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Samt

an. bis spez. · 17 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
29 in 17 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Samt

Bd. 17, Sp. 530
Samt (Sammet, Seidensamt, echter Samt, franz. Velours, engl. Velvet), Spezialität der samtartigen Gewebe, deren Haardecke dadurch gewonnen wird, daß man Nadeln von herzförmigem Querschnitt einwebt, über welche die Polkette läuft, so daß letztere einen Schlauch um die Nadeln bildet, der aufgeschnitten den Pol bildet. Zieht man die Nadeln ohne weiteres heraus, so erhält man den ungerissenen oder ungeschnittenen S. (Halbsamt, Ritzer, Velour frisé); schneidet man aber längs der Nadeln die Maschen auf, so erhält man den gerissenen oder geschnittenen S. (Velour coupé). Bisweilen erzeugt man auch die Maschen über einem dicken Einschußfaden und läßt diesen liegen, so daß sich feste Rippen bilden (gerippter S.). Muster oder Figuren erzeugt man im S. (gemusterter, façonnierter S., Velour figuré) durch Flor von verschiedenen Farben; durch ungleiche Länge des Flors an verschiedenen Stellen, indem man wellenförmige Nadeln anwendet (Wellensamt); durch teilweises Schneiden der Samtnoppen, so daß der geschnittene Flor im ungeschnittenen oder dieser in jenem Dessins bildet; durch nur teilweise Besetzung des Grundes mit Flor, wobei die Figur aus S. von einem atlasartig oder anders gewebten Grund umgeben ist. In diesem Fall ist die Kette desselben entweder mit keiner Pole versehen, oder die Polfäden werden überall, wo sie nicht S. bilden dürfen, in den Grund eingewebt. Doppelsamt (Velour à double face) hat auf beiden Seiten eine haarige Fläche; dabei ist meist die eine Seite andersfarbig als die andre. Velour rayé ist langgestreifter S. Durch Niederpressen des Flors entsteht gepreßter S. (Velour gaufré), Utrechter S., dessen Muster von den niedergepreßten Florstellen gebildet werden. Hat sich S. beim Gebrauch platt niedergedrückt, so erhitze man eine Zink- oder Kupferplatte, bedecke sie mit einem nassen leinenen Tuch, lege auf dieses die Rückseite des Samts und bürste nun die Haare mit einer weichen Kleiderbürste wieder auf. Auch wollene samtartige Zeuge werden vielfach hergestellt und als Möbel-, Futter-, Kragen-, Vorhang-, Mützenstoff etc. verwendet. Zu ihnen gehören: Astrachan, Krimmer, Biber, Kastorin, Velours d'Utrecht u. a. Baumwollene Samte führen die Namen Manchester (franz. manchester velours coton, engl. velvet, vel veteen, cord). Sehr seinen S. liefern gegenwärtig Lyon, Krefeld und Elberfeld. In der japanischen Kunstindustrie werden Samtgewebe zur Herstellung von Gemälden (Kakemonos und Makimonos) benutzt, indem man Tiere, Pflanzen, Blumen, Baumblüten u. dgl. durch ausgeschnittenen Flor darstellt. Die Figuren heben sich reliefartig von dem glatten, ripsartigen Grund ab, und man erzielt eine Wirkung, die mit der Malerei in Farben, in Zartheit und Feinheit wetteifert. – Über das Alter der Samtweberei ist ein bestimmter Nachweis nicht zu führen. Wenn in ältern Schriften von langhaarigen Stoffen (Sciamito, Timit, Velours, Velvet, Felbel) die Rede ist, sogar erwähnt wird, daß den Römern Zeuge der gallischen Wollindustrie von vielfädigem Einschlag bekannt waren, die zum Teil zerschnitten, als lose Enden ein Vlies bildeten, so dürften hier besonders dicke Gewebe gemeint sein, deren Haardecke man durch Aufrauhen der Oberfläche (Kardieren) herstellte. Dies dürften gerauhte Atlasstoffe aus koptischen Gräbern des 5.–8. Jahrh. bestätigen. Auch sind von dort Gewebe mit Noppen bekannt, die durch Handarbeit aus Durchzugfäden in Wolle und Leinen gebildet wurden; letztere dienten für Winterkleidung, erstere für ornamentale Wandbehänge als Vorläufer der Teppichindustrie. Die eigentliche mechanische Velours- oder Samterzeugung war dem Mittelalter noch fremd, wenn auch figurenreiche glatte Seidengewebe unter Anwendung von mehr als einer Kette vorkommen. China, das Stammland der Seide und aller Kunstweberei, hat erst aus dem 18. Jahrh. Samt aufzuweisen und stellt noch heute nicht so gute und dichte Velourstoffe her wie das Abendland. Die ältesten Samtwebereien stammen aus dem 14.–15. Jahrh. und entstanden in Seidenfabriken der venezianischen Kolonien des Orients, worin auch Araber tätig waren. Dies erklärt die große Verwandtschaft zwischen der orientalischen mit der italienischen Mustergebung in Tapeten- und Trachtenstoffen bis ins 16. Jahrh. (vgl. Weben, Geschichtliches). Vgl. Strahl, Die Samt- und Plüschfabrikation (Berl. 1900, 1. Teil: Die Bindungen).
4327 Zeichen · 57 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    samtAdj.

