97 ndr.; der lampe strahl ist ungewisz und dämmernd Tieck schr. 1, 65. C@3@bb) doch besonders im makrokosmus: C@3@b@aα) der str. der sonnen radius Dentzler (1716) 2, 278a (Hulsius a. a. o.) vgl.sonnenstrahl (th. 10, 1 sp. 1684f.) und Fischer schw. wb. 5, 1819; von seiner gewalt und wirkung: feurige stralen aus dem feuermeere der sonne hervor wallen Mayr päckchen satiren (1769) 91; die gewalt der strahlen (der sonne) nöthigte mich ..., die augen zu schlieszen Göthe 43, 367 W. (Bahrdt gesch. s. lebens [1790] 2, 223; G. Freytag w. 13, 72); wer nicht hat des adlers augen, musz der sonne stralen weichen Logau 268, 89 E.; gleichwie die sonne das glas durchgeht, da nichts den strahlen widersteht Mittler volksl. 353 (Rückert w. 1, 119); das kind sieht in die strahlen froh und in die sonne lichterloh S. Brunner erz. 1, 128. vereinzelt: die schon längst aufgegangene sonne erschien endlich als mond, ohne strahlen Göthe IV 23, 2 W. und nachdrücklicher von einer stelle, wohin die sonne nicht dringt: weit von der sonnen stralen Heyden Plinius (1565) 377; in den strahlen: (ein bläschen,) funkelnd in der sonnen strahlen Brockes ird. vergnügen (1721 ff.) 8, 237 (Göthe gespr. 8, 151 B.); wenn die mücke in ihren str. sich sonnt ..., kann sie das strafen, die stolze majestätische sonne? Schiller 3, 368 (kab. 1, 3) G.; vgl. hab ichs gewonnen, satt mich zu sonnen in deinen strahlen, freudenschöpferin? maier Müller w, 1, 332 (E. Th. A. Hoffmann 10, 44 Gr.). als mittel: (ich) trücknete hinter den hecken meine kleider durch die stralen der sonne Grimmelshausen vogelnest 487, 31 K. (J. Prätorius anthropodemus [1666] 1, 51; Ratzel völkerkunde 2, 129); wer liebt nicht die sonn, die den erdboden, menschen und vieh mit ihren strahlen erfrewet? Lehmann floril. polit. (1662) 2, 692; die sonn mit den strahlen solch wasser an sich zieht griech. dramen 2, 235 Dähnhardt (J. M. Miller pred. fürs landvolk [1776 ff.] 2, 56; polit. maulaffe 62); weil die berundte sonn mit ihrer stralen glantz erwecket grosze wonn bey menschen und beym vieh Reinicke fuchs (1650) 18; so weit die sonne mag mit ihren stralen reichen, ist niemand so wie du Rachel sat. ged. 60 ndr. als subj.: da dringen die strahlen der sonne treffend herein Göthe 11, 333 W.; ihre (der sonne) str.-en erzeugen die wärme J. P. Hebel w. 2, 5 B.; die strahlen dringen durch etwas vgl. Holtei erz. schr. 3, 242 (fürst Pückler briefw. 2, 108); dafür poetischer auch flieszen Geibel w. (1888) 1, 1; matter spielen die strahlen um jene goldgelbe scheitel des unschuldigen jüngers, des herolds der liebe, Johannes Lenz ged. 4 (versöhnungstod) W.; vgl. o sonne ... wie schön sind deine strahlen! P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3 331b. in ihrer vollen stärke: die strahlen der sonne fallen senkrecht auf sein naktes haupt Klinger w. 3, 145; er (der hirseh) sprang aus der weide des waldes zum bache lechzend hinab, denn ihn brannten bereits die strahlen der sonne J. H. Voss Odyssee 10, 160; im untergang: sind nicht erloschen der sonne strahlen in finsterer nacht? Hoffmann v. Fallersleben schr. 1, 34; vgl.statt der strahlen (der sonne) ... lagen bereits abendliche schatten in dem vorgarten Fontane w. I 5, 118; dafür als barocke poetische umschreibung: wenn ihre (der sonne) strahlen ... den süszen schlaftrunk trinken Treuer deutscher Dädalus 5, 8. als obj.: durch zerrissene wolken schieszt die sonne ihre strahlen maler Müller w. 1, 362 (Gottsched crit. dichtkunst [1751] 263); fürnämlich aber schos ir stral die sonn auf unser schiflin schmal Fischart glückh. schiff 603 ndr.; (ein grausen blieb,) bisz die sonne ihre stralen über den erdboden ausbreitete Bucholtz Herkuliskus (1665) 311; (als) die sonne ... ihre strahlen begunte über das gebirge zu strecken volksb. v. geh. Siegfried 83 ndr.; wenn die sonne uns einigermaszen ihre strahlen lindert, such ich sie auf Göthe IV 21, 157 W. (Zesen rosenmând [1651] A 2a); die sonne warf jetzt tiefer durch die gebüsche ihre strahlen maler Müller w. 1, 80 (J. Prätorius saturnalia [1663] 21; Jean Paul unsichtb. loge 2, 169 R.); wann auch die sonne lest viel minder ihre stralen an diesem ort als nicht in andere gegend fallen Dietr. v. d. Werder rasender Roland (1636) ges. 5, 5; sie (die rose) trinket die strahlen der neuen sonne mit kleinen, sich langsam eröffnenden lippen Wieland I 1, 132 ak. ausg. C@3@b@a@aaaa) mythologisch eingekleidet (in dichterischer sprache): ihr sternerhöhte Rutiler, die ihr so weit erhaben seit, als Föbus seine strahlen streit Neumark fortgepfl. musik.-poet. lustw. (1657) 1, 205; Phöbus mit strahlen die erde erfüllt Arnim w. 13, 259. C@3@b@a@bbbb) dem thau der erde entgegengestellt: sonne, gieb ihm deine strahlen, erde, gieb ihm deinen thau Schiller 15, 1, 4 (huldigung d. k.) G.; vgl. eine herrliche pflanze ..., auf jeden str. und tau sich erhebend Görres br. 3, 382; C@3@b@a@cccc) im sing.: diese grosze nacht (des todes), die immer auf dich zuschreitet, ... du magst dich nun im stral der abendsonne oder dem der abenddämmerung herumschwingen Jean Paul unsichtb. loge 2, 168 R.; schlucht, die noch kein str. erreicht hatte L. Steub drei sommer in Tirol (1895) 1, 372; anblick dieser sonnen, die auch das kalte eyss mit einem strahl gewonnen A. Gryphius trauersp. 194 Palm (Brockes ird. vergn. [1721 ff.] 4, 12; Stoppe Parnasz [1735] 18); dein auge spielt und deine locken fliegen sanft, wie die luft im strahl der sonne wallt Hagedorn poet w. (1757) 3, 114 (Cronegk schr. [1766] 2, 15); an örtern, wo ihr stral gedämpft mit braunen schatten dämmernd kämpft Gotter 1, 229; terminmäszig: so werd ich dir mit der nächsten sonne strahl erscheinen H. v. Kleist 2, 329 (Hermannsschl. 1, 2) Schm. häufig mit collect. beisinn: denn (der sonne) str. allen lichtsternen gleichsam den glantz und schein giebt mediz. maulaffe (1719) 9; den str. der sonne sehn und zur organisation geschickt werden Herder 13, 28 S.; die beste lage gegen den str. der mittäglichen sonne J. G. Forster schr. 3, 5; du fühltest dir noch kräfte, dich hervor zu wagen und der sonne licht zu sehn, du siehst es jetzt und hassest seinen strahl! Schiller 15, 1, 23 (Phädra 1, 3) G.; J. H. Voss ged. (1802) 4, 268; herr gott der an des maien erstem tag den strahl begabt mit sonderlichem segen A. v. Droste-Hülshoff w. 1, 403; auch: von magyarischer sonne strahl durchglühter wein Gaudy w. 4, 18; Müllner dram. w. 2, 64 (schuld 2, 4); (ein fremder stern, der) im strahle seiner sonne blinkt! Grabbe 1, 351 (Nannette 2, 3) Bl. C@3@b@a@dddd) hier anknüpfende begriffliche umschreibungen, so unter verwendung von tag: kein str. des tages fiel je in diese wohnung des schreckens Chph. v. Schmidt schr. 1, 27 (Schiller 3, 38 [Fiesko 1, 12] G.); da ein str. des tages auf ihr gesicht fiel, sah ich ... G. Keller w. 3, 230 (Bettine Günderode [1840] 1, 99); der boden reiszt, und die blassen geister erschrecken vorm strahle des tages Dusch schr. (1758) 12; du ruhtest dich, du pflegtest deiner wunden, und mit des nächsten tages strahl, gefiels dir, nähmst du den krieg der jungfraun wieder auf H. v Kleist 2, 79 (Penthes. 