ungewitter,
n. ,
gegenstück zu gewitter und seitenstück zu unwetter (
s. diese und vgl. ungewitterung,
miszwetter, gegenwetter).
in ä. spr. früher und reicher entwickelt als gewitter,
heute von diesem in bed. 1 c
überflügelt; Luther
liebt u.,
wie er gewitter (
s. d. sp. 6380)
meidet; in der n. spr. überwiegt uneigentlicher gebrauch; singularische collectivbildung (
s. gewitter
sp. 6378)
erscheint bei bed. 1 a
am häufigsten, bei bed. 1 c
verhältnismäszig am seltensten; die zunehmende häufigkeit der plur.-bildung ist durch begriffsschwächung, individualisierung, reimbindungen und bes. durch den starken ausbau der übertragung gefördert. das verhältnis zu gewitter
wechselt: in bed. 1 a
kann u.
gth. des (guten, schönen, angenehmen, rechtmäszigen, sanftmütigen) gewitters, der schönen zeit, des wetters (gewitter
sp. 6380, 6385, 6381) sein (un IV A);
in bed. 1 b
steht es gewitter
oft gleich (
sp. 6381; un IV C);
nach durchdringen des wissenschaftlichen gewitterbegriffs 1 c
verstärkt sich die neigung, u.
als heftiges, gesteigertes gewitter
zu fassen (un IV B, D; Braun
orth. gramm. wb. 271
a; Weigand
syn. 3, 1123)
oder die sinnliche vorstellung in der übertragung überhaupt zu verdunkeln. ags. ungeweder, -gewidere, -gewiderung,
alts. ungiwideri.
ahd. ungawitiri.
mhd. ungewitere, ungewiter, ungewitter,
md. mnd. ungeweder(e),
mnl. ongeweder, ongewederte, ongeweerte.
nl. ongeweder (
veraltet).
westfläm. ongeweder, ongeweer, ongeweerte De Bo 673
b.
zu den formen s. gewitter: ungewider Diefenbach
gl. 576
c; ungewetir
Trebn. psalm. s. gewitter
sp. 6379; Schröer
voc. 1334; ungewetter
einmal Luther
sp. 6380; Kehrein
kirchenl. 4, 124
b; Reutter v. Speir
kriegsordn. 43; H. Braun
beschr. u. contrafactur 5,
vorw. A 2
a u. ö.; ungewettert Achatius 193
b (
dazu die mnl., nl. und fläm. formen oben). unwitter Megiser
ann. Car. 1307. ungewütter Seb. Bürster 206.
die mundarten scheinen sich i. a. wie bei gewitter
zu verhalten; sie retten z. th. veraltetes (Hupel 245)
oder spuren myth. denkens (
obers. 1, 418
a),
sonst ziehen sie wetter
und seine sippe vor. 11)
eigentlich. wenn auch die theilvorstellungen sich vielfach nahestehen und zusammenfallen können, lassen sich doch drei hauptvorstellungsgruppen erkennen. 1@aa)
der indifferenten bed. von gewitter
entsprechend, '
ungünstige, schlechte, schädliche, ungedeihliche, strenge'
u. dgl. witterung (
ungewitterung),
deren folgen, wirkungen, begleiterscheinungen, unbilden des wetters u. dgl.: in Otlohs
gebet 187, 66
St. entspricht umba daz ungiwitiri, daz tir ioner si
dem lat. aeris temperiem; schlechtes wetter ahd. gl. 2, 630, 1;
unbilden der witterung 2, 633, 67;
sündflutwetter Rud. v. Ems
weltchr. 800; die (
falken) wir denne uch ungewitters und grosser kelde halbin nicht ehr habin geschicken konnen
privatbr. 1, 174
Steinh.; unstet zeit mit ungewitter macht die natur siech und bitter
contra pestem (1500) A 6;
aurugo (
gemeint erugo)
gemma gem. 1508 c 3
b (undrechticheyt der lucht Diefenbach
n. gl. 43
b;
intemperies u., ungesuntheit, unmessigung n 2
b;
ἀκρασία Decimator; des morgens sprecht ir, es wird heute u. sein, denn der himel ist rot und trübe
Math. 16, 3; Luther 8, 368
W.; Butschky
Pathm. 218;
platzregen (
vgl. stilles gewitter)
Wilwolt v. Schaumburg 14; Reutter v. Speir
kriegsordn. 43; ein ungschlachtes jar, ... vol ungewitters war Sachs 17, 218, 21
G.; auf ein u.