    Köbler An. Wörterbuch

    samt , Adj. nhd. gleichkommend, gleich ÜG.: lat. (par) R.: i samt, an., Adj.: ÜG.: lat. simul

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    samt

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    samt , samt- s. sament, sament-.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    samtN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    samt , N. Vw.: s. sammit L.: MndHwb 3, 23 (samt)

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    samt

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

    Samt m. weiches, dichtes Stoffgewebe (ursprünglich aus Seide) mit kurzem, aufrecht stehendem Flor. Mhd. samīt, samāt, se…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Samt

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    Samt meist -mmt, auch -mmet feine, kurzflorige Gewebeart; auch neben ‘Seide’, ‘Atlas’, ‘Damast’ usw a als (zu versteuern…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Samt

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Samt ( Sammet, Seidensamt, echter Samt , franz. Velours , engl. Velvet ), Spezialität der samtartigen Gewebe, deren Haar…

  7. modern
    Dialekt
    samt

    Elsässisches Wb. · +11 Parallelbelege

    samt , sant [sàmt fast allg.; sòmt Wh. ; sànt Hi. Su. Ruf. Dü. M. ] gewöhnl. nur in der Verb. mit s. 1. verstärkte Präp.…

  8. Spezial
    samt

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +2 Parallelbelege

    samt praep. cun, adöm cun, adöm a. ▬ samt allem Zubehör cun döt ci che alda lapró; eine Pflanze samt der Wurzel ausreiße…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit samt

279 Bildungen · 199 Erstglied · 77 Zweitglied · 3 Ableitungen

samt‑ als Erstglied (30 von 199)

Samtband

SHW

Samt-band Band 5, Spalte 57-58

Samtblume

SHW

Samt-blume Band 5, Spalte 57-58

Samtbluse

SHW

Samt-bluse Band 5, Spalte 57-58

Samtbuxe

SHW

Samt-buxe Band 5, Spalte 57-58

Samthaut

SHW

Samt-haut Band 5, Spalte 57-58

Samthose

SHW

Samt-hose Band 5, Spalte 57-58

Samthut

SHW

Samt-hut Band 5, Spalte 57-58

Samtkappe

SHW

Samt-kappe Band 5, Spalte 57-58

Samtkleid

SHW

Samt-kleid Band 5, Spalte 57-58

Samtpfote

SHW

Samt-pfote Band 5, Spalte 59-60

Samtrock

SHW

Samt-rock Band 5, Spalte 59-60

Samtrose

SHW

Samt-rose Band 5, Spalte 59-60

Samtschuh

SHW

Samt-schuh Band 5, Spalte 59-60

samtähnlich

GWB

samt·aehnlich

samtähnlich Ein aufwärts leitendes Wiesenthal, erst vor kurzem zum zweitenmale gemäht, sammetähnlich anzusehen 18,326,26 Nov Martina Eicheld…

Samtart

GWB

samt·art

Samtart ‘Teppiche auf S.’: Teppiche mit Flor (iUz flachgewebten Textilien) Die Teppichfabrik von Herrn J.D. Leisler und Comp. [ in Hanau ] .…

samtartig

GWB

samt·artig

samtartig -mm(e)t- an Samt erinnernd, ihm ähnelnd, wie Samt aussehend; je einmal mBez auf die Wiedergabe von Strukturen in der Malerei u im …

samtbecker

MNWB

samt·becker

° samtbecker (sampt-) , pl. , aus 16 Bäckern bestehende Bäckergilde in Riga (Stieda- Mettig 243).

samtbeckære

KöblerMnd

samt·beckære

samtbeckære , M. nhd. „Gesamtbäcker”, ein aus 16 Bäckern bestehenden Bäckergilde in Riga Q.: Stieda-Mettig 243 (vor 1621) E.: s. samt (1), b…

Samtbelehnte

DRW

Samtbelehnte, m. Inhaber eines Samtlehens vgl. Mitbelehnte von einer gunst soll man einen halben guͤlden geben, und soll keine gunst in altv…