9) Schm. (Rückert w. [1867 ff.] 3, 29); vgl. willkommen, junger tag! dort aus des berges dunkelm wald blitzt schon dein stral hervor S. Gessner schr. (1777) 1, 117; der tag ... sendet aus der goldnen brust den strahl, von dem erquickten aug den schlaf zu scheuchen M. Beer w. 3 (Klytemnestra 1, 1) Sch. besonders noch str. des morgens: beim ersten str. des morgens wurden die stimmen der vöglein rings um die einsame burg her munter Helmine v. Chézy erz. (1822) 1, 129 (U. Hegner schr. 5, 188). str. des mittags: des feldes thiere suchten des baumes schirm im strahl des mittags Stolberg 4, 96; vgl. wie die erste morgendämmerung mit den strahlen des vollen mittags den namen des sonnenlichts theilt Schopenhauer w. 1, 173 Gr. str. des frühlings: kein strahl des frühlings konnte mit erbarmen, ein milder tröster, sich zu ihm verirren Lenau w. 29 B. auch der str. des himmels Brentano 2, 591; in der nebenkammer bricht ein str. der oberwelt durch die felsritzen Novalis schr. 4, 194 M.; wir auch wandern vielverbündet nach der räthselferne aus; doch der strahl der wüste zündet sehnsucht nach dem kühlen haus Lenau w. 12 B. C@3@b@a@eeee) mit adject., so vor allem: der erste str. der aufgehenden sonne O. Ludwig schr. 2, 99 (vgl. auch 2, 366): immer ja saugt ihr lichtbegieriges auge die ersten strahlen hinweg und so wächset nur langsam der tag Mörike w. 1, 94 G.; Schubart leben u. ges. 2, 102; dem wanderer in der nacht ist der erste str der morgenröthe ein bote der hoffnung Herder 23, 3 S. (Pfeffel pros. versuche 5, 53; H. L. Wagner theaterst. [1779] 8 [Macbeth 1, 2]; Holtei erz. schr. 6, 197; G. Keller w. 6, 107); als die ersten strahlen der sonne durch den finstern tannenwald brachen E. Th. A. Hoffmann w. 2, 75 Gr. (maler Müller w. 1, 150); die sonne schoss mit ihren ersten str.-en nach den blinkenden wetterhahnen Brentano w. 5, 28; da ging die sonne auf, von der der dichter den ersten strahl für euch empfing Mörike w. 1, 52 G. (Dahlmann franz. revolution 94). sonst auch terminmäszig: vom frühesten stral der morgenröthe beginnet der gottesdienst Herder 16, 259 S.; mit den frühesten strahlen des andern morgens (aufbrechen) Fouqué zauberring (1812) 1, 168; es leuchtet jeden morgen ein junger strahl des lichts E. M. Arndt w. 5, 78 R.-M. im gegensatz dazu: die letzten strahlen der sinkenden sonne Brentano Godwi (1801) 1, 38 (G. Keller w. 1, 33); trunknen vom letzten strahl reisz mich, ein feuermeer mir im schäumenden aug, mich geblendeten taumelnden in der hölle nächtliches thor Göthe 2, 66 W.; mit dem anblick des lezten gebrochnen strahls der sonne Caroline 1, 20 (22. 6. 1785) Waitz; in den letzten str.-en der abendsonne wurde ... ein junger reiter sichtbar Eichendorf w. 2, 355 (Bettine Brentanos frühlingskranz [1844] 25); ihre (der sonne) letzten str.-en vergoldeten eine landschaft Moltke schr. 1, 42 (Spielhagen 1, 98; Th. Storm w. 1, 173). besonders herauszuheben noch: brennende stralen trabes ardentes; zwitzernde stralen caprae saltantes, nomenclator (1634) 27; wo sind die rieselnden wellen, die hier flossen, die nie tilgte der brennende strahl? Herder 26, 16 S.; der heisze str. (der frühlingssonne) Pietsch schr. (1740) 5; im brennend rothen strahle der abendsonne Solger nachgel. schr. 2, 648; dem schönen roten feurigen str. (folgen) W. Raabe Horacker (1876) 137; die sonne wünscht der erde gute nacht und läszt die glut der strengen stralen weichen Chr. Weise überfl. gedanken 170 ndr. auch: unter dem senkrechten str. der nie bewölkten sonne A. v. Humboldt ansichten (1808) 1, 29 (Ritter erdkunde 1, 959). im übrigen (auswahlweise): (die sonne beseelte) mit ihren abschieszenden strahlen die kalterstorbnen felder S. v. Birken forts. pegnitz-schäferei (1645) 4; vgl. Königsb. dichterkr. 86 ndr. belebender str. vgl. Fichte w. (1845 ff.) 2, 268; trauben, die der buhlerische str. der sonne noch nicht um ihre unschuld betrog Immermann w. 1, 10 H.; o sonne! in deinen erquickenden strahlen reift ich zum menschen erst aus maler Müller w. 1, 19; und Aurora berührt sie mit den ewigen strahlen als die ragenden gipfel der welt Schiller 14, 26 (br. v. Messina 1, 192) G.; dein geselliger str. N. D. Giseke poet. w. (1767) 111; gestärkter str. Gottsched ged. (1751) 1, 369; die morgensonne läutert mit ihren güldnen strahlen die dicke und duftige luft Sigm. v. Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 4 (Ang. Silesius seelenlust 24 ndr.); die heitersten strahlen der morgenröthe discourse d. mahlern (1721 ff.) 2, 4 (J. H. Voss ged. [1802] 3, 94); schlaf und ruh ich unbewegt, bis die sonne wieder mit den hellen strahlen regt meine augenlieder P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 409b (Herder w. 25, 405 S.). auch: mit den helleuchtenden stralen (betagen) Harsdörfer teutscher secretarius (1656) 1, 8a (engl. comedien u. tragedien [1624] Y 8b); in barocker anschauung: himlische strahlen müssen itz prahlen Rist Parnasz 493; holder str. Pfeffel poet. vers. (1812) 1, 8; die erde mit lebenerweckenden strahlen tränken vgl. Ebner-Eschenbach schr. 2, 7; das mir Phöbus wieder seine lieben strahlen bringe Göthe 17, 45 (tr. d. empfindsamkeit 4) W.; dir, o vater! im licht n stral trug berg und thal gewächs und leben ohne zahl! J. H. Voss ged. (1802) 5, 14 (d. heiligen leben [1471] winterteil 217b); wie lässt sie (die sonne) ihr gesicht in lauter neuen stralen prangen! Chr. Weise überfl gedanken 37 ndr.; die sonn mit sanften stralen das blümlein übergosz Spee trutznachtigall (1649) 76 (C. A. Overbeck verm. ged. [1794] 60; Jean Paul Hesperus 1, 148 R.); goldne sonne, leihe mir die schönsten strahlen, lege sie zum dank vor Jovis thron! Göthe 10, 43 (Iphigenie 982) W. (Hoffmannswaldau ged. [1697] 1, 6; Henrici ernst-scherzh. u. sat. ged. [1727] 1, 29); E. M. Arndt schr. f. u. an s. lieben Deutschen 1, 314; nachdem erst entgegen dem sonnigen strahl er ein tuch gespannt Platen 1, 264 R.; mittags, wenn die goldne sonne starke stralen auf dich geuszt Erlach volksl. d. Deutschen 3, 435; so wie tagender stral, wenn er in osten bricht, falbe nebel verzehrt Denis lieder Sineds (1772) 126; an des warmen strahles kräften zeugt natur den goldnen wein Schiller 11, 387 G. (Gottsched ged. [1751] 1, 117); sih hie, der sonnen zier geht wieder schön herfür ... und wirkt auf berg und thalen mit wunderlichen strahlen P. Gerhard bei Fischer-Tümpel kirchenl. 