in hieme Züricher bib. 1531,
ecclesiastic. 21, 9; im (
Hannibal) von stetem wachen und u. das ein aug abgieng Carbach
Liv. 115
b; zukünfftiges wetter (
aura) oder u. (
intempestas)
theatr. diab. 97
a;
wenn die mäuse tanzen, so verkündend sy änderung des wätters, namlich u. Gesner-Herold-Forer 108
a; regen und u. macht den hund in der spur irr Lehman
flor. 1, 430; wenn der winter herein thut dringen, viel ungewitter thut mit sich bringen
Venusgärtlein 107, 4
ndr.; die alten massiven steinernen häuser, die schon seit jahrhunderten jedem u. (
heute '
unwetter',
aber 1 b, c
wirkt ein) trotzten, sind jezt ... umgeschaffen J.
M. Miller
br. 1, 86; grundmauern und strebepfeiler, die ... durch zeit und u. (
heute '
verwitterung') beinahe dieselbe braungelbe farbe wie die steinmasse, auf der sie ruhten, angenommen hatten Hauff 1, 183, 18;
ähnlich wider lufft und u. (
witterungseinflüsse) getauret Lohenstein
Arm. 1, 28
a.
mit attributen: ze wynter zyt in groszem u. von schnee, ryffen und groszer kelty Steinhöwel
Äs. 286
Öst.; das rauche u. (in dem kalten und bergichten lande) Forbiger
Guicc. 90
b; trübes ungewiter J. Grob
versuchg. 63
u. ä.: subst. parallelverbindungen: welches ist das sichtige ubel? feyndtschafft, kranckheyt, u., pestilentz 2
ält. katechism. 43
ndr.; vor eusserlichem regen und u. H. v. Cronberg 137
ndr.; Aitinger
jagdb. A III
b; es were mir leydt, wen ihr disz regen undt u. im Schlangenbaadt haben soltet El. Charl. v. Orleans 4, 303; vor dem u. und unbequemer lufft Bastel v.
d. Sohle (1648) 125; miszwachs und u. Lohenstein
Arm. 1, 22; sein (
des winters) nachtrab uns doch noch bös heimsucht mit ungewitter und kalten reifen Arnim 14, 72 (
wunderhorn 2).
zusammenfassend: ackermann a. B. 33, 4; item regen, schnee, hagel und alles u. Agricola
sprw. (1534) p II
b; Weise
kl. leute 187 (
vgl. Heliand 1813). u. heiszt ... zuweilen auch überhaupt schlechtes wetter Hupel 245.
sonst veraltet. 1@bb)
in verengtem sinne '
sturmwetter, meeressturm, wogenschwall, wassersnot'
u. dgl., wobei dann übergreifen nach c
bisweilen nicht ausgeschlossen ist (
vgl. vehementissimos imbres, sonantia aquae tonitrua et levatitias auras Agobard 1, 161
Bal.): Otfrid 3, 8, 10; ein michel u. des windes wart gemacht
erste d. bib. 1, 135, 21; so kumpt ein u. von wind Keisersberg
narrensch. 200
b; Fischart
ehzb. 297, 34
H. (
gs. schOen still wetter); von dem u. des meeres hin und herwieder ... verworffen
M. Böhme
roszarzn. (1680)
vorr. v
a; zu ungewitters zeit (
seesturm)
Teurdank 76, 5
G.; Luther 10, 3, 422, 16
W.; da aber der herr wollt Elia ym u. (
per turbinem) ... holen
bib. (
W. 1906) 1, 199,
Zerbst. hds. 2 kön. 2, 1; Herder 19, 63; wie sprew die das u. (
sonst sturmwind) wegfuret
bib. 1, 421,
Berl. hds. Hiob 21, 18;
widriger wind b. d. liebe 78
d; das ungewitter wuchs, es wuchs ein jede welle D. v.
