gewitter,
n. ,
collectivbildung zu wetter (
s. d.),
von dem es weitere und engere bedeutungen übernahm. althochdeutsch vereinzelt schon belegt, doch bis zur neuhochdeutschen periode nur wenig entwickelt, hat sich unsere bildung erst in der neueren zeit —
namentlich in der schriftsprache —
eingebürgert, wobei sich zugleich eine einschränkung des gebrauches auf die bedeutung eines elektrisch [] sich entladenden unwetters vollzog. der gleiche engere begriff ist in landschaftlichen grenzen auch am grundworte wetter
noch lebendig, während er beim concurrirenden collectivum ungewitter —
und ebenso in dessen heutigem vertreter (unwetter) —
durch die allgemeinere bedeutung niedergehalten wurde. 11)
unter den verwandten dialecten, die alle das grundwort bezeugen, ist doch die collectivbildung nur im angelsächsischen beobachtet: gewider Bosworth-Toller 467
a;
vgl. auch gewederen 465.
dieses collectiv dient im angelsächsischen nur solchen bedeutungen, die unserem collectiv im gegensatz zum grundwort heute verloren gegangen sind, dem allgemeinen begriff des unwetters und dem noch allgemeineren der witterung, vgl.donne wind styreþ lâþ gewiðru
Beowulf 2754;
gegen forgefe smylthelîco gewidra (
fair weather) Cockayne
the schrine 74, 11
u. a. in ähnlicher richtung verhalten sich auch später noch die mittelniederländischen bildungen geweder
und gewederte (Verwijs
und Verdam 2, 1872),
von denen das erste gebräuchlichere ebenfalls zunächst mehr die allgemeinste bedeutung der witterung zur geltung brachte. 1@aa)
das grundwort weist nach verbreitung und gebrauch auf eine breite basis. im gotischen zwar nicht bezeugt, ist es doch im altnordischen zu belegen (vedr,
wetter, wind)
und hat im slavischen entsprechungen die (
s. Kluge
etymol. wb.7, 491)
für jede der beiden hauptbedeutungen anhaltspunkte gewähren, so dasz man mit gleicher berechtigung den indifferenten begriff der witterung (
vgl.gut wetter)
zu grunde legen kann, wie die engern begriffe des windes
und sturmes.
die deutschen belege sprechen zunächst für die erste annahme, aber sie sind in eben diesen ältesten zeugnissen doch wieder zu lückenhaft und spärlich, um eine entscheidung zu ermöglichen. auch aus dem verhältnisse zu entsprechenden antiken prägungen ist bei dieser sippe wenig zu ersehen. einerseits fällt in der lateinischen sprache eine collectivbildung wenigstens für die elektrischen entladungen aus, die durchweg in ihren einzelerscheinungen gefaszt werden, als fulgur (blekezunga
Tat. 67, 4
u. a. blig Notker
psalm 134, 7)
und tonitruum (thonar
Tat. 139, 7
u. a. vgl. auch tonitrua, tonernusse Steinmeyer-Sievers 4, 103).
andererseits geben unter den schriften der bibel nur die des alten testaments, die in der althochd. periode weniger berücksichtigt sind, gelegenheit, die bedeutungsrichtung des sturms hervortreten zu lassen. im neuen testament sind diese anhaltspunkte wesentlich auf die erzählung von Petrus
eingeschränkt, der den seesturm auf dem meere erlebt. auch in der mittelhochdeutschen dichtung ist auszer der brunnensage im Iwein, die ihrerseits auf elektrische entladungen weist, nur wenig spielraum für unsere sippe. es ist im wesentlichen die lehrhafte und ein theil der geistlichen dichtung, die sie heranzieht, in der epik sind es die partien, die den chronikenstil vorbereiten. 1@a@aα)
das grundwort tritt uns zuerst bei Otfrid
entgegen, in verwendungen, die durchweg auf einen biegsamen begriff schlieszen lassen. wo die bedeutung des sturmes durchbricht, stützt sie sich auf besondere ausdrucksmittel, vgl.: ther wint thaz scif fuar jagonti thie undon bluenti was in thrato herti thaz wetar in theru ferti. 3, 8, 14 (
erat enim contrarius ventus Matth. 14, 24);
gegen: tho ward in ... thaz wetar filu stilli 3, 8, 48.
dazu vgl. turbine, maganwetar, thonar
codex Jun. 25 (9
jahrh.) Steinmeyer-Sievers 4, 22;
vgl.weteres ungehiures
exodus 144, 23; starkez weter Lamprecht,
Alexander 134; grôzes weter
dtsch. städtechron. 4, 67
u. a.; vgl. die mittelhochdeutschen composita slôz-weter; sturm-wintwolken-weter.
das alleinstehende grundwort bringt bei Otfrid
nur in der pluralform die gleiche bedeutung zum ausdruck: so sie in thaz scif gigiangun, sie wetar sar bifiangun, joh feritun sie giwaroin then undon filu suaro 3, 811.
dazu vgl. den gebrauch bei einigen späteren: percussit vineas eorum, unde daz weter sluôg wîne gartin unde fîgepoume Notker
psalm 104, 33 (
im anschlusz an: iro regena machota er ze hagele);
anders: gedillet und getrâmet diu schif man dô vant gên wetere und gên strîte.
Gudrun 269, 2;
ähnlich U. v. Lichtenstein 1172, 6
; dazu vgl. Daniel 62
a;
passional 330, 13,
in denen ein bedeutungswandel vollzogen [] ist, der auch einzelne heutige verwendungen des substantivs charakterisirt (
s. u.).
umgekehrt ist gerade das alleinstehende substantiv verhältniszmäszig früh im sinne der guten witterung belegt: machota daz ungewitere ze wetare,
statuit procellam in auram Notker
psalm 106, 28 (stillet das ungewitter, das die wellen sich legeten Luther);
vgl. dazu: dô diu vreise zergiene und ez ze wetere gevienc
Iwein 674
vgl. aura, weter,
glossen zu Gregors hom. Steinmeyer-Sievers 2, 275;
vgl. vor allem den charakteristischen beleg im Parzival (750, 6);
noch häufiger natürlich wird das subst. in dieser bedeutung durch entsprechende attribute festgelegt: nu ist diu scarfe unte daz ungewitere dero infidelitatis vure, wante sol iustitiae nu skînet ... in demo scônen wetere, so sint nu gewahsen flores uirtutum
paraphrase d. hohen liedes 39, 8
Seemüller; vgl. auch (guot weter) Konrad v. Würzburg
troj. krieg 22184;
Elisabeth 594;
Apollonius 15075; Heinrich,
Tristan 750, 6
u. a. erst spät andererseits —
die Iweinstelle bietet den ersten anlasz —
treten bei der bedeutung des sturmes die elektrischen entladungen hervor, die heute für einen theil der verwendungen von wetter
charakteristisch sind: do erlasch diu sunne diu ê schein, und zergienc der vogelsanc, als ein swarz weter twanc ... dar nâch sluoc also dicke ein alsô krefteger donreslac daz ich ûf der erde gelac sich huop ein hagel und ein regen 640;
dazu vgl. aus der chronikenlitteratur: darnach an sant Lorentzen tag slug das wetter in sant Lorentzen kirch zu Nuremberg und zerslug den taufstein
dtsch. städtechron. 3, 301; da kom ein grosz weter vor der vesper und slug zu den predigern durch ein lampenloch in den kor 11, 572; do schlug daz wetter zuo Werd in die pfarkirchen 4, 75
u. a. 1@a@bβ)
die erste der eben am grundwort besprochenen bedeutungen wird —
wie schon bemerkt —
bereits in der älteren sprache gern durch eine eigene bildung zum ausdruck gebracht, durch das mit der negirenden partikel un
verstärkte collectivum: er tho then jungoron gibot, thaz sie fuarin widorort ... sie ouh tho so datun, joh angusti sie ruartun; mihil ungiwitiriwas in harto widari Otfrid 3, 8, 10;
persequeris illos in tempestate tua et in ira tua turbabis eos, âhtest dû iro an deme ungewittere unde an dinero âbolgi truobest dû siê Notker
psalm 82, 15; (verfolge sie mit deinem wetter, und erschrecke sie mit deinem ungewitter Luther)
s. Hattemer 2, 299
b;
ebenso psalm 68, 3 (2, 233
b) 106, 24 (2, 391
a).
das sind verwendungen, wie sie dem einfachen weter
in späterer zeit (
bei Notker
und in der mittelhochd, periode)
auch möglich werden, so dasz die negirte collectivbildung nunmehr gegen das grundwort nicht mehr in allen dessen verwendungen abgegrenzt werden kann. auf die ursprüngliche function unserer collectivbildung werfen die bei Graff (1, 630)
beigebrachten glossen einiges licht: ungiwitiri
wird hier mit dem plural venti, tempestates,
und mit dem collectivbegriff hiems
in beziehung gesetzt. in der mittelhochdeutschen periode steigert sich der gebrauch unseres collectivums (
s. mhd. wb. 3, 610
a; Lexer 2, 1889),
das namentlich in der geistl. und der didaktischen litteratur, einigemale auch in der erzählenden zu belegen ist: diz was in vil kalder zit, darzu ein ungewitere groz. beide regen unde sloz. treib sich dar enbuzen.
passional 154, 87
Köpke; die gleiche verbindung mit grôz 48, 49;
desgl. Jeroschin 9
c; starc ungewiter Lohengrin 462; (
übertragen) Reinfried v. Braunschweig 18707; die visch habent die art, wenn ain ungewiter komen schol sô springent si auf dem wazzer ... und dâ pei erkennent die schefläut künftigz ungewiter Konr. v. Megenberg 250, 25;
ebenso 205, 14; 207, 12
u. a. schon früh aber wechselt mit der vollen bildung die gekürzte ab: unwiter, unweter
vgl. Lexer 2, 1986, 1989; des unweters überkraft beswârte mangen ritter ... nu begonde linden der scharfe luft und stillen. Reinfried v. Braunschweig 27444
Bartsch (weter 27475).
[] 1@a@gγ)
eine andere concurrenz bleibt auf die ältere sprache beschränkt: wâzgewitere, das sturmwetter;
vgl. wâz, sturm Lexer 3, 707;
vgl. denkmäler 2
3, 194;
vgl. unde in deme umbechere sime ist ein waz gewidero starkes,
et in circuito ejus tempestas valida. psalm 49, 4
Trier. handschr. Graff s. 223 (ungewitere
Windberger psalm; starch wint Notker; groz ungewetir
Trebnitzer psalmen; gros wetter Luther;
var. ungewitter); wazgewittere, wint regen, hagel sne unde frost
Mainauer naturlehre 13
Wackernagel; von dem lufti heizit er komin daz viur, die durrin boume blugin, diu wazer tobin und lugin, mit wazgewitere regine bittere. ...
Enthcrist s. fundgr. 2, 114; do wart ain grôz sturmweter und ein grozez gewazgewiter Grieshaber
pred. 1, 64. 1@a@dδ)
ganz vereinzelt steht dem gegenüber die auf das wasser eingegrenzte bildung wâcgewitere: grôz wart daz wâcgewitere; diu vinster wart vil dicke; donerslege unt blicke vil ofte nider sluogen die ünde diu schef truogen.
oberd. Servatius 3238
Haupt (
z. f. d. a. 5, 173). 1@bb)
ohne die negationspartikel ist die collectivbildung, die nach dem bisherigen ebensogut die indifferente bedeutung des grundwortes wie dessen zuspitzung in der richtung auf wind
und sturm
übernehmen konnte, erst zu ausgang der althochdeutschen periode bezeugt und greift von da aus auch in die mittelhochdeutsche periode nur mit ganz vereinzelten belegen über. in betracht kommen die handschriften des 11.
jahrh. für die Prudentiusglossen, die gleichaltrige Leidener für Williram, die Straszburger für Lamprechts
Alexander, das passional und einige spätmittelhochdeutsche zeugnisse. 1@b@aα)
die älteren belege stellen die indifferente bedeutung sicher: temperies, giwitiri
glosse zu Prud. Steinmeyer-Sievers 2, 473;
tempestatis, giwiteris (
aut tempestatis clementia) 2, 521; in demo scônen wetere (
Leidener hdschr. gewidere) Williram (39, 8) 14
Seemüller; dazu vgl. noch: die sternen stant an den himel und verwandlent ir stat niemer durch dehain gwitter
St. Georgener prediger (78) 327
Rieder. wo die unbilden der witterung in dem begriffe ausschlaggebend werden, treten entsprechende attribute zu dem substantiv: gelida grandine, fonna chuolemo giwitira
glosse zu Prudentius s. Steinmeyer-Sievers 2, 418; wande si liden manigen sturm hart von starken gewidere. daz treib si dicke widere in ir ungewalt. Lamprecht
Alexander (
Straszb. hdschr.) 6705
Kinzel; dazu vgl. den vereinzelten beleg für die begleiterscheinung der elektrischen entladung: secht wie do ein gewitere quam vil ungevuge unde groz dar inne manich slach erdoz von dunre unde von winde.
das alte passional 330, 5
Hahn; 1@b@bβ)
ohne attribut ist das collectiv litterarisch nur selten belegt: in anlehnung an ein bedeutungsverwandtes subst. und in übertragener verwendung: söllicher zuoversicht sol och die gaistlichen obentürer und die gottes minerin trösten und stercken in allen winden und gewitter der bekorung
Schürebrand (46) 32, 1 (
var.)
Strauch; dazu vgl. die in anderer richtung übertragene verwendung des compositums: unde wilt ouch zuo dem tanze ... unde wilt dâ vil gerüemen unde gelachen unde geweter blitzen unde gezwieren mit den ougen Berthold v. Regensburg 1, 481; (
vgl.den paum leidigt der donr und daz weterplitzen nict Konr. v. Megenberg 327). 1@cc)
statistik. 1@c@aα)
für die bibelübersetzung war —
wenigstens was die älteren übersetzer betrifft —
von vornherein (
s. o.)
wenig für unser substantiv zu erwarten, aber auch Luther
weicht in den wenigen fällen, die eine collectivbildung nahe legen, meist zu gunsten der concurrenzformen ab: daz er dem regen ein ziel machete, und dem blitzen und donner den weg
Hiob 28, 26 (
windspreul Zainer);
ganz ähnl. 37, 2;
vgl. auch psalm 18, 14; 77, 19; 135, 7;
Jeremia 10, 13;
Syrach 43, 14; 1
Samuel 7, 10; und der herr antwortet
[] Hiob aus einem wetter
Hiob 38, 1 (windspreul Zainer);
vgl. auch 37, 9 (ungewiter Zainer); denn du wirst vom herrn Zebaoth heimgesucht werden mit wetter und erdbeben und grossem donner mit windwürbel und ungewitter
Jesaia 29, 6;
vgl. dazu Ebr. 12, 18;
Matth. 16, 3;
apostelgesch. 27, 18;
Jon. 1, 4, 12;
vgl. vor allem die übertragenen verwendungen von ungewitter
in psalm 85, 16;
Jesaia 25, 4; 29, 6;
Jeremia 23, 19; (sturmwind und ungewiter Zainer);
Hosea 8, 7 (turmlung oder windspreul Zainer);
Tobias 3, 23;
Hiob 27, 20.
nur ganz vereinzelt findet sich bei Luther
das einfache collectiv, das er auch in seinen sonstigen schriften durchaus meidet, hier: wer hat dem platzregen seinen laufft ausgeteilet? und den weg dem blitzen und donner
Hiob 28, 26 (
Berliner hdschr.: und dem 〈gewitter〉 donner und blitzen den weg).
sonst zeigt das subst., wo es Luther
gebraucht, durchweg den indifferenten begriff: des himels wirkung ist, das er regen, taw, schnee, frost ... gibt, das melecheth wol möcht heissen wetter oder gewitter des himels ... auff das die früchte vom donner, hagel ... und andern ungewettern unversehret, durch gut wetter, reichlich wüchsen
glosse zu Jerem. 44, 17; ehr gibt auch so viel holtz und stein, allerlei gewitter und creaturen, auff das du dich und deinen leib pflegen mogest (
Joh. 7
ausgelegt) 33, 320;
anders dagegen: qui volunt esse Christiani die erwegen sich des gewitters (
pred. 1531) 34, i, 135. 1@c@bβ)
auch die buchungen sind unserer bildung gegenüber zurückhaltend, namentlich in der älteren zeit sind sie lückenhaft und führen das subst. vielfach nur im fremdsprachlich deutschen, nicht aber im deutsch-fremdsprachlichen theile auf. 1@c@b@11))
mit einer gewissen zähigkeit bringen sie den indifferenten begriff zur geltung: temperies, senffmutig gewitter
mlt. hchd. böhm. wb. v. 1470
bei Diefenbach 576
c (
in andern vocab. weder, wetter);
tempestas, ungewitter und ungestümme des luffts ...
