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vornehmlich

nhd. bis spez. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

vornehmlich adv.

Bd. 26, Sp. 1360
vornehmlich, adv. (und adj.), s. fürnehmlich th. 4, 1, 1, sp. 780 und 781; relatio vornemlich befelchunge Diefenbach gl. 490c; prestans vornemelich nov. gl. 302a; vornemlich, principalmente Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 124b; für- et vornehmlich, maxime, praecipue Steinbach 2, 135; vornehmlich Adelung; Campe; nd. fürnamlik, fürnamelk, fürnämelk ten Doornkaat-Koolman 1, 543a; mnld. vorenemelike Verwijs-Verdam 9, 1043. 11) zur schreibung: festgesetzt hat sich jetzt vornehmlich entsprechend vornehm, zu dem es gehört. 1@aa) häufig, besonders im älteren nhd., ist vornemlich: vornemlich aber soll man allen fleis ankehren Barth weiberspiegel (1565) c 8a; in der heiligen schrifft vornemlich erwenet Mathesius Sarepta (1571) 7a; was unsere teutsche sprache vornemlich angehet Opitz poeterei 8 ndr.; weiter Rist d. friedewünsch. Deutschl. (1648) 13; Schupp (1663) 17; Haller Usong (1771) 17; Sturz (1779) 2, 12; G. Forster (1843) 1, 64; Schleiermacher Platon (1804) 6, 18; K. L. v. Haller restaur. d. staatswiss. (1816) 1, 10; Zinkgref auserl. ged. 28 ndr.; Günther ged. (1735) 312. 1@bb) die schreibung mit ä beruht auf anlehnung an nämlich und name (s. auch unter c). 1@b@aα) die schreibung vornämlich hält sich bis in die neuzeit: vornämlich der augenschein Herder 23, 536 S.; weiter Gerstenberg Hamburg. n. zeitung 323 dt. lit. denkm.; Klopstock gelehrtenrep. (1774) 15; Schleiermacher Platon (1804) 2, 365; Niebuhr m. gesch. (1811) 1, 229; Dahlmann gesch. d. franz. revolution (1845) 48; J. Grimm kl. schr. 6, 155; Hebbel br. 1, 346 W.; Mommsen m. gesch. (1854) 2, 421; Nitzsch dt. studien (1879) 155; Shakespeare Romeo u. Julia 5, 3. 1@b@bβ) seltener vornähmlich: vornähmlich begriffen Zesen beschr. d. stadt Amsterdam (1664) 300; Hippothous aber, welchem Anchialus vornähmlich nahe ging Bürger 267a; Schleiermacher (1834) I 3, 43; Fr. Schlegel pros. jugendschr. 1, 234 Minor; Hegel (1832) 6, 154; da nun vornähmlich konnt es gar nicht fehlen Freiligrath dicht. (1870) 2, 188. 1@cc) die anlehnung an name und namlich bringt formen mit a hervor, vgl. nld. voornamelijk und Verwijs-Verdam 3, 1043: principalis furnamligeste Diefenbach gl. 459c; endelich und vornamlich Bräker (1789) 1, 200. 1@dd) in älterer sprache wird hinter dem labialen nasal ein b geschrieben: vornemblich in zweyen stücken Kirchhof wendunm. 1, 43 Ö.; ist vornemblich in acht zue nehmen verh. d. schles. fürsten u. stände 1, 54 Palm; die seinen, vornemblich hauszgenossen Moscherosch insomnis cura parentum 22 ndr.; ferner Grimmelshausen 3, 386 Keller; Rollenhagen froschmeuseler (1595) a 5a. 22) erweiterung des suffixes in älterer sprache: vornämlichen, dasz ifg secretari hinterstellig verblieben Schweinichen denkw. 99 Ö. 33) bedeutung. im entwickelten nhd. ist das wort auf den adverbialen gebrauch eingeschränkt (s. aber unter a) und auch in diesem gegen früher eingeengt. 3@aa) das adj. erscheint in älterer sprache in verschiedener bedeutung; sich etwas herausnehmend, anmaszend: presumere furnemlich seyn o. werden Diefenbach gl. 457c (fehlt oben bei fürnehmlich, adj.). — vor anderem wichtig, sich hervorhebend u. ä.: dasz durch in und seinen rath und that ein vornemlichs vor den feinden auszgericht und geschehen sei graf zu Solms ursprung des adels (1563) 2b. — in der bedeutung besonders wichtig, hauptsächlich vereinzelt auch noch in neuerer sprache im superl. wie vornehm (s. dieses unter 4): dessen verwirklichung ... den vornehmlichsten inhalt der römischen geschichte bildet Jhering geist d.m. rechts (1852) 2, 1, 135; die vornehmlichste sorge des marschalls Moltke schr. u. denkw. (1892) 3, 38. — hochstehend nach geburt, rang und stand (vornehm 5, vgl. vornehmlichkeit); heydnische vornehmliche geschlechter Prätorius bericht v. Katzenveite (1665) c 2b. — freier von unpersönlichem: auszgenomen dy sontage und etsliche vornemliche feyre Hedwigsleg. (1504) c 6b; under andern vielen und herrlichen dörffern ... hat disz landt zwei fürnemliche dörffer Braun beschreib. u. contrafactur d. vornembsten stät d. welt (1576) 2, 18a. 3@bb) auch im gebrauch des adv., worauf die neuere sprache eingeschränkt ist, bewegt sie sich unfreier als die ältere, worüber