3, 400a; C@3@b@a@ffff) neben glanz: unzertheilich ding, wie die kleinen fäszlein in der sonnen glantz oder stralen Hulsius (1618) 2, 44b; dann gleich wie die strahlen und glantz der sonnen durchscheinet das glas, wasser und wolken J. Prätorius Blockesb. verr. (1668) 375; vgl.(es) waren solche werk wie liecht, die seine gegenwertickeit anzeigten, und gingen von ihm aus wie glentze von der sonnen inn der wolken und wie strelen von seinen henden Luther 19, 428 W. (Barth weiberspiegel [1565] H 3b); neben den wogen des sonnenlichts: das allerfreuliche licht mit seinen farben, seinen stralen und wogen Novalis schr. 1, 4 M. C@3@b@bβ) in der nächtlichen welt: und wie bedachtlos es ihr finger fasst, da spielt ein nächtger strahl in edlen steinen A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 229 (Walther 4); der str. eines cometen u. s. w. oft als gegenstand abergläubischer betrachtung (vgl. auch Fischer schwäb. wb. 5, 1819): in diesem jar ist ein kometstern am himmel eine zeitlang gesehen worden mit langen stral oder besen geschichtsbücher der wiedertäufer 270; es erschien auch ein feuerzeichen gleich wie ein brennende fackeln mit langen straln, schosz wie ein blitz auf die erde Nigrinus papist. inquis. 355 (Thurneysser magna alchymia [1583] 12; auch vorr.; Binhardus thüring. chron. [1613] 83; Prätorius ref. astrol. 25); ja ich fühle den glühenden, sengenden str. des langgeschweiften kometen auf meiner stirne E. Th. A. Hoffmann w. 10, 150 Gr. (Herman Grimm Michelangelo 2, 26). vgl. sonst noch: (sterne) sandten in heiliger ordnung ihre str. über die welt maler Müller w. 1, 36 (griech. dramen 1, 248 Dähnhardt) und in der naturwissenschaftlichen erklärung zurückgreifend auf α beim nordlicht: sie leuchtet mir freundlich und treu, wie durch des nordlichts bewegliche strahlen ewige sterne schimmern Göthe 2, 109 (vgl. auch III 1, 6) W.; aus norden fast mitten in der nacht aufsteigende feurige strahlen M. I. Schmidt gesch. der Deutschen 2, 324; vgl.anno 570 erschienen feurig strael am himmel, und tröpflet pluot S. Frank chron. germ. (1538) 56a. in begrifflicher unterstreichung: nächtliche stralen als zeugen künftigen unterganges Ringwald lauter warheit A 3a; vgl. Weckherlin ged. 1, 55 F.; Bodmer v. d. wunderbaren (1740) 279; Lenz schr. 2, 206. noch besonders str. des mondes Schubart ged. (1825) 2, 74; Herder 12, 246 S.; maler Müller w. 1, 147; einatmen will ich den hauch der wolken und die strahlen des mondes Heine w 3, 363 E.; adj. bestimmt: 1, 132; beym schwachen stral des mondes Göthe 37, 75 W.; blasser str. Pfeffel pros. vers. 1, 132; die dämmernde gegend, die unter dem milden strahle (des mondes) geruht maler Müller w. 1, 221 (vgl. Th. Storm w. 1, 93); wie uns ein blasser mond aus herbstlichem gewölk vom grauen horizont unkräftge stralen sendt Wieland 1, 126 ak. ausg. (natur d. dinge 6, 343); im keuschen strahl des feuchten monds Shakespeare 1, 203 (sommernachtstraum 2, 1); C@3@cc) physikalisch: besonders die brechung der strahlen (refraction), d. h. ihre ablenkung beim übergang in einen andern durchsichtigen stoff (dabei neigt sich der gebrochne str. dem einfallslote zu beim übergang in einen dichteren, aber davon ab beim übergang in einen dünnern str.): in gebrochenen strahlen Zinzendorf gemeine wache (1749) 321 (Görres br. 3, 73); das licht der sonne besteht aus strahlen von verschiedener refrangibilität Göthe II 2, 47 W. (Solger Erwin [1815] 1, 69); vgl. der feuchtigkeiten (im augapfel) sind insgemein drey, welche zur unterbrechung der strahlen dienen Fleming teutscher soldat (1726) 350; die doppelbrechung eines strahls beim durchgang durch die meisten krystallinischen stoffe; vor allem aber seine spaltung in einzelne farben im prisma: welch erhabner gedanke!uns lehrt der unsterbliche meister, künstlich zu theilen den strahl, den wir nur einfach gekannt Göthe 5, 228 W.; einen str. der finsternisz annehmen und denselben so gut als das licht in fünf oder sieben farben spalten (führt zu groszer verwirrung) II 5, 1, 36 W.; auch bildlich: Herder 15, 354 S. und so in einem vergleich: einklang! alle farben in einem str. der sonne! Lavater physiogn. fragm. (1775) 1, 5; wir spalten es (das sonnenlicht) in strahlen, die ohne zu leuchten die mächtigsten veränderungen und zersetzungen in der organischen natur hervorbringen J. Liebig chemische briefe (1844) 29; vgl. Hegel w. 5, 1, 138; im einzelnen: die rothen str. sind die kräftigsten bekanntlich Lichtenberg br. 2, 82 L.; ultraviolette strahlen du Bois-Reymond grenzen d. naturerk. (1873) 16; (der regenbogen, welcher) reich an blauen und violetten str.-en ist L. Boltzmann schr. (1905) 59. hinwiederum strahlen in einem brennpunkte sammeln; und wers vermochte, die strahlen alle, die die welt erleuchten, in einem einzgen brennpunkt einzusammeln, ... Bauernfeld schr. 5, 147 (deutscher krieger 2, 6); auch: die str. zum brennpunkt gesammelt Fr. Th. Vischer ästhetik (1846 ff.) 2, 411 als beliebtes bild: (Winckelmann) strebte in dem brennpunkt der kunst alle strahlen des geisteslebens zu sammeln Justi Winckelmann 2, 2, 238; die strahlen der erkenntnis Fr. A. Lange gesch. d. materialismus [1866] 328 (Th. Abbt verm. w. [1768] 1, 10; Ebner-Eschenbach schr. 4, 251); auch der mittelpunkt des lessingschen werkes (Laokoon), in welchen alle stralen fallen Herder 3, 159 S. (Fr. A. Lange gesch. d. materialismus 17); sinnfälliger: die ehre ist mit einem künstlichen hohlspiegel zu vergleichen, der die zerstreuten stralen der sinne in einem punkt zusammendränget Th. Abbt w. (1768 ff.) 2, 80 (Hölderlin dicht. 2, 116 L.); all diese blicke (von menschen) werft in einen spiegel und kehrt den ganzen vollen strahl auf mich, von kopf zu fusz ihn auf und nieder führend H. v. Kleist 1, 300 (Amphitryon 3 10) Schm. von ihrer aufprallenden oder eindringenden wirkung: Harsdörfer frauenzimmergesprechspiele (1641 ff.) 7, 201; wie die stralen in die kleinsten theile unserer organen wirken Nicolai literaturbr. (1759 ff.) 2, 279; braun ist die haut des kräftigen körpers, angehaucht von den eindringenden strahlen der sonne Göthe 49, 89 W. auch: das wirksame weisz, das alle stralen fortsendet, beziehet sich ... auf etwas, das alle stralen verschlingt Herder 22, 61 S.; ein leuchtender punkt sendet einen kegel von strahlen auf die linse Muspratt chemie 7, 109; vgl. Adelung. C@3@dd) in reicher bildlicher anwendung: die wissenschaften gesitteter völker warfen auch in diese entfernte länder einen theil ihrer strahlen A. v. Haller Alfred (1773) 231 (Klinger w. 11, 30); der lächelnde str., den die vorsicht heute auf mich fallen läszt, hat meine entwölkte seele in hofnung aufgeklärt Wieland I 3, 13 ak. ausg.; sie fängt die strahlen seines (des mannes) lichtes auf, die sanft und lieblich von ihr wiederglänzen Göthe 17, 129 W.; so fiel denn niemals ein str. weiblicher güte in die dunkle jugend des herzogs Karl Treitschke deutsche gesch. im 19. jahrh. 