d. Werder
ras. Rol. 215; solch ein grausam mördrisch ungewitter Schiller 14, 374 (
Tell IV 1); 6, 390; sie fallen ihm, wie saat den ungewittern Tieck 1, 217; ein guten schiffmann erkennt man im u. Lehman
flor. 1, 205; Scheibe
crit. mus. 224
a.; obwohl die jahreszeit der u. noch nicht vergangen war Niebuhr
röm. gesch. 3, 553; schnell wie ein u.
s. 2 a. den windt und das u. des wassers,
τῷ κλύδωνι τοῦ ὕδατος,
tempestatem aquae)
erste d. bib. 1, 237, 30; eyn wind und u. Luther 17, 1, 447, 28
W.; th. 14, 263; von meeres u. und ungestümigkeit getrieben Ambach
zusauffen C II
a; eyn fortun (
ital. fortuna
für burrasca) und u. Carbach
Liv. 99
b; sturm und u. Steffens
was ich erl. 1, 95; ein grosz u. Pauli
sch. u. ernst 196
Öst.; wirbeliges Fischart
Bodin 146
a; erschreckliches Ramler
einl. 3, 18. wer wind seet, der erndet ungewitter ein Petri l i i II
a (
älter windsbraut ernten
th. 14, 264); du hast wind gesäet und u. geärndtet E.
M. Arndt 1, 261;
Hosea 8, 7.
heute unüblich geworden. 1@cc)
für die elektrische entladung und ihre begleiterscheinungen, heutigem gewitter
entsprechend. so lange es der beobachtung an wissenschaftlicher bestimmtheit fehlt, bleibt der begriff mehrdeutig. schon mhd. und mnl. belege schlieszen die elektrischen entladungen mit ein; u.
faszt verschiedenstes zusammen: kein dunder trifft in uff den weg, kein blitz, kein hagel und kein reg; als ungewytter schadt im nüt Murner
gaüchmatt 892;
noch allgemeiner: u.
ist der inbegriff von allem, was sich in der natur fürchterliches zuträgt Krünitz 196, 329.
bestimmter: den sibenden schlecht ungewitter Sachs 4, 131, 25
Keller; Franck
chr. G. (1538) 285
a; u. in der marter wochen Petri Q q 8
a; verrückt R 3
b; schläft ein Dannhawer
cat. 1, 130; ist vorbey J. G. Schmidt
rockenphil. 2, 324; vergangen Henrici 3, 202
u. s. w.; auch als bewunderte naturerscheinung: das u. ist schrecklich, aber doch prächtig Herder 23, 299; Göthe 46, 371
W. heute verzichtet die spr. der wissenschaftlichen wetterkunde und die davon abhängige gemeinspr. i. a. auf u.
zu gunsten des einfachen gewitter (
s. d. sp. 6388
f.; 6381
wird u.
von Behlen
als nordd. dafür angeführt, u. heiszt donnerwetter Hupel 245),
während unter u.
gern ein besonders heftiges, schreckliches gewitter verstanden wird. '
am gewöhnlichsten gebraucht man es jetzt von einem heftigen mit sturm verbundenem gewitter oder donnerwetter' Adelung; Weigand
syn. 3, 1123 (u., gewitter, donnerwetter, wetter); Lyon 856: es brach gleich nach meiner ankunft ein donnerwetter aus, und ich kann bezeugen, dasz ich nie ... ein so entsetzliches u. gesehen habe Pallas
bei Nehring
tundren 50; als auch die ersten schweren tropfen fielen und bald darauf das u. mit voller wuth losbrach Gaudy 13, 63.
verbindungen: tonder und u.
