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vielgeliebt

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vielgeliebt

Bd. 26, Sp. 167
vielgeliebt, 'von vielen geliebt, wie auch sehr geliebt' Campe: der vielgeliebte in der fruchtbringenden gesellschaft ist Moriz graf von Bentheim Neumark neuspross. palmbaum (1668) 387; die ewige unmündigkeit Ludwig des vielgeliebten (bien aimé) folgte Herder 17, 243. die zusammensetzung ist fest und wird sehr viel gebraucht, meist so, dasz viel den grad des geliebtseins bezeichnet. in älterer sprache wird es auszerordentlich oft in der anrede gebraucht, zunächst unter verwandten, näheren und ferneren, dann auch überhaupt um ein innigeres verhältnis zu bezeichnen, z. b. das des predigers zur gemeinde, das des untergebenen zum herrn, das der liebenden, des autors zu den lesern u. s. w.: gestrenger, edler und ehrenvester herr, vielgeliebter juncker Ringwaldt handbüchlin A 2 a; günstiger, vielgeliebter leser Sandrub hist. u. poet. kurzweil 3 neudr. in Christo vielgeliebte herren und brüder J. Böhme schriften (1620) 6, 202; vielgeliebte hh. brüder Harsdörffer frauenz. gesprechspiele (1641) 5, 181; ihr vielgeliebte herrn und freunde Rist friedew. Teutschland (1648) 45; euch, meine vielgeliebte Marianer Dannhawer catechismus milch (1657) 5, 748; vielgeliebte schwester, ihr redet Bucholtz Herkuliskus (1665) 1083; meine vielgeliebte Göthe IV 4, 139 Weim.; vielgeliebte hausjungfer! wie geht's Meisl theatr. quodlibet (1820) 3, 66; nun leb wohl mein vielgeliebtes herz Bismarck briefe a. s. braut 141; mein insonders vielgeliebter bruder Fontane I 1, 17; ihr vielgeliebtes par, die jhr die enge strasze ... solt gehen Opitz teutsche poemata 68 neudr.; wenn, vielgeliebter freund! dein diener wissen könt' Zinzendorf teutsche ged. (1766) 166. als anrede an geringere: die geringen nennet man vielgeliebte, vielwerthe, geliebte hn. sich selbst nennet man wohl - affectionirt Weise polit. redner (1677) 199. vielgeliebt verbindet sich auch auszerhalb der anrede besonders gern mit verwandtschaftsnamen, vor allem mit sohn; auch bei anderen verbindungen wirkt der gebrauch der anrede nach: an seinen vielgeliebten sohn Anton ... als er auff der universität studiret Schupp (1663) register; Deutschlands gröszter dummkopf, pabst Pius des sechsten vielgeliebter sohn Zimmermann über d. einsamk. 2, 497; (gott wollte) in seinem vielgeliebten sohn das antlitz zu uns neigen Fischer-Tümpel kirchenlied 3, 33. da steh ich schon, des chaos vielgeliebter sohn Göthe 15, 154 Weim.; hand in hand mit einem theuren vielgeliebten sohn der jugend rosenbahn zurück zu eilen Schiller 5, 74; (ich) zweifle auch nit, es werde derselbe meinen vielgeliebten herrn bruder bescheiden verh. d. schles. fürsten und stände 8, 46; wie übel habt ihr .. bey meinem .. vater, mutter und vielgeliebten brüdern gethan volksb. v. geh. Siegfried 64 neudr.; meinem vielgeliebten bruder Jeronymo Schiller 4, 248; diese beide .. meine vielgeliebte und geehrte herren schwägere und gevattern Moscherosch insomnis cura parentum 7 neudr.; meinen vater, ihren vielgeliebten eheherrn Hippel lebensläufe (1778) 1, 254; meinen vielgeliebten herrn patron Ayrenhoff (1814) 4, 286; an werthgeschätzte vielgeliebte personen Göthe IV 32, 150 Weim.; seinen vielgeliebten zuhörern .. miszfällig zu werden Gaudy 13, 18; nun! wohl bekomm' es meinen vielgeliebten gästen Schiller 13, 84. freiere anwendung: (ich griff) nach den vielgeliebten gewelkten pflaumen Göthe 21, 22 Weim.; o die vielgeliebten, schwebenden webenden wolken Stifter (1901) 1, 220; flachs oder lein, wird sonsten genannt der weiber vielgeliebter märtyrer Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 545 (vgl. unten vielgeplagt). auf örtliches bezogen: so habe ich mich um niemand anders, als mein vielgeliebtes deutsches vaterland bekümmert Hippel über die ehe (1774) 224; schlenderte .. wieder auf den vielgeliebten platz Göthe III 1, 221 Weim.; nach seinem vielgeliebten Tegel Hebbel I 10, 179 Werner; da ich regier Bavariam, mein vilgeliebtes patriam lieder a. d. winterkönig 211 Wolkan; zu den vielgeliebten stellen zeugen himmlischer vergnügen Göthe 1, 51 Weim.; wenn um die vielgeliebte ecke .. der schritt mich trägt Körner 2, 43 Hempel. das part. allein, wie der geliebte, die geliebte, besonders im engeren sinne: dasz sie jhren buhlschafften und vielgeliebten so frembde heidnische nahmen geben Schill teutsch. sprach ehren kranz (1644) 63; sie folgte, den bogen in ihrer hand, dem vielgeliebten zur schlacht Bürger 279a Bohtz; mit seiner vielgeliebten Göthe 21, 86 Weim.; zwei mädchen suchen mit angst und sorgen, die vielgeliebten zurück zu finden 11, 307; ostwind! geh zur vielgeliebten, sag ihr Rückert (1867) 5, 274. das pron. poss. in volksthümlicher weise nachgestellt: Jesu vielgeliebter mein Spee trutznacht. (1649) 101; das wird sich bei dir ändern, du vielgeliebte mein Heine 1, 84 Elster. verbal: den noch immer vielgeliebten Holtei erz. schr. 20, 26. vielgeliebt, von vielen geliebt: die vielgeliebte, vielumworbene tochter Dahlmann gesch. v. Dänemark 2, 380; Dankmar war, sonst vielgeliebt, selbst eher kalt gegen die frauen Gutzkow ritter v. geiste 2, 249; einen so vielliebenden und vielgeliebten helden (Wilhelm Meister) Scherer kl. schriften 1, 678; da habt ihr in der breite gleich gewonnen, ihr seid ein vielgeliebter mann Göthe 14, 11 Weim. dem sinne von vielbeliebt nahe: einem vielgeliebten wundarzt Auerbach (1892) 9, 28. eigenthümlich in der folgenden stelle, adverbial und gesteigert, im sinne von viel lieber: wer ist der ungehewr, wellicher zu sommerszeit im groszen durst nicht vielgeliebter ein guten trunck .. wirdt .. einnemmen Guarinonius grewel d. verw. (1610) 625. —
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vielgeliebt

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Vielgeliebt , adj. et adv. von viel, so fern es ehedem einen hohen Grad der innern Stärke bedeutete, ein nur noch in Tit…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vielgeliebt

    Goethe-Wörterbuch

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Zerlegung von vielgeliebt 2 Komponenten

viel+geliebt

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Ableitungen von vielgeliebt (1 von 1)

Vielgeliebte

GWB

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