lieben,
verb. amare, diligere; ein wort das heute einen andern sinn hat, als in der ältern sprache. II. lieben
im alten sinne. I@11)
das ahd. besitzt, als ableitung vom adj. liub liob,
das verbum liuban galiuban
in der grundbedeutung lieb, wert, angenehm machen, glossirt commendare, probare, persuadere, altnfr. als gelievon
delectare ps. 64, 9
auftretend, welches sich im mhd. lieben
fortsetzt: wol mich daʒ ich si ie sô stæte vant! swâ si wonet, diu eine liebet mir daʒ lant.
minnes. frühl. 182, 23;
so im gegensatz zu leiden
leid, verhaszt machen: herre got, durch dîner lieben muoter êre, leide si mir, alder liebe ir mich (
mache mich der geliebten lieb).
minnes. 1, 303
a Hagen; und swer in daʒ spil leiden wil, weiʒ got der liebet in daʒ spil.
Trist. 447, 34;
gern reflexiv, sich lieben
sich angenehm, freundlich erweisen: die ritter heten einen site, da liebtens sich den frouwen mite.
Helmbrecht 926;
[] was sich auch noch später erhält: er liebet sich Fridraunen mit lachen und mit raunen.
fastn. sp. 452, 7; sich zu einem lieben,
sich freundlich zu einem stellen: wöllen ir dan feintschaft zuo im üben, so er sich gern wolt zu euch lieben. Murner
luth. narr 1247;
oft mit dem beisinn des schmeichelns und zuthunlich machens: und wenn ein Kriech (
Grieche) zum tempel (
des Diomedes) kam, so liebten sich die fögel zu im, wen aber ein anderer kam, der nit ein Kriech was, so schussen sie uff in, als wolten sie in erstechen. Keisersberg
emeisz 42
b; daʒ er mit valschem chunderfait nicht liebte sich den fürsten zue. Suchenwirt 15, 183; ein esel sach wie ein kleins hündlin von einem herren erzogen sich teglich liebet gegen dem herrn. Steinhöwel (1555) 33; ist wie ein hündlein, so gegen dem sich liebet, der ein stück brod oder fleisch hat, dʒ er sein theil bekomme. Lehmann 1, 507; Herodias wirt sich mächtig ben, und gegem künig hüpschlich lieben.
trag. Joh. k vij. I@22)
auch die bedeutung des erfreuens, ergetzens, wolthuns ist mhd. entwickelt: minnet iwer vîente unde liebet die die iuch haʒʒent.
fundgr. 1, 118, 6; liep, mich liebe alsô, daʒ mich leit verstiebe.
minnes. 1, 353
a Hagen; dar zuo sô liebet er ouch sî swâ mite er ouch möhte.
arm. Heinrich 328;
was in dem späteren sich erlieben
haftet, vgl. th. 3, 904;
das im Wallis gehörte erlieben
heiszt vergelten, eine gegengefälligkeit erwidern Stalder 2, 172. I@33)
intransitives lieben
erscheint als liuban
ahd. bei Otfrid
in der bedeutung wolthun (
vgl. Lachmann
zum Iwein 4194): giuuisso uueiʒ thaʒ unsêr muat,uuio got thên suntîgên duat, thaʒ er ze sâr ni hôrit,ouh uuiht sih zi in ni kêrit; er avur themo liubit,ther sînan uuillon uabit. 3, 20, 153;
sonst aber ahd. (
commendatur kiliubit
Schlettstädter glossen in Haupts ztschr. 5, 353, 15),
sowie namentlich mhd. und später für lieb sein, wert sein, gefallen, behagen, in mehreren fügungen (
vgl. auch die verbindung mit dem gegensatze leiden
oben sp. 668,
ferner belieben
und gelieben). I@3@aa)
eine person liebt einem: liep, du liebest mir, lieb, in rehter liebe, liep, nu lâ mich lieben dir, sît daʒ liep mit liebe lieber wirt.
minnes. 1, 353
a Hagen; do ich euch von erst sahe, ir mir ob allen mannen liebet. Steinhöwel
dec. 624, 30
Keller; seins gesellen braut .. im in solicher masz lieben und gefallen ward daʒ in bedaucht er mit augen sein tage schöner züchtiger wolgeschickter frawen bild nye mer gesehen het. 627, 21; wo dir mit den deinen gefallen wil bei mir zu bleiben, ich dich mit sampt deinem son und wer dir liebt, aufnemen wil.
b. d. liebe 231
b; hastu ein weib, das dir liebet, so las dich nicht von jr wenden.
Sir. 7, 28; herr richter, ich klag uber mein man, der ganz kein genug an mir wil han. im lieben ander frauen mer.
fastn. sp. 541, 13; mir liebet mein allerliebste frau für schwimen über die Thunau; sie liept mir mer, denn steigen auf den Luginslant, und liept mir mer, denn ein lausiges gewant ... 633, 7; di alten man mit groen (
grauen) perten die lieben mir nit als ser im herzen, als wenn di jungen mit mir scherzen. 738, 7; sie liebet mir ganz inniglich, die allerliebste mein. Gödeke
u. Tittmann
liederb. s. 25,
no. 19, 5; ir liept mir ob allen, die weibs nammen gewunnen.
