spielplatz,
m. platz zum spielen, piazza, it. luogo dove si giuoca. Kramer
dict. 2, 865
a.
mhd. spilplaz
seit dem 14.
jahrh. Lexer
handwb. 2, 1095. 11)
in der ältern sprache zumeist ein platz, wo karten- und würfelspiele gespielt werden: spillplatz (der)
aleatorium forum. Maaler 380
d;
forum aleatorium, ein jeder spielplatz, da man umb etwas würffelt auf der kirchmesz. Corvinus
fons lat. 34
a. Stieler 189. Dentzler 2, 269
a;
auch nl. spêl-plaetse, tuyschbaene,
forum aleatorium. Kilian.
belege: auch nemen die burger ab alle spilpletze in der stat und da vor.
Nürnb. polizeiordn. s. 65; letzlich, nachdem auch iederzeit eim inhaber Ederheim kleine auch grosze frevel zu strafen gepührt, auch kirchweihschutz, danz zu geben und spilblatz iederzeit durch das ganz jahr ausz zu verleihen. Grimm
weisth. 6, 288
f., § 16; offentliche spillheuser und spillplätz.
Salzb. taid. 329, 16,
s. spielhaus 4; zum andern so sollen alle grosse spill in ganzen gericht in den wirtsheisern und auf den spillpläzen genzlichen aufgehebt und verpoten sein, ... auch sonst an haimblichen orten und spillpläzen nit zuegelassen ... werden.
tirol. weisth. 4, 267, 7. 9,
s. auch 271, 12; damit in winklheüsern keine ungezimmente zöchen und spillpläz oder andere inconvenienzien angericht ... werden.
steir. taid. 457, 24; ein alter kerle der ... sich mehr in würtsheüsern, auff dem spilplatz und bey den schOenen metzlin weder in der kirchen hat finden lassen. Montanus
s. 18, 15
Bolte (
wegk. c. 4); so bald der sontag herbey kommen, unnd die mittags mahlzeit geschehen ist, finden sich die jungen gesellen auff dem spielplatz, was sie die gantze wochen erworben oder zusammen gestoppelt haben, das musz alles zum spiel gedeyen.
theatr. diabol. 512
a D; wem der spielplatz am meinsten zutregt. Kirchhof
wendunm. 2, 309
Österley (3, 41,
überschr.); ein ambtmann erlaubete am sonntage den bauern zu kegeln, und mit würffeln umb einen ochsen zu werfen. zween bauren wurden auff diesem spielplatze erstochen. Wesenigk
spiel-sieben 35; in dem freien raume des lagers vor der hauptwache war der spielplatz, mit mänteln überdeckt, mit tischen besetzt, um alle drängte sich die gesellschaft der spieler (
vgl. dieses). Freytag 20 (
bilder 3), 67; so wil ich ainn spilplatz haben (
halten) und darzu eitel willetzknaben, den wil ich legen würfel und karten und redlich auf den scholder warten.
fastn. sp. 689, 20. 22)
zuweilen ein platz für scenische aufführungen, die bis ins 16.
jahrh. gewöhnlich im freien stattfanden; theatrum Dentzler 2, 269
a; derselb spildichter Euripides (welcher die weiber nur auff dem spilplatz anfeindet, aber wie seine vil kinder anzeigten, im bett nahend befremdet [
l. befreundet]). Fischart
ehezuchtb. H 3
a; man leidets in der kirchen nicht gern, will geschweigen auf dem spiel-platz, dasz man einem seine fehler also schimpfflich vorstellet. Philander 2, 889; hie wird an einer seiten des spielplatzes hinter dem vorhange geschossen, getrumlet und geblasen. Rist
friedejauchtz. Teutschl. (1653) 55. 33)
jetzt ebener platz für spiele im freien, besonders für die spiele der kinder, zumal wenn er eigens dafür eingerichtet und zurecht gemacht ist. Campe,
vgl. Krünitz 158, 280: ich sehe dich noch, mit welcher ängstlichen güte du die unerfahrnen kleinen abwehrtest, wenn sie unter den schatten seiner glänzenden blätter ihren spielplatz suchten. Thümmel
reise 7, 270; spielplatz der kleinen. J. Paul
Lev. 1, 92,
s. spielmarkör; die trumme gesplitterter speere lagen in den ersten jahrzehnten des dreizehnten jahrhunderts auf allen spielplätzen groszer edelhöfe. Freytag 17 (
bilder 1), 549; sein alter spielplatz ist mit sand bedeckt. Thümmel
reise 4, 247; zum spielplatz läuft das kind, man brauchts nicht hinzutreiben; zur schule führt man es, möcht' es zu hause bleiben. Rückert (1882) 8, 253 (
weish. des brahm. 5, 291). 44)
in freierer anwendung (
meist von 3
ausgehend): so innigfroh erschien er ... vor der geliebten oben in seinem kindheitmuseum, ihrem gastzimmer, das jetzt der gewöhnliche spielplatz seiner besuche war. J. Paul
Titan 3, 21; allmählig sank er ins vorträumen hinein — was so verschieden vom engern nachträumen ist, da die wirklichkeit dieses einzäunt, indesz der spielplatz der möglichkeit jenem frei liegt. auf diesem heitern spielplatze beschlosz er das grosze götterbild eines freundes aufzurichten.
flegelj. 1, 138; die erste blattseite — sonst eben kein spielplatz und lustlager für den autor, sondern ein exercier- und kampfplatz.
leben Fibels 80; (
zu 2:) die person, die ich jetzt führe, auff dem spielplatz dieser welt, wil ich nach vermügen führen, weil sie mir so zugestellt. Logau 3, 231, 74 ('
beruff').