aliquando (
idem, quod tempus)
significat gewitter, witterung Dasypodius Ll 4
b (
im deutsch-lateinischen theile fehlt unser substantiv, wie es auch bei Cholinus-Frisius, Frisius
u. a. fehlt, die nur tempestas, ungewitter
buchen); gewitter des himels,
status aeris Henisch; gewitter, zeit,
tempus ipsum ebenda; gewitter, schöne zeit,
tempestas, tranquillum et serenum tempus ... ungewitter, trübe zeit
ebenda: in unkraut verkehrt getraid ausz bösem gewitter,
frugum cerealium vitia, morbi 1587;
tempestas, temperies et coeli varietas, gute und böse zeit, gutes und böses gewitter Corvinus 805;
bona tempestas, gut gewitter.
mala tempestas, bös gewitter Praschius (1686) 16; witterung, die das wittern,
et gewitter,
tempestas Stieler 2463 (
vgl. gegengewitter,
tempestas adversa ebenda; ungewitter,
intempestas, intemperies);
regelat, es ist tau-gewitter S. Meyer
nomenclat. lat. germ.5, 16; gewitter, rechtmäsziges gewitter,
temperatio coeli Kirsch 2, 152
a;
desgl. Matthiae 2, 182
a;
nach alledem ist auch die buchung gewitter
tempestas bei Schönsleder 6
b; Steinbach 2, 987 (
gegen ungewitter
intempestas); Aler 1, 941
a; Frisch 2, 445
a; Hederich 1, 1427; Wachter 583 (ungewitter,
intempestas)
für den indifferenten begriff in anspruch zu nehmen. sichergestellt ist dieser noch bei Rondeau: gewitter,
tems, saison, temperature de l'air; unbeständiges, fruchtbares ... gewitter,
tems variable, fécond 2, Uu 4
a.
doch der gleiche begriff wird schon von Adelung
dem lebendigen sprachgebrauch aberkannt, wobei mit übergehung des allgemeineren begriffs des sturms
die engere bedeutung des donnerwetters als alleingültig bezeichnet wird: das gewitter ... 1) überhaupt, das wetter, die witterung, der zustand des dunstkreises und dessen veränderungen, in welcher bedeutung es nur noch in dem worte ungewitter üblich, auszer dem aber veraltet ist. 2) in engerer und gewöhnlicherer bedeutung, der ausbruch einer mit schwefeldünsten oder elektrischer materie angefüllten wolke, ihre auflösung in blitz und donner; im gemeinen leben ein wetter, donnerwetter, im oberd. auch ein hochgewitter ... 2, 667;
ähnl. Campe;
dazu vgl. gewitter, das, ist ein donnerwetter (für witterung ist es veraltet); das ungewitter, ein groszer sturm, er mag mit donner begleitet sein, oder nicht Heynatz
handbuch 283
b. 1@c@b@22))
der allgemeine begriff des sturmwetters wird mehr [] in den älteren buchungen gepflegt, anfangs noch in concurrenz mit den oben besprochenen compositis. 1@c@b@2@aa))
procella, was gewiter,
handschr. vocab. ungewitter
voc. praedicat. Diefenbach
nov. gloss 304
a;
tempestas, storme wint, wos geuittert
hdschr. voc. Diefenbach
nov. gloss. 360
b;
tempestas, wasgewitter Fritsche Closener
lat.-deutsches voc.; wasgewitter
tempestas dtsch-lat. voc. s. z. f. gesch. d. Oberrheins 49, 437;
tempestas, ungewitter, ungewider, gewitter, gewidder
in hdschr. voc. bei Diefenbach 576
c; gewitter oder ungewitter Bentzius (1596) 13; wetter, ungewitter, gewitter,
tempestas, vis tempestatis, perturbationes tempestatum maritimae, coelestes Calvisius (1616) 26
a. 1@c@b@2@bb))
tempestas ... gewitter, ungestümm König 1163
b;
vgl. auch 519
b (
hiems); gewitter,
tempeste, orage Hulsius (1614) 164
b;
tempeste, orage, tempesta, folgore Hulsius (1616) 138
b; gewitter oder wetter,
n., une tempeste, un orage, une bourafque, procella, tempestas, adversa tempestas Duez (1664) 199
b; hagelschlachtiges gewitter Schottel 350
b; gewitter, ungewitter, sturm-wetter,
on-weder, onwênr, storm Kramer 2, 97
b; gewitter, wetter,
tempesta, temporale, procella, tempo, tempête, orage, tems Rädlein 1, 384
b; gewitter, wetter,
tempête, orage Frisch
nouv. dict. des passag. 2, 280; gewitter,
orage, tonnere, tempête Rondeau 2 Uu 4
a; gewitter (das), das wetter, ungewitter,
la tempête, l'orage, le tonnèrre Schwan 1, 748
b. 1@c@b@33))
die elektrischen entladungen kommen in den ältesten buchungen in zusatzbestimmungen zum ausdruck; gewitter und tonder das man meinet der himmel wölle abhin fallen,
coeli ruina Maaler 179
c;
später ist umgekehrt das deutsche substantiv an sich schon geeignet, breitere lateinische umschreibungen zu ersetzen: schweer gewitter
profunda, fragosa (
tempestas) Stieler 2463; es ist ein groszes gewitter,
fragoribus crebris omnia quatiuntur et ignes hinc atque illinc micant Steinbach 2, 987.
innerhalb der buchungen, die dem begriff des unwetters dienten, sind die elektrischen entladungen nur vereinzelt mit erwähnt worden, vgl. Hulsius, Rondeau, Schwan,
vgl. auch Kramer
teutsch-ital. dict. 2 (1702), 1339
a;
dagegen machen sie sich in späteren buchungen immer ausschlieszlicher breit: gewitter (das) ein starck wetter von wind, hagel, donner, blitz,
a tempest or storm; a tempestuous, foul, boisterous or blustering weather; hailing, thundering, lightning. teutsch-engl. lex. 775; gewitter,
a tempest, storm, thunder Arnold
4 427
b;
thunderstorm, tempest, storm; lightning Hilpert 2, 1, 466
a; gewitter nennt man gemeiniglich den donner, nebst dem bei demselben sich gemeiniglich ereignenden sturme, und platzregen; im engern verstande wird es von donner und blitz allein genommen Hübner
natur-, kunst- ... lex. (1776) 978; gewitter, ungewitter, donnerwetter,
tempestas fulminans; orage accompagné d'éclairs et de tonnèrre .. man versteht darunter jenes ergreifende, nicht selten schreckliche luftereignisz der entladung der wolken unter blitz und donner in regen, hagel und schnee, und diese wolken selbst nennt man gewitterwolken Gehler
physikal. wb. 4, 1581; gewitter sind ein eigentümlicher zustand der atmosphäre, infolgedessen eine sogenannte spannung der luft elektricität eintritt, wobei sich oft — aber nicht meistens — die positive und negative elektricität unter den erscheinungen von blitz und donner compensiren. weil diese letztgenannten vorgänge das dabei wahrnehmbare sind, so ist es vulgärer sprachgebrauch unter blitz und donner ein gewitter zu verstehen (in Norddeutschland auch ungewitter und in Süddeutschland donnerwetter genannt, oder schlechtweg wetter) St. Behlen 3, 436; gewitter, elektrische, mit wolkenbildung und niederschlägen verbundene erscheinungen in der die erde umgebenden atmosphäre ... Thiel 4, 430
b; gewitter, unter blitz und donner vor sich gehende entladung der in der luft angesammelten elektrizität, gewöhnlich mit starkem regen und böen, zuweilen auch mit hagel verbunden Stenzel 147
b;
vgl. auch gewitterböe. 1@c@b@44))
solcher verschiebung der bedeutung entsprechen auch die verbindungen, die als kennzeichnend für das substantiv gebucht werden; sie lassen die für den indifferenten begriff der witterung zuständigen ganz vermissen. 1@c@b@4@aa))
einige verbindungen, die an sich auch dem allgemeineren [] begriffe des unwetters entsprechen, spitzen sich doch in der richtung des donnerwetters zu: es steht ein gewitter am himmel,
dubium est et impendens coelum Stieler 2463;
das gleiche (
neben es gehet ein wetter am himmel) Kramer
deutsch-ital. dict. 2, 1339
a; (
ohne concurrenz) Adelung ... 2, 668; Campe 2, 368
a; (
il y a un orage en l'air) Rondeau 2 Uu 4
a; Schwan 1, 748
b; (
we shall have a thunder storm) Hilpert 2, 1, 466
a; es zieht ein gewitter auf,
tempestas oritur Steinbach 2, 987; das gewitter kommt herauf Adelung 2, 668; es steigt ein gewitter herauf Campe 2, 368
a; es steigt ein gewitter auf,
a thunderstorm ist gathering Hilpert 2, 1, 466
a; es ziehet sich ein gewitter zusammen Adelung 2, 668; Campe 2, 368
a; Stosch
gleichbedeutende wörter 1, 337;
dazu vgl. die übertragung: es ziehet sich über seinem haupte ein schreckliches gewitter zusammen Campe 2, 368
a; Hilpert 2, 1, 466
a; das gewitter gehet vorbei Adelung 2, 668; das gewitter theilet sich, gehet vorbei Campe 2, 368
a; das gewitter ist vorbei, hat aufgehört,
the storm has subsided, is over; das gewitter vorüberlassen,
to let the storm subside Hilpert 2, 1, 466
a. 1@c@b@4@bb))
die veränderungen betreffen auch die attribute. an stelle des groszen gewitters (
vgl. oben magan wetter, michel gewitter;
vgl. noch groszes gewitter
bei Steinbach)
tritt mehr und mehr das schwere gewitter (
s. oben bei Stieler);
vgl.: ein schweres gewitter am himmel (
una tempesta) Kramer 2, 1339
a; man nennt ein gewitter schwer, wenn die atmosphärischen erscheinungen dabei besonders hoch steigen und lange dauern Behlen 3, 436;
dazu vgl. wir hatten heute drei heftige gewitter Adelung 2, 668. 1@c@b@4@cc))
am kennzeichnendsten sind einige neuere verbalverbindungen, vgl: das gewitter schlägt ein Adelung 2, 668; das gewitter hat eingeschlagen Campe 2, 368
a; Stosch
gleichbedeutende wörter 1, 337;
le tonnere est tombé quelque part. Rondeau 2 Uu 4
a; Schwan 1, 748
b (
la tonnèrre, la foudre ...); das gewitter hat in den kirchthurm eingeschlagen,
the lightning has fallen upon, has struck the church-steeple Hilpert 2, 1, 466
a; vom gewitter erschlagen werden Adelung 2, 668; Campe 2, 368;
to be struck by lightning Hilpert 2, 1, 466
a. 1@c@gγ)
in den mundarten, wie überhaupt in der volkssprache hat sich der gebrauch des substantivs sehr ausgebreitet, doch lassen manche einzelheiten —
vor allem die formen —
darauf schlieszen, dasz es sich um eine einbürgerung aus der schriftsprache handelt. an dieser ist im wesentlichen nur die engere beziehung auf elektrische entladungen betheiligt, andere verwendungen, die sich mit denen von wetter berühren, sind hier ganz vereinzelt, vgl.: wie das wetter ist an 40 ritter, also bleibt 40 táge das gewitter
u. a.; s. Fischer
schwäb. wb. 3, 635;
vgl. auch Lexer
Kärnt. wb. 259.
übertragene verwendung des engeren begriffes des donnerwetters sind beim volksmäszigen gebrauche im allgemeinen ausgeschlossen (
zu F. Reuter
s. u.). 1@c@g@11))
die buchungen führen meist die schriftgemäsze form des substantivs innerhalb der verschiedensten landschaften auf. 1@c@g@1@aa))
für das bayrische giebt Schmeller (2
2, 1050),
für das schwäbische auch Fischer (3, 635)
an, dasz das collectiv nicht so populär sei wie die grundform (wetter);
immerhin bringt Fischer
bereits eine fülle von belegen bei, dazu vgl. giwitter Lexer 259; gwiter, gewitter Gebhardt
Nürnberg. mda. 252; gewitter Lenz
Handschuhsheimer dialekt 28
a;
vgl. vor allem gewitter
bei Martin
u. Lienhart 2, 882
b wo namentlich fluchformeln beigebracht sind: e gewitter noh emol, sind ihr jetz bald still! huej, was do kirschen henken, e gewitter! e kreiz gewitter! e ge witter in den bal masque! 1@c@g@1@bb))
auch in den niederdeutschen mundarten verräth sich unser substantiv vielfach schon durch die form als aus der schriftsprache eingebürgert: mit 'n gewitter (gott's weeder) mut et sik ansteeken,
mit dem gewitter musz der regen kommen, bei kalten wetter und dürre, wo doch der himmel wolkigt Schütze
holst. idiot. 4, 198;
vgl. gewitter Woeste 79
a; gewiter, gewitter Leihener,
Kronenberger wb. 46
a; d sal dah fluks en gewiter rin sln Bauer-Collitz 40
a; dat gewitter sleiht (bi wen) in; brekt (äwer wen) ut C.
F. Müller
der Mecklenburger volksmund in [] F. Reuters
schriften 37;
vgl. dagegen gewedder, gewitter Hönig
wb. d. Kölner mda. 65
a. 1@c@g@22))
so begegnet die schriftform auch im rahmen mundartlicher erzählung: doch was de himmel in de midde noch so'n beeten blag, awerst an de siden, daar toog dat so recht rood up as een swaar gewitter Grimm
märchen (
v. d. fischer un siine fru) 1, 75.
ebenso (
v. d. machandelbaum) 1, 214; ik bün ni bang, doch kann ik ok ni hebbn, wenn bi'n gewitter lacht un schrachelt ward. Klaus Groth
quickborn (
dat gewitter);
dazu vgl. oben zu Fritz Reuter;
vgl. auch dor sünd drei west, de en het ümmer eten bi'n gewitter, de en het slapen un de drüdd het sik süss nie an gottswort kihrt, blos bi'n gewitter het he in de bibel lest Wossidlo
das naturleben im munde des Mecklenburger volkes (
zeitschr. d. ver. f. volksk. 5, 325); dat gewitter stünns pall över uns 324
u. a. 1@c@g@33))
eine ungewöhnliche rolle spielt das substantiv in sage und sprichwort. 1@c@g@3@aa))
dahin gehören die wetterregeln, die sich über das aufkommen der gewitter aussprechen; viel gewitter im mai singt der bauer juchhei.
bair. hauskalender s. Wander 1, 1676;
die gleiche beobachtung R. W. Th. Petri
des landwirths orakel 49; gewitter, die vor Johannistag kommen, fehlen nach demselben H. Fischer
schwäb. wb. a. a. o.; so viel nebel im märz, so viel gewitter im sommer (in 100 tagen).
ebenda; an Laurentius gehen die gewitter heim.
ebenda; im september gewitter, im märz schnee.
ebenda; gewitter im oktober sagen beständig, der künftige winter sei sehr wetterwendig.
bair. hauskalender Wander 1, 1675; gewitter nach Sanct-Bartholomä' bringen wenig nutzen, schaden meh'
ebenda; gewitter um weihnachten deuten auf ein regnerisches frühjahr Fischer; am d(onnerstag) sind die meisten gewitter, da 'geht unser herrgott über land'. A. Wuttke
d. dtsche volksaberglaube (70)
3 60 wenn am gründonnerstag gewaschen wird, ziehen den sommer alle gewitter von der gegend weg K. Bartsch
sagen ... aus Mecklenburg 2, 257; bei rotem mond und hellem sterne sind gewitter nicht gar ferne.
bauernregel Lipperheide 306
a; wenn im sommer zwischen 10 und 12 uhr kein wölkchen steht, so gibts binnen 24 stunden ein gewitter H. Fischer; geht der schnee durch die sonne, so sind viele und schwere gewitter zu erwarten
ebenda; wenn die schwalben fischen, kommt ein gewitter
bauernregel Lipperheide 306
a; merkt, dass heran gewitter zieh', schnappt auf der weid' nach luft das vieh.
bair. hauskalender Wander 1, 1676; wenn die kuh das maul nach oben hält im lauf, so ziehen gewitter herauf.