Tirol. passionssp. 430
Wackernell; donner oder u.
Faustbuch (
ndr. 1911) 43; donner, blitz und u. Widmann
Fausts leben 194
K.; regen und ungewitter hielten diesen ganzen vormittag über an und die blitze waren so heftig ... Forster 2, 44
u. a. mit gen. subj.: des ungewitters wt- und toben Schottel 674; das finstre dunkel des ungewitters Klinger 8, 366; in des ungewitters grimme Brentano 1, 294;
gen. obj.: man lese die beschreibung der schlacht, des ungewitters Göthe 49, 1, 235, 6
W. attribute (
vgl.grosze
und schwere gewitter
th. 4, 1, 3, 6382): ein gros u. Sachs 21, 192, 11
G.; nach dem u. grell Wickram 6, 85, 2383; grausam Schütz
hist. r. Pruss. A 5
a; schrecklichs Prätorius
Blockesb. verr. 3; schwefelschwanger Gottsched
d. neueste 8, 601; heftig
allg. d. bib. anh. 37—52, 802; stark Bräker 2, 135; grausam, mörd'risch Schiller 13, 310 (
j. v. Orl. 5, 1); eines instAehenden ungewitters Zesen
Adr. Rosemund 11
ndr.; plötzlich Buchholtz
Herk. 51; unvermuthet
Leipz. av. 1, 263; es murmelte in der luft erstlich ein kleines u.
vern. tadl. 1, 385; physische Forster 3, 140; magnetische Humboldt
kosm. 2, 24; nächtliches Holtei
erz. schr. 13, 154
u. s. w. mit präpos.: nach dem u. machst du die still
erste d. bib. 7, 11, 28;
Tob. 3, 22; durch u. Albertinus
Lucif. 13, 29
ndr.; vom u. Herder 5, 170; mit dem u. 3, 56; im u. Matthisson 1, 49
u. s. w. plural beliebt: Ringwaldt
l. warheit a 2
b; die meisten u. Göchhausen
not. 158; drey Hippel
lebensl. 1, 417; Tieck 8, 137; schlimmer als feuersbrunst, hagel und alle u. zusammen Polenz
büttnerb. 1, 65; ungewittern: zittern Gottsched
ged. 1, 338; Hagedorn 1, 7; Erlach
volksl. 2, 463
u. o. 22)
uneigentlich; schon ahd., mhd., mnl.; die ausgangsvorstellung ist dabei nicht selten unentschieden und uneinheitlich, die hauptvorstellung (
z. b. ungestüm, hast; lärm, aufruhr, tumult, zank, zorn; unheil, übel, fluch u. dgl.)
von der verbindung im einzelfalle abhängig; bisweilen, wie bei u. der geschosse, schläge
u. ä. wirken fremde ausdrücke ein. bes. häufig in der gehobenen spr. der bibel, der geistlichen lit., in der spr. der dichtung, im vergleich und bild. 2@aa)
von begriffen aus dem bereich der natürlichen welt, die aber denn oft zur menschenwelt in beziehung treten: die schedlichen u. dises möres (
der welt) (
vgl. Logau
unter b)
sp. menschl. behaltnus 23
b; Folz
meisterl. 74, 75
M.; des ungewitters mer einschenckt er in zuo lone Sachs
bei Wackernagel
kirchenl. 3, 63; kunst ist ein schild gegen alles u. Petri M m 2
a;
Königsb. dichterkr. 120
ndr.; im u. der schlacht
theat. d. D. 16, 12; in kampfes u. Rückert 7, 167. das u. der persischen pfeile (
tempestas telorum) Lohenstein
Arm. 1, 223
a;
vom hagel der geschosse: das u., das vom schlosse fiel, zerschlug und schleuderte zum grund den feind E. v. Kleist 1, 257 (
Cissides u. Paches 1, 168); ein u. von schlägen H. v. Kleist 1, 210; flüchen, scheltworten
u. ä.; das ganze u. von pauken, trommeln, becken, posaunen, trompeten, hörnern (
vgl. die hörner ungewittern) E. Th. A. Hoffmann 15, 80; 'prinz Eugen, der edle ritter!' hei, das klang wie ungewitter weit in's Türkenlager hin Freiligrath 1, 45; schnell dreht sich Sacripant, wie ungewitter Gries
ras. Rot. 1, 23; wie ein u. kam er mir nachgeritten Alexis
hosen 1, 29; das geht wie ein u., schnell, flink wie ein u.