3, 559; ermuntre (weisheit) mich mit deinem strahle Gotter 1, 467; stralen ihrer (der seele) guten anlage Herder 3, 184 S.; str. der anmuth Rückert w. (1867 ff.) 1, 147; der aufklärung Herder 16, 595 S. (G. Forster schr. 5, 232); der freude B. Neukirch ged. (1744) 253; Caroline 1, 169 (5. 6. 1796) Waitz; Jean Paul 3, 133 H.; str. des friedens Börne schr. (1829 ff.) 3, 248; des gehorsames Reinicke fuchs (1650) 327; eurer genügsamkeit Bauernfeld schr. 4, 23; mit den gütigen stralen ihrer gewogenheit Harsdörfer teutscher secretarius (1656) 1, 377; des glücks Lohenstein Arminius 1, 15a (Göthe 40, 240 W); der gnade A. G. Kästner schr. (1755) 1, 104 (Ayrenhof w. 1, 217: Fr. W. Weber Dreizehnlinden 262); der güte Hölderlin dicht. 1, 34 L. (Bettine dies buch gehört dem könig 2, 335); an dem strahle der güte thaut oft das härteste herz auf Meisl theatralisches quodlibet 1, 181; (die weisheit) ein stral der herrlichkeit des allmechtigen weish. Sal. 7, 25; erhellen wir ihm nicht die letzte stunde mit schönem strahl der hofnung? Schiller 14, 382 (Tell 4, 2) G. (Gökingk ged. [1780] 1, 59; J. M. Miller ged. [1783] 3); der keuschheit str. Gottsched ged. (1751) 1, 222; es kehret sich ein strahl des lebens mir, erquickend und erregend, wieder zu Göthe 9, 411 (Tancred 1108) W. (vgl. A. W. Schlegel im Athenäum 1, 164); str. des lichtes Lessing 2, 350 (Sara S. 5, 10) M., vgl. Gervinus gesch. d. deutschen dichtg. 5, 16; der liebe strahl, der sich im herzen bricht! Fr. Kind ged. (1817) 1, 18 (Zach. Werner Martin Luther ix prol.). vgl. ein jungfrau wird ... von den stralen der lieb entzündet Lehmann floril. polit. (1662) 1, 446 (Chr. Weise polit. redner [1677] 39): strahlen meiner lust Hoffmanswaldau ged. 1, 7; sich in den strahlen seiner macht sonnen vgl. br. von u. an Herwegh (1896) 304; (des ruhms Löwen in sammlung v. schausp. [Wien 1764 ff.] 3, 5); der himmlischen schönheit straalen Grob dichter. versuchgabe (1678) 147; einen str. ihres segens empfangen vgl. Brentano schr. 5, 226; str. des trostes Stieler geharnschte Venus 51 ndr. (fürst Pückler briefw. 7, 116); sich im reinen str. weiblicher tugend ... veredeln Holtei erz. schr. 2, 252; vgl. Petrasch lustsp. (1765) 1, 691 und in barocker fügung: also schwere ich, dass mich die strahlen ihrer tugend entzündet haben Ziegler asiatische Banise (1689) 303; besonders: im dicksten nebel stralen der wahrheit (suchen) Herder 13, 309 S. (Zimmermann über die einsamkeit 4, 26; fürst Pückler briefw. 1, 89); erleuchte mich durch einen strahl der wahrheit durch und durch Novalis schr. 1, 151 M. (Gottsched ged. [1751] 1, 295); schmelzen wie wachs von der wahrheit stralen Lehmann floril. polit. (1662) 1, 508. auch: im str. der wahrheit Stägemann kriegsgesänge (1813) 9; strahlen der göttlichen weisheit Leibnitz deutsche schr. 2, 35; vgl. Rätel Curäi chron. (1607) 562; Gottsched ged. (1751) 1, 151; Schubart leben 1, 47; was für ein strahl der wonne strömt mir unerträglich, alle glieder lähmend, durch den entzückten busen hin H. v. Kleist 2, 348 (Hermannsschl 3, 5) Schm.; von dem str. eines zeitungslobs erwärmt Lichtenberg verm. schr. (1800 ff.) 3, 420; als eine besondere gruppe noch str. des bewusztseins Hebbel I 1, 90 (Genov. 4, 1) W.; strahlen der warmen einbildungskraft Bodmer crit. poet. schr. (1741) 1, 54; str. des scharfsinns Wieland 1, 76 ak. ausg. (natur d. dinge 4, 89); die strahlen fremder vernunft zurückwerfen Schiller 10, 92 G.; str. des verständnisses vgl. W. Hauff w. 1, 17; der str. himmlischer wolredenheit herrlich leuchtet Harsdörfer teutscher secretarius (1656 ff.) 2, x 5a; insbesondere: str. seines geistes J. E. Schlegel w. (1761 ff.) 2, 41 (Börne schr. 13, 60); auch Lucie verklärt ihr wesen in den strahlen dieses schönen weiblichen geistes Stifter w. 2, 1, 106; der stral des geistes weckt die müde tugend auf B. Neukirch ged. (1744) 111; ein str. des genies allgem. deutsche bibl 1, 2, 39; die erleuchtenden strahlen des genius Göthe 41, 1, 5 W.; er hat den fünfundzwanzigjährigen frost der strengsten verschwiegenheit durch einen einzigen str. seines herzens aufgethaut Börne schr. 8, 88 (seiner seele Jean Paul unsichtb. loge 2, 104 R.). zuletzt: kein strahl einer gottheit erscheint mir in dieser nacht Göthe 23, 29 W.; vgl. noch Wieland mor. br. 2, 173; Lenz ged. 7 Weinhold; Matthisson schr. 1, 6; und so der mensch selbst ein str. jener gottheit Tieck schr. 8, 18. —von in der partitiven fügung ein str. von hoffnung J. G. Jacobi w. 1, 203; so macht ein strahl von hoffnung schon mich trunken, ich brauch die sonne der erfüllung nicht Herwegh ged eines lebendigen (1843) 2, 3; noch einen str. von h. haben J. G. Forster schr. 9, 70; besonders noch: einen schwachen str. von h. Schubart br. 1, 104 Strausz (Knigge roman meines lebens [1781] 2, 46); der letzte str. von h. Gentz schr. 1, 84; auch str. von glückseligkeit Lessing 2, 316 (Sara S. 4, 1) M.: getrost! ein strahl von deinem lichte zertreibet meine finsternisz Drollinger ged. 14. str. von trost Ramler lyr. ged. (1772) 353; aus: strahlen ... aus der abendröte der hohen kunst (auffangen) Sturz schr. (1779) 1, 232; ein str. aus geisterland vgl. Seume ged. 11 (C. A. Overbeck verm. ged. [1794] 2; W. Raabe Horacker [1876] 91); o, du allwissender! nur einen strahl, aus deines wissens füll in meinen geist Raupach dram. w. ernster gatt. (1835 ff.) 8, 233. C@44) der strahl der augen, der von ihnen ausgehende glanz, das leuchten darin (s. auch augenstrahl th. 1 sp. 812) Adelung; in einer anknüpfung an oben 3: jungfrau Anna, die schosz die hellglänzenden stralen von ihrer augen sonn Zinkgref auserl. ged. 28 ndr. (Rabener w. 1, 193): die augen voll strahlen haben Schleiermacher Platon (1804 ff.) 6, 363; es wird ein jeder blick ein strahl, der auf gen himmel dringt E. M. Arndt w. 5, 46 R-M.; auch: giftige stralen in den augen (haben) Grimmelshausen 4, 561 K. früher: die brinnende stral der liebe sich von dem gesicht der augen begeben Arigo decam. 272 K. doch schon mhd. vgl. mhd. wb. 2, 2, 672b und: und strâle ûʒ spilnden ougen schieʒe in mannes herzen grunt Walther v. d. Vogelweide 27, 26. C@4@aa) der schwarzen augen straal Stieler geharnschte Venus 24 ndr.; Gottsched ged. (1751) 1, 354; W. Müller ged. 177 H.; durch den schleier der verhüllten hindurch drang der str. eines feuerauges Ebner-Eschenbach schr. 1, 109; (Shakespeare 1, 214 [sommernachtstr. 