oben fürnehmlich zu vergleichen ist: vornehmlich kann nicht mehr in dem allgemeinen sinne von vortrefflich gebraucht werden (furnemlich reden, meisterlich reden th. 4, 1, 1, sp. 781); es bedeutet vorzugsweise, vor anderem, besonders, hauptsächlich, zuvörderst u. ä. 3@b@aα) es wird innerhalb eines satzes ein wort oder eine wortgruppe hervorgehoben: es hat sein sohn Carolus die stadt (Breslau) vornehmlich geliebt Rätel Curäi chron. v. Schlesien (1607) 284; bey den Griechen hat es Aristoteles vornemlich gethan Opitz poeterei 8 ndr. in beiden stellen wirkt die ältere, freiere bedeutung nach; es sind vornehmlich vier ursachen, warumb ich solches ... begehre Moscherosch insomnis cura par. 18 ndr.; der schauplatz ist Constantinopel und vornehmlich die käyserliche burg A. Gryphius trauersp. 17 Palm; um diese zeit, vornehmlich aber heut Grimmelshausen 3, 444 Keller; so kan dieses vornehmlich von Miltons gedichte gelten Bodmer abh. v. d. wunderb. (1740) vorr. 5; ich bitte sie, vornehmlich auf die letzten acht zeilen aufmerksam zu seyn Lessing 8, 47 M.; anwendung dieser aussicht auf neuere sprachen, die deutsche und französische vornehmlich Herder 1, 138 S.; mit diesem geist schrieb er alles, vornehmlich die geschichte der kunst Göthe 46, 99 W.; durch die ganze froschtonleiter hör ich vornehmlich krächzen moral, moral, moral Bettine Cl. Brentanos frühlingskranz (1844) 48; vornehmlich war es Shakespeare, der uns auf weg und steg begleitete Mörike 3, 92 Göschen; (er) bat sie, sich vornehmlich seinen erwachsenen töchtern zu widmen M. v. Ebner-Eschenbach (1893) 3, 232; dasz sich vornehmlich hier schlechte wetter sammeln Hans Grimm volk ohne raum (1928) 1, 301; vornehmlich sieht das hohe Wien die opfferflammen aufwärts ziehn Günther ged. (1735) 128; vornehmlich eine — grille, wenn ihr wollt, ist ihr sehr werth Lessing Nathan 1, 1. 3@b@bβ) hervorgehoben wird eine durch den infinitiv bestimmte gruppe: da er doch vornemlich sucht, ein herr über ihrer mutter ducaten zu werden Grimmelshausen 3, 340 Keller; (der tambourjunge musz) vornehmlich ... einen würbel mit doppelt-prellenden stöcken schlagen lernen v. Fleming d. vollk. t. soldat (1726) 144; vornehmlich aber musz er den hund zum hirsch gewöhnen Heppe aufr. lehrprinz (1751) 6; der pfarrer habe es doch besonders bequem, da er vornehmlich nur zu denken und zu reden habe W. H. Riehl d. dt. arbeit (1861) 202. 3@b@gγ) vor einem relativsatze, wobei es zunächst auf ein verbindendes demonstr. bezogen werden kann, oder sonst zur hervorhebung eines satzinhaltes: dieweil vornehmlich zu befahren, dasz der feind diese niderlag nicht wird ungerochen vorüber gehen lassen Dilich ungar. chronica (1606) 176; vornemlich, wenn sie (die frucht) für sich selbst unwerth A. Gryphius Horribil. 60 ndr.; vornemlich in dem, dasz wir unsere muttersprache ... säubern Neumark neuspr. t. palmbaum (1668) 31; vornemlich wann ers (das mittel) braucht, ehe 24 stund ... vorüber lauffen Grimmelshausen 3, 338 Keller; also musz bei einer guten erziehung vornehmlich darauf gesehen werden, dasz junge leute mit geschmack ... lesen können Gellert (1839) 7, 117; begehrten sie, darum sie vornehmlich kommen waren, dasz er ihnen ein gaukelspiel vorbringe Grimm dt. sagen (1891) 1, 175; vornehmlich, weil du so still und fleizsig bei mir gearbeitet hast G. Keller (1889) 3, 243.
7582 Zeichen · 171 Sätze

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Vornêhmlich

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Vornêhmlich , adj. et adv. welches in doppelter Gestalt gefunden wird. 1. * Als ein Bey- und Nebenwort, wie vornehm, da …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    vornehmlich

    Goethe-Wörterbuch

    vornehmlich [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Spezial
    vornehmlich

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    vor|nehm|lich adv. (besonders) dantadöt, particolarmënter.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit vornehmlich

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Ableitung von vornehmlich

vornehm + -lich

vornehmlich leitet sich vom Lemma vornehm ab mit Suffix -lich.

vornehmlich‑ als Erstglied (1 von 1)

vornehmlichkeit

DWB

vornehmlich·keit

vornehmlichkeit , f. , ganz vereinzelt für vornehmheit: allein hier vereinigen sich solche popularitäten mit der höchsten vornehmlichkeit W.…