u. dgl. in nordd. umgangsspr.; jahrtausende zogen abwärts in die ferne wie u. Novalis 3, 192; wenn solche löwen dick um ihn mit wuth, gleich schwarzen ungewittern sich drängen Ditfurth
volksl. d. pr. heeres 25; 2@bb)
bes. von begriffen aus dem kreise der menschlichen gefühlswelt: Notker 2, 263, 25; 345, 22. 26
P.; Tauler
pred. 188, 17
V.; si vis esse christianus et intrare hanc navem, so ruste dich, das du u. hast Luther 34, 1, 127, 20
W.; u. leidest 129, 22
W. (unfaal Frisius 868
b); ein solch u. inn unserm hertzen 30, 3, 580
W.; Guarinonius 222; und ist also vergeblich alle yhr u. und toben, das sie deuteley suchen Luther 26, 315
W.; von der ewigkeit A. Silesius
seelenl. 232
ndr.; die welt ist wie das meer; ihr leben ist gar bitter; der teuffel machet sturm, die sünden ungewitter Logau 94, 388; dasz eine ... arbeit .., in sonnenschein und u. (
eigentlich bed. 1 a) das gemüth am gesundesten erhält Niebuhr
röm. gesch. 1, 378; (Jupiter die obere und Juno die untere luft, ... mann und weib; daher der ewige zank, eigentlich u. Vosz
krit. bl. 1, 114); '
uneigentlich nennt man im gemeinen leben einen heftigen lauten zank und lärm ein u.; es entstand ein groszes u. im hause' Campe; um sich von dem ewigen u. seiner frau zu befreyen Bode
Mont. 5, 218; da brach das u. (
furchtbarer tumult) von neuem los Börne 5, 200;
dichterisch: vor des wüthrichs ungewittern Körner 1, 116.
gern mit erläuterndem gen.: Notker 2, 462, 22
P.: das u. grosses unlümdens
N. v. Wyle
transl. 318, 35
K.; der papst plitzte und donnerte mit seinem u. des bannes uber und wider könig G. Rätel
Schles. chr. 173; die u. des öffentlichen rufs Lenz 3, 97
T.; in des grimmes ungewittern Arndt 3, 32; der rache Arnim 15, 336; der eifersucht Nestroy 11, 201; der leidenschaft Kurz
sonnenwirt 124
u. ä.; dem groszen u. des kriegs Carbach
Liv. 204
a; Meinecke
Boyen 1, 23;
auch ohne zusatz vom krieg verstanden Justi
Winckelmann 1, vii; bey den schrecklichsten ungewittern des glücks
samml. v. schausp. 6, 123; das u. der tiefe Ranke 2, 147;
dichterisch des kreutzes u. Rist
n. t. Parn. 798; deines heeres u. Rückert 1, 20.