2, 2]; Strachwitz ged. [1850] 96); str. gewogener blicke Stoppe Parnasz (1735) 304; ein str. der feuervollen blicke Schwabe belustigungen (1741) 1, 293 (R. Wagner schr. 6, 13). C@4@bb) in verbalen wendungen gröszere lebendigkeit des gedankens: es schieszt ein stral aus deiner Vitzthum blicken Gottsched ged. (1751) 1, 384. vgl. auch 213 (Weichmann poesie der Niedersachsen [1721] 1, 103). aus deinen augen fällt ein strahl A v. Droste-Hülshoff w. 2, 126 (bricht Stifter w. [1901 ff.] 1, 233); als obj.: und sein (des vaters) blick warf strahlen, wie ein speer im sonnenschein Stolberg w. 5, 15 (Eichendorf w. 2, 275). vereinzelt dafür: die Curländerin hatte so was liebevolles im auge, ... dasz sie strahlen aus ihren augen warf Hippel lebensläufe 3. 1, 107. C@4@cc) mit adj.: die pflizende strahlen eurer glänzenden augen schausp. englischer comöd. 112 Creizenach; scharfe stralen Zinkgref auserl. ged. 52 ndr.; der glühende str. Holtei erz. schr. 28, 233; krankhaft, müde der matte str. des groszen auges Willib. Alexis ruhe ist die erste bürgerpflicht (1852) 1, 115; o du durstger strahl der augen, der zum monde trinken gebt Brentano schr. 2, 234; C@4@dd) besonders hervorzuheben noch ein str. erhellt ein antlitz, bricht aus ihm hervor u. ä.: die str.-en seines angesichts F. Alber Ignatius Loiola (1591) 206; vgl. H. v. Kleist 2, 187 (Käthchen v. H. 1, 1) Schm.; dazu Gottsched ged. (1750) 105; gewöhnlich mit einer weiteren bestimmung: ich sah ... neue strahlen des geistes aus ihren gesichtszügen hervorbrechen Göthe 19, 29 W.; ein leichter str. der hoffnung und freude flog über Gabrielens antlitz Fouqué zauberring (1812) 1, 23 Ebner-Eschenbach schr. 4, 69); es ging ein str. angenehmer überraschung über Uhlands starre züge L. A. Frankl erinnerungen 125 in bibl. deutscher schriftst. a. Böhmen; auch: und da zuckte es wie ein sonniger str. über sein gesicht Spielhagen 1, 6; überhaupt als charakteristische physiologische erscheinung des gesichts H. v. Kleist 3, 318 Schm.; vgl. noch schönheitsstrahl Heräus ged. (1721) 64. C@55) als wiederschein des lichtes auf glänzendem gegenstand: eine strale, den ein gläntzend corpus von sich würft radius Corvinus fons lat. (1646) 693; vgl. Ramler einl. (1758) 2, 9; G. Keller w. 3, 64; streu furchtbar strahlen um dich her, schwert in des kaisers hand Klopstock oden 1, 78 M.-P. (Laube schr. 2, 8); ein trüber strahl flirrt um die schwerter her A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 244. (bei einem speer) der goldberingten ehernen spitze strahl Bürger 173 Bohtz; die kostbare crone streuet ihre schimmernden strahlen von sich Chr. Weise polit. redner (1677) 10; der goldnen kronen strahl Uhland ged. 1, 151 (vgl. auch 1, 172); dass sie (die kleinode) im sonnenschein die blödern ... augen gleichsam mit ihren stralen schlagen Guarinonius grewel der verwüstung (1610) 2, 8a; ein schöner ring, der mit seinen herzbrechenden stralen die Venus selbst überwunden hätte Chr. Weise die drei ärgsten erznarren 32 ndr.; str. der siegeskrone R. Z. Becker mildh. liederb. 81. wie du auch strahlst in diamantenpracht, es fällt kein strahl in deines herzens nacht Heine 1, 72 E. (vgl. Adelung); auch ein bauwerk in seines goldes str. Gerstenberg ged. eines skalden 359 lit. dkm., (brücken) schossen lebendige strahlen von sich maler Müller w. 1, 51 (Rachel sat. ged. 128 ndr.: Lohenstein Ibrahim [1680] 3); (ein dach,) das nach der erde fernsten theilen die güldnen stralen dichte streut! Schwabe belustigungen 1, 100; auch: des thrones strahlen Butschky Pathmos (1677) 5a. C@5@aa) mit strahlen vorgestellt radiatus Frisch 2, 343a (Böttiger kl. schr. 2, 234); dasz es ihm vorkam, als sei ihr haupt mit strahlen umgeben Göthe 22, 45 W. (Zach. Werner kreuz a. d. Ostsee 67; L. Aurbacher volksbüchlein [1835] 50); insbesondere: die strahlen der beywohnenden majestät und herrlichkeit Dannhawer catechismusmilch (1657) 1, 23; der majestät str. umgibt sie (die könige) Jac. Grimm kl. schr. 1, 31 (Ramler einl. in die sch. wissensch. 3, 48). auch: nicht gestattet, um eines sächsischen fürsten haupt strahlen zu sammeln Jac. Grimm kl. schr. 3, 1 (A. v. Droste-Hülshoff br. 10 Sch.; Speck zwei seelen 277, vgl. J. A. Arnold episteln [1789] 176); den strahl der majestät und deiner thaten ruhm mag, theuerster August, ein höherer beschreiben Henrici ernst-scherzh. u. sat. ged. (1727 ff.) 2, 9. so zuletzt: der könig, ein str. hoher gottheit Gottsched schaubühne (1741) 1, 38 (Zach. Werner Martin Luther 46). C@5@bb) in der kunst: vom strahl der eignen kunst geblendet, umarmt er heisz den marmorschnee Kind ged. (1817) 1, 80; Rossini, ... der du deine klingenden strahlen über die welt verbreitest Heine 3, 250 E.; nur als gegenstand künstlerischer oder kunstgewerblicher darstellung: der heil. geist als eine taube in einem groszen glanze von stralen Nicolai reise 2, 635 (H. Meyer gesch. d. bild. künste [1824] 3, 423); ein doctor, der vil mehr könn als Apelles mahlen und der dreyfaltigkeit abbilden helle stralen Zinkgref auserl. ged. 46 ndr. im wappen einen löwen mit strahlen Lohenstein Arminius 2, 487a (Micrälius altes Pommerland [1640] 6, 526). C@5@cc) in einer weiterentwicklung von oben a: von deinem diadem, der christenheit zum schaden, traf das verfluchte haupt der erste strahl der gnaden Göthe 15, 1, 287 (Faust 10 990) W.; mag sich die welt im strahl der gnade sonnen, ich kenn ein fähnlein doch, das weiter ficht Herwegh ged. eines lebendigen (1843) 78; da du selbst glantz und sonne, mit strahlen deiner wonne verklährt mein angesicht! Königsberger dichterkr. 