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ranke

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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20 in 15 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ranke f.

Bd. 14, Sp. 103
ranke, f. und m. sich windender schosz: ranke, am weinstock, palmes, sarmentum, flagellum vitis, hopfenranken, lupuli sarmenta Frisch 2, 86a als fem.; der ranken, duramentum, ramus, brachium Steinbach 2, 216. das weibliche geschlecht ist das gewöhnliche. das wort steht 11) im eigentlichen sinne (vergl. dazu unten 3): ranken des hopfens, des weinstocks; august - hopfen .. bekommt grosze dicke keimen und ranken. öcon. lex. 1072; wenn nun die ranken (des hopfens) die stange lang hinauf gewachsen, so weiset man die uberwechsigen ranken von einer stangen zur andern, die nicht so gar bewachsen ist. Coler. hausb. 2, 193; darnach tregt derselbe abgebrochne ranke in demselben jahre keinen hopfen. ebenda; ranke an schlinggewächsen, ranke der erbsen, bohnen; epheuranke; cirrhus, ranke, gabel (verschiedener pflanzen) Nemnich 2, 1648; waldrebe ist ein blumengewächse, so gleich der winde oder windekraut, mit langen dünnen, bräun- oder röthlichten ranken sich an den nahe stehenden gewächsen und stäben in die höhe hilft. öcon. lex. 2577; gern bei den dichtern: wilder wein sandte seine ranken bis auf das dach des hauses und um die fenster des thurmes. Freytag handschrift 3, 125; ihr segel, ruder, mast und schiffzug ward verzehret, mit ranken ganz umbringt.auf allen seiten her ward ihr sehr starkes schiff von deinen trauben schwer. Opitz 1, 442; ich gieng im garten jüngst vergnüget hin und her, und sah im selbigen von ungefähr, wie durch der erlen dichte wand von einem kürbs die ranken durchgedrungen. Brockes 2, 303; buchsbaum mit geschlungnen ranken. 5, 76; wie um ihren stab die rebe brünstig ihre ranke strickt. Bürger 38a; laube bei laube! sprossende ranken! lastende traube stürzt ins behälter drängender kelter. Göthe 12, 76; wo der edle weinstock um platanen wob unzähliche ranken. Platen 323; dort ein hüttchen gebaut, von grünenden ranken umwunden, wovon der weinstock oft trauben ins fensterchen senkt. Arndt ged. 265; zu Reutlingen am zwinger da ist ein altes thor: längst wob mit dichten ranken der epheu sich davor. Uhland ged. 364; die hecken und ranken woben sich um den fürstenbau. 406; und wir (die wasserfäden) bohren unsre feinen ranken in das herz ihm (dem teiche). A. v. Droste-Hülshoff ged. 39; ranken in stickerei nachgebildet auf kostbarem stoffe: wo wird der silberstoff mit goldnen ranken gemacht? was kostet er? das nenn ich noch ein brautkleid! Lessing 2, 316. 22) in bildern: dem gröszesten verächter des menschengeschlechts ists indessen unläugbar, dasz, in so viel wilde ranken vernunft und freiheit unter den kindern der erde aufgeschossen sind, diese edlen gewächse unter dem lichte der himmlischen sonne auch schöne früchte getragen haben. Herder z. phil. 4, 175; die brüdergemeine ... knüpfte ihren ursprung an die frühsten zeiten an, sie war niemals fertig geworden, sie hatte sich nur in unbemerkten ranken durch die rohe welt hindurchgewunden. Göthe 26, 305; doch behauptet er, dasz seine fehler meistens nur von allzugroszem