Zimm. chron. 4, 317, 22; dise junge fraw .. sich eines jungen hübschen knaben unterwant, der ir zuo sölchen sachen liebet und gefiele. Steinhöwel
dec. 435, 20
Keller. I@3@bb)
eine sache liebt einem: wann man uns ein ding verbeut, so liebet es uns erst. Pauli
schimpf (1546) 59; und ich erkenne dich eines edelen gemüts. darum liebet mir deine gesellschaft.
der alten weisen exempel (
Frankf. 1565) 99
a; liebt üch min dienst nit, so wil ich .. das hus raumen.
Ulensp. s. 94
Lappenb.; wem das gelt liebet, und nach seinem nutz trachtet. Luther 5, 421
a; sînen swertgenôʒen,den gap dô vil sîn hant: dô liebte in diu reise,daʒ si kômen in daʒ lant.
Nibel. 40, 4;
[] die glaten antlitz lieben den weiben.
fastn. sp. 703, 3, dem wisen liebt einfaltikeit. Brant
narrensch. 18, 30; mir lieben vor all newe fü
nd. H. Sachs 2, 2, 48
a; lüstet dich nach einem fische, den die Pleisze geben kan, er sol bald stehn auf dem tische. liebet dir ein feister hahn, der im hof ist worden jung? hier giebts solches viehs genung. Fleming 424; dir aber liebet nicht das unbefreite freien. Logau 1, 191; ja, ja; nein, nein; sind complimenten, die Christus christen fürgeschrieben: wann Christus nur in Frankreich käme, so würd ihm bald ein andres lieben. 3, 15, 57;
etwas sich lieben lassen: weil er im böse sachen lieben und gefallen liesz.
M. Neander
vom sel. absterben s. 35. I@3@cc)
mit allgemeinem es, das, was: herre .. tuot mit mir was euch liebet. Steinhöwel
dec. 338, 3
Keller; darumb ist mein gefallen, wo es euch liebet, ir thetens mir zu gefallen und sagten newe historien.
Bocc. 1580 1, 10
b; also hat es mir geliebt vom magneten zu schreiben. Paracelsus 1590 7, 107; noch stuonden bî einanderdie künege tohtre rîch: daʒ liebet an ze sehenemanegen recken lobelîch.
Nibel. 548, 4; si (
die pfaffenweiber) sint als ein durcheler sac: ... ich enweiʒ waʒ den phaffen an in liubet.
altd. blätter 1, 236, 746; was ich hab uszerlesen, das liept aim andern auch.
Zimm. chron. 4, 328, 19; dorte liegen auch die kegel. liebt dirs, nimm es an mit mir. Fleming 426;
ohne das allgemeine subject: do nun die sonne in die höche gestigen was und der künigin liebet, sich wider zu hausz wercz füget. Steinhöwel 545, 13
Keller; man dem apt zu wissen thet, wenn ihm liebet, er auch gehen möchte.
Bocc. 1580 1, 32
a; es war auch darauf (
auf ein grab) gehauen zimlich gros, und zierlich schön, das wem liebete zu schauen, solches könte merklich sehn.
Reinecke fuchs (1650) 51. I@3@dd)
statt des persönlichen dativs ein acc.: und im danz,werf sie herumb wie ein küschwanz (
die mädchen), das posteriora illisbörzelen wie heszlichen villis. alszdann so oft dich liebet,dich schmützelen küssele jubet.
Garg. 162
a,
mit anklang an das lat. lubet, worauf auch der reim hinweist. IIII.
das neuere lieben. lieben
im heutigen sinn hat mit dem vorigen (I)
von anfang nicht die gleiche form, auch nicht die gleiche nähere abstammung gemein, insofern es nicht direct auf das adj., sondern auf das subst. liebe
zurückzuführen scheint, wie das sinnverwante minnen
auf minne.
in der alten sprache ist es ein ganz ungewöhnliches wort, da für den begriff ahd. minneôn, minnôn,
mhd. minnen
durchaus gebraucht wird: ahd. begegnet einmal in den Keronischen glossen amavit mineôd,
dilexit liupôt (Steinmeyer
u. Sievers
ahd. glossen 1, 81, 1),
auch mhd. nur vereinzelte beispiele (Ben.-Müller 1, 1016
b).
es entfaltet sich erst unter einwirkung davon, dasz minnen,
wie sein subst., im 15.
jahrh. einen verfänglichen sinn angenommen hat und sich darum für den ausdruck eines edleren gefühls nicht mehr geeignet erweist. immerhin zunächst als ein nur gewählter sprache eigenes wort, denn bei vermeidung des älteren wortes umschreibt man amare gewöhnlich noch durch lieb haben (
sp. 906):
amare liep haben Dief. 27
c;
diligere lieb haben, liefhain,
nd. lef habben 182
a;
amo ich lieb han,
amor ich wird lieb gehebt
gramm. d. 15.