subst. parallelverbindungen: u. und wint (
versuchung) Tauler 188, 17
V.; kein u. oder betruobnusz der zeit A. v. Eyb
d. schr. 1, 35, 30; kein trüber sturm, kein u. Gryphius
ged. 142, 10; sturm u. P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 390
b; Gentz 2, 14; Hoffmann v. Fallersleben 4, 276; Laube 1, 386;
reich entwickelt sind die attribute: núwes kúnftiges Suso
d. schr. 145, 12
B.; sich zusammenziehendes Wieland
Ag. 1, 353; beständiges Stilling 1, 371; drohendes
M. J. Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 206; bedrohetes
pol. maulaffe 21; bedrohliches E. Th. A. Hoffmann 6, 14; abgewendetes Fr. L. Jahn 1, 20; böses Spreng
Il. 40
a; grewlich Sachs 18, 60, 20
G.; jAemmerlich Xylander
Polyb. 26; grausam Sandrub
kurzw. 139
ndr.; betrübtes Lohenstein
Arm. 2, 250
b; grösseres 1, 787
a; schwarzes Weichmann
Nieders. 2, 182; entsetzliches Lessing 5, 45; schreckliches Herder 16, 412; dichtes A. G. Meiszner
Alc. 3, 95; arges Freytag 2, 165; schweres Gryphius
trauersp. 59
P.; P. Gerhardt
bei Fischer-Tümpel 3, 333
a; Neukirch
anfangsgr. 562; das ganze u. Knigge
roman 1, 126; in heil'gen ungewittern Arent-Conradi-Henckell 241; doppeltes H. v. Kleist 3, 177; das französische u. streift noch immer jenseit des Thüringer waldes hin Göthe IV 11, 144, 4
W.; inneres u. J. v. Müller 6, 226; Hebbel I 7, 77; häusliches Holtei
erz. schr. 4, 38; Storm 5, 272; bei dem geringsten u. Möser 1, 366; dir u.
Terenz (1499) 21; dieses Forster 6, 236; jedem u. Göthe
Faust 4907
u. s. f. das u. aus Oszmannstädt Schiller
br. 6, 60; ein u. ohne gleichen Ranke 30, 207.
die verbalverbindungen entsprechen denen der bed. 1 c (bereitet sich vor Mommsen
r. g. 3, 423; kündigt sich an Dahlmann
g. v. Dännem. 3, 150; ist im anzug Scheffel 2, 35; bedroht Deutschland Ranke 31/32, 9; lagert über 14, 320; entsteht in Görres
br. 3, 161; zieht sich über ... zusammen
disc. d. mahlern 1, 5; Knigge
umg. 2, 140; zieht mir nah am kopf vorbei Göthe
mitschuld. 498; IV 36, 232
W.; ist hinüber A. U. v. Braunschweig
Oct. 1, 528; sieht man aufsteigen Wieland
Ag. 2, 247; abwenden Leibniz
d. schr. 1, 251; ableiten Schmidt
gesch. d. Deutschen 1, 411
u. s. f.),
theilweise sind sie dichterischer (will sich zur ruhe legen Hoffmannswaldau-Neukirch 2, 259; dem u. stehen Schiller 12, 80,
vgl. Göthe
Faust 4907; u. wölken sich J.
M. Miller
ged. 285; diese u. stillen Gries
ras. Rol. 3, 112
u. a.).
plur. noch häufiger als bei 1 c (Gottsched
schaub. 1, 3;
ged. 379; und in den ungewittern erzeigt sich erst der muth Göthe 12, 75
W.; schr. d. Götheges. 17, 175; mit ungewittern reden Seume
ged. 38; Schubart
ged. 1, 295; J. G. Jacobi 5, 19; Deutschland dunkelt tief in ungewittern Eichendorff 1, 437
u. s. f.). 33)
in der spr. des mythologischen denkens, des aberglaubens, des euphemismus leistet u.
dem vordringenden gewitter
kräftigen widerstand J. Grimm
d. myth. cap. 20, 3; welches ungewitter (oder donnerwetter) hat dich hergebracht?
myth. 2
4, 847; ihr habt meine liebste mit den jungen kerln alleine gelassen? das u. soll sie von der stube führen! Gottsched
schaub. 5, 341; 4, 484; ich wollte, dasz das u. alle quälerinnen zum henker führte Eschenburg
beisp. 8
b, 60;
pasteten, dergleichen ich ihm (
dem koch) alle jahre eine mit allen ungewittern in die küche schicke Möser 2, 262; dem himmel sey dank für das gnädige u., das itzt kommen wird! C.