reichthum an gedanken und einer zu üppig in ranken, blätter und blumen aufschieszenden fantasie herrühren. Wieland 36, 304; dasz .. ihre (der sinnlichkeit) ranken schieszen. Hebel 3, 231; (dennoch) schlangen ihrer liebe ranken um den hingewelkten kranken unablöslich sich herum. Bürger 122a. 33) wilde ranken, name der waldrebe, lonicera periclymenum. Nemnich 2, 442; eine bezeichnung, die Luther gewis aus volksmunde in die bibel übertrug: da gieng einer aufs feld, das er kraut lese, und fand wilde ranken, und las davon colochinten sein kleid vol. 2n. 4, 39, in der vulgata ut colligeret herbas agrestes, invenitque quasi vitem silvestrem, die septuag. nur εὗρεν ἄμπελον, Luther selbst hatte in den ausgaben bis 1540 gesetzt und fand einen kurbisstrauch, der name wilde ranken, der dem grundtexte näher kam, war ihm offenbar erst später bekannt geworden. 44) dem worte entspricht ein fem. ranke im bairischen sprachgebiete von anderer bedeutung: tirol. die rangk rauhe, astige latte, rangge holzstange Schöpf 532; kärntn. rangge (masc. und fem.) stange, etwas einranggen, einzäunen Lexer 204; die ranken, hagstangen Schm. 2, 122 Fromm. (vgl.range und rängel), auch hier liegt die enge beziehung zum verbum ringen sowie zu den verben rangen (sp. 96) und ranken, sich dehnen, strecken, wenden (vgl. unten) zu tage, selbst wenn tirol. rangker den abgebrochenen, dürren ast und baumstamm bezeichnet Schöpf 532, womit denn wol auch bair. ranken knochen, fuszknochen und die bezeichnung eines magern viehs und eines magern kindes als ranken (Schm. 2, 122 Fromm.) zusammenhängt, die demnach an das niederd. adj. rank (oben sp. 103) nur zufällig anklingt. die bedeutung von ranke, wie sie sich in der heutigen schriftsprache ergeben hat, verbreitete sich offenbar von bestimmt begrenzten gegenden aus, wo der allgemeine sinn schosz, empor sich dehnendes gewächs, der im bairischen zu dem einer latte oder eines zaunsteckens sich wendete, auf gewisse oft vorkommende oder gezogene pflanzen ausschlieszlich bezogen wurde. nun findet sich ranke so gebraucht zufrühest in vocabularien des 15. jahrh. namentlich aus mittelrheinischen und niederländischen gegenden, also in solchen mit altem wein- und hopfenbau: racemus, ranke, wijngartzrank Dief. 482b; palmes, wingartz rank 407b (gemma gemm., Cöln 1507), racemus ranke nov. gloss. 312a; sarmentum, sprock, winranken i. ligna vitis 327a, Kilian gibt ranke ramus tenuis et longe se extendens als altflandrisch, in dieser hopfengegend also wol von der hopfenpflanze gebraucht, dazu ohne nähere heimatsangabe ranke van den wijngaerd, palmes, sarmentum vitis. es ist danach nicht unwahrscheinlich, dasz ranke ein winzer- und hopfenbauerwort der rheinischen und niederländischen gegenden ist, welches sich mit dem anbau dieser pflanzen weiter verbreitete und aus der bloszen gewerbesprache auch in freiere verwendung kam; es drang nach Niederdeutschland (dem sonst, wäre das wort hier heimisch, die form wranke zugekommen wäre): racemus, ranke Schiller-Lübben 3, 420b und in die nordischen sprachen,n. ranke, viinranke, geradezu rebe bezeichnend, schwed. ranka ranke.
6149 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    RANKEswv.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)