jh. bei Schm. 1, 1414
Fromm., wie denn noch heute die mundarten sich gegen lieben
spröde verhalten und lieb haben, gern haben
bevorzugen (
vgl. z. b. fürs bairische Schm.
a. a. o., fürs niederdeutsche brem. wb. 3, 58).
das aufkommen der neuen bedeutung von lieben
verdrängt die alte (
oben I)
ziemlich schnell, so dasz schon die wörterbücher des 16.
jh. sie vergessen haben, obwol für einzelne verbindungen beispiele noch aus dem 17.
jahrh. zu geben waren, in denen die anwendung durch das heute noch gewöhnliche belieben
gestützt wurde. lieben
in verschiedener anwendung, vgl. dazu oben das subst. liebe. II@11)
von der liebe gegen gott und die menschen, auch der liebe gottes gegen seine geschöpfe, mit dem acc. der person: darumb das der herr sein volk liebet.
2 chron. 2, 11; der herr liebet die gerechten.
ps. 146, 8; welchen der herr liebet, den straft er.
spr. Sal. 3, 12; ich hab dich je und je geliebet, darumb hab ich dich zu mir gezogen.
Jer. 31, 3; das du den herrn deinen gott fürchtest, das du in alle seinen wegen wandelst, und liebest jn.
5 Mos. 10, 12; das jr den herrn ewrn gott liebet.
[] Jos. 22, 5; wir wissen aber, das denen, die gott lieben, alle ding zum besten dienen.
Röm. 8, 28; liebet ewre feinde.
Matth. 6, 44; das sie die jungen weiber leren züchtig sein, jre menner lieben, kinder lieben.
Tit. 2, 4; das jr euch unternander liebet, wie ich euch geliebet habe.
Joh. 13, 34; einanderen lieben, gleichlig lieb haben,
mutuis animis amare Maaler 271
c; ein knecht, der gott nicht liebet, der liebet auch seinen herrn nicht recht. Schuppius 351; ich bin mit vielen groszen männern bekandt gewesen, welche mich geehret und geliebt haben. 263; es ist wahr, herr Just spricht für seinen herrn, und ein wenig hitzig. aber daran thut er recht; ich schätze ihn um so viel höher; ich liebe ihn darum. Lessing 1, 513; wer mich lieb hat, den lieb ouch ich. Brant
narrensch. 22, 17; las uns empfinden der liebe brunst, das wir uns von herzen einander lieben. Luther 8, 360
b; die ihn liebte, salbt ihn gar schön in Simons haus. P. Gerhard 31, 21
Gödeke; nu, sie gieng hin, thäts denen kund, die mit ihr Jesum liebten. 56, 170; hör an, ich habe viel vermögen, und eine tochter nur, die lieb ich ungemein. Gellert 1, 230; wer dich nicht liebt, kömmt ins gericht. wer nicht dein wort hält, liebt dich nicht. 2, 133; den gott der liebe werd ich sehn, ihn lieben, ewig ihn erhöhn. 229; ja, mir ahnet schon, wir werden uns wie herzensfreunde lieben. Schiller
braut von Messina v. 559; sich selbst lieben; dieser mann liebt nur sich; wer sich selbst liebt, den hassen viel. Schottel 1115
b;
vgl. auch eigenliebend, selbstliebend; gott ist die lieb, und will dasz ich den nächsten liebe, gleich als mich. Gellert 2, 162; ich weisz, dasz alle männer treulos sind, nichts lieben können, als sich selbst. Schiller
Turandot 3, 2;
im gegensatz zu hassen: jr habt gehört, das gesagt ist, du solt deinen nehesten lieben, und deinen feind hassen.
Matth. 5, 43; niemand kan zweien herrn dienen, entweder er wird einen hassen, und den andern lieben, oder wird einem anhangen, und den andern verachten. 6, 24; so jemand spricht: ich liebe gott! und haszt doch seine brüder, der treibt mit gottes wahrheit spott. Gellert 2, 162. II@22)
von der liebe zu einer person des andern geschlechts, ebenfalls mit persönlichem acc.: aber der könig Salomo liebete viel auslendischer weiber.
1 kön. 11, 1; jren man lieben, das gesinde vleiszig regieren, und sich selbs züchtiglich halten.
Tob. 10, 13; jr menner, liebet ewre weiber.
Eph. 5, 25; ich hatte gerad sechs (
jungfern), die mich liebten und ich sie hinwiderum, doch hatte keine mein herz gar oder mich allein.