bauernregel Lipperheide 306
a; wenn es am morgen ein gewitter hat, so gibt es auf den abend wieder eins
ebenda;
dazu vgl. mehrere gleiche regeln bei H. Fischer. 1@c@g@3@bb))
mannigfaltig sind die rathschläge, wie man sich vor wetterschlag schützen soll; ein gewitter mit hagel kann man vertreiben, wenn man beide hände quer und dann aufrecht zum fenster hinaushält und die 3 göttl. namen ausspricht H. Fischer; wenn man'n dunnerpil bi't gewitter vört finster stellt, sall't nich inslaten Wossidlo
s. zschr. ver. volkskunde 5, 324; wenn man bald genug zum gewitter läutet, gibt's keinen hagel H. Fischer;
vgl. auch die Schwäbischen reime auf glockennamen S. Anna treib's gewitter von dannen, S. Veit treibs gewitter weit
u. a. ebenda; bei gewitter darf man nicht essen, denn der donner ruft im Hildesheimischen und Braunschweigischen: ... den fresser schlag tot! Um Rheine in Westfalen schützt der geweihte palmstock hinter dem spiegel, von dem etwas ins herdfeuer geworfen wird, vor gewitter ... E. H. Meyer
dtsche volkskunde 201; wer bei einem gewitter ein geweihtes scheit anzündet, dem schlägt der blitz nicht ins haus H. Fischer
a. a. o.; ganz ähnl. Kuhn
u. Schwartz
nordd. sagen 454; der christbrand wird nur ein wenig angebrannt und beim gewitter wieder ins feuer gelegt,
[] weil dann der blitz nicht einschlagen soll W. Mannhardt
baumkultus 229 (
dagegen vgl. von ne eik, wo dat gewitter inslahn het, ... wenn man so'n holt verbrennt, denn sleiht dat ihrste gewitter, wat nah küm't, in dat hus ein Wossidlo
s. zsch. ver. volkskunde 5, 325); jeder hausvater kauft eine geweihte kerze ... die kerze wird nur bei schweren gewittern angezündet A. Wuttke
d. dtsche volksaberglaube (195)
3 142; im katholischen Süddeutschl. werden am himmelfahrtstage die kräuter geweiht, die als schutz gegen gewitter das ganze jahr über aufbewahrt werden A. Wuttke
d. dtsch. volksaberglauben (21)
3 23; nesseln, daher 'donnernesseln' genannt, schützen vor gewitter (85)
3 73; auch .. der mauerpfeffer ... denn er heiszt donnerzäpflein, donnerkraut (32)
3 103; in der Eifel wirft man johanniskränze auf die dächer, die gegen brand und gewitter schützen (92)
3 79; (
vgl. dagegen die schweiffedern des pfauen ziehen das gewitter an 119); beim gewitter muss das kleinste kind in der wiege sein, dann schlägt der blitz nicht ins haus Fischer
schwäb. wb.; das jüngste und älteste dürfen während des gewitters im bett bleiben
ebda. 1@c@g@3@cc))
andere beobachtungen beziehen sich auf die richtung, in der die gewitter heranziehen, und auf sonstige erfahrungen und meinungen: gewitter aus süd bei vollmond sind die gefährlichsten H. Fischer; wie das erste gewitter zieht, so man die andern folgen sieht.
Westfalen: Arensberg. s. Boebel
haus- u. feldweisheit des landwirths 104;
das gleiche H. Fischer
a. a. o. A. Wuttke 197;
dagegen vgl. in der richtung, wo sie (
die hexe) fällt, sollen das ganze jahr die gewitter ihren zug nehmen und nicht schlagen A. Birlinger
volksthüml. a. Schwaben 2, 67; wenn die schwalben vor dem gewitter hoch fliegen, komt nicht viel regen H. Fischer; gewitter ohne regen ist ohne segen Lipperheide 305
b; wenn das gewitter in die küche schlägt, ist der ganze bauernhof verhagelt H. Fischer; während eines gewitters zeigt sich der meiste spuk Kuhn
u. Schwartz
nordd. sagen 454; in der Pfalz sagt man vom gewitter: 'die hexen schieszen purzelbäume' A. Wuttke
d. dtsche volksaberglaube (47)
3 44; da zog ein schwer gewitter herauf ... da holte der herr des gutes, ein gar gottloser mann, seine flinte und schosz grade in's gewitter hinein, aber in demselben augenblick kam ein gewaltiger blitz, der zerschmetterte ihm einen arm und einen fusz Kuhn
u. Schwarz 144; die meisten eigenschaften des teufels aber sind von Donar übernommen. er haust im gewitter und wirbelwind A. Wuttke
d. dtsche volksaberglauben (41)
3 37;
dazu vgl. auch Zedler 4, 166;
volksbuch von Dr. Faust (
s. u.)
sp. 6387; vom gewitter darf man nur in lobenden ausdrücken sprechen, wie: 'das liebe gewitter' A. Wuttke (11)
3 14;
dazu vgl.: leiw weder 13;
vgl. liebes gewitter Wossidlo
; ebenso in sächs. mundart. nach mitt. von C. Müller-Fraureuth. 1@c@dδ)
zu den formen ist aus den oben angeführten gründen nur wenig anzumerken: wie die schriftform in den oberdeutschen denkmälern vorherrscht, so auch in den niederdeutschen. ausnahmen sind selten, vgl. der somer war gar wonderlich von groszem ... geweder
Limburger chron. 89, 22.
mit dem vordringen des engeren auf die elektrischen entladungen zielenden begriffes wird auch der pluralgebrauch entwickelt, der ohnediesz aus den beobachtungen und der erfahrung begünstigt wird. ja es scheint fast, als ob in den mundarten, die ja zum theil auch am grundworte festhalten, unser collectiv vor allem da gebraucht wird, wo der zusammenhang statt des singulars den plural fordert. 22)
gebrauch und verbindungen des substantivs in der neueren schriftsprache. 2@aa)
wie schon die buchungen erkennen lieszen, sind zwei bedeutungsrichtungen, der indifferente begriff der witterung und noch mehr der allgemeinere des unwetters, im rückzuge gegen die vordringende alleinherrschaft der einschränkung auf die kennzeichnung elektrischer entladungen. 2@a@aα)
am zähesten wehrt sich gegen dieses vordringen der indifferente begriff, so dasz unser collectiv oft in einem und demselben zusammenhange mit zwei entgegengesetzten bedeutungen angezogen ist. [] 2@a@a@11))
noch immer sind es natürlich einzelne attribute, die diese bedeutungsrichtung sichern. zu den oben belegten alten wendungen treten neue: und insonderheit in der fasten zur passion ... für und nach mittag gen Ensa in gutem oder unfreundlichem gewitter herunter gezogen Anton Steinruck
leichpred. auf d. grafen v. Waldeck (1588) M 1
a; Sant Jörg, du edler ritter, rottmaister soltu sein, bescher uns guot gewitter, (
var. schön gewitter) tuo uns dein hilfe schein! Schenkenbach
bei Uhland volkslieder 1, 365;
vgl.(wegen desz guten gewitters) Opitz
übers. v. Barclays Argenis (1, 2, 10) 1, 259; (von dem guten gew. 1, 2, 17) 1, 326; (hatten gutes gew. 1, 5, 2) 1, 856; (1, 2, 13) 1, 283; da erhub sich eine winds-braut ... nach ungefähr 40 stunden ergab sich besser gewitter
türckischer vagant (6) 50; (nach erhaltenem bessern gewitter 22) 179. soll man sich inn wolgeschicktem gewitter gewisses gesundts versehen (
in bono tempestatum habitu certior valetudo est) Khüffner
übers. d. Celsus
de medicina (2, 1) 7
a; weil selbige gegenden warm, und unter einem wolgewogenen gewitter gelegen Hohberg
adel. land- u. feldleben 1, 625
b; so war ich uns gnädiges gewitter wünsche (
zur seefahrt) Opitz
übers. v. Barclays Argenis (2, 1, 1) 2, 2; du wollest unser land segnen, und ein gnädiges fruchtbares gewitter geben
geistliches rauchfasz ... zur zeit des ungewitters, anhang zu B. Schmolckes
andachten s. 42; des landes gut, welches du uns mit fruchtbarem gewitter so gnädig bisz dahero gezeigt und erhalten hast
geistliches wetterglöcklein (
Straszburg 1732)
s. 84; welche (
sterne) uns aber schön und häll gewitter anzeigen, die bedeuten alles guts, glückseligkeit (
quae vero serenitatis .. sunt causa) Ryff
traumbuch Artemidori (2, 36) 114
b; (lauteres gewitter) Opitz
übers. d. Argenis (1, 2, 17) 1, 335; denn gleichwie ausser zweiffel ist, dasz der höchste das wetter regieret, und bald lieblichen sonnenschein, und angenehmes gewitter schaffet, bald aber regen, sturm, donner, und anders ungewitter kommen läst ... Chr. Scriver
seelenschatz (4, 5); hörst du bei ruhigem gewitter der raben gräszlichen gesang, denk, es sind deine leichen-bitter ...
lied auf Jud Süsz (1737)
bei Steiff 632
b;
dazu vgl. mit plural: ich trage hohe ledern schoin .. disse sin gewiss und sicher vor alle gewitter zu tragen
buch Weinsberg 2, 377; die steten gewitter, sie seien heizs oder kalt, seind die besten, welche sich aber vast ändern, seind die ärgsten Khüffner
übers. d. Celsus
de medicina (2, 1) 7
a (
ex tempestatibus vero optimae aequales sunt). 2@a@a@22))
auszer den eben belegten attributen sind es hauptsächlich substantive, die den indifferenten begriff sicherstellen, ob sie unserem subst. nun übergeordnet, bei- oder untergeordnet werden (
vgl. oben die belege aus Luthers
glossen zur bibelübers.); umb jagens willen sollen die bawren und ackerleut nicht am ackerbaw gehindert ... werden, sonderlich zu der zeit, wenn es die gelegenheit des gewitters des jars, und sonst andere umbstende erfordern, den acker mit pflügen, sehen, wenden ... zubestellen C. Spangenberg
jagteuffel (1560) E 4
b,
das gleiche Sebiz
feldbau 561; (des gewitters beschaffenheit) Hohberg
adel. land- u. feldleben 1, 339
b; aber zu mancherlei verendrung des gewitters ... das gewicht des luffts zu erfaren Ryff
wag und gewicht CC 1
b;
das gleiche Colerus
prodromus 122
a; (änderung des gewitters) Butschky
Pathmos 461; gleichwie nun in der .. welt stäte abwechselungen desz gewitters zu erfahren
der abentheuerliche Jan Rebhu 2; dieweil nicht ein jede zeit und gewitter den ritter exercitien bequem
ordn. d. neuen collegiums zu Tübingen 1609
s. Sattler
gesch. d. herzogth. Würtenberg 6,
beilage 33; es ist im grosz. fürstenthumb die lufft, gewitter und landesart, wegen der vielen .. in unterschiedlichen climatibus gelegenen provincien, nicht einerlei Olearius
pers. reise-beschreibung (3, 2) 76
a;
desgl. (die natur und das gewitter) 336
a (5, 32); bei eintretendem warmen frühlings-gewitter lieszen sich die frösche gegen den abend weidlich hören Scriver,
Gotthold 800; vom gewitter eines jeden viertels, eines jeden mondens ... das erste viertel ist warm und feucht Coler
hausbuch 1, 123
a;
seltener werden ganze sätze herangezogen: beschreibung des gewitters, wie solches im
[] jahre 1700 zu Halle ... von tag zu tage durchs gantze jahr observiret
Berlin o. J., desgleichen curieuser wettercalender oder beschreibung des gewitters ...
Königsberg (1702). 2@a@bβ)
die mannigfaltigkeit der ausdrucksmittel, die den indifferenten begriff bei den obigen belegen in der richtung auf die gunst der witterung sicher gestellt haben, wiederholt sich auch in der entgegengesetzten richtung, dabei lassen sich drei verschiedene formen der entwicklung auseinander halten: 2@a@b@11))
vielfach nimmt zwar das satzganze die richtung auf ungünstiges wetter, das subst. selbst aber tritt in diesen zusammenhang als indifferenter begriff ein: wann aber kain thier darzuo käme, so were die zeit das schönist grab, dann es wurde der leib von der sonnen und dem gewitter verzeert G. Frölich
Joh. Stobäi scharpffsinnige sprüche (1551) 546; busz- und bättgesang bei unzeitiger nässe und betrübtem gewitter P. Gerhardt
titel eines liedes bei Fischer
u. Tümpel 3, 435; die brüder Helenen lasz gleichfals glücklich leuchten, dasz kein gewitter mag desz landes trost befeuchten. Opitz
übers. v. Barclays Argenis (1, 2, 20) 1, 354;
dazu vgl. (sonnenschein oder feuchtes gewitter) 1, 335 (1, 2, 17); und lernete die unbequemigkeit desz gewitters nach desz jahres gelegenheit zu seiner gesundheit vertragen (1, 4, 14) 1, 726. 2@a@b@22))
in andere wendungen tritt das substantiv schon mit der bedeutung des ungünstigen wetters ein, so dasz die entsprechenden bestimmungen mehr der steigerung als der kennzeichnung dienen: also haben wir tAeglich ungestümmigkeit des gewitters erlitten (
adversa tempestate usi sumus)
V. Boltz
verdeutschung des Terenz (
Hercyra 3. 4) 179
a; do wurden sie durch ungestüm gewitter hin und wider geworffen Joh. Herold
heydenweldt: Diodorus Siculus 250, ungestümes und regnichtes gewitter Ettner
med. maulaffe 495; so musz auch auf einen wolgelegenen ort gesehen werden, da es vor dem winde und dem gewitter am stillesten sein mag, da die küchen ... aufgeschlagen werden H. v. Schweinichen
merkbuch 2
Wuttke; derhalben sollen wir auch an bösem lufft und gewitter nicht verzagen Sebiz
vom feldbau 8; (der taback) löss den schleim, praeservire vor böses aufsteigendes gewitter Ettner
med. maulaffe 91. 2@a@b@33))
diesen standpunct kennzeichnet auch der gebrauch des subst. ohne solche bestimmungen: da ein schiffbruch geschach in dem mer genant Egeum ein töchterlein, welchs im schiffbruch usz schwam. villicht gewitters halb
Terenz deutsch (1499) 10
b (
argument zur Andria); ausz allem gewitter macht der nordwind am meisten huosten Khüffner
übers. d. Celsus
de medicina (2, 1) 7
b (
at ex tempestatibus aquilo tussim movet); letzlich verkehrte das ungewitter den gantzen anschlag der schiffleute ... auff den andern morgen legete sich zwar das gewitter ... Opitz
übers. v. Barclay's Argenis (1, 4, 17) 1, 755; verschon uns aber gnädiglich lasz disz gewitter legen sich.
geistliches wetterglöcklein (
Straszburg) 1732) 46; 2@bb)
die eben in einzelnen entwicklungsstufen beobachtete richtung auf den begriff des unwetters hat in der allgemeinen umfassenden bedeutung nur wenig verwendungen entwickelt, die bald wieder einschrumpfen und in der neueren schriftsprache ganz aussterben. dagegen ist dem substantiv durch die bedeutungsverengerung in der richtung auf elektrische entladungen ein gebiet erschlossen, das den neueren gebrauch ganz und gar umfaszt: die erscheinungen, deren inbegriff man mit dem namen eines gewitters bezeichnet, sind: donner und blitz, wässerige niederschläge und luftbewegungen, endlich eine namhafte temperaturverminderung A. v. Baumgartner
über gewitter (1857)
s. 3; um eine elektrische erscheinung als ein gewitter zu bezeichnen, ist es nöthig, dasz wenigstens ein donner sicher wahrgenommen werde
anleitung (
d. preusz. meteorolog. instituts)
zur beobachtung von gewittererscheinungen (1888)
s. 5; es ist allgemein bekannt, dasz das gewitter eine elektrische erscheinung ist, characterisiert durch blitz und donner Klimpert
entstehung der gewitter (1902)
s. 36;
vgl. auch die buchungen sp. 6381.
diese neue bezeichnung des gewitters greift von [] der schriftsprache aus, wie sich oben zeigte, auch in die mundarten über, in denen sie freilich meist durch die form, in vielen landschaften auch durch den widerstand, den das grundwort wetter (
s. u.)
ihr entgegensetzt, als eindringling gekennzeichnet wird. noch spröder erweist sich das gebiet des poetischen stils, wenigstens für die eigentliche bedeutung, während die übertragenen verwendungen des subst. (
s. c.)