74 ndr. C@66) ein aus enger öffnung herausgetriebener wasserstrahl (th. 13 sp. 2518): str. aus einem springbrunnen, einer spritze u. s. w. Adelung (besonders auch ndd. en strāl water). vgl.str. mit wasser Jac. Böhme schr. (1620) 4, 94; die heranfluthenden wassermassen, ihre stürzenden strahlen Göthe 48, 168 W.; strömt von der hohen steilen felswand der reine strahl, dann stäubt er lieblich in wolkenwellen zum glatten fels 2, 56 W. (vgl. Gottsched ged. [1750] 35); (das wasser) als langer str. in die höhe spritzt Schopenhauer w. 1, 198 Gr. (blitzt Fontane I 4, 369); vgl. die spritze bewies sich kräftig; wo ihr str. unter den rand der schiefer sich einzwängte, splitterten diese krachend von den nägeln O. Ludwig schr. 1, 370; in der quelle glattem str. A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 253; mit plätschernden strahlen Polenz Grabenhäger 2, 129; (wo) kleine brunnen in perlenden stralen klingend tropfen Tieck schr. 4, 79 (Stieler w. 2, 319; Heyse 5, 29; 2, 253); silberner str. Herwegh ged. eines lebendigen (1843) 6 (glänzend weisz H. v. Barth nördl. Kalkalpen 261); auch dichterisch: der gefrorene str. eines gletschers A. v. Droste-Hülshoff w. 2, 100. sonst noch: ein strahl essig, wenn man essig aus einem fässlein zapfet Ludwig (1716) 1885; wein in groszen strahlen Arnim w. 12, 39; in hohlem strahle H. Seidel Leberecht Hühnchen 190. beim einschenken den str. mäszig verlängern H. Hesse Peter Camenzind 57; ein dünner str. kohlensäure Lierig chem. br. (1884) 93. C@6@aa) str. des blutes (vgl.blutstrahl th. 2 sp. 193): str. aus der ader Gehema grausame medicinische mordmittel (1688) 11; schwarzquellend springt des blutes strahl Schiller 11, 281 (kampf mit d. drachen) G.; roter str. Schubart ged (1825) 2, 71 (blutroth brüder Grimm sagen 1, 202; blutig Fouqué held des nordens 106). C@6@bb) bildlich: kom o heiliger geist, o kom und spreng deine stralen umb und umb in die hertzen und mach uns from Bäumker kathol. kirchenl. 1, 655. C@77) geometrisch die von einem punkt ausgehende gerade linie Lueger 7, 532; die fortpflanzungsrichtung der energie 533; vgl. Hoyer-Kreuter 1, 737; als theilbegriff strecke, die auf einem strahle liegt Czuber wahrscheinlichkeitsrechnung 2, 91; denn Halle muszte von dem strahle dieser reise berührt werden Immermann w. 18, 116 H.; auch: der schall pflanzt sich ... in geraden linien oder strahlen fort Liebig handb. (1843) 1, 35; vgl. Helfft wb. (1836) 350. C@7@aa) der str. vom centro bisz zum umkreisz radius J. Orsäus nomencl. (1623) 27; der str. oder halbmesser des kreises semidiameter Bürja gröszenlehre (1799) 60 alle strahlen eines zirkels sind gleich C. Fr. Cramer Neseggab 3, 308; auch; strahlen der windrose vgl. Göthe gespr. 3, 102 B.; vgl. der mittelpunkt, an welchen weitere freie erfindung wie in strahlen anschieszt G. Freytag w. 14, 9; die strahlen der schönen wölbung schieszen zu groszen sternen zusammen (in einem keller) w. 4, 434; vier vom fusz aufsteigende strahlen als ornament einer schale Hiller v. Gärtringen Thera 2, 64; im kunstreichen netz der spinne Eschenburg beispielsamml. (1788) 1, 68; die spinne, welche im hängendem netz stralen aus einem mittelpunkte in die runde webt Reimarus wahrheiten d. nat. religion (1766) 334; (ein netz) rundt, mit viel straln wie sonnenglantz Burkard Waldis Esopus 1, 212 Kurz. C@7@bb) hannöv. strahle einzelne staffel in einer leiter Adelung. C@88) weitere übertragungen: C@8@aa) mineralisch die strahlen lange, schmale, gerade theile, als kleinste zusammenhäufungen eines fossils; ein mittelding zwischen fasern und blättern Adelung (vgl. auch unten strahlglimmer, -gyps und strahlig); kleine strahlen, das sind christallen Th. Platter 12 B. ein bedeutendes stück egeran, wo die aus einem mittelpuncte ausgehenden strahlen deutlich und die crystallisationsweise dieses minerals entschieden zu sehen wäre Göthe IV 33, 8 W.; im bruche auseinanderlaufend beim strahlschörl (s. u.) A. G. Werner oryktognosie (1792) 32; vgl. dazu bergnamen wie Strahlegg am Schreckhorn Buck flurnamenb. 271. in volksthümlich-abergläubischer vorstellung der belemnit Buck a. a. o. unter anknüpfung an die bedeutung 2; vgl. stein und strahl (vom himmel) neben blitzen und donnern Paracelsus op. (1616) 2, 324 Huser; ein stral, ein schwefelkeil Ramler lyr. ged. (1772) 297. C@8@bb) in der pflanzenwelt der str. radius, die aus strahlenden blüten gebildete einfassung eines gegipfelten oder gehäuften blütenstandes Bischoff (1839) 167 (Illiger [1800] 3 8); weisze wucherblume mit groszem, weiszem str. Ratzeburg standortgewächse (1859) 82; auch die haupt- und nebenstiele einer dolde Illiger (1800) 339; Bischoff a. a. o. schlieszlich 'die einzelnen haare oder borsten in der fruchtkrone z b. der compositen' ebenda. C@8@b@aα) geradezu als pflanzenbezeichnung: umb der ... harten streel willen Bock kreuterbuch (1539) 2, 77; straalen, ein gattung distlen tribulus Maaler (1561) 391c; vgl. (ein vogel) geläbt allein der straalen und distlen als die distelfinken Herold-Forer Gesners thierbuch (1563) 2, 20. C@8@b@bβ) als eine wulstartige erkrankung der bäume Mothes 4, 277. C@8@cc) in der thierwelt: C@8@c@aα) strahlen oder gräten, woraus die flossen oder finnen der fische bestehen, radii Nemnich; Illiger 205; Oken 4, 392; auch die blätterartigen strahlen der gestirnten korallen Illiger 311; strahlen oder rippen. 'welche bei vielen napfschnecken vom scheitel an bis nach dem rande ausgehen' radii, costae Nemnich; auch vom rande der samenscheibe der krebse ausgehend Sömmerring vom baue d. menschl. körpers 6, 957. C@8@c@bβ) str. auch im flügel der insekten Illiger (1800) 246 C@8@c@gγ) die strahlen des ringes im geierauge Naumann vögel 1, 186; besonders im aufbau der feder: die vollkommene vogelfeder besteht aus stamm, ästen, strahlen und zasern 1, 30 Brehm thierl. 4, 6 P.-L.); der ... könig der paradiesvögel hat von natur keine füsze, sondern am schwanze zwo lange stralen, ... mit welchen er sich an die bäume anhengen kan A. Olearius morgenl. reisebeschr. 157. C@8@dd) 'der mittlere strich in des pferdes huf' radius ungulae Frisch 2, 343a (Zinck öcon. lex. [1744] 2930) und von weicherem horn, wegen seiner ähnlichkeit mit der spitze eines pfeils Adelung; als das strahlenförmig herabfallende kronenhaar Höfler krankheitsb. 692b. im besonderen auch fleischstrahl (th. 3 sp. 1762) der fleischige, blutreiche theil vom vorigen (ebenda): jeder str. hat zwei strahladern (s. u.) Seuter roszarznei (1599) 58; fauler strahl durch übelriechende geschwüre erkrankter kronenhaarböden am pferdehufe, vgl. wenn einem phärd die strallen faulen (s. auch unten strahlfäule) Schmeller-Fr. 2, 813; Höfler 693a (schweren Hohberg georgica 2, 221); das lager für ein hufeisen umb den stral bey abnemenden mon ausschneiden Seuter 367 (vgl. 370); die geschwulst des strals 216. auch im bereich des menschlichen körpers: lange bein, welche da entstehen an der strale der hände und füsze Thurneisser magna alchymia (1583) 2, 8; die an der kardia strahlig auslaufenden fibern Sömmerring v. baue d. menschl. körpers 5, 47; vgl. westf. bloudstrahl Kuhn 2, 206; strahlenartig sich ausbreitende blutgefäszbündel bei hornhautentzündung Höfler 693a; strahl vibex pestilentialis (die strahlenförmig verlaufenden, vielfarbigen hautstriemen und streifen bei der lymphgefäszentzündung der pest) ebenda; s. auch oben peststrahl (th. 7 sp. 1576). C@99) in uneigentlichen zusammensetzungen:
61780 Zeichen · 1569 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Strahl

