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ginster

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ginster m.

Bd. 7, Sp. 7519
ginster, m. , tritt seit dem 15. jh. neben ginst (s. o.), schon im 13. jh. als genster ahd. gl. 3, 97, 34. als ginster bei Brack voc. rerum (1489) i 6a. wohl aus dem romanischen (ital. ginestra, afrz. genestre, vgl. auch genester fiori di ginestra Arigo decamerone 15, 22 K.), ndl. gynster genesta v. d. Schueren teuth. 63 V. für die zahlreichen nebenformen vgl. Adelung 2 (1775) 562; Pritzel-Jessen 127a; rhein. wb. 2, 1238; mit rundung günster: Neumark neuspr. teutsche palmb. (1668) 243; Voigtel dt. handwb. 2, 148a; Schkuhr bot. handwb. (1791) 2, 327; günster cytisus scoparius Pritzel-Jessen volksn. 127b. der pl. lautet bis ins 18. jh. hinein ginsteren, ginstern, s. Gesner erdgewächse (1542) 37; Frisius dict. (1556) 96b; Sebiz feldbau (1579) 23; Henisch (1616) 1623; Dentzler clavis (1716) 135b; Frisch dict. (1741) 1, 339c, seit dem 19. jh. gewöhnlich die ginster, vgl. diese ginster Lingg 3 (1864) 215. gelegentlich ist ginster auch fem., vgl. die gelbe ginster A. v. Arnim w. 16, 355, mundartlich auch gilster Woeste westfäl. (1930) 79, s. o. gelster. in den maa. nicht volkstümlich mit wenigen ausnahmen: Woeste westfäl. 39; Jos. Müller rhein. 2, 1236; Lenz Handschuhsheim. 28a; Mensing Schleswig-Holstein 2, 382. 11) botanisch. für ginster heben sich lexikalisch seit dem 15. jh. hauptsächlich folgende arten, s. Schlechtendal flora von Deutschland 23, 55 ff., mit lat. bezeichnungen heraus: a) genesta ginster oder wilde reben W. Brack voc. rerum (1489) i 6a; Gesner erdgewächse (1542) 37; Frisius dict. (1556) 600a; Krünitz öcon. encycl. 18, 547; Hartig forstl. convers. 345. b) sarothamnus scoparius: ginsteren, pfinstenbluom spartum, spartium Frisius dict. (1556) 1228b, ebda 544c; Calepinus XI ling. (1598) 1365b; spartea ginstern Becher org. philologicum (1674) 240b; Frisius dict. (1734) 1, 654a; Schkuhr bot. handwb. 2, 327; Pritzel-Jessen volksn. 384. iberica .. spartum pfrimmen oder ginstern Frisius dict. (1556) 641; Calepinus XI ling. (1598) 669a (wohl genista hispanica, spartium junceum L.). ferner cytisus tinctorius Pritzel-Jessen volksn. 128; sarothamnus vulgaris Schlechtendal flora v. Deutschland 23, 61; Jos. Müller 2, 1238; Fischer schwäb. 3, 661. in kräuterbüchern u. s. w.: der grosz ginster ist warm und trucken A. Lonicerus kräuterbuch (1557) 102b; wann die ginstern oder pfrimmen schön plühen Sebiz feldbau (1579) 45; pfrimmen, ginst und ginstern, ist den alten Griechen bekannt gewesen Chr. Wirsung artzneybuch (1588), reg. unter pfrimmen; genista tinctoria: ginster eine staude, aus deren stengeln und blättern eine gelbe farbe zum malen gezogen wird Voigt handwb. (1807) 1, 344. 22) seit dem 17. jh., bes. aber 19. jh., immer reichlicher in der dichtung: wie sie (die rosen) des gärtners kunstgrif färbet, wan er den gelben ginster kärbet Ph. Zesen helikon. rosentahl (1669) 115; seinen greisen schädel schmückt ein kranz von epheu, von gelbblühendem ginster Gaudy s. w. (1844) 2, 32; sie (die birken) beugen und neigen den wipfel im winde; unschuldsrein erheben sie, streben sie weiszstämmig sich auf aus niederem ginster Julius Petri bei K. E. Franzos dt. dichtung 11, 41; am ginster zittert die libelle hin Liliencron s. w. 9, 37. bes. beliebt zur kennzeichnung öder landstriche, vornehmlich bei den dichtern der heide: die sand- und lehmwände, spärlich mit ginster und brombeeren bewachsen, waren nicht freundlich anzuschauen W. Alexis Woldemar (1842) 1, 169; unbebautes land, das mit ginster und dornen bewachsen war G. Freytag ges. w. (1886) 13, 23; (es) lag ... nur eine öde weitgedehnte ebene vor mir; die ganze gegend nichts als moor, hier und da mit traurigem ginster bewachsen Mörike ges. schr. 4 (1878) 227. dabei häufig ginster und heidekraut oder ähnliches beisammen: immer höher wucherten ginster und haidekraut Storm w. 2 (1899) 61; eine weitgestreckte, mit ginster und heidekraut bestandene hochfläche Fontane ges. w. I 2, 450; vgl. auch: einsam, schauerlich und finster ist das ferne, hohe meer! gerne seh ich heid und ginster wuchern um die dünen her Freiligrath ges. dicht. (1877) 1, 17. zur erweckung, schilderung romantischer stimmungen: nach einigen sekunden waren beide ... in ... dem burghof angelangt, in welchem mauerwerk unter ginster ... in wüster verwirrung herumlag Herm. Schmid alte u. neue gesch. (1861) 175; es lag schon das abendroth auf dem marmorbilde, welches das grab unter dem ginster hütete P. Rosegger schr. (1895) I 12, 127. 33) zusammensetzungen mit ginster sind überaus zahlreich, z. t. rein botanisch oder die heide betreffend, z. t. gelegenheitsbildungen, vgl. ginsterlode, ginsterschütte, und gehören mit geringer ausnahme, so ginsteräsch, ginsterasche bei A. Lonicerus kräuterbuch (1557) 102b, ginsteröl (s. d.), der neuern zeit an. s. die wichtigsten zusammensetzungen an alphabetischer stelle.
4880 Zeichen · 157 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ginsterf.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    ginster f. s. v. a. ganeister. ein vûrich ginster Hans 2603.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    GinsterDer