gerade hier sehr begünstigt werden. für die spärlichkeit, mit der die sinnliche bedeutung zur verwendung des subst. hier führt, ist ein beleg aus Hebbel
charakteristisch, der hier das substantiv nur als stichwort für eine mit anderen sprachmitteln ausgeführte anschauliche schilderung zuläszt: bei einem gewitter: erst trübe stille, ein bedenken der überflutenden natur: soll ich zurück ins bett mich senken? enteil' ich kühn der alten spur? doch dann des ersten donners grollen, ein riesenruf der leidenschaft, und nun ergiesst sie sich im vollen empörten strom die wilde kraft. toddürstig flammt der blitz hernieder der trunkne donner jauchzt: triumph. Hebbel 7, 125; 2@b@aα)
wie schon im vorhergehenden an manchen punkten zu erkennen war, hat sich diese entwicklung unseres substantivs nur in lebhaftem kampfe mit den älteren concurrenzbildungen vollzogen. 2@b@a@11))
den zähesten widerstand leistete das grundwort, das sich namentlich auch auf zusammensetzungen stützen konnte, die wie wetterbüchlein, wettergebete, wetterglocke (
vgl. auch die verschiedenen wetterpflanzen
und wetterthiere)
und das abgeleitete wetterleuchten
in der volkssprache wurzelten und die sich meist bis heute erhalten haben. je nach landschaftlichen oder stilistischen bedingungen zeigt das verhältnis des collectivs zum grundwort mehrfache schwankungen. so erscheint das collectiv zum beispiel schon im volksbuch v. Dr. Faust weit vorgeschritten: im augstmonat war zu Wittenberg abends ein grosses wetter entstanden, dasz es kisselte und sehr wetterleuchtet und Doctor Faustus bei andern medicis stunde ... denen gab er antwort ... wann ein wetter einfallen wil, so wird es zuvor windig, aber letzlich, wenn es ein weil gewittert hat, erheben sich grosse platzregen ... darnach wenn das gewitter sich erhebt, mischen sich die geister darunter und fechten mit den vier orten desz himmels ... darnach merckt an welchem end sich der wind erwecket, der treibet das gewitter, also dasz offt von dem mittag ein gewitter daher kompt, je im auffgang, nidergang und mitternacht 73
Braune; dazu vgl.: ward allhie ein ungewöhnlich, schrecklich, und mit plitzen, donner und hagel ein uberausʒ ungestüm wetter.
am rande: grosʒ gewitter Welser-Werlichius
Augsb. chron. 3, 25 (1595)
vgl. auch (gewitter ... wetter) Scriver 2, 255
u. a.; dagegen lassen die wetterbüchlein unser collectiv (
zu ungewitter
sp. 6388)
nur langsam vordringen: hab ich vor guth und nötig angesehen, das man dis greuliche schreckliche wetter, so alhie zu Freyberg ... gewesen lies durch den druck ausgehen H. Wellert
wunderliche geschicht (1559)
vorrede (
ebenso grosses wetter A 4
b s. auch unten)
u. a.; auch in B. Stöltzlins
donner- und wetterbüchlein (1659)
fehlt gewitter
gänzlich (
dagegen vgl. als ein grosz wetter kommen ... seie das pferd erschlagen worden
s. 25
vgl. desgl. s. 24
u. a., zu ungewitter
s. unten);
in J. Kiszlings
geistreichem wetterbüchlein (1673),
wo durchaus wetter
und ungewitter
bevorzugt ist, erscheint es nur zweimal: verschone unser in disem grossen wetter, .. du wollest dieses vorstehend schwere und sorgliche gewitter mit deiner starcken hand gnädiglich trennen
s. 123;
ebenso s. 201;
bei J. Cass. Posern
curieuse gespräche bei gelegenheit des .. Camburgischen donnerwetters (
Jena 1701)
ist zwar der plural unseres collectivs mehrmals gebraucht: welche ich offt vor denen gewittern in den tiefsten keller kriechen sehe C 2;
desgl. C 3
b; D 2, D 2
b;
ebenso im zweiten theile A 4
b, B 1,
dagegen wird der singular von gewitter
nur einmal eingeführt: so hat auch gott ... kein gerings wunder bei dem gewitter gethan C 3 (
zweiten theils).
sonst herrscht für den singular durchaus das grundwort vor: hat das wetter dem einen jungen den rock zerrissen B 3, C 2
und [] vielmals (
vgl. auch von einigen wettern 2.
gespräch B 4);
zurückhaltender ist das Straszburger geistliche wetterglöcklein von 1732,
das unser collectiv nur für den indifferenten begriff (
s. sp. 6385)
und für die allgemeine bedeutung des unwetters gebraucht (
s. sp. 6386);
für die elektrischen entladungen aber am grundworte festhält: der du mit deinem knecht Job selber aus einem wetter geredet
s. 46; wetterstrahl
s. 65; entzündung des wetters
s. 43;
bei späteren stilisten steht mehr das verstärkte donnerwetter
im wettbewerb mit dem schriftsprachlich vordringenden collectiv, vgl.: da im gegentheil ein sehr zarter körper .. merken .. kan, dasz man ein donnerwetter zu vermuthen habe. von dieser vor dem gewitter vorhergehenden angst reden wir allhier gar nicht P. Ahlwardt
betrachtungen über den blitz und donner (1745) 380,
desgl. 338;
vgl. auch donnerwetter
neben gewitter
in J.
F. Hartmanns
anmerkungen über gewitterelektricität (1764)
s. 21, 26;
desgl. bei L. v. Unterberger
von den wirkungen der electricität (1811)
s. 18 (
gegen gewitter
s. 20
u. a.); in Grönland hat Giesecke in 6 jahren nur ein donnerwetter erlebt A. v. Baumgartner
über ge- witter (1859)
s. 7.
anders dagegen: geht der erkaltungsprocess so weit über den eispunkt hinaus ... so nimmt das gewitter den charakter eines hagelwetters an; wird aber die genannte grenze nicht überschritten, so bleibt das gewitter ein einfaches donnerwetter oder gibt sich gar nur als platzregen oder als wetterleuchten kund. es ist darum ein hagelwetter von einem gewöhnlichen donnerwetter nicht specifisch verschieden
s. 4;
wie in der sprache einzelner landschaften, so vertheidigt das grundwort seine stellung auch in der sprache der poesie (
s. auch sp. 6387): aber schwarʒ und schwarʒer immer zieht das wetter sich herauf. C. Boie
im Göttinger musenalmanach (1773)
s. 225
u. a.;
andererseits vgl. das gefährlichste der wetter zog seinen gewohnten weg, obenein; da kam von dorther ein ander gewitter rasch ihm entgegen ... wie zwei ringer ... rangen die gewitter am himmel J. Gotthelf (
Uli der pächter 19) 6, 345
Vetter. 2@b@a@22))
anders verläuft die abgrenzung gegen das compositum ungewitter:
die bedeutungsgemeinschaft, die eine vermischung der formen begünstigen konnte, verlor ihren einflusz, je mehr der allgemeine begriff des unwetters
im verwendungskreise von gewitter
zurücktrat. 2@b@a@2@aa)) ungewitter
in der ihm eigenen bedeutung: des waszer ungewiter Joh. v. Neumarkt
übers. d. soliloquien (35) 96
Sattler (
tempestas); der christliche bilger der do sicherlichen wandeln wil durch das ungewitter, hagel, donder, schne und blix Geiler von Kaisersberg
bilger 58
0; vor ungewitter, donnerstral, zauberei Joh. Kiszling
wetterbüchlein 7;
ähnl. 106;
u. a. 2@b@a@2@bb))
auch in anderen fällen, wo entsprechende anhaltspunkte fehlen, wird an den allgemeineren begriff zu denken sein: wann ein ungewitter ist am himel, sollen sich die christen fürchten vor gottes zorn Joh. Eberlin v. Güneburg 2, 9; es wer dann, dasz grosz ungewitter oder grosz schnee kem
östr. weisthümer 5, 25; 5, 150
u. a.; dieses (
die fliegenden fische) deuten die schiff-leuthe auf regen und ungewitter
Türkischer vagant (8) 66
ähnl. (20) 164.
vereinzelt wechseln bei diesem allgemeineren begriffe innerhalb eines und desselben zusammenhanges beide collective mit einander ab: lasz uns ja nicht ... durch dieses schreckliche gewitter gerichtet werden ... stille doch dieses grausame ungewitter Benjamin Schmolckes
andachten (1746)
anhang: geistliches rauchfasz zur zeit des ungewitters s. 13/14; da hat ihnen das ungewitter den gibel sammt dem dache vom hause hinweg gerissen ... auch hat er in solchem gewitter am himel so ein schrecklich gesicht gesehen Joh. Kiszling
s. 201;
vgl. auch Behlen
s. o. (
sp. 6381). 2@b@a@2@cc))
mit der engeren beziehung auf elektrische entladungen ist das compositum aber doch selten zu beobachten: und herwiderum ein grosz ungewitter mit blitz, donner und grossen platzregen Kiszling
s. 197;
vgl. auch keine blitze leuchten mehr
trostreich lied nach glücklich fürüber gegangenem ungewitter (
M. J. C. Arnschwang)
ebenda s. 181; ungewitter (
neben wetter
s. o.)
bei H. Wellert
wunderliche geschicht A 4
b; Stölzlin 23; Posern A 2
u. a., J.
F. Hartmann 14, 20, 26;
vgl. auch [] den übertragenen gebrauch in: es pfleget sich offtermals ein grosz ungewitter, donner, plitz und hagel der widerwertigkeiten unnd trübseligkeiten zuerheben Aeg. Albertinus
landtstörtzer Gusman (2) (1615) 605;
dazu vgl. den wechsel von ungewitter
und gewitter
in Schillers
Tell (
werke 14, 273. 276);
vgl. die variante ungewitter (
im Phöbus)
gegen gewitter
bei H. v. Kleist (
Käthchen 2, 5) 2, 218.
solcher vertauschung der beiden bildungen wirkt auch der logische zug des neueren sprachgefühls entgegen, das über den gegensatz der bildungsweise nicht so leicht mehr hinüberkommt. und wenn auch die wissenschaft, deren sprachgebrauch bei diesem worte besondere geltung gewinnt, die inneren zusammenhänge der von den beiden wortbildungen gekennzeichneten erscheinungen immer deutlicher herausarbeitet, so zielt doch gerade auch sie auf das differenziren und auseinanderhalten: man hat bemerkt, dasz jene gewitter gerne in hagel ausarten A. v. Baumgartner
über gewitter s. 17; wenn dieses geschieht, hat ein graupelfall mehrere charaktere eines gewitters an sich
s. 25; da sie (
die hagelwetter) .. die gewissermassen am höchsten gesteigerten gewitter sind
s. 17. 2@b@bβ)
unser collectiv hebt sich in dieser engeren bedeutung, die den neueren gebrauch trägt, charakteristisch von anderen substantiven ab. die attribute, wie die verba, mit denen es sich verbindet, sind auf einzelne bestimmte kreise beschränkt und haben die neigung, mit dem substantiv fest zu verwachsen. fast ganz fällt naturgemäsz die verbindung mit einem possessivpronomen aus. sie ist da gegeben, wo die gottheit unmittelbar zum gewitter in beziehung gesetzt ist (
vgl. auch sp. 6396/7): (
die berge), von denen sein gewitter daher rollt Pestalozzi (
Lienhard 2, 39) 2
3, 134;
anders die übertragene und zugleich satirische wendung: gleich dem schaffenden geist kannst du blitzen und donnern und regnen; aber erquicket, wie sein's, auch dein gewitter die flur? Grillparzer (
der verf. d. ahnfrau) 3
5, 90. 2@b@b@11))
parallelverbindungen entspringen fast nur dem pluralgebrauche, sie halten sich überdiesz bei der sinnlichen verwendung in engen grenzen. nur die ältere zeit scheint das bedürfnisz zu haben, eines der beiden merkmale des engeren begriffes durch ein angeschlossenes substantiv hervorzuheben: der somer was gar wonderlich von groszem doner unde geweder
Limburger chron. 89, 22; andere schrecket er mit seinen gerichten ... andere mit schweren gewittern und harten donnerstreichen Scriver
seelenschatz (4, 12 § 79) 2, 427
b;
dagegen vgl.: dasz sie bei gewittern und feuersbrünsten in einen zustand gerathe, der sie zwänge, sich in den dunkelsten winkel zu flüchten K. Gutzkow (
zauberer v. Rom 5, 18) 6, 159;
am häufigsten ist die verbindung mit wind
oder sturm,
einigemale auch mit regen
und wolken
beobachtet: wind und wetter, meer und wellen ihm für augen mahltens dar, redten viel von ungefällen, von gewitter und gefahr. 'schweiget, schweiget von gewitter, ach, von winden schweiget still'! Fr. Spee
trutznachtigall 76
Balke; wird auch der wanderer zu mancher zeit von stürmen und gewittern überfallen, die sonne klärt sich stets ihm wieder auf. Platen (
morgen- u. abendbetrachtungen: Freitag) 1, 504
Redlich ebenso Brockes
Thomsons jahreszeiten 455; da ziehen finstre wolken auf mit sturm und mit gewitter. die blitze zucken aus der nacht, die maste springen in splitter. Uhland (
der königssohn 2) 1, 302
E. Schmidt; mit gewitter und sturm aus fernem meer — mein mädel, bin dir nah'! R. Wagner (
der fliegende holländer 1, 1) 1
3, 259; nur wann sie (
die natur) will zerstören und erschüttern, erbraust sie in orkanen und gewittern. Uhland (
an K. M.) 1, 113
E. Schmidt; in dem baum war eine höhle, darin sasz es bei regen und gewitter, und schlief es in der nacht
Grimms märchen (
Marienkind) 1 (1812) 11; wenn nicht gewitter, regen oder schnee in der nähe sind L. Sohncke
ursprung der gewitterelektricität 50; störungen durch gewitter oder regengüsse 51; (
wald), an dem die gewitter und wolkenbrüche hinabziehen Stifter
bunte steine (
granit)
5, 16; wer hohe
[] klarheit hat, darf tiefes dunkel haben. er ist gleich den gestirnen, wolken und gewitter wandeln darüber, aber immer findet man ihren lichtpfad wieder E.
M. Arndt
geist der zeit (1806) 1, 50; klare tage, hitze, gewitter haben wir abwechselnd erlebt Göthe
br. 28, 150;
wenig beobachtet sind heterogene verbindungen wie z. b. die gerade von möglichen gewittern und der richtigen abgangszeit der dampfschiffe sprechende frau von Guthmann K. Gutzkow (
zauberer v. Rom 3, 12) 3, 354. 2@b@b@22))
eigenartig sind die formen der unter- oder überordnung in den verbindungen mit anderen substantiven. 2@b@b@2@aa))
die unterordnung unter andere substantive beruht 2@b@b@2@a@aα))
wesentlich auf der anlehnung an ein nomen actionis die um so mehr zu festen verbindungen führt (
siehe auch bei den compositis),
je mehr sie aus einzelnen verbindungen mit verbis (
s. d.)
erwächst. diese verbindungen zeigen hier meistens den subjectiven genetiv, als ausnahme vgl.: die untersuchung der gewitter auf geographisch - meteorologischer grundlage R. Assmann
die gewitter in Mitteldeutschland (1885)
s. 5.
vgl. auch gewitterbeobachtung.
dagegen vgl.: ist die luft ruhig, und eine solche begünstigt vorzüglich die bildung der gewitter Gehler
physikal. wb. 4, 1599; zur zeit der ausbildung eines gewitters J.