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Strahl , des -es, plur. die -en, ein sich in unmerklich schneller Geschwindigkeit in gerader Linie fortbewegendes ge…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Strahl

    Goethe-Wörterbuch

    Strahl [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Strahl

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Strahl , s. Licht .

  4. modern
    Dialekt
    Strahl

    Elsässisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Stra h l I [ʿStról m. K. Z. , f. Betschd. ] pfeilspitzenähnliche Hervorragung in der Mitte der unteren Fläche des Pferde…

  5. Sprichwörter
    Strahl

    Wander (Sprichwörter)

    Strahl Möt de Strahl ön de Schal'. ( Samland. ) – Frischbier 2 , 3653. Aus der Hand in den Mund. Vom Melken entlehnt, um…

  6. Spezial
    Strahl

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Strahl m. (-[e]s,-en) 1 (Lichtstrahl) rai (rais) m. 2 (Milchstrahl) tlip (-s) m. 3 (Wasserstrahl) piun (-s) m. 4 ‹fig› (…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit strahl

513 Bildungen · 482 Erstglied · 22 Zweitglied · 9 Ableitungen

strahl‑ als Erstglied (30 von 482)

Strahlfeile

SHW

Strahl-feile Band 5, Spalte 1501-1502

Strahlkrebs

SHW

Strahl-krebs Band 5, Spalte 1501-1502

strahlableiter

DWB

strahl·ableiter

strahlableiter , m. ( entspr. strahl 2) blitzableiter ( th. 2 sp. 131), doch jetzt völlig ungebräuchlich: von dem nutzen der str. Frankf. ge…

strahlader

DWB

strahl·ader

strahlader , f. : im strahl (8 d ) des pferdehufes Seuter roszarznei (1599) 58 ; ( dem pferde ) die str. schlagen Böhme roszarznei (1618) 53…

strahlapparat

DWB

strahl·apparat

strahlapparat , m. , injector: so eine dampfstrahlpumpe Karmarsch-Heeren 3 4, 505 ; 8, 577; Muspratt chemie 4, 635 ; zur speisung eines damp…

Strahlapparate

Meyers

Strahlapparate , Vorrichtungen zum Heben oder Bewegen von Gasen, atmosphärischer Luft, Dämpfen, Flüssigkeiten (auch breiigen und schlammigen…

strahlasbest

DWB

strahl·asbest

strahlasbest , m. : Jacobsson 4, 310 a ; Krünitz 175, 173 ; vgl. unten strahlglimmer, -gips. u. s. w.