    RANKE swv. bewege mich; dehne mich (?), oder liegt der begriff der drehung zu grunde? vgl. mundartlich rank die biegung.…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    rankeM., F.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    ranke , M., F. nhd. Ranke, langer sich windender Trieb einer Pflanze schwacher Schössling besonders von Weinranke und Ho…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    RankeDie

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    Die Ranke , Mz. — n , oder der Ranken, — s, Mz . gl. 1) Die Benennung schnurförmiger, nach verschiednen Richtungen gedre…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ranke

    Goethe-Wörterbuch

    Ranke -ck- T1,258,20 ; metrisch bedingt apostrophiert ‘Rank'’ 3,122 Vs 20 botan; fadenartig verlängerter (sich windender…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ranke

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Ranke , Leopold, geb. 1795 zu Wiehe an der Unstrut, seit 1825 Professor der Geschichte zu Berlin, seit 1841 Historiograp…

  6. modern
    Dialekt
    Rankef. m.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Ranke f. , Ranken 2 m. : 1. 'Wickelranke', auch 'Sommertrieb, Geiztrieb des Rebstocks', Rank, meist Pl. Ranke [mancheror…

  7. Spezial
    Ranke

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ran|ke f. (-,-n) ‹bot› roz (roc) m. , intorcora (-res) f. ▬ die Ranke n des Weinstocks i roc dl’üa.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ranke

86 Bildungen · 56 Erstglied · 28 Zweitglied · 2 Ableitungen

ranke‑ als Erstglied (30 von 56)

Ranke(n)

Idiotikon

Ranke(n) Band 6, Spalte 1142 Ranke(n) 6,1142

Ranke, Friedr

DWBQVZ

--- die überlieferung von Gottfrieds Tristan. in: zfda. 55 (1917) 157—278, 381—438. ---

rankeken

MNWB

ranke·ken

° rankeken, n. : langer sich windender Trieb einer Pflanze, Ranke (Veghe ? Wyng. 370 u. Veghe ? Lect. 137).

Rankelarwt

MeckWB

Rankelarwt f. wohlriechende Wicke Sta NBrand .

Rankelbohne

PfWB

 Rankel-bohne f. : ' Spinnbohne ', Rankelbohn [ Lambert Penns 120].

Ranke, Leop. v

DWBQVZ

--- deutsche geschichte im zeitalter der reformation. Berlin 1839 . VI. ---

Rankelkrut

MeckWB

Rankelkrut n. rankendes Kraut: Voßswanz is 'n Rankelkrut Pa Goldb .

rankeln

DWB

rank·eln

rankeln , verb. iterativ zu ranken sich winden: eine stange, an die sich die bohne schmiegt und rankelt. Hippel 1, 283 .

rankeln1

PfWB

rankeln 1 , ränkeln 1 schw. : sich r. 'sich (allmählich) hochwinden'. Die Erbse rankle sich in die Heh [ HB-Kirrbg ], ränkle 'sich aufrichte…

rankeln2

PfWB

rankeln 2 schw. : ' schwanken, taumeln (aus Schwäche während oder nach einer Krankheit) ', rankele [ FR-Albsh ]; vgl. schrankeln ; Zs.: hina…

Rankelstän

LothWB

Rankel-stän [ràkəl-štǽn Mw. ; ràkəltər- Si. ] m. Sandstein von Rangwall bei Hayingen.

Rankelter

LothWB

rank·elter

Rankelter [rakəltər Rü. lux. Grenze ] m. wollige Schlinge (Viburnum Latana). — vgl. hd. sich ranken; els. 2, 270 u. baier. 2, 122 Rank Wend…

Rankelwinn'

MeckWBN

Wossidia Rankelwinn' f. Zaunwinde, convolvulus sepium Sta Stargard@Buchholz Buchholz .

Rankenrose

SHW

Ranken-rose Band 4, Spalte 1211-1212

Ranken1

PfWB

Ranken 1 m. : ' sehr großes Stück ', nur in Verb. mit Brot, Ranke; e(n) R. Brot [verbr., auch Auslandspfälzer, PfId. 113 Klein Prov. 88 Scha…

ranken3

MeckWB

ranken 3 Reimwort in der Rda. dor is nich Ranken oder Wanken von einsamer Gegend Sta Wulk .

rankenartig

GWB

ranken·artig

rankenartig [ Wilhelm an Natalie, mBez auf einen Gartenspaziergang ] wie manche Laube versprach nicht zunächst mit Geisblatt, Jasmin, reben-…

rankenbaum

DWB

ranken·baum

rankenbaum , m. spalierbaum, geländerbaum. Jacobsson 3, 360 b . vergl. oben das zweite verbum ranken.

ranke als Zweitglied (28 von 28)

kranke?