F. Hartmann
anmerkungen über gewitterelektricität s. 14,
desgl. 15;
vgl. gewitterbildung. es wurde bei der entstehung eines gewitters in allen pfarrkirchen ... geläutet A. Birlinger
volksthüml. aus Schwaben 2, 443; entstehung eines gew. A. v. Baumgartner
über gewitter 18; (entstehen) 13; entstehung von gewittern L. Sohncke 31;
dazu vgl. den buchtitel: entstehung und entladung der gewitter
v. R. Klimpert (1902); während dem fortgange und der zunahme des gewitters,
progresz and increase of the storm Krünitz 216; bei der annäherung eines gewitters,
appreach of thunder 219; bei annäherung eines gewitters Hartmann 51; bei herannahung eines gew. 10; beim herannahen der gewitter Klimpert 20; beim anzug eines gewitters H. König
die clubisten in Mainz (5, 2) 2, 174; den zug der gewitter, so wie vorhin zu beobachten Guden
vorbericht; nach Gronau ist gleichfalls bei Berlin der zug der gewitter am gewöhnlichsten aus SW. Gehler 4, 1591; die hauptidee war irgend eine gesetzmäszige beziehung des zugs der gewitter auf gewisse verhältnisse unsers erdkörpers auszumitteln Gehler 4, 1589; nach meilenweitem zuge des gewitters Reimarus 578; vermuthlich beobachten sie den zug des gewitters, das diesen vormittag im westen aufstieg? Kotzebue (
der vielwisser 4, 4) 36, 270; wodurch .. hochwichtige aufschlüsse über die zugstrassen der gewitter .. gewonnen werden R. Assmann
die gewitter in Mitteldeutschland s. 5; vor dem ausbruche des gewitters Reimarus
vom blitze 255; ausbruch eines gewitters L. Sohncke
ursprung der gewitterelektricität s. 1,
desgl. 2; 10;
das gleiche R. Klimpert
s. 91
vgl. gewitterausbruch; vor hereinbrechen eines gewitters Sohncke
s. 34; das einschlagen derer gewitter Münnich
relatio physico medica, vorber.; wirkung der gew. Klimpert 16; unter dem gemurmel eines entfernten gewitters am horizont H. v. Kleist (
Kohlhaas) 3, 171
E. Schmidt; auszer dem fernen murren des gewitters Bonaventura
nachtwachen (2) 13
Michel. 2@b@b@2@a@bβ))
auch zeit- und ortsbestimmungen werden gerne übergeordnet: versuche, welche man zur zeit eines gewitters mit den eisernen stangen gemacht hat Ph. P. Guden 27; wo man sich aber auch zur zeit eines gewitters befinden mag Tetens 62; zur zeit eines gewitters Reimarus 511;
das gleiche Hartmann
s. 8; Baumgartner
s. 15; beim dasein eines gewitters Hartmann
s. 4; die kurze dauer eines gewitters und seine geringe streckung folgen unmittelbar aus der beschränkten ausdehnung der gewitterwolken und ihrem fortrücken in der luft Baumgartner
s. 16; das ende eines gewitters ... ist das gewitter zu ende
anleitungen z. beob. d. gewitterersch. (1888)
s. 7; häufigkeit der gewitter Klimpert 56; zahl der gew.
ebenda; vgl. gewitterhäufigkeit
u. a. andererseits vgl.: wie die stille der berggipfel, wo in herrlich einsamer höhe, hoch über dem raume der gewitter, nur die göttliche luft noch in den locken des kühnen wanderers rauscht Hölderlin (
Hyperion 2, 18) 2, 128
Litzmann; das Gangesdelta in Ostindien mit seinem kaum über die grösste fluthhöhe gehobenen
[] boden ist die eigentliche heimath der gewitter A. v. Baumgartner
über gewitter s. 6; so dass der beobachtungsort wirklich gleichsam als die brutstätte des gewitters angesehen werden konnte
ztschr. d. Oesterr. gesellsch. f. meteorol. 2, 465; die zeit der stärksten elektrischen erscheinungen entspricht in den meisten fällen der gröszten nähe des gewitters
s. 7;
anleitungen z. beobachtung der gewittererscheinungen s. 7 (1888); gerade jetzt in seiner persönlichen gefährdung war Eugen um so eifriger, als gälte es die garben einzuthun im angesicht des drohenden gewitters B. Auerbach
neues leben (5, 5) 3, 214;
dazu vgl.: ob ein so kleiner see, etwas zum stoffe des gewitters beitrage Ph. P. Guden 86. 2@b@b@2@a@gγ))
unter den verbindungen mit einem nomen agentis ist eine besonders bevorzugt: Loki, der vom sturmgott gesendete bote des aufziehenden gewitters, das wetterleuchten, raubt dieses halsband, und im losgebrochnen gewitter rast nun stets sich erneuernd der kampf der wettermächte E. H. Meyer
germ. mythol 271; vorboten des nahenden gewitters Gotthelf 10, 19; man sieht es allgemein als einen vorboten eines gewitters an, wenn die luft ungewöhnlich warm und drückend schwül ist A. v. Baumgartner
über gewitter s. 5.
dazu vgl.: die alten Hertrurier fleiszige beobachter der gewitter Guden 34; man sahe die gewitter vorüberziehen und auf ihnen den herrn der gewitter Herder (
v. geist d. Ebr. poesie) anhang 12, 313. 2@b@b@2@bb))
für die überordnung des substantivs sind zu der sinnlichen bedeutung nur wenige und
lose verbindungen belegt (
zur übertragenen s. u.),
die zudem alle den plural zeigen: es giebt einige (
bienen), denen durchs loos die wache bei den fluglöchern ist gefallen, und die eins um andere acht geben auf die wäszer (regen), und die gewitter des himmels, oder welche die last der ankommenden empfangen Joh. Grüwel
Brandenburg. bienenkunst (1761) 10;
vgl. gewitter gottes Herder (
v. geist d. Ebr. poesie 2) 12, 50; von den gewittern des aufsteigenden luftstromes ist es allbekannt, dass sie im gebirge oft mehrere tage hintereinander ganz örtlich beschränkt entstehen
ztschr. d. Oesterr. gesellsch. f. meteorol. 2, 405.
um so häufiger sind hier dagegen die festen formen der composition: gleich dem donner-gewitter, das lüfte reinigt, und seegen über die felder ergieszt, die unter dem donner erzittern! Lavater
aussichten in die ewigkeit (23) 3, 278;
dazu vgl. sturmgewitter, windgewitter, regengewitter Sanders 8, 1641
b;
vgl. frostgewitter
oben sp. 258; schneegewitter
unten th. 9, sp. 1234; auf das unheimliche wintergewitter war ein stiller kalter tag gefolgt P. Heyse (
Doris Sengeberg) 2, 27, 69; wintergewitter Baumgartner
s. 6, 7;
ztschr. d. Oesterr. gesellsch. f. meteorol. 2, 404; herbst- und wintergewitter L. Sohncke
s. 34; der himmel mit den lenzgewittern der erde wohl zum herzen drang. Lenau (
Savonarola) 4, 7
Hempel; das gleiche Strachwitz (
Heinrich d. Finkler) ged. 8, 296;
ebenso (frühlings gewitter) P. Heyse (
geteiltes herz) 2, 9
s. 8; W. Mannhardt
baumkultus 484; die sommergewitter unterscheiden sich aber dadurch von den wintergewittern, dasz die gewitterwolken nicht von westen, sondern meistens von S., SO., und NO. kommen Gehler
physikal. wb. 4, 1586;
anleitungen z. beobacht. d. gewitter s. 5;
vgl. sommerungsgewitter
unten th. 10, 1.
sp. 1563; und den aus nachtgewittern der sünder donnern hört. Chr.
F. D. Schubart (
vater unser) 241
Hauff; das gleiche Strachwitz (
Anastasius Grün) ged.
8, 327;
vgl. abendgewitter Sanders 3, 1641
a; der weisze, einsame obelisk zeichnete sich gegen die dunkelblaue wand des ostgewitters, das indesz langsam heraufgezogen war Stifter (
stud. 1:
feldblumen 12) 1, 130
Sauer; vgl. ein gewitter, welches an heftigkeit dem furchtbarsten alpengewitter nichts nachgab Matthisson
erinnerungen 2, 43;
vgl. auch gebirgsgewitter Sanders
erg. wb. 646
b; erdgewitter
wb. 3, 1641
a; steigt ein creutz-gewitter auff, haltet im gebeht zuhauff. S. Dach 494
Oesterley; man musz zwei classen von gewittern unterscheiden,
[] nämlich gewitter von localer natur, und solche, die einem allgemeinen wetterumschlag vorangehen oder ihn begleiten. beide werden wohl auch als wärmegewitter und wirbelgewitter unterschieden. die localen gewitter, zu denen die meisten sommergewitter gehören, sind verhältnismässig am genauesten studirt L. Sohncke
ursprung der gewitter-elektricität s. 27; die gewitter, welche durch den aufsteigenden luftstrom entstehen und im gegensatze zu den wirbelgewittern wärmegewitter genannt werden R. Klimpert
s. 92; einbruchsgewitter B. Assmann
s. 9; ein prachtgewitter. wie hat mirs wohlgetan
F. Th. Vischer
auch einer 380;
vgl. auch: o vergib den voreilenden schmerz, in diesem leben, dem wechsel zwischen strichgewittern und sonnenblicken, ist er wol erlaubt Jean Paul (
Titan 4, 114) 24, 174. 2@b@b@33))
der kreis der attribute, die das substantiv begleiten, wird von der neueren entwicklung natürlich ausgedehnt und mannigfach belebt, aber über den gegebenen rahmen greift er doch nicht weit hinaus. 2@b@b@3@aa))
einen breiten raum nehmen noch immer die attribute ein, die die richtung kennzeichnen, in der das gewitter
sich am engsten mit dem unwetter
berührt. neuerdings treten hier mehr und mehr attribute vor, die den empfindungen des beobachtenden ausdruck geben. hier entfernt sich die neuere auffassung am ehesten von der älteren, besonders da sie auch empfindungen äuszert, die auf die bewunderung der naturerscheinung zielen. nicht zu verwechseln damit sind attribute wie lieb und heilig,
die der volksmund an das substantiv knüpft, sie entspringen vielmehr dem gefühl der ohnmacht und der gebundenheit, mit der der naturmensch der höheren macht gegenüber tritt, die er für sich zu gewinnen sucht, vgl. oben sp. 6384. 2@b@b@3@a@aα)) dann nach solchen grossen regen, ungestümmen gewittern, folget alsbald schön, klar und hell wetter (
post magnas tempestates) Ryff
traumbuch Artemidori (2, 8) 81
a; dasz kein änderung der jahrzeiten ohne grosz gewitter, und kein änderung des regiments ohne grosze zerrüttung und confusion vorgehe Opel u. Cohn 30
jähr. krieg. 381 (
v. j. 1621); nachmit. geschwülle; umb 5 uhr ein grosses gewitter Prätorius
zodiacus merkurialis 78;
das gleiche J.
F. Hartmann
s. 43; dasz man vil rauherer wind, auff hohen bergen als im thal find, im hohen mör gebs grösser gewitter, als im rein ... Fischart
Gargantua (
cap. 33) 337; als eben ein starckes gewitter, mit donner, blitz und regen aufkam Scriver
seelenschatz (4, 12 § 81) 2, 429
a; einige tage vorher stund gegen norden ein starkes gewitter C. Mylius
s. Hamburgisches magazin 4, 269;
ebenso Heinse (
Hildegard 2) 5. 197; Guden 64; Gehlen
physikal. wb. 4, 1595; da wir im frühjahre die zwei ersten und stärksten gewitter hatten Franklin (
an Collinson 1753)
übers. v. Wenzel 1, 176 (
during two of the greatest thunder-storms we had early in the spring);
ebenso Guden 28;
desgl. Krünitz
übers. v. Priestley 219 (
in violent thunderstorms); J. G. Hartmann
s. 44; Baumgartner
s. 4; Klimpert
s. 159;
dagegen vgl. bei den schwächsten gewittern 216 (
in the most simple thunder storms);
das gleiche (
vom wintergewitter) Reimarus 32;
ebenso Ph. P. Guden 131. zuförderst werden etliche durch schweres gewitter in unüberwindliche ... angst und furcht gesetzet Scriver (4, 9 § 22)
seelenschatz 2, 255
a; denn sieh', es rückt das schwere gewitter herüber, wetterleuchtend und bald verschlingend den lieblichen vollmond. Göthe (
Hermann u. Doroth .: Melpomene) 40, 319; die braut von Messina ist gestern gegeben worden ... dabei erlebte ich den eigenen zufall, dasz während der comödie ein schweres gewitter ausbrach, wobei die donnerschläge und besonders der regen so heftig schallten, dasz eine stunde lang man fast kein wort der schauspieler verstand Schiller
br. (aus Lauchstädt) 7, 49
Jonas;
das gleiche (zieht herauf) K. Gerok
palmblätter 25, 20;
ebenso (bei dem
schw. gew.) Reimarus
v. blitze 28; (vor einem
schw. gew.) G. Freytag (
soll und haben 3, 1) 4, 371;
desgl. (schwer gew.) J.
F. Hartmann 45; Klimpert 6; 20, 91; dieses alles schreibe ich dir unter einem bedeutenden gewitter Göthe
br. 29, 221: gewaltiges gew. Klimpert 159; bei dem, am vergangenen 3. sept. a. c. plötzlich entstandenen heftigen gewitter J. A. Münnich
relatio physico med. (1732) 3; heftige gewitter mit sturm begleitet Gehler
[] physikal. wb. 4, 1596;
desgl. Baumgartner 7; 8; 28;
ztschr. d. Oesterr. gesellschaft für meteorol. 2, 405; Klimpert 159; von dem besonders in Saalthale heftig eingefallenen gewitter Göthe
br. 30, 104; es war regnerisch; nach heftigen gewittern nasz und kühl geblieben D. v. Liliencron (
aus marsch u. geest) 2
2, 207. 2@b@b@3@a@bβ)) den ersten tag Augusti, entstunde bei uns nach langwiriger schöner lustiger zeit, ein schrecklich gewitter, mit einem grossen regen, umb den abendt, und hatte der donnerstraal an dreien orthen der statt eingeschlagen Welser-Werlichius
Augsb. chron. 3, 129; sehen sie, Theophron, die erquickende stunde, die nach dem schrecklichen gewitter folget Herder (
gott 2. ausg.) 16, 412; dasz ein furchtbares gewitter im aufzuge war J. v. Eichendorff (
viel lärmen um nichts) 4
3, 170; an der westküste ... gehen vom april bis juni selten zwei tage ohne die furchtbarsten gewitter vorüber A. v. Baumgartner
über gewitter s. 7; 'kommt ein fürchterliches gewitter' denkt sich dein urgroszvater P. Rosegger
waldheimat 1, 23;
das gleiche A. v. Baumgartner
s. 7; Assmann
in '
das wetter' 1, (1885) 24; aus Graz wird ein verheerendes gewitter gemeldet
ztschr. d. Oesterr. ges. f. meteorol. 2, 407. 2@b@b@3@a@gγ)) wie flammen, verloren sich in meinem sinne die thaten aller zeiten ineinander, und wie in ein frohlockend gewitter die riesenbilder, die wolken des himmels sich vereinen ... Hölderlin (
Hyperion 1, 5) 2, 77; es war als ob bei einem majestätischen gewitter blitze zum einschlagen am himmel flammten Heinse (
Hildegard 3) 6, 99; ein majestätisches gewitter zog durch das thal G. Keller (
grüner Heinrich 1, 17) 1
17, 178; das prächtig einherziehende gewitter Stifter
bunte steine5, 2. 2@b@b@3@a@dδ)) es lässt sich kein generelles unterscheidungsmerkmal aufstellen zwischen einem gewitter und einem gewöhnlichen platzregen, den der volksmund so bezeichnend ein stilles gewitter nennt J. Hanns
über den urspr. der gewitter (
ztschr. d. Oesterr. gesellsch. f. meteorol. 2, 403); das liebe gewitter
in mundarten (
s. sp. 6384)
ebenso (
nach mittheil. v. C. Müller-Fraureuth s' heilige u'gewitter; heiliges gewitter! rief er plötzlich und reckte sich in den gliedern ... P. Heyse (
neue nov.: die pfadfinderin) 2, 8
s. 111. 2@b@b@3@bb))
zahlreich sind die participialen attribute, die auf die beliebten subjectverbindungen (
s. sp. 6394)
zurückführen: dahero ist es sehr gut bei entstehenden gewittern wachsam zu sein Zedler 4, 172;
das gleiche Chomel 2, 258;
die gleiche verbindung Guden 30; Reimarus 255; bei aufsteigenden gewittern Chomel 3, 406;
desgl. Guden 113, 36; Krünitz
übers. d. Priestley 116; bei einem herankommenden gewitter Reimarus 80
u. a.; (ankommenden gew.) 126
u. a.; drohendes gewitter B. Auerbach
neues leben 3, 214; bei herannahendem gew. Zedler 4, 172; Hartmann
s. 3; 15, 51; wann sich, bei nahenden gewittern die flur entfärbt, die haine zittern: so fliehn erschrocken lenz und tag. J.