Simpl. 1, 323
Kurz; ja ich fühle .. dasz sie mich liebt! Göthe 16, 53; du liebst mich! rief er aus: Ottilie du liebst mich! 17, 136; ich liebte meinen gemahl und war geliebt. Klinger 1, 357; ich will nichts von ihrer schönheit sagen; genug, Brankas liebte sie wie den ruhm. 2, 10; der ehleut (
wolle gott) gnedig walten die da gott fürchtig sein, sich lieben, und darneben recht thun. Wackernagel
kirchenl. 4, 926
b; ein jeder lobe seinen sinn, ich liebe meine schäferin. Opitz 2, 191; und vermeld ihm (
dem neuen geliebten) auf dem platze: dieser hat mich auch geliebt. Günther 277; denn unsre weibchen kosten viel, wenn sie uns lieben sollen. Uz 1, 116; frei von furcht, zu grosz zum neide, lieb ich, ewig lieb ich sie! Göthe 1, 51; ich liebe sie, sie liebet mich, doch keines sagt: ich liebe dich. Uhland
ged. 24.
mit zusätzen der art und des grades: einen sehr, unaussprechlich, über alle maszen, glücklich, unglücklich lieben; wie beneid ich dich dasz du mich so sehr und so viel ruhiger und glücklicher lieben kannst. Göthe
an frau v. Stein 3, 57; ich liebe dich herzlich und habe von dir geträumt. 196; dasz ich .. dir sagen kann, wie unendlich ich dich liebe. 194; ich bin bei dir und liebe dich über alle worte. 197; ich liebe dich mit lebhafter innig bleibender liebe. 162; deine liebe zu mir ist grosz, aber du liebtest mich gewiss noch höher, wenn
[] ich erst etwas recht ritterliches gethan hätte. Arnim
kronenw. 1, 181; wie sehr ich sie musz lieben. Opitz 2, 189; zu innig liebt er dich. Schiller
Turandot 5, 2; o mädchen, mädchen, wie lieb ich dich! wie blickt dein auge! wie liebst du mich! Göthe 1, 81; ich hab es dir immer gesagt, dasz ich dich unsäglich liebe. H. Heine 15, 149;
im gegensatz zu hassen: wie könnt ich glücklich sein, wenn sie mich haszt! zu zärtlich lieb ich sie. Schiller
Turandot 2, 4; ja, wisse, dasz ich dich nie geliebt, dasz ich dich hasse. 5, 2; ich hasse dich, und liebe Helena.
Shakesp. sommernachtstraum 3, 2; that I do hate thee, and love Helena. II@33)
auch ein allgemein sächliches object kann sich auf eine person im allgemeinen beziehen: etwas lieben und entbehren, ist ein schmerz, der heimlich quält; wenn die blicke zungen wären, hätten sie dir längst erzehlt: was dein wesen, kluges kind, über mich vor macht gewinnt. Günther 252 ('als er das, was er liebte, entbehren muste'); ich liebe nur, was mich vergnügt, nicht, was nach gelde kirrt. 257;
vgl. dazu: dich liebt ich, wie ich nichts zuvor geliebt, da du noch eine fremde für mich warst. Schiller
braut von Messina v. 2542;
und geliebtes
für die geliebte unten 6,
c. II@44)
statt des persönlichen subjects wird das herz, die seele als liebend angeführt: sage mir an du, den meine seele liebet.
hohel. Sal. 1, 7; ich sucht des nachts in meinem bette, den meine seele liebet. 3, 1; dir, die so zärtlich meine seele liebet. Stolberg 1, 32; ich thät den schleier an, ach, liebte nicht mein junges herz den besten, schönsten mann. 66. II@55)
das persönliche object ist, wenn das verbum einen allgemeinen bezug hat, ausgelassen. II@5@aa)
bei lieben
im sinne von oben 1: es spricht st. Augustinus: die sel ist mer da sie liebt, dann da sie lebt. Keisersberg
pred. 11
a; denn welcher on alle masz liebet, der lebt itzt nicht bei sich, sonder in dem das er liebt. S. Frank
mor. encom. 75
b; derhalben sage ich dir, jr sind viel sünde vergeben, denn sie hat viel geliebet; welchem aber wenig vergeben wird, der liebet wenig.
Joh. 7, 47; meine kindlin, laszt uns nicht lieben mit worten, noch mit der zungen, sondern mit der that und mit der warheit. 1
Joh. 3, 18; wahr ist es, du vermagst es nicht, stets durch die that zu lieben. doch bist du nur geneigt, die pflicht getreulich auszuüben, und wünschest dir die kraft dazu, und sorgst dafür: so liebest du. Gellert 2, 163. II@5@bb)
bei lieben
im sinne von oben 2: lebe wohl und liebe. Göthe
an frau v. Stein 3, 124; wee dem der liebt, und liebt umbsunst, findt keine huld, find keine gunst, was hilfet jhn sein trewe? P. Melissus
bei Opitz (1624) 170; niemand ist mir zu gleichen, und liebt er noch so sehr. Opitz 2, 189; wer gar nicht lieben kann, der wisse, dasz an statt der leber er faul holz, und einen bofist hat. Fleming 155; lebt, liebt und scherzt nach art der tauben. Günther 223; geh! bring ihr die empfindung bei, warum sie jung und artig sei, und wenn und wie man lieben solle! 238; lehre mich lieben, wie sie liebte! Stolberg 2, 66; lasz sie nur lieben, und lasz du uns tanzen! schmachtende liebe vermeidet den tanz. Göthe 1, 29; der ich, wie sonst, in sonnenferne im stillen liebe, leide, lerne.
an frau v. Stein 3, 450; verstands den blättern abzufragen: er liebt, liebt nicht — der bösewicht! Fr. Kind
gedichte; im gegensatz zu verlieben: wallt dein blut von jugendtrieben, lerne von mir deine pflicht: lieben kannst du, du kannst lieben; doch verliebe dich nur nicht. Lessing 1, 43.