F. Weise
lustsp. 1, 31; 's heilige u'gewitter wär 'ne mit schlusen un blitz in de aardöppeln gefahren
obers. 1, 418
a (
vgl. heilig bei naturerscheinungen Staub-Tobler 2, 1148
und lieb
zs. f. d. wortf. 10, 151, liebes gewitter, wetter); der brauch ..., das widder das u. die glocken geleutet sind worden Luther 26, 234; das bild Jovis ward auffgestelt wider all u. Franck
sprw. (1541) 2, 148
a; kügelein fürs u. Fischart
binenk. 164
a; würtzwisch ... für gespenst und u.
Garg. 231
ndr.; Prätorius
phil. col. 58;
aura levatitia, verursacht von tempestarii oder durch bestimmte handlung: Grimm
sagen 1, 38;
vom teufel Nigrinus
zäub. 3; u. machen Stainhöwel
ber. fr. 68; Parac. 2, 107
B.; Körte
sprw. 186;
altd. pass. a. Tirol 430
W.; Sachs 9, 273, 6
K.; erwecken Kramer (1702) 2, 1274
a; brauen Fouqué
bilders. 1, 42; ausströmen Vosz
ged. 3, 109; erregen Laistner
nebels. 256; durch blasen der hörner das u. zu vertreiben Göthe 48, 152, 23
W.; wie ... durch beschwörung und zauber sturm und u. entstanden Fr. L. Jahn 2, 309; urheber von sturm und u. Laistner
nebels. 13.
oft ist der myth. bezug ganz verblaszt (Abr. a St. Clara
mercks Wien 79),
bes. in der übertragung: nun? werden sie sagen, das verspricht doch auch kein u. Lessing 8, 226; A. G. Kästner 2, 220; mehr als ein u. zieht er mit künstlich kühner hand auf seine feinde selbst hernieder Herder 17, 40; Müllner
dram. w. 8, 100; dasz statt des ungewitters, das er beschworen ... ein noch drohenderes über ihm schwebte H. Schmid
alte u. n. gesch. a. Bayern 70; nimm dich in acht! es gibt ein u. (
tadel, schelte, strafe, prügel, zornesausbruch u. dgl.)
umgangsspr. 44)
in der bezeichnung von personen mischt sich bei u.
übertragung (
s. 2)
mit lat. vorbilde (
vgl.tempestas Siculorum, pacis, comitiorum): ungewitter, teufels-braut, zahn-bruch, neid der guten tage ... alte, pack dich!
geharnschte Venus 128, 6
ndr.; o du groszes ungewitta Hartmann
volksschausp. in Bayern u. Öst. 186; das ale u.
böses frauenzimmer obers 1, 418
a. u.
als familienname nicht selten, z. B Zedler 49, 1479
wie noch heute. ein mensch ist desz andern wolff, teuffel, hagel oder u. Petri X 7
a;
die frau sey ein schiffbruch des mannes, ein u. des hauses
Rein. Fuchs (1650) 180. 55)
zusammensetzungen einerseits: beifalls-, kampfes-, nacht-, schlachten-, weltenungewitter Sanders
erg. 646
b.
anderseits: ungewitter-besorgnisse Hohberg
g. 2, 132; -gesicht Zschokke 20, 121; -gewölke Willamow
s. schr. 64; -grauen K. Förster
ged. 1, 40; -hitze (
fieber) Hippel
lebensl. 1, 278; -loch Valvasor
ehre d. h. Crain 1, 633; -schlag Rückert 2, 486; -stimmen Herder 9, 51; -sturm 28, 4; -vogel,
m., procellaria Nemnich
naturg. 610,
thalassidroma pelagica Naumann
vögel 10, 557, Krünitz 196, 341,
petersvogel, petersläufer, petrel, sturmvogel; -wolke Hohberg
Ottobert T 4
a; Herder 11, 290; 3, 154; 6, 33; Heinse 3, 152; Gutzkow
zaub. 5, 278; -wort Herder 5, 257
u. a. —