F. Chronegk (
oden und lieder 1) 2, 209; die vorboten des nahenden gewitters brausten heran J. Gotthelf (
Käthi 1) 10, 19; gemurmel eines entfernten gewitters H. v. Kleist 3, 171;
dazu vgl.: ein fernes gewitter stieg fernher auf Sal. Gessner 2, 70; die nachtigallen ... verstummten heut' in einer kühlen nacht, welche von fernen gewittern zu uns herwehte C. Brentano (
Gesch. v. braven Kasperl) 4, 171; bei entstandenem schweren gewitter Guden 63; Reimarus 255; blitze vom donner gefolgt, verkündeten das entstandene gew.
ztschr. d. Oesterr. gesellsch. f. meteorologie 2, 405; ein am vorabend eingetretenes gew.
ebenda; ein gemeldetes gew. Sohncke
ursprung der gewitterelektricität s. 15; wurden durch den donner auf ein über Charlottenburg stehendes gew. aufmerksam
s. 63; als ein zeichen eines abnemenden oder sich zerteilenden gewitters Reimarus 78; eines schon zerteilten gewitters 582; in der ferne donnerte es leise von abziehenden gewittern P. Heyse (
das seeweib) II, 3, 326; hinweggezogene gewitter Gehler
physikalisches wb. 4, 1591; die erde rings beginnt zu zittern, der himmel beugt sich tief und schwarz herab, und brauset dumpf in rollenden gewittern. J. Mosen (
ritter Wahn 24) 2, 143. 2@b@b@3@cc))
andere attribute gelten der zeitbestimmung: ein unreifes
[] gewitter, dessen zu zeitig entzündete dünste den himmel furchtbar erleuchten Kästner (
mittel, recht tugendhaft zu werden 1742) 3 (1841) 134; ein frühzeitiges gewitter, das den ganzen tag gedrohet hatte, ging stürmisch an den bergen nieder Göthe (
W. Meister 7, 1) 20, 3; schon fand die oft von landleuten aufgestellte regel: dasz spätere gewitter die richtung einhalten, welche frühere gewitter eingeschlagen haben, bestätigt Gehler
physikal. wb. 4, 1592; aber keine erscheinung in der natur kann mir eine so wehmüthige freude abgewinnen, als ein gewitter am morgen ... im westen stand das nächtliche gewitter und wüthete H. v. Kleist (
an s. braut 1800) 5, 147
Minde-Pouet. 2@b@b@3@dd))
anderen vorstellungskreisen erwachsen nur selten attribute; dasz also ein magnetisches gewitter über die ganze erde geht, dasz die ganze erdoberfläche gleichsam ein magnetisches schauern empfindet Stifter
bunte steine5 (
vorr.) 3; daher kan es (
das licht) nicht bei jeder vorüberzihenden wetter-wolke, und hingegen manchmal auch one eigentliches gewitter ... entstehen Reimarus 76; mögliche gewitter K. Gutzkow 3, 354.
wie die possessivpronomina (
s. sp. 6389),
so sind auch andere pronominalformen nur ganz vereinzelt belegt: während desselben gewitters Wenzel
verdeutschung Franklins 1, 175 (
during the same gust)
; vgl. auch: verschon uns aber gnädiglich lasz disz gewitter legen sich. J. Rist
geistl. poet. schr. 2, 64;
die gleiche verbindung (
s. u.) Opitz
poemata 183. 2@b@b@3@ee))
zur form der composition sind von allen diesen verbindungen nur wenige vorgedrungen, so vgl.: das spatgewitter, dem überall das gemeine volk wichtigern einflusz in den winter — als in den sommermonaten zueignet Thümmel (
reise 5) 5, 148; für die beobachtung trennt man die gewitter in nah- und ferngewitter
anleitungen (
des preusz. meteorol. instituts)
z. beobachtung von gewittererscheinungen (1888)
s. 5;
um so häufiger ist die zusammensetzung hochgewitter
belegt, zu der eine lockere vorstufe der verbindung nicht nachgewiesen ist (
vgl. theil 4, 2,
sp. 1622): wassergüss und dergleichen schädlichen hochgewitter, reifen und schnee
österr. weisth. 3, 339;
ebenso 3, 345; wan mir ain hochgewiter anfallen thuet 3, 335; abwendung der hochgewitter 3, 364; und nach gewohnheit der alten das gebet bei einem hochgewitter aufschlugen Pestalozzi (
Lienhard) 2
3, 326; und als das hochgewitter vorbei war und die sonne wieder schien E. v. Handel-Mazzetti
Jesse u. Maria (12) 1, 215. 2@b@b@44))
charakteristisch sind die verbindungen mit verbis entwickelt. 2@b@b@4@aa))
vor allem reich ausgestattet ist die subjectfunction, in der das substantiv ungewöhnlich häufig erscheint. 2@b@b@4@a@aα))
sinnkräftige verba werden angezogen, wo der blick auf die bewegungen am himmel gerichtet ist, die das gewitter einleiten (
vgl. auch unter gewitterwolke): gewitter zogen, und es kam im sturme manch' rother blitzesgeist dahergeschossen, Loeben (
Heliodora im zauberturm) 76
Pissin; ebenso G. Keller 1
17, 178;
vgl. auch das gew. geht Stifter
bunte steine5, 3; man sahe die gewitter vorüber ziehen Herder (
v. geist der Ebreischen poesie. anhang) 12, 313; sehen sie! dort hinten zieht sich ein gewitter auf Miller
Siegwart 2
2, 370; und dann an gottes himmel sich ein gewitter aufzieht Pestalozzi (
Lienhard 2, 39) 2
3, 134; das gewitter vom 5. juli, welches um 6 uhr nachm. im osten von Magdeburg aufzog '
das wetter' 1, (1885) 1, 119; zog ein gewitter aus westen auf Reimarus 34; der kopf stehet mir wie eine wetterfahne, wenn ein gewitter heraufziehet Göthe
br. 2, 262; unter solchen gesprächen war ein gewitter heraufgezogen, und liesz sich von weitem murrend vernehmen H. König
die clubisten in Mainz (4, 1) 2, 13;
ebenso Gerok
palmbl. 208; ein starkes gewitter kam herangezogen Heinse (
Hildegard 2) 5, 197;
ähnlich schon P. Ph. Guden 177; es lag so schwül und schwer in der luft, von ferne zog ein gewitter her.
F. Bodenstedt
Mirza-Schaffy (1851) 109; gegenden, über die ein gew. nicht hinzieht Baumgartner
s. 9; ein gew. zieht vorüber Klimpert
s. 21;
[] die fische springen, und das wasserhuhn taucht unter. ein gewitter ist im anzug. Schiller (
Tell 1, 1) 14, 273;
das gleiche Eichendorff 4
3, 170; wie der landmann gerade im besten arbeiten begriffen ist, und auf einmal steigt ein gewitter auf Moritz,
Anton Reiser (2) 195
Geiger; ebenso Guden 128; J. Tietz
die erfindung des blitzableiters s. 3; doch oft am abend noch des klaren tags, des wolkenlosen, steigt gewitter auf mit aller elemente wildem kampf. Uhland (
herzog Ernst 1, 2) 2, 16
Fischer; das gleiche Gottfr. Kinkel (
Roma's erwachen)
ged. 149; dasz an den westküsten von Frankreich die gewitter vom meere aufsteigen
ztschr. d. Oesterr. gesellsch. f. meteorologie 2, 404; ein gewitter stieg auf Klimpert
s. 37. (tritt auf) Sohncke
s. 15.
dazu vgl. das gew. rückt herüber Göthe 40, 319; (verbreitet sich) Gehler 4, 1596; richtung einhalten, einschlagen) 4, 1592; einem gewitter, welches, von abend herüber, gerade auf meine fenster strebt Göthe
br. 29, 221; nach der seite wo das gewitter hergekommen, als wo es hingezogen ist Gehler
physikal. wb. 4, 1591; ein gewitter kam auf Scriver
seelenschatz 2, 429
a; (kommt) Rosegger
waldheimat 1, 23; wo das gewitter hergekommen Guden 128; Reimarus 165; Behlen 3, 436; ein gewitter kam aus süden herauf Guden 115; ein gewitter schien heraufzukommen Th. Storm (
doppel gänger) 5
4, 214; am folgenden tag kamen gewitter über uns hin. wie von allen seiten stieg dunkles gewölk auf G. Frenssen
Peter Moors fahrt nach Südwest (16) 184; wenn das gewitter näher käme J.
F. Hartmann
über gewitterelektricität s. 101; kaum hatte sich das gewitter genähert
s. 16; das gewitter muszte auf seinem zuge diesen thurm zuerst begegnen Ph. P. Guden 134; wenn aber 2 gewitter gegen einander stossen 82. 2@b@b@4@a@bβ))
verblaszter sind die verba, wo im berichte nur das thatsächliche des auftretens am gewitter erfaszt wird: ein gewitter entsteht Welser - Werlichius 3, 139 (
s. oben α); aus welcher gestalt die mehrsten gewitter entstehen Münnich
vorber.; ein — ist entstanden Klimpert 13; — findet statt Sohncke
s. 15; fand statt Klimpert 88; doch ereignen sich solche gewitter in der regel nur in der wärmsten jahres- und tageszeit Baumgartner
s. 4; die luft war schwül, im westen stieg schwarzes gewölk auf. 'es wird gewitter', sagte Elisa beth. Th. Storm (
Immensee) 1
10, 35; in den gebürgen sind die gewitter häuffiger ... als in der ebene H.
F. v. Fleming
vollkom. teutsche jäger 2, 10
b;
ähnl. Herder 12, 312; dasz deswegen die gewitter im winter so seltsam sind Zedler 4, 169; Chomel 2, 255; es waren den ganzen sommer über in London nur zwei gewitter gewesen Krünitz
übers. von Priestley's geschichte der elektricität 210 (
two thunderstorms had happened); in unserer gemässigten zone gehören die gewitter in der regel dem sommer an Gehlen
physikal. wb. 4, 1583; die gew. sind zwar in heissen ländern in der regel häufiger Baumgartner 6;
ähnl. 7; in kalten ländern sind gew. in dem masse seltener 7 (eine seltenheit) 6; dasz solche gewitter nur an den küsten vorkommen
s. 7; sahe, dasz das gewitter .. noch sehr weit weg sein müsse Hartmann
s. 10; die gewitter haben an häufigkeit zugenommen Klimpert
s. 7. 2@b@b@4@a@gγ))
anschaulich wird der augenblick der ruhe vor dem ausbruch des gewitters gekennzeichnet;
hier liegt auch für die übertragenen verwendungen ein beliebter anknüpfungspunkt: dasz ein gewitter in der luft war Krünitz
übers. v. Priestley 116 (
when a storm of thunder was perceived to be coming on); (in der luft vorhanden sind) Guden 56; (in der luft sich sehen lässt) 33; wenn ein gewitter am himmel ist J.
N. Tetens 51
desgl. Kuhn
u. Schwartz
nordd. sagen 454; als ein .. gewitter .. über besagter stadt schwebete Hartmann
s. 44; wenn das gewitter über dem haupte schwebt Guden 13;
dazu vgl. die in übertragungen so beliebte formel (
s. c.); das gewitter schwebt über einem Reimarus
s. 8; 207; (über einem sein) Tetens 42; das gewitter war endlich über unserem haupte Stifter
bunte steine5, 69; dabei stand ein gewitter, dunkelschwarz, mit vergoldeten rändern, im hintergrunde des baus; dasselbe hatte schon über die gegend von Aachen ausgedonnert H. v. Kleist (
die hl. Cäcilie) 3, 387
E. Schmidt, desgl. 5, 147; Guden 12; zeiget an, dasz ein solches gewitter
[] nicht hoch, sondern der erde nahe stehe J, A. Münnich
relatio physico medica 9; dumpf liegt auf dem meer das gewitter. H. Heine (
nordsee 2, 2) 1, 181
Elster; neben dem felsgebirge lag ein gewitter Rosegger
schriften des waldschulmeisters 5; ein gewitter drohte Göthe 20, 3; wie lange das gewitter säumte J. Gotthelf (
Käthi 1) 10, 14; 2@b@b@4@a@dδ))
den ausbruch des gewitters kennzeichnen, wie schon bei den buchungen hervorzuheben war, vor allem solche verba, die den neueren engen begriff des substantivs sicher stellen: wann ein gewitter anfallen wollt, von stund an hinauf gehen und die kehren öffnen ...
österr. weisth. 4, 266 (
Latsch); gegen abend überfiel uns ... ein gewitter
F. v. Matthisson
erinnerungen 2 (1810), 43; in der braut v. Messina fiel ein gewitter mit regen ein Schiller (
aus Lauchstädt)
br. 7, 53; (brach aus) 7, 49; ein gew. geht nieder Göthe
br. 20, 3; weil das gewitter ausbrechen wird Stifter
bunte steine5, 65
u. a.; durch die wipfel aber leuchtete ein gewitter J. v. Eichendorff (
dichter u. ihre gesellen 7) 2
3, 54; oder soll ich diesen maitag verlieren, weil ein gewitter ihn verfinstern kann Schiller (
der spaziergang unter den linden) 2, 353; denn drauszen stürzt ein wilder regen; gewitter tobt; es heult der wind. Lenau (
Savonarola) 4, 6
Hempel; wo das gewitter eingeschlagen H.
F. v. Fleming
d. vollkommene teutsche jäger 2, 10
b,
desgl. Guden 59, 71; J.
N. Tetens 12; ei, so musz ein solches unglück, ein solches gewitter einschlagen, und unser stilles hauswesen in grund und boden donnern Tieck (
der gelehrte) 22, 28; wenn das gewitter in die erde schlägt Guden 81; (in gebäude) 102; Gehler 1, 1004; (in eine scheune) J.
N. Tetens 13; dasz das gewitter .. mit einem entsetzlichen schlage in diesen baum schlug J. A. Münnich 3;
desgl. 18; die gewitter entladen sich durch den blitz wenigstens auf 100 ruthen weit Guden 150; die luftsäule, durch welche sich ein gewitter entladet A. v. Baumgartner 4; sobald das gewitter ausbricht 9;
auch hier fehlen nicht einzelne verbindungen, die der erscheinung die günstige seite abgewinnen: bedencke, wenn es kracht, dasz ein gewitter offt die saaten fruchtbar macht. J. Chr. Günther (
bei dem hintritt des herrn N. N.)
2, 680; gewitter reinigt und bricht, was zerbrechlich. Loeben (
abschied) 36; da das gewitter den heitersten frischen herbstmorgen heraufgeführt hatte C. Hase (
erinnerungen an Italien) 11, 1
zweite abt. s. 51. 2@b@b@4@a@eε))
mannigfaltig zwar, aber in farbe und bewegung gedämpfter sind die verba, die den abschlusz der erscheinung kennzeichnen: als disz gewitter nun sehr langsam sich geleget. opitz (
Antigone)
poemata 183;
das gleiche J. Rist
geistl. poet. schriften 2, 64; wird also das gewitter durch eine unbekannte veränderung der luft ... aufgelöszt und zertheilet Guden 85;
desgl. Reimarus 615; Gehler 4, 1592; die fenster standen offen, das gewitter hatte sich verzogen Th. Storm (
Angelika) 1
10, 292;
ähnl. Behlen 3, 438; bis das gewitter vorüber ist H. v. Kleist (
Käthchen) 2, 5) 2, 218;
das gleiche Behlen 3, 436; wohl, der blitzstrahl hat geschlagen, das gewitter ist vorbei; Grillparzer (
ahnfrau 3) 4
5, 74; wenn das gewitter vorüber ist, stellt sich meistens ein wind ein, der von dem vor dem gewitter in der richtung abweicht A. v. Baumgartner
über gewitter s. 8; ausgezürnet hatte das gewitter. Tiedge (
Abälard an Heloise) 2
5, 114; und die gewitter entfliehen, es säuselt und düftet
maler Müller 1, 111; das gewitter hatte sich allmählich verflüchtigt Rosegger
wildl. 327. 2@b@b@4@bb))
weit bescheidener ist der spielraum für die objectfunction. 2@b@b@4@b@aα))
am ehesten sind hier noch die wendungen entwickelt, die das entstehen oder vergehen des gewitters auf ein subject zurückführen; sie gehören, soweit sie nicht ganz in die übertragene verwendung übergreifen (
s. u.),
vorwiegend [] der sage, dem aberglauben, zum theil auch der praktischen wetterkunde an: die schwefelichten ausdünstungen, welche ein gewitter verursachen Zedler 4, 170; gewitter droht die schwüle nacht. Lenau (
Savonarola) 4, 5
Hempel; denn heute bereitet er, der herr der zeit, zur feier, zum zeichen ein gewitter mir und sich. Hölderlin (
Empedokles auf dem Aetna 442) 2, 232; so erinnert er sich, dasz Zeus gewitter geredet babe Herder (
in der Königsbergschen zeit. 1764) 1, 71; das war die schwarze Mary, die in einem dorfe unfern von London ihr wesen trieb, gewitter braute, seuchen ausgehen liesz ... C.