[] in erweiterter fügung: er liebt ja, denk ich, her in diese stille, und solltest du nicht in die ferne reichen? Göthe 2, 10; der treuste wolkenbote selbst zerstiebt, eh er die fern erreicht, wohin man liebt. 51, 235;
reflexiv und unpersönlich: so treue Fulvia, so liebt sichs ohne schmerzen. P. Fleming 633;
von dingen, die als wesen gedacht werden: wenn unser herz erwacht, dann scheint was uns umgiebet in die empfindungen, wovon wir glühn, versenkt; in des verliebten auge liebet luft, wasser, baum und kraut. Wieland 17, 139 (
Idris 3, 11). II@66)
gebrauch des infinitivs und der participien. II@6@aa)
der infinitiv in substantiver verwendung: lieben, hassen, streit, fried, hat seine zeit.
pred. Sal. 3, 8; nichts, nichts hat dich getrieben zu mir vom himmelszelt als das geliebte lieben, damit du alle welt .. so fest umfangen hast. P. Gerhard 26, 35
Gödeke; an dir will ich mein lieben bis in mein sterben üben. 100, 15; es seint vil, die meinen, lieben kumm allein aus den augen.
Bocc. 1535 92
a (
amor solamente dalgi occhi accesso); secht an, und merket eben die vöglin ohne ruh, wie sie jhr kurzes leben mit lieben bringen zu. P. Denaisius
bei Opitz (1624) 169; ein andrer, von dem pfeil des liebens angeschossen. Caniz 99; das rechte leben steckt im lieben, und in vertrauter lustbarkeit. Günther 217; o welch ängstliches betrüben bringt ein lieben sonder hoffnung schöner gunst! 248; verflucht nicht, ihr mägdgen, mein flüchtiges lieben! 258; ein mädchen, das von treu bewegt, auf mich ihr lieben richtt. Fr. Müller 1, 219; doch alle (
winde und wasser) verwehn und verrinnen ja nicht: so ewig mein quellendes lieben auch nicht. Bürger 34
a; meine muse sah es auf der trüben tafel der vergangenheit geschrieben: eins mit deinem lieben! Schiller
geheimnis der reminiscenz; das eigensinnig heftige begehren, das nennen sie (
die männer) ihr lieben und verehren.
Turandot 3, 2. II@6@bb)
das part. des präsens liebend,
in mehrfacher stellung. II@6@b@aα)
von personen, participial, adjectiv, adverbial: ich sehe aus jeder zeile den mich herzlich liebenden freund; dein dich liebender vater, bruder
u. s. w., in briefschlüssen; vielleicht sind es immer dieselben schauspieler auf erden, die aber immer in neuen stücken auftreten, immer geübter, liebender, immer geschickter lügend, bis endlich der ganze schein zur wahrheit wird. Arnim
nov. 3, 52; blumenduft den hungernden, worte, wenn ich liebend brenn.
kronenw. 2, 143; was stehn wir hier noch feindlich geschieden, da die fürsten sich liebend umfassen? Schiller
braut von Messina v. 525; und wenn sie liebend nach mir blickt. Göthe 1, 20; ein liebend weib, ein freund, und eine hütte. Wieland 23, 81 (
Oberon 8, 18); so wie im tanze bald sich verschwindet, wieder sich findet liebendes paar. Göthe 1, 121; raum ist in der kleinsten hütte für ein glücklich liebend paar. Schiller
parasit 4, 4; doch nahte sich ein liebend paar.
mädchen aus der fremde. II@6@b@bβ)
substantiv, der liebende, die liebende,
einer oder eine die da liebt: lasz (
himmel) nicht geschehn, dasz ihn die grausame gewinne, und die liebende verliere! Schiller
Turand. 2, 4; der liebende,
der liebhaber eines mädchens, einer frau: lebe recht herzlich wohl und liebe den liebenden. Göthe
an frau v. Stein 3, 17; die welt erscheint dem liebenden wie eine veränderliche zugabe zu dem geliebten stoffe, dem einzig ein ewiges leben gebührt. Arnim
nov. 3, 66; noch liebt sie nur den liebenden! dem fremdling, dem namenlosen hat sie sich gegeben. Schiller
braut von Messina v. 622; hier im stillen gedachte der liebende seiner geliebten. Göthe 2, 131; ein liebender liegt dir zu füszen. 12, 239;
[] doch auch der verehrer einer weisheit, einer lehre (
nach lieben
unten 7): dich teutscher poeterei liebenden. Neumark
lustwäldchen, vorrede; schüler macht sich der schwärmer genug, und rühret die menge, wenn der vernünftige mann einzelne liebende zählt. 1, 352.