strahlbad

DWB

strahl·bad

strahlbad , n. : ein solches str. über sich ergehen zu lassen Göthe 26, 96 W. —

strahlbasalt

DWB

strahl·basalt

strahlbasalt , m. , entspr. strahl 8 a Jacobsson 7, 468 a ; Krünitz 175, 173 ; vgl. strahlgips u. s. w. —

strahlbein

DWB

strahl·bein

strahlbein , n. : entspr. strahl 8 d am huf des pferdes Alten 4, 900 . —

strahlbeschwänzt

DWB

strahlbeschwänzt , adj. : der str.-e blitz Heräus ged. (1721) 15 . —

strahlbildend

DWB

strahlbildend , adj. , entspr. strahl 8 b Schlechtendal flora 28, 120 . —

Strahlbildung

Meyers

strahl·bildung

Strahlbildung , die eigentümliche Erscheinung, daß sich bewegte Flüssigkeiten oder Gase durch eine ruhende hindurchbewegen können, ohne sche…

strahlblitz

DWB

strahl·blitz

strahlblitz , m. , als ( tautologische ) verstärkung: kein strahlblitz spaltet, was ich halte Göthe 15, 1, 267 ( Faust 10546) W. — strahlblu…

strahlblüte

DWB

strahl·bluete

strahlblüte , f. , plur.: strahlblüten flores radiales ( vgl. das vorige ), sonst auch randblüthen ( flores marginales ) Bischoff wb. (1839)…

Strahlblume

RhWB

strahl·blume

Strahl-blume (s. S.) uNahe f.: die männl. Blüten vom Katzenpfötchen, Himmelfahrtsblümchen, Antennaria dioica.

strahlbrenner

DWB

strahl·brenner

strahlbrenner , m. , einer gaslaterne Lueger 2, 659 ; auch einlochbrenner Muspratt 5, 595 . —

strahl als Zweitglied (22 von 22)

Achtstrahl

Adelung

acht·strahl

Der Achtstrahl , des -es, plur. die -e, bey den Naturkundigen, eine Art geritzter Seesterne mit acht Strahlen. Octactis. S. Adelung Strahl .

bannstrahl

DWB

bann·strahl

bannstrahl , m. ob aus der Engelsburg ein bannstrahl zuck, ob seine donner schweigen. F. L. Stolberg 1, 2 ; kein bannstrahl aus dem Vatikane…

Donnerstrahl

Adelung

donner·strahl

Der Donnerstrahl , des -es, plur. die -en, der Blitzstrahl, so fern er von einem lauten Donner begleitet wird.

Dreystrahl

Adelung

Der Dreystrahl , des -es, plur. die -e, in der Naturgeschichte der Neuern, eine Art aufgeritzter Seesterne mit drey Strahlen; Trisactis.

Dreyzêhnstrahl

Adelung

Der Dreyzêhnstrahl , des -es, plur. die -e, eine Art der aufgeritzten Seesterne mit dreyzehen Stacheln; Triscaedecactis. S. Adelung Seestern…

Fünfstrahl

Adelung

fuenf·strahl

Der Fünfstrahl , des -es, plur. die -e, in der Naturgeschichte der Neuern, eine Art der Seesterne mit fünf Strahlen; Astropecten.

hauptstrahl

DWB

haupt·strahl

hauptstrahl , m. radius principalis, in der perspective der strahl der aus dem auge senkrecht auf die tafel fällt. Frisch 1, 426 c .

lichtstrahl

DWB

licht·strahl

lichtstrahl , m. lucis radius, lichtstral Stieler 2186 : wenn ich durch ein brennglas mehrere lichtstrahlen auf ein schwarzes tuch versammel…

morgenstrahl

DWB

morgen·strahl

morgenstrahl , m. sonnenstrahl beim anbrechenden morgen: wie der morgenstral kalte blumen öffnet. J. Paul Qu. Fixl. 41 ; ein morgenstrahl ab…

nebenstrahl

DWB

neben·strahl

nebenstrahl , m. seitenstrahl: hält mich auch der nachschwung in die lichtvolle höhe der unsterblichkeit .. immer noch fern von dir, so gieb…

neunstrahl

DWB

neun·strahl

neunstrahl , m. eine art seesterne mit neun strahlen, enneactis Nemnich 3, 410 .

sechsstrahl

DWB

sechs·strahl

sechsstrahl , m. bezeichnung eines sechsstrahligen seesterns, hexactis. Adelung.

siebenstrahl

DWB

sieben·strahl

siebenstrahl , m. ' eine art aufgeritzter seesterne, welche mit sieben strahlen versehen sind, heptactis ' Adelung.

sonnenstrahl

DWB

sonnen·strahl

sonnenstrahl , m. 1 1) radii solis, die sonnenstralen. diradiare vites, die weinstöck in eine rechte ordnung setzen, dasz die sonnenstralen …

wasserstrahl

DWB

wasser·strahl

wasserstrahl , m. 1 1) pfeilartig sich fortbewegende, fortgespritzte zusammenhängende wassermenge: als Neptunus in zornes grimmen noch auff …

wetterstrahl

DWB

wetter·strahl

wetterstrahl , m. , 1) blitz; 'donner- sive wetterstrahl fulgetrum ' Stieler stammb. (1691) 2186 : denselben sommer auch wurde das closter z…

Zêhenstrahl

Adelung

zehen·strahl

Der Zêhenstrahl , des -es, plur. die -e, in der Naturgeschichte, eine Art aufgeritzter Seesterne mit zehen Strahlen, Decactis.

Ableitungen von strahl (9 von 9)

bestrahlen

DWB

bestrahlen , irradiare, collustrare, umstrahlen, bescheinen, nnl. bestralen, schw. bestrla, dän. bestraale: wie kein morgen sie brachte, ke…

bestrahlung

DWB

bestrahlung , f. irradiatio: und der vater enthüllte sich aller bestrahlung. Voss.

entstrahlen

DWB

entstrahlen , 1 1) refulgere: der abendstern entstrahlte dem himmel. Messias 15, 1241 ; des ritters angesicht entstrahlten stolz und freude.…

erstrahlen

DWB

erstrahlen , radios emittere, erglänzen: der mond erstrahlt sanft vom lichte der sonne; ihr gesicht erstrahlt von schönheit; der hoheit edle…

gestrahl

DWB

gestrahl , n. , coll. zu strahl ( s. d. ), die strahlen: sein ( des morgensterns ) funkelnd auge, sein gestrahl, das licht wie gold weithin …

urstrahl

DWB

urstrahl , m. , strahl und ur- C 4 c. im gs. zum reflectierten mondstrahl Brockes bei Sanders 2, 1230 b . als neugebildetes wort der höheren…

verstrahlen

DWB

verstrahlen , verb. , selten, aber in verschiedenartiger verwendung. Campe. 1 1) intrans., ' aufhören zu strahlen, sich strahlend erschöpfen…

Verstrahlung

LDWB2

Ver|strah|lung f. (-,-en) raiaziun (-s) f.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „strahl". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/strahl/dwb?formid=S50160
MLA
Cotta, Marcel. „strahl". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/strahl/dwb?formid=S50160. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „strahl". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/strahl/dwb?formid=S50160.
BibTeX
@misc{lautwandel_strahl_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„strahl"},
  year         = {2026},
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  urldate      = {2026-05-10},
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