F. Meyer
der heilige (4)
33 55; wenn er (
Liszt) z. b. damals auf dem pianoforte ein gewitter spielte, sahen wir die blitze über sein eigenes gesicht dahinzucken, wie von sturmwind schlotterten seine glieder ... Heine (
Lutezia 1. 33) 6, 260; dasz der vollmond ein gewitter nicht zum ausbruch kommen lasse, und wenn ein solches auch schon am himmel stehe, der vollmond, so wie er vom horizonte in die höhe steigt, es auflöse und zerstreue Gehler
physikal. wb. 4, 1589; das mondviertel war heraufgekommen und drückte die gewitter hinab; das wetter leuchtete nur zuweilen vom jenseitigen gestade her C. Hase (
erinnerungen an Italien) 11, 1
zweite abt. s. 16; dasz der regen überhaupt die gewitter zertheile Reimarus 101; zertheile die gewitter, die uns noch ringsum dräu'
n. Hoffmann v. Fallersleben (
frühlingslied) 1, 60
Gerstenberg.; der oft gehörte satz 'der wald hält das gewitter auf' Klimpert
entstehung der gewitter s. 13; so soll man vor dem donner und blitz völlig gesichert sein und auf eben die art das gewitter von uns abhalten P. Ahlwardt
betrachtungen über den blitz (1745) 380; weil die einsame spitzen ein gewitter nicht entkräften Ph. P. Guden 161; wenn irgend eine stange vermögend ist, gewitter zu entkräften Guden 71 (verhütete oder schwächte) 66; da nun die glocken geweiht waren, so hatten vile den glauben, dasz das läuten derselben das gewitter unschädlich mache A. Birlinger
volksthüml. aus Schwaben 2, 443,
dazu vgl. auch Gehler
physikal. wb. 4, 1597. 2@b@b@4@b@bβ))
sonst werden meist nur verblaszte verba —
vor allem hilfsverba in die objectverbindung gezogen. gibts gewitter (
s. o.) Fischart
Gargantua 337;
der wohlgeplagte priester 91; aber es gibt auch in den abendstunden oder des nachts gewitter Baumgartner
s. 6; ... in gebirgen ..., wo man oft die gewitter unter sich hat und wo die blitze von unten nach oben schlagen Göthe (
zu Eckermann)
bei Biedermann 6, 2; (die ersten gewitter haben) Wenzel
übers. d. Franklin 1, 176; diese nacht hatten wir ein gewitter und den ersten regen Moltke (
an s. bruder) 5, 81; eine ungewöhnliche temperatur scheint aber gewitter nur mittelbar zu begünstigen Baumgartner
s. 6;
dagegen vgl.: eine erfahrung ... welche jedermann haben wird, wenn er die gewitter, welche des abends seitwärts stehen, genau beobachtet Ph. P. Guden 23. 2@b@b@55))
ganz selten beobachtet ist der unmittelbar an das verbum angelehnte dativ: die einzelnen phänomene, welche einem gewitter vorhergehen A. v. Baumgartner
über gewitter s. 13;
ähnl. s. 10; sind darum auch gewittern stark ausgesetzt
s. 6.
desgl. 28;
um so häufiger sind die präpositionalverbindungen belegt, ohne jedoch eine grosze mannigfaltigkeit der spielarten entwickelt zu haben. sie entfallen meist auf einige wenige um so beliebtere formen der verbindung. bemerkenswerth ist dabei, dasz der plural vorwiegt und dasz die belege unverhältniszmäszig zahlreich der gebundenen sprache zu entnehmen waren, die gerade hierin einen bequemen reim, namentlich auf infinitive (zittern, splittern
u. a.)
findet. 2@b@b@5@aa)) auf was art die von gewittern getödtete menschen desselben (
lebens) beraubet werden J. A. Münnich
relatio physico-medica .. nebst einigen kurtzen .. reflexionibus von gewittern (1732)
vorber., alle von gewittern gerührte personen
s. 7; alles, was wir bemercken und mit einem wort bezeichnen, war schon da ehe es zu dem grad kam, den wir bemerckten. das beispiel vom gewitter, dasz jede
[] wolcke eins ist, und dasz sie blos dem grade nach unterschieden sein kan Lichtenberg (
sudelbuch no.: 146)
aphorismen 3, 160
Leitzmann; sonst müszten die städte, wo sich dergleichen metal in grooszer maasse oben an gebäuden findet, vorzüglich von gewittern heimgesucht werden Reimarus 397; wenn man ... unterwegens von einem schweren gewitter überfallen wird J.
N. Tetens 64; Reimarus 223;
ebenso C. Hase 11, 1, 229; vom gewitter erschlagen worden Tetens 19; Krünitz
übers. des Priestley 220 (
he was struck dead in a storm of thunder); vom gewitter getödtet worden (
killed by lightning) 420; Guden 131; vom gewitter verschonet Zedler 4, 171; ein unweit tieffer hain erschallet von gewittern, so bald der schwartze dampff um berg und gipffel zieht. Joh. Chr. Günther
ged.2, 604; steigt gottes sohn von seinen thronen .. er eilt, umgeben von gewittern; als richter kommt er und als held. Göthe
höllenfahrt Jesu Christi (
jub.-ausg. 3, 220); dumpfe frühlingsdonner rollen durch die luft, schwarz von gewittern.
F. Freiligrath (
schwalbenmährchen) 1, 38;
dazu vgl. (
s. o. sp. 6393/4) P. Heyse II, 3, 326; K. Gutzkow 3, 354; C. Brentano 4, 171; fern verhallen schon die donner und die vögelchöre singen, blumen heben sich, und bäume sind erfrischet vom gewitter. Uhland
der castilische ritter 4; und ihre (
der eiche) blätter träufeln vom gewitter des tags Hölderlin (
Hyperion) 4, 2) 2, 173
Litzmann; und aus gewittern redet er (
gott). Chr.
F. D. Schubart (
am hl. pfingstfeste) 279
Hauff; wenn für euch selbst gott spricht aus den gewittern. Fr. Rückert (
geharnischte sonette 45) 1, 29; 2@b@b@5@bb)) die stimme des orkanes stört ihren schlummer nicht; des meeres schäumend nasz, das sie mit untergang bedroht, macht sie nicht zittern: so lächelnd schlummerte, inmitten von gewittern, der sohn des menschen einst auf dem Tiberias.
F. Freligrath (
schiffbruch) 1, 103;
desgl. mitten im gewitter J. v. Eichendorff (
tagebücher 1810) 11, 266; von der furchtbaren herrlichkeit gottes im gewitter
Schlesw. litteraturbriefe XII
s. litt. denkm. 29, 93; oft steht, uns mächtiger empor zu schüttern, weg-weisend ein erhabnes leben auf, wie eine gottheit in gewittern. Tiedge (
Urania 5) 1
5, 147;
ganz ähnlich Eichendorff (
mahnung) 1
3, 175; du aber, o speerkampfkundige, die durch die schlachten daher auf gewittern braust und die völker vertilgt und die völker schirmt ... Strachwitz (
könig Kodrus)
ged. 5 65
Weinhold; dasz droben einer sitzt auf ew'gem thron, so lang vergessen, bis er in gewittern herabsteigt, was du bautest zu zersplittern. Geibel (
juniuslieder: die junge zeit) 2
2. 54; beuget dem herrn euch mit stummen erzittern, der in den wolken, den donnernden, wohnt; dasz er verschont mit den gewittern. Rückert (
erntelied) 1, 195; dasz die groszen herrn sich den regen noch nicht eigengemacht haben ist ein glück, mit den gewittern könten sie es thun G. Chr. Lichtenberg
aphorismen 2, 67
Leitzmann; er merket verschiedene den regen ohne gewitter begleitende umstände an, welche es sehr wahrscheinlich machen, dasz derselbe durch eben dergleichen ursache, als wenn er mit einem gewitter begleitet ist, hervorgebracht werde Krünitz
übers. v. Priestley 232 (
without lightning ... when it is accompanied with lightning); das ende des einen (
Cromwells) unter dem gewitter ebenso ruhig anzuschauen, als den hintritt des andern, dem die natur nicht selbst zu grabe lAeutete Th. Abbt
verm. werke 1, 15; in den gefährlichsten umständen befindet sich unter einem gewitter in freiem felde ein reuter Reimarus
v. blitze 222,
desgl. (
s. o.) Göthe
br. 29, 221; unter einem heftigen gewitter kamen wir gegen abend in Ferrara an C. Hase (
erinnerungen an Italien) 11, 1,
zweite abt. 50;
dazu vgl. Wenzel
übersetz. d. Franklin 1, 175; die durch gewitter veranlassten brandschäden Klimpert
s. 3; (durch schweres gew.) Scriver
seelenschatz 2, 255
a; (während desselben gew.) während eines
[] gewitters Sohncke
s. 11;
ztschr. d. Oestr. ges. f. meteorol. 2, 405; der leidende Werther könte als eine alegorie im parakletor betrachtet werden ... dasz er die Lotte bei einem gewitter kennen gelernt könte gut gebraucht werden Lichtenberg (
sudelbuch no. 487)
aphorismen 3, 212; (bei einem gewitter) Hartmann 15, Baumgartner 4; Sohncke 11; dasz tiefe brunnen bei gewittern geschwinder gefüllt worden (
in thunder storms) Krünitz
übers. des Priestley 219; (bei gewittern) Hartmann 14;
desgl. 15; 21
und oft; Baumgartner 14;
desgl. 27;
ztschr. d. Oestr. ges. f. meteorol. 2, 405
u. a. Klimpert
s. 91; und wenn er bei gewittern in den himmel blicke, teile die wolke sich und hervor schimmre der heitere tag Hölderlin (
tod des Empedokles 1) 2, 234
Litzmann; der armen schiffleut seelen bitter erschrecken hat vor dem gewitter. Spreng
Ilias (1610) 213
b XV; und auch vor den gewittern, davor mir nie ward leid, begann ich jetzt zu zittern für's zitternde getreid. Fr. Rückert 1, 193. 2@b@b@5@cc)) von dieser vor dem gewitter vorhergehenden angst reden wir allhier gar nicht P. Ahlwardt
betrachtungen über den blitz 380; dasz allemal wind vor dem gewitter vorhanden Zedler 4, 169; vor dem gewitter erhebt sich zum letztenmale der staub gewaltsam, der nun bald für lange getilgt sein soll Göthe
max. u. refl. (85)
schr. d. göthegesellsch. 21, 17;
vgl. auch (vor schwerem gew.) G. Freytag 4, 371; es bedarf nicht der beihilfe einer lebhaften einbildungskraft, um an dem, was vor und nach einem gewitter und während eines solchen in der luft vorgeht, das bild eines heftigen streites zu erkennen A. v. Baumgartner
über gewitter s. 5; vor einem gewitter herrscht gewöhnlich unten grosse windstille und man sieht diese als einen ebenso sicheren vorboten eines donner- und gar hagelwetters an, wie drückende schwüle
s. 9.
desgl. s. 7. 8.
vgl. Sohncke
s. 15;
ztschr. d. Oestr. gesellsch. f. meteorol. 2, 405
u. a.; wenn vor dem gewitter todesstille den wald beherrscht. Klopstock (
Messias 15, 352) 3, 164
Boxberger; diese luftsäule musz sich am folgenden tage nach dem gewitter noch abgekühlt finden, vorzüglich in der höhe, wo die gewitterwolken hingen Gehler
physikal. wb. 4, 1594;
vgl. auch (nach schrecklichem gew.) Herder 16, 412; Sohncke 11. Baumgartner
s. 4. v. Liliencron 2
2, 207. 2@b@b@5@dd)) viel halten die blossen corallen bei sich getragen oder wohin nur geleget, gut wider die gewitter und wetterstrahl Ettner
med. maulaffe (1719) 672; es geht die sage bei den leuten, man soll nicht ins gewitter deuten mit seinem finger; denn der blitz fahr' nach des deutefingers spitz! K. Immermann (
Tristan und Isolde I) 13, 106
Hempel; dazu vgl. (in ein frolockend gewitter) Hölderlin 2, 77; J. Mosen 2, 143;
F. Matthisson
ged. 174; dasz der niederschlag sich dort nicht zum gewitter steigert
ztschr. d. Oestr. gesellsch. f. meteorol. 2, 406; zu den gewittern in beziehung stehen Klimpert
s. 1. 2@cc)
ungewöhnlich entwickelt sind die übertragenen verwendungen des substantivs. die zunächst sich darbietende übertragung auf andere naturerscheinungen ist verhältniszmäszig spät belegt und auch wenig entwickelt: ihr felsen scheint .. ihr wolken tiefer mich zu drücken im fernen schoose des abgrundes dumpfe gewitter tosend sich zu erzeugen, Göthe (
triumpf der empfindsamkeit) 14, 49. oft reissen hoch aus der umwölkungen schosz mit donnergetöse die blöcke sich los, dasz rings in langen gewittern die gipfel erzittern. Fr. v. Matthisson (
alpenreise)
ged. 174; bis es zuletzt wie ein gewitter durch den leeren .. saal hallte G. Keller (
grüner Heinrich 1, 11) 1
17, 115; dann einen pistolenschusz und das darauf folgend gewitter des echo Stifter (
feldblumen 15) 1, 142
Sauer. früher bezeugt und weit fruchtbarer ist die übertragung auf erscheinungen am und im menschen: und inn solchem grossem krachen wird der tag da her reissen und platzen, wie ein gros gewitter das inn einem augenblick
[] alles mus verzert werden Luther (2.
ep. Petri gepred. u. ausgel. 1523) 14, 71
Weimar. 2@c@aα)
schon zum eigentlichen vergleiche sind hier die mannigfachsten berührungspunkte aufgespürt: 2@c@a@11)) die Du Menil hab' ich auch gesehen, welche sonst aufzog, wie die stralenlose nacht, und fürchterliche blize schleuderte. jetzt wetterleuchtet sie nur noch; es ist ein verzogenes gewitter, und ihre talente sind erschöpft H. P. Sturz
schriften 1, 95; Napoleon war ein gewitter, welches die schwülen südländer erfrischte Börne
fragmente u. aphor. (254) 3
3, 433; die Armida abbandonata von Jomelli ist die schönste rhapsodie aus dem befreiten Jerusalem des Tasso, und macht ein groszes reiches ganze für die lyrische bühne. es gleicht einem gewitter in schönen frühlingstagen, das mit fürchterlichen blitzen und wetterschlägen schnell vorüber rollt Heinse (
Hildegard 1) 5, 119. 2@c@a@22)) und deutsche fürsten sollten in der haft der kettenschmach vor einem gaukler zittern? brecht stürmend auf, gleich brausenden gewittern! Tiedge (
an die Deutschen. 1809) 3
3, 40;
dasgleiche (
ohne attribut) Brockes
Thomsons jahreszeiten 189; menschen dieses schlags .. würden .. als eine pest, ein erdbeben oder gewitter unter das volk fahren Bonaventura
nachtwachen (7) 60
Michel; so ziehen die kriegsgenossen streng, schweigend und ungeschmückt, wie gottes dunkler wille wie ein gewitter schwer! J. v. Eichendorff (
soldatenlied) 1
3, 137; doch ists nicht meine sache, hin und her zu reiten in 'nem kleinen engen zirk, das musz wie gott's gewitter durch die wälder thalnieder, berghinauf mit schnaufen gehn. Tieck (
Genovefa) 2, 241; seit jenem tage grollt über dieser ebne unverrückt die schlacht, mit immer reger wut, wie ein gewitter, zwischen waldgekrönten felsen gipfeln geklemmt. H. v. Kleist (
Penthesilea 1) 2, 26
E. Schmidt; das war ein ritter noch mit fug, der wie ein heisz gewitter die knechte vor sich niederschlug. — G. herwegh
ged. eines lebendigen 1 (
der freiheit eine gasse); ein dunst umzog die kämpfer, wie gewitter, das sich reich entleert. W. Leuthold
gedichte4, 342; mir war's wie ein gewitter, das verzog, als er so langsam um die ecke bog. A. v. Droste-Hülshoff 2, 104; was bliebe ihnen noch zu fürchten, wenn Holofernes an ihnen vorüber zöge, wie ein gewitter, das nicht zum ausbruch kommt! Hebbel (
Judith 4) 1, 54
Werner; die fluthen des Rheines schützen uns zwar; doch ach! was sind nun fluthen und berge jenem schrecklichen volke, das wie ein gewitter daherzieht. Göthe (
Hermann u. Dorothea) 40, 268; ich will dieses land durchflammen wie ein reinigend gewitter, niederschmettern seine stämme ... Grillparzer (
der traum ein leben 4); ich bin das dürre land und du kommst, wie ein glücklich gewitter — o es ist herrlich, dasz du da bist! Hölderlin (
Hyperion 3, 11) 2, 156; schnell wirft der eine ritter den handschuh unter's volk; das murrt, wie, vom gewitter erregt, ein meereskolk.