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Der Ginster , s. Genster .

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ginster

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Ginster (Genista) , Pflanzengattung aus der Familie der Schmetterlingsblütigen mit gelben Blumen, in vielen Arten vorkom…

  4. modern
    Dialekt
    Ginsterm.

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Ginster m. : ' Besenginster ', Ginster [ Wilde 71]. Syn. s. Brimme 1. Südhess. II 1365 ; Rhein. II 1238 ; Bad. II 419 .

  5. Spezial
    Ginster

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gins|ter (Genista sp.) m. (-s,-) ‹bot› ginestra (-res) f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ginster

56 Bildungen · 55 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von ginster

ginst + -er

ginster leitet sich vom Lemma ginst ab mit Suffix -er.

Zerlegung von ginster 2 Komponenten

gin+ster

ginster setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

ginster‑ als Erstglied (30 von 55)

ginsterart

DWB

ginster·art

ginsterart , f. : adha- und rethembäume (eine ginsterart) wuchsen zwischen den sandhügeln Ritter erdkde (1822) 14, 176 ; dazwischen eine seh…

ginsterartig

DWB

ginster·artig

ginsterartig , adj. : ( die berge sind ) mit duftenden kräutern bewachsen, mit häufigem, ginsterartigem strauchwerk Ritter erdkde 7, 227 . —

Ginsterbier

RhWBN

ginster·bier

Ginster-bier n.: dünnes B., auch Dür-Weisw , Aach-Alsd ; vermutl. ist mit G. hier der Gagel (Myrica Gale) gemeint, der vor der Einführung de…

ginsterblume

DWB

ginster·blume

ginsterblume , f. , vgl. auch ginstblume: o, die ginsterblum, die ginsterblum! keine blum im wald ist bunter! Freiligrath ges. dicht. (1877)…

Ginsterbuk

WWB

ginster·buk

Ginster-buk m. Ginsterböcke „Dörfler, die in der Kultur zurück sind“ ( Bri Ob).

ginsterbusch

DWB

ginster·busch

ginsterbusch , m. : als ich mit hülfe einiger ginsterbüsche emporgeklettert war Storm w. (1899) 6, 86 . —

Ginsterfeuer

RhWB

ginster·feuer

Ginster-feuer -ę·i.- Bernk-Dhron n.: 1. F., genährt von G.zweigen. — 2. übertr. streitsüchtiger Mensch.

ginstergelb

DWB

ginster·gelb

ginstergelb , adj. : in matten ginstergelben farben kommt die dämmerung D. v. Liliencron s. w. (1896) 8, 201 . substant.: schrittest rückweg…

ginstergestrüpp

DWB

ginster·gestruepp

ginstergestrüpp , n. : und sie deckten ihn zu mit ginstergestrüpp, und mit moos und mit farrenkraut Fontane ged. 7, 388 ; nicht mal bäume wu…

Ginsterhecke

RhWB

ginster·hecke

Ginster-hecke -hEk Mosfrk f.: -staude; verschiedene unfruchtbare Gegenden werden mit G. geneckt, z. B. Lanzer (Neuw-Lantzert) G.

Ginsterhorkel

RhWB

Ginster-horkel Bernk-Wehlen m.: Wurzelwerk des Ginsters, sehr zähe.

Ginsterhuck

RhWB

ginster·huck

Ginster-huck -o- Prüm-Ihren m.: -strauch, zum Trocknen aufgestellter Ginster.

ginsterkatze

DWB

ginster·katze

ginsterkatze , f. , viverra genetta Oken naturgesch. 7, 1356 ; Brehm tierleben (1890) 1, 555 . —

ginster als Zweitglied (1 von 1)

stechginster

DWB

stech·ginster

stechginster , m. , cytisus scoparius L., die charakteristische hulsenstaude der norddeutschen heiden; ulex europaeus L. Adelung; Oken 3, 3,…