Samtbelehnung

DRW

samt·belehnung

Samtbelehnung, f. Investitur mehrerer Personen mit dem gleichen Lehnobjekt vgl. Samtlehen so sollen ... wir ... unsere vom heyligen römische…

Samtberechtsamkeit

DRW

samt·berechtsamkeit

Samtberechtsamkeit, f. gemeinsame Berechtigung wegen von der gemeine praetendirten, von den erben aber ungeständigter samptt-berechtsamkeit …

samt als Zweitglied (30 von 77)

Gesundheitsamt

RDWB1

Gesundheitsamt n государственное или коммунальное учреждение общественного здравоохранения, на которое возложены многочисленные функции по о…

Landratsamt

RDWB1

Landratsamt n главное федеральное ведомство, занимающееся вопросами защиты конституционных прав граждан, паспортным режимом, разрешением на …

Ordnungsamt

RDWB1

Ordnungsamt n ведомство, занимающееся пропиской, делами иностранцев, разрешением на проживание и т.д.

Wohnungsamt

RDWB1

Wohnungsamt n госудаственное ведомство по жилищным вопросам

allentsamt

BMZ

allent·samt

allentsamt adv. zusammen, ohne ausnahme. Pass. K. 43,63. 210,13. 235,96.

Allesamt

Campe

alle·samt

Allesamt , adv. sämmtlich, Alle. Wir grüßen euch allesamt. Wir irren allesamt, nur jeder irret anders. Haller.

allsamt

Idiotikon

all·samt

allsamt Band 7, Spalte 926 allsamt 7,926

Ammannsamt

DRW

ammann·samt

Ammannsamt I Ammannsstelle mit den zugehörigen Einkünften das amman ampt ... und was das rich ze Ulme in der stat hat 1347 MGConst. VIII 327…

Ausamt

DRW

aus·amt

Ausamt Dienststelle über auswärtige Leibeigene zu Veldstetten ... wie auch in andern ussamptern oJ. SchwäbWB. I 451 Faksimile Knapp,NBeitr. …

beide samen, beide samt

MWB

beide samen, beide samt auch bede samen, bede samt, beidesam(p); beide ist immer flektiert (i.d.R. st.), auch beident samen (sw., hier alle …

besamt

KöblerMnd

bes·amt

besamt , Adj. nhd. gesamt Hw.: s. besamenet E.: s. be, samt (1) R.: besamt und besünder: nhd. samt und sonders L.: MndHwb 1, 230 (besampt)

Bȫsamt

Idiotikon

Bȫsamt Band 1, Spalte 245 Bȫsamt 1,245

ensamt

KöblerMhd

ens·amt

ensamt , Adv. nhd. zusammen, gemeinsam, miteinander, mitsamt, zugleich, auf einmal, gleichzeitig, versammelt Hw.: s. ensament Q.: GrRud, Mai…

Êrbelandesamt

Adelung

erbe·landesamt

Das Êrbelandesamt , des -es, plur. die -ämter, in verschiedenen Provinzen, eine Benennung der Erbämter, obgleich zuweilen mit einigem Unters…

Flȫßamt

Adelung

flos·samt

Das Flȫßamt , des -es, plur. die -ämter, an einigen Orten, ein besonderes Amt oder Collegium, welches das Beste der Holzflößen besorget.

G(e)samt

Idiotikon

G(e)samt Band 7, Spalte 914 G(e)samt 7,914

geleitsamt

DWB

geleit·samt

geleitsamt , n. telonia, geleitamt sive zollamt Stieler 42 , im reg. geleitsamt; in den Leipziger geleitsacten geleitsamt oder geleitsexpedi…

gerichtsamt

DWB

gericht·samt

gerichtsamt , n. 1 1) das richteramt, s. gerichtamt . 2 2) die gerichtsbehörde, welche innerhalb eines kleineren bezirkes die rechtspflege (…

gesamt

Pfeifer_etym

ges·amt

gesamt Adj. ‘völlig, ganz, vollständig, alle’ stammt aus ahd. gisamanōt, dem Part. Prät. zum Verb ahd. samanōn ‘(ver)sammeln, vereinigen, an…

Ableitungen von samt (3 von 3)

besamt

KöblerMnd

besamt , Adj. nhd. gesamt Hw.: s. besamenet E.: s. be, samt (1) R.: besamt und besünder: nhd. samt und sonders L.: MndHwb 1, 230 (besampt)

gesamt

Pfeifer_etym

gesamt Adj. ‘völlig, ganz, vollständig, alle’ stammt aus ahd. gisamanōt, dem Part. Prät. zum Verb ahd. samanōn ‘(ver)sammeln, vereinigen, an…

versamt

Idiotikon

versamt Band 7, Spalte 914 versamt 7,914