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wrinschen

mnd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wrinschen vb.

Bd. 30, Sp. 1687
wrinschen, wrenschen, vb., (brünstig, verlangend) wiehern, schreien; brünstig sein (vorwiegend vom pferd, gelegentlich von anderen tieren, teilweise auch auf menschen übertragen, s. u.); mnl. nl. wrenschen (Verwijs-Verdam 9, 2870), westfries. wrinskje, wrinsgje 'wiehern', n. vrinske (ordb. ov. d. danske spr. 27, 574), schwed. vrenskas (Hellquist svensk etymol. ordb. 32, 1367). das vb. wird mit wrinsch, wrensch, adj., 'brünstig, ungebärdig' (s. o.), ags. wræne, adj., 'lascivious, libidinous, salacious, wanton' (Bosworth-Toller 1270) sowie as. uurenio, m., 'hengst' (Wadstein kl. as. sprachd. 112, 6 = ahd. gl. 4, 245, 48), aisl. reini (< vreini) (Cleasby-Vigfusson icel.-engl. dict. 491a), ahd. reinno, mhd. reine, rein (davon mlat. waranio, ital. guaragno 'admissarius', s. du Cange gloss. 8 [1887] 403a) zurückgeführt auf die wurzelerweiterung idg. *rei- (zur grundwz. *er- 'drehen, biegen') in worten für 'das gesicht verdrehen, lippen und nase kräuseln, aus verlegenheit, beim grinsen, beim beiszen in etwas saures'; dazu das st. vb. norw. vrīna (vrein) 'grinsen; in der brunstzeit die oberlippe und nase heben oder verdrehen', dann auch 'schreien, wiehern von brünstigen pferden' (so auch in nd. wrenen, freinen 'wiehern' Böning Oldenburg 134 und 140, sowie oberpfälz. reneln 'wiehern' Schmeller-Frommann bayer. 2, 108), s. Walde-Pokorny 1, 277, ferner Falk-Torp bei Fick 43, 419, dies., norw.-dän. etym. wb. 1397, Franck v. Wijk 806. auf dt. boden vornehmlich im nd. belegt (in den üblichen anlautvarianten von wr-), s. zs. f. dt. wortforsch. 12, 26f. und die belege bei Schiller-Lübben 5, 780; vgl. dazu: vnd alse de lude nhu den tummel vnd wrinschent der perde horeden (16. jh.) Kantzow chron. v. Pommern 43 Böhmer; vorauff die pferde ihre halfter zurissen, losz wurden, und ein solches wrinschen, schlagen und beissen unter sich anfingen Bucholtz Herkules (1666) 1, 238; daselbst soll man auch pferde wrinschen ... hören (nd. 1682) relat. curios. in: Alemannia 18, 46. in nd. maa. allgemein verbreitet und bis zur gegenwart durchgängig bezeugt: wrinschen der pferd Orsäus nomencl. method. (1623) 51; equus hinnit das pferd wrinschet nomencl. lat.-germ. (1634) 174; wrensken brem.-ns. wb. 5, 297; für die neuere zeit vgl. wrensken Doornkaat Koolman ostfries. 3, 575; Krüger Emden 72; Westermann Baden 91; Mensing schlesw.-holst. 5, 718; brenschen, s. Mi mecklenb. 11 und Wossidlo-Teuchert 1, 1135; frensken, s. Schmoeckel-Blesken Soest 73; Woeste-Nörrenberg westf. 308; Frederking Hahlen 38; frenschen, s. Flemes Kalenberg 335; Hupel Lief- u. Ehstland 62. im südlich angrenzenden Mitteldeutschland mit abfall des labialen anlauts vor r; hierher vielleicht schon: sus waz des scryes reuschen (wohl renschen, vgl. die anm. des herausgebers zur stelle) Eberhard Cersne d. minne regel 4522 Wöber; wenn ein raune (wallache) draus gemacht ist, so höret er auf zu rinschen (wicheren) vnd zu erwilden (mütig zu seyn) Comenius güld. sprachenthür. (1638) § 178 Docemius. s. auch rintschen Harsdörffer (teil 8, sp. 1025 s. v.); mundartl.: ranschen 'wiehern' Schambach Göttingen 167b; reinschen 'brünstig verlangen' Hertel Thür. 195; rênschen 'unruhig sein, sehnliches verlangen haben nach [] jemand' Weise Altenburg 107; reinschen 'sehnlich, ungeberdig nach etw. verlangen, bes. von kindern gesagt' Albrecht Leipzig 191b; reinschen 'sehnsüchtig begehren, heftig (ungeberdig) nach etwas verlangen, sich sehnen' Müller-Fraureuth obersächs. 2, 346a; reinschen 'groszes verlangen haben, sich sehnen' für Obersachsen bereits gebucht von Campe 3, 805a. —
3653 Zeichen · 111 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wrinschensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    wrinschen , sw. V. Vw.: s. wrenischen*? L.: Lü 597a (wrinschen)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wrinschenvb.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    wrinschen , wrenschen , vb. , ( brünstig, verlangend ) wiehern, schreien; brünstig sein ( vorwiegend vom pferd, gelegent…

  3. modern
    Dialekt
    wrinschen

    Mecklenburgisches Wb.

    Wossidia wrinschen s. MeckWB wrenschen .

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