der plur. liebende
heiszt auch ein liebespaar, geliebter und geliebte: ich habe freunde gesehen, geschwister, liebende, gatten, deren verhältnis durch den zufälligen oder gewählten hinzutritt einer neuen person ganz und gar verändert. .. wurde. Göthe 17, 12; aber die liebenden achteten nicht des rufes. Arnim
nov. 3, 52; ich kann nicht leiden, wenn liebende so gequält werden. 115; sie, die sich, hart bedroht, als liebende, geküszt, die küszten sich nunmehr erlaubt als ehegatten. Gellert 1, 188; der tod trennte die liebenden nicht. Stolberg 1, 430; höre, mutter, nun die letzte bitte: einen scheiterhaufen schichte du; öffne meine bange kleine hütte, bring in flammen liebende zur ruh! Göthe 1, 250; fromm sind wir liebende, still verehren wir alle dämonen. 263; lasz uns beide das fest im stillen freudig begehen! sind zwei liebende doch sich ein versammeltes volk. 275; immer allein sind liebende sich in der gröszten versammlung. 313; ein schauspiel für götter, zwei liebende zu sehn. 10, 291; die laube, wo sich fürs leben .. liebende geben. 12, 76; kein tag entstieg dem meer und sank hinunter, der nicht zwei glücklich liebende vereinte. Schiller
braut von Messina v. 790. II@6@b@gγ) liebend
zu den organen des menschen gestellt, die als sitz der liebe gedacht werden oder sie ausdrücken (
vgl. dazu oben II, 4): doch unbefriedigt sucht sein liebend auge sie. Wieland 23, 228 (
Ober. 11, 47); blicke mir, meine Dora, blicke wehmuth mir ins liebende herz! Stolberg 1, 39; ein liebend herz ist all mein gut, das sucht kein bösewicht. Uhland
ged. 24;
zu seelenregungen und seelischen äuszerungen: wessen umarmung hab ich ausgefüllt mit der liebenden gewisheit, dasz er nichts seligeres umfassen könne? Göthes
briefwechsel mit e. kinde 3, 207; die schwärmerische zuneigung der unglücklichen, frühe schon mit liebendem wahnsinn geplagten erbin Spaniens, der schönen Johanna. Arnim
nov. 3, 12; die reiche erfindung meiner liebenden laune. 33; liebet in lust, tönet in fülle, mir ist bewust liebender wille.
kronenw. 2, 306; wo die liebende zähre rinnt, die des fliehenden geists trüberem aug entfiel. Hölty 94
Halm; zu personificationen: das strahlennetz der wärme, welches mütterlich liebend die luftschwimmende erde umspannt. Arnim
päbstin Johanna 1; jeder günstige augenblick, den mich ein liebendes geschick von grundaus läszt genieszen. Göthe 1, 114; erbarmt euch, ihr liebenden sterne! Körner
werke 2, 14. II@6@cc)
das part. des präteritums geliebt,
zum ausdruck des passivs: wer aber der gerechtigkeit nachjaget, der wird geliebet.
spr. Sal. 15, 9; wer mich aber liebet, der wird von meinem vater geliebet werden.
Joh. 14, 21; wiewol ich euch fast seer liebe, und doch wenig geliebet werde.
2 Cor. 12, 15; welche aber gleubige herrn haben, sollen die selbigen nicht verachten (mit dem schein) das sie brüder sind, sondern sollen viel mehr dienstbar sein, dieweil sie gleubig und geliebt, und der wolthat teilhaftig sind.
1 Tim. 6, 2; wie verwöhnt ich bin, fühle ich erst jetzt, zehn jahre mit dir zu leben, von dir geliebt zu sein und nun in einer fremden welt. Göthe
an frau v. Stein 3, 293; er ist beglückt genug dasz er sie lieben darf, und o! in jedem zug, in jedem keuschen blick, dasz er geliebt ist, lesen! Wieland 23, 99 (
Oberon 8, 47); und doch, welch glück geliebt zu werden! und lieben, götter, welch ein glück! Göthe 1, 76;
adjectivisch und substantivisch: weil ich .. einem wohlhabenden, nicht geliebten aber geehrten manne meine hand reichen muszte. Göthe 17, 9; du innigst und einzig geliebtes wesen.
[] an frau v. Stein 3, 176; meine gedanken waren schon vielmals bei meinem geliebtesten wesen. 121; die freud .. den väterlichen alten und den geliebten mann in einem stand zu halten, der von dem drückendsten der armuth sie befreit. Wieland 23, 97 (
Oberon 8, 45); denn mit der freude feierklange begrüszt sie das geliebte kind auf seines lebens erstem gange. Schiller
glocke v. 50;
mit einem persönlichen dativ (
wie das adj. lieb): vom Tigris zum Euphrat, vom Euphrat zum Nil sehen wir die erde bevölkert, und in diesem raume einen bekannten, den göttern geliebten, uns schon werth gewordenen mann mit heerden und gütern hin und wieder ziehen. Göthe 24, 207; denn sehr war jener geliebt ihm (
ἐπεὶ μάλα οἱ φίλος ἦεν).