KöblerMnd

*kranke? , M. nhd. Kranker, erkrankter Mensch Vw.: s. pestilencie- E.: s. krank

Schranke

RDWB1

Schranke f шлагбаум j-n in die ~n weisen idiom. - указать, напомнить кому-л. его место идиом. ; призвать кого-л. к порядку устойч. ; постави…

Baranke

Adelung

bar·anke

Die Baranke , plur. die -n, ungeborne Lämmerfelle; ein zunächst aus dem Pohlnischen entlehntes Wort, wo Baran ein Lamm bedeutet, weil die me…

Boasiekranke

Wander

Boasiekranke 1. Boasiekranke erkennt man an ihren Fusstapfen. Weil die Krankheit, wie die Finger, so wahrscheinlich auch die Zehen raubt. Di…

hoppenranke

KöblerMnd

hoppen·ranke

hoppenranke , F. nhd. Hopfenranke E.: s. hoppe (1), ranke W.: s. nhd. Hopfenranke, F., Hopfenranke, DW 10, 1797? L.: MndHwb 2, 353 (hoppenpl…

kōlspranke

KöblerMnd

kōl·spranke

kōlspranke , M. nhd. Heuschrecke Hw.: s. kōlsprinke, kōlsprengel E.: s. kōl (1), spranke L.: MndHwb 2, 617 (kôlsprinke/kôlspranke)

maulfranke

DWB

maul·franke

maulfranke , m. schimpfwort für einen thoren und prahler; das wort ist angelehnt an den stamm der Franken, denen man vollen mund bei ihrem s…

ȫver(anke)

MNWB

oever·anke

° ȫver(anke) , ōverancha , m. : Vorfahr, „attavus , proavus” (Ahd. Gl. 3, 715: Cheltenh. Gl.).

pestilen(cie)kranke

MNWB

pestilencie·kranke

° pestilen(cie)kranke , pestilentie- , m. ( Pl. -n ) : an einer Seuche, der Pest erkrankte Person, p.n und allerleye kranken dê ên börger in…

pestilenkranke

KöblerMnd

pestilenkranke , M. Vw.: s. pestilenciekranke

Rīnfranke

KöblerMhd

rīn·franke

Rīnfranke , sw. M. nhd. Rheinfranke, rheinischer Franke Q.: Bit, Helbl, NibA, Rol (um 1170) E.: s. Rīn, Franke (1) W.: nhd. Rheinfranke, M.,…

schiltfranke

Lexer

schilt·franke

schilt-franke swm. schildfrank, eine münze Just. 289. 353. 58. s. schilt u. Frisch 2,182 a .

schranke

DWB

sch·ranke

schranke , f. vorrichtung zum schränken, einschränkendes gitterwerk; mhd. schranke als masc. und fem., letzteres im nhd. die herrschende for…

spranke

DWB

spranke , f. heuschrecke; seltne bildung zu springen, vgl. sprink. ( in andern bedeutungen ags. spranc, spranca, m. schöszling, zweig. Boswo…

Torschranke

DRW

torsch·ranke

Torschranke, f. Schranke am Stadttor; als Stadtgrenze vgl. Schranke (IV) sollen die stat geschworen ... inwendig den thoren, rigeln und thor…

wīnranke

KöblerMnd

wīn·ranke

wīnranke , M. nhd. Weinranke, Weinrebe Hw.: s. wīnrāme E.: s. wīn, ranke W.: s. nhd. Weinranke, F., Weinranke, DW 28, 975? L.: Lü 585b (wînr…

wīnravenesranke

KöblerMnd

wīnraven·es·ranke

wīnravenesranke , M. nhd. Weinrebe, Weinstock E.: s. wīnraven, ranke L.: Lü 585b (wînrame/wînravensranke)

ōstervranke

KöblerMhd

ōster·vranke

ōstervranke , sw. M. nhd. Ostfranke E.: s. ōster, vranke W.: nhd. DW- L.: Hennig (ōstervranke)

ȫveranke

KöblerMnd

ȫveranke , M. nhd. Vorfahre ÜG.: lat. attavus Gl, proavus Gl Q.: Gl (12. Jh.) E.: s. as.? overanko, sw. M. (n), Urahn, Urgroßvater; s. mhd. …

Ableitungen von ranke (2 von 2)

geranke

DWB

geranke , gerank , n. 1 1) das ranken. 2) collectiv zu ranke: auch des rauhen geranks brombeer, und die rothe kornelle. Voss Ovid nr. 2, 17 …

verranke

BMZ

verranke swv. was ich verrenke. vgl. Schmeller 3,111.