F. Freiligrath (
Barbarossas erstes erwachen) 1, 58; die luft war schwül — wie vor gewittern lag ein dumpfes schweigen rings auf allen plätzen. J. v. Eichendorff (
Ezelin 3, 4) 3
5, 280; wie getroffen vom gewitter steht er hinter einem gitter, o, wer hätte das geglaubt? ein gerippe sonder haupt. J. L. Stolberg (
die büszende) 1, 169; doch war alles an ihr wie von einem inneren gewitter bewegt, jede faser zitterte, die härchen in ihrem nacken schauerten P. Heyse (
ital. nov. 2:
Beppo der sternseher) II, 2
s. 102; das alles und mehr, ihr ganzes himmlisches wesen, ging wieder auf mir, wie der bogen des friedens nach gewittern Hölderlin (
Hyperion. 1. fassung) 2, 64
Litzmann. [] 2@c@bβ)
den hauptgebrauch bildet jedoch die einfache tropische verwendung, die sich zumeist durch die syntaktischen verbindungen als solche ausweist. 2@c@b@11))
wie schon sp. 6391
angedeutet, ist in dieser wendung zum tropischen bei unserem substantiv namentlich die über ordnung über ein anderes substantiv belegt, während die unterordnung unter solche hier wenig beobachtet ist: wonne, deren vollgenusse kein tyrannisches verbot hinterher mit seelennot oder sturm und regengusse strafender gewitter droht. Bürger (
d. hohe lied v. d. einzigen. variante) 452
Sauer; dann sah und hörte er mit starrem staunen den evolutionen des erschrecklichen gewitters (
des schnupfens) zu Fr. Th. Vischer
auch einer 28.
bei der überordnung stehen auch hier den lockeren formen der verbindung zahlreiche zusammensetzungen gegenüber: 2@c@b@1@aa)) denn wilder noch musz, was zertrümmert, in einander splittern, verbrausen das gewitter der zeit. Loeben (
abschied) 36
Pissin; das gleiche E. Geibel (1888) 1, 150; drum auf, es lebe das jagen, dies stete gewitter der welt! H. Laube
jagdbrevier 198; gleich dem müden schnitter, träumt, wie durch den finstern wald eurer tage, das gewitter dieses lebens sanft verhallt. Tiedge (
des pilgers nachtlied) 2
5 81; die sterbenden haben trockne augen. das gewitter des lebens endigt mit kalter luft Jean Paul (
Titan 4, 96) 24, 29;
ebenso (die gewitter und erdbeben des lebens)
Hesperus (2, 18) 8, 107; die gewitter meines lebens ziehen heim. es wird schon kühl um meine seele (2, 21) 8, 175; ein schönes buch ist immer ein blitzableiter in den gewittern des eigenen lebens Peter Cornelius (
an seine schwester)
s. südd. monatshefte II, 31; fernher hört' ich schon lange die dumpfen gewitter der rache. Franz v. Sonnenberg
das weltende (1) 1, 3;
das gleiche J.
M. R. Lenz (
landplagen 1)
ged. 21
Weinhold; nie wieder dir zu nahn gelobt' ich im gewitter deines zorns. Chr. Stolberg (
Antigone) 14, 27; so muszt du (
musik) in gewittern der harmonie die seelen tief erschüttern. A. W. Schlegel (
bund d. kirche mit d. künsten) 1, 93; da schläft er, und die gewitter der schlacht umziehen uns, als wären es seine träume Grabbe (
Napoleon 4, 6) 3, 124
Grisebach; ich meine nicht die dem sonnenschein und gewitter der wissenschaft unmittelbar und rasch zur seite stehende praxis, sondern die wie ein anhaltender landregen nachschleppende J. Grimm (
das wort des besitzes)
kl. schr. 1, 119; seele und leib dem wirbelnden gewitter der erinnerung hingeben H. Laube
das junge Europa 1, 7) 1, 34
Houben; 2@c@b@1@bb)) ... auf einmal bricht sich das gewölke, das kriegsgewitter verschwindet aus Franken, um sich in Sachsens ebenen desto schrecklicher zu entladen Schiller (30
jähr. krieg 3) 8, 203; das kriegsgewitter von 1806 übereilte mich in meinen arbeiten Jahn
deutsches volkstum 1, 150; (wettergebete gegen das krieggewitter) Jean Paul 34, 128; (die kriegsgewitter) Herder 12, 199; wie beherzt im kampfgewitter spornen mag sein rosz ein ritter ... Fr. Rückert (
der hahnenkampf) 3, 97;
das gleiche Strachwitz
ged. 8 110; und darf die lieb' es (
das lied) nicht in rosen hüllen, so soll es starren denn von schwert und lanze und schlachtgewitter soll es mächtig brüllen. (
gepanzerte sonette 1) 318;
desgl. (
leidenschaft) 54;
s. auch th. 9,
sp. 247; wälzte der sohn des verderbens sein hundertmeiliges heervolk, laute waffengewitter umflammten den gipfel des Ölbergs. Franz v. Sonnenberg
das weltende (3) 1, 54;
ebenso (
Ryno u. Alina)
ged. 162
Gruber; vgl. blutgewitter Sanders 3, 1641
a; pulvergewitter
erg. wb. 646
b; revolutionsgewitter
wb. 3, 1641
b; strafgewitter 3, 1641
b; verfolgungsgew.
[] erg. wb. 646
b; als die letzten donner des groszen völkergewitters in Paris verhallten Immermann (
epig. 8) 4, 145
Maync; weltgewitter Sanders
erg. wb. 646
b; es stieg ein mächtiges zorngewitter zwischen uns auf G. Keller (
grüner Heinrich 2, 7) 1
17, 292; ehegewitter Sanders
erg. wb. 646
b; sein freudengewitter kühlte sich ab zum heitern himmel Jean Paul (
Hesperus 34) 9, 221;
das gleiche P. Heyse 2, 8, 81 (
die pfadfinderin): dasz ein beifallsgewitter losbrach, welches den sturm der musik weit übertönte (
David u. Jonathan) 2, 6, 109; applausgew. Sanders
erg. wb. 646
b; und bald nachher ergriff der tenor ihrer klagstimme mein todtbanges herz. o! dasz ich jetzt vermöchte, dir das seelengewitter in seiner ganzen schrecklichen wahrheit zu schildern Thümmel (
reise 6) 6, 28; und auf Pindars klanggewittern solltest du gen himmel schweben. Strachwitz (
an Platens schatten)
ged. 2 80. 2@c@b@22))
auch in der verbindung mit attributen weicht die tropische verwendung deutlich von der sinnlichen ab: 2@c@b@2@aa))
nur selten kehren hier die oben belegten formen wieder: ist er ein hitziger mann .. will nicht alles leiden, so gerathen winter und sommer in einander, und da giebt aus kälte und hitze es die schwersten gewitter
der wohlgeplagte priester 91; was ist wahrscheinlicher, als dasz Jakobus, der eiferer, der beter, zugleich der bruder Jesu, von dem ihm zubereiteten, jetzt nahenden gewitter (
kreuzigung) mit am frühesten wuste? Herder (
briefe zweener brüder Jesu) 7, 488; diesen tag sollte das drohende gewitter ohne ausbruch über mir dahingehen O. Ludwig (
die gesch. v. d. dr. W.) 2, 441;
dazu vgl. (
s. u.) schwarz gew. Platen 1, 407; brütende gew. Grillparzer '
ständchen' 2
5, 17. 2@c@b@2@bb))
manche neuen fügungen lassen sich mit der ursprünglichen bedeutung des subst. wenigstens in einklang bringen: mein vaterland, dem bald der himmel blaue, o lächle mir aus ringenden gewittern! Strachwitz (
prolog zu den '
neuen ged.')
ged. 8 164; die eine hier hatte nämlich früher den andern zum schatz und die andere diesen jetzigen; dann haben sie alle vier ... gewechselt ... aber alle fronfasten gibts ein jammervolles gewitter, dasz beinah' die welt untergeht G. Keller (
grüne Heinr. 4, 5) 3, 87. 2@c@b@2@cc))
die meisten attribute weisen aber ausdrücklich über die von der bedeutung des substantivs gezogenen grenzen hinaus: alsz das blutige gewitter am Kison sich erhub. Rist
himml. lieder (2, 2) 81; und wenn das unterirdische gewitter, (
des Aetna) jetzt festlich auferwacht, zum wolkensitz des nah verwandten donners fliegt hinauf ... Hölderlin (
Empedokles auf d. Aetna 13) 2, 219; einen so frommen liebhaber der wahrheit zu ihrer erkenntnisz zu bewegen, habe ich weder ein olympisches gewitter noch acherontische überschwemmung in prosa nöthig Hamann (
zwei scherflein z. neuesten dtschen litt.) 6, 32; ... hatte zur folge, dasz das russische gewitter von Ostgalizien sich nach dem Balkan hin verzog Bismarck
ged. u. erinn. (28) 2, 214; während das ihm zu häupten stehende Napoleonische gewitter ihn treffen ... kann Fontane (
vor dem sturm) I, 1, 373; so wie das folgende ein wahres ganzes tragisches gewitter, lauter reine stärke und gewalt ohne überladung Heinse (
Hildegard 1) 5, 112; der zürnende mann ragt wenigstens mit dem kopfe über die wolken seines zornes hinaus, das eheliche gewitter grollt nur unter seinen füszen ... Börne (
über d. schmollen d. weiber) 2
3, 214; kam eine befreundete Grazer familie in groszer anzahl nach Hainstetten hinaus und quartierte sich auf eine woche sehr zwanglos und tumultuarisch ein ... als das gastliche gewitter nun endlich abgezogen war P. Heyse (
unvergeszbare worte) 2, 10, 215; liebe, raserei, die höchste süszigkeit, der bitterste schmerz, alles auf einmal, äuszeres und inneres gewitter, milder regen und linde thränen! Hebbel (
an E. Lensing 1844)
briefe 3, 29,
das gleiche (innerliches gew.)
schon Gundling
in samml. auserles. reden 2 119.
dazu vgl. als beleg für das possessivpronomen, das im gegensatze zu den obigen zeugnissen (
s. sp. 6389)
die sinnliche bedeutung ausschlieszt: sie wurde nicht eher kalt als bis er hitzig wurde ... so heisz ihr vor seinem einschlagenden gewitter seine stechende sonnenfreundlichkeit
[] vorkam: so unangenehm kalt war ihr nach demselben sein gewölke Jean Paul (
unsichtbare loge 1, 14) 1, 114. 2@c@b@33))
ungewöhnlich häufig wird das übergreifen über die grenzen der sinnlichen bedeutung durch präpositionalverbindungen zum ausdruck gebracht: die fortsetzung des geistersehers ... sende ich ihnen hier, und auf den nächsten donnerstag droht ihnen noch ein groszes gewitter von manuscript Schiller
briefe 2, 208; ... wenn, ein gewitter, von des redners stuhle der heil'ge eifer zürnend sich ergosz. Geibel (
juniuslieder: frühlingshymnus) 2
3, 46; beide freunde verschwiegen der freudigen jungen frau den ersten schlag des gewitters, das über ihre ehe aufzog Jean Paul (
Siebenkäs 1, 2) 11, 54; mehr als ein gewitter donnert hinein in den lebenstraum von uns andern (
Hesperus 2, 18) 8, 107; verteile dich, du schwarz gewitter, das mir im herzen stürmt und flammt ... Platen 1, 407
Redlich; ich habe das gewitter, welches mir dröwet, wol sehen auffziehen ... Opitz
übers. v. Barclays Argenis (2, 4, 7) 2, 233; bei Sankt Georg, warum ihr diesz gewitter mir auf den nacken schickt, ist zu errathen schwer. ich war ja stets mit herzlichem vergnügen bereit ... dem holden fräulein beizuliegen. Wieland (
Klelia u. Sinibald 5) 21, 285;
genau so (über den hals) 20, 86 (
Abderiten 4, 9); sie könnten leicht das gewitter voraussehen, welches herrn Dahlheim über dem haupte schwebte Jung Stilling
jünglingsjahre 76; das ganze wurde unter dem tiefsten geheimnisz ... verhandelt, dasz G
*** auch nicht einmal von ferne das gewitter merkte, das über seinem haupte sich zusammenzog Schiller (
spiel des schicksals) 6, 110;
genau so H. v. Kleist (
Kohlhaas) 3, 206; H. Schmid (
das Schwalberl) 4
2, 138, Th. Fontane (
vor dem sturm 19) I, 1, 165; Pervonten wird zuletzt diesz leben unerträglich. ... frau Vastola bemerkt es nur zu wohl dasz ein gewitter sich um seine stirne ziehet; und eh' die wolke platzt und blitze sprühet, wär's, däucht ihr, klüger ihm den antrag selbst zu thun. Wieland (
Pervonte 3) 18, 190. ihrer rede mildes wehn war in mir zu sturmestoben, sie, der schöne maientag, in mir zum gewitter worden. unaufhaltbar brach ich los, sieghaft alles niederdonnernd. Uhland (
der sieger) 1, 189
E. Schmidt. ach, sie war trotz dem gewitter. das aus ihr blitzte, in diesem augenblick wunderschön G. Freytag (
verlorene handschr. 2, 5) 6, 307; seine stirn hatte sich zusammengezogen, und aus seinen augen wollte sich ein gewitter befreien D. v. Liliencron (
Breide Hummelsbüttel 1) 6, 23. 2@c@b@44))
nur in wenigen fällen ist die übertragung erst aus dem weiteren zusammenhange zu erkennen: so musz ein solches unglück, ein solches gewitter einschlagen, und unser stilles hauswesen in grund und boden donnern Tieck (
der gelehrte) 22, 28; in jenen tagen herrschte sonnenschein im hause Buddenbrook ... und manchmal gab es ein gewitter, ein kleines unglück wie dieses ... Th. Mann (
Buddenbrooks 2, 3) 1, 90; nur, ergreif' ich meine zither, wird das herz mir weit und grosz, und das brütende gewitter bricht in hundert strahlen los. Grillparzer (
ständchen) 2
5, 17; und wenn unheil droht dem hause, sich gewitter thürmen auf, steigt sie aus der dunkeln klause an die oberwelt herauf (
ahnfrau 1) 4
5, 30; und sie würden mich ... der freiheit beraubt haben, wenn nicht ... nachbarn mich gewarnt, und, so lange das gewitter anhielt ... verborgen hätten Pfeffel
pros. vers. 5, 33; die frau schwägerin mögen doch schuldiger sein, als ich selbst gedacht habe; das gewitter hielte sonst nicht so lange an Iffland (
hausfrieden 5, 1) 4, 298; 'meinst du, ob er poltern wird, oder —' 'i nu, gestrenge, das kommt darauf an ... ich fühl's immer gleich am ersten schlag, ob er nur verdrieszlich ist, oder ein gewitter losgeht ...' W. Alexis (
hosen d. herrn v. Bredow 7)
[] vaterl. rom. 3, 67; fluchte wie ein preuszischer wachtmeister, und wenn ihr miszfallen erregt wurde, so gab es ein so gewaltiges gewitter, dasz alles auseinanderfloh Gottfr. Keller (
landvogt v. Greifensee) 6, 151; dieser, ein leidenschaftlicher schnupfer, benutzte die gelegenheit, um aus der stehengebliebenen tabatiere der gräfin zu naschen. nicht ungestraft. ehe er noch die schwelle des saales überschritten hatte, war schon das gewitter herauf. alles lachte und Bamme rief; 'ertappt!' Th. Fontane (
vor dem sturm 21) I, 1, 194.