Ilias 1, 381; beide ja seid ihr geliebt dem herrscher im donnergewölk, Zeus (
ἀμφοτέρω γὰρ σφῶϊ φιλεῖ νεφεληγερέτα Ζεύς). 7, 280;
substantivisch auch als neutrum für eine person, vgl. oben II, 3: lebe wohl, du stündlich geliebteres. Göthe
an frau v. Stein 3, 32; donnerstag erwart ich das geliebteste. 34; wie süsz ists, das geliebte zu beglücken mit ungehoffter grösze glanz und schein. Schiller
braut v. Messina v. 627;
vgl. dazu der, die geliebte
an alphabetischer stelle. II@77) lieben,
von einer mehr oder minder tiefen neigung zu eigenschaften und dingen, in sehr manigfacher weise: recht, gesetz, heil, frieden lieben; er liebet gerechtigkeit und gericht.
ps. 33, 5; die dein heil lieben. 40, 17; ich hasse die fladdergeister, und liebe dein gesetze. 119, 13; darumb liebe ich dein gebot, uber gold und uber fein gold. 127; wer weisheit liebt, erfrewet seinen vater.
weish. Sal. 29, 3; ich bin der herr der das rechte liebet.
Jes. 61, 8; hasset das böse, und liebet das gute.
Amos 5, 15; allein liebet warheit und friede.
Sacharja 8, 19; ja, du verzeihest dem, den seine sünden kränken; du liebst barmherzigkeit, und wirst auch mir sie schenken. Gellert 2, 105; unrecht, laster, sünde, den tod lieben; wer aber an mir sündiget, der verletzt seine seele, alle die mich hassen, lieben den tod.
spr. Sal. 8, 36; wer zank liebt der liebt sünde. 17, 19; die mehr lieben wollust, denn gott.
2 Tim. 3, 4; freund, wer ein laster liebt, der liebt die laster alle. Gellert 1, 164; den reichen geist, das grosze herz eines menschen lieben; ich liebe die unabhängigkeit seiner gesinnung; wir müssen seine geradheit lieben, auch wenn sie verletzt; denn selber der (
Herodes), der jede pflicht gebrochen, wird durch ein herz gereizt, das gott und tugend ehrt; ein heimliches gefühl heiszt ihn diesz herz noch lieben, und sich, dasz ers nicht hat, noch hassen kann, betrüben. Gellert 1, 167; das leben und seine freuden, künste, vergnügen, feste, einsamkeit lieben: wer klug ist, liebet sein leben.
spr. Sal. 19, 8; ein kunst lieben und sich darauf gäben,
amplecti artem aliquam Maaler 271
d; dasz wir die edlen künste, deren die poeterei nicht die geringste ist, nicht schänden und lästern, sondern viel mehr ehren, lieben und loben sollen. L. Sandrub
kurzweil 88; ich musz ihnen bekennen, dasz ich gleichfalls das spiel sehr liebe. Lessing 1, 568; wer sich auf ruhm begiebet, und freie tagen liebet, der liebet auch dein liecht, Aurora. Opitz 2, 209; dein klug und aufgeweckter geist, der sich aus allen worten weist, macht, dasz ich deinen umgang liebe. Günther 266; du fliehst, geneigt zu ruh und stille, die welt, und liebst die einsamkeit. Gellert 2, 110; ein herz das freude liebt, die klugheit leicht vergiszt. Wieland 9, 29; wenn du mein, wenn du der tochter leben liebst, so duld es! Schiller
Turandot 2, 4; musik, gesang lieben; das spiel auf einem instrumente lieben;
für das spiel ist kurzerhand das instrument selbst genannt, einer liebt das klavier, ein anderer streichinstrumente; ich höre auf einer laute jemand spielen .. und laute, das weisz gott im himmel, laute, die lieb ich bis zur raserei. Schiller
don Carlos 2, 8; schätze, besitz, geld lieben; wer gelt liebt, wird gelts nimer sat, und wer reichthum liebt, wird keinen nutz davon haben.
[] pred. Sal. 5, 9; wer wein und ole liebt, wird nicht reich.
spr. Sal. 21, 17; die rosen, lilien und narcissen liebt ich für alles auf der welt. Opitz 2, 205; denk an den tod, wenn ruhm und ehren, wenn deine schätze sich vermehren, dasz du sie nicht zu heftig liebst. Gellert 2, 114; wohl dem, der beszre schätze liebt, als schätze dieser erden! 209; der kinderding liebet und darmit umbgadt, ...
amatorculus Maaler 271
c; kürze, weitschweifigkeit, ausflüchte lieben; ihr habt eine weibische art zu erzählen, und ich liebe die kürze. Klinger 1, 315; du liebst schwierigkeiten, um deinen verstand zu zeigen. 363;
mit allgemeinem object (
unterschieden von oben II, 3): ob wir durch ihn (
den künstler) den groszen mustern und allem was wir an ihnen schätzen und lieben, näher kommen. Göthe 38, 22; alles lieb ich an dir und alles macht mich dich mehr lieben.
an frau v. Stein 3, 69; der zeit, die immer nur weniges zu lieben versteht, alles aber fürchten lernt. Arnim
kronenw. 1, 5; wer nicht etwas hat zu lieben, hat nichts, was man hassen mag. Fleming 469; ich lieb und lobe das, was lieb und lob verdient. Günther 463; weg ist alles, was du liebtest, weg warum du dich betrübtest. Göthe 1, 77; etwas nicht lieben: liebe den schlaf nicht, das du nicht arm werdest.
spr. Sal. 20, 13; laute feste lieb ich nicht. Göthe 17, 105; nur thoren suchen im gewimmel die freude, die den lärm nicht liebt. Stolberg 1, 437; die freundschaft liebt keine grenzen. Klinger 1, 343. II@88) lieben
mit infinitiv, durch zu
vermittelt, darf schwerlich mit Adelung
als eine nachahmung französisches sprachgebrauchs angesehen werden, da die fügung schon im 16.
jahrh. auftritt: ein theil (
der spinnen) lieben an ufern der wasser ihre netzlen auszuspannen. Wirsung
arzneib. (1572) 619,
wenn sie auch erst seit dem vorigen jahrhundert recht gewöhnlich geworden ist: um das alles leichter zu üben, liebte sie mit den knaben die kleider zu wechseln. Göthe 20, 272; allein Lavater war ganz anders gesinnt; er liebte seine wirkungen ins weite und breite auszudehnen. 26, 266; ich weisz, sie lieben, alles was sie umgiebt, mit rührung und gefühl zu betrachten. Freytag
soll u. haben 1, 306; viel lieben von dem strand auf einen hin zu schawen der in gewitters noth die strenge see musz bawen. Opitz
Grotius' wahrh. s. 359; durch falsche hoffnungen berückt, womit mein krankes herz getäuscht zu werden liebte. Wieland 9, 17; dichter lieben nicht zu schweigen. Göthe 1, 12; es wäre zu verwundern, wenn die zauberkraft der dichtung nicht bekannter wäre, die mit dem unmöglichen so gern ihr spiel zu treiben liebt. 9, 163; es liebt die welt, das strahlende zu schwärzen, und das erhabne in den staub zu ziehn. Schiller
das mädchen von Orleans; der (
erstgeborne sohn) liebte von jeher, sich verborgen in sich selbst zu spinnen und den rathschlusz zu bewahren im unzugangbar fest verschlossenen gemüth!
braut von Messina v. 1451;
mit beigefügtem allgemeinem object es: die bauern lieben es, die letzten augenblicke einer festesfreude besonders gierig auszukosten. Immermann
Münchh. 4, 13;
mit abhängigem satze: besonders liebten sie, wenn ich in eigner person sprach. Göthe 24, 76; ich liebe es nicht, wenn man sich in meine angelegenheiten mischt. II@99) sich etwas lieben,
neigung, lust zu etwas haben; diese verbindung mit reflexivem dativ wird von Göthe
gepflegt: am meisten lieb ich mir die vollen frischen wangen. 12, 24; des menschen thätigkeit kann allzuleicht erschlaffen, er liebt sich bald die unbedingte ruh. 25; liebt er sich gar über die maszen seinen hof zu halten auf der straszen. 3, 119; der edle könig, er liebt sich ganz besonders leute, die bringen, und die nach der weise, die er singt, zu tanzen verstehn. 40, 132; ihr liebt euch die speise. 183. II@1010) lieben
von thieren und pflanzen, die einen zug nach etwas ihr gedeihen bedingendes haben: der nuszbaum liebet für allen dingen ein feiszten mürben grund. Sebiz
feldb. 356; dise beide
[] geschlecht (
maulbeerbäume) lieben uberausz die warme luft. 354; diser baum liebet auch freien sonnenschein. Hohberg 1, 440
a; steinichten grund lieben fenchel und pimpenell. 460
b; so liebt die lerche gesang und luft, und (
so lieben) morgenblumen den himmelsduft. Göthe 1, 81;
von farben, die wol bei einander stehn: blau und grün lieben auch einander. Sandrart
acad. 1675 1, 84. II@1111) den hund lieben,
in der jägersprache: den hund lieben oder ablieben heiszet: der jäger nimmt den leithund an sich, thut mit demselben freundlich, muntert in auf durch freudigen zuspruch, streichelt mit flacher hand ihm die augen brav aus dem kopf. .. Heppe
leithund 7; so liebet er seinen hund .. streicht ihm die augen herfür. Meurer (1561) 876.